[0001] Die Erfindung betrifft eine diffusionsoffene Schutzbahn zum vorübergehenden Abdecken
von Bauwerksflächen, wie Böden, Treppen, Wänden im Innenbereich und Außenbereich von
Bauwerken, aus einem Gewebe aus Kunststoffbändchen, das auf der an der Bauwerksfläche
zum Anliegen kommenden Rückseite mit einem von der Bauwerksfläche wieder lösbaren
Kleber beschichtet ist.
[0002] Eine diffusionsoffene Schutzbahn der eingangs genannten Bahn ist aus der EP 0 535
679 B1 und DE 2 126 192 A1 bekannt. Sie besteht aus einem Gewebe aus nicht armierten
und teilweise armierten Kunststoffäden oder Bändchen, wobei als Armierung beispielsweise
feine Glasfasern zur Erhöhung der Reißfestigkeit in die Kunststoffäden oder Bändchen
eingebaut sind. Soweit die Glasfasern die Reißfestigkeit erhöhen, tragen sie gleichzeitig
wiederum zur Versteifung der flexiblen Abdeckungsbahn bei. Auch führt der heterogene
Aufbau der bekannten Abdeckungsbahn zu unterschiedlichen Flexibilitäten in den verschiedenen
Erstreckungsrichtungen der Abdeckungsbahn.
[0003] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine diffusionsoffene Schutzbahn zum vorübergehenden
Abdecken von Bauwerksflächen zu schaffen, die eine hohe gleichmäßige Flexibilität
und hohe Reißfestigkeit aufweist und darüber hinaus gute Haftungseigenschaften einerseits
der Klebeschicht, andererseits jedoch ein möglichst rückstandsfreies Lösen der Klebeschicht
von der vorübergehend zu schützenden Fläche ermöglicht.
[0004] Diese Aufgabe wird mit einer diffusionsoffenen Schutzbahn der gattungsgemäßen Art
durch Weiterbildung derselben in der Weise gelöst, daß das Gewebe aus Polypropylenfolienbändchen,
die eine Reißfestigkeit von mindestens 450 N/5 cm aufweisen, gewebt ist und die Rückseite
des Gewebes zur Erhöhung der Haftung des Klebers mittels Corona oder Plasma vorbehandelt
ist und auf der vorbehandelten Rückseite eine Selbstklebeschicht aus einem Dispersionskleber
auf Basis eines Acrylsäureestercopolymerisates mit einem Flächengewicht (trocken)
von 12 bis 35 g/m
2 aufgebracht ist. Vorteilhafte erfindungsgemäße Weiterbildungen der Schutzbahn sind
den kennzeichnenden Merkmalen der Unteransprüche entnehmbar.
[0005] Gemäß der Erfindung wird eine selbstklebende Schutzbahn geschaffen, die selbstklebend
auf Bauwerksflächen und Belägen, wie Fliesen und Natursteinbelägen, Parkett, Holz,
Kunststoff- und Teppichböden haften bleibt und die beim Abziehen keine bzw. nahezu
keine Kleberückstände auf der Bauwerksfläche oder dem Belag hinterläßt. Soweit Kleberückstände
verbleiben, sind diese einfach auch mittels Wasser entfernbar, d. h. sie verhalten
sich wie Radiergummirückstände, die abkrümelbar sind.
[0006] Die erfindungsgemäße Schutzbahn zeichnet sich auch dadurch aus, daß sie ohne Zwischenfolie
oder Abdeckfolie zu einer Rolle aufgewickelt werden kann und ein Verkleben der Schutzbahn
mit sich selbst nicht eintritt. Die erfindungsgemäße Schutzbahn bedarf auf der rückseitigen
Selbstklebeschicht keiner zusätzlichen abdeckenden Schutzfolie, die vor Gebrauch abgezogen
werden müßte. Sie kann unmittelbar als Rolle vorliegen und von dieser Rolle die benötigten
Menge abgezogen und verlegt werden. Durch Ausbildung der Schutzbahn homogen aus Polypropylenfolienbändchen
ist eine hohe Flexibilität, insbesondere auch eine nahezu gleichmäßig Flexibilität
in allen Richtungen der Bahn gegeben und damit eine optimale Anpassung auch an profilierte
Bauwerksflächen, wie beispielsweise Treppen.
