[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Startabschaltung einer Brennkraftmaschine
mit den im Oberbegriff des Anspruchs 1 genannten Merkmalen.
Stand der Technik
[0002] Es ist bekannt, daß Brennkraftmaschinen mittels einer Startvorrichtung gestartet
werden müssen, da diese nicht von alleine anlaufen. Hierzu werden üblicherweise Startermotoren
eingesetzt, die über ein als sogenanntes Einrückrelais ausgebildetes Starterrelais
mit einer Spannungsquelle verbunden werden, und gleichzeitig ein Ritzel des Startermotors
mit einem Zahnkranz eines Schwungrades der Brennkraftmaschine zum Andrehen in Eingriff
gebracht wird. Zum Einschalten des Starterrelais ist es bekannt, dieses über einen
externen Schalter, beispielsweise einem Zündschalter oder Startschalter des Kraftfahrzeuges
anzusteuern. Nach Erreichen des Selbstlaufes der Brennkraftmaschine muß der Startermotor
ausgespurt werden, um einer Geräuschentwicklung und einem Verschleiß vorzubeugen.
Bekannt ist eine manuelle Startabschaltung, durch Loslassen des Zünd- beziehungsweise
Startschalters. Um eine Komforterhöhung in Kraftfahrzeugen zu erreichen, sind Lösungen
bekannt, eine automatische Startabschaltung der Brennkraftmaschine durchzuführen.
So ist beispielsweise in der DE 195 03 537 A1 vorgeschlagen, eine elektronische Erkennung
des Selbstlaufes der Brennkraftmaschine durch Erfassung der Welligkeit einer Batteriespannung
und/oder eines Starterstroms zu realisieren. Es erfolgt ein Vergleich des Absolutwertes
der Batteriespannung oder des Starterstromes mit einem Referenzwert um den Selbstlauf
der Brennkraftmaschine zu detektieren. Hierbei ist nachteilig, daß Betriebsbedingungen
der Brennkraftmaschine nur ungenügend berücksichtigbar sind, so daß, beispielsweise
ein Kaltstart und ein Warmstart der Brennkraftmaschine nicht berücksichtigbar sind.
Vorteile der Erfindung
[0003] Das erfindungsgemäße Verfahren mit dem im Anspruch 1 genannten Merkmalen bietet den
Vorteil, daß zur Bestimmung des Zeitpunktes der Startabschaltung Informationen über
den Betriebszustand der Brennkraftmaschine indirekt berücksichtigt werden. Dadurch,
daß ein dem Starterstrom proportionales Signal zur Bestimmung des Zeitpunktes der
Startabschaltung ausgewertet wird, wobei eine Kennlinie mit einem dem Starterstrom
proportionalen Signal ausgewertet wird, welches von einem Betriebszustand der Brennkraftmaschine
abhängig ist, ist eine optimierte Startabschaltung unmittelbar nach Selbstlauf der
Brennkraftmaschine möglich, so daß eine Startzeitverkürzung, insbesondere bei betriebswarmer
Brennkraftmaschine erreicht wird. Das Verfahren ist in einfacher Weise für alle Brennkraftmaschinen
einsetzbar, wobei lediglich eine Anpassung der Kennlinien der von dem Betriebszustand
der Brennkraftmaschine bestimmten Parameter notwendig ist.
[0004] In bevorzugter Ausgestaltung der Erfindung ist vorgesehen, daß als dem Starterstrom
proportionales Signal eine Batteriespannung einer den Startermotor versorgenden Kraftfahrzeugbatterie
ausgewertet wird. Hierdurch wird es möglich, ohne eine Drehzahlinformation einer Kurbelwelle
der Brennkraftmaschine den Zeitpunkt der Startabschaltung zu optimieren.
[0005] Weitere vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung ergeben sich aus den übrigen,
in den Unteransprüchen genannten Merkmalen.
Zeichnungen
[0006] Die Erfindung wird nachfolgend in Ausführungsbeispielen anhand der zugehörigen Zeichnungen
näher erläutert. Es zeigen:
- Figur 1
- den Verlauf eines Starterstroms;
- Figur 2
- Korrelationen zwischen dem Starterstrom und einer Kurbelwellendrehzahl einer Brennkraftmaschine
und
- Figur 3
- den Batteriespannungsverlauf während einer Startphase.
