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EP 1 102 023 B1 |
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EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT |
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Hinweis auf die Patenterteilung: |
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16.11.2005 Patentblatt 2005/46 |
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Anmeldetag: 26.10.2000 |
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Internationale Patentklassifikation (IPC)7: F41A 9/42 |
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Geschossansetzer für Artillerie
Rammer for an artillery gun
Dispositif de refoulement pour canon d'artillerie
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Benannte Vertragsstaaten: |
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AT BE CH CY DE DK ES FI FR GB GR IE IT LI LU MC NL PT SE |
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Priorität: |
17.11.1999 DE 19955234
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Veröffentlichungstag der Anmeldung: |
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23.05.2001 Patentblatt 2001/21 |
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Patentinhaber: Krauss-Maffei Wegmann GmbH & Co. KG |
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34127 Kassel (DE) |
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Erfinder: |
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- Baus, Rüdiger, Dipl.-Ing.
34246 Vellmar (DE)
- Kneisel, Thomas, Dr.
34134 Kassel (DE)
- Lieberum, Karl, Ing. grad
34305 Niedenstein (DE)
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Vertreter: Feder, Wolf-Dietrich |
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Dr. Wolf-D. Feder, Dr. Heinz Feder
Dipl.-Ing. P.-C. Sroka
Dominikanerstrasse 37 40545 Düsseldorf 40545 Düsseldorf (DE) |
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Entgegenhaltungen: :
EP-A- 0 352 584 DE-A- 2 460 507 US-A- 4 791 850
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DE-A- 2 455 994 DE-A- 3 208 941 US-A- 5 107 750
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| Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die
Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen
das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich
einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr
entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen). |
[0001] Die Erfindung betrifft einen Geschoßansetzer für Artillerie mit den Merkmalen aus
dem Oberbegriff des Patentanspruchs 1.
[0002] Ein derartiger, auch als "Freiflugansetzer" bezeichneter Geschoßansetzer ist beispielsweise
in EP 0 352 584 A2 beschrieben.
[0003] Das Prinzip des Freiflugansetzers besteht darin, daß einem außerhalb der Waffenanlage
befindlichen Geschoß eine so hohe Geschwindigkeit verliehen wird, daß sich dieses
nach dem Verlassen des Beschleunigungssystems aufgrund der durch die Beschleunigung
bewirkten kinetischen Energie im freien Flug weiterbewegt und der Ansetzvorgang auf
diese Weise realisiert wird. Die in der obengenannten Druckschrift, so wie beispielsweise
auch in CH 664 627 beschriebenen Freiflugansetzer besitzen zum Beschleunigen ein Schlittensystem,
bei dem das auf dem Schlitten gelagerte Geschoß einschließlich des Schlittens beschleunigt
wird und beim Erreichen der erforderlichen Ansetzgeschwindigkeit der Schlitten abgebremst
wird. Das Geschoß fliegt dann durch das Bodenstück in den Ladungsraum der Waffe und
wird in den Zügen des Waffenrohres angesetzt.
[0004] Bei Artilleriegeschützen ist hinter der Waffenanlage in der Regel nur ein relativ
kurzer Beschleunigungsweg für das Schlittensystem realisierbar, auf dem der Schlitten
mit dem Geschoß auf die erforderliche Ansetzgeschwindigkeit beschleunigt werden muß.
Aus dem gegebenen Beschleunigungsweg und der zu erreichenden Ansetzgeschwindigkeit
errechnen sich hohe Beschleunigungswerte. Dadurch ergibt sich zur Beschleunigung der
vorhandenen Massen (Schlitten und Geschoß) zwangsläufig eine hohe Beschleunigungskraft,
die schlagartig aufgebracht werden muß. Dies bedeutet, daß für den Beschleunigungsvorgang
kurzzeitig eine hohe Energiedichte zur Verfügung stehen muß.
