[0001] Die Erfindung betrifft ein Leichtpanzerungselement, insbesondere für Sonderschutzfahrzeuge,
aus mindestens zwei beschußhemmenden Lagen.
[0002] Bei derartigen Sonderschutzfahrzeugen ist es üblich, die Karosserieteile in Richtung
zum Fahrgastraum mit beschußsicheren Panzerelementen auszukleiden. Bekannt ist dazu
die Anwendung von Panzerstahlplatten. Diese gewährleisten die Beschußsicherheit bis
zur höchsten Beschußklasse B7, weisen jedoch ein hohes Gewicht auf und können nur
aufwendig und mit relativ kostenintensiven Werkzeugen in eine gewünschte Oberflächenkontur
geformt werden. Die Anpassung an unterschiedliche Beschußstärken ist ebenfalls nicht
einfach möglich.
[0003] Weiterhin sind Panzerungselemente bekannt, die aus verschiedenen Verbundmaterialien
bestehen. Dabei wird eine Leichtpanzerung gem. DE 43 00 746 A1 in Mehrschichtbauweise
aus zwei Panzerungselementen gebildet. Jedes Panzerungselement besteht aus einem Verbund
einer Faserverbundschicht und einer hochharten Metallschicht. Diese Metallschicht
ist ganzflächig aufgebracht, wodurch sich das Gewicht ebenfalls erhöht und eine dreidimensionale
Verformung schwer möglich ist. In WO 96/18089 wird ein Element zum Absorbieren der
Energie eines Projektils beschrieben, welches ebenfalls aus mehreren unterschiedlichen
Lagen besteht. Die erste in Beschußrichtung weisende Lage ist härter als 25 HRC, die
zweite Schicht hat eine Härte von 20-40% der ersten Schicht. Eine dünne dritte Schicht
absorbiert oder akkumuliert durch ihre Deformation die Energie des Projektils. Die
dritte Schicht besteht dabei aus Kohlenstoffstahl, Fiberglas oder aus auf Kohlenstoffbasis
basierenden Werkstoffen. Nachteilig dabei ist ebenfalls, daß eine Anpassung dieses
Elements an eine gewünschte Oberflächenkontur nicht einfach möglich ist. Weiterhin
ist dessen Herstellung relativ aufwendig und eine unkomplizierte Anpassung an verschiedene
Beschußstärken nicht ohne weiteres möglich.
[0004] In DE 34 26 458 A1 wird ein geschoßhemmendes Laminat aus einer Vielzahl von Aramidgewebelagen
beschrieben. Das Aramidgewebe hat dabei die Eigenschaft, die durch den Aufprall bzw.
das Durchdringen am harten Material verformten oder in Splitter zerlegten Geschosse
gut aufzuhalten. Nachteilig ist jedoch, daß zur Herstellung dreidimensionaler Formen
aus Aramidfasergewebe sehr kostenintensive Werkzeuge erforderlich sind. Eine beschußsichere
Matte zum Abdecken von Fahrzeugwandungen ist aus DE 195 43 127 A1 bekannt. Diese besteht
aus biegsamen beschußsicheren Gewebeschichten und ist mit einem flüssigkeitsdichten
Oberflächenschutz versehen. In DE G 92 15 781.5 U1 wird eine Panzerung für Fahrzeuge
beschrieben, bei welcher die dem Innenraum des Fahrzeuges zugekehrte Oberfläche zusätzlich
zu Panzerplatten aus Panzerstahl mit Gewebematten an Stoßstellen großflächig übergreifend
überdeckt ist. Auch die Gewebematten überlappen sich an ihren Stoßstellen.
[0005] Bekannt ist nach US 3,771,418 auch eine beschußhemmende Schichtenkombination, die
aus einer äußeren Schicht und einer inneren Schicht aus Fiberglas bestehen, wobei
die äußere Schicht sowohl eine höhere Zugfestigkeit als auch eine höhere Elastizität
aufweist. Die Anzahl der Schichten ist entsprechend der geforderten Beschußsicherheit
variierbar, wobei die Anzahl der Lagen, welche die innere Schicht hoher Elastizität
bilden geringer ist, als die Anzahl der Lagen, welche die äußere Schicht hoher Festigkeit
bilden. Dieses Panzerungselement weist eine hohe Gesamtdicke und ein hohes Gewicht
auf.
[0006] Bei den vorgenannten Panzerungselementen, die Matten aus Aramidgeweben oder andere
beschußsicheren Gewebearten verwenden, ist die Beschußsicherheit bei Randbeschuß und
im Winkel von 45° nicht gewährleistet. Eine flexible Anpassung an verschiedene Beschußklassen
und die konstruktiven Besonderheiten eines Fahrzeuges ist ebenfalls nicht einfach
möglich.
