[0001] Die Erfindung bezieht sich auf ein Entsorgungssystem und eine Vorrichtung zum Entsorgen
von flüssigen Abfallstoffen an einem Laborarbeitsplatz.
[0002] In einem Labor, insbesondere in einem chemischen Labor, fallen Abfallstoffe an, z.
B. Säuren, Lösungen und Salze, die aggressiv, gesundheitsschädigend und umweltschädlich
sind, wobei dies nicht nur für die Abfallstoffe selbst sondern auch für von ihnen
ausgehende Gase gilt. Hierdurch sind bei der Entsorgung von Abfallstoffen besondere
Maßnahmen zu treffen, um zu vermeiden, daß schädliche Abfallstoffe selbst oder von
diesen ausgehende Gase in einem Laborraum oder auch außerhalb des Laborraums auf dem
Weg ihrer Entsorgung Schaden anrichten können.
[0003] In der EP 0 517 008 A2 ist ein System zum Entsorgen von Laborabfällen beschrieben,
bei dem ein Aufnahmebehälter für Abfallstoffe in einem Einstell- oder Innenbehälter
und der Einstell- oder Innenbehälter in einem Außenkorpus positioniert oder einstellbar
ist. Die beim Befüllen des Behälters verdrängeten Dämpfe und Gase entweichen durch
Entlüftungsbohrungen aus dem Behälter in den Innenbehälter und können dort abgesaugt
werden. Wenn der Behälter gefüllt ist, muß er entnommen und zwecks Entsorgung der
darin befindlichen Abfallstoffe abtransportiert werden, wobei ein Austauschbehälter
zur Verfügung stehen muß, um den Arbeitsplatz weiter benutzen zu können.
[0004] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, bei einem Entsorgungssystem und einer Vorrichtung
der vorliegenden Arten die Entsorgung der Abfallstoffe zu verbessern. Hierbei soll
das Arbeiten am Laborarbeitsplatz oder mit dem Aufnahmebehälter nicht oder möglichst
wenig beeinträchtigt werden. Außerdem soll die Entsorgung mit geringem Aufwand und
umweltfreundlich erfolgen. Zusätzlich soll die Sicherheit des Laboranten erhöht werden,
da ein denkbarer Unfallvorgang an einem geschützten Arbeitsplatz stattfindet.
[0005] Diese Aufgabe wird durch die Merkmale des Anspruchs 1 bzw. 7 gelöst. Vorteilhafte
Weiterbildungen der Erfindung sind in den Unteransprüchen beschrieben.
[0006] Bei dem erfindungsgemäßen System und der erfindungsgemäßen Vorrichtung kann der Aufnahmebehälter
beim Entsorgen der in ihm befindlichen Abfallstoffe in seiner Gebrauchsposition verbleiben
und es ist auch kein Austauschbehälter erforderlich, denn die Entsorgung der Abfallstoffe
kann durch Absaugen am Absauganschluß des Aufnahmebehälters erfolgen, was einfach
schnell und ohne eine Beeinträchtigung der Umgebung erfolgen kann. Das Arbeiten an
dem Laborarbeitsplatz wird durch die Entsorgung nicht oder nur in vernachlässigbarer
Weise unterbrochen bzw. beeinträchtigt.
[0007] Diese Vorteile gelten auch für einen Laborarbeitsplatz nach Anspruch 15.
[0008] Das erfindungsgemäße Entsorgungssystem nach Anspruch 1 ermöglicht außerdem ein umweltfreundliches
Umfüllen der Abfallstoffe vom Aufnahmebehälter in den Sammelbehälter, wobei ein Gaspendelverfahren
angewandt wird. Hierdurch wird vermieden, daß beim Umfüllen Gase aus dem Sammelbehälter
in die Umgebung entweichen. Außerdem wird eine Zwischenlagerung der Abfallstoffe im
Sammelbehälter erreicht, wodurch der Entsorgungsaufwand reduziert wird. Ein weiterer
Vorteil besteht darin, daß das Entsorgungssystem sich für mehrere Laborarbeitsplätze
eignet, die nach Bedarf nacheinander entsorgt werden können.
[0009] Wenn der Aufnahmebehälter an eine Zuführungsleitung mit einem Ausguß für Abfallstoffe
angeschlossen ist, werden die durch die Erfindung erzielbaren Vorteile besonders deutlich,
denn es bedarf bei der Entsorgung keiner Demontage des im Gebrauch befindlichen Aufnahmebehälters
von der Zuführungsleitung und keiner Montage des Austauschbehälters an die Zuführungsleitung.
Zur Entsorgung von beim Befüllen des Aufnahmebehälters entweichenden Dämpfen und Gasen
ist es vorteilhaft, den Laborarbeitsplatz mit einem Abzug zu kombinieren.
[0010] In weiteren Unteransprüchen sind Merkmale enthalten, die bei Vermeidung des Austritts
von Dämpfen oder Gasen eine handhabungsfreundliche Entsorgung ermöglichen, wobei eine
rationelle und kostengünstige Entsorgung für einen oder mehrere vorhandene Arbeitsplätze
erreicht wird.
[0011] Nachfolgend werden die Erfindung und weitere durch sie erzielbare Vorteile anhand
von bevorzugten Ausgestaltungen des Entsorgungssystems und vereinfachten Zeichnungen
näher erläutert. Es zeigt
- Fig. 1
- eine erfindungsgemäße Vorrichtung zum Entsorgen von flüssigen oder strömungsfähigen
Abfällen mit einem Aufnahmebehälter an einem Laborarbeitsplatz in der Vorderansicht;
- Fig. 2
- ein Absaugsystem mit einer Pumpe und wenigstens einem Sammelbehälter für die Abfallstoffe
in der Seitenansicht;
- Fig. 3
- das Absaugsystem in der Draufsicht;
- Fig. 4
- einen Großbehälter für die Abfallstoffe in der Vorderansicht;
- Fig. 5
- den Großbehälter in der Seitenansicht;
- Fig. 6
- einen hydraulischen Steuerplan für das Absaugsystem;
- Fig. 7
- einen hydraulischen Steuerplan für das Absaugsystem in abgewandelter Ausgestaltung;
- Fig. 8
- einen hydraulischen Steuerplan für das Absaugsystem in weiter abgewandelter Ausgestaltung;
- Fig. 9
- einen hydraulischen Leitungsplan für den Großbehälter.
