[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zur Einstellung von Kennlinien von
Brennern bzw. Feuerungsanlagen nach dem Oberbegriff des Patentanspruches 1.
[0002] Derartige Verfahren zur Einstellung von Kennlinien von Brennern sind bekannt, wobei
für jeden Leistungswert des Brenners unterschiedliche Luft-, Brennstoff- oder weitere
Einstellparameter bzw. - werte und/oder Hilfswerte für Hilfsantriebe der Feuerungsanlage
in einem Computer abgespeichert werden, so daß bei einer bestimmten Leistungsanforderung
der Computer die entsprechenden Stellglieder wie Pumpen, Aggregate und Ventilatoren
derart einstellt, daß der Brenner die entsprechende Leistungsstufe erreicht. Dabei
ist insb. bei modernen Feuerungsanlagen darauf zu achten, daß für jeden Leistungswert
möglichst optimale, d.h. vordefinierte Abgaswerte eingehalten werden.
[0003] Da für jeden einzelnen Leistungswert des Brenners sowohl mindestens ein Luftwert
als auch ein Brennstoffwert festgelegt werden muß, um entsprechend definierte Abgaswerte
zu erhalten, sind Verfahren zur Einstellung derartiger Kennlinien von Brennern bekannt,
d.h. Verfahren zur Festlegung der entsprechenden Luft- bzw. Brennstoffwerte für jede
einzelne Leistungsstufe des Brenners, wobei sukzessive oder iterativ die Luft- bzw.
Brennstoffzufuhr solange verändert wird, bis sich für die entsprechende Leistungsstufe
ein optimaler Abgaswert einstellt. Die Leistung wird dabei entsprechend der Luft-
bzw. Brennstoffzufuhr "nachgeführt". Aus der DE 30 39 994 C2 oder der EP 0209 771
A1 ist beispielsweise bekannt, daß bei der Erstinbetriebnahme eines Brenners die optimale
Luftzufuhr über den interessierenden Lastbereich durch die Wahl einzelner Brennstoffwerte
mittels Messung der entsprechenden Abgaswerte punktweise aufgenommen wird, um dann
in einem Computer abgespeichert zu werden.
[0004] Darüber hinaus ist aus der DE 197 49 506 C1 bekannt, während des Betriebes einer
Feuerungsanlage Zeitpunkte konstanter Brennstoffdurchflüsse abzuwarten, um dann mittels
der Variation der Luftzufuhr die Kennlinie des Brenners derart zu optimieren, daß
die minimal notwendige Luftzufuhr anhand des Auftretens von beispielsweise Rauchgas
im Abgas festgelegt wird.
[0005] Diese bekannten Verfahren erlauben jedoch die Festlegung von Kennlinien von Brennern
nur bei ganz bestimmten Brennstoff-durchflüssen, da die optimale Verbrennungsluftzufuhr
in einem nichtlinearen Zusammenhang zu dem entsprechenden Brennstoffdurchfluß steht.
Je nach Brennerkonstruktion, Art des Brennstoffes, Auslegung der Heizungsanlage bzw.
der Feuerungsanlage ergeben sich unterschiedliche Luft-, Brennstoffverhältnisse bei
einzelnen Leistungsstufen bzw. Leistungswerten des Brenners.
[0006] Die bekannten Verfahren zur Einstellung der entsprechenden Kennlinien haben den Nachteil,
daß durch die sukzessive Festlegung der einzelnen Punkte die Einstellung derartiger
Kennlinien äußerst langwierig und kostenintensiv ist, während die werksseitige Voreinstellung
solcher Kennlinien meist beim konkreten Einsatz der Feuerungsanlage zu nicht optimalen
Verbrennungsverhältnissen bzw. Abgaswerten führt. Auch hier ist der Betreiber bzw.
der Installateur der Heizungsanlage genötigt, sukzessive die Kennlinien des Brenners
einzeln, d.h. punktweise zu optimieren.
[0007] Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, die bekannten Verfahren zur Einstellung
von Kennlinien von Brennern derart zu verbessern, daß die entsprechenden Kennlinien
schnell und kostengünstig festgelegt werden können.
