[0001] Die Erfindung betrifft einen Toilettensitz für Toiletten.
[0002] Toilettensitze sind aus dem Stand der Technik bekannt und dienen dem Benutzer einer
Toilette zur Einnahme einer bequemen Sitzposition. Sie werden vorzugsweise zusammen
mit einem Deckelteil um eine gemeinsame Achse und stufenlos um mindestens 90° verschwenkbar
am Toilettenkörper angeordnet. Andere Möglichkeiten der Anordnung sind denkbar.
[0003] Die Benutzung einer Toilette geht zumeist einher mit der Entstehung von Geruchsstoffen,
die die Atemluft belasten und deren Wahrnehmung zum Teil sehr unangenehm sein kann.
Dies gilt insbesondere bei der Benutzung von Toiletten in öffentlichen Einrichtungen
und Gewerbebetrieben, wie beispielsweise Hotels oder Restaurants. Leicht einsehbar
ist, daß hier die Geruchsentwicklung von Biogasen den Genuß zum Beispiel von Speisen
erheblich mindert. Auch die Entstehung von Geruchsstoffen auf Toiletten von Massenverkehrsmitteln,
wie zum Beispiel Eisenbahnen oder Flugzeugen, wird von den meisten Verkehrsteilnehmern
als störend empfunden. Neben einer Geruchsbelästigung durch die in der Atemluft enthaltenen
Geruchsstoffe besteht zudem durch Übertragung von Bakterien, Viren und Keimen Infektionsgefahr.
[0004] Zur Vermeidung der Geruchsbelästigung durch die bei einer Toilettenbenutzung entstehenden
Biogase ist es aus dem Stand der Technik bekannt, die bei einer Benutzung der Toilette
entstehenden Geruchsstoffe mittels Luftumwälzeinrichtungen aus dem Innenraum des Toilettenkörpers
abzusaugen und so eine Geruchsbelästigung zu vermindern. So ist es beispielsweise
bekannt, im Spülkasten oder im Wasserzulauf der Toilette einen Ventilator vorzusehen,
der die sich im Innenraum des Toilettenkörpers befindliche Luft samt der darin enthaltenen
Geruchsstoffe ansaugt, die dann zusammen mit dem Abwasser über den Abfluß entsorgt
wird. Nachteilig bei diesem Luftabsaugsystem ist zum einen, daß die mit Geruchsstoffen
belastete Luft zusammen mit dem Abwasser nur während eines Spülvorganges durch den
Abfluß hindurch entsorgt werden kann und daß zum anderen der Einbau in bereits bestehende
Spülkästen oder Wasserzuführungsleitungen kompliziert und aufwendig ist und letztlich,
daß dieses System im Widerspruch zu den gültigen Installationsnormen steht. Bei einer
Anordnung dieses Luftabsaugsystems innerhalb eines Spülkastens ist es zudem von Nachteil,
daß die sich im Spülkasten befindliche Mechanik und/oder Hydraulik für ein Auslösen
des Spülvorganges in ihrer Funktion beeinträchtigt werden kann.
[0005] Darüber hinaus ist es aus dem Stand der Technik bekannt, die durch einen im Wasserzulauf
oder im Spülkasten angeordneten Ventilator angesaugte Luft durch einen Kohlefilter
hindurchzuführen und die sich in der Luft befindlichen Geruchsstoffe herauszufiltern.
Ein solcher Kohlefilter kann dabei entweder im Spülkasten oder außen am Toilettenkörper
angeordnet sein, wobei die vom Ventilator angesaugte Luft dem Kohlefilter mittels
entsprechender Luftschläuche zugeführt wird. Nach einer erfolgten Filterung der durch
den Kohlefilter hindurchgeführten Luft wird diese sodann der Umgebungsluft wieder
zugeführt. Nachteilig bei diesen Filtersystemen ist jedoch, daß lediglich eine Filterung
und keine Reinigung der aus dem Innenraum des Toilettenkörpers abgesaugten Luft durchgeführt
wird. So können je nach verwendetem Filterelement lediglich Geruchsstoffe aus der
Luft herausgefiltert werden, nicht jedoch ist es möglich, die Luft hinsichtlich eventueller
Viren, Bakterien oder Keime zu reinigen. Mit Nachteil weist der Kohlefilter zudem
nur eine begrenzte Lebensdauer auf und muß in regelmäßigen Abständen ersetzt werden.
