(19)
(11) EP 1 106 213 A2

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
13.06.2001  Patentblatt  2001/24

(21) Anmeldenummer: 00126777.2

(22) Anmeldetag:  06.12.2000
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)7A63B 29/00, A63B 69/00
(84) Benannte Vertragsstaaten:
AT BE CH CY DE DK ES FI FR GB GR IE IT LI LU MC NL PT SE TR
Benannte Erstreckungsstaaten:
AL LT LV MK RO SI

(30) Priorität: 09.12.1999 DE 19959529

(71) Anmelder: Offermann, Achim
52076 Aachen (DE)

(72) Erfinder:
  • Offermann, Achim
    52076 Aachen (DE)

(74) Vertreter: Jostarndt, Hans-Dieter 
Jostarndt - Thul, Eupener Strasse 266
52076 Aachen
52076 Aachen (DE)

   


(54) Bekletterbare Vorrichtung und Verfahren zu ihrer Herstellung


(57) Die Erfindung betrifft eine bekletterbare Vorrichtung. Erfindungsgemäß zeichnet sich das Modul dadurch aus, dass es wenigstens eine Plane aufweist, wobei auf wenigstens einer Hauptfläche der Plane Klettergriffe befestigbar sind.
Ein weiterer Gegenstand der Erfindung ist ein Verfahren zur Herstellung einer bekletterbaren Vorrichtung.




Beschreibung


[0001] Die Erfindung betrifft eine bekletterbare Vorrichtung.

[0002] Die Erfindung betrifft ferner ein Verfahren zur Herstellung einer bekletterbaren Vorrichtung.

[0003] Der Klettersport ist eine beliebte Freizeitbeschäftigung. Aus vielfachen Gründen besteht ein Bedürfnis, diese Sportart an künstlich geschaffenen Vorrichtungen auszuüben. Diese machen es möglich, den Klettersport ohne Beschränkungen hinsichtlich des Ausübungsortes oder des Wetters auszuüben. Ein weiterer Vorteil künstlicher Klettervorrichtungen ist, dass die Umwelt geschont wird.

[0004] Eine gattungsgemäße Vorrichtung ist aus der Deutschen Offenlegungsschrift DE 43 12 70 A1 bekannt.

[0005] Diese bekannte Vorrichtung zeichnet sich dadurch aus, dass einzelne Module steif ausgebildet sind und durch einen zusätzlichen versteifenden umlaufenden Rahmen zu einer Kletterwand verbindbar sind.

[0006] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine gattungsgemäße Vorrichtung zu schaffen, die möglichst einfach herzustellen ist.

[0007] Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe dadurch gelöst, dass eine gattungsgemäße Vorrichtung so gestaltet wird, dass sie wenigstens eine Plane aufweist, wobei auf wenigstens einer Hauptfläche der Plane Klettergriffe befestigbar sind.

[0008] Hierdurch wird eine bekletterbare Vorrichtung geschaffen, die vielseitig einsetzbar ist. Durch eine geeignete Wahl der Größe der Plane kann die Vorrichtung an vielseitige Bedürfnisse von Benutzern angepasst werden. So ist es beispielsweise möglich, ein Modul beziehungsweise die Vorrichtung transportabel zu gestalten. Bei einer geringeren Größe der Plane kann die Vorrichtung beispielsweise in normalen Räumen wie Wohnungen oder Ladenlokalen eingesetzt werden. Größere Planen, beziehungsweise Vorrichtungen, die mehrere Planen enthalten, eignen sich besonders für den Einsatz in größeren Räumen oder im Freien. Bevorzugte Einsatzorte sind Schulen, Turnhallen und Schwimmbäder. Bei anderen Einsatzorten wie Fitnessstudios können Planen in verschiedenen Größen zum Einsatz kommen.

[0009] Zweckmäßigerweise ist die Plane so gestaltet, dass sie selbst die für ihre Bekletterbarkeit erforderliche Stabilität aufweist.

[0010] Vorzugsweise ist die Vorrichtung so gestaltet, dass die Plane mit Befestigungsmitteln für die Aufnahme der Klettergriffe versehen ist.