[0008] Die Erfindung löst die ihr zugrundeliegende Aufgabe durch die kennzeichnenden Merkmale
des Patentanspruches 1. Vorteilhafte Ausgestaltungen sind in den Unteransprüchen beschrieben
und beansprucht.
[0009] Das erfindungsgemäße Verfahren zur Einstellung von Luft- bzw. Brennstoffkennlinien
oder anderen Kennlinien von Stellgliedern von Brennern gliedert sich in folgende Schritte:
[0010] Zunächst wird die Leistung des Brenners ausgehend von einem ersten Leistungswert
mit einem ersten Luftwert, einem ersten Brennstoffwert und ggf. einem ersten Hilfswert
verändert, wobei durch die Änderung der Leistung der Luftdurchfluß und/oder der Brennstoffdurchfluß
und/oder Hilfsantriebe in jeweils erste Richtungen verändert werden. Diese jeweils
erste Richtungen entsprechen einem Verfahren des gesamten Verbundes (aller Einstellglieder)
längs grob definierter Kennlinien (Kurvenpunkten), bis sich die Abgaswerte bei einem
nächsten Leistungswert verändern. Als unabhängiger Parameter dient hierbei lediglich
die Leistungsverstellung, während die einzelnen Luft-/Brennstoff- und/oder Hilfswerte
anhand der ersten Richtungen automatisch verändert werden. Der Installateur verändert
also nicht sukzessive die einzelnen Werte iterativ sondern nur die entsprechende Leistung
des Brenners.
[0011] Im Anschluß daran wird bei diesem nächsten Leistungswert der entsprechende Luftdurchfluß
bzw. der entsprechende Brennstoffdurchfluß oder andere Werte für Hilfsantriebe derart
verändert, daß sich wieder definierte Abgaswerte einstellen, d.h. daß die entsprechenden
Luft-bzw. Brennstoffwerte bei diesem Leistungswert so verändert werden, daß sich ein
nächster Luftwert und ein nächster Brennstoffwert einstellen, bei welchem sich wieder
definierte Abgaswerte ergeben.
[0012] Im Anschluß daran werden bei erneuter Verstellung der Leistung des Brenners der Luftdurchfluß
und der Brennstoffdurchfluß und ggf. die Werte für weitere Hilfsantriebe nicht mehr
(automatisch) in der ersten Richtung verändert, sondern (automatisch) in einer entsprechenden
anderen, d.h. nächsten Richtung, die die Ergebnisse dieser und mindestens einer weiteren,
bsp. vorherigen Abgasmessung berücksichtigt. Diese drei Schritte werden dann sukzessive
wiederholt, bis ein Leistungs-Endwert, bsp. der max. Leistungswert, d.h. die Nennleistung
des Brenners erreicht ist.
[0013] Bsp. wird die Zündposition des Brenners für den ersten Kurvenpunkt verwendet, solange
kein anderer Wert bsp. für eine Kleinlast bekannt ist. Als Leistungswert wird provisorisch
der Brennstoffwert verwendet, der durch die Zündposition definiert ist. Dieser Punkt
kann zunächst auch als Kleinlastpunkt verwendet werden. Als ersten Leistungswert empfiehlt
es sich aber auch die minimale Last (Kleinlast) des Brenners zu verwenden, falls dieser
bekannt ist, wobei dann der Luftdurchfluß und der Brennstoffdurchfluß und ggf. weitere
Hilfsantriebe zu Beginn der Einstellung linear in Richtung maximaler Werte (maximalen
Luft- bzw. Brennstofdurchflusses) bei maximaler Brennerleistung verändert werden,
wenn die Leistung entsprechend erhöht wird. In einem entsprechenden Leistungs-, Luft-,
Brennstoffdiagramm wird also bei Leistungserhöhung der Luft- bzw. Brennstoffdurchfluß
längs einer Geraden linear erhöht, die ausgehend von den ersten, beispielsweise minimalen
Luft- bzw. Brennstoffwerten oder ausgehend von den Werten der Zündposition durch entsprechend
maximale Luft- bzw. Brennstoffwerte führt (Öffnungswinkel der Stellglieder 90°; Leistung
bei 100%). Ausgehend vom ersten Kurvenpunkt wird also der Leistungswert erhöht (Erhöhung
des Luft- bzw. Brennstoffdurchflusses), bis sich die Abgaswerte verändern. An dieser
Stelle (Zwischenpunkte) werden neue Werte für den Brennstoff, die Luft oder auch Hilfswerte
eingestellt und abgespeichert.