[0005] Bei bekannten Geschoßansetzern werden pneumatische (EP 0 352 584 A2) bzw. hydraulische
(CH 664 627) Antriebsvorrichtungen verwendet, die als Kolben-Zylinderantriebe ausgebildet
sind, wobei das zum Betreiben jeweilige Medium in einem Arbeitsspeicher gespeichert
ist und mittels eines speziellen Steuerventils schlagartig dem Kolben-Zylinderantrieb
zugeführt wird.
[0006] Zum Erzeugen der erforderlichen Druckluft bzw. des Hydraulikdrucks verwendet man
eine elektromotorisch betriebene Kompressoranlage bzw. ein Hydraulikaggregat.
[0007] Die Wandlung der elektrischen Energie in eine andere Energieform, deren Aufbereitung
und Speicherung erfordern einen hohen Aufwand und sind mit erheblichen Wirkungsgradverlusten
verbunden.
[0008] Es sind weiterhin Freiflugansetzer bekannt, die als Antriebsvorrichtung Federspeicher,
beispielsweise elektromotorisch vorgespannte Schraubenfedern oder Gasfedern verwenden,
welche beim Ansetzvorgang mechanisch ausgelöst werden und die gespeicherte Energie
über nachgeschaltete Maschinenbauteile (Ketten, Zahnstangen) auf das Geschoß oder
den Ansetzschlitten übertragen.
[0009] In dem Dokument DE 3208941 A1 ist die Anwendung eines elektro-linearmotorischen Antriebs
auf die Steuerung eines Geradezugverschlusses einer automatischen Rohrwaffe beschrieben.
Bei dieser bekannten Anwendung wird der Verschlusskörper aus einer Fangstellung im
rückwärtigen Bereich seiner Bewegungsbahn zur Feuereröffnung beschleunigt, wobei er
eine bereitliegende Munitionseinheit zum Einführen in das Waffenrohr mitnimmt und
zur Schussentwicklung verriegelt wird. Durch einen Teil der bei der Schussentwicklung
freiwerdenden Energie wird der Verschlusskörper wieder entriegelt und schnellt zurück,
wobei er in einen Verschlusspuffer schlägt und dabei seine Bewegungsrichtung zur Einleitung
eines nachfolgenden Schusszyklus umkehrt.
[0010] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, einen Freiflugansetzer für Artillerie mit
den eingangs und im Oberbegriff des Patentanspruchs 1 angegebenen Merkmalen so auszugestalten,
daß in der Antriebsvorrichtung elektrische Energie direkt in kinetische Energie umgewandelt
wird und damit der Wirkungsgradverlust durch eine Umwandlung der elektrischen Energie
in eine andere Energieform vermieden wird.
[0011] Die Erfindung geht von der Erkenntnis aus, daß die Realisierung einer solchen Antriebsvorrichtung
durch von herkömmlichen Elektromotoren angetriebene Systeme an der Umsetzung der für
den Augenblick des Ansetzvorgangs erforderüchen hohen elektrischen Energie in die
translatorische Schlittenbewegung scheitert. Infolge der Umsetzung der Drehbewegung
eines herkömmlichen Elektromotors in die translatorische Schlittenbewegung stoßen
die hierfür im Maschinenbau bekannten Maschinenelemente (Ketten, Spindeln, Getriebe,
Zahnstangen) infolge der bei der Beschleunigung auftretenden Massenkräfte und den
hoher, Ansetzgeschwindigkeiten an die Grenzen ihrer Belastbarkeit. Weiterhin ist,
insbesondere bei in Kampffahrzeugen angeordneten Geschützen, wegen der Baugröße eines
herkömmlichen Elektromotors, der erforderlichen Leistung und dessen Gewicht die Unterbringung,
beispielsweise Anordnung an einem beweglichen Ladearm, kaum realisierbar.
[0012] Die Lösung der obengenannten Aufgabe geschieht erfindungsgemäß mit den Merkmalen
aus dem kennzeichnenden Teil des Patentanspruchs 1. Vorteilhafte Weiterbildungen der
Erfindung sind in den abhängigen Ansprüchen beschrieben.