[0011] Es ist besonders vorteilhaft, dass die Plane faltbar und/oder aufrollbar ist. Hierdurch ist es möglich, die Plane schnell von einem Ort zu einem anderen Ort zu transportieren und/oder an einem Einsatzort vor einer unbefugten Benutzung zu schützen. Ein Schutz vor einer unbefugten Benutzung kann auch dadurch erzielt werden, dass wenigstens ein Flächenbereich der Plane abtrennbar ist.

[0012] Die Stabilität des Moduls beziehungsweise der mit ihm hergestellten Klettervorrichtung kann dadurch erhöht werden, dass die Plane wenigstens bereichsweise mit mindestens einem Verstärkungsmittel verbunden ist.

[0013] Eine weitere Erhöhung der Stabilität lässt sich vorteilhafterweise dadurch erreichen, dass das Verstärkungsmittel flächig ausgebildet ist.

[0014] Eine besonders leichte und robuste Ausführungsform des Moduls beziehungsweise der Vorrichtung zeichnet sich dadurch aus, dass das Verstärkungsmittel im Wesentlichen eine Streifenform aufweist.

[0015] Eine weitere Verbesserung der Herstellbarkeit und der Handhabbarkeit lässt sich dadurch erreichen, dass das Verstärkungsmittel wenigstens ein Gurtband umfasst.

[0016] Hierbei ist es besonders zweckmäßig, dass sich wenigstens einige der Befestigungsmittel für die Klettergriffe in Kontakt mit dem Verstärkungsmittel befinden.

[0017] Als Material für die Plane eignen sich grundsätzlich alle Stoffe, die eine ausreichende Reißfestigkeit aufweisen. Vorzugsweise werden Stoffe eingesetzt, die einfach erhältlich sind und die einfache Erhältlichkeit mit einer geeigneten Zuschneidbarkeit und einer hohen chemischen und mechanischen Beständigkeit vereinigen.

[0018] Beispiele für derartige Materialien sind Polyester und PVC.

[0019] Zweckmäßigerweise weist das Modul wenigstens ein Aufhängungsmittel auf.

[0020] In einem einfachen doch zugleich zweckmäßigen Fall ist das Aufhängemittel eine Öse.

[0021] In der Öse können geeignete Haltemittel wie Seile aus elastischem oder nicht elastischem Material befestigt werden.

[0022] Eine besonders zweckmäßige Ausführungsform der Erfindung zeichnet sich dadurch aus, dass die Plane in einem Rahmen aufgespannt ist. Der Rahmen erhöht sowohl die mechanische Stabilität als auch die Transportfähigkeit der Vorrichtung.

[0023] Eine weitere Verbesserung der Transportierbarkeit lässt sich dadurch erzielen, dass der Rahmen klappbar gestaltet ist.

[0024] Der Nutzwert kann dadurch erhöht werden, dass der bekletterbaren Vorrichtung wenigstens an einer Stelle Flüssigkeit, insbesondere Wasser, zugeführt wird.

[0025] Eine weitere Erhöhung des Nutzwertes kann dadurch erzielt werden, dass die Flüssigkeit im Bereich der Hauptfläche zugeführt wird.

[0026] Ferner ist es zweckmäßig, ein Verfahren zur Herstellung einer bekletterbaren Vorrichtung so durchzuführen, dass eine Plane mit Befestigungsmitteln für Haltegriffe und/oder mit Haltegriffen versehen wird.

[0027] Dabei ist es vorteilhaft, dass die Plane mit wenigstens einem Verstärkungsmittel versehen wird.

[0028] Hierbei ist es besonders zweckmäßig, dass die Befestigungsmittel und/oder die Klettergriffe im Bereich des Verstärkungsmaterials aufgebracht werden.

[0029] Es ist besonders vorteilhaft, dass Gurtbänder als Verstärkungsmittel aufgebracht werden und dass die Befestigungsmittel und/oder die Klettergriffe mit den Gurtbändern verbunden werden.