[0012] Von dem in Fig. 1 dargestellten Laborarbeitsplatz 1 sind nur Teile dargestellt, nämlich
eine Tischplatte 2 und ein Zwischenboden 3 eines Arbeitstisches, unter dem ein Aufnahmebehälter
4 für Abfallstoffe angeordnet ist, der unter dem Zwischenboden 3 angeordnet sein kann,
wie es Fig. 1 zeigt. Bei dem Arbeitstisch kann es sich um einen Unterschrank handeln,
in dem der Aufnahmebehälter 4 angeordnet ist. Der Aufnahmebehälter 4 ist ein geschlossener
Behälter in Form eines Kanisters mit einer Behälteröffnung 5 und einem Einlaßanschluß
6, der vorzugsweise an der Deckenwand 4a des Aufnahmebehälters 4 angeordnet ist und
einen Anschlußstutzen 7 aufweist, der nach oben absteht.
[0013] Im Bereich des Laborarbeitsplatzes 1 ist auf der Tischplatte 2 ein Ausguß 8, vorzugsweise
mit einer Flammsperre in Form eines eingelegten Lochblechs, vorgesehen, der vorzugsweise
durch einen Trichter 9 mit einem Deckel 11 gebildet ist, der vorzugsweise um ein seitliches
Gelenk 12 klappbar ist. Der Ausguß 8 ist durch eine Zuführleitung bzw. Abflußleitung
13 mit dem Einlaßanschluß 6 verbunden, die ein Abflußrohr 14 aufweist, das z.B. durch
eine Übergangsmuffe 15 und gegebenenfalls einen Schraubanschluß mit einem Auslaßstutzen
16 des Trichters 9 verbunden ist. Der Auslaßstutzen 16 steckt abgedichtet in einem
Durchführungsloch 17 der Tischplatte 2. Der Einlaßanschluß 6 weist einen Anschlußkopf
18 auf, den die Abflußleitung 13 in einem Durchführungsloch 18a abgedichtet durchsetzt,
wobei sie im oberen Bereich des Aufnahmebehälters 4 enden kann.
[0014] Der Aufnahmebehälter 4 weist außerdem einen Absauganschluß 19 auf, der vorzugsweise
mit dem Einlaßanschluß 6 einen gemeinsamen Anschluß bildet und hier im Anschlußkopf
18 integriert ist, so daß die Behälteröffnung 5 für den Einlaßanschluß 6 und den Absauganschluß
19 gemeinsam vorgesehen ist. Der Absauganschluß 19 weist eine Saugleitung 21 auf,
hier in Form eines Saugrohrs 21a, die sich bis in die Nähe des Bodens 4b des Aufnahmebehälters
4 erstreckt. Der Anschlußkopf 18 kann ein gemeinsames oder jeweils ein Durchführungsloch
17 für die Abflußleitung 13 und die Saugleitung 21 aufweisen, die den Anschluß abgedichtet
durchsetzen. Mit 22 ist eine Ringdichtung bezeichnet, die zwischen dem Anschlußkopf
18 und dem Anschlußstutzen 7 angeordnet ist.
[0015] Der Aufnahmebehälter 4 weist auch einen zweiten Einlaßanschluß 23 für eine Belüftungsleitung
24 auf, wobei der Einlaßanschluß 23 vorzugsweise mit dem Absauganschluß 19 und/oder
dem ersten Einlaßanschluß 6 einen gemeinsamer Anschluß bildet, wobei die durch ein
Rohr oder einen Schlauch gebildete Belüftungsleitung 24 den Anschlußkopf 18 ebenfalls
im Durchführungsloch 17 abgedichtet durchsetzt. In Figur 1 ist die Belüftungsleitung
24 nur in ihrem äußeren Endbereich sichtbar dargestellt. Im Bereich des zweiten Einlaßanschlusses
23 befindet sie sich hinter der Absaugleitung 21, wobei es unterhalb des zweiten Einlaßanschlusses
23 keiner Weiterführung der Belüftungsleitung 24 sondern lediglich einer Belüftungsöffnung
bedarf. Beim Vorhandensein des gemeinsamen Anschlusses bedarf es zur abgedichteten
Verbindung der Leitungen mit dem Aufnahmebehälter 4 nur der Ringdichtung 22, zwischen
dem gemeinsamen Anschlußteil und dem Aufnahmebehälter 4. Eingangsseitig, also hier
oberseitig, weist der Anschlußkopf 18 jeweils ein Einschraubloch 18b für eine Schraubkupplung
18c auf, mit der die jeweilige Leitung 14, 21, 24 dicht verschraubt ist, die den Zwischenboden
3 in einem Loch durchsetzen.
[0016] Der Aufnahmebehälter 4, der die in ihrer Gesamtheit mit 10 bezeichnete Vorrichtung
bildet, ist am Laborarbeitsplatz 1 fest installiert. Das heißt, es ist keine Schnellverbindung
zum Lösen und Wiederanschließen des Aufnahmebehälters 4 vorgesehen, da dies aus noch
zu beschreibenden Gründen nicht erforderlich ist. Allenfalls bedarf es einer Kontrolle
in größeren Zeitabständen, zum Beispiel um zu prüfen, ob sich Feststoffe im Aufnahmebehälter
4 abgelagert haben und gegebenenfalls diese zu entfernen. Weiterhin kann in größeren
Zeitabständen der Aufnahmebehälter 4 ausgetauscht werden.
