[0001] Die Erfindung betrifft eine Dunstabzugsvorrichtung gemäß dem Oberbegriff von Anspruch
1.
[0002] Demgemäß betrifft die Erfindung eine Dunstabzugsvorrichtung enthaltend eine Filtervorrichtung,
einen Abluftkanal und ein Abluftgebläse, durch welches Dunst durch die Filtervorrichtung
und dann durch den Abluftkanal hindurch in die Außenumgebung eines Gebäudes förderbar
ist.
[0003] Die Dunstabzugsvorrichtung kann eine sogenannte Dunstabzugshaube oder eine Esse sein
zum Abziehen von Küchendünsten aus einer Küche. Sie sind normalerweise über den Kochstellen
eines Kochherdes angeordnet.
[0004] Die Filtervorrichtung besteht mindestens aus einem Fett- und Staubfilter, kann jedoch
auch zusätzlich stromabwärts dieses Filters einen Geruchsfilter enthalten zum Ausscheiden
von Gerüchen. Solche Geruchsfilter bestehen meistens aus Aktivkohle, können jedoch
auch aus anderen Materialien zum Abscheiden von Gerüchen durch Adsorption oder Absorption
oder chemische Reaktionen bestehen.
[0005] Geruchsfilter werden normalerweise nur in Dunstabzugshauben für "Umluftbetrieb" verwendet.
"Umluftbetrieb" bedeutet, daß der Dunst aus der Küche angesaugt, durch die Filtervorrichtung
gereinigt und dann wieder in die Küche zurück gefördert wird. Bei Dunstabzugshauben
für "Abluftbetrieb" werden normalerweise keine Geruchsfilter verwendet, obwohl dies
auch bei ihnen möglich ist. "Abluftbetrieb" bedeutet, daß die aus der Küche abgesaugten
Gerüche nach der Filtervorrichtung nicht in die Küche zurück, sondern aus dem Gebäude
heraus in das Freie gefördert werden.
[0006] Aus dem DE-Gebrauchsmuster 1 987 333 ist eine Dunstabzugshaube für Umluftbetrieb
bekannt, welche einen Fett- und Staubfilter, einen Geruchsfilter mit Aktivkohle zum
Ausscheiden von Gerüchen, und ein Gebläse in dieser Reihenfolge in Gebläseströmungsrichtung
aufweist. Ferner ist aus dem DE-Gebrauchsmuster 91 05 430.3 eine Dunstabzugshaube
für Umluftbetrieb bekannt, bei welcher ein Gebläse im Strömungsweg zwischen einem
Fettfilter und einem Geruchsfilter angeordnet ist. Aus dem DE-Gebrauchsmuster 78 02
041 ist eine Dunstabzugshaube mit zwei Gebläsen bekannt, welche wahlweise für Umluftbetrieb
oder für Abluftbetrieb ausgebildet sein können.
[0007] Ferner sind gemäß dem Oberbegriff von Anspruch 1 auch Dunstabzugshauben bekannt,
welche nur für Abluftbetrieb ausgebildet sind.
[0008] Die Dunstabzugsvorrichtung (Haube oder Esse) nach der Erfindung kann entweder nur
für Abluftbetrieb oder wahlweise für Abluftbetrieb oder Umluftbetrieb umschaltbar
ausgebildet sein. Sie kann im Abluftkanal oder in einem Umluftkanal einen Geruchsfilter
enthalten.
[0009] Abluftbetrieb hat den Vorteil, daß keine Luft in die Küche zurück gefördert wird,
welche Reste von Dunstpartikeln oder Gerüchen enthält. Abluftbetrieb hat jedoch den
Nachteil, daß das Abluftgebläse ständig auch saubere warme Luft aus der Küche absaugt
und in das Freie außerhalb des Gebäudes fördert, was in kalten Jahreszeiten erhöhte
Heizkosten zur Folge hat. Diesen Nachteil hat Umluftbetrieb nicht. Umluftbetrieb hat
jedoch den Nachteil, daß unangenehme Reste von Dunst und Gerüchen aus der Dunstabzugshaube
wieder in die Küche zurück gefördert werden, und daß zusätzlich zum Fettfilter auch
ein Geruchsfilter erforderlich ist, wenn man unangenehme Kochgerüche wenigstens teilweise
aus dem Dunst entfernen möchte.
[0010] Durch die Erfindung soll die Aufgabe gelöst werden, bei Abluftbetrieb auf einfache
und preiswerte Art und Weise den Anteil von sauberer Küchenluft zu reduzieren, der
von einem Abluftgebläse zusammen mit dem Dunst aus der Küche heraus in das Freie außerhalb
eines Gebäudes gefördert wird.