[0007] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Leichtpanzerungselement, insbesondere
für Sonderschutzfahrzeuge, zu entwickeln, das den Anforderungen an die Beschußsicherheit
einfach angepaßt werden kann, dabei gleichzeitig leicht in dreidimensionale Formen
bringbar und den konstruktiven Gegebenheiten des Fahrzeugs einfach anpassbar ist,
wobei es eine relativ geringe Gesamtdicke aufweist und somit geeignet ist, optisch
den Eindruck serienmäßiger Innenauskleidungen zu erwecken.
[0008] Diese Aufgabe wird durch die Merkmale des ersten Patentanspruchs gelöst, welche durch
die Merkmale der Unteransprüche weiter ausgebildet werden.
[0009] Das Leichtpanzerungselement weist eine in Beschussrichtung angeordnete erste Lage
aus Faserverbundschichten hoher Festigkeit und eine sich anschließende zweiten Lage
aus Faserverbundschichten hoher Elastizität auf, wobei beide Lagen durch Bindemittel
miteinander verbunden sind und die Anzahl der Lagen variierbar ist, wobei erfindungsgemäß
die Anzahl der elastischen zweiten Faserverbundschichten die Anzahl der harten ersten
Faserverbundschichten übersteigt oder die Reihenfolge der harten ersten Faserverbundschichten
und der elastischen zweiten Faserverbundschichten wechselt.
[0010] Das Leichtpanzerungselement besteht dabei aus unterschiedlichen Faserverbundschichten,
die dreidimensional formbar und geeignet sind, das Durchdringen eines Projektils ganzflächig
zu verhindern.
[0011] Dabei gewährleistet es
- mindestens die Beschußsicherheit bei Verwendung einer Handfeuerwaffe in der Art einer
Kaliber 357 Magnum, mit einem Vollmantel-Kugelspitzkopfgeschoß mit Weichkern mit einer
Geschoßmasse von 10,2g und einer Geschwindigkeit von 430±10 m/s bei einer Beschußentfernung
von 5m dies entspricht
- einem Normbeschuß der Beschußklasse B3 nach der Klassifikation der Europäischen Prüfnorm
EN 1063 (welche der DIN EN 1063 entspricht) und nach DIN EN 1522-1,
- bzw. der Beanspruchungsart 2 für den Beschuß angriffshemmender Stoffe nach DIN 52290
sowie
- mindestens die Beschußsicherheit bei Verwendung einer Handfeuerwaffe in der Art einer
Kaliber 44 Remington Magnum, mit einem Vollmantel-Flachkopfgeschoß mit Weichkern mit
einer Geschoßmasse von 15,6g und einer Geschwindigkeit von 440±10 m/s bei einer Beschußentfernung
von 5m,
dies entspricht
- einem Normbeschuß der Beschußklasse B4 nach der Klassifikation der Europäischen Prüfnorm
EN 1063 (welche der DIN EN 1063 entspricht) und nach DIN EN 1522-1,
- bzw. der Beanspruchungsart 3 für den Beschuß angriffshemmender Stoffe nach DIN 52290
[0012] Mit dem Leichtpanzerungselement wird auch bei dessen Randbeschuß im Abstand von 10mm
seines Randes und bei Beschuß im Winkel von 45°, 10mm vom Kantenabstand des Bauteils,
bei der Verwendung von Vollmantel-Kugelspitzkopfgeschossen mit Weichkern in Verbindung
mit Kaliber 357 Magnum und von Vollmantel-Flachkopfgeschoß mit Weichkern in Verbindung
mit Kaliber 44 Remington Magnum, das Durchdringen von Geschossen verhindert. Auch
bei einem Dreiecksbeschuß mit dreifachem Kaliberabstand (Multihit), bei der Verwendung
von Vollmantel-Kugelspitzkopfgeschossen mit Weichkern in Verbindung mit Kaliber 357
Magnum und von Vollmantel-Flachkopfgeschossen mit Weichkern in Verbindung mit Kaliber
44 Remington Magnum wird das Durchdringen des Projektils vermieden. Dazu weist es
mindestens eine erste hochverfestigende hochfeste Faserverbundschicht - nachfolgend
als harte Faserverbundschicht bezeichnet- und mindestens eine zweite hohe Energieabsorptionsfähigkeit
auch bei Impactbelastung aufweisende Faserverbundschicht - nachfolgend als elastische
Faserverbundschicht bezeichnetauf.
