[0001] Ein elektromagnetischer Ventiltrieb zur Betätigung eines Gaswechselventils an einer
Kolbenbrennkraftmaschine besteht im wesentlichen aus zwei mit Abstand zueinander angeordneten
Elektromagneten, zwischen denen ein mit dem Gaswechselventil in Verbindung stehender
Anker entsprechend der abwechselnden Bestromung der Elektromagneten hin und her bewegbar
ist. In der jeweiligen Endlage, d. h. wenn der Anker an der Polfläche des Elektromagneten
anliegt, befindet sich das zugehörige Gaswechselventil entsprechend in seiner Schließstellung
oder seiner Offenstellung. Zum Fangen des Ankers wird der betreffende Elektromagnet
mit einem erhöhten Fangstrom beaufschlagt. Sobald der Anker seine Endstellung am Elektromagneten
erreicht hat, wird die Bestromung des Elektromagneten auf einen niedrigeren Haltestrom
reduziert.
[0002] Durch Störungen in der Ansteuerung der Bestromung, beispielsweise einem zu niedrigen
Fangstrom oder auch einem zu niedrig eingeregelten Haltestrom, aber auch durch äußere
Einflüsse kann der Fall eintreten, daß der Anker gar nicht an der Polfläche zur Anlage
kommt oder aber sich vorzeitig von der Polfläche löst und ohne weitere Maßnahmen unter
der Kraftwirkung der der jeweiligen Endstellung zugeordneten Rückstellfeder in eine
Mittelstellung zwischen den beiden Elektromagneten zurückbewegt wird, so daß das betreffende
Gaswechselventil in einer halbgeöffneten Stellung verbleibt. Da derartige Aktuatoren
nach dem Resonanzprinzip arbeiten, d. h. die volle Rückstellkraft der Feder und das
zeitgerechte Einschalten des Fangstroms am anderen Elektromagneten für eine einwandfreie
Funktion notwendig ist, ist es nicht möglich, den Anker mit der normalen Steuerung
der Bestromung der Elektromagneten wieder in das Arbeitsspiel zurückzuführen. Abgesehen
davon, daß die Kolbenbrennkraftmaschine durch den Ausfall dieses Gaswechselventils
mit einem Zylinder weniger arbeitet, führt dieser Funktionsausfall eines Gaswechselventils
bei fremdgezündeten Kolbenbrennkraftmaschinen, die überlicherweise mit einer katalytischen
Abgasreinigungseinrichtung versehen sind, zu erheblichen Beeinträchtigungen des Betriebs.
Bleibt eines der Gaswechselventile in der halbgeöffneten Stellung, dann ergibt sich
im Verlaufe der weiteren Arbeitsspiele immer die Situation, daß gleichzeitig beide
Gasführungen, d. h. auf der Gaseinlaßseite und der Gasauslaßseite Gaswechselventile
geöffnet sind, so daß mit unverbranntem Kraftstoff versetzte Luft oder bei einer Einspritzabschaltung
zumindest Luft in den Abgastrakt gelangt und damit zu falschen Werten der Lambdaregelung
führt, was wiederum zu den Betrieb der Kolbenbrennkraftmaschine beeinträchtigenden
Veränderungen der Kraftstoffzufuhr und einer unzureichenden Konvertierungstae des
Katalysators führt. Darüber hinaus ändern sich durch den Ausfall eines Aktuators bzw.
Zylinders die Schwingungen im Ansaug- bzw. Abgassystem.
[0003] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, bei derartigen Funktionsausfällen von elektromagnetisch
betätigbaren Gaswechselventilen an Kolbenbrennkraftmaschinen eine im laufenden Betrieb
schnellstmögliche Wiederinbetriebnahme eines ausgefallenen Gaswechselventils zu bewirken.
