[0001] Die Erfindung richtet sich auf ein Teil eines Möbelstücks, insbesondere eine Frontplatte,
bzw. ein Innenausbauelement wie sie beispielsweise in Küchen eingesetzt wird.
[0002] Die Oberflächenbeschichtung üblicher Möbel- und Küchenfronten und Innenausbauelementen
aus Folie, Schichtstoff, Lack, Furnier und massivem Holz weist erfahrungsgemäß bereits
nach vergleichsweise kurzer Zeit Mängel auf.
[0003] Folienfronten zeigen im täglichen Gebrauch starke Schwächen in der Hitzebeständigkeit,
d.h. es werden maximal 70° erreicht. Nach kurzfristiger Belastung über diesen Temperaturwert
wird die Beschichtung zerstört. Ferner wird keine hinreichende Kratz- und Schlagfestigkeit
erreicht.
[0004] Schichtstoff-Fronten lassen sich vom Design her nur beidseitig rund formen, so daß
die gestalterischen Möglichkeiten eingeschränkt sind. Außerdem weist der Schichtstoff
eine gewisse Kratzempfindlichkeit auf.
[0005] Lackoberflächen sind sowohl schlag- als auch kratzempfindlich.
[0006] Bei furnierten Fronten und Elementen wird beim Nachkauf keine Frontengleichheit erreicht,
da die Furniere individuell sehr unterschiedlich ausfallen.
[0007] Massivholzfronten und Elemente sind nicht verzugsfest, wobei sie außerdem zur Rißbildung
und zur Verwindung neigen. Speziell im Küchenbereich zeigen sich kurzfristig Gebrauchsspuren,
die zu einer schnellen Wertminderung führen.
[0008] Hiervon ausgehend liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde, ein Möbelteil bzw. Innenausbauelement
mit einer Oberfläche zu schaffen, die bekannten, am Markt befindlichen Oberflächen
deutlich überlegen ist. Dies gilt insbesondere für die Hitzebeständigkeit sowie die
Licht-, Kratz- und Schlagfestigkeit bei mechanischer Beanspruchung.
[0009] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß gelöst durch ein Möbelstück, insbesondere eine
Frontplatte, oder ein Innenausbauelement umfassend eine Trägerplatte, eine hierauf
aufgebrachte Beschichtung aus einem Zwei-Komponentenlack als Bindemittel, insbesondere
auf Polyurethan-Basis, eine Beschichtung aus Farbflocken bestehend aus Polyvinylacetat-
und/oder Polyvinylacrylat-Flocken eingebettet in den Zwei-Komponentenlack als Bindemittel
und eine Oberflächenabschlußbeschichtung bestehend aus einem Ein-Komponentenlack mit
einem Bindemittel, insbesondere auf Polyurethan-Basis.
[0010] Durch die erfindungsgemäße Oberflächengestaltung wird eine Anzahl von Vorteilen gegenüber
herkömmlichen derartigen Möbelteilen und Innenausbauelementen erreicht:
[0011] Die Hitzebeständigkeit liegt bei 110°C mit der Möglichkeit einer kurzzeitigen Überbelastung
bis 150°.
[0012] Die Schlagfestigkeit ist so hoch, daß eine überdurchschnittliche mechanische Beanspruchung
möglich ist und selbst Hammerschlag, Kratzen mit harten Gegenständen, Zigarettenglut
und andere vergleichbare hohe Belastungen nicht zu Schäden führen.
[0013] Es besteht ein weiter Spielraum in gestalterischen Möglichkeiten.
[0014] Es können alle Farbgestaltungen ohne großen Aufwand realisiert werden.
[0015] Aufgrund des Schichtaufbaus wird eine Tiefenwirkung und damit ein neues designerisches
Element erreicht.
[0016] Das Oberflächenfinish kann von matt bis hochglänzend ausgeführt sein.
[0017] Es ist eine umweltfreundliche Entsorgung möglich.
[0018] Nachfolgend wird die Herstellung eines erfindungsgemäßen Möbelstücks anhand eines
Ausführungsbeispiels näher beschrieben:
[0019] Als Trägermaterial wird eine handelsübliche Platte aus mitteldichten Fasern oder
eine Spanplatte mit einer beschichteten Rückseite auf Melaminbasis verwendet.
[0020] In einem ersten Arbeitsgang wird die beschichtete Rückseite der Platte abgeklebt.
[0021] Anschließend wird auf die Oberseite und die Kanten eine Beschichtung aus einem Zweikomponentenlack
auf Polyurethan-Basis mit Pigmenten in einem beliebigen Farbton aufgebracht, wobei
die Applikation durch Spritzen, Rollen oder Walzen erfolgen kann.
[0022] Anschließend wird in die noch frische Schichtung eine Schicht aus Farbflocken bestehend
aus Polyvinylacetat und/oder -acrylat aufgebracht, und zwar mit einer speziellen Spritzpistole
mit Hilfe eines Kompressors oder durch manuelle Einstreuung.
[0023] Nun läßt man die Beschichtung bis zum nächsten Arbeitsgang austrocknen.
[0024] Es werden dann Oberseite und Kanten mittels eines Zwischenschliffs bearbeitet.
[0025] Schließlich wird ein Oberflächenfinish in Form eines Einkomponentenlacks auf Polyurethan-Basis
aufgebracht, der vorzugsweise farblos-matt ist. Die Applikation kann wiederum durch
Spritzen, Rollen oder Walzen erfolgen.
[0026] Nach dem Austrocknen kann die Abklebung entfernt werden.
1. Teil eines Möbelstücks, insbesondere Frontplatte, bzw. Innenausbauelement umfassend
- eine Trägerplatte
- eine hierauf aufgebrachte Beschichtung aus einem Zwei-Komponentenlack als Bindemittel,
insbesondere auf Polyurethan-Basis
- eine Beschichtung aus Farbflocken bestehend aus Polyvinylacetat und/oder Polyvinylacrylat-Flocken
eingebettet in den Zwei-Komponentenlack als Bindemittel
- eine Oberflächenabschlußbeschichtung bestehend aus einem Ein-Komponentenlack mit
einem Bindemittel, insbesondere auf Polyurethanbasis.