[0013] Ein Grundgedanke der Erfindung besteht demnach darin, anstelle der bekannten, als
Kolbenzylinderantrieb ausgebildeten Antriebsvorrichtung einen elektrischen Linearmotor
zu verwenden. Linearmotoren erlauben die direkte Erzeugung linearer Bewegungen ohne
das Zwischenschalten von Getrieben.
[0014] Die Kraft wird vielmehr direkt an dem zu bewegenden Teil erzeugt. Alle mechanischen
Zwischenglieder entfallen, und die elektrische Energie wird direkt in der vorhandenen
Form zugeführt und braucht nicht in eine andere Energieform umgewandelt zu werden.
Ein weiterer Vorteil der als Linearmotor ausgebildeten Antriebsvorrichtung besteht
darin, daß im Gegensatz zum Kolben-Zylinderantrieb, der seine Schubkraft bis zum Ende
des Beschleunigungshubes entwickelt, der Beschleunigungsvorgang und ein eventueller
Abbremsvorgang beim Linearmotor sehr genau steuerbar ist. Dies erfolgt durch eine
elektrische Steuereinrichtung, durch welche der Bewegungsablauf am Linearmotor in
Abhängigkeit von der zurückgelegten Wegstrecke und/oder der Bewegungsrichtung und/oder
der Elevation des Geschützrohres gemäß vorgegebenen Werten steuerbar ist, wobei die
Steuereinrichtung mit Messgeräten für die zurückgelegte Wegstrecke und/oder die Bewegungsrichtung
und/oder die Elevation des Geschützrohres verbunden ist. Infolge der Regelbarkeit
des Linearmotors wird in der Bremsphase die Antriebskraft abgeschaltet oder umgekehrt.
Der Linearmotor entwickelt also eine zusätzliche Bremskraft, die bei der Auslegung
der Mittel zur Abbremsung des Schlittens berücksichtigt werden kann. Wie weiter unten
anhand von Ausführungsbeispielen erläutert, ist es auch möglich, den Linearmotor so
zu dimensionieren und am Schlitten anzuordnen, daß in der Bremsphase das Sekundärteil
des Linearmotors den Stator des Linearmotors verläßt. Durch die reduzierte Überdeckung
reduziert sich automatisch die Schubkraft des Motors.
[0015] Die elektrische Versorgung des Linearmotors kann bei einem in einem Kampffahrzeug
angeordneten Geschütz aus einem durch das Bordnetz gespeisten Batteriepuffer erfolgen.
Um für den Ansetzvorgang kurzfristig eine hohe elektrische Leistung verfügbar zu haben,
kann ein Kurzzeitspeicher eingesetzt werden, dessen Kapazität für einen Ansetzvorgang
ausgelegt ist. Weiterhin ist es möglich, aufgrund eines am Ansetzschlitten angebrachten
elektrischen Meßsystems den Ablauf des Ansetzvorgangs zu überwachen und über eine
Regelung gezielt die Abgabe der elektrischen Leistung an den Linearmotor zu steuern.
[0016] Als besondere Vorteile des erfindungsgemäßen Geschossansetzers ergeben sich:
a) eine kontrollierte Steuerung eines optimalen Weg-Zeit-Ablaufes des Ansetzschlittens;
b) eine elevationsabhängige Regelung der erforderlichen Ansetzgeschwindigkeit;
c) eine Regelung der Antriebskraft in Abhängigkeit von der Geschoßart;
d) eine Beeinflussung des Bremsvorgangs.
[0017] Im folgenden werden anhand der beigefügten Zeichnungen Ausführungsbeispiele für einen
Geschoßansetzer nach der Erfindung näher erläutert.
[0018] In den Zeichnungen zeigen:
Fig. 1 im Längsschnitt das hintere Ende eines Geschützrohres mit einem Geschoßansetzer
in Ruhelage;
Fig. 2 in einer Darstellung analog Fig. 1 den Geschoßansetzer in der Abbremslage;
Fig. 3 in gegenüber Fig. 1 leicht vergrößerter Darstellung einen Schnitt durch den
Geschoßansetzer nach der Linie A-A in Fig. 1;
Fig. 4 in einer Darstellung analog Fig. 3 einen entsprechenden Schnitt durch eine
andere Ausführungsform des Geschoßansetzers;
Fig. 5 in einem Blockschaltbild die elektrische Versorgungseinrichtung für einen Geschoßansetzer
nach Fig. 1 bis 4;
Fig. 6 den Wegzeitverlauf des Ansetzschlittens beim Ansetzvorgang.