Beschreibung der Ausführungsbeispiele
[0007] In Figur 1 ist der typische Verlauf eines Starterstromes I
S eines Startermotors einer Brennkraftmaschine über der Zeit t gezeigt. Mit Einschalten
des Startermotors steigt der Starterstrom I
S auf einen ersten Maximalwert I
1 zum Zeitpunkt t
1. Anschließend geht der Starterstrom I
S in einen Welligkeitsbereich über, ehe er nach Selbstlauf der Brennkraftmaschine in
einen Strom I
0 übergeht. Die Welligkeit des Starterstromes I
S ergibt sich bekannterweise aus den während der Startphase wechselnden Kompressions-
und Dekompressionsphasen der Brennkraftmaschine. Beginnend ab einem Zeitpunkt t
0, der einen definierten Abstand vom Zeitpunkt t
1, beispielsweise 150 ms beträgt, werden die Phasen mit positiver beziehungsweise negativer
Steigung des Starterstromes I
S erfaßt. Im gezeigten Beispiel werden die Phasen negativer Steigung des Starterstromes
durch die Zeitspannen t
2 bis t
3, t
4 bis t
5 und so weiter erfaßt, während die Phasen positiver Steigung von den Zeitspannen t
3 bis t
4 und t
5 bis t
6 und so weiter erfaßt sind. Jedem Starterstrommaximum I
2, I
4 beziehungsweise I
6 ist ein Spannungsminimum zu den Zeitpunkten t
2, k
4 und t
6 zugeordnet.
[0008] Zum Ermitteln des Zeitpunktes der Startabschaltung wird beginnend ab jedem Maximum
des Starterstromes I
2, I
4 und I
6 die Zeitdauer des Starterstromes mit negativem Gradient ermittelt und mit einer fest
abgelegten Zeitkennlinie verglichen. Die fest abgelegte Zeitkennlinie bestimmt sich
aus einer Funktion t
Abschalt = f(I
1). Anhand des ersten Strommaximums I
1 des Starterstromes I
S kann auf einen Betriebszustand der Brennkraftmaschine geschlossen werden. So ist
bekannt, daß bei unterschiedlichen Betriebstemperaturen der Brennkraftmaschine das
erste Maximum I
1 einen entsprechenden, den Betriebstemperaturen zuordbaren Wert aufweist.
[0009] Diese Information wird anhand der in Figur 2 gezeigten Korrelation zwischen einer
Kurbelwellendrehzahl der Brennkraftmaschine zum Starterstrom I
S weiter ausgewertet. Die Kennlinien der Figur 2 stellen die Korrelation einer Kurbelwellendrehzahl
n zu dem Starterstrom I
S dar. Hierbei wird von einer geschlossenen Freilauf-Kupplung und einem quasi-stationären
Betrieb des Startermotors und der Brennkraftmaschine ausgegangen. Es sind insgesamt
drei Kennlinien für drei unterschiedliche Betriebstemperaturen, nämlich bei -20°C,
+20°C und +80°C aufgetragen. Mit 10 ist ein Bereich gekennzeichnet, der den Endbereich
einer Hochlaufunterstützung des Starters bei einer kalten Brennkraftmaschine definiert.
Eine Kennlinie 12 definiert eine Mindest-Kurbelwellendrehzahl n für einen Selbstlauf
bei einer warmen Brennkraftmaschine. Die sich ergebenden Kennlinien der Kurbelwellendrehzahl
n über dem Starterstrom I
S sind in linearisierte Kennlinien überführt. Eine "Warm"-Kennlinie ist mit 14 und
eine hierzu parallel verlaufende "Kalt"-Kennlinie ist mit 16 bezeichnet. Eine gute
Korrelation zwischen dem Starterstrom I
S und der Drehzahl n ergibt sich für Temperaturen > ca. 10°C und für einen Drehzahlbereich
n bis ca. 300 l/min. Für eine betriebswarme Brennkraftmaschine kann hieraus ein Abschaltkriterium
ermittelt werden, wenn keine Zünd- oder Verbrennungsaussetzer auftreten. Für Temperaturen
< 0°C ergibt sich kein Schnittpunkt zwischen der mindesterforderlichen Drehzahl n
und dem Starterstrom I
S.