[0013] In Beschußrichtung werden dabei vorzugsweise mehrere erste harte Faserverbundschichten
und anschließend mehrere zweite elastische Faserverbundschichten angeordnet, so daß
auf einen die Geschoßenergie bremsenden harten Bereich aus vorzugsweise mehreren harten
Faserverbundschichten ein das Projektil zurückhaltender elastischer Bereich aus vorzugsweise
mehreren zweiten elastischen Faserverbundschichten folgt.
[0014] Es ist jedoch auch möglich, daß auf einen Bereich aus harten Faserverbundschichten
ein Bereich aus elastischen Faserverbundschichten und danach ein Bereich aus harten
Faserverbundschichten folgt und sich wiederum daran ein Bereich aus vorzugsweise mehreren
elastischen Faserverbundschichten anschließt usw., bis gewährleistet wird, daß das
Projektil das Leichtpanzerungselement nicht mehr durchdringt.
[0015] Eine weitere, jedoch nicht bevorzugte Variante besteht auch darin, in Beschußrichtung
zuerst eine oder mehrere der zweiten Faserverbundschichten anzuordnen. Die Anzahl
der Faserverbundschichten ist insgesamt entsprechend der geforderten Beschußsicherheit
zu variieren.
[0016] Es ist auch möglich, bereichsweise die Anzahl der harten Faserverbundschichten und/oder
der elastischen Faserverbundschichten zu erhöhen. Dies erfolgt vorzugsweise im Randbereich
örtlich oder umlaufend. Die Erhöhung weist dabei vorzugsweise in Beschußrichtung.
Durch diese randseitige Erhöhung der Faserverbundschichten wird insbesondere dem Randbeschuß
und dem 45° Beschuß besser Rechnung getragen.
[0017] Die Faserverbundschichten bestehen vorzugsweise aus in Bindemitteln eingebetteten
organischen und/oder anorganischen Fasern. Dabei können Flachsfasern, Hanffasern,
Sisalfasern, Aramidfasern, Glasfasern, Carbonfasern, Polyethylenfasern oder Kombinationen
dieser Faserwerkstoffe (z.B. Aramid-Glas-Fasern, Aramid-Carbon-Fasern, Aramid-Naturfasern,
Aramid-Polyethylen-Fasern) oder andere geeignete Faserwerkstoffe zur Anwendung kommen.
Um eine sichere Verbindung zwischen den Faserverbundschichten zu gewährleisten, werden
diese ebenfalls untereinander mit Bindemittel verbunden.
[0018] Diese Matrixsysteme können auf duroplastischer oder thermoplastischer Basis beruhen,
wobei als duroplastische Bindemittel z.B. Phenolharze, Melaminharze oder Epoxy-Harze
und als thermoplastische Bindemittel z.B. Polyethylen, Polypropylen oder Polyamid
oder auch Polyvinylbutyral und Polyurethane eingesetzt werden können.
[0019] Die Faserverbundschichten werden vorzugsweise als Gewebe, Gelege, Gewirke oder Gestricke
mit einer amorphen, direktionalen, bidirektionalen oder unidirektionalen Struktur
gefertigt und können für höchste Anforderungen an die Beschußsicherheit auch mit 3-D-Verstrickungen
versehen oder als dreidimensionale Gestricke oder Formteile ausgebildet sein.
[0020] Die erste Faserverbundschicht, die hochverfestigende hochfeste Eigenschaften aufweisen
soll, besteht vorzugsweise aus Carbonfasergewebe und die zweite Faserverbundschicht,
die eine hohe Energieabsorptionsfähigkeit auch bei Impactbelastung aufweisen soll,
besteht vorzugsweise aus Aramidfasergewebe.
[0021] Durch die Eigenschaften der ersten Schicht verfestigt sich diese hochfeste Schicht
zusätzlich bei Auftreffen des Projektils. Durch die hohe Energieabsorptionsfähigkeit
hält die zweite Schicht das Projektil oder dessen Splitter gut fest und verhindert
dessen Durchdringen.
[0022] Mit der Erfindung wird ein Leichtpanzerungselement geschaffen, das durch Kombination
von Anzahl, Reihenfolge. und Zusammensetzung der unterschiedlichen Faserverbundschichten
den jeweilige Anforderungen der Beschußsicherheit und den konstruktiven Gegebenheiten
des jeweiligen Fahrzeuges einfach angepaßt werden kann. Dazu kommt als ein weiterer
wesentlicher Vorteil die Gewichtseinsparung gegenüber herkömmlichen Panzerungen. Die
Anwendung der flexiblen Faserverbundschichten mit unterschiedlichen Eigenschaften
gewährleistet gegenüber beschußsicheren Matten aus Aramidfasergeweben eine gute dreidimensionale
Verformbarkeit (auch bei Radienbereichen mit kleinen Radien oder in Eckenbereichen
von Winkeln) und damit eine einfache Anpassung an die gewünschten Oberflächenkonturen.