[0011] Diese Aufgabe wird gemäß der Erfindung durch die kennzeichnenden Merkmale von Anspruch
1 gelöst.
[0012] Demgemäß ist eine Dunstabzugsvorrichtung nach der Erfindung dadurch gekennzeichnet,
daß ein Außenumgebungsluft-Zuluftkanal vorgesehen ist, der mindestens einen nahe bei
der Ansaugseite der Filtervorrichtung in deren Saugbereich gelegenen Zuluftkanalauslaß
aufweist, so daß Zuluft aus der Außenumgebung des Gebäudes in den unmittelbaren Ansaugbereich
der Ansaugseite der Filtervorrichtung leitbar ist, wo sie mit aufsteigendem Dunst
vermischen kann und zusammen mit dem Dunst von dem Abluftgebläse durch die Filtervorrichtung
saugbar ist.
[0013] Von einer Kochstelle aufsteigender Dunst (Wrasen) hat eine starke Eigendynamik (Bewegungsenergie),
durch welche eine Ablenkung des Dunststromes durch einen Luftstrom nur schwer möglich
ist, außer es wird ein sehr starker Luftstrom verwendet. Der Dunststrom wird jedoch
leicht durch ein mechanisches Element abgelenkt, beispielsweise auch durch die Filterflächen
der Filtervorrichtung, insbesondere von deren Fettfilter. Damit der Dunststrom von
der Saugseite des Fettfilters nicht mechanisch abgelenkt, sondern möglichst vollständig
durch den Fettfilter hindurch gesaugt wird, muß von dem Abluftgebläse eine bestimmte
Mindestsaugkraft und Mindest-Strömungsgeschwindigkeit in der Filtervorrichtung erzeugt
werden. Dadurch entsteht ein Volumenstrom aus Luft und Dunst, welcher wesentlich größer
ist als der Volumenstrom des Dunstes allein. Dadurch wird vom Abluftgebläse zusätzlich
zu dem Dunst auch ein großer Anteil von den Dunst umgebender Küchenluft angesaugt
und zusammen mit dem Dunst durch die Filtervorrichtung hindurch gesaugt.
[0014] Ein wesentlicher Gedanke der Erfindung besteht dann, die Zusatzluft, welche für das
Absaugen des Dunstes durch die Filtervorrichtung erforderlich ist, nicht aus der Küche
bereitzustellen, sondern von der das Küchengebäude umgebenden Außenluft.
[0015] Weitere Merkmale der Erfindung sind in den Unteransprüchen enthalten.
[0016] Die Erfindung wird im folgenden mit Bezug auf die Zeichnung anhand einer bevorzugten
Ausführungsform als Beispiel beschrieben. In der Zeichnung zeigt
- Fig. 1
- schematisch im Vertikalschnitt eine Dunstabzugsvorrichtung (Haube oder Esse) nach
der Erfindung.
[0017] Die in Fig. 1 schematisch im Vertikalschnitt gezeigte Dunstabzugsvorrichtung 2 nach
der Erfindung ist über einer Kochstelle 4 angeordnet, welche schematisch durch einen
Kochtopf 6 und daraus aufsteigenden Dunst 8 (Wrasen) dargestellt ist.
[0018] Die Dunstabzugsvorrichtung 2 hat ein Gehäuse 10, welches im oberen Bereich einen
Schacht 10-2 und im unteren Bereich einen nach unten trichterartig weiter werdenden
Schirm 10-1 bildet.
[0019] Im Strömungsweg des aufsteigenden Dunstes 8 ist eine Filtervorrichtung 14 in Form
eines Fettfilters schräg angeordnet, z. B. unter etwa 45° nach Art wie eine Hälfte
eines Satteldaches über der rechten Hälfte des Stromes an aufsteigendem Dunst 8. Die
Filtervorrichtung 14 befindet sich am unteren Ende eines Abluftkanals 16, in welchem
ein Abluftgebläse 18 angeordnet ist, um Abluft 20 in die Außenumgebung oder das Freie
eines Gebäudes zu fördern, in welchem die Dunstabzugsvorrichtung 2 in einer Küche
angeordnet ist.
