[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft eine für die Krankenpflege geeignete Matratze
bestehend aus einem geschäumten Vollkunststoffkörper und einem abnehmbaren Ueberzug.
[0002] In der Krankenpflege ist es seit langem bekannt, die Matratze durch Auflagen gegen
Wundsekrete und Körperausscheidungen jeglicher Art gegen Verschmutzungen zu schützen.
Diese Auflagen können problemlos entfernt und gereinigt bzw. gewaschen werden. Bevorzugterweise
werden diese Auflagen auf den Matratzenüberzug aufgelegt und durch das darüber angebrachte
Leintuch in ihrer Lage einigermassen stabilisiert. Diese Auflagen sind folglich feuchtigkeitsundurchlässig
um zu verhindern, dass die Ausscheidungen auf die Matratze selber gelangen können.
Dies ist jedoch oftmals nicht zu hundert Prozent möglich. Entsprechend haben die Matratzen
einen abnehmbaren Ueberzug, der wiederum gereinigt werden kann. Verunreinigungen,
die jedoch bis auf diesen Matratzenüberzug gelangen, dringen selbstverständlich auch
teilweise in die Matratze selber ein. Zwar sind auch Matratzen bekannt, die zusätzlich
zum abnehmbaren, und waschbaren Ueberzug einen feuchtigkeitsundurchlässigen Ueberzug
aufweisen, doch führt dies auch zu einer Einschränkung der Atmungsaktivität, was einerseits
den Liegekomfort einschränkt und andererseits gerade bei Langzeitpatienten zu Liegeschädigungen
führt.
[0003] Auch die Verwendung von mehreren unterschiedlichen Auflagen ist bekannt und dient
insbesondere dazu, durch Kombinationen von Auflagen verschiedene Teilfunktionen zu
erfüllen. So sind Kombinationen bekannt, wobei eine Auflage eine Feuchtigkeitssperrfunktion,
eine zweite Auflage eine Wärmeisolationsfunktion und eine dritte Auflage eine die
Luftzirkulation verbessernde Funktion aufweist. Diese Auflagen sind teilweise als
Kombinationen vorhanden oder als Einzelauflagen, die gesondert gereinigt und gewaschen
werden können. Jede Form der Auflage hat aber sogleich auch den Nachteil, dass diese
verrutscht oder zu Faltenbildung führt. Während durch das Verrutschen insbesondere
der Schutz der Matratze nicht mehr gewährleistet ist, ist insbesondere die Faltenbildung
für Langzeitpatienten höchst problematisch. Gerade die Faltenbildung führt zu Durchblutungsschädigungen
und dadurch zu einem Wundliegen der Patienten.
[0004] Es ist folglich die Aufgabe der vorliegenden Erfindung, eine Matratze der eingangs
genannten Art zu schaffen, die die vorgenannten Nachteile meidet und einen Dekubitus
der Patienten weitgehend vermeidet.
[0005] Diese Aufgabe löst eine Matratze, die sich dadurch auszeichnet, dass in der Liegeflächenseite
eine Ausnehmung geformt ist, in die eine waschbare Einlage aus wärmeempfindlichem,
schockabsorbierendem Polyurethanschaum formschlüssig einlegbar ist.
[0006] Es ist von besonderem Vorteil, wenn der Vollkunststoffschaumkörper aus einem Stützschaum
gefertigt ist und eine Dicke von 5-15 cm, vorzugsweise jedoch eine Dicke von mindestens
annähernd 8 cm aufweist. Bei dieser Ausgestaltung des Vollkunststoffschaumkörpers
ist der Aufbau des Bettunterbaues von untergeordneter Bedeutung.
[0007] Es ist ferner vorteilhaft, wenn die die Ausnehmung begrenzenden Erhebungen einstückig
aus dem aus Stützschaum gefertigten Vollkunststoffschaumkörper gefertigt sind. So
lässt sich der Vollkunststoffschaumkörper in einem einzigen Arbeitsgang fertigen.
[0008] Es ist des weiteren möglich, die die Ausnehmung begrenzenden Erhebungen aus demselben
Material wie der Vollkunststoffschaumkörper zu fertigen, wobei jedoch hier die Erhebungen
gesondert gefertigt und mit dem Vollkunststoffschaumkörper fest verbunden sind. Dies
bedingt zwar die Fertigung in zwei Arbeitsschritten, doch fällt hierbei weniger Verschnittmaterial
an, so dass eine materialsparendere Lösung gegeben ist.
