[0001] Die Erfindung bezieht sich auf eine Schneidladung nach dem Oberbegriff des Anspruchs
1.
[0002] Aus dem DE-GM 88 07 700 ist eine Schneidladung mit planen Seitenflächen bekannt,
bei der oberhalb einer Hauptladung eine Zündladung angeordnet ist. Die Zündladung
erstreckt sich in Längsrichtung zwischen den Seitenflächen. An beiden Enden der Zündladung
ist ein Zündübertrager angeordnet, dessen Wirkrichtung in Verlängerung der Längsrichtung
der Zündladung liegt. Die Zündladung besteht aus Sprengstoff. Der Zündübertrager ist
als ein metallischer Trichter mit einem Öffnungswinkel von 60° ausgebildet und ist
in Sprengstoff eingebettet. Bei Zündung der Zündladung wird der Trichter, der aus
Kupfer besteht zu einem metallischen Strahl umgebildet. Bei winklig zueinander stehenden
Schneidladungen ist nicht auszuschließen, daß der Strahl gerade nicht in den gegenüberliegenden
Trichter des benachbarten Zündübertragers trifft, sondern daneben auf die Stirnfläche.
Aufgrund fehlender, ordnungsgemäßer Zündüberleitung ist die Schneidtiefe der benachbarten
Schneidladung am Ladungsübergang unbefriedigend bzw., es liegt eine starke Streuung
der Schneidtiefe vor.
[0003] Entsprechende Nachteile liegen auch dem Zündübertrager für die Schleppzünder von
Schneidladungsketten nach der DE 34 16 467 C2 vor. Der Zündübertrager ist als projektilbildende
Einlage ausgebildet.
[0004] Aufgabe der Erfindung ist es, einen Zündübertrager für Schneidladungen vorzuschlagen
der eine ordnungsgemäße Überzündung zur nächsten Schneidladung gewährleistet. Vorteilhafte
Weiterbildungen der Erfindung sind den Unteransprüchen zu entnehmen.
[0005] Der Zündübertrager besteht aus wenigen Teilen, die einfach zu laborieren sind. Dadurch
liegt ein Kostenvorteil vor. Durch die prinzipiell hohe Strahlspitzengeschwindigkeit
des Aluminiumtrichters sind größere Streuungen der Detonationsgeschwindigkeit in der,
als Schleppzündung wirkenden Zündladung zulässig und ermöglichen dadurch einen einfachen
Aufbau. Die Zündung der nachfolgenden Zündladung erfolgt durch den hutförmigen Trichter
treffsicher und ist so rechtzeitig, daß durch die Umformung der gegeneinander zugewandten
Stirnbleche der Schneidladungen eine Abdichtung eines eventuellen Spaltes gegenüber
den Schwaden erfolgt.
[0006] Ausführungsbeispiele der Erfindung werden anhand der Zeichnungen nachfolgend beschrieben.
Es zeigt:
- Fig. 1
- eine Schneidladung im Schnitt längs der Linie I - I nach Fig. 2,
- Fig. 2
- zwei Schneidladungen einer Schneidladungskette in Seitenansicht,
- Fig. 3
- zwei Schneidladungen im Schnitt III - III nach Fig. 1,
- Fig. 4
- einen Zündübertrager und
- Fig. 5
- einen weiteren Zündübertrager im Schnitt.
[0007] Eine Schneidladung 10 weist ein Gehäuse 1 mit zwei gegenüberliegenden planen Seitenflächen
2 und 3 auf. In dem Gehäuse 1 ist eine Hauptladung 4 aus Sprengstoff untergebracht,
die unten von einer Einlage 5 begrenzt ist. In die Hauptladung 4 ist ein Detonationswellenlenkkörper
6 eingebettet.
[0008] Oberhalb des Detonationswellenlenkkörper 6 ist eine Zündladung 7 angeordnet. Diese
erstreckt sich mittig über dem Detonationswellenlenkkörper 6 von der Seitenfläche
2 zur Seitenfläche 3. An den beiden Enden der Zündladung 7 sind Zündübertrager 8 vorgesehen.
[0009] Jeder der Zündübertrager 8 weist neben einem Sprengstoffanteil 9 eine metallische
Einlage 11 auf Diese ist als Trichter 12 mit einem Flansch 13 bzw. 14 ausgebildet.
[0010] Die Zündladung besteht aus einem gepreßten, wachsgebundenen Sprengstoff, nämlich
Oktogen. Möglich ist auch jede hochoktogenhaltige Sprengstoffmischung. Dementsprechend
ist der aus Aluminium bestehende Trichter im Sprengstoff spaltfrei gelagert. Ein Öffnungswinkel
15 des Trichters 12 beträgt optimal 30° und kann zwischen 20° und 40° liegen.
[0011] Entsprechend den Fig. 4 und 5 sind die Trichter 12 mit den einstückigen Flanschen
13 und 14 versehen. Der Außendurchmesser der Flansche 13 und 14 entspricht dem Außendurchmesser
der Zündladung 9 und schließt diese Stirnseitig ab.
[0012] Entsprechend Fig. 4 bildet der Flansch 13 mit dem Trichter 12 eine Kante 16.
[0013] Demgegenüber ist entsprechend Fig. 5 der Übergang zwischen dem Flansch 14 und dem
Trichter 12 als Radius 17 ausgebildet. Der Flansch hat die Form eines Trichters. Es
besteht ein Winkel 18 von 10° zwischen dem Flansch 14 und einer Stirnfläche 19 des
Zündübertragers 8. Damit ist der Flansch 14 als flacher Trichter ausgebildet. Ein
Hohlladungsstrahl 21 trifft daher nahezu rechtwinklig auf den Radius 17 bzw. auf den
Flansch 14 auf und durchschlägt diese mit großer Wirkung.