[0017] Dem Aufnahmebehälter 4 ist im weiteren ein Entlüftungsanschluß 25 mit einer Entlüftungsleitung
25a zugeordnet, die sich vorzugsweise in der Abflußleitung 13 erstreckt und insbesondere
im Bereich des Ausgusses 8 oberhalb des Auslaßstutzens 16, also oberhalb einer Stelle,
an der sich ein Flüssigkeitsstau bilden kann, mündet. Diese Mündung im Bereich des
Laborarbeitsplatzes 1 ist von besonderem Vorteil, wenn im Bereich des Laborarbeitsplatzes
1 ein Abzug (nur durch den Pfeil 25b andeutungsweise dargestellt) vorgesehen ist,
durch den aus der Entlüftungsleitung 25a austretende und am Laborarbeitsplatz vorhandene
Dämpfe oder Gase abgesaugt und entsorgt werden können. Der Entlüftungsanschluß 25
ist somit ebenfalls in den Anschlußkopf 18 integriert, so daß ein Anschluß am Aufnahmebehälter
4 vorhanden ist.
[0018] Den freien Enden der Absaugleitung 21 und der Belüftungsleitung 24 ist jeweils ein
Anschlußkupplungsteil 26a, 27a für eine Absaugverbindungsleitung 28 und eine Entlüftungsverbindungsleitung
29 vorgesehen, die mit zugehörigen Anschlußkupplungsteilen 26b, 27b an die Anschlußkupplungsteile
26a, 27a anschließbar sind.
[0019] Die Anschlußkupplungsteile 26a, 27a können am Aufnahmebehälter 4 angeordnet sein.
Vorzugsweise sind sie jedoch in einem Abstand davon, hier an einer andeutungsweise
dargestellten Wand 33 des Arbeitstisches oder eines der Aufnahmebehälter 4 aufnehmenden
Unterschranks desselben, angeordnet. Zwecks Rationalisierung der Fertigung und Montage
befinden sich die Anschlußkupplungsteile 26a, 27a vorzugsweise an einem Modul 34,
das in der Art einer Konsole an der Wand 33 befestigbar ist. Hierdurch ist es möglich,
die Anschlußkupplungsteile 26a, 27a mit dem Modul 34 vorzumontieren, so daß es lediglich
einer Befestigung des Moduls 34 an der Wand 33 und des Anschlusses der Absaugleitung
21 und der Belüftungsleitung 24 bedarf.
[0020] Dem Aufnahmebehälter 4 ist auch noch eine Füllstands-Überwachungsvorrichtung 35 zugeordnet,
die ein zum Beispiel optisches oder akustisches Signal aktiviert, wenn die Abfallstoffe
im Aufnahmebehälter 4 einen vorbestimmten Füllstand erreichen. Die Überwachungsvorrichtung
35 weist einen Sensor 36 auf, der durch einen Halter 37 außen in einer bestimmten
Position zum Aufnahmebehälter 4 gehalten ist und beim Erreichen eines bestimmten Füllstands
ein Steuersignal erzeugt oder das Signal auslöst. Der Halter 37 kann am Anschlußkopf
18 befestigt sein, wodurch eine vom Aufnahmebehälter 4 unabhängige Positionierung
des Sensors 36 erreicht wird.
[0021] Im Rahmen der Erfindung ist es auch vorteilhaft, den Füllstand im Behälter 4 von
oben, daß heißt durch die Behälteröffnung 5 hindurch zu messen. Eine solche Füllstands-Überwachungsvorrichtung
35 kann z. B. dann zum Einsatz kommen, wenn der Behälter 4 aus einem Werkstoff besteht,
welcher keine Messung des Füllstandes von außen zuläßt. Dabei kann es sich bei dem
Sensor 36 z. B. um einen Effektor oder einen Ultraschallsensor handeln. Bei allen
Füllstands-Überwachungsvorrichtungen 35 ist es vorteilhaft, diese bzw. den zugehörigen
Sensor 36 am Anschlußteil 6 bzw. am Anschlußkopf 18 anzubringen, damit der Behälter
4 unabhängig und somit in einfacher Weise vom Anschlußteil 6 mit der Füllstands-Überwachungsvorrichtung
35 ausgewechselt werden kann. Für die Erfindung werden vorzugsweise einfache Standardbehälter
eingesetzt. Bei Verschmutzung oder Beschädigung des Behälters 4 kann dieser leicht
gewechselt werden, während das teuere Anschlußteil beibehalten werden kann.