[0019] Fig. 1 zeigt das hintere Ende des Geschützrohres 1 eines im übrigen nicht dargestellten
Artilleriegeschützes, an dem das Bodenstück 1.1 angeordnet ist. Am Geschützrohr 1
ist ein um die Schildzapfenachse S hochschwenkbarer Geschoßübergabearm 2 angeordnet,
der an seinem äußeren Ende einen Träger 3 trägt, auf dem ein Geschoßansetzer angeordnet
ist. Über dem Träger 3 ist eine Führungsbahn 4.3 befestigt, auf der über eine Rollenführung
4.1 ein Schlitten 4 in Richtung parallel zur Rohrseelenachse R geführt ist. Am hinteren
Ende des Schlittens 4 befindet sich ein schalenartiges Angriffselement 4.2 als Mitnehmer
für das auf dem Schlitten in einer Aufnahmemulde 4.4 liegende Geschoß G. Am vorderen
Ende des Schlittens ist ein an sich bekannter und nicht näher beschriebener Stoßdämpfer
7 angeordnet, dessen Anschlag 7.1 in der in Fig. 2 dargestellten Endlage des Schlittens
4 am hinteren Ende des Geschützrohres anliegt. Beim Ansetzvorgang bewegt sich also
der Schlitten 4 aus der in Fig. 1 dargestellten Ruhelage in die in Fig. 2 dargestellte
Endlage, wobei in Fig. 2 der Beginn der Endlage mit durchgezogenen Linien und die
nach Einfahren des Stoßdämpfers 7 endgültige Endlage gestrichelt dargestellt ist.
Während und nach der Abbremsung des Schlittens 4 bewegt sich das Geschoß G im Freiflug
in das Geschützrohr 1 hinein.
[0020] Die Antriebsvorrichtung zur Beschleunigung des Schlittens 4 weist bei der in den
Fig. 1 bis 3 dargestellten Ausführungsform einen elektrischen Linearmotor auf mit
einem langgestreckten flachen, zwischen dem Träger 3 und dem Schlitten 4 fest angeordneten
Primärteil 5, das in einer in Fig. 1 und 2 nicht dargestellten Weise an die elektrische
Versorgungseinrichtung angeschlossen ist. Das bewegbare Sekundärteil 6 des Linearmotors
ist als längliches flaches Bauelement ausgebildet und besteht aus ferromagnetischem
Material, beispielsweise aus Eisen mit einer Magnetspur 6.1. Das Sekundärteil 6 überfährt
das flach liegende Primärteil 5. Bei dieser Anordnung tritt eine Anzugskraft in zweifacher
Höhe der maximalen Vorschubkraft zwischen Primär- und Sekundärteil auf, die von der
Schlittenführung 4.1-4.3 übertragen werden muß. Der Raum für den nicht dargestellten
Stoßdämpfer ist in Fig. 3 mit 7.2 bezeichnet.
[0021] Fig. 4 zeigt eine Antriebsvorrichtung die mit zwei Linearmotoren ausgerüstet ist.
Bauteile in Fig. 4, die entsprechenden Bauteilen aus Fig. 3 entsprechen, sind mit
der gleichen Bezugsziffer und einem Apostrophstrich gekennzeichnet.