[0014] Nach der Ermittlung der nächsten Luft- bzw. Brennstoffwerte wird der Luft- bzw. Brennstoffdurchfluß
bei Leistungsveränderung dann längs einer anderen Richtung verändert, die sich beispielsweise
durch die Extrapolation einer Geraden ergibt, die durch die jeweils letztdefinierten
Luft- bzw. Brennstoffwerte führt. Diese Gerade verläuft dann meist nicht mehr durch
den vorher angenommenen Endpunkt, d.h. den Schnittpunkt von maximaler Leistung bei
maximalem Brennstoff- und Luftdurchfluß, sondern längs einer anderen Geraden.
[0015] Es ist jedoch auch möglich, daß nach der Ermittlung des nächsten Luftwerts und/oder
des nächsten Brennstoffwerts bzw. nächster Hilfswerte der Luftdurchfluß und/oder der
Brennstoffdurchfluß bzw. entsprechende Hilfsantriebe jeweils längs einer Richtung
zu maximalen oder minimalen Luft- und Brennstoffdurchflüsse bzw. maximalen oder minimalen
Stellwerte der Hilfsantriebe bei maximaler oder minimaler Brennerleistung verändert
werden, je nach dem, ob die Einstellung, d.h. die Veränderung der Leistung in Richtung
größerer oder kleinerer Leistungswerte vorgenommen wird. Dabei dienen die ermittelten
jeweils letzten Werte zur Festlegung der Kennlinien zwischen diesen und vorangegangenen,
bereits festgelegten Werten.
[0016] Bei dem Verfahren zur Einstellung der Luft-bzw. Brennstoffkennlinie von Brennern
können zusätzliche Kennlinien gleichermaßen festgelegt werden. Dies können beispielsweise
Hilfsantriebe sein, Zusatzpumpen oder weitere Einstellglieder für die optimale Einstellung
des Brenners. Sämtliche Parameter, d.h. Einstellmöglichkeiten können gleichzeitig
beim Anfahren eines jeden (d.h. neuen) Leistungswertes ermittelt werden. Für die Festlegung
entsprechender Leistungswerte, an welchen die Luft- Brennstoff- oder andere Werte
neu eingestellt werden, um auch die neue Richtung des zukünftigen Kennlinienverlaufs
festzulegen, kann folgendes Kriterium herangezogen werden.
[0017] Es ist möglich, zulässige Intervalle unterschiedlicher Verbrennungswerte als definierte
Abgaswerte zu verwenden, so daß das Über- und/oder Unterschreiten eines oder mehrerer
Intervallgrenzen unterschiedlicher Verbrennungswerte die Ermittlung eines nächsten
Brennstoffwertes bzw. eines nächsten Luftwertes oder anderer Werte auslöst.
[0018] Die Luftkennlinic bzw. Brennstoffkennlinie oder andere Kennlinien ergibt sich dann
durch das sukzessive Aneinanderfügen der einzelnen Strecken zwischen den vorher festgelegten
Luft-bzw. Brennstoffwerten. Diese Einstellung der Kennlinie erfolgt vor der ersten
Inbetriebnahme oder auch bei Wartungsarbeiten zur Optimierung des Brenners. Auch wenn
ein Teil des Brenners oder die Brennerapparatur selbst ausgewechselt wird, lassen
sich die entsprechenden Kennlinien anhand des erfindungsgemäß geschilderten Verfahrens
schnell und einfach erneut festlegen, ohne daß werksseitig Eingriffe an der entsprechenden
Steuerung bzw. Regelungsanlage vorgenommen werden müssen.
