[0001] Die Erfindung betrifft ein flaches, rechteckiges Verpackungsbehältnis aus Papier
oder Kunststoff-Folie für körniges oder granulatförmiges Verpackungsgut mit einer
langloch- oder schlitzförmigen Aufhängeöffnung, insbesondere zur Präsentation von
Saatgut.
[0002] Es ist bekannt, Saatgut in flachen Verpackungsbehältnissen, allgemein auch als Samentüten
bezeichnet, in Handelsgeschäften dem Käufer zu präsentieren. Die Behältnisse sind
auf der dem Käufer zugewandten Sichtseite mit aufgedruckten Informationen versehen.
Die Kontur der Behältnisse ist rechteckig und zur Präsentation in Verkaufsregalen
mit einer Aufhängeöffnung in Form eines Langlochs versehen. Die Ausbildung und die
Anordnung der Aufhängeöffnung sind seit Jahrzehnten üblich. Durch die langjährige
Verwendung der bekannten Ausführungen von Verpackungsbehältnissen ist ein Teil der
Präsentationswirkung verloren gegangen. Abweichungen von den bekannten Zuschnitten
für die Bildung von Verpackungsbehältnissen führen häufig zu Schwierigkeiten bei den
verwendeten Flachbeutelmaschinen, so dass an diesen zum Teil erhebliche technische
Änderungen vorgenommen werden müssen.
[0003] Das deutsche Geschmacksmusterblatt vom 10. Februar 1999 offenbart auf Seite 750 das
deutsche Geschmacksmuster 498 09 019, welches ein Diagonal-Verpackungsbehältnis für
Kleinteile oder ein granulatförmiges Verpackungsgut zeigt. Dort sind die Seiten des
Behältnisses im Wesentlichen gleich lang. Die Aufhängevorrichtung ist mit ihrem Mittelpunkt
im Bereich einer der Behältnisecken an der Faltlinie auf der Winkelhalbierenden der
Ecke angeordnet.
[0004] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein derartiges Diagonal-Verpackungsbehältnis
befüllungstechnisch und zum Gebrauch zu verbessern.
[0005] Gelöst wird die Aufgabe durch die in den Ansprüchen angegebene Erfindung. Erfindungsgemäß
ist die Aufhängeöffnung innerhalb einer streifenförmigen Klebefläche angeordnet, die
sich durchgehend über die gesamte Tiefe des Behältnisses erstreckt. Es ist aber von
Vorteil, wenn die streifenförmigen Klebefläche parallel verläuft zu einer Frontfläche
und rückseitige Fläche miteinander verbindenden Verklebung. Die Verschlussklappe kann
bevorzugt an der Schmalseite des zufolge der streifenförmigen Verklebung rechteckigen
Aufnahmeraumes angeordnet sein. So ergibt sich insgesamt ein durchgehender, langgestreckter
Aufnahmeraum, dessen Breite geringer ist, als dessen Tiefe. Die Breite ist dabei von
einer nach Befüllung verschließbaren Verschlussklappe verschlossen. Diese kann zum
Entleeren des Saatgutes wieder geöffnet oder aufgeschlitzt werden. Dabei dient der
Abschnitt der streifenförmigen Verklebung als Griffzone. An dieser Griffzone kann
das Verpackungsbehältnis angefasst werden, ohne dass dadurch das Entleeren, beispielweise
zum Säen aus der Tüte behindert wird.
[0006] Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung wird nachfolgend anhand beigefügter Zeichnungen
erläutert. Es zeigen:
- Fig. 1
- das Verpackungsbehältnis im zusammengeklebten Zustand,
- Fig. 2
- eine Darstellung des Faltzuschnitts und
- Fig. 3
- eine Darstellung des zusammengeklebten Faltzuschnitts mit geöffneter Verschlussklappe.
[0007] Der Zuschnitt 1 besteht aus einer Frontfläche 2 und einer rückseitigen Fläche 3,
die durch eine Falznut 4 untereinander begrenzt sind. Die Fläche 3 kann in einer Flachbeutelmaschine
nach hinten gelegt werden. Die Frontfläche 2 ist mit Seitenklappen 5, 6 versehen,
die ebenfalls nach hinten umgelegt und durch den in Streifen 12 aufgetragenen Kleber
mit der rückseitigen Fläche 3 verklebt werden. Die rückseitige Fläche 3 liegt dann
auf den um 180° einwärts geklappten Seitenklappen 5, 6 auf.