[0014] Entsprechend Fig. 3 erfolgt die Zündung der Schneidladung 10 einseitig entsprechend
einem Pfeil 20. Durch die Zündladung 7 läuft eine nicht dargestellte Detonationsfront.
Diese erzeugt über den Trichter 12 mit dem Flansch 13 gemäß der Fig. 4 einen Hohlladungsstrahl
entsprechend dem Pfeil 21.
[0015] Nachdem die benachbarte Schneidladung 10 - entsprechend Fig. 2 - in einem Winkel
26 zur vorgenannten Schneidladung 10 steht, liegt zwischen den Zündübertragern 8 ein
Abstand 22 vor und die Hauptachsen 23, 24 liegen nicht in einer Ebene. Dadurch trifft
der Hohlladungsstrahl 21 nicht das Zentrum 25 des Zündübertragers 8 sondern trifft
auf den Flansch 13. Der aus Aluminium bestehende Flansch 13 wird durchschlagen und
die dahinterliegende Zündladung 7 gezündet. Die außermittige Zündung der Zündladung
7 hat keinen negativen Einfluß auf die Durchzündung bzw. die Zündung der Hauptladung
4, die hier nicht weiter dargestellt ist. Der Hohlladungsstrahl 21, siehe auch Fig.
3, trifft etwa zum selben Zeitpunkt auf den Flansch 13 auf, wie der Hohlladungsstrahl
31 auf das Zentrum 25.
[0016] Der in den Fig. 2 und 3 ersichtliche Abstand 22 ist der maximal mögliche Abstand
der dann auftritt, wenn zwei Schneidladungen 10 zueinander die ungünstigste Position
haben entsprechend dem in Fig. 2 angegebenen Koppelwinkel 26.
[0017] Wesentlich ist, daß durch die sehr hohe Strahlspitzengeschwindigkeit von 12 bis 13,5
km/s des Trichters 12 größere Streuungen der Detonationsgeschwindigkeit in der Schleppzündung,
bestehend aus den Zündladungen 7 zulässig sind. Auch ist dadurch ein einfacher Aufbau
der Schleppzündung möglich.
[0018] Die Zündung der nachfolgenden Zündladung 7 ist so rechtzeitig, daß durch die Umformung
der gegeneinander zugewandten Stirnbleche 30 eine Abdichtung des Spaltes, bedingt
durch den Abstand 22, gegenüber den Sprengstoffschwaden (nicht gezeichnet) erfolgt.
Die Stirnbleche 30 klatschen aufeinander und dichten den Hauptteil der in Pfeilrichtung
33 strömenden Schwaden ab, sodaß kein wesentlicher Engerieverlust auftritt. Der jeweils
stirnseitig, etwa im Bereich 34, liegende Sprengstoff wird optimal umgesetzt. Es erfolgt
also keine negative Vorbeeinflussung der Hauptladungen 4 bzw. des Schneidladungsstrahles.
[0019] Bei, auf ebenem Untergrund 32 stehenden bzw. aneinander gereihten Schneidladungen
10 ist der Abstand 22 nahe 0 bzw. der Koppelwinkel 26 nicht vorhanden. Dementsprechend
ist der Holladungsstrahl 31 in der Hauptachse 23, 24 und es erfolgt eine zentrische
Zündung der benachbarten Zündladung 7 im Zentrum 25 des Trichters 12.
[0020] Erfolgt nach Fig. 3 eine Überzündung gemäß dem Pfeil 35 außerhalb der Trichter 12,
so ist das nicht kritisch. Der Hohlladungsstrahl 21 bzw. 31 ist um 70 - 80% schneller.
1. Schneidladung (10) mit planen Seitenflächen (2, 3), bei der Oberhalb einer Hauptladung
(4) eine Zündladung (7) angeordnet ist, die sich in Längsrichtung zwischen den Seitenflächen
(2, 3) erstreckt, wobei an einem oder an beiden Enden der Zündladung (7) ein Zündübertrager
(8) angeordnet ist, dessen Wirkrichtung (21, 31) in Verlängerung der Längsrichtung
der Zündladung (7) gerichtet ist,
und der Zündübertrager (8) einen metallischen, strahlbildenden Trichter (12) aufweist,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Trichter (12) aus Aluminium besteht und strahlbildend mit einem Winkel von
20° bis 40° ausgebildet ist.
2. Schneidladung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Trichter (12) einen außenliegenden Flansch (13, 14) besitzt.
3. Schneidladung nach Anspruch 2,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Flansch (13, 14) mit dem Außendurchmesser der Zündladung (7) abschließt.
4. Schneidladung nach Anspruch 2,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Übergang zwischen dem Flansch (14) und dem Trichter (12) als Radius (17) ausgebildet
ist.
5. Schneidladung nach Anspruch 2,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Übergang zwischen dem Flansch (13) und dem Trichter (12) als Kante (16) ausgebildet
ist.
6. Schneidladung nach einem der vorgenannten Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Flansch (14) als flacher Trichter ausgebildet ist.
7. Schneidladung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Zündladung (7) aus wachsgebundenem Oktogen besteht.
8. Schneidladung nach Anspruch 2,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Trichter (12) hutförmig ausgebildet ist.