[0004] Zum Betrieb einer Kolbenbrennkraftmaschine mit elektromagnetischen Ventiltrieben
zur Betätigung der Gaswechselventile, die jeweils einen zwischen zwei Elektromagneten
gegen die Kraft von Rückstellfedern bewegbaren und mit einem Gaswechselventil in Verbindung
stehenden Anker aufweisen und die über eine elektronische Motorsteuerung vollvariabel
ansteuerbar sind, wird gemäß der Erfindung zur Lösung der Aufgabe vorgeschlagen, daß
in der Motorsteuerung im Betrieb die Funktion der elektromagnetischen Ventiltriebe
eines jeden Zylinders erfaßt wird und daß beim Erkennen eines Funktionsausfalls an
einem Zylinder der Elektromagnet des ausgefallenen elektromagnetischen Ventiltriebs
mit einem Fangstrom beaufschlagt wird, der den Anker in die Endstellung an einem Elektromagneten
bringt und daß aus dieser Endstellung heraus der elektromagnetische Ventiltrieb für
den laufenden Arbeitstakt des Zylinders angesteuert wird.
[0005] Zur Minimierung des Maximalstromes werden zum Anlassen einer Kolbenbrennkraftmaschine
die Elektromagenten der einzelnen elektromagnetischen Ventiltriebe durch abwechselndes
Bestromen in der Resonanzfrequenz des aus Anker, Ventil und Rückstellfedern gebildeten
Feder-Masse-Systems oder aber durch hohes Bestromen aus der eingangs beschriebenen
halbgeöffneten Stellung in die vollgeöffnete Stellung gebracht, so daß der Anlasser
praktisch ohne Kompressionswiderstand die Kurbelwelle zu drehen vermag, bis dann in
der zugehörigen Folge des Arbeitsspieles die einzelnen Gaswechselventile in die zugeordnete
Öffnungs- bzw. Schließstellung durch entsprechende Ansteuerung der zugehörigen elektromagnetischen
Ventiltriebe bewegt werden und dann die Kraftstoffzufuhr und ggf. die Zündung zugeschaltet
wird.
[0006] Bei einem Funktionsausfall während des laufenden Betriebes ist im Gegensatz zum ersten
Anschwingvorgang beim Start bereits die Einspritzung aktiviert und im Einlaßkanal
ist ein Kraftstoffwandfilm vorhanden. Außerdem befindet sich in den Zylindern Restgas
aus dem vorangegangenen Arbeitsspiel und auch die Lamdbaregelung ist aktiviert, so
daß hier Maßnahmen zu treffen sind, die den Betrieb des Motors durch den Aktuatorausfall
wenig beeinflussen.
[0007] Da es im laufenden Betrieb nicht darauf ankommt, elektrische Energie zu sparen, sondern
den Funktionsausfall nur eines Gaswechselventils möglichst schnell zu beseitigen,
wird entsprechend der Erfindung über die Motorsteuerung unmittelbar nach Erkennen
des Funktionsausfalls der für den nächsten Fangvorgang relevante Elektromagnet oder
bei Erkennen eines Defektes der übernächste Fangvorgang mit einem entsprechend hohen
Fangstrom angesteuert, so daß der Anker in kürzester Zeit eine in seiner Endstellungen
an einer der Polflächen des fangenden Elektromagneten zur Anlage kommt. Je nach dem
Arbeitstakt des betreffenden Arbeitsspiels werden die Ventile definiert in die geschlossene
oder offene Position bewegt, so daß der Zylinder entweder noch in einem Notlauf betrieben
werden kann oder bei geschlossenen oder teilweise geschlossenen Ventilen nicht mehr
zur Leistungsabgabe herangezogen wird und durch die Schaltung der anderen Ventile
des Zylinders einen möglichst geringen Einfluß auf den Motor- und Katalysatorbetrieb
hat. Aus dieser Endstellung heraus wird der dann haltende Elektromagnet so in seiner
Bestromung angesteuert, daß das betreffende Gaswechselventil wieder im laufenden Arbeitstakt
bewegt oder bei Defekt eines Magneten in der Endposition gehalten wird.