[0020] Die Abluft 20 besteht aus Dunst 8 (Wrasen) und hinzugefügter Frischluft, im folgenden
Zuluft 22 genannt, von der Außenumgebung des Gebäudes. Durch den Schacht 10-2 erstreckt
sich parallel neben dem Abluftkanal 16 ein Zuluftkanal 26 vertikal nach unten, in
welchem sich ein Zuluftgebläse 28 befindet. Das Zuluftgebläse 28 saugt von der Außenumgebung
des Gebäudes Frischluft oder Zuluft 22 an und bläst diese von einem Zuluftkanalauslaß
30, welcher in Fig. 1 links vom Dunst 8 angeordnet ist, über den austeigenden Dunst
8 gegen die Ansaugseite 32 des Fettfilters 14. Die Zuluft 22 strömt in Form eines
Luftvorhanges 34 zwischen dem aufsteigenden Dunst 8 und dem Fettfilter 14 gegen dessen
Ansaugseite 32. Dabei bildet der Luftvorhang 34 eine Art linke Hälfte eines Satteldaches,
dessen rechte Hälfte durch den Fettfilter 14 über dem aufsteigenden Dunst 8 gebildet
ist.
[0021] Der aus dem Zuluftkanalauslaß 30 ausströmende Zuluftstrom 34 ist auf seiner Oberseite
durch ein vom Zuluftkanalauslaß schräg nach oben in Richtung zum oberen Ende der Filtervorrichtung
14 sich erstreckendes Leitblech 36 abgrenzt.
[0022] Der aufsteigende Dunststrom 8 dringt unmittelbar kurz vor Ansaugseite 32 und auch
an dieser Ansaugseite 32 in den Luftvorhang 34 der Zuluft ein und wird dann zusammen
mit dieser als Abluft 20 vom Abluftgebläse 18 durch den Abluftkanal 16 hindurch abgesaugt
und in die Außenatmosphäre des Gebäudes gefördert. Durch die große Bewegungsenergie
des Dunststromes 8 kann dessen Eindringen in die Zuluft dicht an der stromaufwärtigen
Seite des Fettfilters 14 auch als Injizierung in diese Zusatzluft 22, 34 bezeichnet
werden.
[0023] Auf diese Weise wird die zum Absaugen des Dunstes 8 erforderliche hohe Ansaugenergie
vom Abluftgebläse 18 in dem Fettfilter 14 erzeugt, ohne daß das dazu erforderliche
Luftvolumen aus der Küche abgesaugt wird.
[0024] Durch das Zuluftgebläse 28 wird nicht-temperierte Außenluft des Gebäudes in das Kanalsystem
der Dunstabzugsvorrichtung 2 eingeblasen. Der Zuluftkanalauslaß 30 kann in Form einer
Schlitzdüse oder in Form eines Düsenrohres mit einer Vielzahl von Düsenbohrungen ausgebildet
sein und die Zuluft 22 in Form eines Luftvorhanges 34 oder eines sich über den gesamten
Querschnitt des Fettfilters 14 erstrekkenden Sprühstrahles auf diesen Fettfilter 14
abgeben. Dadurch wird der Dunst 8 (Wrasen), welcher automatisch durch Konvektion von
der Kochstelle bzw. dem Kochtopf 6 aufsteigt, in den Luftstrom 34 der Zuluft 22 injiziert
und von diesem in den Fettfilter 14 hinein mitgerissen.
[0025] Das Abluftgebläse 18 saugt etwa 20 % mehr (abhängig von der Ausführungsform der Dunstabzugsvorrichtung
und der Leistung des Abluftgebläses 18) Volumenstrom durch die Filtervorrichtung 14
hindurch ab als Zuluft 22 durch das Zuluftgebläse 28 zugeführt wird, und bläst die
Abluft 20 nach außen in die Außenatmosphäre des Gebäudes.
[0026] Da das Volumen des Abluftstromes 20 ein Vielfaches des Volumenstromes des Dampfes
8 ist, bedeutet dies, daß der Strom der Abluft 20 nahezu zu 80 % aus Zuluft 22, und
etwa 20 % aus Dunst 8 und wenig oder keiner Luft aus der Küche besteht.
[0027] Damit ergeben sich für die Erfindung folgende Vorteile:
[0028] Etwa 80 % der Abluft 20 bleibt untemperiert; es ergibt sich eine Heizenergie-Einsparung
für das Heizen der Küche bis zu etwa 80 %; eine einfache Luftführung; sehr kundenfreundlich,
weil keine Wartungsarbeiten erforderlich sind; es ist keine teure Wärmerückgewinnungseinrichtung
erforderlich.
