[0001] Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Reinigen von Zylindern einer Druckmaschine
nach dem Oberbegriff des beigefügten Patentanspruchs 1, die eine an einen zu reinigenden
Zylinder anstellbare Waschwalze, einen Antrieb für die Waschwalze sowie Mittel zum
Aufbringen von Waschflüssigkeiten auf die Waschwalze und/oder auf den zu reinigenden
Zylinder umfaßt.
[0002] Druckmaschinen, wie Zeitungs-Rollenoffsetmaschinen, Akzidenzrollendruckmaschinen
oder Bogendruckmaschinen enthalten eine Vielzahl von Zylindern, insbesondere Gummituchzylinder,
Gegendruckzylinder, Platten- und Formzylinder, Kühlwalzen, Leitwalzen, Farbwalzen
und Feuchtwalzen. Zur Führung, Bearbeitung und zum Antrieb der Bedruckstoffbögen oder
der Bedruckstoffbahn kommen der Bedruckstoff und die Zylinder in intensiven Kontakt.
Vor allem, wenn Papier bedruckt wird, entstehen dadurch an den Zylindern Ablagerungen
von Papierstaub und Druckfarbe.
[0003] Insbesondere bei Gummituchzylindem im Offsetdruck verursachen solche Ablagerungen
einen Verlust an Punktschärfe im Druck; sie können auch dazu führen, daß einige Druckpartien
nicht mehr richtig ausdrucken. Bei Gummituchzylindem ist jedoch die Ablagerungsrate
aufgrund der hohen Viskosität und Adhäsionsfähigkeit der Druckfarbe besonders hoch.
[0004] Zur Beseitigung von Ablagerungen und Verunreinigungen an Zylindern von Druckmaschinen
werden, neben der noch immer anzutreffenden Waschung von Hand, Reinigungsvorrichtungen
der eingangs genannten Art verwendet, wie beispielsweise in der DE-A- 1 436 535 beschrieben:
Die vom Antrieb der Vorrichtung in Rotation versetzbare Waschwalze wird an den Zylinder
angestellt, wobei gleichzeitig Reinigungsflüssigkeiten auf die Zylinderoberfläche
oder auf die Waschwalze aufgebracht werden, so daß die am Zylinder anhaftenden Verunreinigungen
aufgeweicht und von der rotierenden Waschwalze abgehoben werden.
[0005] Die bekannten Reinigungsvorrichtungen für Zylinder einer Druckmaschine bestehen zum
Teil aus jeweils separat an der Druckmaschine befestigten Einzelteilen, wie beispielsweise
die in der FR-B- 1 351 365 beschriebene Vorrichtung, deren Waschwalze an schwenkbaren
Armen befestigt ist. Um einen einfacheren Ein- und Ausbau der Reinigungsvorrichtungen
zu ermöglichen, werden die Reinigungsvorrichtungen in jüngerer Zeit jedoch durchgängig
mit einem Gehäuse versehen, welches die funktionswichtigen Teile enthält. Beispiele
hierfür sind in der EP-B- 0 659 560 und der EP-B-0 909 648 beschrieben.
[0006] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Vorrichtung der eingangs genannten
Art konstruktiv zu vereinfachen, um eine kostengünstigere Herstellbarkeit sowie eine
höhere Montage- und Wartungsfreundlichkeit zu erzielen.
[0007] Diese Aufgabe ist durch eine Vorrichtung mit dem Merkmalen des beigefügten Patentanspruchs
1 gelöst.
[0008] Vorteilhafte Ausgestaltungen und Weiterbildungen der Erfindung ergeben sich aus den
Patentansprüchen 2 bis 18.
[0009] Eine Reinigungsvorrichtung nach der Erfindung zeichnet sich also dadurch aus, daß
sie nicht mehr, wie bisher üblich, in ein Gehäuse eingebaut wird. Die erfindungsgemäße
Vorrichtung ist vielmehr mit einem zentralen Halteprofil aufgebaut, also einem Tragelement
mit einem über dessen ganze Länge unverändert bleibenden Querschnitt, an welchem die
Komponenten der Reinigungsvorrichtung als Anbauteile befestigt werden. Solch ein Halteprofil
kann in den unterschiedlichsten Querschnitten gefertigt werden, so daß sehr einfache
Anbindungspunkte für die einzelnen Anbauteile vorgesehen werden können.