[0022] Bei dieser Ausführungsform ist der Schlitten 4' über eine Linearführung 4.1' in einer
zentralen Führungsschiene 4.3' geführt. Die Primärteile 5.1' und 5.2' der Linearmotoren
sind zu beiden Seiten des Schlittens 4' fest im Träger 3' angeordnet. Den Primärteilen
5.1' und 5.2' gegenüberliegend sind an den beiden Seiten des Schlittens die als nach
außen weisende Bauelemente ausgebildeten, aus ferromagnetischem Material bestehenden
Sekundärteile 6.1' und 6.2' angeordnet, die jeweils eine Magnetspur 6.11' bzw. 6.12'
tragen. Primär- und Sekundärteile sind hier also in vertikaler Richtung und einander
gegenüberliegend ausgerichtet. Bei dieser Anordnung kompensieren sich die Anzugskräfte
durch die paarweise Anordnung der Primär- und Sekundärteile. Sie sind alterdings innerhalb
der Struktur des Schlittens 4' nach wie vor vorhanden, so daß eine sehr steife Schlittenstruktur
realisiert werden muß. Außerdem entsteht durch die paarweise Anordnung ein etwas erhöhter
Bauaufwand.
[0023] Bei den beiden beschriebenen Ausführungsformen kann man durch entsprechende Ausbildung
des Primärteils und des Sekundärteils im Hinblick auf deren Länge entsprechend dem
zur Verfügung stehenden Bauraum einen entsprechend langen Beschleunigungsweg für den
Ansetzschlitten 4 bzw. 4' erreichen. Dies hat zur Folge, daß man zum Beschleunigen
des Schlittens 4 bzw. 4' mit Geschoß G eine niedrigere Beschleunigungskraft benötigt
und der kurzzeitige Leistungsbedarf des Linearmotors reduziert wird.
[0024] Weiterhin kann die Schlittenlänge auf die Länge des Sekundärteils gekürzt werden,
wodurch sich eine Gewichtsreduzierung ergibt.
[0025] Durch die auf dem Schlitten 4 bzw. 4' angeordnete Ladeschate 4.4 bzw. 4.4' kann erreicht
werden, daß das vordere Ende der Ladeschale beim Abbremsen des Schlittens in den Ladungsraum
der Waffe eintaucht (Fig. 2 gestrichelte Darstellung). Durch diese Maßnahme wird das
Abgangsverhalten des Geschosses G im Augenblick des "Abflugs" von dem Ansetzschlitten
4 merklich verbessert.
[0026] Eine elektrische Versorgungseinrichtung für die in den Fig. 1 bis 4 dargestellten
Antriebsvorrichtungen des Geschoßansetzers zeigt Fig. 5. Die Versorgungseinrichtung
besitzt einen beispielsweise an das Bordnetz des Kampffahrzeugs angeschlossenen Batteriepuffer
9. Für als Synchronmaschinen ausgebildete Linearmotoren muß die vorhandene Gleichspannung
auf die für den Betrieb des Linearmotors bzw. der Linearmotoren erforderliche Wechselspannung
umgeformt werden. Dies erfolgt mittels eines an den Batteriepuffer 9 angeschlossenen
Umrichter 8. Da für den Ansetzvorgang kurzfristig eine hohe elektrische Leistung verfügbar
sein muß, enthält der Umrichter 8 einen Kurzzeitspeicher 8.1, dessen Kapazität für
einen Ansetzvorgang ausgelegt ist.
[0027] Ein am Ansetzschlitten 4 bzw. 4' angebrachtes elektrisches Meßsystem 10 überwacht
den Ablauf des Ansetzvorganges und steuert über eine Regelung 11 gezielt die Abgabe
der elektrischen Leistung aus dem Kurzzeitspeicher 8.1 an das Primärteil 5 des Linearmotors.
[0028] Die Regelung kann nach beliebig vorgebbaren Steuerkennlinien erfolgen, gemäß denen
der Schlitten in den verschiedenen Bewegungsphasen beschleunigt oder abgebremst wird.
[0029] Fig. 6 zeigt in beispielhafter Weise den Weg-Zeit-Verlauf des Ansetzschlittens beim
Ansetzvorgang mit einer Beschleunigungsphase, einer Bremsphase, einer Ruhephase und
einer Rücklaufphase.
