[0001] Die Erfindung betrifft eine Pressenanordnung zur Behandlung einer Faserstoffbahn,
insbesondere Papier- oder Kartonbahn.
[0002] Eine solche Pressenanordnung kann eine oder auch mehrere Schuhpressen aufweisen.
Eine jeweilige Schuhpresse umfaßt eine Schuhpreßeinheit mit wenigstens einem Preßschuh,
über den ein flexibles Preßband geführt ist und der mit einer insbesondere durch eine
Gegenwalze gebildeten Gegenfläche einen in Bahnlaufrichtung verlängerten Preßspalt
bildet. Bei der Schuhpreßeinheit kann es sich beispielsweise um eine Schuhpreßwalze
mit einem über den Preßschuh geführten flexiblen Preßmantel handeln.
[0003] Bei den bisher üblichen Pressenanordnungen werden sowohl bei den einfach befilzten
als auch bei den doppelt befilzten Schuhpressen die Filzbänder im Anschluß an den
Preßspalt in der Regel so weitergeführt, daß es zu einer Nachumschlingung der Gegenwalze
kommt. Dabei werden die Filzbänder meistens in Richtung derjenigen Tangente der Tangentenschar
der Schuhkontur weitergeführt, die mit der durch den Kraftschwerpunkt des Preßschuhes
verlaufenden Preßebene den größten Winkel bildet.
[0004] Bei einer aus der US-A-5 908 536 bekannten einfach befilzten Schuhpresse wird die
Faserstoffbahn zwischen einem Filzband und einem Transferband durch den Preßspalt
geführt und im Anschluß daran unmittelbar von dem Filzband getrennt und mittels des
Transferbandes im wesentlichen ohne Nachumschlingung der Gegenwalze weitergeführt.
[0005] Ziel der Erfindung ist es, eine Pressenanordnung der eingangs genannten Art zu schaffen,
bei der der Lauf der Bespannung und der Faserstoffbahn nach einer jeweiligen doppelt
befilzten Schuhpresse in optimaler Weise stabilisiert und eine höhere Gleichmäßigkeit
des Feuchtequerprofils der Faserstoffbahn sichergestellt ist. Überdies soll gewährleistet
sein, daß im Bereich einer betreffenden doppelt befilzten Schuhpresse die Rückbefeuchtung
der Bahn auf ein Minimum reduziert ist und sich eine Verschiebung des Wassergehalts
des bahntragenden Filzbandes in z-Richtung betrachtet von der Bahn weg einstellt.
[0006] Diese Aufgabe wird nach der Erfindung dadurch gelöst, daß wenigstens eine doppelt
befilzte Schuhpresse vorgesehen ist, an deren Spaltauslauf die beiden Filzbänder zusammen
mit der dazwischenliegenden Faserstoffbahn das betreffende Preßschuhende zumindest
teilweise umschlingen.
[0007] Aufgrund dieser Ausbildung wird eine wesentlich höhere Laufstabilität erreicht, was
insbesondere bei höheren Maschinengeschwindigkeiten von Vorteil ist, bei denen durch
mitgeschleppte Luftgrenzschichten der Bespannungen und Walzen besonders große, einem
stabilen Lauf entgegenwirkende Luftkräfte entstehen. Mit der erfindungsgemäßen Lösung
können insbesondere auch die bei höheren Maschinengeschwindigkeiten normalerweise
auftretenden, über die Maschinenbreite instabilen, ungleichmäßigen Flatterbewegungen
vermieden werden. Entsprechend ist die Erfindung mit besonderem Vorteil bei Maschinengeschwindigkeiten
anwendbar, die größer als etwa 1600 m/min und insbesondere größer als etwa 1900 m/min
sind.