[0019] Nach der ersten Einstellung der Kennlinie des Brenners bzw. der einzelnen Brennstoff-
oder Luftkennlinien können die zulässigen Intervalle der unterschiedlichen Verbrennungswerte
verkleinert bzw. verringert werden, so daß sich strengere Anforderungen an den Verlauf
der Kennlinien ergeben. Durch erneutes "Optimieren" der Kennlinie, d.h. durch erneutes
Durchfahren der einzelnen Leistungsbereiche des Brenners ergeben sich durch das Über-
bzw. Unterschreiten der nun kleineren Intervalle erneute "Optimierungspunkte", d.h.
Leistungswerte des Brenners, an welchen die einzelnen Luft-, Brennstoff- oder anderen
Werte derart optimiert, d.h. neueingestellt werden, daß sich die Abgaswerte wieder
innerhalb der nun verkleinerten Intervalle befinden.
[0020] Dadurch läßt sich der Brenner durch das sukzessive Aneinanderreihen einzelner gerader
Stücke beliebig genau optimieren.
[0021] Zu diesem Zweck ist es nach einer weiteren bevorzugten Ausführungsform der Erfindung
möglich, bereits eingestellte Leistungswerte entlang bereits eingestellter Kennlinien
gezielt anzufahren, um neue Luftwerte und/oder Brennstoffwerte bzw. Hilfswerte derart
zu ermitteln, daß sich wieder definierte Abgaswerte einstellen. Die neuen Luftwerte
und/oder Brennstoffwerte bzw. Hilfswerte dienen dann zur Justierung oder neuen Festlegung
der Kennlinien.
[0022] Es ist nach einer weiteren bevorzugten Ausführungsform der Erfindung ebenfalls möglich,
daß bestimmte Leistungswerte entlang bereits eingestellter Kennlinien gezielt angefahren
werden, und daß anhand der Luftwerte und/oder Brennstoffwerte bzw. Hilfswerte bei
diesem Leistungswert oder mittels einer Leistungsmessung ein neuer Leistungswert (P
i*) bestimmt und zur Justierung oder neuen Festlegung der Kennlinien herangezogen wird,
falls sich herausstellt, daß der ursprünglich definierte Leistungswert nicht stimmte.
[0023] Auch ist die Kombination beider o.a. Verfahren möglich, wobei bestimmte Leistungswerte
entlang bereits eingestellter Kennlinien gezielt angefahren werden, neue Luftwerte
und/oder Brennstoffwerte bzw. Hilfswerte derart ermittelt werden, daß sich wieder
definierte Abgaswerte einstellen, und wobei diese neuen Luftwerte und/oder Brennstoffwerte
bzw. Hilfswerte bei diesem Leistungswert oder mittels einer Leistungsmessung zur Bestimmung
eines neuen Leistungswerts und zur Justierung oder neuen Festlegung der Kennlinien
herangezogen werden.
[0024] Die entsprechenden Antriebe für Luft-, Brennstoff- oder Hilfsstellglieder werden
mittels einer vorbestimmten Rampengeschwindigkeit verändert. Die Rampengeschwindigkeit
ist dabei die maximale Geschwindigkeit zur Veränderung der Stellglieder und liegt
bevorzugt zwischen 30 und 120 Sekunden für eine Verstellung von 90°. Je nach "Steigung"
der einzelnen Kennlinien, bzw. Kennlinienabschnitte zwischen zwei Werten für Luft,
Brennstoff oder Hilfsantrieb werden die Stellglieder derart mit einer individuellen
Rampengeschwindigkeit verändert, daß die Durchflüsse den Kennlinien, d.h. der Kennliniensteilheit
folgen. Bei einer Leistungsänderung von bsp. 5%, einem Luftkennlinienabschnitt zwischen
30° und 40°, einem Brennstoffkennlinienabschnitt zwischen 25° und 30° und einer eingestellten
Rampengeschwindigkeit von 30s/90° wird der Luftantrieb mit voller und der Brennstoffantrieb
mit halber Rampengeschwindigkeit verstellt. Die dafür benötigte Zeit beträgt dann
3,33s. Dadurch wird der gesamte Verbund während einer Leistungsverstellung entlang
den Kennlinien verfahren, ohne daß es zu zwischenzeitlichen Abweichungen von den Kennlinien,
schlechterer Verbrennung und damit höheren Schadstoffausstößen kommt.
