[0001] Die Erfindung betrifft einen Dichtungsring für ein mit äußeren Wellen versehenes
Kunststoffrohr nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1.
[0002] Die Verbindung zweier Kunststoffrohre, beispielsweise Kanalisationsrohre, erfolgt
in der Regel dadurch, daß in das mit einer Sicke verehene Muffenende eine Dichtung
eingesetzt wird, und das zweite Rohr mit seinem Spitzende in die Muffe eingeschoben
wird. Zur Verbindung zweier Spitzenden ist es auch bekannt, eine Hülse zu verwenden,
in die die Spitzenden beidseitig eingesteckt werden. Dabei weist die Hülse zwei Sicken
mit Dichtungen auf.
[0003] Bei doppelwandigen Kunststoffrohren mit äußeren Wellen (sogenannte Wellrohre) ist
heute praktisch nur noch eine Verbindung über das Einschieben von muffenlosen Rohrabschnitten
in Hülsen gebräuchlich. Die bei glattwandigen Kunststoffrohren verwendeten Sicken
in den Hülsen sind hierbei nicht verwendbar, da auf diese Weise keine Abdichtung möglich
ist. Stattdessen werden Dichtringe verwendet, die in einem Wellental des in die Hülse
einzusteckenden Wellrohres aufgenommen sind und die Abdichtung zur Hülse herstellen.
[0004] Bekannte Dichtungen für diesen Zweck sind pilzförmig ausgebildet und werden beim
Einschieben eines Wellrohres in eine Hülse im Wellental des Wellrohres komprimiert.
Das Einstecken eines Wellrohres in die Hülse muß daher mit relativ hohem Kraftaufwand
erfolgen, um eine ausreichende Kompression und Abdichtung herzustellen.
[0005] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, einen verbesserten Dichtungsring für ein
mit äußeren Wellen versehenes Kunststoffrohr anzugeben, welcher bei verbesserter Dichtungsgüte
ein leichtes Einschieben des Wellrohres in die Hülse gestattet.
[0006] Diese Aufgabe wird durch die im Anspruch 1 angegebene Erfindung gelöst. Vorteilhafte
Weiterbildungen der Erfindung sind in Unteransprüchen angegeben.
[0007] Der erfindungsgemäße Dichtungsring ist als Lippendichtung symmetrisch aufgebaut,
so daß er in beiden Richtungen verwendet werden kann. Er weist eine scheibenringförmige
Hauptdichtung zur Abdichtung gegen ein zweites Rohr bzw. eine Hülse auf sowie zwei
seitliche Stützkörper zur Anlage an die Wellen des Wellrohres. Die Abdichtung gegenüber
dem äußeren Rohr erfolgt also im wesentlichen über eine scheibenringförmige Hauptdichtung,
die als Lippendichtung ausgebildet ist. Gegenüber dem Wellrohr wird die Dichtung durch
an zwei seitlichen Stützkörper gebildet, welche auf den an das Wellental, das die
Dichtung aufnimmt, angrenzenden Wellenbergen zur Anlage kommt.
[0008] Vorzugsweise enthält der erfindungsgemäße Dichtungsring einen Grundkörper, der im
unbelasteten Zustand des Dichtungsrings im wesentlichen spannungsfrei in einem Wellental
des Wellrohres aufgenommen ist. An der äußeren Seite geht der Grundkörper über in
die zwei Stützkörper und die Hauptdichtung. Die Höhe des Grundkörpers beträgt etwa
die Hälfte der Gesamthöhe der Dichtung im unbelasteten Zustand.
[0009] Vorzugsweise weisen die Stützkörper ausgeprägte Dichtlippen auf, durch die die Stutzkörper
dichtend an die Flanken der Wellenberge anlegbar sind. Auf der der Hauptdichtung angrenzenden
Seite der Stützkörper sind Abstreiflippen vorgesehen, die eine zusätzliche Abdichtung
gegenüber dem äußeren Rohr oder die Hülse bilden. Weiterhin kann vorgesehen sein,
daß die Stützkörper einen außenseitigen V-förmigen Einschnitt zur Ausbildung einer
zusätzlichen Stützlippe aufweisen.
[0010] Beim Einschieben eines mit dem erfindungsgemäßen Dichtring versehenen Wellrohres
in eine Hülse wird die Dichtung, die im unbelasteten Zustand spannungsfrei frei im
Wellental aufgenommen ist, in das Wellental hineingedrückt, so daß die seitlichen
Stützkörper der Dichtung so umgelenkt werden, daß die Stützlippen sich an die Hauptdichtung
anlegen. Die Hauptdichtung selbst wird in ihrem äußeren Bereich um etwa 90° abgelenkt,
so daß die abgelenkte innere Seite der Hauptdichtung auf der angrenzenden Stützlippe
zur Auflage kommt, während die gegenüberliegende Seite der Hauptdichtung die Dichtung
gegenüber dem äußeren Rohr bewirkt.