[0010] Durch Auswertung der sich gemäß Figur 1 ergebenden Strom-Zeit-Werte für den Starterstrom
I
S mit der Drehzahl-Strom-Beziehung gemäß Figur 2 wird eine Zeitkennlinie zur Startabschaltung
der Brennkraftmaschine gebildet. Hierbei können unterschiedliche Zeitkennlinien für
unterschiedliche Betriebszustände der Brennkraftmaschine, beispielsweise in Abhängigkeit
einer Betriebstemperatur, abgelegt und verarbeitet werden. Durch Definition einer
Ausgangstemperatur T
Krit von beispielsweise 10°C kann zwischen Kennlinien von > T
Krit und < T
Krit unterschieden werden. Das Umschalten dieser Kennlinien erfolgt beispielsweise durch
Auswertung der Strommaxima I
1, I
2 des Starterstroms I
S, da diese die Informationen liefern, ob es sich um eine kalte oder betriebswarme
Brennkraftmaschine handelt. Insbesondere über die Amplitude der Maxima I
1 und I
2, den Zeitabstand der Amplituden t
2-t
1 sowie die Differenz I
2-I
1 kann ein Kriterium zur Erkennung einer warmen beziehungsweise einer kalten Brennkraftmaschine
sein.
[0011] Zur Vereinfachung kann vorgesehen sein, daß der Zeitpunkt zur Startabschaltung anhand
einer gemeinsamen Kennlinie ermittelt wird, wobei beispielsweise eine gemeinsame Kennlinie
für eine warme und eine kalte Brennkraftmaschine verwendet wird.
[0012] Für eine Startabschaltung nach sicherem Selbstlauf der Brennkraftmaschine muß die
Abschaltung über die Zeitdauer der offenen Freilauf-Kupplung erfolgen. Die offene
Freilauf-Kupplung kann über den Verlauf des Starterstromes I
S detektiert werden. Die Beobachtungszeit bis zu der bei einer offenen Freilauf-Kupplung
mindestens gewartet werden muß, bevor die Startabschaltung erfolgen darf, entspricht
der Zeit für 0,8 bis 1 halbe Umdrehung der Kurbelwelle bei unveränderter Durchdrehdrehzahl
n ohne Verbrennungsmomente, entsprechend des Zündabstandes bei einer 4-Zylinder-Brennkraftmaschine.
Der Faktor 0,8 ergibt sich, da bei warmer Brennkraftmaschine und Vorgelegestartermotor
die Kraftschlußphase, bei geschlossener Freilauf-Kupplung circa 20 % der Taktzeit
der Brennkraftmaschine nicht unterschreitet.
[0013] Eine Drehzahlermittlung der Drehzahl n kann über die jeweils einer Öffnungsphase
der Freilauf-Kupplung vorausgehenden Geschlossenphase der Freilauf-Kupplung nach der
Korrelation zwischen dem Starterstrom I
S und der Kurbelwellendrehzahl n (Warmkennlinien) erfolgen. Bei Temperaturen von deutlich
unter +20°C und/oder teilentladener Kraftfahrzeugbatterie ergibt sich bei gleichem
Starterstrom I
S ein entsprechend kleinerer zugeordneter Drehzahlwert n. Dies kompensiert sich bei
niederen Brennkraftmaschinen-Temperaturen dadurch, daß dort die relative Kraftschlußphase
bei 0°C auf typisch 50% oder bei -20°C auf typisch 70% ansteigt. Bleibt man auch dort
beim Faktor 0,8, so wird eine Öffnungsphase der Freilauf-Kupplung bei negativen Temperaturen
ebenfalls sicher überbrückt. Spätestens aus der zweiten Kompressionsphase bei Kalttemperaturen
ist über das hohe Stromniveau des Starterstromes I
S und eine geringe Absenkung zwischen den Strommaximas I
1 und I
2 eindeutig eine kalte Brennkraftmaschine detektierbar, so daß auf eine höhere Wartezeit,
also eine entsprechend andere Zeitkennlinie, umgeschaltet werden kann. Hierdurch ergibt
sich der Vorteil, daß bei der Startabschaltung der Brennkraftmaschine Verbrennungsaussetzer
(bis zu einem bestimmten Grade) nicht zum Stillstand der Brennkraftmaschine führen.
Gegebenenfalls kann zur Überbrückung von mindestens einem vollständigen Verbrennungsaussetzer
bei der Zeitkennlinie eine höhere Verzögerungszeit bei offener Freilauf-Kupplung eingestellt
werden.
