[0001] Die Erfindung bezieht sich generell auf das Gebiet von Schraubverschlüssen für Behälter
und dabei auf Kunststoffverschlüsse mit relativ kleinem Durchmesser, die zur Abdichtung
von Behältern mit unter Druck stehendem Inhalt verwendet werden, insbesondere Soft-Drinks,
Bier und andere kohlesäurehaltige Lebensmittel. Speziell betrifft die Erfindung einen
Garantieverschluß nach dem Oberbegriff des Anspruches 1.
Hintergrund der Erfindung
[0002] Traditionell werden derartige Behälter unter Verwendung von Metallkappen abgedichtet,
die gewöhnlich als Kronverschlüsse bezeichnet werden und die ein Werkzeug zum Lösen
erforderlich machen. Seit den vergangenen 15 bis 20 Jahren werden solche Verschlüsse
zunehmend durch Schraubverschlüsse aus Kunststoff ersetzt, die entweder im Spritzgießverfahren
oder noch häufiger im Druckgußverfahren hergestellt werden. Diese Verschlüsse sind
gewöhnlich als "Garantieverschlüsse" mit einem Unversehrtheitsanzeigering oder Pilferband
versehen. Dieses reicht von dem unteren Rand der Zylinderwandung des Verschlusses
nach unten und ist mit diesem Rand über Stege verbunden, die Sollbruchbrücken darstellen
und während der Gießherstellung oder durch einen separaten Schlitzbildungs-Arbeitsgang
hergestellt worden sind. Die jährliche Produktion in den USA derartiger Verschlüsse
übersteigt die der meisten anderen Arten von Verschlüssen und der Stand der Technik
hinsichtlich solcher Verschlüsse ist, was nicht überrascht, sehr weit entwickelt.
Kunststoffverschlüsse dieser Art haben viele Vorteile, einschließlich der Möglichkeit
der Abnahme ohne die Anwendung eines Werkzeuges und die Möglichkeit, den Behälter
wieder zu verschließen, wenn nicht der gesamte Inhalt beim ersten Öffnen verbraucht
worden ist. Es bleiben jedoch signifikante Probleme während der Herstellung und der
Handhabung derartiger Verschlüsse zu lösen.
[0003] Bei einem vorbekannten Garantieverschluß (EP 0 381 118 A1) werden geradlinige Lappen
verwendet, die keine Schwächungszone zur Bildung eines Scharniers aufweisen. Diese
Lappen werden im hochgeklappten Zustand an der Verschraubung und dem Behälterringwulst
vorbeigeführt, um sich hinter dem Behälterringwulst aufzuspreizen. Beim Abschrauben
der Schraubkappe sollen die weggespreizten Lappen zum Aufreißen der Sollbruchbrücken
führen (sogenannte erste Betriebsart). Wenn dies nicht gelingt, legt sich der Lappen
quer auf den sich weiter unten befindlichen verdickten Abschnitt und trägt diesen
soweit auf, daß eine Sperre gebildet wird, die zum Abriß des Unversehrtheitsanzeigeringes
führt (sogenannte zweite Betriebsart). Bei diesem Garantieverschluß sind somit Vorkehrungen
getroffen, die erste und die zweite Betriebsart nacheinander zu praktizieren.
[0004] Bei einem weiteren Garantieverschluß (US-A 5 107 998) gibt es Lappen, die im Bereich
zwischen dem oberen dünneren und dem unteren dickeren Wandabschnitt ansetzen und keulenförmig-hakenförmig
ausgebildet sind sowie einen Biegebereich aufweisen. Es ist angegeben, daß die Lappen
in die Aussparung des Halses eingreifen, die unmittelbar unterhalb dem unteren Ende
der Verschraubungen gelegen ist.
[0005] Ein weiterer Garantieverschluß (WO 97 00 209 A) zeigt die Merkmale des Oberbegriffs
des Anspruches 1. Die Lappen bilden an ihrem Fuß ein Scharnier, um sich gegen die
Innenseite des oberen dünneren Wandabschnittes des Unversehrtheitsanzeigeringes anlegen
zu können, wenn die Schraubkappe erstmalig montiert wird, und die Lappen zeigen Nocken,
um die Abwärtsschwenkbewegung beim Abschrauben des Verschlusses zu begrenzen und die
Spreizstellung beizubehalten. Die benötigte Steifigkeit beim Abriß des Unversehrtheitsanzeigebandes
wird durch Formeingriff der Nocken an der Innenseite des unteren dicken Wandabschnittes
gewonnen.