[0022] Das Absaugsystem 41 ist auf einem Transportwagen 41a (Fig. 2 und 3) angeordnet, der
ein auf Fahr- und Lenkrollen 42 ruhendes Chassis 43 aufweist, auf dem ein oder mehrere,
vorzugsweise zwei Standplätze für jeweils einen Sammelbehälter 45a, 45b angeordnet
sind, zum Beispiel in einer das Chassis 43 bildenden Wanne 46 mit einer Bodenwand
47 und einer Umfangswand 48. Der Transportwagen 41 ist ein manuell verschiebbarer
Wagen, der eine Querstange 49 für den manuellen Angriff aufweist. Auf dem Transportwagen
41 ist außerdem eine Pumpe 51 auf einer Traverse 52 angeordnet, die durch einen Motor,
insbesondere Elektromotor, mit einem Schalter 53 in Griffnähe der Querstange 49 antreibbar
ist. Die Pumpe 51 weist zwei Leitungsanschlüsse 54, 55 auf, die einen Einlaß und einen
Auslaß bilden, an die die Absaugverbindungsleitung 28 anschließbar ist, wodurch sich
Leitungsabschnitte 28a, 28b ergeben, die so lang bemessen sind, daß der eine Leitungsabschnitt
28a mit dem Anschlußkupplungsteil 26b mit dem Anschlußkupplungsteil 26a lösbar verbindbar
ist und der andere Leitungsabschnitt 28b mit wenigstens einem Sammelbehälter 45 verbunden
oder lösbar verbindbar ist. Hierzu ist der Leitungsabschnitt 28b mit einem Anschlußteil
56a ausgebildet, das an ein Anschlußteil 56b oben am Sammelbehälter 45 oder in einem
Deckel 45c, zum Beispiel ein Schraubdeckel, anschließbar ist, wodurch ein dichter
und gegebenenfalls lösbarer Leitungsanschluß 56 gebildet ist. Der wenigstens eine
Sammelbehälter 45 weist oben einen zweiten, vorzugsweise vergleichbar angeordneten
und ausgebildeten Leitungsanschluß 58 mit einem Anschlußteil 58a für ein Anschlußteil
58b der Entlüftungsverbindungsleitung 29 auf. Beide Anschlüsse 56, 58 des Sammelbehälters
45 sind vorzugsweise an ein und demselben Anschlußteil, zum Beispiel am Deckel 45c,
angeordnet, so daß nur eine Behälteröffnung dem Anschluß des Leitungsabschnitts 28b
und dem Anschlußende der Entlüftungsverbindungsleitung 29 dient, das dem Anschlußkupplungsteil
27b abgewandt ist. Das Aufnahmevolumen des Sammelbehälters 45 oder die Aufnahmevolumina
der Sammelbehälter 45a, 45b gleicher oder unterschiedlicher Größe, zum Beispiel 30
und/oder 60 Liter, ist bzw. sind größer als das Aufnahmevolumen des Aufnahmebehälters
4, um den Sammeleffekt ausnutzen zu können.
[0023] Die Wanne 46 nimmt Leckage auf, wobei ihr Volumen dem oder den Volumina des bzw.
der Sammelbehälter 45 entsprechen kann.
[0024] Das vorbeschriebene Absaugsystem 41 ist Teil eines Entsorgungssystems 60 (Fig. 4
und 5) mit einem Großbehälter 61, der in seinem oberen Bereich zwei Leitungsanschlüsse
62, 63 aufweist, von denen der Leitungsanschluß 62 mit dem Leitungsabschnitt 28a und
dem Anschlußkupplungsteil 26b der Absaugverbindungsleitung 28 verbindbar ist und der
Leitungsanschluß 63 durch das Anschlußkupplungsteil 27b und die Entlüftungsverbindungsleitung
29 mit dem wenigstens einen Sammelbehälter 45 lösbar verbindbar ist.
[0025] Die Leitungsanschlüsse 62, 63 sind vorzugsweise an einem Deckel 66 für ein Mannloch
67 angeordnet. Außerdem ist dem Großbehälter 61 eine FüllhöhenÜberwachungsvorrichtung
68 zugeordnet, mit der die jeweilige Füllhöhe im oberen Bereich des Sammelbehälters
feststellbar ist. Ein von dieser Überwachungsvorrichtung 68 erzeugtes Signal kann
zur Anzeige der Füllhöhe und/oder für eine Betriebsplanung dienen, die berücksichtigt,
für welche Zeit die Kapazität des Großbehälters 61 noch reicht. Die Überwachungsvorrichtung
68 kann einen Schwimmer 69 aufweisen, dessen jeweilige Höhenstellung für die jeweilige
Signalabgabe maßgebend ist. Zwecks Vereinfachung der Bauweise ist es vorteilhaft,
die Überwachungsvorrichtung 68 in den Deckel 66 zu integrieren, so daß diese eine
Baueinheit bildet. Des weiteren kann im Deckelbereich, vorzugsweise am Deckel 66,
ein weiterer Sensor 71 vorgesehen sein, der das Vorhandensein des Deckels 66 bzw.
den korrekten Verschluß des Großbehälters 61 überwacht und ein Signal erzeugt, wenn
der Verschluß nicht gewährleistet ist.
[0026] Die in ihrer Gesamtheit mit 72 bezeichnete Deckelbaueinheit ist vorzugsweise durch
eine Hubvorrichtung 73 wahlweise zu heben und zu senken, die beim vorliegenden Ausführungsbeispiel
durch eine manuell zu bedienende einfache Rolle 74 gebildet ist, um die ein Zugseil
75 verläuft, an das der Deckel 66 mit einem Seilanschluß 76 anschließbar ist, während
das andere Ende des Zugseils 75 vorzugsweise um eine in einem horizontalen Abstand
von der einfachen Rolle 74 angeordnete Umlenkrolle 77 umgelenkt ist, wobei sein freier
Endbereich dem manuellen Angriff dient. Durch ein Einhängen des freien Zugseilendes,
zum Beispiel eine Öse 78, in zugehörige Haken, läßt sich die Hubvorrichtung 73 in
wahlweisen Hubstellungen oder in der angehobenen Stellung des Deckels 66 fixieren.
Die Hubvorrichtung 73 ist an einem Ausleger 79 gehalten, der an einer Wand 81 oder
dergleichen befestigt sein kann.
[0027] Dem Großbehälter 61 ist ein zweiter Deckel 82 zugeordnet und vorzugsweise unlösbar
daran gehalten, der den Verschluß des Großbehälters 61 während dessen Abtransport
dient, während der Deckel 66 am vorhandenen Standplatz des Großbehälters 61 verbleiben
kann. Außerdem weist der Großbehälter 61 an seinem Boden eine Auslaßöffnung 83 auf,
durch die sein Inhalt entleert werden kann und die durch eine Schließvorrichtung wahlweise
zu öffnen und zu schließen ist, zum Beispiel im Bereich eines zum Beispiel gebogenen
Rohrstutzens 84, der vorzugsweise seitlich endet. Um den Großbehälter 61 besser positionieren
und transportieren zu können, ist dieser in einem Gestell 85 gehalten, das voneinander
beabstandete Standfüße 86 aufweist, zwischen die ein Gabelstapler mit seinen Gabelarmen
einzufahren vermag. Vorzugsweise weist das Gestell 85 an seiner Oberseite mit den
Standfüßen 86 formschlüssig zusammenwirkende Aufnahmeteile 87 auf, die das Einstapeln
mehrerer Großbehälter 61 mit Gestell 85 ermöglichen. Zwischen den Standfüßen 86 und
den Aufnahmeteilen 87 erstrecken sich vorzugsweise vertikale Tragsäulen 88, wodurch
eine stabile Bauweise erreicht wird.