1. Geschossansetzer für Artillerie mit einem hinter dem Geschütz angeordneten Schlitten
(4, 4'), der eine fluchtend zum Ladungsraum angeordnete Aufnahmemulde (4.4) mit einem
Angriffselement(4.2) am hinteren Ende für das Geschoss (G) trägt und über eine Führung
(4.1) bewegbar auf einer parallel zur Geschützrohrachse verlaufenden Führungsbahn
(4.3) geführt ist und der mit einer Antriebsvorrichtung zur Beschleunigung in Richtung
auf das Geschützrohr (1) gekoppelt ist, wobei Mittel zur Abbremsung des Schlittens
(4, 4') in einem vorgegebenen Abstand vor dem hinteren Ende des Geschützrohres (1)
vorgesehen sind, dadurch gekennzeichnet, dass die Antriebsvorrichtung mit mindestens einem elektrischen Linearmotor (5-6, 5.1'-6.1',
5.2'-6.2') ausgerüstet ist und der Bewegungsablauf am Linearmotor durch eine elektrische
Steuereinrichtung (11) in Abhängigkeit von der zurückgelegten Wegstrecke und/oder
der Bewegungsrichtung und/oder der Elevation des Geschützrohres (1) gemäß vorgegebenen
Werten steuerbar ist, wobei die Steuereinrichtung (11) mit Messgeräten (10) für die
zurückgelegte Wegstrecke und/oder die Bewegungsrichtung und/oder die Elevation des
Geschützrohres verbunden ist und die Abbremsung der Schlittenbewegung mindestens zum
Teil durch generatorische Bremsung mittels des Linearmotors erfolgt
2. Geschossansetzer nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass Primärteil (5, 5.1'. 5.2') und Sekundärteil (6, 6.1', 6.2') des Linearmotors so angeordnet
sind, dass der Sekundärteil nach einer vorgegebenen Wegstrecke den Einwirkungsbereich
des Primärteils verlässt.
3. Geschossansetzer nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet dass der Primärteil (5, 5.1', 5.2') des Linearmotors, an dem die Stromzuführung erfolgt,
fest mit der Führungsbahn (4.3, 4.3') verbunden ist, währen der Sekundärteil (6, 6.1',
6.2') mit dem Schlitten (4, 4') verbunden ist.
4. Geschossansetzer nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass der Primärteil (5) des Linearmotors eine vorgegebene größere Länge besitzt als der
Sekundärteil (6).
5. Geschossansetzer nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass der Sekundärteil (6, 6.1', 6.2') des Linearmotors aus einem länglichen, flachen Bauelement
aus ferromagnetischem Material mit einer Magnetspur (6.1, 6.11', 6.12') besteht.
6. Geschossansetzer nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Stromversorgungseinrichtung für den Linearmotor einen elektrischen Kurzzeitspeicher
(8.1) aufweist.
7. Geschossansetzer nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass beim Einsatz des Geschossansetzers in einem Kampffahrzeug die Stromversorgungseinrichtung
für den Linearmotor einen an das Bordnetz angeschlossenen Batteriepuffer (9) aufweist.
8. Geschossansetzer nach einem der Ansprüche 6 oder 7, dadurch gekennzeichnet, dass bei einem als Synchronmotor ausgebildeten Linearmotor die Stromversorgungseinrichtung
einen Wechselrichter (8) enthält.
9. Geschossansetzer nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass zwischen den Schlitten (4) und das hintere Ende des Geschutzrohres (1) eine als Stoßdämpfer
(7) ausgebildete Bremsvorrichtung eingeschaltet ist.
10. Geschossansetzer nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass die Antriebsvorrichtung einen Linearmotor aufweist, dessen Primärteil (5) flach und
nach oben weisend unterhalb des Schlittens (4) fest angeordnet ist, während an der
Unterseite des Schlittens (4) der als längliches flaches Bauelement ausgebildeten
Sekundärteil (6) befestigt ist.
11. Geschossansetzer nach einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass die Antriebsvorrichtung zwei Linearmotoren aufweist, deren Primärteile (5.1', 5.2')
zu beiden Seiten des Schlittens (4') fest angeordnet sind, während an den Seiten des
Schlittens (4') jeweils die als nach außen weisende Bauelemente ausgebildeten Sekundärteile
(6.1', 6.2') befestigt sind.