[0023] Die Ausrüstung von Fahrzeugen mit Panzerungen wird somit wesentlich erleichtert und
verbessert. Die Leichtpanzerungselemente erwecken optisch den Eindruck serienmäßiger
Innenauskleidungen.
[0024] Zusätzlich wird durch die Carbonfaserschichten insgesamt eine bessere Stabilisierung
der Leichtpanzerungselemente gewährleistet, wodurch auch günstigere Eigenschaften
in Crash-Situationen erzielt werden.
[0025] Durch Hinzufügen oder Weglassen von Schichten kann nicht nur eine Anpassung hinsichtlich
der Beschußsicherheit erfolgen, es ist damit auch möglich, den konstruktiven Gegebenheiten
des jeweiligen Fahrzeuges besser zu entsprechen, indem die jeweilige Blechstärke und
Anzahl des Fahrzeugbleches bei der Festlegung der Anzahl der Lagen (Faserverbundschichten)
und somit der Wandstärke des Leichtpanzerungselements berücksichtigt wird. Bei einer
beispielsweise dreifachen Blechstärke im Türbereich kann die Wandstärke des Leichtpanzerungselements
durch Weglassen von Faserverbundschichten auf einfache Art und Weise verringert werden.
[0026] Gegenüber herkömmlichen Panzerelementen aus Stahl ist nicht mehr zu erkennen, daß
ein Fahrzeug mit einer Panzerung versehen wurde, da das neuartige Panzerelement eine
mattenartige Struktur aufweist. Durch die hervorragenden ballistischen Eigenschaften
des erfindungsgemäßen Leichtpanzerungselements ist es möglich, gegenüber Panzerungen
aus polymeren Materialien und Kombinationen mit diesen (z.B. Aramidfasergewebe), die
Wandstärken wesentlich zu verringern und Beschußklassen von mindesten B3 und B4 sowie
dem Randbeschuß und dem Beschuß unter einem 45° Winkel standzuhalten.
[0027] Dabei werden bekannte Gewebearten und Bindemittel so kombiniert, daß sie ein Leichtpanzerungselement
bilden, das durch seine Festigkeit und Elastizität bei geringem Gewicht, geringer
Wanddicke und guter dreidimensionaler Formbarkeit geeignet ist, höchsten Anforderungen
an die Beschußsicherheit gerecht zu werden.
[0028] Die Erfindung wird nachfolgend anhand von Ausführungsbeispielen und zugehörigen Zeichnungen
näher erläutert. Es zeigen:
- Fig. 1:
- Leichtpanzerungselement mit 3 Faserverbundschichten aus Carbonfasergewebe und 13 Faserverbundschichten
aus Aramidfasergewebe
- Fig. 2:
- Leichtpanzerungselement mit 6 Faserverbundschichten aus Carbonfasergewebe und 13 Faserverbundschichten
aus Aramidfasergewebe
- Fig. 3:
- Leichtpanzerungselement mit 6 Faserverbundschichten aus Carbonfasergewebe und 29 Faserverbundschichten
aus Aramidfasergewebe
- Fig. 4:
- Leichtpanzerungselement mit zwei harten Bereichen aus jeweils 3 Schichten Carbonfasergewebe
sowie zwei elastischen Bereichen aus 3 und aus 17 Faserverbundschichten aus Aramidfasergewebe
- Fig. 5:
- Leichtpanzerungselement mit sich zuerst abwechselnden Bereichen unterschiedlicher
Faserverbundschichten und einem sich anschließenden Bereich gleichartiger Schichten
- Fig. 6:
- Leichtpanzerungselement mit verstärkter Randzone
[0029] In Fig. 1 ist ein Ausschnitt eines Leichtpanzerungselementes dargestellt, wie es
beispielsweise für den Normbeschuß (Dreiecksbeschuß im Abstand von 120mm, mit einer
44 Remington Magnum), Beschußklasse B4 nach EN 1063, DIN EN 1063 und Beanspruchungsart
3 nach DIN 52290, Anwendung finden kann. Die Pfeilrichtung deutet die Beschußrichtung
an. Es hat sich bei zahlreichen Untersuchungen für diesen Anwendungsfall als ausreichend
für das Verhindern des Durchdringen des Projektils erwiesen, daß in Beschußrichtung
drei Lagen harte Faserverbundschichten 1 in Form von Carbonfasergewebe angeordnet
sind, an die sich dreizehn Lagen elastische Faserverbundschichten aus Aramidfasergewebe
anschließen. Die 3 Faserverbundschichten 1 aus Carbonfasergewebe wiesen dabei ein
Flächengewicht von insgesamt 788g/m
2 und die dreizehn Lagen Faserverbundschichten 2 aus Aramidfasergewebe ein Flächengewicht
von insgesamt 6.474 g/m
2 auf. Die Faserverbundschichten 1 und 2 sind dabei durch 88g/m
2 Phenolharz untereinander verbunden worden. Das Gewicht des Leichtpanzerungselementes
konnte somit auf nur 8,7 kg/m
2 reduziert werden.