[0028] Das Volumen (zum Beispiel 1000 Liter) des Großbehälters 61 ist größer als das Volumen
des Sammelbehälters 45 oder der Volumina der Sammelbehälter 45a, 45b. Dies dient einer
rationalen Entsorgung.
[0029] Die vorbeschriebene Entsorgungseinrichtung läßt sich in mehrere Funktionsbereiche
unterteilen, die jeweils eigenständig funktionierende Entsorgungsteilsysteme sind.
[0030] Das erste Entsorgungsteilsystem umfaßt den Aufnahmebehälter 4, der dazu dient, am
Laborarbeitsplatz 1 anfallende Abfallstoffe aufzunehmen, die in den Ausguß 8 gekippt
werden können. Wenn die Füllhöhe im Aufnahmebehälter 4 einen vorbestimmten Wert erreicht,
werden die Abfallstoffe aus dem Aufnahmebehälter 4 abgesaugt. Dieses erste Entsorgungssystem
bzw. Entsorgungsteilsystem ist durch die Vorrichtung 10 gebildet.
[0031] Der Entsorgung der Abfallstoffe des Aufnahmebehälters 4 dient das Absaugsystem 41,
mit dem wenigstens einen Sammelbehälter 45, das ein zweites Entsorgungssystem bildet,
oder das Entsorgungssystem 60, das das Absaugsystem 41 und den Großbehälter 61 umfaßt
und ebenfalls ein Entsorgungssystem bildet. Mit dem Absaugsystem 41 werden die Abfallstoffe
im Aufnahmebehälter 4 durch Absaugen und Zwischenlagern im Sammelbehälter 45 entsorgt.
Mit dem Entsorgungssystem 60 lassen sich die Abfallstoffe aus dem Bereich des gesamten
Labors entsorgen, nämlich im Großbehälter 61 zwischenlagern und durch Abtransport
einer weiteren Entsorgung zuführen.
[0032] Zum Absaugen bzw. Umfüllen in den Sammelbehälter 45 werden die Absaugverbindungsleitung
28, die eine Flüssigkeits-Förderleitung bildet, und die Entlüftungsverbindungsleitung
29, die eine Gasleitung bildet, die durch die Leitungsanschlüsse 56, 58 lösbar oder
fest mit dem Sammelbehälter 45 verbunden sein können, mit den Anschlußkupplungsteilen
26a, 27a verbunden. Dann erfolgt das Absaugen bzw. Umfüllen durch Einschalten der
Pumpe 51, wobei gleichzeitig die aus dem Sammelbehälter 45 verdrängte Luft- bzw. Gasmenge
durch Überströmen selbsttätig in den Aufnahmebehälter 4 im Sinne des Gaspendelverfahrens
gefördert wird. Dabei wird ein Luft- bzw. Gasaustritt im Bereich der als Doppelleitung
funktionierenden Verbindungsleitungen 28, 29 und der dichten Anschlüsse vermieden.
[0033] Der vorbeschriebene Aufnahmebehälter 4 kann sowohl in einem Schrank oder Unterschrank
ohne oder mit Schranktür als auch frei im Bereich des Laborarbeitsplatzes 1 und/oder
des Tisches angeordnet sein. Wenn der Aufnahmebehälter 4 in einem geschlossenen und
insbesondere durch eine Tür zugänglichen Schrank oder Unterbau oder dergleichen angeordnet
ist, bedarf es keiner geschlossenen Verbindung zwischen dem Behälter 4 und dem Anschlußkupplungsteil
27a. Es braucht lediglich eine oberseitige Öffnung im Behälter 4, insbesondere im
gemeinsamen Anschlußkopf 18, vorhanden zu sein. Beim Absaugen in den Sammelbehälter
45 strömt dessen Entlüftungsgaas durch das Anschlußkupplungsteil 27a in den geschlossenen
Aufnahmeraum, in dem sich der Aufnahmebehälter 4 befindet, und dann im Sinne einer
offenen Verbindung aufgrund der sich an der oberseitigen Öffnung einstellenden Saugwirkung
in diese Öffnung, wodurch der Behälter belüftet wird. Der den Aufnahmeraum umschließende
Schrank oder Unterbau oder dergleichen kann im Bereich seiner Fugen zwischen seinen
den Aufnahmeraum umgebenden Wänden, insbesondere seiner Tür, abgedichtet sein.
[0034] Es ist im weiteren vorteilhaft, dem wenigstens Sammelbehälter 45 eine Füllhöhen-Überwachungsvorrichtung
zuzuordnen, so daß feststellbar ist, wann dieser Umfüllvorgang zu beenden ist. Eine
solche Überwachungsvorrichtung kann zum Beispiel optisch dadurch wirksam sein, daß
der Sammelbehälter 45 aus durchsichtigem oder durchscheinendem Material besteht und
die jeweilige Füllhöhe visuell erkennbar ist.