[0010] Der erfindungsgemäße modulare Aufbau der Reinigungsvorrichtung führt zu erheblichen
Kostenvorteilen bei der Herstellung, da die einzelnen Bestandteile konfektioniert
vorgehalten und je nach Anwendungsfall eingebaut werden können. Insbesondere bietet
ein Halteprofil den beachtlichen Vorteil, daß es durch einfaches Ablängen an unterschiedlichste
Zylinderbreiten angepaßt werden kann. Des weiteren kann durch eine entsprechende Querschnittsform
des Halteprofils die Torsionssteifigkeit der Gesamtvorrichtung gegenüber dem bisher
Bekannten erheblich verbessert werden. Ferner kann das Problem der Schmutzansammlungen
in den Gehäuseecken der bisher üblichen Reinigungsvorrichtungen mit der Erfindung
ganz einfach dadurch gelöst werden, daß der Querschnitt des Halteprofils zur Waschwalze
hin mit einer im wesentlichen ebenen, geschlossenen Oberfläche versehen wird. Außerdem
erhöht die erfindungsgemäße Modulbauweise die Reparaturfreundlichkeit, da die einzelnen
Anbauteile leicht ausgetauscht werden können. Entscheidende Vorteile liegen auch in
der Montage- und Wartungsfreundlichkeit der erfindungsgemäßen Vorrichtung, die durch
die Möglichkeit gegeben ist, die Anbauteile in formschlüssige Halterungen im Halteprofil
einschieben, einsetzen oder einklipsen zu können, ohne Schraubverbindungen oder gar
Schweißverbindungen herstellen oder gegebenenfalls lösen zu müssen.
[0011] Das erfindungsgemäße Halteprofil ist bevorzugt ein extrudiertes Strangpreßprofil,
vorzugsweise aus Aluminium oder einer Aluminiumlegierung. Solche Strangpreßprofile
sind kostengünstig herzustellen, bieten eine große Vielfalt an möglichen Querschnitten,
sind widerstandsfähig, stabil und leicht. Insbesondere das niedrige Gewicht eines
Aluminium-Strangpreßprofils erleichtert die Handhabung einer erfindungsgemäßen Reinigungsvorrichtung
und erhöht somit ihre Montagefreundlichkeit zusätzlich.
[0012] Zur Befestigung der Anbauteile am Halteprofil ist es vorteilhaft, wenn es hierfür
mit Längsnuten versehen ist. In diese Längsnuten können die Anbauteile, gegebenenfalls
mit Hilfe geeigneter Befestigungselemente oder mit Halterungen, einfach eingesetzt
werden. Wenn die Längsnuten beispielsweise mit Hinterschneidungen versehen sind, können
zur Befestigung von Anbauteilen Nutensteine, Klemmelemente oder Gewindestreifen verwendet
werden. Mit einer solchen Konstruktion ist es möglich, durch einfaches Abnehmen einer
seitlichen Abdeckung einzelne Anbauteile aus der stirnseitig zugänglichen Nut seitlich
herauszuziehen und gegebenenfalls zu ersetzen, ohne das gesamte Gerät zerlegen zu
müssen. Ferner können die Anbauteile mit ihren Befestigungselementen so verbunden
werden, daß insbesondere zur Waschwalze hin keine Schraube oder Bohrungen sichtbar
ist, da das jeweilige Anbauteil zusammen mit seiner Halterung oder seinen Befestigungselementen
stirnseitig in die zugehörige Nut im Halteprofil eingeschoben werden kann. Das bislang
problematische Zusetzen von Schrauben oder Bohrungen mit vom Zylinder abgehobenen
Schmutzpartikeln entfällt dann ganz.