Dabei handelt es sich bei verbrauchten Kohlefiltern um Sondermüll, der nicht in den
Hausmüll gegeben werden kann und statt dessen einer speziellen Müllentsorgung zugeführt
werden muß. Zudem ist der nachträgliche Einbau eines solches Luftfiltersystems aufwendig,
wobei ein aufgrund einer guten Zugängigkeit außen am Toilettenkörper angeordnetes
Kohlefiltergehäuse darüber hinaus den visuellen Gesamteindruck der Toilette beeinträchtigt.
Hierbei ist ferner von Nachteil, daß das den Kohlefilter aufnehmende Gehäuse als zusätzliches
Bauteil entweder direkt auf der zumeist sehr glatten Oberfläche des Toilettenkörpers
angeordnet oder mittels einer entsprechenden Halteeinrichtung am Toilettenkörper befestigt
ist, daß in jedem Fall aber ein unsauberer Kantenübergang zwischen dem zusätzlichen
Bauteil und der glatten Oberfläche des Toilettenkörpers nicht zu vermeiden ist, womit
ein für die Reinigung nur sehr schwer zugänglicher Bereich geschaffen wird, der eine
Brutstätte für Bakterien und Keime darstellt.
[0006] Ausgehend von diesem Stand der Technik liegt der vorliegenden Erfindung die
Aufgabezugrunde, einen Toilettensitz dahingehend weiterzubilden, daß unter Vermeidung der
oben genannten Nachteile ein Freisetzen von unangenehmen Geruchsstoffen weitestgehend
verhindert wird.
[0007] Zur
Lösung dieser Aufgabe wird mit der Erfindung ein im Toilettensitz integriertes Luftreinigungssystem
zur Reinigung der sich im Innenraum des Toilettenkörpers befindlichen Luft vorgeschlagen.
[0008] Anders als aus dem Stand der Technik bekannt wird mit der Erfindung ein völlig neuer
Lösungsweg beschritten. Anstatt die die unangenehmen Geruchsstoffe enthaltende Luft
aus dem Toilettenkörper lediglich herauszusaugen und dem Abfluß zuzuführen bzw. einem
Filter zuzuleiten, wird mit der Erfindung vorgeschlagen, die mit Geruchsstoffen versetzte
Luft zu reinigen. Hierdurch wird nicht nur eine reine Luftumwälzung oder Luftfilterung
erreicht, sondern eine Luftreinigung zur wirksamen Bekämpfung von unangenehmen Gerüchen
in der Luft erzielt. Erfindungsgemäß wird ein solches die Luft reinigendes Luftreinigungssystem
im Toilettensitz integriert. Hierdurch wird einerseits eine platzsparende Anordnung
erreicht, andererseits ist die Montage des Luftreinigungssystems äußerst einfach.
[0009] Weiterhin ist von wesentlichem Vorteil, daß das erfindungsgemäße Luftreinigungssystem
nahe am Entstehungsort der bei einer Benutzung der Toilette freiwerdenden Biogase
angeordnet ist, wobei luftzuführende Schläuche für die Funktion des Luftreinigungssystems
nicht erforderlich sind. Aufgrund der Nähe zum Entstehungsort der Biogase kann die
mit Geruchsstoffen versetzte Luft dem Luftreinigungssystem sodann unmittelbar zugeführt
werden, wo sie sodann gereinigt wird. Die Integration des Luftreinigungssystems im
Toilettensitz hat zudem den Vorteil, daß dieses herstellerseitig im Toilettensitz
vormontiert ausgeliefert werden kann, was vor allem im Sinne der Nachrüstung von Vorteil
ist.
[0010] Mit der Verwendung eines in einem Toilettensitz integrierten Luftreinigungssystems
gemäß der Erfindung wird in vorteilhafter Weise die Möglichkeit geschaffen, einen
herkömmlichen Toilettenkörper ohne großen Montageaufwand und äußerst platzsparend
mit einem Luftreinigungssystem zur Reinigung der sich im Innenraum des Toilettenkörpers
befindlichen Luft zu versehen, so daß ein Freisetzen von unangenehmen Geruchsstoffen
während eines Toiletten-Ganges durch einen Benutzer verhindert werden kann.