[0008] Bei einer zweckmäßigen Ausführungsform der erfindungsgemäßen Pressenanordnung, bei
der die in Bahnlaufrichtung gemessene Länge des Preßschuhs z.B. kleiner als etwa 350
mm ist, laufen die beiden Filzbänder zusammen mit der dazwischenliegenden Faserstoffbahn
in einem Winkel zur durch den Kraftschwerpunkt des Preßschuhes verlaufenden Preßebene
von dem Preßschuhende ab, der kleiner als etwa 110° ist. Dabei ist der betreffende
Preßspalt vorzugsweise zwischen einer den Preßschuh aufweisenden Schuhpreßeinheit,
insbesondere einer Schuhpreßwalze, und einer Gegenwalze gebildet, deren Durchmesser
größer ist als etwa 1000 mm.
[0009] Bei einer anderen vorteilhaften Ausführungsform, bei der die in Bahnlaufrichtung
gemessene Länge des Preßschuhs z.B. kleiner als etwa 550 mm ist, laufen die beiden
Filzbänder zusammen mit der dazwischenliegenden Faserstoffbahn in einem Winkel zur
durch den Kraftschwerpunkt des Preßschuhs verlaufenden Preßebene von dem Preßschuhende
ab, der kleiner als etwa 115° ist. Dabei ist der betreffende Preßspalt vorzugsweise
zwischen einer den Preßschuh aufweisenden Schuhpreßeinheit, insbesondere einer Schuhpreßwalze,
und einer Gegenwalze gebildet, deren Durchmesser größer ist als etwa 1300 mm.
[0010] Die beiden Filzbänder können zusammen mit der dazwischenliegenden Faserstoffbahn
beispielsweise in einem Winkel zur durch den Kraftschwerpunkt des Preßschuhs verlaufenden
Preßebene von dem Preßschuhende ablaufen, der in einem Bereich von etwa 90° bis etwa
105° liegt. In bestimmten Fällen kann es auch von Vorteil sein, wenn der betreffende
Winkel kleiner oder gleich 90° ist.
[0011] Bei einer zweckmäßigen praktischen Ausführungsform der erfindungsgemäßen Pressenanordnung
besitzt der Preßschuh am auslaufseitigen Ende einen Krümmungsradius, der in einem
Bereich von etwa 20 mm bis etwa 100 mm liegt.
[0012] Von besonderem Vorteil ist, wenn wenigstens zwei in Bahnlaufrichtung hintereinander
angeordnete Schuhpressen vorgesehen sind und zumindest eine dieser Schuhpressen in
entsprechender Weise doppelt befilzt sind.
[0013] Die Erfindung wird im folgenden anhand von Ausführungsbeispielen unter Bezugnahme
auf die Zeichnung näher erläutert; in dieser zeigen:
- Figur 1
- eine schematische, geschnittene Teildarstellung einer doppelt befilzten Schuhpresse
und
- Figur 2
- eine schematische, teilweise geschnittene Darstellung einer Pressenanordnung mit zwei
doppelt befilzten Schuhpressen.
[0014] Figur 1 zeigt in schematischer, geschnittener Teildarstellung eine doppelt befilzte
Schuhpresse 10 einer Pressenanordnung zur Behandlung einer Faserstoffbahn 12. Bei
der Faserstoffbahn 12 kann es sich insbesondere um eine Papier- oder Kartonbahn handeln.
[0015] Die Schuhpresse 10 umfaßt eine Schuhpreßeinheit 14, die mit einer Gegenwalze 16 einen
in Bahnlaufrichtung L verlängerten Preßspalt 18 bildet. Dazu umfaßt die Schuhpreßeinheit
14 einen im Bereich des Preßspaltes 18 angeordneten Preßschuh 20, über den ein flexibles
Preßband geführt ist, das im vorliegenden Fall durch einen flexiblen Preßmantel 22
gebildet ist. Im vorliegenden Fall ist als Schuhpreßeinheit 14 somit eine Schuhpreßwalze
vorgesehen.
[0016] Die Faserstoffbahn 12 ist zusammen mit zwei endlosen Filzbändern 24, 26 durch den
verlängerten Preßspalt 18 geführt. Wie anhand der Figur 1 zu erkennen ist, ist dabei
die Faserstoffbahn 12 zwischen diesen beiden Filzbändern 24, 26 angeordnet.