[0025] Darüber hinaus ist es möglich, die einzelnen gefundenen "Stützpunkte", d.h. die entsprechenden
Luft- oder auch Brennstoffwerte bei den einzelnen Leistungswerten durch Funktionen
2., 3. oder höheren Grades zu verbinden, in dem drei, vier oder mehr Punkte der jeweiligen
Kennlinie herangezogen werden, um die entsprechende Funktion zu bestimmen. Je nach
Interpolationsalgorithmus lassen sich dabei bestimmte Anforderungen an die Genauigkeit
der einzelnen Kennlinien erfüllen.
[0026] Ein bevorzugtes Ausführungsbeispiel der vorliegenden Erfindung wird anhand folgender
Zeichnungen näher erläutert. Dabei zeigen:
- Figur 1
- die schematische Darstellung einer Feuerungsanlage,
- Figur 2
- die Darstellung des ersten Schrittes zur Einstellung dreier Kennlinien,
- Figur 3
- die Darstellung des zweiten Schrittes zur Einstellung dreier Kennlinien,
- Figur 4
- die endgültige Darstellung dreier Kennlinien des Brenners, und
- Figur 5
- eine alternative Kennlinieneinstellung.
[0027] Figur 1 zeigt schematisch die Darstellung eines Brenners 1, dem Brennstoff 3 und
Luft 2 zugeführt wird. Für die Regelung der Luftzufuhr bzw. der Brennstoffzufuhr ist
ein Brennerregler 7 vorgesehen, der auf entsprechende Brennstoffstellglieder 4 bzw.
Luftstellglieder 5 einwirkt. Zur Regelung der Luftzufuhr bzw. der Brennstoffzufuhr
erhält der Brennerregler 7 Signale von einer Abgassonde 6, die eine Vielzahl von Abgas-
bzw. Verbrennungswerten der Abgase 8 an den Brennerregler 7 schickt. Um für jede Leistungsstufe
bzw. Leistungswert Pl..n des Brenners 1 entsprechende Luftwerte A
i und Brennstoffwerte F
i zu erhalten, die dann dem Brennerregler 7 zur optimalen Einstellung des Verbrennungsvorganges
dienen, dient das erfindungsgemäße Verfahren zur Einstellung der Kennlinien.
[0028] Eine bevorzugte Vorgehensweise zur Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens
wird anhand der Figuren 2 bis 4 nachfolgend erläutert:
[0029] Nach der Einstellung entsprechender Sonderpositionen der Stellglieder 4 bzw. 5 oder
weiterer Hilfsantriebe für die entsprechenden Kennlinien 2, 3, H des Brenners wird
zunächst die Einstellung der Zündpositionen Z der einzelnen Kennlinien vorgenommen.
Wie in Figur 2 gezeigt, ergeben sich drei unterschiedliche Positionen für den Brennstoff,
die Luft und eines evtl. vorgesehenen Hilfsantriebs.
[0030] Nach erfolgter Einstellung der Zündpositionen Z wird der Brenner 1 nach Inbetriebsetzung
auf den ersten Leistungswert P
1 gefahren, der beispielsweise die Kleinlastposition darstellt, falls dieser bekannt
ist. Andernfalls wird die Zündposition herangezogen, wobei als Leistungswert der erste
Brennstoffwert verwendet wird. Dabei ergeben sich ein Luftwert A
1, ein Brennstoffwert F
1 und ein Wert für den Hilfsantrieb, nachfolgend Hilfswert H
1 genannt. Falls dieser erste Leistungswert als Kleinlastposition nicht vorher schon
explizit eingegeben worden ist, übernimmt das Steuergerät, d.h. der Brennerregler
7 zunächst die für die Zündung eingegebenen Positionen Z auch für die erste Leistungsposition,
d.h. den ersten Leistungswert P
1.