[0009] Weitere vorteilhafte Ausgestaltungsformen der erfindungsgemässen Lösung gehen aus
den weiteren abhängigen Ansprüchen hervor und deren Bedeutung ist in der nachfolgenden
Beschreibung mit Bezug auf die Zeichnungen erläutert. In der Zeichnung ist eine bevorzugte
Ausführungsform des Erfindungsgegenstandes in vereinfachter Darstellung gezeigt. Es
zeigt:
- Figur 1
- einen Querschnitt durch die erfindungsgemässe Matratze quer zur Matratzenlängsrichtung
und
- Figur 2
- eine Aufsicht auf dieselbe Matratze nach Figur 1 unter Weglassung des Ueberzuges.
- Figur 3
- zeigt eine Ansicht wie Figur 2 mit einem Vollkunststoffschaumkörper mit einer dreiseitig
berandeten Ausnehmung und
- Figur 4
- mit einer vierseitig berandeten Ausnehmung für eine zonenbegrenzte Einlage.
[0010] In der Figur 1 ist ein Vertikalschnitt durch eine Ausführungsform der erfindungsgemässen
Matratze entlang der Schnittlinie I-I, wie in Figur 2 dargestellt, gezeigt. Die Matratze
ist gesamthaft mit der Bezugszahl 1 gekennzeichnet. Sie besteht im wesentlichen aus
drei Elementen, nämlich einem geschäumten Vollkunststoffschaumkörper 2 und einer waschbaren
Einlage 5. Diese beiden Elemente werden von einem abnehmbaren Ueberzug 6 umhüllt.
Die Abnehmbarkeit des Ueberzuges 6 ist durch den schematisch dargestellten Reissverschluss
8 symbolisiert.
[0011] Die Matratze als Federelement ist durch den geschäumten Vollkunststoffschaumkörper
2 gebildet. Beim Vollkunststoffschaumkörper 2 handelt es sich um ein Element, welches
aus sogenanntem Stützschaum gefertigt ist. Aus diesem ursprünglich kubischen Vollkunststoffschaumkörper
2 ist eine Ausnehmung 3 herausgearbeitet. Die verbleibende Restdicke D
2 kann im Prinzip zwischen 5 und 15 cm variieren, doch wird sie hier vorzugsweise bei
8 cm belassen. Die verbleibenden Bereiche neben der Ausnehmung 3 bilden folglich begrenzende
Erhebungen 4. IM Bereich dieser Erhebungen 4 ist folglich die ursprüngliche Gesamtdicke
des Vollkunststoffschaumkörpers 2 noch vorhanden und ersichtlich. In der bevorzugten
Ausführungsform stehen die Erhebungen 4 beziehungsweise 4' gegenüber der Grundfläche
der Ausnehmnung 3 um 7 cm vor.
[0012] Je nach der gewünschten Fertigungsweise wird man von einem quaderförmigen Körper
als Vollkunststoffschaumkörper 2 ausgehen und daraus die Ausnehmung 3 herausschneiden
oder formen, oder alternativ, wie dies in der Zeichnung rechts angedeutet ist, von
einem quaderföärmigen Körper ausgehen, welcher die Dicke D
2 aufweist. Die Erhebungen, welche aus demselben Material wie der Vollkunststoffschaumkörper
2 geformt sind, sind hier separat gefertigt und mit dem Grundkörper verschweisst oder
verklebt. Die Andersartigkeit der Erhebungen ist beim fertigen Vollkunststoffschaumkörper
2 kaum erkennbar. Die separat gefertigten Erhebungen sind mit der Bezugszahl 4' gekennzeichnet.