[0008] Nach dem Füllen der Verpackung wird die streifenförmige Verschlussklappe 9 am äußeren
Ende der Frontfläche 2 mit der rückseitigen Fläche 3 verklebt. Hierdurch ergibt sich
ein ringsumschlossener, rechteckiger Aufnahmeraum. In diesen Aufnahmeraum können auch
Keimschutzbeutel eingebracht werden, die nässeempfindliches Saatgut enthalten. Die
Frontfläche 2 sowie die rückseitige Fläche 3 sind mit spiegelbildlich zur Falznut
4 angeordneten, gleich großen Aufhängeöffnungen 110 versehen, deren Längsachsen senkrecht
zu den jeweiligen Diagonalen oder Winkelhalbierenden der Ecken ausgerichtet sind,
zu denen sie zugeordnet sind.
[0009] Die Aufnahmeöffnungen 110a und 110b liegen in einer flächigen Verklebung. Die Verklebung
111a, 111b erstreckt sich nahezu über die gesamte Längen des Zuschnittes und zwar
parallel zur einwärts geklappten Seitenklappe 5 bzw. zu dem der Seitenklappe 5 zugeordneten
Klebestreifen 12. Nach dem Zusammenkleben des Zuschnittes zum fertigen Behältnis,
wie es die Figur 3 zeigt, entsteht ein langgestreckter, durchgehender Aufnahmeraum,
von der Breite b und der Tiefe t für das Füllgut. Der langgestreckte, im Wesentlichen
rechteckförmige Aufnahmeraum vereinfacht den maschinellen Füllvorgang. Er ist insbesondere
geeignet Keimschutzbeutel aufzunehmen. Nach dem Umfalten der einzelnen Teile des Zuschnittes
mit anschließender Verklebung, ergibt sich ein flaches Verpackungsverhältnis, das
aufgehängt diagonal ausgerichtet ist.
[0010] Die im Wesentlichen rechteckige Verklebung llla und 111b fördert eine symmetrische
Hanglage des Verpackungsverhältnisses. Die streifenförmige Verklebung hat darüber
hinaus den Vorteil, dass sich hierdurch eine Griffzone ausbildet, an welcher die Tüte
angefasst werden kann, um nach Öffnen der Verschlussklappe direkt aus der Tüte zu
säen.
[0011] Zufolge der Verklebung wird die zur Befüllung vorgesehene Öffnung auf ein Maß verkleinert,
das der Schmalseite von herkömmlichen, rechteckigen Tüten entspricht, so dass zum
Befüllen die gleichen Vorrichtungen verwendet werden können.
[0012] Alle offenbarten Merkmale sind (für sich) erfindungswesentlich. In die Offenbarung
der Anmeldung wird hiermit auch der Offenbarungsinhalt der zugehörigen/beigefügten
Prioritätsunterlagen (Abschrift der Voranmeldung) vollinhaltlich mit einbezogen, auch
zu dem Zweck, Merkmale dieser Unterlagen in Ansprüche vorliegender Anmeldung mit aufzunehmen.
1. Flaches, rechteckiges, aus einem vorgefertigten Zuschnitt gefaltetes und verklebtes
Verpackungsbehältnis aus Papier oder Kunststoff-Folie für körniges oder granulatförmiges
Verpackungsgut, mit einer langlochoder schlitzförmigen Aufhängeöffnung, insbesondere
zur Präsentation von Saatgut, wobei die Seiten (7, 8) des Behältnisses (1) im Wesentlichen
gleich lang sind und die Aufhängeöffnung (10) mit ihrem Mittelpunkt im Bereich einer
der Behältnisecken an der Faltlinie auf der Winkelhalbierenden der Ecke angeordnet
ist, dadurch gekennzeichnet, dass der Bereich um die Aufnahmeöffnung derart flächig
verklebt ist, dass die Aufhängeöffnung innerhalb einer streifenförmigen Klebefläche
(111) angeordnet ist, die sich durchgehend über die gesamte Tiefe (t) des Behältnisses
erstreckt.
2. Verpackungsbehältnis nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche oder insbesondere
danach, dadurch gekennzeichnet, dass die streifenförmige Klebefläche (111) parallel
verläuft zu einer Frontfläche (2) und rückseitige Fläche (3) miteinander verbindende
Verklebung (5, 12).
3. Verpackungsbehältnis nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche oder insbesondere
danach, dadurch gekennzeichnet, dass die Verschlussklappe (9) an der Schmalseite des
zufolge der streifenförmigen Verklebung (111) rechteckigen Aufnahmeraums angeordnet
ist.
4. Verpackungsbehältnis nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche oder insbesondere
danach, dadurch gekennzeichnet, dass der der streifenförmigen Klebefläche (111) zugeordnete
Abschnitt des Verpackungsbehältnisses eine Griffzone ausbildet.