1. A projectile rammer for artillery with a carriage (4, 4') arranged behind the gun,
said carriage bearing a receiving hollow (4.4) arranged in alignment with the powder
chamber with an application element (4.2) at the rear end for the projectile (G) and
being guided in mobile manner via a guide (4.1) on a slideway (4.3) extending parallel
to the gun-barrel axis and being coupled with a driving device for the purpose of
acceleration in the direction of the gun barrel (1), means being provided for retarding
the carriage (4, 4') at a predetermined distance in front of the rear end of the gun
barrel (1), characterised in that the driving device is equipped with at least one electric linear motor (5-6, 5.1'-6.1',
5.2'-6.2') and the sequence of motions on the linear motor is capable of being controlled
by an electrical control device (11) in accordance with predetermined values as a
function of the distance travelled and/or of the direction of motion and/or of the
elevation of the gun barrel (1), the control device (11) being connected to measuring
instruments (10) for the distance travelled and/or for the direction of motion and/or
for the elevation of the gun barrel, and the retardation of the motion of the carriage
being effected at least in part by generative braking by means of the linear motor.
2. Projectile rammer according to Claim 1, characterised in that the primary part (5, 5.1', 5.2') and the secondary part (6, 6.1', 6.2') of the linear
motor are arranged in such a way that the secondary part leaves the region of influence
of the primary part after a predetermined distance.
3. Projectile rammer according to Claim 1 or 2, characterised in that the primary part (5, 5.1', 5.2') of the linear motor, on which the supply of power
takes place, is firmly connected to the slideway (4.3, 4.3'), whereas the secondary
part (6, 6.1', 6.2') is connected to the carriage (4, 4') .
4. Projectile rammer according to Claim 3, characterised in that the primary part (5) of the linear motor has a predetermined greater length than
the secondary part (6) .
5. Projectile rammer according to one of Claims 1 to 4, characterised in that the secondary part (6, 6.1', 6.2') of the linear motor consists of an elongated,
flat structural element made of ferromagnetic material with a magnetic track (6.1,
6.11', 6.12').
6. Projectile rammer according to one of Claims 1 to 5, characterised in that the power-supply device for the linear motor exhibits an electrical short-term accumulator
(8.1).
7. Projectile rammer according to Claim 6, characterised in that when the projectile rammer is employed in a combat vehicle the power-supply device
for the linear motor exhibits a battery backup (9) connected to the on-board power-supply
system.
8. Projectile rammer according to one of Claims 6 or 7, characterised in that in the case of a linear motor taking the form of a synchronous motor the power-supply
device contains a d.c./a.c. inverter (8).
9. Projectile rammer according to one of Claims 1 to 8, characterised in that a braking device taking the form of a shock absorber (7) is inserted between the
carriage (4) and the rear end of the gun barrel (1).
10. Projectile rammer according to one of Claims 1 to 9, characterised in that the driving device exhibits a linear motor, the primary part (5) of which is firmly
arranged, flat and pointing upwards, below the carriage (4), whereas the secondary
part (6) taking the form of an elongated, flat structural element is fastened to the
underside of the carriage (4).
11. Projectile rammer according to one of Claims 1 to 10, characterised in that the driving device exhibits two linear motors, the primary parts (5.1', 5.2') of
which are firmly arranged on either side of the carriage (4'), whereas the secondary
parts (6.1', 6.2') taking the form of structural elements pointing outwards are fastened
respectively to the sides of the carriage (4').