[0017] Der Preßschuh 20 ist im mittleren Bereich konkav und am auslaufseitigen Ende konvex
gekrümmt. Der Krümmungsradius R am auslaufseitigen Schuhende kann beispielsweise in
einem Bereich von etwa 20 mm bis etwa 100 mm liegen.
[0018] Die beiden Filzbänder 24, 26 und die dazwischenliegende Faserstoffbahn 12 sind so
aus dem verlängerten Preßspalt 18 herausgeführt, daß sie das konvex gekrümmte Preßschuhende
zumindest teilweise umschlingen. Entsprechend laufen die beiden Filzbänder 24, 26
mit der dazwischen angeordneten Faserstoffbahn 12 in einem Winkel a zur durch den
Kraftschwerpunkt des Preßschuhes 20 verlaufenden Preßebene 28 von dem Preßschuhende
ab, der kleiner ist als der Winkel ß zwischen der Preßebene 28 und derjenigen Tangente
30 der Tangentenschar der Schuhkontur, die mit der Preßebene 28 den größten Winkel
bildet. Dabei ergibt sich eine Nachumschlingung der Länge L
N des Preßschuhes 20.
[0019] Beim vorliegenden Ausführungsbeispiel ist der Winkel a zwischen den beiden vom Preßschuhende
ablaufenden Filzbändern 24, 26 mit dazwischen angeordneter Faserstoffbahn 12 und der
Preßebene 28 kleiner als 90°.
[0020] Figur 2 zeigt in schematischer, teilweise geschnittener Darstellung eine Pressenanordnung
32 mit zwei doppelt befilzten Schuhpressen 10', 10" die jeweils zumindest im wesentlichen
den gleichen Aufbau wie die in der Figur 1 dargestellte Schuhpresse 10 besitzen. Einander
entsprechende Teile sind mit gleichen Bezugszeichen versehen. Am Spaltauslauf der
beiden doppelt befilzten Schuhpressen 10', 10" ergibt sich also jeweils wieder eine
Nachumschlingung LN des jeweiligen Preßschuhes 20 durch die beiden betreffenden Filzbänder
24, 26 und die dazwischenliegende Faserstoffbahn 12.
[0021] Das obere Filzband 22 der ersten Schuhpresse 10' ist in Bahnlaufrichtung L vor dem
betreffenden Preßspalt 18 über eine Saugwalze 34 geführt, in deren Bereich die Faserstoffbahn
12 von einem Siebband 36 eines Formers übernommen wird.
[0022] Das obere Siebband 22 der zweiten Schuhpresse 10" kann in Bahnlaufrichtung L vor
dem betreffenden Preßspalt 18 beispielsweise über eine Saugwalze 38 geführt sein,
um die Faserstoffbahn 12 vom unteren Filzband 26 der ersten Schuhpresse 10' zu übernehmen.
[0023] Hinter der zweiten Schuhpresse 10' wird die Faserstoffbahn 12 schließlich von einem
Trockensieb 40 einer Trockenpartie vom unteren Filzband 26 der zweiten Schuhpresse
10" übernommen. Im Abnahmebereich ist das Trockensieb 40 über eine Saugwalze 42 geführt.
[0024] Die Nachumschlingung L
N ist vorzugsweise ≥ 5 mm, ≥ 10 mm und insbesondere ≥ 20 mm.