[0029] Der Abluftkanal 16 und der Zuluftkanal 26 können zusammen als Wärmetauscher ausgebildet
sein, z. B. nur durch eine wärmedurchlässige Wand voneinander getrennt sein, so daß
kalte Zuluft 22 im Zuluftkanal 26 von warmer Abluft 20 im Abluftkanal 16 erwärmt wird.
Ferner kann der Zuluftkanalauslaß 30 ringförmig ausgebildet sein und den Weg des aufsteigenden
Dampfes 8 teilweise oder vollständig umgeben.
[0030] Gemäß einer nicht gezeigten Ausführungsform ist das Zuluftgebläse 28 weggelassen
und die Zuluft 22 wird von der Saugwirkung des Abluftgebläses 18 auf der Saugseite
der Filtervorrichtung 14 aus der Außenumgebung des Gebäudes durch den Zuluftkanal
26 hindurch angesaugt. Diese Saugwirkung ist dann besonders wirksam, wenn in der Küche
Frischluftmangel herrscht, z. B. alle Fenster und Türen dicht verschlossen sind.
[0031] Die Zufuhr von Zuluft 22 ist vorzugsweise abschaltbar, z. B. durch Abschalten des
Zuluftgebläses 28 und/oder durch eine Verschlußklappe zum Verschließen des Zuluftkanals
26.
1. Dunstabzugsvorrichtung enthaltend eine Filtervorrichtung (14), einen Abluftkanal (16)
und ein Abluftgebläse (18), durch welches Dunst (8) durch die Filtervorrichtung (14)
und dann durch den Abluftkanal (20) hindurch in die Außenumgebung eines Gebäudes förderbar
ist, dadurch gekennzeichnet, daß ein Außenumgebungsluft Zuluftkanal (26) vorgesehen ist, der mindestens einen
nahe bei der Ansaugseite (32) der Filtervorrichtung (14) in deren Saugbereich gelegenen
Zuluftkanalauslaß (30) aufweist, so daß Zuluft aus der Außenumgebung des Gebäudes
in den unmittelbaren Ansaugbereich der Ansaugseite (32) der Filtervorrichtung leitbar
ist, wo sie mit aufsteigendem Dunst vermischen kann und zusammen mit dem Dunst von
dem Abluftgebläse (18) durch die Filtervorrichtung (14) saugbar ist.
2. Dunstabzugsvorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Zuluftkanal (26) mit einem Zuluftgebläse (28) versehen ist, durch welches
Zuluft von der Außenumgebung durch den Zuluftkanalauslaß (30) auf die Ansaugseite
(32) der Filtervorrichtung (14) in Richtung quer zum aufsteigenden Dunst (8) förderbar
ist, so daß gegen die Ansaugseite (32) aufsteigender Dunst (8) auf der Ansaugseite
der Filtervorrichtung (14) in den Zuluftstrom eindringt und dann der Zuluftstrom und
der Dunst gemeinsam von dem Abluftgebläse (18) durch die Filtervorrichtung (14) gesaugt
werden.
3. Dunstabzugsvorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Strömungsrichtung des Zuluftkanalauslaßes (30) gegen die Ansaugseite (32)
der Fittervorrichtung (14) gerichtet ist, so daß die Zuluft zwischen aufsteigendem
Dunst (8) und Filtervorrichtung (14) auf diese Filtervorrichtung auftrifft.
4. Dunstabzugsvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß der Zuluftkanalauslaß (30) so ausgebildet ist, daß er den Zuluftstrom (34) auf
den ganzen Ansaugquerschnitt der Filtervorrichtung (14) verteilt.
5. Dunstabzugsvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Strömungsrichtung des Zusatzluftkanalauslaßes (30) schräg nach oben gegen
die Ansaugseite (32) der Filtervorrichtung (14) gerichtet ist.
6. Dunstabzugsvorrichtung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Filtervorrichtung (14) entgegengesetzt schräg zur Strömungsrichtung des
Zuluftkanalauslaßes (30) angeordnet ist, so daß die Filtervorrichtung (14) eine Dachhälfte
und der aus dem Zuluftkanalauslaß (30) ausströmende Zusatzluftstrom (34) eine entgegensetzt
geneigte zweite Dachhälfte einer Art Satteldach über dem aufsteigenden Dunst (8) bilden.
7. Dunstabzugsvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß der aus dem Zuluftkanalauslaß (30) ausströmende Zusatzluftstrom (34) auf seiner
Oberseite durch ein vom Zuluftkanalauslaß (30) schräg nach oben in Richtung zur Filtervorrichtung
(14) sich erstreckendes Leitelement (36) begrenzt ist.