[0030] Ein weiterer Gegenstand der Erfindung ist, ein Verfahren zur Herstellung einer bekletterbaren Vorrichtung so durchzuführen, dass ein erfindungsgemäßes Modul an einer Haltevorrichtung aufgehängt wird.

[0031] Weitere Vorteile, Besonderheiten und zweckmäßige Weiterbildungen der Erfindung ergeben sich aus den Unteransprüchen und der nachfolgenden Darstellung bevorzugter Ausführungsbeispiele anhand der Zeichnung.

[0032] Die Zeichnung zeigt eine Aufsicht auf ein für eine Herstellung einer bekletterbaren Vorrichtung besonders zweckmäßiges erfindungsgemäßes Modul.

[0033] Das Modul besteht aus einer Plane 10, die mit Klettergriffen 20 versehbar ist. Die Stabilität der Plane 10 kann durch einen oder mehrere, nicht dargestellte Stäbe erhöht werden.

[0034] Die Klettergriffe 20 befinden sich vorzugsweise auf einem geeigneten Befestigungsmittel, wobei das Befestigungsmittel im dargestellten Fall aus mehreren Gurtbändern besteht, die vorzugsweise parallel zueinander auf der Plane aufgebracht sind.

[0035] Die Haltegriffe sind über ein oder mehrere mechanische Verbindungsmittel, im einfachsten Fall Schrauben, mit der Plane verbunden. Hierbei ist es zweckmäßig, dass die Plane an den Orten, an denen die Haltegriffe befestigt sind, verstärkt ist. Diese Verstärkung erfolgt beispielsweise durch eine oder mehrere Unterlegscheiben oder durch Flachstahl. Hierdurch werden die Haltegriffe gekontert. Eine besonders einfache und zweckmäßige Konterung erfolgt dadurch, dass die Haltegriffe sich auf beiden Haupflächen der Plane an gleichen Positionen befinden.

[0036] Das Modul ist in seinem oberen Bereich an einer Öse 40 aufhängbar.

[0037] Das Modul kann einfach transportiert werden und so zu einem Einsatzort gebracht werden.

[0038] Für den Fall, dass es erwünscht ist, dass das Modul an einem Einsatzort verbleibt, kann die Plane in Zeiten, in denen sie nicht genutzt werden muss, beziehungsweise in denen ihre Benutzung unerwünscht beziehungsweise verboten ist, aus dem Zugänglichkeitsbereich potentieller Benutzer entfernt werden.

[0039] Dies geschieht beispielsweise dadurch, dass die Plane aufgerollt wird. Ein derartiges Aufrollen ist insbesondere dann zweckmäßig, wenn die Klettergriffe verhältnismäßig klein gegenüber der Ausdehnung der Plane sind.

[0040] Falls die Klettergriffe jedoch eine größere Ausdehnung aufweisen, ist es auch möglich, die Plane lediglich teilweise anzuheben, so dass auch in diesem Fall eine Elastizität der Plane eine Veränderbarkeit des Moduls, beziehungsweise der mit Hilfe des Moduls hergestellten Vorrichtung bewirkt.

[0041] Im dargestellten Fall besteht die Plane aus Polyäthylen oder PVC. Die Elastizität der Plane erhöht auch den Freizeitwert für die Benutzer, weil bei einer Bekletterung der Tragewand ein zusätzlicher Freiheitsgrad darin besteht, dass der Klettervorgang in Abhängigkeit von einer Einstellung der Elastizität der Plane von einer den Spass des Benutzers erhöhenden Schaukelbewegung unterstützt werden kann.

Bezugszeichenliste:



[0042] 
10
Plane 10
20
Klettergriffe
40
Öse



Ansprüche

1. Bekletterbare Vorrichtung, dadurch gekennzeichnet, dass sie wenigstens eine Plane aufweist, wobei auf wenigstens einer Hauptfläche der Plane Klettergriffe befestigt sind und dass die Plane faltbar und/oder aufrollbar ist.
 
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Plane mit Befestigungsmitteln für die Aufnahme der Klettergriffe versehen ist.
 