Zusammenfassung der Erfindung
[0006] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, einen Garantieverschluß mit verbesserter
Lappenausbildung zu schaffen, bei der die Möglichkeit der Lappen, nach innen so weit
zu schwenken, daß die Lappen in der sogenannten zweiten Betriebsart arbeiten, ausgeschlossen
ist.
[0007] Die Erfindung wird in Anspruch 1 definiert.
[0008] In einer Ausführungsform der Erfindung ist der zylindrisch gestaltete Unversehrtheitsanzeige-Ring
mit einem oberen dünneren Wandabschnitt ausgebildet, um wesentliche radiale Ausdehnung
und Ausbauchung sowohl während des Anbringens am Behälterhals als auch während des
Abschraubens des Verschlusses vom Behälter zu ermöglichen. Der untere Teil des Unversehrtheitsanzeige-Ringes
weist einen dickeren Wandabschnitt auf und stützt relativ steife Lappen an seinem
gebogenen oberen Rand. Die Lappen biegen oder schwenken im wesentlichen nicht relativ
zu dem dickeren unteren Wandabschnitt und infolgedessen ist das Ausmaß der Winkeldrehung,
um die sich die Lappen bewegen können, um das Ausmaß der radialen Dehnung und Biegung
des oberen dünneren Wandabschnittes beschränkt, typischerweise nicht mit mehr als
30° oberhalb oder unterhalb einer horizontalen Ebene, die durch das untere Ende des
oberen dünneren Wandabschnittes gezogen wird. Die Schwenkwirkung hängt so nicht vom
effektiven Durchmesser des Behälterring-Wulstes ab.
Kurze Beschreibung der Zeichnungen
[0009] In den Zeichnungen und der Beschreibung bezeichnen ähnliche Bezugszeichen sich entsprechende
Teile in allen Ansichten. Dabei zeigt :
- Fig. 1
- einen schematischen vertikalen zentralen Schnitt durch eine Ausführungsform der Erfindung
mit steifen Lappen,
- Fig. 2
- eine stark vergrößerte Einzelheit in schematischer Querschnittsansicht, entsprechend
dem unteren linken Teil in Fig. 1,
- Fig. 3
- eine vergrößerte Einzelheit in Querschnittsansicht zur Darstellung des erstmaligen
Aufschraubens des Verschlusses,
- Fig. 4
- eine zu Fig. 3 entsprechende Querschnittsansicht mit Darstellung des Unversehrtheitsanzeigeringes
nach Aufschrauben des Verschlusses,
- Fig. 5
- eine Querschnittsansicht zur Darstellung der ersten Phase beim Abschrauben des Verschlusses,
- Fig. 6
- eine Querschnittsansicht zur Darstellung der zweiten Phase beim Abschrauben des Verschlusses,
und
- Fig. 7
- eine Querschnittsansicht zur Darstellung der dritten Phase beim Abschrauben des Verschlusses,
wobei die Sollbruchbrücken reißen.
Detailbeschreibung
[0010] Die Behälter-Kappe-Kombination, die auch als Garantieverschluß bezeichnet wird, umfaßt
zwei Elemente, nämlich eine Schraubkappe 411 und einen Behälter 12.
[0011] Die Schraubkappe 411 weist generell übliche Gestaltung auf und wird vorzugsweise
im Druckgußverfahren hergestellt. Der Verschluß umfaßt eine Endwandung 416, die von
inneren und äußeren Oberflächen 417 bzw. 418 begrenzt wird, wobei die Innenoberfläche
gegebenenfalls eine nachgiebige Dichtung 419 stützt. Eine zylindrische Mantelwand
420 umgibt die Endwandung 416 und ist von einer Außenoberfläche 421, einer inneren
Schrauboberfläche 422 und einer unteren Oberfläche 423 begrenzt, an der ein Flansch
nach unten reicht.
[0012] Sollbruchbrücken 425 bilden einen zerreißbaren Bereich, der die Verbindung zu einem
abtrennbaren Unversehrtheitsanzeigering 426 schafft, der an dem Behälterhals verbleibt,
wenn der Hauptteil des Verschlusses abgeschraubt wird.
[0013] Der Unversehrtheitsanzeigering 426 umfaßt einen oberen Wandabschnitt 427 und einen
unteren Wandabschnitt 428 und wird von einer Rißlinie 430 an der Oberseite sowie von
einer Unterseite 431, einer Außenoberfläche 432 und einer Innenoberfläche 433 begrenzt.
Der untere Wandabschnitt 428 weist eine Mehrzahl von lappenförmigen Ringsegmenten
439 auf, die am Innenumfang der Schraubkappe 411 verteilt angeordnet sind. Die Lappen
439 bilden Fortsätze der gedachten oberen Innenkante des Wandabschnittes 428.