[0035] Wenn der wenigstens eine Sammelbehälter 45 gefüllt ist, werden die Anschlußkupplungen
26, 27 gelöst, und es wird der Transportwagen 41a zum Großbehälter 61 transportiert,
wobei die Absaugverbindungsleitung 28 und die Entlüftungsverbindungsleitung 29 als
Teile des Absaugsystems 41 am Sammelbehälter 45 verbleiben können. Zum Absaugen und
Umfüllen in den Großbehälter 61 werden die Absaugverbindungsleitung 28 bzw. ihr Leitungsabschnitt
28a und die Entlüftungsverbindungsleitung 29 durch Schließen der Leitungsanschlüsse
62, 63 mit dem Großbehälter 61 verbunden. Durch eine Umschaltung am Schalter 53 zwecks
Umkehrung der Förderrichtung der Pumpe 51 läßt sich dann der Absaug- bzw. Umfüllvorgang
durchführen. Es ist kein notwendiges Merkmal, daß die durch die Pumpe 51 gebildete
Fördereinrichtung umkehrbar sein muß. Es ist im Rahmen der Erfindung auch möglich,
die Absaugverbindungsleitung 28 umgekehrt anzuschließen, so daß die Förderrichtung
nicht geändert zu werden braucht. Im übrigen sind auch andere physikalische Fördersysteme
anwendbar.
[0036] Wenn der Großbehälter 61 gefüllt ist, werden die Kupplungsteile 26b, 27b vom Großbehälter
gelöst, wonach der Großbehälter 61 abtransportiert werden kann, gegebenenfalls nach
Lösung des Deckels 66 und Verschluß durch den zweiten Deckel 82, und durch einen anderen
Großbehälter ausgetauscht werden kann. Das den Transportwagen 41 umfassende Entsorgungsteilsystem
41 steht dann einer weiteren Verwendung zur Verfügung.
[0037] Die Anschlußkupplungen 26, 27 und die Leitungsanschlüsse 62, 63 sowie vorzugsweise
auch die Anschlüsse 56, 58 mit ihren Anschlußteilen sind vorzugsweise Schnellkupplungen,
deren Kupplungs- bzw. Anschlußteile 26a, 26b, 27a, 27b, 62a, 63a, 56a, 56b, 58a, 58b
jeweils einen Verschlußmechanismus aufweisen, der beim Ankuppeln bzw. Anschließen
die zugehörige Leitung selbsttätig öffnet und beim Entkuppeln bzw. Lösen selbsttätig
schließt, so daß weder Abfallstoffe noch ein Gas entweichen können. Solche Kupplungen
bzw. Leitungsanschlüsse sind an sich bekannt, so daß es keiner weiteren Erklärung
der Kupplungsteile bzw. Anschlußteile bedarf.
[0038] Im Rahmen der Erfindung kann bzw. können gegebenenfalls zusätzlich ein oder mehrere
Sensoren vorgesehen sein, welche physikalische Parameter, z. B. Druck, Temperatur
oder Konzentration des Abfallstoffs, im Großbehälter 61 messen und im Bedarfsfall
mittels einer Alarmvorrichtung einen Alarm auslösen oder ein Signal zum Abschalten
der zugehörigen Pumpe 51 erzeugen. Bei der Sammlung von Abfallstoffen kann es zu einer
chemischen Reaktion mit unerwünschten Folgen im Abfallstoff kommen. Eine solche Reaktion
kann durch einen geeigneten Sensor sicher detektiert und im vorbeschriebenen Sinne
alarmiert werden. Auch hierbei ist es vorteilhaft, den Halter einer zugehörigen Überwachungsvorrichtung
68a, z. B. den Halter für den zugehörigen Sensor, am Anschlußteil bzw. Deckel 66 anzubringen
und nicht am Großbehälter 61. Hierdurch wird die Halterung an sich und auch ein Behälterwechsel
vereinfacht, da die Überwachungsvorrichtung mit dem Anschlußteil bzw. der Deckel 66
gelöst werden kann und am Platz verbleiben kann. Eine solche Überwachungsvorrichtung
ist auch für den Behälter 4 oder den Sammelbehälter 45 bzw. die Sammelbehälter 45a,
45b vorteilhaft. Wie bereits beschrieben kann auch ein solcher Sensor bezüglich des
zugehörigen Behälters 4, 45, 61 von außen oder von oben durch die Behälteröffnung
wirksam sein.
[0039] Die Ausführungsbeispiele nach Fig. 6 bis 9, bei denen gleiche oder vergleichbare
Teile mit gleichen Bezugszeichen versehen sind, funktionieren bzw. unterscheiden sich
von den vorbeschriebenen Ausführungsbeispielen wie folgt:
[0040] Zum einen kann dem Großbehälter 61 gemäß Fig. 9 eine eigene Förder- bzw. Saugpumpe
91 zugeordnet sein, zum Beispiel in einem sich an seinen Leitungsanschluß 62 anschließenden
Leitungsabschnitt 92, der sich bis in den Bodenbereich des Großbehälters 61 erstrecken
kann, wobei die Pumpe 91 in einem Aufsatz 93 des Großbehälters 61 bzw. seines Deckels
66 angeordnet sein kann. Ein sich vom oberen Bereich des Hohlraums des Großbehälters
61 bis zum Leitungsanschluß 63 erstreckender Entlüftungsleitungsabschnitt 94 ist ebenfalls
dargestellt. Beim Umfüllvorgang zwischen dem Sammelbehälter 45 und dem Großbehälter
61 wird beim Ausführungsbeispiel nach Fig. 6 die Pumpe 91 benutzt, wobei die Pumpe
51 mit einer Umgehungsleitung umgangen wird. Hierzu kann ein die Pumpe 51 umgehender
Beipass 28c in der Verbindungsleitung 28 vorgesehen sein, der an einer seiner beiden
Verbindungsstellen durch ein Wegeventil 95, z. B. ein 3/2 Wegeventil oder ein 3-Wege-Kugelhahn,
so vorzugsweise an den Leitungsabschnitt 28b angeschlossen ist, daß der Beipass 28c
in der einen Schaltstellung gesperrt ist und der Durchfluß entsprechend Pfeil 96 erfolgt
und in der anderen Schaltstellung ein Leitungsdurchgang vom Leitungsabschnitt 28b
durch den Beipass 28c zum Leitungsabschnitt 28a vorhanden ist, siehe Pfeil 97. Beim
Umfüllvorgang zwischen wenigstens einem Sammelbehälter 45 und dem Großbehälter 61
wird durch eine nicht dargestellte elektrische Steuereinrichtung oder von Hand das
Wegeventil 95 so geschaltet bzw. verstellt, daß die Pumpe 91 durch den Beipass 28c
die Absaugung durchführen kann, wobei diese Umfüllung nach dem Gaspendelverfahren
stattfindet. Wie Fig. 6 zeigt, kann im übrigen der wenigstens eine Sammelbehälter
45 eine Überwachungsvorrichtung 35, 68 bzw. 68a aufweisen, die vorzugsweise am zugehörigen
Anschlußteil bzw. Deckel 45c angebracht ist. Ein geeigneter Sensor kann durch eine
Signalleitung 98 mit der Pumpe 51 verbunden sein, so daß die Förderung abgeschaltet
werden kann, wenn eine Bedingung für den Abfallstoff im Sammelbehälter 45 nicht erfüllt
ist, z. B. die maximale Füllhöhe erreicht wird oder eine ungewünschte chemische Reaktion
stattfindet.