[0008] Da über eine entsprechende Sensorik in der Motorsteuerung auf das Arbeitsspiel bezogen
der Ausfallzeitpunkt erfaßt werden kann, läßt sich auch der auf die Kolbenbewegung
abgestimmte Einschaltzeitpunkt für den Fangstrom bei entsprechender Programmierung
der elektronischen Motorsteuerung festlegen, so daß in kürzester Zeit der Anker in
die im Arbeitsspiel nächstgeöffnete oder geschlossene Position bewegt werden kann.
Die Ansteuerung der Gaswechselventile des betreffenden Zylinders muß hierbei in der
Motorsteuerung so geändert werden, daß während einer Funktionsausfallzeit die Ventile
der einen Gasführungsseite (Gaseinlaßseite) und der anderen Gasführungsseite (Gasauslaßseite)
nicht gleichzeitig geöffnet sind.
[0009] In zweckmäßiger Ausgestaltung ist vorgesehen, daß während einer festgestellten Funktionsausfallzeit
zumindest die Kraftstoffzufuhr zu dem betreffenden Zylinder unterbrochen wird. Da
durch den Ausfall eines Gaswechselventils und zwar unabhängig davon, ob ein Gaseinlaßventil
oder ein Gasauslaßventil ausfällt, infolge mangelnder Kompression der betreffende
Zylinder nicht arbeitet, wird hierdurch vermieden, daß unverbrannter Kraftstoff in
den Abgastrakt ausgeschoben wird und hier der Katalysator mit Kohlenwasserstoffen
"überlastet" wird, da zusätzlich und über die Lambdaregelung diese Betriebssituation
als "zu mageres" Gemisch erfaßt wird, so daß dann die Kraftstoffzufuhr zu den übrigen,
ordnungsgemäß arbeitenden Zylindern soweit erhöht wird, so daß es zu einer deutlichen
Überfettung in diesen Zylindern kommt.
[0010] In zweckmäßiger Ausgestaltung der Erfindung ist ferner vorgesehen, daß während einer
festgestellten Funktionsausfallzeit die Lambdaregelung deaktiviert wird. Die Deaktivierung
der Lambdaregelung ist auch dann erforderlich, wenn über die Motorsteuerung die Kraftstoffzufuhr
zu den betreffenden Zylindern abgeschaltet wird, da dann über den sich weiter bewegenden
Kolben in den Abgastrakt aus dem Luftansaugtrakt zugeführte Luft ausgeschoben wird,
so daß der Sauerstoffanteil im Abgas erhöht wird, was wiederum dazu führen würde,
daß für die übrigen, ordnungsgemäß arbeitenden Zylinder die Kraftstoffzufuhr erhöht
würde und ein optimaler Verbrennungsablauf in den arbeitenden Zylindern nicht gewährleistet
ist.
[0011] In weiterer Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Verfahrens ist vorgesehen, daß beim
Ausfall eines einlaßseitigen Gaswechselventils das bzw. die auslaßseitigen Gaswechselventile
geschlossen gehalten oder sofort geschlossen werden bis zur Einleitung des Normalbetriebs
des ausgefallenen Gaswechselventils im Arbeitstakt oder einen Notlaufbetrieb für den
ausgefallenen Zylinder bzw. den Motor. Hierdurch wird vermieden, daß in den Auslaßtrakt
ein unverbranntes Kraftstoff-Luft-Gemisch oder bei abgeschalteter Kraftstoffzufuhr
Luft ausgeschoben werden kann.