[0014] Insgesamt wird der Starterstrom I
S ausgewertet, indem nach Verbinden des Startermotors mit der Spannungsquelle (Kraftfahrzeugbatterie)
eine Vorphase bis zum Zeitpunkt t
0 ausgeblendet wird. Anschließend werden die Gradienten des Starterstromes I
S ständig ausgewertet, indem die Strommaxima I
2, I
4, I
6... am Ende je einer Phase mit positiver Steigung gebildet werden. Diese Werte bilden
über die Zeitkennlinien ab negativer Steigung des Starterstromes I
S eine Verzögerungszeit bis zu der die negative Steigung des Starterstromes I
S unverändert anhalten muß, um eine Stromabschaltung auszulösen. Hierbei gilt die Funktion
T
Abschalt = f
1(I
1), zur Ermittlung der Warmbeziehungsweise Kaltkennlinien. Nach der zweiten vollständigen
Kompressionsphase wird über zwei Strommaxima, I
2-I
4, I
4-I
6,... am Ende je einer Phase mit positivem Stromgradienten entschieden, ob die Temperatur
der Brennkraftmaschine >0°C oder <0°C beträgt. Bei niedriger Temperatur erfolgt eine
Umschaltung der Zeitkennlinie auf T
Abschalt = f
2(I
1). Hierdurch kann erreicht werden, daß bei kalter Brennkraftmaschine (große Werte
des Starterstromes I
S) keine Startabschaltung erfolgt. Gleichzeitig wird die Verzögerungszeit bei kleinerem
Starterstrom I
S (höherer Temperatur der Brennkraftmaschine) automatisch über die abgelegte Kennlinie
verkleinert, damit ein zu hoher Drehzahlwert n bei höherer Temperatur der Brennkraftmaschine
zum Abschaltzeitpunkt vermieden.
[0015] Die in Figur 2 dargestellten Kennlinien 14 und 16 lassen sich wie folgt ermitteln.
Beispielhafte Berechnungen der applikationsabhängigen Verzögerungszeit:
[0016] Die vereinfachte (linearisierte) 'Warmkennlinie' nach Figur 2 lautet:

Nkwl = 300 l/min
Iwk = 1000 A
[0017] Für die 'Kaltkennlinie' gilt vereinfacht eine parallel verschobene Gerade:

[0018] Für die Verzögeruhgszeit (tfenster) in Abhängigkeit der Kurbelwellendrehzahl gilt:

Nzz=4; Zylinderzahl Faktor=0,8; s. oben tfenster = 24./Nkw
[0019] Die nach diesen (linearisierten) Formeln ermittelten Drehzahlen und Wartezeiten für
die warme und kalte Brennkraftmaschine sind in der folgenden Tabelle zusammengefaßt:
| I1/A |
Nkwwarm l/min |
Nkwkalt l/min |
Tfenwarm/ ms |
Tfenkalt/ ms |
| 100 |
270 |
220 |
89 |
109 |
| 200 |
240 |
190 |
100 |
126 |
| 300 |
210 |
160 |
114 |
150 |
| 400 |
180 |
130 |
133 |
185 |
| 500 |
150 |
100 |
160 |
240 |
| 600 |
120 |
70 |
200 |
343 |
| 700 |
90 |
40 |
267 |
600 |
| 800 |
60 |
10 |
400 |
2400 |
Wobei
- I1 [A]
- das Strommaximum bei Beginn einer fallenden Stromkurve,
- Nkwwarm [l/min]
- die geschätzte Warmdrehzahl,
- Nkwkalt [l/min]
- die geschätzte Kaltdrehzahl,
- Tfenwarm [ms]
- die Mindestverzögerungszeit bei warmer Brennkraftmaschine und
- Tfenkalt [ms]
- die Mindestverzögerungszeit bei kalter Brennkraftmaschine ist.
[0020] Anhand von Figur 3 wird ein weiteres Verfahren zur Startabschaltung einer Brennkraftmaschine
erläutert, bei dem anstelle des Starterstromes I
S die Kraftfahrzeugbatteriespannung U als starterstromproportionales Signal verwendet
wird. Der Verlauf der Spannung U (Batteriespannung) verhält sich beim Startvorgang
der Brennkraftmaschine spiegelbildlich zum Starterstrom I
S. Die Spannung U weist eine Welligkeit auf, die der Welligkeit des Starterstromes
I
S entgegengesetzt ist, das heißt, bei Abschnitten mit steigendem Starterstrom I
S ist die Spannung U fallend, und bei Abschnitten mit fallendem Starterstrom I
S ist die Spannung U steigend. Zur Verdeutlichung sind in Figur 3 die Zeitpunkte t
2, t
4 und t
6 mit den Strömen I
2, I
4 und I
6 eingetragen. Die Spannung U wird an einer Klemme des Startermotors abgegriffen, die
mit dem Pluspol der Fahrzeugbatterie in Verbindung steht. Hierbei gilt die Beziehung:

[0021] Wobei U
Batt die Leerlaufspannung der Kraftfahrzeugbatterie ist, I
S der Starterstrom, Ri
Batt der Innenwiderstand der Kraftfahrzeugbatterie und Ri
L der Leitungswiderstand von der Anschlußklemme zur Kraftfahrzeugbatterie.