[0013] In die Ausnehmung 3 ist eine waschbare Einlage formschlüssig lose eingelegt. Die
Einlage 5 hat die Dicke D
5, welche genau der Höhe der Erhebungen 4, 4' entspricht. Im eingelegten Zustand bilden
die Oberflächen der Erhebungen 4 und der Einlage 5 eine plane Liegefläche. Die Einlage
5 ist aus einem wärmeempfindlichen, schockabsorbierenden Polyurethanschaum, der auf
dem Markt unter der Kurzbezeichnung SAF angeboten wird, gefertigt. Dieser wärmeempfindliche,
schockabsorbierende Polyurethanschaum passt sich unter Einfluss der Körperwärme des
Patienten an dessen Körperform an. Diese Anpassung erfolgt unter einer Kombination
von elastischer und plastischer Verformung. Dabei ist die plastische Verformung eine
temporär plastische Verformung und nach Wegfall der Belastung wird die ursprüngliche
Form wieder angenommen. Die beschriebene Eigenschaft wirkt sich bei Langzeitpatienten
ausgesprochen vorteilhaft aus, weil hierdurch Druckstellen praktisch vollständig vermieden
werden und entsprechend ein Wundliegen kaum noch feststellbar ist. Die hier gewählte
Dicke von vorzugsweise 7 cm ist gewählt, um die erforderlichen Körperanpassungen eines
liegenden Patienten genügend wahrnehmen zu können. Selbstverständlich wirkt dieses
Material zusammen mit dem Vollkunststoffschaumkörper 2, der aus üblichem elastischem
Schaumstoff gefertigt ist, wie er für Matratzen üblich ist.
[0014] Der Vollkunststoffschaumkörper 2 kann einlageseitig zusätzlich mit einer Feuchtigkeitssperrschicht
7 versehen sein. Diese Sperrschicht kann in einfachster Weise durch eine Oberflächenverdichtung
desselben Materials geformt sein. Eine nachträglich aufgebrachte Feuchtigkeitssperrschicht,
die sich vollständig mit dem Vollkunststoffschaumkörper 2 verbindet, kann jedoch ebenfalls
angebracht sein, wie es auch möglich ist, eine entsprechende folienartige Sperrschicht
anzubringen. Eine solche als Sperrschicht dienende Folie kann zusätzlich mit einer
Mikrolochung versehen sein, die lediglich einen Gasaustausch zulässt.
[0015] Der abnehmbare und waschbare Ueberzug 6, der sich beispielsweise mittels einem an
der Längsseite angebrachten Reissverschluss 8 öffnen lässt, kann hier direkt aus einem
Bettwäschematerial gefertigt sein. Auf diese Weise wird der Ueberzug 6 praktisch direkt
zum Unterleintuch. Dies ist nicht zuletzt deshalb vorteilhaft, weil die besonders
vorteilhaften Eigenschaften der Einlage 5 am wenigsten verändert werden. Selbstverständlich
ist dies jedoch keineswegs erforderlich und der Matratzenüberzug 6 kann durchaus auch
aus einem herkömmlichen strapazierfähigen textilen Material gefertigt sein.
[0016] Die Form der Ausnehmung 3 bzw. des Vollkunststoffschaumkörpers 2 mit den Erhebungen
4,4' kann unterschiedlich gestaltet sein. Drei verschiedene Ausführungsvarianten sind
in den Figuren 2 bis 4 aufgezeigt. In der Ausführung nach Figur 2 besteht der Vollkunststoffschaumkörper
aus einem quaderförmigen Element, aus dem über die gesamte Länge eine Ausnehmung 3
herausgeformt ist, so dass lediglich zwei seitlich begrenzende Erhebungen verbleiben.
Diese seitlichen Erhebungen 4 verunmöglichen ein seitliches Verschieben der Einlage
5. Da es sich bei den hier vorkommenden Materialpaarungen um solche handelt, die aufeinander
liegend praktisch keine gleitende Eigenschaft aufweisen, genügt in vielen Fällen diese
Ausgestaltungsform. Entsprechend ist diese Ausführung auch besonders bevorzugt.
[0017] Weil das Material, aus dem die Einlage 5 gefertigt ist, relativ kostspielig ist,
kann es sinnvoll sein, die Ausnehmung 3 dreiseitig zu begrenzen. Dies kann beispielsweise
durch eine kopfseitig relativ breite Erhebung 14 erfolgen, wobei so beispielsweise
der Kopfbereich, wo der Patient ohnehin auf einem Kissen ruht, der Effekt der speziellen
Einlage 5 nicht erforderlich ist.