[0012] In Abwandlung ist in gleicher Weise vorgesehen, daß bei ausfall eines auslaßseitigen
Gaswechselventils wenigstens ein einlaßseitiges Gaswechselventil beim Erkennen des
Funktionsausfalls bei einer Kolbenbewegung in die obere Totpunktlage geöffnet und
offengehalten wird oder geöffnet bleibt und bei Motoren mit mindestens zwei Auslaßventilen
die anderen Auslaßventile geschlossen werden oder geschlossen gehalten werden. Der
Öffnungs- bzw. Schließvorgang erfolgt je nach dem Ausfallzeitpunkt außerhalb des normalen
Arbeitsspiels, so daß sowohl bei einer Kolbenbewegung in der Ausschubphase als auch
bei einer Kolbenbewegung in der Kompressionsphase das einlaßseitige Gaswechselventil
geöffnet wird, um so den Ausschub von Kraftstoff-Luft-Gemisch oder Luft in den Abgastrakt
zu minimieren. Zweckmäßigerweise werden hier beide Gaseinlaßventile geöffnet, so daß
aufgrund des kleineren freien Querschnittes des nur halb geöffneten ausgefallenen
Gasauslaßventils der überwiegende Teil des Gasvolumens in den Luftansaugtrakt eingedrückt
und wieder in den Zylinderraum zurückgesaugt wird.
[0013] Bei Wiederzuschalten des Zylinders in den normalen Arbeitstakt der Kolbenbrennkraftmaschine
ist es zweckmäßig, bei der Zumessung der Kraftstoffmenge zu berücksichtigen, wieviel
Kraftstoff aus den Arbeitsspielen vor und während der Funktionsausfallzeit im Zylinder
bzw. im Saugsystem vorhanden ist. Diese Zumesssung hat über die Motorsteuerung zu
erfolgen und zwar in Abhängigkeit davon, ob ein Gaseinlaß- oder ein Gasauslaßventil
ausgefallen ist und zu welchem Zeitpunkt eines Arbeitsspiels der Ausfall erfolgt ist,
d. h. ob der Ausfall während der Luftansaug- und Kraftstoffeinspritzphase erfolgt
ist oder ob der Ausfall während der Abgasausschubphase nach einem Arbeitstakt oder
im Kompressions- oder Expansionstakt erfolgt ist. Hinzu kommt auch noch die Erfassung
der Funktionsausfallzeit in bezug auf die Zahl der Arbeitsspiele sowie die Erfassung
des Zeitpunktes der Abschaltung der Kraftstoffzufuhr und dem Last- und Drehzahlzustand
des Motors beim Ausfall und Wiedereinschalten.
[0014] Über die Motorsteuerung ist beim Wiederzuschalten neben der Kraftstoffmenge die Ladungszusammensetzung
über die Ventilsteuerzeiten für den zuzuschaltenden Zylinder anzupassen. Diese Anpassung
ist abhängig davon, inwieweit verbranntes Abgas im Zylinder vorhanden ist bzw. vorhanden
sein könnte und inwieweit in Abhängigkeit von der Funktionsausfallzeit eine Änderung
der Temperaturrandbedingungen eingetreten ist. In Abhängigkeit von diesen Randbedingungen
muß dann zunächst entschieden werden, ob zunächst ein Ausschieben der vorhandenen
Zylinderladung in den Abgastrakt erfolgt oder ob der Ladungswechsel mit einem Ansaugvorgang
beginnen kann.
[0015] In weiterer Ausgestaltung der Erfindung ist vorgesehen, daß für den betreffenden
Zylinder der Zeitpunkt des Ausfalls im Arbeitsspiel zum Zwecke der Fehlerdiagnose
erfaßt und gespeichert wird.
[0016] Über die Motorsteuerung kann zunächst nicht erfaßt werden ob ein festgestellter Funktionsausfall
eines Gaswechselventils auf eine temporäre Störung zurückzuführen ist, beispielsweise
einen Fehler in der Bestromung, größere Stoßeinflüsse etc., oder ob es sich um einen
dauerhaften Schaden am elektromagnetischen Ventiltrieb selbst handelt, wie beispielsweise
einen Kabelbruch oder dergl.. Ein derartiger dauerhafter Fehler kann dadurch erkannt
werden, daß bei der Bestromung des elektromagnetischen Ventiltriebs nach dem erfindungsgemäßen
Verfahren über die vorhandene Sensorik festgestellt wird, ob der betreffenden Ventiltrieb
nicht wieder ordnungsgemäß arbeitet oder aber eine ordnungsgemäße Funktion vorhanden
ist. Nach dem Erkennen des Ventilaktuatorausfalls müssen die Ventilsteuerzeiten und
die Ventilaktuator-Steuerparameter des betreffenden Zylinders angepaßt werden. Insbesondere
ist eine Anpassung des Auslaß-Fangstromniveaus bei einem Ausfall bei höherer Last
notwendig, um den Lasteinfluß auf die Stromparameter zu berücksichtigen. die geänderte
Saugrohr- und Abgasdynamik kann abhängig vom Betriebszustand des Motors ebenfalls
eine Anpassung der Ventilaktuator-Steuerparameter und Ventilsteuerzeiten der anderen
Zylinder erfordern.