[0014] Neben der Mehrzahl von Sollbruch-Verbindungsbrücken 425 gibt es noch eine nicht zerbrechliche
Brücke 429, welche die Kappe 411 mit dem Ring 426 verbindet.
[0015] Der obere zylindrische Wandabschnitt 427 ist von relativ dünnem Querschnitt, während
der untere Wandabschnitt 428 relativ dickeren Querschnitt aufweist.
[0016] Der untere Wandabschnitt 428 umfaßt an seiner oberen Innenkante eine Verbindungsstelle
437 zu den jeweiligen Lappen 439. Eine gekrümmte Oberfläche 436 geht in die Oberseite
440 der jeweiligen Lappen 439 über. Somit sind die Lappen 439 an ihrer Verbindungsstelle
437 zur oberen Innenkante 437 des unteren Wandabschnittes 428 nicht mit verdünntem
Querschnitt ausgebildet. Deshalb sind die Lappen 439 relativ steif. Die Lappen weisen
noch eine Innenseite 441 und eine Unterseite 442 auf und erstrecken sich mit etwa
30° zu der horizontalen Ebene, die sich senkrecht zur Achsrichtung erstreckt. Die
Innenseite 441 ist parallel zur Achsrichtung.
[0017] Der obere Wandabschnitt 427 ist recht nachgiebig, insbesondere zum unteren Bereich
hin, wo der größte Anteil der Nachgiebigkeit sitzt, die während der Erstinstallation
des Verschlusses benötigt wird. Diese Nachgiebigkeit kann durch Längsschlitze im Mantel
des Ringes 426 gesteuert werden und wird benötigt, um an dem Behälterringwulst 57
vorbeizukommen, wie am besten bei Betrachtung der Fig. 3 und 4 verständlich.
[0018] Normalerweise, im Falle eines Verschlusses von üblicherweise 28 mm Durchmesser, beträgt
die Dicke des oberen Wandabschnittes 427 im Bereich von 0,457 bis 0,508 mm (. 0,18"
bis .0,20"), die Dicke der Lappen 439 ist vorzugsweise in der Größenordnung von 0,762
mm (0,030"), die Dicke des unteren Wandabschnittes 428 ist vorzugsweise in der Größenordnung
von 1,25 mm (.0,50") und die Höhe des unteren Wandabschnittes liegt in der Größenordnung
von 1,778-2,54 mm (.070 bis .100"), um sicherzustellen, daß der größte Betrag der
Nachgiebigkeit innerhalb des oberen Wandabschnittes 427 stattfindet.
[0019] Das Verhalten der Schraubkappe während des Abschraubens von einem Behälterhals 51
ist in den Fig. 5 bis 7 dargestellt. Der Hals 51 umfaßt einen sich nach auswärts erstreckenden
Behälterringwulst 57 und darunter einen Ringraum 62 zur Aufnahme der Lappen 439. Wenn
der Verschluß abgeschraubt wird, legen sich die Lappen an die untere Oberfläche 59
des Ringwulstes 57 an und passen sich dessen Gestalt an (Fig. 6). Die Schwenkbewegung
zwischen der Stellung der Fig. 4 und der der Fig. 7 beträgt etwa 30°. Weiteres Abschrauben
der Kappe führt zum Aufreißen der Rißkerbe 430. Die Funktion des Aufreißens hängt
nicht vom Durchmesser des Ringraumes 62 ab; daher arbeiten die Lappen 439 richtig,
selbst wenn die Außenoberfläche 62 des Halses unterbemessen ist. Sobald die Verbindungsbrücken
425 der Rißkerbe 430 zerbrochen sind, nimmt der Unversehrtheitsanzeigering 426 den
in Fig. 7 gezeigten Zustand ein, worin der von den Sollbruchbrücken 425 gestützte
Bereich im linken Teil der Darstellung gezeigt ist, während der rechte Teil der Figur
die nicht zerbrechliche Brücke 429 zeigt.
