[0001] Die Erfindung bezieht sich auf ein Möbelstück, das aus Möbelelementen zusammengebaut
ist und wieder zerlegt werden kann, um ein kleines Lagervolumen einzunehmen.
[0002] Im Versandhandel und bei speziellen Möbelhäusern werden Möbelstücke, die in ihre
Einzelteile zerlegt sind, beim Kunden angeliefert, der diese dann nach Bauanleitung
zusammenbaut und aufstellt. Dies ist gewöhnlich ein einmaliger Vorgang.
[0003] Für Ausstellungen, Messen und dergleichen werden Theken und dergleichen Möbelstücke
nötig, die man in Zeiten zwischen den Ausstellungen gerne raumsparend lagern möchte.
Derartige Möbelstücke sollten deshalb so aufgebaut sein, daß ihr Zusammenbau und ihre
Zerlegung rasch und problemlos vor sich geht und daß dieser Vorgang häufig wiederholt
werden kann, ohne daß Beschädigungen an dem Möbelstück zu erwarten sind.
[0004] Der Erfindung liegt deshalb die Aufgabe zugrunde, ein Möbelstück anzugeben, das leicht
und wiederholt zusammengebaut und zerlegt werden kann und im zerlegten Zustand zu
einem kleinen Lagervolumen zusammengepackt werden kann.
[0005] Die gestellte Aufgabe wird aufgrund der Merkmale des Anspruches 1 gelöst und durch
die weiteren Merkmale der abhängigen Ansprüche ausgestaltet und weiterentwickelt.
[0006] Das neue Möbelstück hat den besonderen Vorzug, daß es ein charakteristisches Aussehen
hat. Dies wird durch den Kontrast zwischen sich horizontal erstreckenden Bauelementen
zu sich vertikal erstreckenden Bauelementen erzielt, wobei letztere durch eine Rillenstruktur
in vertikaler Richtung hervorgehoben sind.
[0007] Ein weiterer Vorzug des neuen Möbelstücks besteht darin, daß ein Aufbau und Abbau
ohne Werkzeug möglich ist.
[0008] Die Erfindung wird anhand der Zeichnung beschrieben. Dabei zeigt:
- Fig. 1
- eine Grundform einer Theke, von der Seite gesehen,
- Fig. 2
- eine perspektivische Ansicht in auseinandergezogener Darstellung der Einzelteile der
Theke,
- Fig. 3
- eine vergrößerte Einzelheit, nämlich einen Querschnitt durch eine biegsame Wand,
- Fig. 4
- ein Konstruktionsdetail im Schnitt,
- Fig. 5
- ein weiteres Konstruktionsdetail im Schnitt
- Fig. 6
- eine Theke mit ovalem Aufsatz,
- Fig. 7
- eine Theke mit bogenförmigem Aufsatz,
- Fig. 8
- eine weitere Grundform einer Theke in Explosionsdarstellung,
- Fig. 9
- eine Displaywand in Explosionsdarstellung,
- Fig. 10
- ein Regal in auseinandergezogener Darstellung,
- Fig. 11
- einen Haken,
- Fig. 12
- einen Querschnitt durch Einlegeboden und Wand,
- Fig. 13
- ein aufgebautes Regal,
- Fig. 14
- schanktischartige Theken und
- Fig. 15
- mögliche Grundrißformen von Theken oder regalartigen Möbelstücken.
[0009] Fig. 1 zeigt eine mögliche Grundform einer Theke von der Seite gesehen. Wie aus Fig.
2 ersichtlich, enthält die Theke als grundlegende Elemente eine Bodenplatte 1, eine
Deckplatte 2 und eine gekrümmte Wand 3. Eine biegsame Schiebetür 4 und ein Einlegeboden
5 können hinzukommen. Die Grundform der Bodenplatte und der Deckplatte ist oval. Eine
Nut 10 ist in Schleifenform auf der Oberseite der Bodenplatte 1 angebracht, wobei
ein Bereich 10a als Befestigungsnut und Bereiche 10b, 10c als Lauf- oder Führungsnut
ausgebildet sind. Die Deckplatte 2 trägt an der Unterseite ebenfalls eine Nut 10,
die nicht dargestellt ist. Die Wand 3 ist biegsam und in die Nuten 10 eingesetzt und
wird mit Kletthaftbändern 20 gehalten, die am Umfang der Nut 10 verteilt angeordnet
sind, wie dies in Fig. 8 und 9 dargestellt ist. Es können auch andere Ausführungsformen
von Schnellverbindern benutzt werden, beispielsweise Knüpfverbinder.