[0011] Durch die symmetrische Ausbildung des Dichtrings kann dieser in beiden Richtungen
verwendet werden, so daß auf die Einbaurichtung nicht zu achten ist. Seine lippenartige
Ausbildung vermeidet die Notwendigkeit des Aufbringens hoher Druckkräfte beim Einschieben
eines Wellrohres in eine Hülse. Durch die Ausbildung mehrerer Dichtungsbereiche gegenüber
dem äußeren Rohr als auch mehrerer Dichtungsbereiche am Wellrohr ergibt sich eine
qualitativ besonders hochwertige Dichtung.
[0012] Die Erfndung wird nachstehend anhand eines Ausführungsbeispiels näher erläutert.
Es zeigen:
- Fig. 1
- einen Dichtungsring im nicht eingebauten Zustand,
- Fig. 2
- einen Dichtungsring, der in einem Wellental eines Wellrohres aufgenommen ist, und
- Fig. 3
- einen Dichtungsring im Funktionszustand in einem Wellental eines Wellrohres, das in
einem äußeren Glattrohr, beispielsweise einer Hülse, aufgenommen ist.
[0013] Der in Fig. 1 dargestellte Dichtring enthält einen im Querschnitt etwa umgekehrt
glockenförmigen Grundkörper 1 aus einem Vollprofil, dessen äußere Kontur etwa der
Kontur eines Wellentales eines Wellrohres entspricht. An der breiteren Seite des Grundkörpers
geht dieser in zwei seitliche Stützkörper 3, 4 sowie eine Hauptdichtung 2, die scheibenringförmig
in der Symmetrieebene des Dichtrings ausgebildet ist, über. Die achsiale Außenfläche
der Hauptdichtung ist flach ausgeführt und bildet damit zwei seitliche Kanten 9, 12.
[0014] Die seitlichen Stützkörper, die etwa flügelförmig ausgebildet sind, enthalten Dichtlippen
10, 11, deren Innenseite bogenförmig in den Grundkörper übergeht. Die Außenseite der
Stützkörper 3 ist schräg nach innen zur Symmetriebene hin gerichtet und enthält V-förmige
Einschnitte 15, 16 an deren zu den Dichtlippen hin gerichteten Kanten Abstreiflippen
5, 6 ausgebildet sind, während die zur Hauptdichtung gerichteten Kanten Stützlippen
7, 8 bilden. Im Ruhezustand der Dichtung befinden sich zwischen der Hauptdichtung
2 und den Stützkörpern 3, 4 ebenfalls V-förmige Einschnitte.
[0015] Fig. 2 zeigt den erfindungsgemäßen Dichtring in einem Zustand, in dem er in einem
Wellental eines Wellrohres aufgenommen ist. Der Durchmesser der Dichtung ist so bemessen,
daß seine Spannung ihn soweit in das Wellental hineinzieht, daß der Grundkörper noch
im wesentlichen spannungsfrei im Wellental aufgenommen ist. Durch die Anlage der Dichtlippen
10, 11 an den Flanken des Wellentals sind die Stützkörper 3, 4 in Richtung auf die
Hauptdichtung abgelenkt, so daß die Stützlippen 7, 8 im wesentlichen an der Hauptdichtung
2 anliegen. Es ist zu erkennen, daß die Hauptdichtung die seitlichen Stützkörper um
ein gewisses Maß überragt.
[0016] Beim Einschieben des mit der Dichtung versehenen Wellrohres 13 in eine Einschubhülse
kommt die Hauptdichtung 2 in Kontakt mit der Innenoberfläche der glatten Einschubhülse,
so daß sich ein Zustand der Dichtung einstellt, wie er in Fig. 3 dargestellt ist.
Der äußere Bereich der Hauptdichtung 2 hat sich dabei um etwa 90° umgelenkt und ruht
nun auf der Stützlippe 8. Dabei wird der Stützkörper 3 weiter zusammengedrückt, so
daß auch der Grundkörper so weit niedergedrückt wird, daß sein Volumen den gesamten
Innenraum des Wellentals ausfüllt. An der Seite der Dichtung, an der die Hauptdichtung
2 auf der Stützlippe 8 ruht, ergibt sich eine Dichtungswirkung zwischen der Kante
9 der Hauptdichtung 2 und dem äußeren Rohr 14 sowie der Abstreiflippe 6 des Stützkörpers.
An der gegenüberliegenden Seite der Hauptdichtung ergeben sich Abdichtungen an der
Abstreiflippe 5 sowie der Stützlippe 7. Insgesamt ergeben sich damit vier Dichtungslinien
gegenüber dem äußeren Rohr. Das Wellrohr 13 ist gegenüber dem Dichtungsring an den
Dichtlippen 10, 11 sowie durch Kontakt des Grundkörpers mit dem Wellental abgedichtet.
Die hohe Zahl der Dichtbereiche ergibt eine hohe Dichtwirkung, welche mit Verpreßdichtungen
des Standes der Technik nicht zu erreichen sind.
