[0001] Die Erfindung betrifft eine elektromotorische Blockiervorrichtung, insbesondere für
verschließbare Anlage, wobei ein Sperrbolzen vorgesehen ist, der durch einen Elektromotor
linear bewegbar ist.
[0002] In elektronischen Schloß-Schlüssel-Systemen finden beispielsweise elektromagnetische
Blockiereinrichtungen Verwendung. Sie dienen dazu die Drehung des Zylinderkernes innerhalb
des Schließzylinders zu blockieren. Hierzu ist der Elektromagnet im Zylindergehäuse
angeordnet und dessen Anker (Sperrbolzen) wird durch den Magneten in eine Ausnehmung
in den Zylinder bewegt, so daß der Zylinderkern nicht mehr gedreht werden kann.
Die Aktivierung des Magneten erfolgt bei diesen Systemen durch elektronisch codierte
Schlüssel, deren Codierung von einem im Schließzylinder angeordneten Lesekopf gelesen
wird. Bei passender Codierung erfolgt die Freigabe (DE 92 17 524.4 U1).
[0003] Eine andere elektromotorische Blockierung ist aus der DE 197 06 822 A1.
[0004] Bei anderen - aus der Praxis bekannten - verschließbaren Anlagen können z.B. den
Schlüsselkanal abdeckende Scheiben blockiert werden, so daß kein Zugang zum Schlüsselkanal
möglich ist.
Hierzu können ebenfalls Elektromagneten mit einen als Sperrbolzen ausgebildeten Anker
eingesetzt werden.
[0005] Schließlich sind auch Verriegelungs- bzw. Verschlußeinrichtungen bekannt, die Elektromotoren
als Antriebsmittel verwenden, wobei zur Verstellung der für die Schließung oder Sperrung
zuständigen Bauteile eine Gewindekopplung zwischen Motor und Verstelleinrichtung vorgesehen
ist (DE 197 27 422 C1, DE 37 16 507 A1, DE 90 01 993 U1 und DE 37 16 021 A1).
[0006] Die ständige Verkleinerung elektrisch/elektronischer Einrichtungen und die dabei
weiter bestehende Notwendigkeit zur Aufnahme relativ großer Kräfte erfordert aber
auch andere Lösungen.
[0007] Aufgabe der Erfindung ist es, eine Blockiereinrichtung zu schaffen, die in der Lage
ist relativ große Kräfte aufzunehmen, wobei es sich hier im wesentlichen um auf den
Sperrbolzen wirkende Querkräfte handelt, und die dennoch nur wenig Bauraum benötigt.
- daß auf dem vom Motor abgewandten Ende der Abtriebswelle des Motors eine ein Außengewinde
aufweisende Gewindehülse fest angeordnet ist,
- daß die Gewindehülse mit einer sie umgebenden, ein Innengewinde aufweisenden, Mutter
zusammenwirkt, die linear beweglich in dem die Mutter und den Motor umgebenden Gehäuse
geführt ist,
- daß die Mutter direkt mit dem durch eine Öffnung in dem Gehäuse nach außen schiebbaren
Sperrbolzen verbunden ist und
- daß einerseits zwischen dem Gehäuse und der Mutter, den Sperrbolzen innerhalb des
Gehäuses umgebend, eine Druckfeder und andererseits zwischen der Mutter und dem Motor,
die Abtriebswelle umgebend, eine weitere Druckfeder angeordnet ist.
[0008] Eine Ausgestaltung der Erfindung ergibt sich aus dem Anspruch 2.
[0009] Die Erfindung soll nachfolgend an den Zeichnungen erläutert werden. Dabei zeigt:
Fig.1 einen Schnitt durch eine elektromotorische Blockiereinrichtung im entriegelten
also nicht blockierenden Zustand und
Fig.2 den verriegelten Zustand.
[0010] In einem Gehäuse 1 ist ein Elektromotor 2 angeordnet. Einzuleiten des Motor oder
der Anschlüsse sind hier nicht dargestellt. Der Motor weist eine Abtriebswelle auf.
Auf dem vom Motor abgekehrten Ende der Abtriebswelle ist eine Gewindehülse 5 fest
angeordnet. Diese Gewindehülse weist ein Außengewinde auf. Dieses Außengewinde kämmt
mit dem Innengewinde einer Mutter 4, die in dem Gehäuse linear verschiebbar geführt
ist. Dreht sich die Abtriebswelle des Motors, so führt die Drehung der Gewindehülse
5 zu einer linearen Verschiebung der Mutter und damit des mit dieser verbundenen Sperrbolzens
4a. Je nach Drehrichtung wird der Sperrbolzen in das Gehäuse (durch eine Öffnung)
zurückgezogen (entriegelte Stellung) oder linear vorgeschoben, so daß er dann die
verriegelte Stellung einnimmt. Das Gegenstück zu Sperrbolzen, also das Teil, in das
der Sperrbolzen eingreift ist hier - aus Gründen der Übersicht - nicht dargestellt.
[0011] An der Mutter 4 ist ein Permanentmagnet befestigt, der durch einen Schlitz aus dem
Gehäuse herausragt.
[0012] Dieser Permanentmagnet 6 wirkt mit einem nicht dargestellten Reedkontakt zusammen,
so daß berührungsfrei die Position der Mutter und damit des Sperrbolzens nach außen
übertragbar ist:
1. Elektromotorische Blockiervorrichtung, insbesondere für verschließbare Anlagen, wobei
ein Sperrbolzen (4a) vorgesehen ist, der durch einen Elektromotor (2) linear bewegbar
ist,
dadurch gekennzeichnet,
- daß auf dem vom Motor (2) abgewandten Ende der Abtriebswelle des Motors eine ein
Außengewinde aufweisende Gewindehülse (5) fest angeordnet ist,
- daß die Gewindehülse (5) mit einer sie umgebenden, ein Innengewinde aufweisenden,
Mutter (4) zusammenwirkt, die linear beweglich in dem die Mutter (4) und den Motor
(2) umgebenden Gehäuse (1) geführt ist,
- daß die Mutter (4) direkt mit dem durch eine Öffnung in dem Gehäuse (1) nach außen
schiebbaren Sperrbolzen (4a) verbunden ist und
- daß einerseits zwischen dem Gehäuse (1) und der Mutter (4), den Sperrbolzen (4a)
innerhalb des Gehäuses (1) umgebend, eine Druckfeder (3a) und andererseits zwischen
der Mutter (4) und dem Motor (2), die Abtriebswelle umgebend, eine weitere Druckfeder
(3) angeordnet ist.
2. Elektromotorische Blockiereinrichtung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß in oder an der Mutter (4) ein Permanentmagnet (6) angeordnet ist, der durch einen
Schlitz im Gehäuse (1) hindurchragt und daß dieser Permanentmagnet mit einem Reedkontakt
zusammenwirkt, um die Position der Mutter und damit die Stellung des Sperrbolzens
erkennbar zu machen.