[0011] Gemäß einem Merkmal der Erfindung ist zur Aufnahme des Luftreinigungssystems ein
Aufnahmeraum am Toilettensitz vorgesehen. Dieser Aufnahmeraum wird durch eine erhöhte
Ausbildung der Sitzfläche des Toilettensitzes geschaffen, was durch die Anordnung
eines erhöht ausgebildeten Randes an der der Sitzfläche abgewandten Seite des Toilettensitzes
erreicht wird. Hierdurch entsteht unterhalb der Sitzfläche des Toilettensitzes ein
hohl ausgebildeter Aufnahmeraum, der zu seiner der Sitzfläche des Toilettensitzes
abgewandten Seite hin offen ist. Dieser im Toilettensitz ausgebildete Aufnahmeraum
ist mit Vorteil derart dimensioniert, daß er einerseits genügend Platz zur Aufnahme
des gesamten Luftreinigungssystems bietet und daß er andererseits eine bequeme Sitzposition
eines Toiletten-Benutzers ermöglicht. Die zur Aufnahmeraumausbildung erhöhte Ausgestaltung
der Sitzfläche des Toilettensitzes ist dabei zudem an die im Vergleich zu den vergangenen
Jahrzehnten zugenommene Körpergröße des durchschnittlichen Menschen angepaßt, so daß
der erfindungsgemäße Toilettensitz aufgrund dieser erhöhten Ausgestaltung eine im
Unterschied zu den herkömmlichen Toilettensitzen bequemere Sitzposition bietet.
[0012] Gemäß einem weiteren Merkmal der Erfindung ist der Aufnahmeraum an seiner der Sitzfläche
des Toilettensitzes abgewandten Seite verschlossen, um das im Aufnahmeraum angeordnete
Luftreinigungssystem vor äußeren Einflüssen, wie beispielsweise Wasserspritzern, zu
schützen. Für eine Zuführung der mit Geruchsstoffen verunreinigten Luft zum im Aufnahmeraum
angeordneten Luftreinigungssystem weist der Aufnahmeraum entsprechende Lufteintrittsöffnungen
auf. Zur Montage des Luftreinigungssystems wird dieses im Aufnahmeraum angeordnet
und mittels entsprechender Befestigungsmittel am Toilettensitz befestigt. Anschließend
wird der Aufnahmeraum verschlossen. Dies kann beispielsweise mittels einer Lufteintrittsöffnungen
aufweisenden Platte geschehen. Diese Montage geschieht werkseitig. Die betriebsfertige
Anordnung des Toilettensitzes mit integriertem Luftreinigungssystem erfolgt mittels
einfach durchzuführender Endmontage, wobei der erfindungsgemäße Toilettensitz, ebenso
wie herkömmliche Toilettensitze, verschwenkbar am Toilettenkörper befestigt wird.
[0013] Gemäß einem weiteren Merkmal der Erfindung umfaßt das Luftreinigungssystem wenigstens
einen Ventilator und eine die Luft ionisierende Einreichung. Durch den Betrieb des
Ventilators wird im Innenraum des Toilettenkörpers ein im Vergleich zur Umgebungsluft
niedriger Druck erzeugt. Aufgrund dieses dann im Innenraum des Toilettenkörpers herrschenden
Unterdrucks wird die sich dort befindliche und mit Geruchsstoffen versetzte Luft angesaugt
und durch die am Aufnahmeraum ausgebildeten Lufteintrittsöffnungen hindurch in den
Aufnahmeraum eingesogen. Die in den Aufnahmeraum hineingesogene Luft wird sodann an
der lonisierungseinrichtung vorbeigeführt. Aufgrund der an der lonisierungseinrichtung
anliegenden elektrischen Spannung wird die an der lonisierungseinrichtung vorbeigeführte
Luft unter Abtrennung aktiver Sauerstoffionen ionisiert. Als Abfallprodukt dieses
lonisierungsprozesses entsteht zudem eine geringe Menge an Ozon. Um den allgemein
bekannten Problemen, die mit der Freisetzung von Ozon einhergehen, zu begegnen, weist
das Luftreinigungssystem vorteilhafterweise einen das Ozon bindenden Katalysator auf.
Nach einer Reinigung der aus dem Innenraum des Toilettenkörpers stammenden und mit
Geruchsstoffen versetzten Luft durch das Luftreinigungssystem wird die Reinluft sodann
nach außen in die Umgebungsluft zurückgegeben. Zur Abgabe der Reinluft weist der Aufnahmeraum
entsprechende Luftaustrittsöffnungen auf.