[0013] Zusätzliche zylindrische Längskanäle im Halteprofil ermöglichen einfachste stirnseitige
Schraubverbindungen auch bei vorkonfektionierten, standardisierten Profilen; das Bohren
einer Gewindebohrung von Hand, um beispielsweise eine stirnseitige Abdekkung oder
ein Getriebegehäuse anzubringen, kann entfallen. Werden selbstschneidende Schrauben
verwendet, spart man sich darüber hinaus auch noch das Gewindeschneiden.
[0014] Die bisher immer problematischen Gehäuseecken und Winkel, die sich schon nach kurzer
Betriebszeit einer Reinigungsvorrichtung mit Schmutz zusetzen, können beim erfindungsgemäßen
modularen Aufbau der Vorrichtung am einfachsten dadurch vermieden werden, daß das
Halteprofil in seiner zur Waschwalze hin weisenden Außenkontur konkav geformt und
dem Waschwalzenumfang angepaßt ist. Vorzugsweise ist die konkave Außenkontur des Halteprofils
verhältnismäßig nahe an die Oberfläche der Waschwalze herangeführt, so daß auch dann,
wenn sich dennoch Schmutz am Halteprofil absetzt, ein einfaches Umsteuern der Rotationsrichtung
der Waschwalze genügt, um diese Verschmutzungen wieder zu lösen.
[0015] Der Antrieb einer erfindungsgemäßen Vorrichtung kann wie üblich einen Motor enthalten,
der im allgemeinen in einem zylinderförmigen Motorgehäuse sitzt. Hierbei ist es zweckmäßig,
wenn das Halteprofil auch zum Motor hin eine konkave, dem Motorgehäuse angepaßte Oberfläche
aufweist. Dies hat sowohl eine höhere Stabilität der Motorhalterung als auch einen
geringeren Platzbedarf zur Folge. Außerdem kann auf diese Weise der Motor, der sich
in der Regel nicht über die gesamte Breite der Reinigungsvorrichtung erstreckt, einfach
längs des Halteprofils aus seinem Eingriff mit dem üblicherweise vorhandenen Getriebe
herausgezogen werden, ohne die Reinigungsvorrichtung auch nur aus der Druckmaschine
ausbauen zu müssen. Das Motorgehäuse und die konkave Oberfläche des Halteprofils sind
dabei vorzugsweise so aufeinander abgestimmt, daß sich bei eingebautem Motor eine
großflächige Wärmebrücke zwischen diesen beiden Teilen ergibt. Das erfindungsgemäße
Halteprofil ermöglicht mit einer solchen Wärmebrücke bisher nie dagewesene Wärmeableitungswerte,
und zwar insbesondere dann, wenn das Halteprofil aus Aluminium gefertigt ist. Dies
bietet erhebliche Vorteile, da insbesondere bei Elektromotoren eine effiziente Wärmeabführung
Voraussetzung für hohe Leistungsdichten ist.
[0016] Um die Vorteile einer Montage der Waschwalze innerhalb eines Gehäuses auch bei der
erfindungsgemäßen Vorrichtung beizubehalten, können am Halteprofil entsprechende Anbauteile,
wie ein Spritzschutzblech oder eine Auffangwanne für die Schmutzlösung, befestigt
werden.
[0017] Als Mittel zum Aufbringen von Waschflüssigkeiten wird vorzugsweise mindestens ein
Sprührohr verwendet, das wie das Halteprofil durch einfaches Ablängen an verschiedene
Zylinderbreiten angepaßt werden kann. Zur Halterung dieses Sprührohrs weist das Halteprofil
zweckmäßig eine längs durchgehende Ausnehmung auf, die der Außenfläche des Sprührohrs
angepaßt und zur Waschwalze oder zum zu reinigenden Zylinder hin offen ist. Es ergibt
sich hierdurch eine Art Formschluß zwischen dem Sprührohr und dem Halteprofil, wobei
das Sprührohr beispielsweise stimseitig in das Halteprofil eingeschoben oder auch
frontseitig klemmend eingesetzt werden kann. Eine Verschraubung des Sprührohrs kann
vorteilhafterweise ganz entfallen.
