(19)
(11) EP 1 103 439 A1

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
30.05.2001  Patentblatt  2001/22

(21) Anmeldenummer: 00250235.9

(22) Anmeldetag:  13.07.2000
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)7B61D 3/18, B61D 3/04
(84) Benannte Vertragsstaaten:
AT BE CH CY DE DK ES FI FR GB GR IE IT LI LU MC NL PT SE
Benannte Erstreckungsstaaten:
AL LT LV MK RO SI

(30) Priorität: 22.11.1999 DE 19956036

(71) Anmelder: DWA Deutsche Waggonbau GmbH
12526 Berlin (DE)

(72) Erfinder:
  • Pasemann, Bernd, Dr.-Ing.
    12527 Berlin (DE)
  • Moeschler, Franz, Ing.
    12527 Berlin (DE)
  • Dürschmied, Frank, Dipl.-Ing.
    15711 Königswusterhausen (DE)
  • Ziemann, Detlef, Dipl.-Ing.
    15366 Neuenhagen (DE)
  • Wieloch, Bertram, Dipl.-Ing.
    02906 Niesky (DE)

(74) Vertreter: Köhler, Reimund 
Patentanwalt, Uhlandallee 74
15732 Eichwalde
15732 Eichwalde (DE)

   


(54) Tragwagen für den kombinierten Ladeverkehr, insbesondere für Kraftfahrzeuge


(57) Tragwagen für den kombinierten Ladeverkehr mit absenkbarer Ladefläche, insbesondere für Kraftfahrzeuge, bei dem die Laufwerke als Drehgestelle (4) ausgebildet sind und eine Deichsel (5) besitzen, die in einem zur Wagenmitte hin angeordneten Anlenkpunkt (6) an einer Wagenbrücke (1) kardanisch und horizontal schwenkbar angelenkt ist und die Drehgestelle (4) durch seitliche Abstützelemente (7), die auf einer bogenförmigen Bahn laufen, deren Krümmungsmittelpunkt genau über den Anlenkpunkt (6) der Deichsel (5) liegt, die Wagenbrücke (1) vertikal abstützen. Die Erfindung hat den Vorteil, daß Tragwagen mit normalen Radsätzen die Beladung von Kraftfahrzeugen mit der in Europa zulässigen Länge, Breite und Höhe zulassen, ohne dabei die zulässige Umgrenzung zu überschreiten.




Beschreibung


[0001] Die Erfindung bezieht sich auf eine Deichselanlenkung an einem Tragwagen für den kombinierten Ladeverkehr gemäß Oberbegriff des Patentanspruchs 1.

[0002] Bei den bekannten Tragwagen, deren normale Fahrwerke vor und hinter der Ladefläche in herkömmlicher Weise angeordnet sind, ergeben sich Breiten-Einschränkungen besonders im Bereich der Ladefläche. Daher ist bei dem Patent DE 42 36 161 die Beladung nur mit kürzeren Kraftfahrzeugen möglich. Lastzüge mit der in Europa zulässigen Länge von 19 m können nicht beladen werden. Einen anderen Ausbildungsvorschlag macht das Patent DE 69 500 022. Hierin wird nur die horizontale Anlenkung der Fahrwerke beschrieben. Die vertikale Kraftübertragung von der Wagenbrücke auf die Fahrwerke ist ungelöst und kann mit im Schienenfahrzeugbau gebräuchlichen Elementen, wie Drehpfanne, Drehkranz usw. nicht realisiert werden. Aufgabe der Erfindung ist es, einen Tragwagen zu schaffen, der mit normalen Radsätzen die Beladung von Kraftfahrzeugen mit der in Europa zulässigen Länge, Breite und Höhe ermöglicht, ohne dass die zulässige Umgrenzung für Schienenfahrzeuge überschritten wird.

[0003] Die Aufgabe wird mit den Merkmalen des Patentanspruchs 1 gelöst, d.h., der entsprechend der Gleisbogenkrümmung auftretende Winkel zwischen Fahrzeuglängsachse und Fahrwerklängsachse dient dazu, das Fahrwerk um eine entsprechende Größe lateral unter der Wagenbrücke nach Bogeninnen auszulenken. Vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung gehen aus den Unteransprüchen hervor.

[0004] Hierdurch wird wegen der verringerten inneren Einschränkung im Bereich der Ladefläche vorteilhaft die erforderliche Breite für den Ladeverkehr erzielt.