[0014] In vorteilhafter Weise wird mit dieser erfindungsgemäßen Ausgestaltung erstmals die
Möglichkeit geschaffen, ein in einem Toilettensitz integriertes Luftreinigungssystem
zu verwenden, das die aus dem Innenraum des Toilettenkörpers stammende Luft nicht
nur umwälzt oder filtert, sondern statt dessen reinigt und an die Umgebungsluft wieder
abgibt. Ferner wird durch die Integration des Luftreinigungssystems im Toilettensitz
in vorteilhafter Weise eine leicht zu handhabende Baueinheit geschaffen, die die zu
reinigende Luft zunächst ansaugt, anschließend reinigt und katalysiert und zuletzt
an die Umgebungsluft in Form von Reinluft wieder abgibt.
[0015] Gemäß einem weiteren Merkmal der Erfindung ist die luftionisierende Einrichtung durch
wenigstens zwei einander gegenüberliegend angeordnete Elektroden gebildet. Die Elektroden
sind in vorteilhafter Weise flächig ausgebildet, wobei zwischen je zwei benachbarten
Elektroden ein Dielektrikum angeordnet ist. Gemäß einer alternativen Ausgestaltung
der Erfindung kann anstelle dieser Anordnung auch eine andere nach dem Prinzip einer
Siemens-Röhre arbeitende Plattenanordnung verwendet werden. Je nach verwendeter Bauart
des Luftreinigungssystems kann auf diese Weise vorteilhaft das vom Aufnahmeraum für
das Luftreinigungssystem zur Verfügung gestellte Platzangebot optimal ausgenutzt werden.
[0016] Gemäß einem weiteren Merkmal der Erfindung ist zur Energieversorgung des Luftreinigungssystems
eine Niedervoltspannungsquelle vorgesehen. Die Verwendung einer Niedervoltspannungsquelle
ermöglicht in vorteilhafter Weise den Einsatz des erfindungsgemäßen Toilettensitzes
mit integriertem Luftreinigungssystem auch im Hinblick auf das im Naßzellenbereich
auftretende Spritzwasser, so daß hinsichtlich des von der Energieversorgung abgegebenen
Stromes keinerlei Gefahr für den Toiletten-Benutzer besteht. Gemäß einem weiteren
Merkmal der Erfindung wird als Niedervoltspannungsquelle ein wiederaufladbarer Akkumulator
oder Katalysator verwendet, so daß die Niedervoltspannungsquelle unabhängig vom allgemeinen
Stromnetz ist. Zur Versorgung der wiederaufladbaren Energiequelle mit Strom ist gemäß
einem alternativen Vorschlag der Erfindung im Wasserzulauf der Toilette eine Wasserturbine
angeordnet, die ihrerseits einen elektrischen Generator antreibt.
[0017] Gemäß einem weiteren Merkmal der Erfindung ist unterseitig am Toilettensitz eine
Gummiauflage angeordnet. Diese Gummiauflage ist als Gummidichtung ausgebildet und
umlaufend auf der Unterseite des Toilettensitzes angeordnet. Im heruntergeklappten
Zustand des Toilettensitzes ist diese Gummiauflage somit zwischen dem Toilettensitz
und dem oberen Auflagerand des Toilettenkörpers angeordnet, wodurch eine im wesentlichen
luftdichte Verbindung zwischen dem Toilettensitz und dem Toilettenkörper ausgebildet
ist. Auf diese Weise entsteht unterhalb eines auf dem Toilettensitz sitzenden Benutzers
ein geschlossener Raum. Die innerhalb dieses geschlossenen Raumes befindliche und
mit Geruchsstoffen versetzte Luft kann nun nicht, wie bei herkömmlichen Toilettensitz-Anordnungen,
durch den zwischen Toilettensitz und Toilettenkörper ausgebildeten Spalt hindurch
in die Umgebungsluft gelangen. Darüber hinaus wird durch die im wesentlichen luftdichte
Anordnung von Toilettensitz und Toilettenkörper die Ausbildung eines Unterdrucks durch
Heraussaugen der sich im Innenraum des Toilettenkörpers befindlichen Luft durch den
Ventilator unterstützt.