[0018] Eine Reinigungsvorrichtung zum Reinigen von Zylindern einer Druckmaschine umfaßt
normalerweise zwei Sprührohre, wobei das eine Sprührohr organische Lösungsmittel,
Öle oder Reinigungsemulsionen und das andere Sprührohr Wasser führt. Hier bietet es
besondere Vorteile, wenn die beiden Sprührohre so miteinander verbunden sind, daß
sie in gewissen Grenzen gegeneinander elastisch verformbar und somit in eine der Außenkontur
dieses doppelrohrigen Gebildes angepaßte Ausnehmung im Halteprofil einrastend einsetzbar
sind.
[0019] Weitere Vorteile ergeben sich, wenn am Halteprofil auch eine Abstreifeinrichtung
für die Waschwalze befestigt ist, welche die vom Zylinder abgehobenen Verunreinigungen
von der Waschwalze abstreifen. Diese Abstreifeinrichtung besteht vorzugsweise aus
einer Rakel, die über Rakelhalter am Halteprofil befestigt ist. Besondere Vorteile
ergeben sich hierbei dann, wenn die Rakel klemmend im Rakelhalter sitzt und deswegen
eine Rakelverschraubung entfallen kann: Die Anstelltiefe der Rakel an der Waschwalze
kann dann vermittels einer Stellschraube im Rakelhalter auf einfachste Weise verändert
werden; das Nachstellen einer teilweise abgenutzten Rakel ist ebenso einfach möglich.
[0020] Wenn die Rakel aus einem Profil mit einem sechseckigen, symmetrischen Querschnitt
besteht, ergeben sich im Zusammenhang mit einer klemmenden Halterung weitere Vorteile,
da die Rakel nach Lösen des Rakelhalters durch einfache Drehung um ihre Längsachse
umgesetzt und wieder befestigt werden kann, um eine abgenutzte Rakelkante durch eine
neue Kante zu ersetzen. Die Rakel muß also nach dem Abnutzen einer Rakelkante nicht
vollständig ersetzt werden. Außerdem ist eine als Profil ausgebildete Rakel ebenfalls
längenunabhängig und kann durch einfaches Ablängen an unterschiedliche Breiten des
zu reinigenden Zylinders angepaßt werden.
[0021] Schließlich ergeben sich weitere Vorteile, wenn die Rakel, die aus einem symmetrischen
Profil besteht, so mit einer ihrer Kanten an die Waschwalze angestellt wird, daß beide
dieser Kante benachbarten Flächen der Rakel mit der Tangentialebene der Waschwalze
einen in etwa gleichen Winkel einschließen. Die Rakel greift also symmetrisch in die
Oberfläche der Waschwalze ein, so daß an der Rakel identische Verhältnisse herrschen,
gleichwohl in welchem Drehsinn die Waschwalze rotiert. Diese Maßnahme ermöglicht das
Umsteuern des Drehsinns der Waschwalze, ohne eine Qualitätseinbuße in der Funktion
der Rakel in Kauf nehmen zu müssen.
[0022] Im Zusammenhang mit einer entsprechenden konkaven Formung des erfindungsgemäßen Halteprofils
und gegebenenfalls einem möglichst fugenlosen Ansetzen von Spritzschutzblechen an
das Halteprofil kann mit der problemlosen Umsteuerbarkeit der Waschwalzendrehrichtung
also eine selbstreinigende Reinigungsvorrichtung konzipiert werden: Nach einer gewissen
Betriebsdauer wird die Waschwalze in entgegengesetzter Rotationsrichtung gefahren,
um etwa am Halteprofil, an den Schutzblechen oder an der Rakel festgesetzten Schmutz
zu lösen.