[0030] Ein Leichtpanzerungselement mit 6 Lagen Carbonfasergewebe (harte Faserverbundschichten
1) und 20 Lagen Aramidfasergewebe 2 (elastische Faserverbundschichten 2) ist in Fig.
2 dargestellt. Dabei sind zuerst in Beschußrichtung die 6 Lagen Carbonfasergewebe
und anschließend die 20 Lagen Aramidfasergewebe angeordnet.
[0031] Versuche haben ergeben, daß ein derartiges Leichtpanzerungselement mit maximal 6
Lagen Carbonfasergewebe mit einem Flächengewicht von insgesamt 1.664 g/m
2 und mit maximal 20 Lagen Aramidfasergewebe mit einem Flächengewicht von insgesamt
9.960 g/m
2 (die mit 88g/m
2 Phenolharz untereinander verbunden wurden) genügen, um zuverlässig die Beschußsicherheit
ohne Außenblech
- bei Multihit mit Kaliber 44 Remington Magnum (Beschußklasse B4 nach EN 1063) und
- bei Normbeschuß mit Kaliber 357 Magnum (Beschußklasse B3 nach EN 1063)
zu gewährleisten.
[0032] Multihit ist dabei der. Fachbegriff für einen Dreiecksbeschuß mit dreifachem Kaliberabstand,
der erhöhte Anforderungen an das Panzerungselement zur Vermeidung des
[0033] Durchschlagens des Projektils stellt.
[0034] In Fig. 3 ist eine weitere Ausführungsvariante mit 6 Carbonfaserschichten (harte
Faserverbundschichten 1) und 29 Aramidfaserschichten (elastische Faserverbundschichten
2) dargestellt, die in gleicher Reihenfolge wie bei den beiden vorgenannten Beispielen
angeordnet sind.
[0035] Bei Multihit mit einer Magnum 357 haben 6 Lagen Carbonfasergewebe und 29 Lagen Aramidfasergewebe
ausgereicht, um die Projektile zuverlässig abzufangen. Das Carbonfasergewebe hatte
dabei ebenfalls ein Flächengewicht von insgesamt 1.664g/m
2 und das Aramidfasergewebe ein Flächengewicht von insgesamt 14.442 g/m
2. Durch die Verbindung mit 88g/m
2 Phenolharz ergab sich ein Gewicht von 19,3kg/m
2.
[0036] Aus den Versuchsergebnissen ist erkennbar, daß ein mehrschichtiger Faserverbundwerkstoff
aus Materialien unterschiedlicher Festigkeit und Elastizität sowohl bei Normbeschuß
der Beschußklassen mindestens B3 und B4 als auch bei Multihit die erforderliche Sicherheit
gewährleistet.
[0037] In Fig. 4 sind drei Faserverbundschichten 2 aus Aramidfasergewebe zwischen jeweils
3 Faserverbundschichten 1 aus Carbonfasergewebe angeordnet. Aus der Beschußrichtung
(Pfeilrichtung) folgt somit auf einen harten Bereich aus 3 Carbonfaserschichten, der
die Energie des Projektils zumindest teilweise aufnimmt, ein elastischer Bereich aus
3 Aramidfaserschichten, der das deformierte Projektil oder Projektilsplitter versucht
zurückzuhalten. An diesen schließt sich wiederum ein harter Bereich aus 3 Carbonfaserschichten
an, der die Energie des Projektils und der Projektilsplitter weiter reduziert, bis
in dem sich anschließenden elastischen Bereich aus 17 Aramidfaserschichten das Projektil
und dessen Splitter vollständig aufgehalten werden.
[0038] Im Ausführungsbeispiel gem. Fig. 5 liegt in Beschußrichtung ein Bereich, in dem jeweils
abwechselnd eine Carbonfaserschicht (Faserverbundschicht 1) und eine
[0039] Aramidfaserschicht (Faserverbundschicht 2) angeordnet sind.