1. Organe d'engagement du projectile pour l'artillerie comportant un chariot (4, 4')
disposé derrière le canon qui porte une cavité de logement (4.4), disposée de manière
à coïncider avec la chambre de chargement, avec un élément d'attaque (4.2) sur l'extrémité
arrière pour le projectile (G) et est guidé de manière mobile, par le biais d'une
glissière (4.1), sur une voie de glissière (4.3) s'étendant parallèlement à l'axe
tubulaire du canon et qui est couplé à un dispositif d'entraînement pour l'accélération
en direction du tube de canon (1), des moyens de freinage du chariot (4, 4') étant
prévus à une distance prédéfinie devant l'extrémité arrière du tube de canon (1),
caractérisé en ce que le dispositif d'entraînement est équipé d'au moins un moteur linéaire électrique
(5-6, 5.1'-6.1', 5.2'-6.2') et le déroulement du mouvement au niveau du moteur linéaire
peut être commandé par un dispositif de commande électrique (11) en fonction de la
distance parcourue et/ou du sens du mouvement et/ou de l'élévation de l'axe tubulaire
(1) conformément à des valeurs prédéfinies, le dispositif de commande (11) étant relié
à des appareils de mesure (10) pour la distance parcourue et/ou le sens du mouvement
et/ou l'élévation du tube du canon et le freinage du mouvement du chariot se faisant
au moins en partie par un freinage par générateur au moyen du moteur linéaire.
2. Organe d'engagement du projectile selon la revendication 1, caractérisé en ce que la partie primaire (5, 5.1', 5.2') et la partie secondaire (6, 6.1', 6.2') du moteur
linéaire sont disposées de telle sorte que la partie secondaire quitte la zone d'action
de la partie primaire après une distance prédéfinie.
3. Organe d'engagement du projectile selon la revendication 1 ou 2, caractérisé en ce que la partie primaire (5, 5.1', 5.2') du moteur linéaire, au niveau duquel se fait l'amenée
de courant, est solidement reliée à la voie de glissière (4.3, 4.3') tandis que la
partie secondaire (6, 6.1', 6.2') est reliée au chariot (4, 4').
4. Organe d'engagement du projectile selon la revendication 3, caractérisé en ce que la partie primaire (5) du moteur linéaire possède une longueur prédéfinie supérieure
à celle de la partie secondaire (6).
5. Organe d'engagement du projectile selon l'une quelconque des revendications 1 à 4,
caractérisé en ce que la partie secondaire (6, 6.1', 6.2') du moteur linéaire est composée d'un élément
plat, allongé, fabriqué à partir d'un matériau ferromagnétique avec une piste magnétique
(6.1, 6.1', 6.1 ").
6. Organe d'engagement du projectile selon l'une quelconque des revendications 1 à 5,
caractérisé en ce que le dispositif d'alimentation en courant, pour le moteur linéaire, comprend un accumulateur
électrique instantané (8.1).
7. Organe d'engagement du projectile selon la revendication 6, caractérisé en ce que, lors de l'emploi de l'organe d'engagement du projectile dans un véhicule de combat,
le dispositif d'alimentation en courant destiné au moteur linéaire comprend un tampon
de batterie (9) raccordé au réseau de bord.
8. Organe d'engagement du projectile selon l'une quelconque des revendications 6 ou 7,
caractérisé en ce que, dans un moteur linéaire réalisé sous la forme d'un moteur synchrone, le dispositif
d'alimentation en courant comprend un convertisseur continu-alternatif (8).
9. Organe d'engagement du projectile selon l'une quelconque des revendications 1 à 8,
caractérisé en ce qu'un dispositif de freinage, réalisé sous la forme d'un amortisseur (7), est intercalé
entre le chariot (4) et l'extrémité arrière du tube de canon (1).
10. Organe d'engagement du projectile selon l'une quelconque des revendications 1 à 9,
caractérisé en ce que le dispositif d'entraînement comprend un moteur linéaire dont la partie primaire
(5) est solidement disposée de manière plane et orientée vers le haut en dessous du
chariot (4) tandis que la partie secondaire (6), réalisée sous la forme d'un composant
plat allongé, est fixée sur la face inférieure du chariot (4).
11. Organe d'engagement du projectile selon l'une quelconque des revendications 1 à 10,
caractérisé en ce que le dispositif d'entraînement comporte deux moteurs linéaires dont les parties primaires
(5.1', 5.2') sont solidement disposées des deux côtés du chariot (4') tandis que les
parties secondaires (6.1', 6.2'), réalisées sous la forme de composants orientés vers
l'extérieur, sont fixées sur les côtés du chariot (4').