[0023] Eine Umsteuerbarkeit der Drehrichtung der Waschwalze bei gleichbleibender Funktionalität
der Reinigungsvorrichtung kann jedoch auch sonst erhebliche Vorteile bieten; so insbesondere
bei Zylindern einer Bahndruckmaschine, die je nach Bahnführung der Bedruckstoffbahn
in unterschiedlichen Drehrichtungen mitdrucken bzw. mitlaufen: Es hat auf das Waschergebnis
einen nicht unerheblichen Einfluß, ob die Waschwalze gegensinnig oder gleichsinnig
mit dem zu reinigenden Zylinder rotiert. Die einfache Umsteuerbarkeit der erfindungsgemäßen
Vorrichtung kann noch durch eine derartige Ausbildung und Ausrichtung des Rakelhalters
unterstützt werden, daß seine Projektion auf die Waschwalzenoberfläche nur eine möglichst
eine kleine Fläche überdeckt, um das tangentiale Wegspritzen der an der Rakel abgestreiften
Schmutzpartikel von der Waschwalze nicht zu behindern. Ein Halteblech, das mit einer
seiner Kanten radial zur Waschwalze hin weisend angeordnet ist, bildet beispielsweise
die einfachste Ausgestaltung eines solchen Rakelhalters.
[0024] Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung wird im folgenden anhand der beigefügten Zeichnungen
näher beschrieben und erläutert. Es zeigen:
- Figur 1
- eine Seitenansicht einer erfindungsgemäßen Vorrichtung;
- Figur 2
- eine geschnittene perspektivische Darstellung einer erfindungsgemäßen Vorrichtung.
[0025] Das in Figur 1 gezeigte Ausführungsbeispiel ist an einem Halteprofil 1, das ein Aluminium-Strangpreßprofil
ist, aufgebaut. Das Halteprofil 1 trägt einerseits eine als Bürstenwalze ausgebildete
Waschwalze 2 und andererseits einen Motor 3. Hinter der Waschwalze 2 ist ein Getriebegehäuse
4 zu erkennen, das an der hinteren, hier nicht sichtbaren Stirnseite des Halteprofils
1 angebracht ist und den Motor 3 an die Welle 5 der Waschwalze 2 ankoppelt. Neben
Hohlräumen 6, die den Materialbedarf für das extrudierte Halteprofil 1 verringern,
sind zwei durchgehende zylindrische Längskanäle 7 zur Herstellung von stimseitigen
Schraubverbindungen zu erkennen. An der Oberseite der Vorrichtung ist ein Spritzschutzblech
8 befestigt, und zwar mit einem Nutenstein 9, der in eine erste hinterschnittene Längsnut
10 eingeschoben ist und eine von außen zugängliche Schraube 11 aufnimmt. Eine zweite
hinterschnittene Längsnut 12 dient zur Befestigung einer Motorhalterung 13, die gleichzeitig
eine Wärmebrücke zwischen dem Motor 3 und dem Halteprofil 1 herstellt. In einer dritten
Längsnut 14 sitzt mit Nutensteinen 15 befestigt eine Anzahl von Rakelhaltem 16, die
klemmend eine als Profil mit sechseckigem Querschnitt ausgebildete Rakel 17 halten.
Die Halterung der Rakel 17 kann jeweils an einer Klemmschraube 18 gelöst werden; die
Anstelltiefe der Rakel 17 an die Waschwalze 2 ist mit einer Einstellschraube 19 justierbar.
Bodenseitig ist eine Auffangwanne 20 zum Sammeln der von der Rakel 17 abgestreiften
Schmutzpartikel an dem Halteprofil 1 befestigt. Ein erstes Sprührohr 21 und ein zweites
Sprührohr 22 zum Aufsprühen von Waschflüssigkeiten auf die Waschwalze 2 sind in eine
entsprechend geformte Ausnehmung 23 des Halteprofils 1 eingesetzt. Auf der Seite des
Motors 3 sind schließlich noch eine erste Waschflüssigkeitszuführung 24 für das erste
Sprührohr 21 mit z.B. einem organischen Lösungsmittel und eine zweite Waschflüssigkeitszuführung
25 für das zweite Sprührohr 22 mit z.B. Wasser sowie ein zugehöriger Verteilerblock
26 zu erkennen.