[0018] Gemäß einem weiteren Merkmal der Erfindung ist zur Betätigung des Luftreinigungssystems
ein im Toilettensitz angeordneter Schalter vorgesehen. Bevorzugterweise handelt es
sich bei diesem Schalter um einen Druckschalter, der betätigt wird, sobald ein Benutzer
auf dem Toilettensitz Platz nimmt. Sobald sich der Benutzer wieder erhebt und der
Toilettensitz entlastet wird, wird der Druckschalter erneut betätigt, was ein Ausschalten
des Luftreinigungssystems zur Folge hat.
[0019] Gemäß einem weiteren Merkmal der Erfindung ist der Schalter zeitgesteuert. Hiermit
kann in vorteilhafter Weise erreicht werden, daß der Schalter nicht unmittelbar nach
Aufstehen eines Benutzers betätigt wird, sondern daß dies entsprechend einer Zeitvorgabe
zeitversetzt erfolgt, so daß das Luftreinigungssystem auch nach einem Aufstehen des
Benutzers eine gewisse Zeit lang seinen Betrieb fortsetzt.
[0020] Mit dem erfindungsgemäßen Toilettensitz wird in vorteilhafter Weise erstmals die
Möglichkeit geschaffen, die bei einer Benutzung einer Toilette frei werdenden Geruchsstoffe
direkt am Entstehungsort zu bekämpfen. Die im Innenraum des Toilettenkörpers befindliche
und mit Geruchsstoffen versetzte Luft wird dem Luftreinigungssystem unmittelbar zugeführt
und sodann gereinigt. Die Integration des Luftreinigungssystems im am Toilettensitz
ausgebildeten Aufnahmeraum kann herstellerseitig vorgenommen werden, was vor allem
im Sinne der Nachrüstung von Vorteil ist. Für den Einbau vor Ort ist lediglich der
Toilettensitz samt integriertem Luftreinigungssystem vom Monteur am Toilettenkörper
zu befestigen. Da das im Toilettensitz integrierte Luftreinigungssystem werkseitig
vollständig vormontiert ist, sind weitere Montagearbeiten durch den Installateur vor
Ort nicht erforderlich. Mit besonderem Vorteil eignet sich der erfindungsgemäße Toilettensitz
für die Nachrüstung. Hierfür sind lediglich in einer einfachen Montage die alten Toilettensitze
bestehender Toiletten gegen die mit integriertem Luftreinigungssystem versehenen Toilettensitze
auszutauschen. Auch die Anordnung weiterer Bauelemente, zum Beispiel innerhalb des
Spülkastens, ist bei der erfindungsgemäßen Ausgestaltung nicht erforderlich.
[0021] Weitere Einzelheiten, Merkmale und Vorteile der Erfindung ergeben sich anhand der
nachfolgenden Beschreibung der zugehörigen Zeichnung. Dabei zeigen:
- Fig. 1
- eine schematische dreidimensionale Darstellung eines erfindungsgemäßen Toilettensitzes;
- Fig. 2
- eine schematische Schnittdarstellung eines erfindungsgemäßen Toilettensitzes und
- Fig. 3
- eine schematische Darstellung des Wirkprinzips des Luftreinigungssystems.
[0022] Fig. 1 zeigt in dreidimensionaler Darstellung einen erfindungsgemäßen Toilettensitz
1. Dieser ist mittels zweier Scharniere 12 verschwenkbar an einer Befestigungseinrichtung
10 befestigt. Die Befestigungseinrichtung 10 ist ihrerseits mittels zweier Befestigungselemente
11 auswechselbar an einem hier nicht dargestellten Toilettenkörper befestigt. Der
Toilettensitz 1 besteht aus einem Formelement 2, welches eine in Richtung der Sitzfläche
9 gewölbte Ausbildung aufweist. Unterhalb dieser Sitzfläche 9 ist ein Aufnahmeraum
4 ausgebildet, der sich unterhalb der gesamten Sitzfläche 9 des Toilettensitzes 1
erstreckt und der Aufnahme eines Luftreinigungssystems dient. Der zum Toiletteninneren
gerichtete Rand des Formelementes 2 weist mehrere Lufteintrittsöffnungen 5 auf, die
jeweils in Richtung des Innenraums des hier nicht dargestellten Toilettenkörpers zeigen
und durch die hindurch die im Innenraum des Toilettenkörpers befindliche Luft ansaugbar
ist. Gemäß einer alternativen Ausgestaltungsform der Erfindung ist auch die Anordnung
eines Toilettensitzes 1 ohne Verwendung einer Befestigungseinrichtung 10 möglich.