3. Vorrichtung nach einem oder mehreren der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Plane wenigstens bereichsweise mit mindestens einem Verstärkungsmittel verbunden ist.
 
4. Vorrichtung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass das Verstärkungsmittel flächig ausgebildet ist.
 
5. Vorrichtung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass das Verstärkungsmittel im Wesentlichen eine Streifenform aufweist.
 
6. Vorrichtung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass das Verstärkungsmittel wenigstens ein Gurtband umfasst.
 
7. Vorrichtung nach einem oder beiden der Ansprüche 5 oder 6, dadurch gekennzeichnet, dass sie mehrere Verstärkungsmittel enthält, wobei wenigstens einige der Verstärkungsmittel im Wesentlichen parallel zueinander ausgerichtet sind.
 
8. Vorrichtung nach einem oder mehreren der Ansprüche 3 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass wenigstens ein Verstärkungsmittel sich in wenigstens einem Randbereich der Plane befindet.
 
9. Vorrichtung nach einem oder mehreren der Ansprüche 3 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass sich wenigstens einige der Befestigungsmittel für die Klettergriffe in Kontakt mit dem Verstärkungsmittel befinden.
 
10. Vorrichtung nach einem oder mehreren der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Plane wenigstens bereichsweise eine Polyester-Verbindung enthält.
 
11. Vorrichtung nach einem oder mehreren der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Plane wenigstens bereichsweise eine Poly-vinylchlorid-Verbindung enthält.
 
12. Vorrichtung nach einem oder mehreren der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Plane wenigstens bereichsweise eine Poly-ethylen-Verbindung enthält.
 
13. Vorrichtung nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 12, dadurch gekennzeichnet, dass es wenigstens ein Aufhängungsmittel enthält.
 
14. Vorrichtung nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, dass das Aufhängungsmittel wenigstens eine Öse enthält.
 
15. Vorrichtung nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 14, dadurch gekennzeichnet, dass die Klettergriffe an beiden Hauptflächen der Plane befestigt sind.
 
16. Vorrichtung nach einem oder mehreren der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass ihr wenigstens an einer Stelle Flüssigkeit, insbesondere Wasser, zugeführt wird.
 
17. Vorrichtung nach Anspruch 16, dadurch gekennzeichnet, dass die Flüssigkeit im Bereich der Hauptfläche zugeführt werden kann.
 
18. Vorrichtung nach einem oder mehreren der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Plane wenigstens abschnittsweise mit einer rahmenartigen Haltevorrichtung verbunden ist.
 
19. Vorrichtung nach Anspruch 18, dadurch gekennzeichnet, dass der Rahmen klappbar ist.
 
20. Verfahren zur Herstellung einer bekletterbaren Vorrichtung, dadurch gekennzeichnet, dass ein Modul hergestellt wird, wobei eine Plane mit Befestigungsmitteln für Haltegriffe und/oder mit Haltegriffen versehen wird, und dass das Modul an einer Haltevorrichtung aufgehängt wird.
 
21. Verfahren nach Anspruch 20, dadurch gekennzeichnet, dass die Plane mit wenigstens einem Verstärkungsmittel versehen wird.
 
22. Verfahren nach Anspruch 21, dadurch gekennzeichnet, dass die Befestigungsmittel und/oder die Klettergriffe im Bereich des Verstärkungsmaterials aufgebracht werden.
 
23. Verfahren nach Anspruch 22, dadurch gekennzeichnet, dass Gurtbänder als Verstärkungsmittel aufgebracht werden und dass die Befestigungsmittel und/oder die Klettergriffe mit den Gurtbändern verbunden werden.
 
24. Verfahren nach einem oder mehreren der Ansprüche 20 bis 23, dadurch gekennzeichnet, dass das Modul von der Haltevorrichtung herabhängt.
 
25. Verfahren nach einem oder mehreren der Ansprüche 20 bis 24, dadurch gekennzeichnet, dass das Modul an wenigstens zwei einander im Wesentlichen gegenüberliegenden Seiten aufgehängt wird.
 




Zeichnung