[0026] Wie Figur 1 deutlich macht, sind von der dargestellten Stirnseite aus sämtliche Teile
der Reinigungsvorrichtung zugänglich; insbesondere können die Rakelhalter 16, die
Sprührohre 21 und 22 sowie die Motorhalterung 13, ebenso wie die Waschwalze 2 zu Wartungs-
oder Reparaturzwecken einfach seitlich aus der Vorrichtung herausgezogen werden, ohne
diese ausbauen oder gar demontieren zu müssen. Des weiteren ist hier verdeutlicht,
daß die Rakel 17 symmetrisch in die Oberfläche der Waschwalze 2 eingreift, so daß
ihre Funktion unabhängig von der Rotationsrichtung der Waschwalze 2 ist. Ein Nachstellen
der Rakelkante wird durch die klemmende Halterung mit Klemmschraube 18 ermöglicht;
die Einstellschraube 19 gewährleistet dabei, daß das Nachstellen in definierter Weise
erfolgt.
[0027] In Figur 2, einer geschnittenen perspektivischen Darstellung, sind gleiche Teile
der Vorrichtung mit den gleichen Bezugszeichen wie in Figur 1 versehen, weswegen im
wesentlichen auf die vorangegangene Beschreibung verwiesen wird. Der Aufbau dieser
in Figur 2 dargestellten Vorrichtung ist allerdings insofern von dem in Figur 1 gezeigten
Ausführungsbeispiel verschieden, als einerseits die Waschflüssigkeitszuführung 24
und der (hier nicht sichtbare) Verteilerblock 26 sowie andererseits der Motor 3 und
das (hier ebenfalls nicht sichtbare) Getriebegehäuse 4 an vertauschten Seiten der
Vorrichtung angeordnet sind.
[0028] In Figur 2 wird besonders deutlich, daß die hier beschriebenen Ausführungsbeispiele
keine längenabhängigen Teile beinhalten und daher bei gleichbleibender Qualität und
Funktionalität nahezu beliebig kürzbar sind. Die Formung der Rakel 17 als Profil mit
symmetrischem, sechseckigen Querschnitt wird hier ebenso verdeutlicht, wie die Tatsache,
daß die Rakelhalter 16 im wesentlichen aus einem zweifach abgekanteten Blech bestehen,
so daß sie das Wegspritzen der abgerakelten Schmutzpartikel von der Waschwalze 2 in
die Auffangwanne 20 nicht behindern. Die Rakelhalter 16 sind aufgrund ihrer Befestigung
mittels Nutensteinen 15 in der dritten Längsnut 14 des Halteprofils 1 frei positionierbar.
Die Klemmung der Rakel 17 im Rakelhalter 16 kann durch Lösen der Klemmschraube 18
leicht gelockert und die Rakel 17 in der Halterung umgesetzt werden, um beispielsweise
eine abgenutzte Rakelkante mit einer 60° -Drehung der Rakel um ihre Längsachse durch
eine noch neuwertige Rakelkante zu ersetzen.
[0029] Die Erfindung ermöglicht also maßgeblich dadurch, daß die Komponenten der Reinigungsvorrichtung
nicht mehr in einem Gestell oder Gehäuse, sondern stattdessen an einem gemeinsamen
Halteprofil gehaltert sind, eine völlig neue, echte Modulbauweise mit den entsprechenden
Vorteilen bei Herstellung, Montage und Wartung. Bei entsprechender Konstruktion der
Halterungen können die Komponenten auf einfachste Weise lösbar befestigt werden und
außerdem gegebenenfalls ein Selbstreinigungseffekt der Vorrichtung erzielt werden.
Bezugszeichenliste
[0030]
- 1.
- Halteprofil
- 2.
- Waschwalze
- 3.
- Motor
- 4.
- Getriebegehäuse
- 5.
- Welle (von 2)
- 6.
- Hohlraum
- 7.
- Längskanäle
- 8.
- Spritzschutzblech
- 9.
- Nutenstein
- 10.
- Längsnut (erste)
- 11.
- Schraube
- 12.
- Längsnut (zweite)
- 13.
- Motorhalterung
- 14.
- Längsnut (dritte)
- 15.
- Nutensteine
- 16.
- Rakelhalter
- 17.
- Rakel
- 18.
- Klemmschraube
- 19.
- Einstellschraube
- 20.
- Auffangwanne
- 21.
- Sprührohr (erstes)
- 22.
- Sprührohr (zweites)
- 23.
- Ausnehmung
- 24.
- Waschflüssigkeitszuführung (erste)
- 25.