[0040] Der Beschußrichtung entgegengesetzt schließen sich die restlichen Aramidfaserschichten
an, die das Projektil oder dessen Splitter auffangen.
[0041] Die Wanddicken der neuartigen Leichtpanzerungselemente liegen je nach Anzahl der
verwendeten Faserverbundschichten zwischen 5 und 20mm und unterschreiten dabei teilweise
wesentlich die Wandstärken bekannter Panzerungen aus glasfaserverstärkten Kunststoffen,
Aramidgeweben oder anderen bekannten Kombinationen in Mehrschichtbauweise.
[0042] Es können ebenfalls gemäß weiterer nicht dargestellter
[0043] Ausführungsformen harte Faserverbundschichten und weniger harte Faserverbundschichten
sowie elastische und weniger elastische Faserverbundschichten entsprechend kombiniert
werden. So können aus der Geschoßrichtung in die entgegengesetzte Richtung nacheinander
folgende Materialformen bereichsweise angeordnet sein:
1. ein Bereich mit harten Carbonfaserschichten,
2. ein Bereich mit weniger harten Carbonfaserschichten,
3. ein Bereich mit weniger elastischen Aramid-Carbon-Faserschichten,
4. ein Bereich mit elastischen Aramid-Faserschichten um optimale ballistische Werte
zu erzielen.
[0044] Die Anzahl der Faserverbundschichten in den entsprechenden Bereichen muß entsprechend
der geforderten Beschußsicherheit gewählt werden.
[0045] Bei Einsatz eines herkömmlichen Panzerungselementes aus Stahl wird dessen Wandstärke
im Regelfall nicht der jeweiligen Beschußsicherheit angepaßt, da eine entsprechende
Abstufung der Blechdicke zu aufwendig wäre.
[0046] Um den Randbeschuß und den Beschuß im Winkel von 45° zu sichern kann der Randbereich
3 gemäß Figur 6 auch in Beschußrichtung verstärkt sein. In diesem Fall wurden 10 ganzflächig
angeordneten elastischen Faserverbundschichten 2 im Randbereich 3 weitere 10 elastische
Faserverbundschichten 2 hinzugefügt. Über allen Faserverbundschichten 2 befindet sich
in Beschußrichtung die harte Faserverbundschicht 3.
[0047] Im nachfolgenden Diagramm sind den Beschußklassen B1 bis B7 nach DIN EN 1026 die
Waffen und die Kaliber zugeordnet. Die durchgehende obere Linie kennzeichnet dabei
die Verwendung von Stahl, die gestrichelte untere Linie die Verwendung der neuartigen
Leichtpanzerungselemente. Diese können bei entsprechender Kombination der Faserverbundschichten
ebenfalls bis Beschußklasse B7 standhalten, bei wesentlich geringerem Gewicht als
Stahl und bei besserer Verarbeitbarkeit und Variabilität,
[0048] Mit der Erfindung ist es erstmalig möglich, nur durch Weglassen oder Hinzufügen von
Faserverbundschichten ein Leichtpanzerungselement herzustellen, das den spezifischen
Anforderungen der Beschußsicherheit und den konstruktiven Gegebenheiten des jeweiligen
Fahrzeuges entspricht.
[0049] Die Leichtpanzerungselemente können in der Art von Matten oder Formteilen gestaltet
sein. Durch ihre Flexibilität lassen sie sich einfach in gewünschte Oberflächenkonturen
formen, d.h., es ist eine gute Drapierfähigkeit gewährleistet, wodurch auch komplizierte
Konturen nachgebildet werden können. Dabei wird gleichzeitig durch die Schichten mit
einer höheren Festigkeit (Carbonfaserschichten) eine Instabilität vermieden.
[0050] Neben den beschriebenen Ausführungsformen ist es auch möglich, eine andere Reihenfolge
der Faserverbundschichten zu wählen, z.B. können auch bei Anwendung von 6 harten und
20 elastischen Schichten zuerst abwechselnd jeweils eine harte und eine elastische
Schicht angeordnet werden und dann darauf folgend die übrigen elastische Schichten.
Gleichfalls kann die Anzahl der Faserverbundschichten 1 und/oder 2 je nach Anforderung
auch geringer sein als bei den vorgenannten Ausführungsbeispielen.
[0051] Wichtig ist jedoch immer, daß beim Auftreffen des Projektils zuerst dessen kinetische
Energie aufgenommen und in Verformungsenergie umgewandelt wird und anschließend das
Projektil oder Projektilsplitter mit der verbleibenden Energie in den nachfolgenden
Schichten aufgefangen werden.