[0041] Beim Ausführungsbeispiel nach Fig. 7, bei dem ebenfalls gleiche oder vergleichbare
Teile mit gleichen Bezugszeichen versehen sind, entspricht dem Ausführungsbeispiel
nach Fig. 6, jedoch sind die Verbindungsleitungen 28, 29 zugleich an zwei vorzugsweise
gleich große Sammelbehälter 45a, 45b angeschlossen, was durch entsprechende Verzweigungs-Leitungsabschnitte
28d, 29a erfolgt, die jeweils durch vorbeschriebene Leitungsanschlüsse 56, 58 mit
den Sammelbehälern 45 verbunden sind.
[0042] Das Ausführungsbeispiel nach Fig. 8, bei dem gleiche oder vergleichbare Teile mit
gleichen Bezugszeichen versehen sind, ermöglicht ein Umfüllen des Abfallstoffs von
wenigstens einem Sammelbehälter 45 in den Großbehälter 61, wobei eine externe Pumpe,
z. B. die Pumpe 91 beim Ausführungsbeispiel nach Fig. 9, nicht erforderlich ist. Bei
diesem Ausführungsbeispiel, das eine Weiterentwicklung des Ausführungsbeispiels nach
Fig. 6 oder 7 ist, ist ein weiterer Beipass 101 vorgesehen, der an seinem einen Ende
durch ein Wegeventil 102 mit Leitungsabschnitt 28a verbunden ist und zwar zwischen
der Verbindungsstelle 103 für den ersten Beipass 28c und der Pumpe 51, und an seinem
anderen Ende mit dem Leitungsabschnitt 28b verbunden ist und zwar zwischen dem Wegeventil
95 und dem Leitungsanschluß 56, siehe Leitungsabschnitt 28bl. Bei dem Wegeventil 102
handelt es sich um ein 3/2-Wegeventil, das in Kombination mit einem als 3/3-Wegeventil
ausgebildeten Wegeventil 95 folgende Strömungsgänge und Funktionen ermöglicht:
[0043] Bei einer Schaltstellung des Wegeventils 95 im Sinne eines Strömungsdurchgangs 96
im Leitungsabschnitt 28b und bei einer Schaltstellung des Wegeventils 102 im Sinne
eines Strömungsdurchgangs des Pfeiles 104 im Leitungsabschnitt 28a kann die interne
Pumpe 51 zum Umfüllen bzw. Füllen in den wenigstens einen Zwischenbehälter 45 benutzt
werden, z. B. um den Abfallbehälter 4 zu entleeren.
[0044] Bei einer Schaltstellung des Wegeventils 95 im Sinne eines Strömungsdurchgangs 105
zwischen dem Leitungsabschnitt 28b und dem Beipass 28c sowie einer Schaltstellung
des Wegeventils 102 im Sinne eines Strömungsdurchgangs 106 zwischen dem Beipass 101
und dem Leitungsabschnitt 28a in Strömungsrichtung zur Pumpe 51 kann der wenigstens
eine Zwischenbehälter 45 entleert werden bzw. kann daraus in den Großbehälter 61 umgefüllt
werden.
[0045] Zusätzlich kann gegebenenfalls bei einer Schaltstellung des Wegeventils 95 im Sinne
eines Strömungsdurchgangs 97 zwischen dem Leitungsabschnitt 28b2, der sich zwischen
dem Sammelbehälter 45 und dem Wegeventil 95 erstreckt, und dem Beipass 28c ein Umfüllen
des wenigstens einen Sammelbehälters 45 in den Großbehälter 61 mit einer externen
Pumpe, z. B. Pumpe 91, erfolgen.
[0046] Bei allen Ausführungsbeispielen ist es vorteilhaft, die Absaugverbindungsleitung
im zugehörigen Sammelbehälter 45 jeweils so lang auszubilden, daß sie sich bis in
den Bodenbereich des Sammelbehälters 45 erstreckt. Beim Füllen des Sammelbehälters
45 schadet dies nicht, und es wird ein Plätschern der Flüssigkeit verhindert. Beim
Umfüllen in den Großbehälter 61 kann diese Ausgestaltung problemlos ihre Absaugfunktion
erfüllen.
1. Entsorgungssystem (41) für flüssige Abfallstoffe an einem Laborarbeitsplatz (1), mit
einem Aufnahmebehälter (4), der dem Laborarbeitsplatz (1) und/oder einem Laborarbeitstisch
zugeordnet ist und einen Einlaß (6) für die Abfallstoffe, einen Absauganschluß (19)
und einen Belüftungsabschluß (23) aufweist, mit wenigstens einem mobilen Sammelbehälter
(45), mit einer Flüssigkeitsleitung (28), die an ihrem einen Ende durch eine Kupplung
(26) mit dem Absauganschluß (19) verbindbar ist und an ihrem anderen Ende mit dem
Sammelbehälter (45) verbunden oder verbindbar ist sowie mit einer Pumpe (51) zum Fördern
der Abfallstoffe aus dem Aufnahmebehälter (4) in den Sammelbehälter (45) verbunden
ist, und mit einer Gasleitung (29) die an ihrem einen Ende durch eine Kupplung (27)
mit dem Belüftungsanschluß (23) verbindbar ist und an ihrem anderen Ende mit dem Sammelbehälter
(45) verbindbar oder verbunden ist.