1. Behälter-Kappe-Kombination als Garantieverschluß mit folgenden Merkmalen:
eine Schraubkappe (411), die eine Schraubkappenachse definiert und Innengewinde sowie
einen Unversehrtheitsanzeigering (426) aufweist, der über Sollbruchbrücken (425) mit
einem Hauptteil der Schraubkappe verbunden ist;
ein Behälter mit Hals, an dem Außengewinde und ein Ringwulst (57) angebracht sind;
der Unversehrtheitsanzeigering (426) weist einen oberen dünneren Wandabschnitt (427),
einen unteren dickeren Wandabschnitt (428) mit einer oberen Innenkante (437) sowie
nach innen reichende Lappen (439) auf, die an der Innenkante (437) ansetzen;
der Behälterringwulst (57) weist eine Unterseite (59) auf, die Teil einer Konusfläche
mit großem Öffnungswinkel darstellt und an die sich die Lappen (439) mit einer Anlageseite
(443) flächig anlegen, wenn die Schraubkappe abgeschraubt wird,
dadurch gekennzeichnet,
daß der relativ dünne obere Wandabschnitt (427) des Unversehrtheitsanzeigeringes (426)
als radial ausweichendes federndes Teil ausgebildet ist,
daß der Übergang zwischen dem Unversehrtheitsanzeigering (426) und den Lappen (439)
im Bereich der oberen Innenkante (437) des dickeren Wandabschnittes (428) gleichmäßig
und ohne Biegebereich verdünnten Querschnitts ausgebildet ist,
daß die Lappen (439) eine gleichmäßige Dicke aufweisen und um relativ steife Lappen
(439)
darzustellen ihr Querschnitt wesentlich dicker ist als der Querschnitt des oberen
Wandabschnittes (427) und
daß der obere Wandabschnitt (427) dazu ausgebildet ist, bei der Erstinstallation der
Schraubkappe (411) auf dem Behälterhals im wesentlichen um das Maß der Länge der Lappen
(439) radial auszuweichen, wobei die Enden der Lappen (439) leicht in Aufwärtsrichtung
schwenken.
2. Behälter-Kappe-Kombination nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, daß das Verhältnis der Querschnitte zwischen dem oberen (427)
und unteren (428) Abschnitt ungefähr 2 bis 5 beträgt.
3. Behälter-Kappe-Kombination nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, daß das Verhältnis der Querschnittsdicke zwischen dem Lappen
(439) und dem unteren Abschnitt (428) ungefähr 1:3 bis 1:5 beträgt.
4. Behälter-Kappe-Kombination nach Anspruch 3,
dadurch gekennzeichnet, daß das Verhältnis der axialen Länge des unteren Abschnitts
(428) unterhalb der Lappen und zu der Dicke des unteren Abschnittes (428) in der Größenordnung
von 7 bis 10 zu 5 beträgt.
5. Behälter-Kappe-Kombination nach Anspruch 4,
dadurch gekennzeichnet, daß die Lappen (439) in relativ ungespanntem Zustand in einem
Konuswinkel von ungefähr 30° relativ zu einer horizontalen Ebene angeordnet sind,
auf der die Schraubkappenachse senkrecht steht.
6. Behälter-Kappe-Kombination nach einem der Ansprüche 1 bis 5,
dadurch gekennzeichnet, daß die Lappen (439) jeweils ein Ende mit Schrägfläche (441)
aufweisen, die im wesentlichen parallel zur Schraubkappenachse verlaufen.
7. Behälter-Kappe-Kombination nach einem der Ansprüche 1 bis 6,
dadurch gekennzeichnet, daß die Wandstärken des Unversehrtheitsanzeigebandes (426)
so gewählt sind, daß die gesamte Winkelbewegung zwischen den Lappen (439) und dem
unteren Abschnitt (428) während des Entfernens des Veschlusses von einem Behälter
in der Größenordnung von 30° liegt.
8. Behälter-Kappe-Kombination nach einem der Ansprüche 1 bis 7,
dadurch gekennzeichnet, daß der Unversehrtheitsanzeigering (426) eine innere bogenförmige
Oberfläche (436) aufweist, die in die Oberseite (440) der jeweiligen Lappen (439)
übergeht, daß die Oberseite (440) der Lappen zur Anlage an einer unteren Oberfläche
des Behälterringwulstes (57) angeordnet sind, um beim Abschrauben der Kappe (411)
durch Hebelwirkung gestoßen zu werden, wobei die Lappen (439) schwenken und radial
nach außen bewegt werden, wenn die Kappe progressiv abgeschraubt wird.
9. Behälter-Kappe-Kombination nach Anspruch 7,
dadurch gekennzeichnet, daß die Lappen (439) jeweils eine Innenseite (441) aufweisen,
die an dem Behälterringwulst (57) während der Erstinstallation der Kappe (411) zur
Anlage kommt und dabei seinen zugeordneten Lappen (439) nach außen stößt, wodurch
die Lappen an dem Behälterringwulst (57) vorbeikommen.
10. Behälter-Kappe-Kombination nach Anspruch 8 oder 9,
dadurch gekennzeichnet, daß der Unversehrtheitsanzeigering (426) Längsschlitze in
seinem Mantel aufweist, um die radiale Nachgiebigkeit bei der Erstinstallation zu
vergrößern.