Stand der Technik
[0001] Zur Abdichtung von Ventilschäften sind unterschiedliche Konstruktionen bekannt geworden.
Die Abdichtung soll zum einen verhindern, daß Öl zum Ventilsitz gelangt, zum anderen
aber den Ventilschaft mit ausreichend Öl für die Schmierung zu versorgen, damit kein
all zu hoher Verschleiß am Ventilschaft und an der Ventilschaftführung auftritt.
[0002] Ein Ausführungsbeispiel für die Anbringung eines Dichtelements an der Ventilschaftführung
zeigt die DE OS 197 09 170. Dort ist das Dichtelement mit einer Dichtlippe versehen,
die von einer Schraubenzugfeder an den Ventilschaft gedrückt wird. Das Dichtelement
ist auf die Ventilschaftführung aufgesetzt und von einem Versteifungsring umgeben.
Die Ventilschaftführung ist mit einem Absatz versehen, an dem das aufgesetzte Dichtelement
mit Versteifungsring zur Anlage kommt. Durch diesen Absatz wird somit die Lage des
Dichtelements an der Ventilschaftführung bestimmt. Das Dichtelement hat lediglich
eine Dichtfunktion.
[0003] Eine andere Möglichkeit für die Anordnung eines Dichtelements zeigt die EP-OS 0 645
524. Dort stützt sich die Ventilfeder auf dem Flansch eines metallischen Versteifungsrings
ab. Das Dichtelement hat somit die Funktion der Abdichtung und der Abstützung für
die Ventilfeder.
Darstellung der Erfindung
[0004] Die Erfindung geht von obigem Stand der Technik aus. Ihr liegt die Aufgabe zugrunde,
eine Ventilschaftabdichtung zu schaffen, die möglichst einfach in ihrem Aufbau ist,
einen geringen Bauraum einnimmt und eine einfache Herstellung erlaubt. Die Dichtung
soll außerdem eine einfache Ausgestaltung der Ventilschaftführung ergeben und die
Ventilschaftführung soll auf ein Mindestmaß im Außendurchmesser reduziert werden.
Das Dichtelement soll eindeutig definiert an der Ventilschaftführung befestigbar sein.
Außerdem soll ein Wechsel von der Ventilschaftabdichtung ohne Ventilfederauflage in
eine Version mit Ventilfederauflage ohne die Ventilschaftführung zu verändern, möglich
sein.
[0005] Die Lösung der gestellten Aufgabe wird bei einer Ventilschaftabdichtung an Verbrennungskraftmaschinen
für Fahrzeuge mit auf die Ventilschaftführung aufgesetzten und daran positionierten
elastomeren Dichtelement mit am Ventilschaft anliegender federbelasteter Dichtlippe
und einem das Dichtelement einfassenden Versteifungsring erfindungsgemäß dadurch erreicht,
daß die Positionierung des Dichtelements an der Stirnfläche der Ventilschaftführung
erfolgt. Bei der erfindungsgemäßen Ausführungsform wird folglich die an sich bewährte
Ausbildung des Dichtelements mit einer federbelasteten Dichtlippe und einem das Dichtelement
einfassenden Versteifungsring beibehalten. Das Dichtelement wird jedoch nicht mehr
durch die untere Kante des Versteifungskörpers und einen Absatz an der Ventilschaftführung
positioniert, sondern durch eine radiale Ringfläche unterhalb der dynamischen Dichtung
und der Oberseite (Stirnfläche) der Ventilschaftführung. Dadurch fallen besondere
Absätze an der Ventilschaftführung weg. Außerdem kann die Ventilschaftführung bei
Wegfall der Positionierungsabsätze so bemessen werden, daß ihr Außendurchmesser auf
eine geringstmögliche Größe reduziert wird, wodurch eine Materialeinsparung bei der
Ventilschaftführung erreicht wird.
[0006] Die Ausbildung des Dichtelements mit Versteifungsring und seiner Positionierung an
der Stirnfläche der Ventilschaftführung ermöglicht, daß die Ventilschaftführung aus
einem Rohr mit gleichem Innen- und Außendurchmesser auf seiner gesamten Länge hergestellt
werden kann. Eventuelle Bearbeitungsgänge am Außendurchmesser der Ventilschaftführung
nach ihrer Einfügung in den Zylinderkopf entfallen hierdurch. Dies ist zum einen mit
vereinfachter Fertigung verbunden und zum anderen ist die Möglichkeit reduziert, daß
Metallpartikel im Zylinderkopf zurückbleiben, die bei Inbetriebnahme zu Beschädigungen
führen können. Ein fehlerhaftes Bearbeiten der Ventilschaftführungsaußenseite führt
zur Exzentrizität und erfordert gegebenenfalls ein Nacharbeiten des gesamten Zylinderkopfes.
[0007] Der Versteifungsring wird im Längsschnitt gesehen als Winkel oder als S-Form ausgebildet,
wobei der nach innen gerichtete Schenkel am Übergang zur Dichtlippe im Bereich des
dynamischen Dichtelements liegt und vom Elastomermaterial des Dichtelements umfaßt
ist. Diese Ausbildung des Schenkels in Verbindung mit dem Elastomermaterial des Dichtelements
ergibt eine gute Halterung der Dichtlippe am Ventilschaft. Der nach außen gerichtete
Schenkel kann als Anschlagfläche für ein Montagewerkzeug dienen.
[0008] Der Versteifungsring ist über die gesamte Länge seiner Innenfläche mit dem Elastomermaterial
des Dichtelements verbunden. Bei einer Ausbildung des Versteifungsrings als Winkel
ist folglich der axial ausgerichtete Teil des Winkels auf seiner Innenfläche mit dem
Elastomermaterial überzogen.