[0007] Bei der erfindungsgemäßen Schutzbahn sind das Polypropylenfolienbändchengewebe und
die hierauf aufgebrachte rückseitige Beschichtung aus einem Dispersionskleber in der
Qualität und Quantität so aufeinander abgestimmt, daß Dampfdurchlässigkeit gegeben
ist. Dies ist wichtig für Bauwerksflächen, wie frisch verlegte Keramik oder Natursteinflächen,
die entlüften müssen. Insbesondere ist eine rasterförmig mit engmaschigem Netz von
Klebepunkten aufgetragene Kleberschicht vorgesehen.
[0008] Durch Auswahl eines Folienbändchengewebes aus Polypropylen mit einer entsprechenden
Größe der Folienbändchen, ausreichender Reißfestigkeit und Reißdehnung wird Trittfestigkeit
und Rutschfestigkeit und Belastbarkeit der Schutzbahn ermöglicht. Die Schutzbahn ist
rutschsicher und montagesicher in jeder Lage mit Hilfe der ausgewählten Dispersionskleberschicht.
Das Gewebe ist ein dichtes Gewebe. Darüber hinaus ist die Schutzbahn in dem erfindungsgemäß
gewählten Aufbau vollständig recyclingfähig, insbesondere entfallen die beim Recycling
störenden Armierungen wie beispielsweise Glasfasern der Schutzbahnen gemäß Stand der
Technik.
[0009] Für die erfindungsgemäße Schutzbahn wird bevorzugt ein Polypropylenfolienbändchengewebe
mit einem Flächengewicht von 70 bis 90 g/m
2 eingesetzt. Hierbei ist bevorzugt die Breite der Polypropylenfolienbändchen im Bereich
von 2,5 bis 3,5 mm vorgesehen, wobei die Polypropylenfolienbändchen eine Reißdehnung
von 12 bis 20 % nach DIN 53455 und eine Mindestreißfestigkeit nach DIN 53455 von 450
N/5 cm aufweisen. Hierbei können Kette und Schuß des Gewebes aus Bändchen gleicher
Qualität oder auch mit unterschiedlicher Breite und gegebenenfalls auch unterschiedlichen
Reißfestigkeiten und Reißdehnungen eingesetzt werden. Wenn Gewebe mit Bändchen unterschiedlicher
Qualität für Kette und Schuß eingesetzt werden, sind erfindungsgemäß für die als Kette
eingesetzten Bändchen aus Polypropylen höhere Festigkeitswerte, wie Reißfestigkeit,
zu wählen, die bevorzugt mindestens 25 % oder mehr über den Werten der Festigkeit
der für die Schußfäden benutzten Bändchen liegen.
[0010] Ganz wesentlich für eine gute Haftung der Selbstklebeschicht an dem Polypropylenfolienbändchengewebe
ist die Vorbehandlung desselben, wobei hier zur Erhöhung der Haftfestigkeit eine Coronabehandlung
oder Plasmabehandlung in Frage kommen. Eine Coronabehandlung wid bevozugt mit 40 bis
60 mN/m durchgeführt. Besonders bevorzugt sind Plasmabehandlungen, wobei die Rückseite
des Polypropylenfolienbändchengewebes mit Plasma > 70 mN/m vorbehandelt wird. Überraschend
wurde festgestellt, daß bei mittels Plasma vorbehandelten Polypropylenbändchengeweben
eine über der mittels Coronavorbehandlung erzielbaren Haftung liegende Haftung erreichbar
ist.
[0011] Als Klebeschicht wird bevorzugt eine wässerige Dispersion von Polymeren auf Basis
von Estern der Acrylsäure, wie Copolymeren der Acryl- und Methacrylsäure eingesetzt.
Hierbei wird der Dispersionskleber bevorzugt mit 50 bis 60 Gewichtsprozent Feststoffgehalt
eingesetzt, wobei er eine Viskosität nach Brookfield im Bereich von 800 bis 1500 mPas
aufweisen sollte. Der Kleber ist bei Raumtemperatur selbstvernetzend. Das Flächengewicht
des trockenen Dispersionsklebers sollte dann einerseits so gering wie möglich andererseits
ausreichend für die gewünschten Haftungen sein und liegt bevorzugt im Bereich von
18 bis 25 g/m
2. Der Kleber kann vollflächig auf die Rückseite des Gewebes aufgebracht werden, bevorzugt
ist jedoch ein mustermäßiger Auftrag, z. B. mittels engmaschigem Punktauftrag und/oder
Linienauftrag, beispielsweise im Rasterverfahren.