[0031] Danach beginnt die eigentliche Einstellung der Kurven des Brenners. Eingestellt werden
soll die Kennlinie des Brenntoffs 3, die Kennlinie der Luft 2 und eine Hilfskennlinie
H. Bei einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung verstellt der Betreiber zur
Einstellung der Kennlinien des Brenners inkremental die Leistungswerte. Ausgangspunkt
ist dabei der o.g. erste Leistungswert P
1, wie beispielsweise der Kleinlastpunkt. Von diesem aus wird im Handbetrieb oder auch
im Automatikbetrieb der Brenner 1 in Richtung größerer Leistung gefahren, wobei für
diese erste Richtung die einzelnen Werte wie Brennstoff oder Luft längs solcher Geraden
verändert werden, die jeweils durch die erstgenannten Punkte und durch den Maximalpunkt
bei Maximalleistung und maximaler Verstellung der Stellglieder 4 bzw. 5 (in Figur
2 als 90° dargestellt) bewegt werden; die Brennstoff-, Luft-, oder auch Hilfswerte
werden also entlang inter-/ oder extrapolierter Geraden verfahren. Dieser Hilfspunkt
X dient also zunächst als Orientierungshilfe für die Richtung der einzelnen Kennlinien
ausgehend von dem ersten Luftwert A
1, Brennstoffwert F
1 und Hilfswert H
1. Diese erste Richtung ist in Figur 2 für die Hilfsantriebskurve H als R
1 bezeichnet.
[0032] In Figur 3 ist ein zweiter Leistungswert P
2 dargestellt, bei welchem die Verbrennungswerte, d.h. die zuvor definierten Abgaswerte
nicht mehr erreicht werden bzw. sich derart verändern, daß sie nicht mehr innerhalb
festvorgegebener Intervalle liegen. An diesem Leistungswert P
2 werden nun neue Luft-, Brennstoff- und Hilfswerte festgelegt, die wieder zu dem definierten
Abgaswert führen. Nach der Neueinstellung des entsprechenden Luftwertes A
2, Brennstoffwertes F
2 und Hilfswertes H
2 ergeben sich jeweils neue Richtungen R
2 für die Kennlinie der Luft 3, die Kennlinie des Brennstoffes 2 und die Hilfskennlinie
H. Diese neue Richtung R
2 ergibt sich durch die Extrapolation der entsprechenden Geraden durch die jeweils
zwei letztdefinierten Punkte A
1, A
2 bzw. F
1, F
2 oder auch H
1, H
2.
[0033] Auf diese Weise gelangt der Installateur der Heizungsanlage, der Betreiber des Brenners
oder auch der Wartungsdienst bis zu dem Punkt an dem der Brenner seine maximale Leistung,
d.h. seine Nennleistung P
max erreicht hat.
[0034] Wie in Figur 4 dargestellt, ergeben sich damit Kennlinien, die sich durch das sukzessive
Aneinanderfügen von einzelnen geraden Teilen ergeben, wobei die unterschiedlichen
Richtungen als R
1, R
2 bzw. R
4 dargestellt sind.
[0035] Nach Festlegung der einzelnen Kennlinien des Brenners anhand des erfindungsgemäßen
Verfahren und wie in Figur 4 dargestellt, ist es nun erfahrungsgemäß möglich, beispielsweise
ausgehend von Luftwert A
5, rückwärts entlang der definierten Kennlinie zu fahren, um den Brenner weiter fein
einzustellen. Dieses "von oben nach unten" Fahren ermöglicht die Feinjustierung durch
die Vorsehung kleinerer Intervallgrenzen der Verbrennungswerte. Dabei können jedoch
auch gezielt einzelne Leistungswerte innerhalb (beispielsweise mittig) der zuvor definierten
Werte angefahren werden, um so die Kennlinien weiter zu optimieren.