[0022] Der Batterieinnenwiderstand Ri
Batt und die Leerlaufspannung U
Batt sind grundsätzlich von der verwendeten Kraftfahrzeugbatterie, von der Temperatur
und vom Ladezustand abhängig. Der insgesamt nichtlineare Zusammenhang ergibt sich
aus nachfolgender Tabelle, wobei die Leerlaufspannung U
Batt in Volt und der Batterieinnenwiderstand Ri
Batt in Milliohm angegeben sind:
| Batterieladezustand Temperatur |
0 % |
80 % |
50 % |
| +20°C |
12,00/5,00 |
11,76/5,45 |
11,51/6,14 |
| 0°C |
11,69/5,75 |
11,43/6,24 |
11,17/6,88 |
| -10°C |
11,54/6,46 |
11,27/6,90 |
11,00/7,60 |
| -20°C |
11,38/7,56 |
11,11/8,07 |
10,83/8,65 |
[0023] Für Temperaturen T>20°C gilt, daß der Batterieinnenwiderstand Ri
Batt noch etwas fallend und die Leerlaufspannung U
Batt noch etwas ansteigend verlaufen.
[0024] Der in Reihe zum Batterieinnenwiderstand Ri
Batt liegende Leitungswiderstand Ri
L hat einen Nennwiderstand von 1 mOhm, entsprechend der Leitungslänge vom Plusanschluß
der Kraftfahrzeugbatterie bis zur Anschlußklemme des Startermotors. Dieser Wert ist
abhängig vom Temperaturkoeffizienten des Leitungsmaterials, also in der Regel von
Kupfer.
[0025] Insgesamt ergibt sich hierdurch, daß bei höheren Temperaturen T > +10°C und normalen
Batterieladezuständen sich ein Gesamtwiderstand von circa 6 bis 7 mOhm einstellt.
Bei niederen Temperaturen und schlecht geladener Kraftfahrzeugbatterie erhöht sich
der Gesamtwiderstand auf Werte von circa 7 bis 9 mOhm.
[0026] Um ein aufwendiges Momentanmessen des Batterieinnenwiderstandes Ri
Batt zu vermeiden, der sich bei kurzen Belastungsimpulsen nur sehr aufwendig durchführen
läßt, da nur mit großen Meßströmen, von circa 100 A auch eine entsprechende Meßgenauigkeit
erreicht wird, kann bei der Errechnung des Zeitpunktes der Startabschaltung der Brennkraftmaschine
der Batterieinnenwiderstand Ri
Batt von 6 mOhm angenommen werden, da dieser Widerstandswert bei > 10°C und normal geladener
Batterie die Mehrzahl aller möglichen Betriebsfälle der Brennkraftmaschine abdeckt.
[0027] In jedem Fall ergibt sich durch diese Annahme ein sicheres Abschaltkriterium, da
bei niedrigen Temperaturen automatisch ein größerer Strom I
S geschätzt wird, und damit ein vergrößertes Zeitfenster bis zur Startabschaltung aktiviert
wird.
[0028] Um bei der Auswertung der Spannung U als dem Starterstrom proportionales Signal die
Leerlaufspannung und weitere elektrische Verbraucher zu eliminieren, er= folgt eine
erste Messung der Spannung U nach einer Initialisierungsphase t
in vor Beginn einer Relaiseinzugsphase eines dem Startermotor zugeordneten Einrückrelais.
Hieraus folgt:

wobei U
Batt die Leerlaufspannung und I
Verb ein zum Startzeitpunkt angeschlossener Strom anderer elektrischer Verbraucher ist.
Die Spannung U_0 beinhaltet also die Batterieleerlaufspannung abzüglich dem Spannungsabfall
durch die zu diesem Zeitpunkt angeschlossenen elektrischen Verbraucher. Es ergibt
sich ein notwendiges Spannungsfenster von 10 V bis +13 V.
[0029] Die Hauptmessung der Spannung U erfolgt nach 150 ms nach Schließen des Hauptkontaktes
des Startermotors also zum Zeitpunkt t
0. Hierbei ergibt sich:

[0030] Durch Differenzbildung der zuletzt genannten Gleichung ergibt sich eine Spannungsdifferenz

wobei für den Widerstandswert Ri
Batt + R
L pauschal ein Widerstand R
X = 6 mOhm eingesetzt wird. Hierdurch ergibt sich

[0031] Ein notwendiges Spannungsfenster beträgt somit 7 Volt bis +13 Volt. Um die Genauigkeit
der Messung zu erhöhen, müssen die zum Startvorgang sich im Betrieb befindlichen elektrischen
Nebenverbraucher systematisch erfaßt und über den gesamten Zeitbereich des Startvorganges
aufgezeichnet werden. Entscheidend ist hierbei das Niveau und der Verlauf der jeweiligen
Ströme, da unter Umständen auch eine Eliminierung der elektrischen Nebenverbraucher
über ein geeignet dimensioniertes Filter erfolgt.