Bei einer solchen Ausgestaltungsform ist der Toilettensitz 1 über die Scharniere 12
direkt am in dieser Fig. nicht dargestellten Toilettenkörper schwenkbar befestigt.
[0023] Der in Fig. 2 dargestellte Toilettensitz 1 ist aus einem Formelement 2 gebildet,
das eine in Richtung der Sitzfläche 9 gewölbte Ausbildung aufweist, wodurch unterhalb
der Sitzfläche 9 des Toilettensitzes 1 ein hohl ausgebildeter Aufnahmeraum 4 entsteht.
Dieser Aufnahmeraum 4 erstreckt sich unterhalb der gesamten Sitzfläche 9 des Toilettensitzes
1 und ist schwenkachsenseitig zur Aufnahme des aus Ventilatoren 7 und einer lonisierungseinrichtung
8 bestehenden Luftreinigungssystems entsprechend dimensioniert. Um die einzelnen Komponenten
des im Aufnahmeraum 4 angeordneten Luftreinigungssystems vor äußeren Einflüssen, wie
beispielsweise Wasserspritzern, zu schützen, ist der Aufnahmeraum 4 an seiner der
Sitzfläche 9 des Toilettensitzes 1 abgewandten Seite mittels einer Platte 3 verschlossen.
Für eine Zuführung der mit Geruchsstoffen verunreinigten Luft zu der im Aufnahmeraum
4 angeordneten lonisierungseinrichtung 8 ist der Aufnahmeraum 4 mit entsprechenden
Lufteintrittsöffnungen 5 versehen, die in Richtung des Innenraums des hier nicht dargestellten
Toilettenkörpers zeigen und durch die hindurch die im Innenraum des Toilettenkörpers
befindliche Luft ansaugbar ist. Schwenkachsenseitig ist der Aufnahmeraum 4 mit Luftaustrittsöffnungen
6 versehen, mittels denen eine strömungstechnische Verbindung zwischen dem Aufnahmeraum
4 und der den Toilettensitz 1 umgebenden Atmosphäre geschaffen wird und durch die
hindurch die vom Luftreinigungssystem gereinigte Luft an die Umgebungsluft wieder
abgebbar ist.
[0024] Für den Betrieb des Luftreinigungssystems ist eine in dieser Figur nicht dargestellte
Niedervoltspannungsquelle vorgesehen. Diese dient sowohl der Energieversorgung der
Ventilatoren 7 als auch der lonisierungseinrichtung 8. Zur Betätigung des Luftreinigungssystems
ist im Toilettensitz 1 ein in dieser Figur nicht dargestellter Schalter vorgesehen,
der bevorzugtermaßen als Druckschalter ausgebildet ist, und betätigt wird, sobald
ein Benutzer auf dem Toilettensitz 1 Platz nimmt. Nach einer Betätigung des Druckschalters
werden sodann die Ventilatoren 7 als auch die lonisierungseinrichtung 8 mit elektrischer
Energie versorgt. Ein Ingangsetzen der Ventilatoren 7 bewirkt eine Saugwirkung aufgrund
welcher die im Innenraum des Toilettenkörpers befindliche Luft angesaugt und durch
die Lufteintrittsöffnungen 5 hindurch in den Aufnahmeraum 4 gefördert wird. Innerhalb
des Aufnahmeraums 4 wird die von den Ventilatoren 7 angesogene Luft zu den schwenkachsenseitig
am Aufnahmeraum 4 angeordneten Luftaustrittsöffnungen 6 befördert, durch die die Luft
hindurchgefördert und an die den Toilettensitz 1 umgebende Atmosphäre abgegeben wird.
In Richtung der ausströmenden Luft ist unmittelbar vor den Ventilatoren 7 die lonisierungseinrichtung
8 schwenkachsenseitig im Aufnahmeraum 4 angeordnet. Die von den Ventilatoren 7 in
den Aufnahmeraum 4 hineingesogene Luft wird mithin zunächst an der lonisierungseinrichtung
8 vorbeigeführt, bevor diese durch die Luftaustrittsöffnung 6 hindurchgefördert und
an die Umgebungsluft wieder abgegeben wird. Aufgrund der an der lonisierungseinrichtung
anliegenden elektrischen Spannung wird die an der lonisierungseinrichtung vorbeigeführte
Luft unter Abtrennung aktiver Sauerstoffionen ionisiert und somit vor einem Austritt
durch die Luftaustrittsöffnung 6 hindurch gereinigt. Als Abfallprodukt dieses lonisierungsprozesses
entsteht eine geringe Menge an Ozon. Um die Freisetzung von Ozon zu vermeiden, weist
das im Aufnahmeraum 4 des Toilettensitzes 1 integrierte Luftreinigungssystem einen
in dieser Figur nicht dargestellten ozonbindenden Katalysator auf.