[0010] Fig. 3 zeigt einen vergrößerten Querschnitt eines Stückes der biegsamen Wand 3 bzw.
der Schiebetür 4. Die biegsame Wand ist aus einzelnen Hohlprofillamellen 30 und einer
elastisch dehnbaren Klebefolie 31 oder einzelnen Klebefolienstücken aufgebaut, welche
die Lamellen 30 an der Wandinnenseite überspannen und miteinander verbinden. Dadurch
werden die Lamellen 30 daran gehindert, gegeneinander zu verrutschen, jedoch ohne
daß ihre Biegsamkeit quer zur Längserstreckung der Lamellen beeinträchtigt ist. Es
können handelsübliche Kunststofflamellen verwendet werden, die jeweils aus zwei Kastenprofilen
32, 33, biegsamen Verbindungsstegen 34 und einem Schwenklagerfortsatz 35 bestehen,
der in eine Lagerrinne 36 eingreift. Zwischen den Hohlprofilen 32, 33 werden Rillen
37 gebildet, welche der Wand ein charakteristisches Aussehen verleihen. Je nach der
Krümmung der Wand sind die Rillen 37 mehr oder weniger breit geöffnet.
[0011] Fig. 4 zeigt ein Kletthaftband 20, wie es an einer Bodenplatte 1 befestigt ist. Es
können auch andere Arten von Schnellverschlußbändern verwendet werden. Die Schnittdarstellung
der Fig. 4 zeigt, wie der untere Rand 3a der flexiblen Wand 3 in die Nut 10 eingreift
und diese ausfüllt. Der Nut 10 benachbart ist ein Schlitz 11 gefräst, dessen Länge
der Breite des Bandes 20 entspricht und der durch die Bodenplatte hindurch führt.
Das Kletthaftband 20 ist auf der Unterseite der Bodenplatte befestigt, beispielsweise
durch Nägel 12. An der Innenseite der biegsamen Wand 3 ist im Bereich des Bandes 20
eine Befestigungsgegenfläche 21 angebracht, die mit dem Kletthaftband 20 zusammenarbeitet
und einen Klettverbund bilden kann. Auf der Oberseite der Bodenplatte 1 sind noch
Befestigungsgegenflecke 22 angebracht, um die jeweilig zugeordneten Kletthaftbänder
20 im Lagerzustand des Möbelstückes festzuhalten. Auf der Unterseite der Bodenplatte
1 sind Füße 13 angebracht.
[0012] Fig. 5 zeigt die Verbindung der Deckplatte 2 mit dem oberen Rand 3b der biegsamen
Wand 3. Es werden wiederum Klettbänder 20 und Befestigungsflächen 21 verwendet. Statt
eines durchgehenden Schlitzes 11 wird jedoch eine seitliche Nutausfräsung 23 angewendet.
[0013] Bezugnehmend auf Fig. 2 wird der Einlegeboden 5 mittels Gurtschleifen 50 im bestimmten
Abstand unterhalb der Deckplatte 2 gehalten. Die jeweiligen Enden der Gurtschleifen
50 sind an der Unterseite der Deckplatte 2 befestigt, beispielsweise in einer Bohrung
mit Holzdübeln geklemmt und geklebt. Der Einlegeboden 5 besitzt zwei U-förmige Schlitze
51, deren Schlitzenden 52 zum Inneren des U gewendet sind. Die Gurtschleife kann durch
diesen Schlitz gezogen und an den einwärts gerichteten Schlitzenden 52 festgehakt
werden. Die Demontage ist denkbar einfach: man hebt den Einlegeboden 5 ein wenig an,
gewinnt etwas Gurtschleife unterhalb des Einlegebodens und schiebt diese Gurtschleife
in den Verbindungsschenkel 53 des U, so daß dann der Einlegeboden nach unten abgezogen
werden kann.
[0014] Die Schiebetür 4 besteht aus dem gleichen Material wie die Wand 3, jedoch ist die
Höhe etwas geringer als die der Wand 3. Die Tür 4 kann an einem Griff 40 erfaßt und
aus dem Nutbereich 10b in den Nutbereich 10c verschoben werden. Durch Anbringung eines
Schlosses 41, 42 im Bereich der senkrechten Ränder von Wand und Tür kann die Tür 4
verschließbar gemacht werden.