[0052] Im Vergleich zu allen bekannten Panzerungselementen für den Innenraum von Sonderschutzfahrzeugen
ist es erstmalig möglich, das neuartige Leichtpanzerungselement auf einfache Art und
Weise allen Anforderungen anzupassen.
[0053] Durch eine flächendeckende Ermittlung der festen und elastischen Anteile der Materialverbunde
ist dabei erstmalig eine optimierte Energieaufnahme bei Auftreffen eines Projektils
gegeben.
1. Leichtpanzerungselement, insbesondere für Sicherheitskraftfahrzeuge, mit einer in
Beschußrichtung angeordneten ersten Lage aus Faserverbundschichten (1) hoher Festigkeit
und einer sich anschließenden zweiten Lage aus Faserverbundschichten (2) hoher Elastizität,
wobei beide Lagen durch Bindemittel miteinander verbunden sind und die Anzahl der
in Beschußrichtung weisenden ersten Faserverbundschichten (1) und die Anzahl der sich
anschließenden zweiten Faserverbundschichten (2) des, das Sicherheitskraftfahrzeug
auskleidende, Leichtpanzerungselements, entsprechend der geforderten Beschußsicherheit
variierbar ist, dadurch gekennzeichnet, daß die Anzahl der elastischen zweiten Faserverbundschichten (2) die Anzahl der harten
ersten Faserverbundschichten (1) übersteigt oder daß die Reihenfolge der harten ersten
Faserverbundschichten (1) und der elastischen zweiten Faserverbundschichten (2) wechselt.
2. Leichtpanzerungselement nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß harte Faserverbundschichten (1) und weniger harte Faserverbundschichten (1) miteinander
kombinierbar sind.
3. Leichtpanzerungselement nach einem oder mehreren der Ansprüche von 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß elastische Faserverbundschichten (2) und weniger elastische Faserverbundschichten
(2) miteinander kombinierbar sind.
4. Leichtpanzerungselement nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Faserverbundschichten (1), (2) aus mit Bindemitteln versetzten organischen und/oder
oder anorganischen Fasern bestehen.
5. Leichtpanzerungselement nach einem der ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß Flachsfasern, Hanffasern, Sisalfasern, Aramidfasern, Gewebefasern, Carbonfasern oder
Kombinationen dieser Faserwerkstoffe Anwendung finden.
6. Leichtpanzerungselement nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß duroplastische Bindemittel in Form von Phenolharzen und Melaminharzen und als thermoplastische
Bindemittel Polyethylen oder Polyamid Anwendung finden.
7. Leichtpanzerungselement nach einem der Ansprüche von 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Faserverbundschichten als Gewebe, Gelege oder Gewirke ausgebildet sind.
8. Leichtpanzerungselement nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß die erste Faserverbundschicht (1) ein Carbonfasergewebe ist.
9. Leichtpanzerungselement nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, daß das Flächengewicht des Carbonfasergewebes in der Größenordnung von 200g/m3 liegt.
10. Leichtpanzerungselement nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, daß die zweite Faserverbundschicht (2) ein Aramidfasergewebe ist.
11. Leichtpanzerungselement nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, daß Flächengewicht des Aramidfasergewebes in der Größenordnung von 90g/m3 liegt.
12. Leichtpanzerungselement nach einem der Ansprüche von 1 bis 11, dadurch gekennzeichnet, es in Beschußrichtung 3 bis 6 Lagen der ersten Faserverbundschicht (1) und sich daran
anschließend 13 bis 29 Lagen der zweiten Faserverbundschicht (2) aufweist.
1. A light armoring element, especially for security vehicles, with a first layer of
fiber composite layers (1) of high strength disposed in the direction of bombardment
and an adjacent second layer of fiber composite layers (2) of high elasticity, with
both layers being joined together by binding agents and the number of first fiber
composite layers (1) facing in the direction of bombardment and the number of adjacent
second fiber composite layers (2) of the light armoring element lining the security
vehicle being variable according to the required ballistic protection, characterized in that the number of the elastic second fiber composite layers (2) exceeds the number of
the hard first fiber composite layers (1) or that the sequence of the hard first fiber
composite layers (1) alternates with the elastic second fiber composite layers (2).
2. A light armoring element as claimed in claim 1, characterized in that hard fiber composite layers (1) and fiber composite layers (1) of lesser hardness
can be combined with one another.
3. A light armoring element as claimed in one or several of the claims 1 to 3, characterized in that elastic fiber composite layers (2) and fiber composite layers (2) of lower elasticity
can be combined with one another.
4. A light armoring element as claimed in one of the claims 1 to 3, characterized in that the fiber composite layers (1), (2) consist of organic and/or inorganic fibers laced
with binding agents.