[0025] Mit dem erfindungsgemäßen Toilettensitz 1 wird in vorteilhafter Weise die Möglichkeit
geschaffen, die bei einer Benutzung einer Toilette freiwerdenden Geruchsstoffe direkt
am Entstehungsort zu bekämpfen. Hierzu wird die im Innenraum des Toilettenkörpers
befindliche und mit Geruchsstoffen versetzte Luft mittels der Ventilatoren 7 angesaugt,
durch die Eintrittsöffnungen 5 hindurch in den Aufnahmeraum 4 geleitet, an der lonisierungseinrichtung
8 vorbeigeführt und gereinigt sowie abschließend durch die Luftaustrittsöffnung 6
hindurch an die Umgebungsluft wieder abgegeben.
[0026] Fig. 3 zeigt in einer schematischen Darstellung das Wirkprinzip des im Toilettensitz
1 angeordneten Luftreinigungssystems. Die mittels des Ventilators 7 aus dem Innenraum
des Toilettenkörpers angesaugte, mit Geruchsstoffen 15 versetzte Luft 13 wird durch
die Eintrittsöffnungen 5 hindurch in den Aufnahmeraum 4 des Toilettensitzes 1 geleitet
und der lonisierungseinrichtung 8 vorbeigeführt. Die lonisierungseinrichtung 8 ist
aus mehreren Elektroden gebildet, die vorzugsweise flächenhaft ausgeführt sind. Zwischen
je zwei benachbarten Elektroden ist ein Dielektrikum angeordnet, wobei vorzugsweise
dotiertes, amorphes Silizium verwendet wird. Dabei kommt es durch Anlegen einer impulsförmigen
Spannung an die lonisierungseinrichtung 8 zu einer schnellen Umorientierung des elektrischen
Feldes im Dielektrikum zwischen den einzelnen Elektroden. Hierdurch werden Elektronen
von der Oberfläche abgelöst und in den Zwischenraum geschossen. Die Geschwindigkeit
der Elektronen ergibt sich dabei als Funktion der an die lonisierungseinrichtung 8
angelegten Spannung sowie der Frequenz.
[0027] Ist die an die lonisierungseinrichtung 8 angelegte Spannung hoch genug, so werden
Elektronen in den Zwischenraum geschossen, die sich an Sauerstoffmolekülen der mit
Geruchsstoffen 15 belasteten Luft 13 anlagern und so aktiven Sauerstoff 16 sowie Sauerstoffionen
17 bilden. Die Sauerstoffionen 17 sind chemisch außerordentlich reaktionsfreudig und
haben das Bestreben, sich an andere Moleküle anzulagern, welche alsdann infolge der
Anlagerung oxidieren. Bei dieser chemischen Reaktion mit oxidierbaren Luftbestandteilen
wird das Elektron abgegeben und das Sauerstoffion neutralisiert. In vorteilhafter
Weise kann mithin mit Geruchsstoffen 15 belastete Luft 13 sehr effektiv durch Oxidation
neutralisiert, also gereinigt werden.
[0028] In Strömungsrichtung ist hinter der lonisierungseinrichtung 8 ein Sorptionskatalysator
18 angeordnet. Dieser besteht vorzugsweise aus einer dünnen Aktivkohlematte. Die zu
neutralisierenden Geruchsstoffe 15 werden ebenso wie die von der lonisierungseinrichtung
8 erzeugten aktiven Sauerstoffionen 16 an der Oberflächen des Sorptionskatalysators
18 absorbiert. Dabei kommt es auf der Oberfläche des Sorptionskatalysators 18 zu einer
Agglomeration und somit zu einer Konzentrationsanreicherung sowohl der zu zerstörenden
Geruchsstoffe 15, als auch der aktiven Sauerstoffionen 16. Die relativ hohe Konzentration
und die relativ lange Verweildauer dieser beiden Gruppen an der Oberfläche des Sorptionskatalysators
18 sind dabei Voraussetzung für eine rasche und vollständige chemische Umsetzung oxidierbarer
Luftinhaltsstoffe. Der Sorptionskatalysator erschöpft sich nicht und wird aufgrund
der sterilisierenden Anwesenheit aktiver Sauerstoffionen 16 nicht verkeimen.