[0012] Erfindungsgemäß ist der Kleber so ausgewählt, daß die Haftung des Klebers an der
Rückseite des Gewebes größer als an der Bauwerksfläche ist, um eine möglichst rückstandsfreie
einfache Ablösung der Schutzbahn von der damit abgedeckten Bauwerksfläche zu ermöglichen.
Darüber hinaus ist erfindungsgemäß ein Kleber vorgesehen, dessen Haftung an der Rückseite
des Gewebes größer als an der unbehandelten Vorderseite des Gewebes ist, so daß die
Schutzbahn aufrollbar und ohne Kleberückstände wieder abrollbar ist. Dies ermöglicht
die Herstellung einer preiswerten Schutzbahn und deren einfachen Transport in Gestalt
von Rollen. Damit ist es auch möglich, die Schutzbahn nach Ende einer Benutzungsfrist
wieder aufzunehmen und problemlos zusammenzulegen, ohne das die Selbstklebeschicht
zusätzlich abgedeckt werden müßte.
[0013] Die Haftungseigenschaften des Klebers sind auch mittels des Auftrages, flächenmäßig
oder mustermäßig, einstellbar.
[0014] Die Erfindung ist in der Zeichnung an einem Ausführungsbeispiel gemäß Figur 1 dargestellt.
Die Schutzbahn besteht aus einem Polypropylenfolienbändchengewebe 1, mit Polypropylenfolienbändchen
10 und 11 für Kette und Schuß. Die Rückseite 2 des Gewebes 1 ist einer Plasmabehandlung
unterzogen worden und danach ist hierauf die Kleberschicht 3, aufgebracht. Die Klebeschicht
wird bevorzugt im Rasterverfahren mit möglichst feinem, engmaschigem Punktauftrag
vorgenommen, um einerseits die Diffusionsoffenheit und andererseits eine ausreichende
Haftung für Tritt- und Rutschsicherheit zu gewährleisten.
[0015] Die Schutzbahn kann problemlos aufgerollt werden oder zusammengelegt werden.
1. Diffusionsoffene Schutzbahn zum vorübergehenden Abdecken von Bauwerksflächen wie Böden,
Treppen, Wänden im Innenbereich und Außenbereich von Bauwerken, aus einem Gewebe aus
Kunststoffbändchen, das auf der an der Bauwerksfläche zum Anliegen kommenden Rückseite
mit einem von der Bauwerksfläche wieder lösbaren Kleber beschichtet ist, dadurch gekennzeichnet, daß das Gewebe aus Polypropylenfolienbändchen, die eine Reißfestigkeit von mindestens
450 N/5 cm aufweisen, gewebt ist und die Rückseite des Gewebes zur Erhöhung der Haftung
des Klebers mittels Corona oder Plasma vorbehandelt ist und auf der vorbehandelten
Rückseite eine Selbstklebeschicht aus einem Dispersionskleber auf Basis eines Acrylsäureestercopolymerisates
mit einem Flächengewicht (trocken) von 12 bis 35 g/m2 aufgebracht ist.
2. Schutzbahn nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß ein Polypropylenfolienbändchengewebe mit einem Flächengewicht von 70 bis 90
g/m2 eingesetzt ist.
3. Schutzbahn nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß Polypropylenfolienbändchen mit einer Reißdehnung von 12 bis 20 % eingesetzt
sind.
4. Schutzbahn nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß Polypropylenfolienbändchen einer Breite von 2,5 bis 3,5 mm eingesetzt sind.
5. Schutzbahn nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Rückseite des Gewebes mit Plasma > 70 mN/m vorbehandelt ist.
6. Schutzbahn nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Rückseite des Gewebes einer Coronabehandlung von 40 bis 60 mN/m unterzogen
ist.
7. Schutzbahn nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Haftung des Klebers an der Rückseite des Gewebes größer als an der Bauwerksfläche
ist.
8. Schutzbahn nach einem der Ansprüche 1 bis 7,dadurch gekennzeichnet, daß die Haftung des Klebers an der Rückseite des Gewebes größer als an der unbehandelten
Vorderseite des Gewebes ist, so daß die Schutzbahn aufrollbar und ohne Kleberückstände
wieder abrollbar ist.
9. Schutzbahn nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß Dispersionskleber mit einer Viskosität nach Brookfield von 800 bis 1.500 mPas
eingesetzt sind.
10. Schutzbahn nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, daß der Kleber mustermäßig aufgebracht ist.