[0017] In Ausgestaltung des Erfindungsgemäßen Verfahrens ist daher vorgesehen, daß bei einem
andauernden Funktionsausfall nach erfolgloser Inbetriebnahme eines Gaswechselventils
auf einer Gasführungsseite die andere Gasführungsseite geschlossen gehalten wird und
daß über die Motorsteuerung die Gaswechselventile und die Kraftstoffzufuhr zu den
anderen Zylindeern zur Erhaltung der Gesamtlastabgabe mit entsprechend höherer Lastvorgabe
angesteuert werden. Hierdurch ist gewährleistet, daß der Lastanteil des ausgefallenen
Zylinders voll von den übrigen Zylindern übernommen wird. Zur Vermeidung von übermäßigen
Drehungleichförmigkeiten, die zu einer Verschlechterung des Fahrkomforts führen können,
können bei gleichzeitiger Lasterhöhung der noch befeuerten Zylinder ein oder mehrere
Zylinder in entsprechender Weise abgeschaltet werden. Dies kann in der Weise erfolgen,
daß nach Abschaltung von Kraftstoffzufuhr und Zündung die Gaswechselventile auf einer
Gasführungsseite geschlossen gehalten werden und auf der anderen Gasführungsseite
offengehalten werden oder alle geschlossen werden. Die übrigen Zylinder können auch
in zyklischer Vertauschung befeuert werden
[0018] Die Erfindung wird anhand eines schematischen Darstellung näher erläutert.
[0019] Die Zeichnung zeigt schematisch einen Zylinder 1 einer Kolbenbrennkraftmaschine,
in der ein Kolben 2 sich in üblicher Weise zwischen dem oberen und dem unteren Totpunkt
auf und ab bewegt. Alle Zylinder 1 der Kolbenbrennkraftmaschine sind auf einer Gasführungsseite
mit einem Gaseinlaßkanal 3 und auf ihrer anderen Gasführungsseite mit einem Gasauslaßkanal
4 versehen, denen jeweils ein Gaseinlaßventil 5 und ein Gasauslaßventil 6 zugeordnet
ist. Mindestens ein Gaswechselventil 5 ist jeweils mit einem elektromagnetischen Ventiltrieb
7.1 und 7.2 versehen. Der elektromagnetische Ventiltrieb 7 besteht im wesentlichen
aus einem Schließmagneten 8 und einem Öffnermagneten 9, zwischen denen in bekannter
Weise ein Anker 10 gegen die Kraft von hier nicht näher dargestellten Rückstellfedern
hin und her bewegbar ist. Der Anker 10 ist mit dem zugehörigen Gaswechselventil verbunden,
so daß bei Anlage des Ankers 10 am Schließmagneten 8 das Gaswechselventil geschlossen
ist und bei. Anlage am Öffnermagneten 9 das Gaswechselventil vollständig geöffnet
ist. Sind die beiden Elektromagneten stromlos, nimmt der Anker 10 und entsprechend
auch das zugehörige Gaswechselventil ohne weitere mechanische Feststellmaßnahme eine
halboffene Zwischenstellung ein.