2. Entsorgungssystem nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß ein Großbehälter (61) vorgesehen ist, der durch Leitungsanschlüsse (62, 63) mit
einer Flüssigkeitsleitung und mit einer Gasleitung verbindbar ist, die mit dem Sammelbehälter
(45) verbunden oder verbindbar sind, wobei die Flüssigkeitsleitung mit einer Pumpe
zum Fördern der Abfallstoffe aus dem Sammelbehälter (45) in den Großbehälter (61)
verbunden ist.
3. Entsorgungssystem nach Anspruch 2,
dadurch gekennzeichnet,
daß nur eine Flüssigkeitsleitung (28) und nur eine Gasleitung (29) vorgesehen ist,
die wahlweise mit dem Aufnahmebehälter (4) und dem Großbehälter (62) verbindbar sind.
4. Entsorgungssystem nach einem der Ansprüche 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet,
daß mehrere Sammelbehälter (45) vorgesehen sind, die durch Zweigleitungen mit der
Flüssigkeitsleitung (28) verbunden sind.
5. Entsorgungssystem nach einem der Ansprüche 1 bis 4,
dadurch gekennzeichnet,
daß der oder die Sammelbehälter (45) auf einem Wagen (51a) angeordnet sind.
6. Entsorgungssystem nach einem der Ansprüche 1 bis 5,
dadurch gekennzeichnet,
daß dem Großbehälter (65) eine Füllstands-Überwachungsvorrichtung zugeordnet ist.
7. Vorrichtung zum Entsorgen von flüssigen Abfallstoffen an einem Laborarbeitsplatz (1),
mit einem Aufnahmebehälter (4) zum Aufnehmen der Abfallstoffe, der dem Laborarbeitsplatz
(1) zugeordnet ist und einen Einlaß (6) mit einer Zuführleitung (13) für die Abfallstoffe
aufweist, wobei der Aufnahmebehälter (4) einen Absauganschluß (19) an einer Absaugleitung
(21) aufweist, der wahlweise zu öffnen und zu schließen ist, wobei der Absauganschluß
(19) und der Einlaß (6) in ein gemeinsames Anschlußteil (18) integriert sind und wobei
die Absaugleitung (21) sich vom Bodenbereich des Aufnahmebehälters (4) zum Absauganschluß
(19) erstreckt.
8. Vorrichtung nach Anspruch 7,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Zuführleitung (13) mit einem oberhalb des Aufnahmebehälters (4), vorzugsweise
an einer Tischplatte (2) eines Arbeitstisches angeordneten Ausguß (8) verbunden ist.
9. Vorrichtung nach Anspruch 7 oder 8,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Absauganschluß (19) eine Kupplung (26) aufweist, an die eine Flüssigkeitsleitung
(28) anschließbar ist.
10. Vorrichtung nach einem der vorherigen Ansprüche 7 bis 9,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Aufnahmebehälter (4) ein oberseitiges Belüftungsloch oder einen Belüftungsanschluß
(23) aufweist, das oder der gegebenenfalls durch einen Schließmechanismus zu öffnen
und zu schließen ist und vorzugsweise ebenfalls in das Anschlußteil (18) integriert
ist.
11. Vorrichtung nach Anspruch 10,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Belüftungsanschluß (23) eine Kupplung (27) für eine Gasleitung (29) aufweist.
12. Vorrichtung nach einem der vorherigen Ansprüche 7 bis 11,
dadurch gekennzeichnet,
daß ein Füllstandssensor (36) für den Aufnahmebehälter (4) vorgesehen ist.
13. Vorrichtung nach Anspruch 12,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Füllstandsensor (36) außen angeordnet ist und insbesondere am Anschlußteil
(18) gehalten ist.
14. Vorrichtung nach einem der vorherigen Ansprüche 7 bis 13,
dadurch gekennzeichnet,
daß ein mobiles Entsorgungssystem (41) vorgesehen ist, das wenigstens einen Sammelbehälter
(45) und die mit einer Pumpe (51) verbundene Flüssigkeitsleitung (28) und vorzugsweise
auch die Gasleitung (29) aufweist, die mit dem Sammelbehälter (45) verbunden oder
verbindbar sind.
15. Laborarbeitsplatz (1) mit einer Vorrichtung (10) zum Entsorgen von flüssigen Abfallstoffen,
mit einem Aufnahmebehälter (4) zum Aufnehmen der Abfallstoffe, der aufweist:
- einen Einlaßanschluß (6), der durch eine Zuführungsleitung (13) mit einem Ausguß
(8) verbunden ist, der an dem Laborarbeitsplatz angeordnet ist,
- und einem Absauganschluß (19) an einer Absaugleitung (21) aufweist, der wahlweise
zu öffnen und zu schließen ist,
- wobei die Absaugleitung (21) sich vom Bodenbereich des Aufnahmebehälters (4) zum
Absauganschluß (19) erstreckt.
16. Vorrichtung oder Entsorgungssystem nach einem der vorherigen Ansprüche 1 bis 15,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Kupplungen (26, 27) und die Leitungsanschlüsse (62, 63) jeweils zwei miteinander
verbindbare Kupplungsteile bzw. Leitungsanschlußteile aufweisen, in die jeweils ein
Verschlußmechanismus integriert ist, der den Leitungsdurchgang im verbundenen Zustand
öffnet und im gelösten Zustand schließt.