[0005] Ausführungsbeispiele der Erfindung sollen an Hand der Zeichnungen näher erläutert werden. Die Zeichnungen zeigen in:
Fig. 1:
die Draufsicht auf einen Tragwagen im Gleisbogen,
Fig. 2:
eine Seitenansicht eines der Tragwagen-Enden mit starrer hochliegender Deichsel,
Fig. 3:
eine Seitenansicht eines der Tragwagen-Enden mit vertikal schwenkbarer, tiefangelenkter Deichsel.


[0006] Nach Fig. 1 ist ein Ende aufgebrochen, um ein Drehgestell 4 und seine Anlenkung sichtbar zu machen. Eine Wagenbrücke 1 ist trogförmig ausgebildet und umschließt in ihrem Mittelteil eine absenkbare Ladefläche 2. An den Enden befinden sich übliche Zug- und Stoßvorrichtungen 3. Das Fahrwerk ist als Drehgestell 4 ausgebildet und zur Übertragung der horizontalen Kräfte durch eine Deichsel 5 mit dem Anlenkpunkt 6 an der Wagenbrücke 1 schwenkbar angelenkt. In der Mitte der Drehgestelle 4 sind seitliche Abstützelemente 7 angeordnet. Diese bewegen sich beim Ausschwenken der Drehgestelle 4 auf einer bogenförmigen Bahn mit einem Krümmungsmittelpunkt, der sich genau über dem Anlenkpunkt 6 befindet.

[0007] Fig. 2 zeigt in dem Aufbruch die Einzelheiten des Anlenkpunktes 6. Bei diesem Ausführungsbeispiel ist die Deichsel 5 starr mit dem Drehgestell 4 verbunden. Ein senkrecht verschiebbarer Kugelring 8, der kardanisch am Ende der Deichsel 5 gelagert ist, sitzt mit großem vertikalem Spiel auf einem Bolzen 9. Dieser ist in der Wagenbrücke 1 gelagert. Diese Anlenkung gestattet alle auftretenden Drehgestellbewegungen.

[0008] Fig. 3 zeigt ein weiteres Ausführungsbeispiel in der Seitenansicht vom Tragwagen-Ende. Hier ist die Deichsel 5 durch zwei seitliche Lager 10 am Drehgestell 4 vertikal schwenkbar angelenkt. Der Anlenkpunkt 6 ist tiefer gelegt und besteht aus dem Bolzen 9, der in der Wagenbrücke 1 gelagert ist. Der vertikal unverschiebbare Kugelring 8 ist am Ende der Deichsel 5 kardanisch gelagert. Auch bei dieser Anordnung sind alle Drehgestellbewegungen möglich.

Aufstellung der verwendeten Bezugszeichen



[0009] 
1
Wagenbrücke
2
Ladefläche
3
Zug- und Stoßvorrichtung
4
Drehgestell
5
Deichsel
6
Anlenkpunkt
7
Abstützelement
8
Kugelring
9
Bolzen
10
Lager



Ansprüche

1. Tragwagen für den kombinierten Ladeverkehr, vorzugsweise für Kraftfahrzeuge, mit absenkbarer Ladefläche, die sich in der Mitte einer trogförmigen Wagenbrücke befindet, die an beiden Enden Zug- und Stoßvorrichtungen aufweist, dadurch gekennzeichnet, daß die Laufwerke als Drehgestelle (4) ausgebildet sind und eine Deichsel (5) besitzen, die in einem zur Wagenmitte hin angeordneten Anlenkpunkt (6) an einer Wagenbrücke (1) kardanisch und horizontal schwenkbar angelenkt ist und die Drehgestelle (4) durch seitliche Abstützelemente (7), die auf einer bogenförmigen Bahn laufen, deren Krümmungsmittelpunkt genau über den Anlenkpunkt (6) der Deichsel (5) liegt, die Wagenbrücke (1) vertikal abstützen.
 
2. Tragwagen nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Deichsel (5) starr mit dem Drehgestell (4) verbunden ist und im Anlenkpunkt (6) die Deichsel (5) kardanisch und vertikal verschiebbar durch einen Kugelring (8), der auf einen Bolzen (9) gleitet, an der Wagenbrücke (1) angelenkt ist.
 
3. Tragwagen nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Deichsel (5) mittels zwei seitlicher Lager (10) vertikal schwenkbar mit dem Drehgestell (4) verbunden ist und im Anlenkpunkt (6) die Deichsel (5) kardanisch und vertikal unverschiebbar durch einen Kugelring (8) und Bolzen (9) an der Wagenbrücke (1) angelenkt ist.
 




Zeichnung













Recherchenbericht