[0032] In der Figur 3 sind schraffierte Zeitbereiche dargestellt, die jeweils einem Zeitfenster
in einer Phase steigender Spannung U entsprechen. Die Phase steigender Spannung U
entspricht, gemäß Figur 1 der Phase eines fallenden Starterstromes I
S, so daß für den Starterstrom I
S entsprechendes gilt.
[0033] Durch Vergleich der sich ergebenden Zeitspannen mit der entsprechend des Betriebszustandes
der Brennkraftmaschine zugeordneten Kennlinien, beispielsweise Warmkennlinie oder
Kaltkennlinie, ergibt sich nach Überschreiten der Zeitspanne innerhalb einer steigenden
Phase der Spannung U zum Zeitpunkt t
A die Startabschaltung der Brennkraftmaschine.
[0034] Eine Erhöhung der Genauigkeit der Bestimmung des Abschaltpunktes t
A, bei Auswertung der Spannung U als dem Starterstrom proportionales Signal läßt sich
erreichen, indem kraftfahrzeugspezifische Einstellgrößen, insbesondere hinsichtlich
der Kraftfahrzeugbatterie und der Verbindungsleitung zur Anschlußklemme des Startermotors
eliminiert, und Temperatur- und Lebensdauereinflüsse möglichst wenig Einfluß auf die
Bestimmung der Startabschaltung haben.
[0035] Hierzu wird die Spannung U an der Anschlußklemme des Startermotors zunächst zum Zeitpunkt
des Maximalwertes des Starterstromes I
S, also des Stromes I
1 zum Zeitpunkt t
1 gemessen, bei dem die Spannung U ihr Minimum U
min hat. Zu diesem Zeitpunkt ist der induktive Spannungsanteil Null (L*di/dt = 0; di/dt
= 0) und der aus einer Drehzahl des Startermotors resultierende Spannungsanteil U
ista relativ klein und unabhängig von einer Temperatur des Startermotors. Dieser beträgt
0,3 bis 0,5 V im gesamten möglichen Temperaturbereich.
[0036] Unter Zugrundelegung dieser Randbedingungen lassen sich für U
min zwei Gleichungen aufstellen, über die sich der Starterstrom I
S zu diesem Zeitpunkt an der Anschlußklemme und der Widerstand, der sich aus dem Batterieinnenwiderstand
Ri
Batt und dem Leitungswiderstand Ri
L ermitteln läßt. Es gilt:


wobei Istag der geschätzte Maximalstarterstrom, Ista der simulierte Maximalstarterstrom,
U
Batt die Kraftfahrzeugbatterie-Leerlaufspannung, U
min die Minimalspannung an der Anschlußklemme des Startermotors, U
xx die Bürstenspannung des Startermotors zuzüglich der induzierten Spannung des Startermotors
und Ri
G der geschätzte Batterieinnenwiderstand Ri
Batt zuzüglich des Leitungswiderstandes Ri
L sowie Ra ein Kontaktwiderstand zuzüglich eines masseseitigen Leitungswiderstandes
zuzüglich eines Wicklungswiderstandes des Startermotors und eines auf die Starterbürsten
entfallenden Anteils ist.
[0037] Nachfolgend werden die anhand einer Simulation in einem angenommenen Temperaturbereich
von -20°C bis +80°C ermittelten Ergebnisse wiedergegeben. Ein Abgleichpunkt liegt
bei +20°C. Die eingesetzten Parameter gelten für einen 1,8 kW Startermotor mit magnetischer
Erregung.