[0015] Fig. 6 zeigt die Rückseite einer Theke mit Tür und einem Aufsatz 6 mit biegsamer
Wand 60 und Deckplatte 61 sowie Grundrisse der Bodenplatte 1, der Deckplatte 2 und
Einlegeboden 5. Wie ersichtlich, wiederholt der Thekenaufsatz 6 die Grundform der
Theke nach Fig. 1, jedoch leicht gedreht. Die oberseitige Nut 62 der Deckplatte 2
bildet eine sich überdeckende Schleife zur Aufnahme einer Schiebetür. Bodenplatte
1, Deckplatte 2 und Einlegeboden 5 weisen jeweils eine Bohrung 16, 26 bzw. 56 zur
Durchführung von Kabelleitungen und dergleichen auf.
[0016] Fig. 7 zeigt ein weiteres Ausführungsbeispiel einer Theke mit Aufsatz 7 sowie zugehörige
Grundrisse. Der Thekenaufsatz weist eine flexible Wand 70 in Bogenform und eine Aufsatzplatte
71 auf. Die Oberseite der Deckplatte 2 und die Unterseite der Aufsatzplatte 71 weisen
jeweils eine bogenförmige Nut 72 auf, welche die oberen und unteren Ränder der bogenförmigen
Wand 70 aufnehmen.
[0017] Fig. 5 zeigt, daß die Wand des Aufsatzes 6 bzw. 7 in ähnlicher Weise befestigt ist,
wie die biegsame Wand 3, so daß sich eine Wiederholung der Beschreibung erübrigt.
[0018] Fig. 8 zeigt, daß eine Lamellentheke in der Grundform des Aufsatzes 7 hergestellt
werden kann. Die Klettbänder 20a bis 20h und die zugeordneten Befestigungsstellen
21a bis 21h sind in Fig. 8 dargestellt.
[0019] Fig. 9 zeigt eine Displaywand, die auch als Rückseite eines Regals dienen kann.
[0020] Fig. 10 bis 12 zeigen die Einzelteile eines solchen Regals, welches zusätzliche Einlegeböden
8 aufweist, die mit Haken 80 in Schlitzen 81 der gekrümmten Wand 3 befestigt werden.
Die Einlegeböden 8 können Schlitze 82 aufweisen, um am Rand der Wand 3 geführt zu
werden. Die Deckplatte 2 weist noch Aussparungen 24 zur Aufnahme einer Beleuchtung
auf, die nicht dargestellt ist. Ein Ausführungsbeispiel eines Regals ist in Fig. 13
gezeigt.
[0021] Statt runder Formen können auch eckige Theken- oder Regalformen aufgebaut werden.
Fig. 14 zeigt solche Theken mit und ohne Aufsatz..
[0022] Fig. 15 zeigt weitere mögliche Grundrißformen der Möbel nach der Erfindung. Demgemäß
ist die Grundform stark abwandelbar und das gleiche gilt auch für die Aufsätze. Es
können mannigfaltige Formen kreiert werden.
[0023] Allen Ausführungsformen gemeinsam ist die Zerlegbarkeit in flache Einzelteile, die
aufeinander gestapelt werden können. Dies gilt auch für die Wände 3 und Türen 4, da
diese in die Ebene zurückgebogen werden können. Die Befestigungsflächen 21 werden
dazu benutzt, die Teile 3, 4 mit den Teilen 1,2 zu kuppeln, nachdem die Klettbänder
20 auf die Flecken 22 geschwenkt worden sind , um so Gegenbefestigungsflächen zu bilden.
Die Klettbänder bzw. Klettflecken bilden in der Stapellage so einen festen Verbund.
[0024] Die Klettbänder 20 dienen in aufgerichteter Stellung (Fig.8, 9) dazu, die Montage
der Möbelstücke ohne Werkzeuge durchführen zu können. Hierzu werden die Wände 3, 4
in die Nuten 10 eingesetzt und mit den Klettbändern 20 befestigt.
[0025] Im Falle der Regale werden die Haken 80 in die Schlitze 81 eingesteckt und dann die
Böden 8 auf die Tragseite der Haken aufgelegt. Die Beleuchtungskörper werden in die
dafür vorgesehenen Aussparungen 24 gesteckt, und das Möbelstück wird für seinen vorgesehenen
Zweck aufgestellt.