[0020] Die Bestromung der Magneten 8 und 9 der elektromagnetischen Ventiltriebe 7 wird über
eine Motorsteuerung 11 angesteuert, die auch die übrigen Funktionen der Kolbenbrennkraftmaschine
steuert, so beispielsweise die Kraftstoffzufuhr, die hier durch eine direkteinspritzende
Kraftstoffdüse 12 schematisch dargestellt ist und die Zündung, die hier durch ein
entsprechendes Blitzsymbol 13 dargestellt ist.
[0021] Den beiden elektromagnetischen Ventiltrieben ist eine Sensorik zur Erfassung der
Ventilbewegung bzw. der Ankerbewegung zugeordnet, die hier schematisch durch Sensoren
14.1 und 14.2 dargestellt sind, die mit dem Gaswechselventil in Wirkverbindung stehen.
Die Erfassung der Ventilbewegung kann auch mit anderen Mitteln, beispielsweise über
eine Erfassung der Strom- und/oder Spannungsverläufe an den Elektromagneten unmittelbar
über die Motorsteuerung erfaßt werden, da bekanntlich der Stromverlauf und auch der
Spannungsverlauf in einer Spule sich ändert, wenn durch einen nichtanliegenden, einen
sich annähernden, einen anliegenden oder einen sich wegbewegenden Anker das Magnetfeld
verändert.
[0022] Die hier nur mit einem Zylinder dargestellte Kolbenbrennkraftmaschine steht mit ihrem
Abgastrakt 4 mit einer katalytischen Abgasreinigungseinrichtung 15, beispielsweise
einem Drei-Wege-Abgaskatalysator in Verbindung, der eine Lambdasonde 16 zur Beeinflussung
der Kraftstoffzufuhr zugeordnet ist.
[0023] Entsprechend dem vorstehend ausführlich beschriebenen Verfahren wird nun bei einem
Funktionsausfall beispielsweise des Gaseinlaßventils über die Motorsteuerung 11 sofort
in der Weise reagiert, daß zum einen die Kraftstoffzufuhr durch Schließen des Kraftstoffeinspritzventils
12 zu diesem Zylinder abgeschaltet wird und das Gasausla0ßentil 6 geschlossen gehalten
wird, um zu verhindern, daß über das sich in geöffnetem Zustand befindliche Gaseinlaßventil
unmittelbar Luft oder unverbranntes Luft-Kraftstoff-Gemisch aus dem Zylinderraum in
den Abgastrakt ausgeshoben werden kann.
[0024] Sobald dann das Gaseinlaßventil 5 in der entsprechenden Stellung an seinem haltenden
Elektromagneten 8 oder 9 zur Anlage gekommen ist, werden beide elektromagnetischen
Ventiltriebe 7.1 und 7.2 entsprechend dem für die gesamte Kolbenbrennkraftmaschine
für diesen Zylinder nächstfälligen Arbeitstakt angesteuert, wobei dann entsprechend
dem zugeordneten Arbeitstakt auch Zündung und Kraftstoffzufuhr wieder zugeschaltet
werden. Bei einem Defekt eines Magneten werden abhängig davon, ob es sich um den Öffner-
oder Schließmagneten handelt, ebenfalls Maßnahmen ergriffen, um den Motor mit möglichst
geringer Beeinflussung des Betrievserhaltens weiter zu betreiben.
[0025] Die in Verbindung mit dem Neustart eines ausgefallenen Gaswechselventils vorzunehmenden
weiteren Maßnahmen, die auch davon abhängen, ob ein Gaseinlaßventil oder ein Gasauslaßventil
ausgefallen ist, sind vorstehend eingehend beschrieben worden, so daß, um Wiederholungen
zu vermeiden, auf eine Beschreibung der unterschiedlichen Betriebsfälle anhand der
schematischen Zeichnung verzichtet wird.