| Batteriezustand |
|
|
|
|
| Ub0 [V] |
12,0 |
12,0 |
11,5 |
11,1 |
| Ladezustand [%] |
100 |
100 |
80 |
80 |
| RiBatt [mOhm] |
4 |
5 |
6,3 |
8,1 |
| Starter-Umgeb.temp. T[°C] |
80 |
20 |
0 |
-20 |
| U30min[V] |
6,4 |
5,7 |
5,0 |
4,4 |
| Ista[A] |
1020 |
960 |
820 |
700 |
| Ri[mOhm] |
5,5 |
6,5 |
7,8 |
9,6 |
| Istag[A] |
1050
(1128) |
949 |
770 |
615 |
| Rig[mOhm] |
5,3 (5,0) |
6,6 |
8,4 |
10,9 |
| Uista[V] |
0,4 |
0,5 |
0,32 |
0,29 |
1. Verfahren zur Startabschaltung einer Brennkraftmaschine, wobei ein mit der Brennkraftmaschine
zum Andrehen in Eingriff bringbarer Startermotor bei Selbstlauf der Brennkraftmaschine
ausgespurt und abgeschaltet wird, und der Zeitpunkt der Startabschaltung aus einem
Verlauf eines Starterstromes des Startermotors ermittelt wird, dadurch gekennzeichnet, daß ein dem Starterstrom (IS) proportionales Signal zur Bestimmung des Zeitpunktes (tA) der Startabschaltung ausgewertet wird, wobei eine Kennlinie mit einem dem Starterstrom
proportionalen Signal ausgewertet wird, welche von einem Betriebszustand der Brennkraftmaschine
abhängig ist, wobei die Zeitkennlinie (tA = f(IS)) anhand eines ersten Strommaximums (I1) des Starterstromes (IS) ausgewählt wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß während einer Welligkeit des Starterstromes (IS) beginnend mit den Strommaxima (I2, I4, I6) während eines fallenden Verlaufes des Starterstromes (IS) die Zeitdauer (t) mit negativem Gradient ermittelt und mit wenigstens einer fest
abgelegten Zeitkennlinie verglichen wird.
3. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Kennlinien von einer Temperatur der Brennkraftmaschine abhängig sind.
4. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß in Abhängigkeit von einer wählbaren kritischen Temperatur (TKrit) bei Überschreiten der Betriebstemperatur der Brennkraftmaschine von der kritischen
Temperatur (TKrit) eine Warmkennlinie und bei Unterschreiten eine Kaltkennlinie verwendet wird.
5. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß für eine warme und eine kalte Brennkraftmaschine eine gemeinsame Zeitkennlinie verwendet
wird.
6. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Zeitkennlinien aus einer Korrelation zwischen einer Kurbelwellendrehzahl (n)
und dem Starterstrom (IS) ermittelt werden.
7. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Gradienten des Starterstromes (IS) nach Ausblendung einer Vorphase ab einem Zeitpunkt (t0) ausgewertet werden.
8. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß als dem Starterstrom (IS) proportionales Signal die Kraftfahrzeugbatteriespannung (U) ausgewertet wird.
9. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß bei der Messung der Kraftfahrzeugbatteriespannung (U) ein Batterieinnenwiderstand
(RiBatt) und ein Leitungswiderstand (RiL) von einer Anschlußklemme des Startermotors zur Kraftfahrzeugbatterie berücksichtigt
wird.
10. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß ein Einfluß weiterer momentaner elektrischer Verbraucher des Kraftfahrzeuges auf
die Kraftfahrzeugbatteriespannung (U) eliminiert wird.
11. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß ein Einfluß kraftfahrzeugspezifischer Größen, insbesondere ein Ladungszustand der
Batterie, eine Temperatur der Batterie, auf die Kraftfahrzeugbatteriespannung (U)
eliminiert wird.
1. Method for the starter cut-out of an internal combustion engine, a starter motor which
can be placed in engagement with the internal combustion engine in order to start
it being disengaged and switched off when the internal combustion engine runs under
its own power, and the time of the starter cut-out being determined from a profile
of a starter current of the starter motor, characterized in that a signal which is proportional to the starter current (IS) is evaluated in order to determine the time (tA) of the starter cut-out, a characteristic curve with a signal which is proportional
to the starter current being evaluated, said characteristic curve being dependent
on an operating state of the internal combustion engine, and the timing characteristic
curve (tA = f(IS)) being selected with reference to a first current maximum (I1) of the starter current (IS).
2. Method according to Claim 1, characterized in that, while there is waviness of the starter current (IS) starting with the current maximum values (I2, I4, I6) during a decreasing profile of the starter current (IS), the time period (t) is determined with a negative gradient and is compared with
at least one permanently stored timing characteristic curve.
3. Method according to one of the preceding claims, characterized in that the characteristic curves are dependent on a temperature of the internal combustion
engine.
4. Method according to one of the preceding claims, characterized in that, as a function of a selectable critical temperature (Tcrit), a warming characteristic curve is used when the operating temperature of the internal
combustion engine is exceeded by the critical temperature (Tcrit) and a cooling characteristic curve is used when it is undershot.