5. A light armoring element as claimed in one of the claims 1 to 4, characterized in that flax fibers, hemp fibers, sisal fibers, aramide fibers, fabric fibers, carbon fibers
or combinations of said fiber materials are used.
6. A light armoring element as claimed in one of the claims 1 to 5, characterized in that duroplastic binding agents in the form of phenolic resins and melamine resins are
used, and polyethylene and polyamide are used as thermoplastic binding agents.
7. A light armoring element as claimed in one of the claims 1 to 6, characterized in that the fiber composite layers are arranged as woven textile, interlaid scrim or knit
fabrics.
8. A light armoring element as claimed in one of the claims 1 to 7, characterized in that the first fiber composite layer (1) is a carbon fiber fabric.
9. A light armoring element as claimed in claim 8, characterized in that the mass per unit area of the carbon fiber fabric is in the magnitude of 200 g/m.2
10. A light armoring element as claimed in one of the claims 1 to 9, characterized in that the second fiber composite layer (2) is a aramide fiber fabric.
11. A light armoring element as claimed in claim 10, characterized in that the mass per unit area of the aramide fiber fabric is in the magnitude of 90 g/m2.
12. A light armoring element as claimed in one of the claims 1 to 11, characterized in that in the direction of bombardment there are 3 to 6 layers of the first fiber composite
layer (1) and adjacent thereto 13 to 29 layers of the second fiber composite layer
(2).
1. Élément de blindage léger, en particulier pour des véhicules de sécurité, avec une
première épaisseur de couches de fibres composites (1) de grande solidité disposée
dans le sens des tirs et suivie d'une deuxième épaisseur de couches de fibres composites
(2) de grande élasticité, les deux épaisseurs étant assemblées par des liants et le
nombre de premières épaisseurs de couches de fibres composites (1) orientées dans
le sens des projectiles et de deuxièmes épaisseurs de couches de fibres composites
(2) qui les suivent dans l'élément de blindage léger habillant le véhicule de sécurité
pouvant varier en fonction de la sûreté anti-projectiles demandée, caractérisé en ce que le nombre de deuxièmes couches de fibres composites (2) élastiques dépasse le nombre
de premières couches de fibres composites (1) dures ou en ce que la succession des premières couches de fibres composites (1) dures et de deuxièmes
couches de fibres composites (2) élastiques varie.
2. Élément de blindage léger selon la revendication 1, caractérisé en ce que des couches de fibres composites (1) dures et des couches de fibres composites (1)
moins dures peuvent être combinées.
3. Élément de blindage léger selon l'une quelconque des revendications 1 à 2, caractérisé en ce que des couches de fibres composites (2) élastiques et des couches de fibres composites
(2) moins élastiques peuvent être combinées.
4. Élément de blindage léger selon l'une quelconque des revendications 1 à 3, caractérisé en ce que les couches de fibres composites (1, 2) se composent de fibres organiques et/ou inorganiques
mélangées à des liants.
5. Élément de blindage léger selon l'une quelconque des revendications 1 à 4, caractérisées en ce que l'on utilise des fibres de lin, de chanvre, de sisal, d'aramide, textiles, de carbone,
ou des combinaisons de ces matériaux en fibres.
6. Élément de blindage léger selon l'une quelconque des revendications 1 à 5, caractérisé en ce que l'on utilise comme liants thermodurcissables des résines phénoliques et des résines
de mélamine et comme liants thermoplastiques du polyéthylène ou du polyamide.
7. Élément de blindage léger selon l'une quelconque des revendications 1 à 6, caractérisé en ce que les couches de fibres composites sont conformées comme des textiles, des nappes ou
des tricots.
8. Élément de blindage léger selon l'une quelconque des revendications 1 à 7, caractérisé en ce que la première couche de fibres composite (1) est un textile de fibres de carbone.
9. Élément de blindage léger selon la revendication 8, caractérisé en ce que le poids par unité de surface du textile de fibres de verre est de l'ordre de 200
g/m3.
10. Élément de blindage léger selon l'une quelconque des revendications 1 à 9, caractérisé en ce que la deuxième couche de fibres composite (2) est un textile de fibres d'aramide.
11. Élément de blindage léger selon la revendication 10, caractérisé en ce que le poids par unité de surface du textile de fibres d'aramide est de l'ordre de 90
g/m3.
12. Élément de blindage léger selon l'une quelconque des revendications 1 à 11, caractérisé en ce qu'il présente, dans le sens des projectiles, 3 à 6 épaisseurs de la première couche
de fibres composite (1) suivies de 13 à 29 épaisseurs de la deuxième couche de fibres
composite (2).