Bezugszeichenliste
[0029]
- 1
- Toilettensitz 17 Ionen
- 2
- Formelement 18 Sorptionskatalysator
- 3
- Verschlußplatte
- 4
- Aufnahmeraum
- 5
- Lufteintrittsöffnung
- 6
- Luftaustrittsöffnung
- 7
- Ventilator
- 8
- lonisierungseinrichtung
- 9
- Sitzfläche
- 10
- Befestigungseinrichtung
- 11
- Befestigungsmittel
- 12
- Scharnier
- 13
- mit Geruchsstoffen belastete Luft
- 14
- gereinigte Luft ohne Geruchsstoffe
- 15
- Geruchsstoffe
- 16
- aktiver Sauerstoff
- 17
- Ionen
- 18
- Sorptionskatalysator
1. Toilettensitz für eine Toilette,
gekennzeichnet durch,
ein im Toilettensitz (1) integriertes Luftreinigungssystem zur Reinigung der im Innenraum
des Toilettenkörpers befindlichen Luft.
2. Toilettensitz nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß zur Aufnahme des Luftreinigungssystems
ein Aufnahmeraum (4) vorgesehen ist.
3. Toilettensitz nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Aufnahmeraum (4) durch
die Sitzfläche (9) und einen an der der Sitzfläche (9) abgewandten Seite des Toilettensitzes
(1) angeordneten Rand gebildet ist.
4. Toilettensitz nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß der Rand eine Höhe von
vorzugsweise über 2 cm aufweist.
5. Toilettensitz nach einem der Ansprüche 2 bis 4, dadurch gekennzeichnet, der Aufnahmeraum
(4) an der der Sitzfläche (9) abgewandten Seite verschließbar ist.
6. Toilettensitz nach einem der Ansprüche 2 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß der Aufnahmeraum
(4) Lufteintrittsöffnungen (5) aufweist.
7. Toilettensitz nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß
das Luftreinigungssystem eine die Luft ionisierende Einrichtung (8) beinhaltet.
8. Toilettensitz nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß das Luftreinigungssystem
einen Ventilator (7) aufweist.
9. Toilettensitz nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß das Luftreinigungssystem
einen Katalysator (18) aufweist.
10. Toilettensitz nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß die luftionisierende Einrichtung
(8) aus wenigstens zwei einander gegenüberliegend angeordneten Elektroden gebildet
ist.
11. Toilettensitz nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, daß zwischen je zwei benachbarten
Elektroden ein Dielektrikum angeordnet ist.
12. Toilettensitz nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, daß die Elektroden flächig
ausgebildet sind.
13. Toilettensitz nach einem der Ansprüche 10 bis 12, dadurch gekennzeichnet, daß an die
Elektroden eine impulsförmige Spannung angelegt ist.
14. Toilettensitz nach einem der Ansprüche 10 bis 13, dadurch gekennzeichnet, daß das
Dielektrikum dotiertes, amorphes Silizium ist.
15. Toilettensitz nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß
der Aufnahmeraum (4) Luftaustrittsöffnungen (6) aufweist.
16. Toilettensitz nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß
zur Energieversorgung des Luftreinigungssystems eine Niedervoltspannungsquelle vorgesehen
ist.
17. Toilettensitz nach Anspruch 16, dadurch gekennzeichnet, daß die Niedervoltspannungsquelle
ein Akkumulator ist.
18. Toilettensitz nach Anspruch 16, dadurch gekennzeichnet, daß die Niedervoltspannungsquelle
ein Kondensator ist.
19. Toilette nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß unterseitig
am Toilettensitz (1) eine Gummiauflage angeordnet ist.
20. Toilettensitz nach Anspruch 19, dadurch gekennzeichnet, daß die Gummiauflage eine
Dichtung ist.
21. Toilettensitz nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß
zur Betätigung des Luftreinigungssystems ein im Toilettensitz (1) angeordneter Schalter
vorgesehen ist.
22. Toilettensitz nach Anspruch 21, dadurch gekennzeichnet, daß der Schalter zeitgesteuert
ist.