[0009] Bei einer Ausbildung des Versteifungsrings in S-Form kann der nach außen gerichtete
Schenkel auch als Ventilfederauflage in Form eines Federhaltebunds ausgebildet sein.
In diesem Fall ist der Schenkel entsprechend groß, mit einem entsprechend großen Durchmesser
auszugestalten. Der Federhaltebund liegt auf dem Zylinderkopf auf.
[0010] Ein besonderer Vorteil der Erfindung liegt darin, daß von der Variante der Ventilschaftdichtung
ohne Federhaltebund zu der Variante mit Federhaltebund gewechselt werden kann, ohne
dabei die Ventilschaftführung verändern zu müssen.
[0011] Anhand der in der Zeichnung dargestellten Ausführungsbeispiele wird die Erfindung
näher erläutert
[0012] Es zeigt:
- Figur 1
- eine Anordnung der Ventilschaftabdichtung im Schnitt eingesetzt in den Zylinderkopf
und
- Figur 2
- eine Ventilschaftabdichtung im Schnitt mit einer Ventilfederauflage
Ausführung der Erfindung
[0013] Die in der Figur 1 im Schnitt gezeigte Ventilschaftabdichtung 1 besteht im wesentlichen
aus dem elastomeren Dichtelement 2 mit dem Versteifungsring 3 und der federbelasteten
Dichtlippe 4. Das Dichtelement 2 ist auf die Ventilschaftführung 5 aufgesetzt. Sein
nach innen gerichteter Schenkel 12 liegt an der Stirnfläche 6 der Ventilschaftführung
5 an. Die Ventilschaftführung 5 ist in an sich bekannter Weise in den Zylinderkopf
eines Motorblocks eingesetzt. Sie umfaßt den Ventilschaft 9, der in Längsrichtung
verschiebbar ist.
[0014] Das Dichtelement 2 ist auf die Ventilschaftführung 5 aufgesetzt. Um einen statischen
Dichtsitz zu erreichen, ist das Dichtelement 2 mit den Ringwülsten 10 versehen. Die
Schräge 11 dient zur Führung des Dichtelements bei der Montage. Das Dichtelement 2
ist von dem Versteifungsring 3 rundum eingefaßt. Der Versteifungsring 3 ist mit dem
nach innen gerichteten Schenkel 12 versehen, der von dem Elastomermaterial 13 des
Dichtelements 2 umfaßt ist. Die Dichtlippe 4 umfaßt dichtend den Ventilschaft 9. Sie
ist mit der ringförmigen Schraubenfeder 14 umspannt. Das Dichtelement 2 hat die axiale
Ringfläche 7 mit der es an der Stirnfläche 6 der Ventilschaftführung 5 anliegt. Dadurch
wird die eindeutige Positionierung des Dichtelements 2 auf der Ventilschaftführung
5 erreicht. Der Versteifungsring 3 ist außerdem mit dem nach außen gerichteten Schenkel
15 versehen, der als Anschlagfläche für ein entsprechendes Montagewerkzeug dient.
Der zwischen den Schenkeln 12 und 15 in Längsrichtung der Ventilschaftführung 5 liegende
Teil des Versteifungsring 3 ist über die gesamte Länge seiner Innenfläche 16 mit dem
Elastomermaterial 13 des Dichtelements 2 durch Vulkanisation verbunden.
[0015] In der Figur 2 ist eine Ausführungsform der Ventilschaftabdichtung 1 gezeigt, bei
der der nach außen gerichtete Schenkel 15 des Versteifungsrings 3 mit einem ebenfalls
s-förmig im Schnitt ausgebildeten Ansatz 17 versehen ist, der als Ventilfederauflage
für die angedeutete Ventilfeder 18 dient. Die Ventilfederauflage 19 liegt am Zylinderkopf
8 an.
[0016] In allen Ausführungsformen ist die Ventilschaftführung durch ein Rohr mit auf seiner
gesamten Länge gleichem Innendurchmesser d und Außendurchmesser D gebildet. Absätze
oder ähnliche Ausführungsformen zur Halterung des Dichtelements in der vorgegebenen
Position sind nicht erforderlich.
1. Ventilschaftabdichtung an Verbrennungskraftmaschinen für Fahrzeuge mit auf die Ventilschaftführung
aufgesetzten und daran positionierten elastomerem Dichtelement mit am Ventilschaft
anliegender federbelasteter Dichtlippe und einem das Dichtelement einfassenden Versteifungsring,
dadurch gekennzeichnet, daß die Positionierung des Dichtelements (2) an der Stirnfläche (6) der Ventilschaftführung
(5) erfolgt.
2. Ventilschaftabdichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Dichtelement
(2) mit einer axialen Ringfläche (7) für die Anlage an der Stirnfläche (6) der Ventilschaftführung
(5) versehen ist.
3. Ventilschaftabdichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Versteifungsring
(3) im Längsschnitt gesehen eine Winkel- oder S-Form hat, wobei der nach innen gerichtete
Schenkel (12) am Übergang zur Dichtlippe (4) liegt und vom Elastomermaterial (13)
des Dichtelements (2) umfaßt ist.
4. Ventilschaftabdichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß
der in Längsrichtung der Ventilschaftführung (5) liegende Teil des Versteifungsrings
(3) über die gesamte Länge seiner Innenfläche (16) mit dem Elastomermaterial (13)
des Dichtelements (2) verbunden ist.
5. Ventilschaftabdichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß
der nach außen gerichtete Schenkel (15) der S-Form als Montageauflage oder als Ventilfederauflage
(19) ausgebildet ist.
6. Ventilschaftabdichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß
die Ventilschaftführung (5) aus einem Rohr mit auf seiner gesamten Länge konstanten
innen- und Außendurchmesser (d, D) besteht.