- Waschflüssigkeitszuführung (zweite)
- 26.
- Verteilerblock
1. Vorrichtung zum Reinigen von Zylindern einer Druckmaschine, mit einer an einen zu
reinigenden Zylinder anstellbaren Waschwalze (2), mit einem Antrieb (3,4) für die
Waschwalze (2) und mit Mitteln (21,22) zum Aufbringen von Waschflüssigkeiten auf die
Waschwalze (2) und/oder auf den zu reinigenden Zylinder,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Waschwalze (2), der Antrieb (3,4) für die Waschwalze (2) und die Mittel (21,22)
zum Aufbringen von Waschflüssigkeiten an einem gemeinsamen Halteprofil (1) befestigt
sind.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Halteprofil (1) ein Strangpreßprofil
ist.
3. Vorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß das Halteprofil (1) aus Aluminium
oder einer Aluminiumlegierung gefertigt ist.
4. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß das Halteprofil
(1) Längsnuten (10,12,14) zur Befestigung von Anbauteilen aufweist.
5. Vorrichtung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß zumindest ein Teil der Längsnuten
(10,12,14) mit Hinterschneidungen zur Aufnahme von Nutensteinen (9,15), Klemmelementen
oder Gewindestreifen versehen ist.
6. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß das Halteprofil
(1) mit zylindrischen Längskanälen (7) zur Herstellung von stirnseitigen Schraubverbindungen
versehen ist.
7. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß das Halteprofil
(1) zur Waschwalze (2) hin eine konkave, dem Waschwalzenumfang angepaßte Außenkontur
aufweist.
8. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß der Antrieb
(3,4) der Waschwalze (2) einen Motor (3) umfaßt, und daß das Halteprofil (1) zum Motor
(3) hin eine konkave, einer Motorhalterung (13) angepaßte Oberfläche aufweist.
9. Vorrichtung nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, daß die Motorhalterung (13) zur
Bildung einer Wärmebrücke zwischen dem Motor (3) und dem Halteprofil (1) großflächig
an der zugehörigen Oberfläche des Halteprofils (1) anliegt.
10. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, daß im Bereich
der Waschwalze (2) ein Spritzschutzblech (8) am Halteprofil (1) befestigt ist.
11. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, daß im Bereich
der Waschwalze (2) eine Auffangwanne (20) am Halteprofil (1) befestigt ist.
12. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 11, dadurch gekennzeichnet, daß die Mittel
(21,22) zum Aufbringen von Waschflüssigkeiten wenigstens ein Sprührohr (21) umfassen,
das in eine der Außenfläche des Sprührohrs (21) angepaßte, zur Waschwalze (2) oder
zum zu reinigenden Zylinder hin offene Ausnehmung (23) im Halteprofil (1) einsetzbar
ist.
13. Vorrichtung nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, daß ein erstes Sprührohr (21)
und ein zweites Sprührohr (22) vorgesehen sind, die zusammen in die Ausnehmung (23)
des Halteprofils (1) einrastend einsetzbar sind.
14. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 13, dadurch gekennzeichnet, daß eine Abstreifeinrichtung
für die Waschwalze (2) am Halteprofil (1) befestigt ist.
15. Vorrichtung nach Anspruch 14, dadurch gekennzeichnet, daß die Abstreifeinrichtung
aus einer Rakel (17) besteht, die über Rakelhalter (16) am Halteprofil (1) befestigt
ist.
16. Vorrichtung nach Anspruch 15, dadurch gekennzeichnet, daß die Rakel (17) klemmend
im Rakelhalter (16) sitzt.
17. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 15 oder 16, dadurch gekennzeichnet, daß die Rakel
(17) aus einem Profil mit einem sechseckigen, symmetrischen Querschnitt besteht.
18. Vorrichtung nach Anspruch 17, dadurch gekennzeichnet, daß die Rakel (17) so mit einer
ihrer Kanten an die Waschwalze (2) angestellt ist, daß beide dieser Kante benachbarten
Flächen der Rakel (17) mit der Tangentialebene der Waschwalze (2) einen in etwa gleichen
Winkel einschließen.