[0018] Letztlich kann sich die Ausnehmung 3 auch lediglich auf einen speziellen Körperbereich
beschränken. In der Figur 4 ist eine Ausführung gezeigt, bei der die Ausnehmung 3
lediglich in einer Zone Z angeordnet ist. Die entsprechende Einlage 5 ist dementsprechend
auf diese Zone beschränkt und wiederum formschlüssig in diese Ausnehmung 3 passend
geformt. Die Erhebungen 4 verlaufen bei dieser Ausführungsform rund um die Ausnehmung
3. Die kopf- und fussseitigen Erhebungen 24 sind entsprechend erheblich breiter als
die seitlichen Erhebungen 4, welche lediglich der Lagehalterung der Einlage dienen.
[0019] Während in den hier dargestellten Ausführungsformen die Ausnehmung 3 und die darein
passende Einlage 5 immer als rechteckige Formen gezeigt sind, ist dies selbstverständlich
nur optional. Praktisch ist jede beliebige Formgebung möglich. Hierbei wird man jedoch
selbstverständlich auf die Optimierung in Bezug auf die Herstellungskosten und die
Menge der benötigten Materialien Rücksicht nehmen. Insbesondere weil das Material
der Einlage relativ kostspielig ist, kann es beispielsweise sinnvoll sein, auch in
einer Matratze die Einlage in Zonen mit unterschiedlicher Dicke zu gestalten entsprechend
den darauf ruhenden Körperteilen und deren Gewicht. So kann selbstverständlich die
Dicke erheblich geringer sein im Bereich der unteren Beinbere3iche, während der Bereich
von der Schulterpartie bis zum Oberschenkelbereich eher dicker gestaltet sein sollte.
[0020] Die Pflegeleichtigkeit der hier erstmals gezeigten Kombination von Matratze mit eingelegter
und auswechselbarer Einlage ist neben den medizinischen Vorteilen besonders zu anerkennen.
1. Für die Krankenpflege geeignete Matratze (1) bestehend aus einem geschäumten Vollkunststoffschaumkörper
(2) und einem abnehmbaren Ueberzug (6), dadurch gekennzeichnet, dass in der Liegeflächenseite
eine Ausnehmung (3) geformt ist, in die eine herausnehmbare waschbare Einlage (5)
aus wärmeempfindlichem, schockabsorbierenden Polyurethanschaum (SAF) formschlüssig
eingelegt ist, wobei die Ausnehmung (3) durch Erhebungen (4) des geschäumten Vollkunststoffschaumkörpers
(2) gebildet ist, mit denen die Einlage (5) fluchtet.
2. Matratze nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Vollkunststoffschaumkörper
(2) aus einem Stützschaum gefertigt ist, der eine Dicke von 5-15 cm, vorzugsweise
eine Dicke von mindestens annähernd 8 cm aufweist, im Bereich der durch die Ausnehmung
reduzierten Dicke.
3. Matratze nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die die Ausnehmung (3) begrenzenden
Erhebungen (4) einstückig aus dem aus Stützschaum gefertigten Vollkunststoffschaumkörper
(2) gefertigt sind.
4. Matratze nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die die Ausnehmung (3) begrenzenden
Erhebungen aus demselben Material wie der Vollkunststoffschaumkörper (2) sind, wobei
die Erhebungen (4') gesondert gefertigt und mit dem Vollkunststoffschaumkörper fest
verbunden sind.
5. Matratze nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Ausnehmung (3) lediglich
zweiseitig durch randseitige Erhebungen (4,4') begrenzt ist und sich über die gesamte
Matratzenlänge erstreckt.
6. Matratze nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Ausnehmung (3) lediglich
dreiseitig (4,4',14) begrenzt ist, wobei zweiseitig die Begrenzung durch randseitige
Erhebungen (4,4') gebildet ist.
7. Matratze nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Ausnehmung (3) allseitig
(4,14,24) begrenzt ist und auf eine spezielle Liegezone (Z) eingeschränkt ist.
8. Matratze nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Einlage (5) eine Dicke
von 5-10 cm, bevorzugterweise jedoch eine Dicke von mindestens annähernd 7 cm aufweist.
9. Matratze nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Vollkunststoffschaumkörper
(2) einlageseitig mit einer Feuchtigkeitssperrschicht (7) versehen ist.