1. Verfahren zum Betrieb einer Kolbenbrennkraftmaschine mit elektromagnetischen Ventiltrieben
zur Betätigung der Gaswechselventile, die jeweils einen zwischen zwei Elektromagneten
gegen die Kraft von Rückstellfedern bewegbare und mit einem Gaswechselventil in Verbindung
stehenden Anker aufweisen und, die über eine elektronische Motorsteuerung vollvariabel
ansteuerbar sind, dadurch gekennzeichnet, daß in der Motorsteuerung im Betrieb die
Funktion der elektromagnetischen Ventiltriebe eines jeden Zylinders erfaßt wird und
daß beim Erkennen eines Funktionsausfalls eines elektromagnetischen Ventiltriebs an
einem Zylinder der Elektromagnet des ausgefallenen elektromagnetischen Ventiltriebs
mit einem Fangstrom beaufschlagt wird, der den Anker in die Endstellung an einem Elektromagneten
bringt, und daß aus dieser Endstellung heraus der elektromagnetische Ventiltrieb für
den laufenden Arbeitstakt des Zylinders angesteuert wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß während einer Funktionsausfallzeit
eines Gaswechselventils auf einer Gasführungsseite die Ansteuerung der übrigen Gaswechselventile
dieses Zylinders so geführt wird, daß die eine Gasführungsseite (Gaseinlaßseite) und
die andere Gasführungsseite (Gasauslaßseite) nicht gleichzeitig geöffnet sind.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß während der Funktionsausfallzeit
zumindest die Kraftstoffzufuhr zu diesem Zylinder unterbrochen wird.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, für eine Kolbenbrennkraftmaschine mit
Lambdaregelung, dadurch gekennzeichnet, daß während der Funktionsausfallzeit die Lambdaregelung
deaktiviert wird.
5. Verfahren zum Betrieb einer Kolbenbrennkraftmaschine mit wenigstens zwei Gaswechselventilen
jeweils auf der Gaseinlaßseite und der Gasauslaßseite, insbesondere nach einem der
Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß bei Ausfall eines einlaßseitigen Gaswechselventils
die auslaßseitigen Gaswechselventile geschlossen gehalten werden bis zu Einleitung
des Normalbetriebs oder eines Notlaufbetriebs des ausgefallenen Gaswechselventils
im Arbeitstakt.
6. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß bei Ausfall
eines auslaßseitigen Gaswechselventils wenigstens ein einlaßseitiges Gaswechselventil
bei einer Kolbenbewegung zum oberen Totpunkt geöffnet und offengehalten wird.
7. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß bei Wiederinbetriebnahme
des ausgefallenen Gaswechselventils für den laufenden Arbeitstakt für die AnSteuerung
der Kraftstoffzufuhr der Zeitpunkt des Ausfalls im Arbeitsspiel, die Last und Drehzahl
sowie die Zeitdauer bzw. die Arbeitsspiele des Ausfalls berücksichtigt wird.
8. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß für den betreffenden
Zylinder der Zeitpunkt des Ausfalls im Arbeitsspiel zum Zwecke der Fehlerdiagnose
erfaßt und abgespeichert wird.
9. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß bei andauerndem
Funktionsausfall nach erfolgloser Inbetriebsnahme eines Gaswechselventils auf einer
Gasführungsseite die andere Gasführungsseite geschlossen gehalten wird und daß über
die Motorsteuerung die Gaswechselventile und die Kraftstoffzufuhr zu den anderen Zylindern
zur Erhaltung der Gesamtlastabgabe mit entsprechend höherer Lastvorgabe angesteuert
werden.
10. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, daß die Gesamtlastabgabe
durch Anpassen der Last der Zylinder gleich bleibt.
11. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, daß die Ladungszusammensetzung
bei Wiederinbetriebnahme des Zylinders angepaßt wird.
12. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 11, dadurch gekennzeichnet, daß das Ventil
geschlossen bleibt und der Motor mit einem Ventil auf der Gaseinlaß- oder Gasauslaßseite
weniger weiter betrieben wird.
13. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 12, dadurch gekennzeichnet, daß mindestens
ein weiterer Zylinder abgeschaltet wird und der Motor dadurch mit gleichem Zündabstand
betrieben werden kann, wobei der Zylinderabschaltung auch wechselnd erfolgen kann.