[0036] Zur Definition der einzelnen Stützpunkte der Kennlinien eignet sich die entsprechende
Leistungsangabe, d.h. der Leistungswert sowie die Positionsangabe des benutzten Stellantriebes,
wie beispielsweise der Brennstoffantrieb 4 oder der Luftantrieb 5.
[0037] Figur 5 zeigt eine alternative Kennlinieneinstellung, wobei nach der Ermittlung des
nächsten Luftwerts A
i+1 und/oder des nächsten Brennstoffwerts F
i+1 bzw. nächster Hilfswerte H
i+1 der Luftdurchfluß und/oder der Brennstoffdurchfluß bzw. entsprechende Hilfsantriebe
jeweils längs einer Richtung R
x, R
0 maximaler oder minimaler Luft- und Brennstoffdurchflüsse bzw. maximaler oder minimaler
Stellwerte der Hilfsantriebe bei maximaler oder minimaler Brennerleistung P
max, P
0 verändert werden. Dabei dient bsp. der dritte Luftwert A
3 zur Einstellung der Luftkennlinie zwischen dem zweiten Luftwert A
2 und dem dritten Luftwert A
3, während in Richtung größerer Leistung der Luftdurchfluß entlang einer Geraden verändert
wird, die zwischen dem dritten Luftwert A
3 und dem Hilfswert X festgelegt wird.
1. Verfahren zur Einstellung von Kennlinien von Brennern, wobei anhand von Leistungswerten
(P1..n) des Brenners (1) Luftwerte (A
i), Brennstoffwerte (F
i) und ggf. Hilfswerte (H
i) derart verändert werden, daß sich definierte Abgaswerte einstellen, wobei die Luft-/Brennstoffwerte
ein Maß für den Luft-/Brennstoffdurchfluß im Brenner (1) darstellen,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Leistung (P) des Brenners (1) ausgehend von einem ersten Leistungswert (P1) mit einem Luftwert (A1), einem Brennstoffwert (F1) und ggf. einem Hilfswert (H1) verändert wird,
daß durch die Änderung der Leistung (P) der Luftdurchfluß und/oder der Brennstoffdurchfluß
und/oder Hilfsantriebe in jeweils erste Richtungen (Ri) verändert werden, bis sich die Abgaswerte bei einem nächsten Leistungswert (Pi+1) verändern,
daß mindestens ein nächster Luftwert (Ai+1) und/oder mindestens ein nächster Brennstoffwert (Fi+1) bei diesem nächsten Leistungswert (Pi+1) derart ermittelt werden, daß sich wieder definierte Abgaswerte einstellen, und
daß bei Änderung der Leistung (P), ausgehend vom nächsten Leistungswert (Pi+1), der Luftdurchfluß und/oder der Brennstoffdurchfluß und/oder Hilfsantriebe in jeweils
nächste Richtungen (Ri+1) verändert werden, die die Ergebnisse dieser und mindestens einer weiteren Abgasmessung
berücksichtigen.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß als erster Leistungswert (P1) die Zündposition oder die minimale Last (Pmin) des Brenners (1) verwendet wird, und
daß bei Erhöhung der Leistung (P) der Luftdurchfluß, der Brennstoffdurchfluß und ggf.
Hilfsantriebe linear in einer ersten Richtung (R1) maximaler Luft- und Brennstoffdurchflüsse bzw. maximaler Stellwerte der Hilfsantriebe
bei maximaler Brennerleistung (Pmax) verändert werden.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet,
daß nach der Ermittlung des nächsten Luftwerts (Ai+1) und/oder des nächsten Brennstoffwerts (Fi+1) bzw. nächster Hilfswerte (Hi+1) bei Änderung der Leistung (P) der Luftdurchfluß und/oder der Brennstoffdurchtluß
bzw. entsprechende Hilfsantriebe jeweils längs einer zweiten Richtung (R2) verändert werden, die sich durch die Extrapolation oder Interpolation einer Geraden
durch die beiden letztdefinierten Luftwerte (Ai; Ai-1) bzw. Brennstoffwerte (Fi; Fi-1) bzw. Hilfswerte (Hi; Hi-1) ergibt.
4. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet,
daß nach der Ermittlung des nächsten Luftwerts (Ai+1) und/oder des nächsten Brennstoffwerts (Fi+1) bzw. nächster Hilfswerte (Hi+1) bei Änderung der Leistung (P) der Luftdurchfluß und/oder der Brennstoffdurchfluß
bzw. entsprechende Hilfsantriebe jeweils längs einer Richtung (Rx, R0) maximaler oder minimaler Luft- und Brennstoffdurchflüsse bzw. maximaler oder minimaler
Stellwerte der Hilfsantriebe bei maximaler oder minimaler Brennerleistung (Pmax, P0) verändert werden.
5. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
daß zulässige Intervalle unterschiedlicher Verbrennungswerte als definierte Abgaswerte
verwendet werden, so daß das Über-und/oder Unterschreiten eines oder mehrerer Intervallgrenzen
unterschiedlicher Verbrennungswerte die Ermittlung eines nächsten Brennstoffwerts
(Fi+1) bzw. eines nächsten Luftwerts (Ai+1) bzw. Hilfswerts (Hi+1) auslöst.
6. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
daß die Kennlinie des Brenners (1) durch das sukzessive Aneinanderfügen einzelner
Strecken festgelegt wird, die sich aus den Abschnitten der ermittelten Geraden zwischen
den einzelnen Luft-/ Brennstoffwerten bzw. Hilfswerten ergeben.
7. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
daß bestimmte Leistungswerte (Pi) entlang bereits eingestellter Kennlinien gezielt angefahren werden, und
daß neue Luftwerte (Ai∗) und/oder Brennstoffwerte (Fi∗) bzw. Hilfswerte (Hi∗) derart ermittelt werden, daß sich wieder definierte Abgaswerte einstellen, wobei
diese neuen Luftwerte (Ai∗) und/oder Brennstoffwerte (Fi∗) bzw. Hilfswerte (Hi∗) zur Justierung oder neuen Festlegung der Kennlinien dienen.
8. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 - 6, dadurch gekennzeichnet,
daß bestimmte Leistungswerte (Pi) entlang bereits eingestellter Kennlinien gezielt angefahren werden, und
daß anhand der Luftwerte (Ai) und/oder Brennstoffwerte (Fi) bzw. Hilfswerte (Hi) ein neuer Leistungswert (Pi∗) bestimmt und zur Justierung oder neuen Festlegung der Kennlinien herangezogen wird.
9. Verfahren nach einem der Ansprüche 1-6, dadurch gekennzeichnet,
daß bestimmte Leistungswerte (Pi) entlang bereits eingestellter Kennlinien gezielt angefahren werden, und
daß neue Luftwerte (Ai∗) und/oder Brennstoffwerte (Fi∗) bzw. Hilfswerte (Hi∗) derart ermittelt werden, daß sich wieder definierte Abgaswerte einstellen, wobei
diese neuen Luftwerte (Ai∗) und/oder Brennstoffwerte (Fi∗) bzw. Hilfswerte (Hi∗) zur Bestimmung eines neuen Leistungswerts (Pi∗ ) und zur Justierung oder neuen Festlegung der Kennlinien herangezogen wird.
10. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
daß Luft-, Brennstoff- oder Hilfsstellglieder mittels einer jeweils vorbestimmten
Rampengeschwindigkeit verändert werden.
11. Verfahren nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet,
daß die Antriebe für Luft-, Brennstoff- oder Hilfsstellglieder unterschiedliche Rampengeschwindigkeiten
aufweisen, und
daß bei Änderung der Leistung (P) der Luftdurchfluß und/oder der Brennstoffdurchfluß
und/oder Hilfsantriebe mit der der jeweiligen Kennliniensteilheit entsprechenden Geschwindigkeit
verändert werden.