Bezugszeichenliste
[0025]
- 10
- doppelt befilzte Schuhpresse
- 10'
- doppelt befilzte Schuhpresse
- 10"
- doppelt befilzte Schuhpresse
- 12
- Faserstoffbahn
- 14
- Schuhpreßeinheit, Schuhpreßwalze
- 16
- Gegenwalze
- 18
- verlängerter Preßspalt
- 20
- Preßschuh
- 22
- Preßband, flexibler Preßmantel
- 24
- Filzband
- 26
- Filzband
- 28
- Preßebene
- 30
- Tangente
- 32
- Pressenanordnung
- 34
- Saugwalze
- 36
- Siebband
- 38
- Saugwalze
- 40
- Trockensieb
- 42
- Saugwalze
- L
- Bahnlaufrichtung
- LN
- Nachumschlingung
- R
- Krümmungsradius
1. Pressenanordnung (32) zur Behandlung einer Faserstoffbahn (12), insbesondere Papier-
oder Kartonbahn,
dadurch gekennzeichnet,
daß wenigstens eine doppelt befilzte Schuhpresse (10, 10', 10") vorgesehen ist, an
deren Spaltauslauf die beiden Filzbänder (24, 26) zusammen mit der dazwischenliegenden
Faserstoffbahn (12) das betreffende Preßschuhende zumindest teilweise umschlingen.
2. Pressenanordnung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß die in Bahnlaufrichtung (L) gemessene Länge des Preßschuhs (20) kleiner als etwa
350 mm ist und daß die beiden Filzbänder (24, 26) zusammen mit der dazwischenliegenden
Faserstoffbahn (12) in einem Winkel (α) zur durch den Kraftschwerpunkt des Preßschuhes
(20) verlaufenden Preßebene (28) von dem Preßschuhende ablaufen, der kleiner als etwa
110 ° ist.
3. Pressenanordnung nach Anspruch 2,
dadurch gekennzeichnet,
daß der betreffende Preßspalt (18) zwischen einer den Preßschuh (20) aufweisenden
Schuhpreßeinheit, insbesondere einer Schuhpreßwalze (14), und einer Gegenwalze (16)
gebildet ist, deren Durchmesser größer ist als etwa 1000 mm.
4. Pressenanordnung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß die in Bahnlaufrichtung (L) gemessene Länge des Preßschuhs (20) kleiner als etwa
550 mm ist und daß die beiden Filzbänder (24, 26) zusammen mit der dazwischenliegenden
Faserstoffbahn (12) in einem Winkel (α) zur durch den Kraftschwerpunkt des Preßschuhes
(20) verlaufenden Preßebene (28) von dem Preßschuhende ablaufen, der kleiner als etwa
115 ° ist.
5. Pressenanordnung nach Anspruch 4,
dadurch gekennzeichnet,
daß der betreffende Preßspalt (18) zwischen einer den Preßschuh (20) aufweisenden
Schuhpreßeinheit, insbesondere einer Schuhpreßwalze (14), und einer Gegenwalze (16)
gebildet ist, deren Durchmesser größer ist als etwa 1300 mm.
6. Pressenanordnung nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß die beiden Filzbänder (24, 26) zusammen mit der dazwischenliegenden Faserstoffbahn
(12) in einem Winkel ( a ) zur durch den Kraftschwerpunkt des Preßschuhes (20) verlaufenden
Preßebene von (28) dem Preßschuhende ablaufen, der in einem Bereich von etwa 90° bis
etwa 105° liegt.
7. Pressenanordnung nach einem der Ansprüche 1 bis 6,
dadurch gekennzeichnet,
daß die beiden Filzbänder (24, 26) zusammen mit der dazwischenliegenden Faserstoffbahn
(12) in einem Winkel ( α ) zur durch den Kraftschwerpunkt des Preßschuhes (20) verlaufenden
Preßebene (28) von dem Preßschuhende ablaufen, der kleiner oder gleich 90° ist.
8. Pressenanordnung nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Preßschuh (20) am auslaufseitigen Ende einen Krümmungsradius (R) besitzt,
der in einem Bereich von etwa 20 mm bis etwa 100 mm liegt.
9. Pressenanordnung nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß wenigstens zwei in Bahnlaufrichtung (L) hintereinander angeordnete Schuhpressen
(10', 10") vorgesehen sind und zumindest eine dieser Schuhpressen (10', 10") in entsprechender
Weise doppelt befilzt ist.