1. Möbelstück, das aus Möbelelementen zusammengebaut und wieder zerlegt werden kann,
um ein kleines Lagervolumen einzunehmen,
mit folgenden Merkmalen:
eine Bodenplatte (1) mit einer oberseitigen Nut (10);
eine Deckplatte (2) mit einer unterseitigen Nut (10);
eine biegsame Wand (3), die aus ineinandergreifenden Profillamellen (30) und wenigstens
einer Verbindungsfolie (31) besteht und Befestigungsgegenflächen sowie quer zu den
Profillamellen verlaufende Ränder (3a, 3b) aufweist, mit denen die Wand (3) in die
Nut (10) der Bodenplatte (1) bzw. der Deckplatte (2) einsetzbar ist;
Schnellverbinder (20), die den jeweiligen Nuten (10) benachbart sind und mit den Befestigungsgegenflächen
(21) der biegsamen Wand (3) verbindbar sind, um Bodenplatte (1), biegsame Wand (3)
und Deckplatte (2) zusammenzuhalten.
2. Möbelstück nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, daß die Befestigungsgegenflächen (21) nahe des Randes (3a,
3b) der biegsamen Wand (3) angebracht sind und wie die Schnellverbinder (20) aus Klettverschlußmitteln
bestehen.
3. Möbelstück nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet, daß die Schnellverbinder (20) in Schlitzfräsungen (11,)23)
befestigt sind, die in Abständen an den Nuten (10) der Boden- und Deckplatten angebracht
sind.
4. Möbelstück nach einem der Ansprüche 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet, daß die Deckplatte (2) und/oder Bodenplatte (1) Befestigungsgegenflecke
(22) trägt, um zugeordnete Schnellverbinder (20) als Transport- und Montagesicherungen
zu nutzen.
5. Möbelstück nach einem der Ansprüche 1 bis 3,
gekennzeichnet durch einen Einlegeboden (5), der mit zwei U-förmigen Schlitzen (51)
versehen ist, wobei die Deckplatte (2) mit zwei Gurtschleifen (50) versehen ist, in
welche der Einlegeboden (5) mit seinen Schlitzen (51) einhängbar ist.
6. Möbelstück nach einem der Ansprüche 1 bis 5,
gekennzeichnet durch seine Ausbildung als Theke, wobei die oberseitige und unterseitige
Nut (10) der Bodenplatte (1) bzw. der Deckplatte (2) eine offene spangenförmige Schleife
bilden.
7. Möbelstück nach Anspruch 6,
dadurch gekennzeichnet, daß die spangenförmige Nut (10) sich in einer Führungsnut
(10b, 10c) festsetzt, welche die offene Schleife schließt und überdeckt, und daß eine
Schiebetür (4) als biegsames Wandelement vorgesehen ist, die zur Freigabe einer Öffnung
in den Überdeckungsbereich (10c) der Führungsnut geschoben werden kann.
8. Möbelstück nach einem der Ansprüche 6 oder 7,
dadurch gekennzeichnet, daß die Deckplatte (2) als Bodenplatte für einen Aufsatz (6,
7) benutzt wird, der eine zweite Deckplatte (61, 71) und eine zweite Lamellenwand
(60, 70) aufweist.
9. Möbelstück nach Anspruch 8,
dadurch gekennzeichnet, daß die oberseitige Nut (62, 72) der Deckplatte (2) bogenförmig
ist.
10. Möbelstück nach Anspruch 8,
dadurch gekennzeichnet, daß die oberseitige Nut (72) der Deckplatte (2) eine offene,
spangenförmige Schleife bildet.
11. Möbelstück nach einem der Ansprüche 1 bis 10,
gekennzeichnet durch seine Ausbildung als Displaywand.
12. Möbelstück nach einem der Ansprüche 1 bis 11,
gekennzeichnet durch seine Ausbildung als Regal.
13. Möbelstück nach einem der Ansprüche 1 bis 12,
gekennzeichnet durch eine ovale Form der Boden- und Deckplatte (1, 2).
14. Möbelstück nach einem der Ansprüche 1 bis 12,
gekennzeichnet durch eine Kreisform der Boden- und Deckplatte.
15. Möbelstück nach einem der Ansprüche 1 bis 12,
gekennzeichnet durch eine Halbrundform der Boden- und Deckplatte.
16. Möbelstück nach einem der Ansprüche 1 bis 12,
gekennzeichnet durch eine Rechteckform der Boden- und Deckplatte.
17. Möbelstück nach Anspruch 16,
dadurch gekennzeichnet, daß die Rechteckform mit einzelnen ein- oder auswärtsgebogenen
Wänden von der strengen Rechteckform abweicht.
18. Möbelstück nach einem der Ansprüche 1 bis 12,
gekennzeichnet durch eine Dreieckform der Boden- und Deckplatte.
19. Möbelstück nach einem der Ansprüche 1 bis 12,
gekennzeichnet durch eine Sechseckform der Boden- und Deckplatte.