Bezugszeichenliste
[0017]
- 1
- Grundkörper
- 2
- Hauptdichtung
- 3
- Stützkörper
- 4
- Stützkörper
- 5
- Abstreiflippe
- 6
- Abstreiflippe
- 7
- Stützlippe
- 8
- Stützlippe
- 9
- Kante
- 10
- Dichtlippe
- 11
- Dichtlippe
- 12
- Kante
- 13
- Wellrohr
- 14
- Hülse
- 15
- Einschnitt
- 16
- Einschnitt
1. Dichtungsring für ein mit äußeren Wellen versehenes Kunststoffrohr (Wellrohr), wobei
der Dichtring in einem Wellental des Wellrohres (13) aufnehmbar ist, dadurch gekennzeichnet, daß der Dichtring als symmetrischer Dichtring mit einer im wesentlichen scheibenringförmigen
Hauptdichtung (2) zur Abdichtung gegen ein das Wellrohr aufnehmendes zweites Rohr
(14) und zwei seitlichen von einem Grundkörper (1) ausgehenden Stützkörpern (3, 4)
zur Anlage an die Wellenflanken des Wellrohres (13) ausgebildet ist.
2. Dichtungsring nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Grundkörper (1) im unbelasteten Zustand des Dichtungsrings im wesentlichen
spannungsfrei in einem Wellental des Wellrohres (13) aufnehmbar ist, daß die seitlichen
Stützkörper (3, 4) vom Grundkörper (1) ausgehend außenseitige Dichtlippen (10, 11)
enthalten, die an dem angrenzenden Wellenberg des Wellrohres (13) anlegbar sind und
zur Symmetrieebene des Dichtungsrings gerichtete Abstreiflippen (5, 6) aufweisen,
daß die vom Grundkörper (1) ausgehende Hauptdichtung (2) die Abstreiflippen (5, 6)
in Radialrichtung nach außen überragt, und daß die Hauptdichtung (2) bei Einschieben
des Wellrohrs (13) in ein zweites Rohr (14) seitlich abgelenkt wird und der gegen
die Schubrichtung angrenzenden Stützkörper (3) zusammendrückt.
3. Dichtungsring nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die außenseitige Kontur des Dichtungsrings von den Dichtlippen (10, 11) ausgehend
im wesentlichen der Kontur der Wellen des Wellrohres bis zum Dichtungsgrund folgt.
4. Dichtungsring nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Grundkörper (1) im Querschnitt eine Höhe aufweist, welche etwa der Hälfte
der Gesamthöhe des Dichtungsrings entspricht.
5. Dichtungsring nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Stützkörper (3, 4) außenseitige V-förmige Einschnitte zur Ausbildung einer
Stützlippe (7, 8) aufweisen.
Geänderte Patentansprüche gemäss Regel 86(2) EPÜ.
1. Dichtungsring für ein mit äußeren Wellen versehenes Kunststoffrohr (Wellrohr),
wobei der symmetrisch ausgebildete Dichtring zur Abdichtung gegen ein das Wellrohr
aufnehmendes zweites Rohr (14) mit zwei seitlichen von einem Grundkörper (1) ausgehenden
Stützkörpern (3,4) zur Anlage an die Wellenflanken des Wellrohres (13) ausgebildet
ist, und der Grundkörper (1) im unbelasteten Zustand des Dichtungsrings im wesentlichen
spannungsfrei in einem Wellental des Wellrohres (13) aufnehmbar ist, dadurch gekennzeichnet, daß die seitlichen Stützkörper (3, 4) vom Grundkörper (1) ausgehend außenseitige
Dichtlippen (10, 11) enthalten, die an dem angrenzenden Wellenberg des Wellrohres
(13) anlegbar sind und zur Symmetrieebene des Dichtungsrings gerichtete Abstreiflippen
(5, 6) aufweisen, daß die vom Grundkörper (1) ausgehende im wesentlichen scheibenringförmig
ausgebildete Hauptdichtung (2) die Abstreiflippen (5, 6) in Radialrichtung nach außen
überragt, und daß die Hauptdichtung (2) bei Einschieben des Wellrohrs (13) in ein
zweites Rohr (14) seitlich abgelenkt wird und den gegen die Schubrichtung angrenzenden
Stützkörper (3) zusammendrückt.
2. Dichtungsring nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die außenseitige Kontur des Dichtungsrings von den Dichtlippen (10, 11) ausgehend
im wesentlichen der Kontur der Wellen des Wellrohres bis zum Dichtungsgrund folgt.
3. Dichtungsring nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Grundkörper (1) im Querschnitt eine Höhe aufweist, welche etwa der Hälfte
der Gesamthöhe des Dichtungsrings entspricht.
4. Dichtungsring nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Stützkörper (3, 4) außenseitige V-förmige Einschnitte zur Ausbildung einer
Stützlippe (7, 8) aufweisen.