5. Method according to one of the preceding claims, characterized in that a common timing characteristic curve is used for a warm and a cold internal combustion
engine.
6. Method according to one of the preceding claims, characterized in that the timing characteristic curves are determined from a correlation between a crankshaft
rotational speed (n) and the starter current (IS).
7. Method according to one of the preceding claims, characterized in that the gradients of the starter current (IS) are evaluated after suppressing a pre-phase starting from a time (t0).
8. Method according to one of the preceding claims, characterized in that the motor vehicle battery voltage (U) is evaluated as a signal which is proportional
to the starter current (IS).
9. Method according to one of the preceding claims, characterized in that, during the measurement of the motor vehicle battery voltage (U), a battery internal
resistance (RiBatt) and a line resistance (RiL) are taken into account by a terminal of the starter motor for the motor vehicle
battery.
10. Method according to one of the preceding claims, characterized in that an influence of further instantaneous electrical loads of the motor vehicle on the
motor vehicle battery voltage (U) is eliminated.
11. Method according to one of the preceding claims, characterized in that an influence of motor-vehicle-specific variables, in particular a charge state of
the battery, a temperature of the battery, on the motor vehicle battery voltage (U)
is eliminated.
1. Procédé de coupure de démarrage d'un moteur à combustion interne selon lequel lorsque
le moteur à combustion interne tourne de lui-même on dégage le moteur de démarreur
mis en prise pour démarrer le moteur à combustion interne, et on coupe le moteur de
démarreur, et on détermine l'instant de la coupure du démarrage à partir de la courbe
du courant de démarrage du moteur de démarreur,
caractérisé en ce que
on exploite un signal proportionnel au courant de démarreur (IS) pour déterminer l'instant (tA) de la coupure du démarreur, en exploitant une courbe caractéristique avec un signal
proportionnel au courant de démarreur, ce signal dépendant de l'état de fonctionnement
du moteur à combustion interne, et la caractéristique dans le temps (tA = f(IS)) étant choisie à l'aide d'un premier maximum d'intensité (I1) du courant de démarreur (IS).
2. Procédé selon la revendication 1,
caractérisé en ce que
pendant une ondulation du courant de démarreur (Is), en commençant par les maximum
d'intensité (I2, I4, I6), pendant une trajectoire descendante du courant de démarreur (IS), on détermine la durée (t) de gradient négatif et on compare à au moins une caractéristique
de temps enregistrée de manière fixe.
3. Procédé selon l'une quelconque des revendications précédentes,
caractérisé en ce que
les caractéristiques dépendent de la température du moteur à combustion interne.
4. Procédé selon l'une quelconque des revendications précédentes,
caractérisé en ce qu'
en fonction d'une température critique sélectionnée (Tcrit) lors du dépassement de la température de fonctionnement du moteur à combustion interne
de la température critique (Tcrit), on utilise une caractéristique à chaud et en cas de dépassement on utilise une
caractéristique à froid.
5. Procédé selon l'une quelconque des revendications précédentes,
caractérisé en ce qu'
on utilise une caractéristique de temps commune pour le moteur à combustion interne
chaud et froid.
6. Procédé selon l'une quelconque des revendications précédentes,
caractérisé en ce qu'
on détermine la caractéristique de temps à partir d'une corrélation entre une vitesse
de rotation de vilebrequin (n) et le courant de démarreur (Is).
7. Procédé selon l'une quelconque des revendications précédentes,
caractérisé en ce qu'
on exploite les gradients du courant de démarreur (IS) après élimination d'une préphase à partir d'un instant (tO).
8. Procédé selon l'une quelconque des revendications précédentes,
caractérisé en ce que
comme courant de démarreur (IS) on exploite un signal proportionnel qui est la tension de la batterie du véhicule
(U).
9. Procédé selon l'une quelconque des revendications précédentes,
caractérisé en ce qu'
en mesurant la tension de batterie de véhicule (U) on tient compte de la résistance
interne de la batterie (RiBatt) et d'une résistance de ligne (RiL) entre la borne du moteur de démarreur et la batterie du véhicule.
10. Procédé selon l'une quelconque des revendications précédentes,
caractérisé en ce qu'
on élimine l'influence d'autres consommateurs électriques instantanés du véhicule
sur la tension de batterie (U) du véhicule.
11. Procédé selon l'une quelconque des revendications précédentes,
caractérisé en ce qu'
on élimine une influence de grandeurs spécifiques au véhicule, notamment l'état de
charge de la batterie, la température de la batterie, sur la tension (U) de la batterie.