[0001] Die Erfindung betrifft einen mehrwandigen Wertschutzschrank, insbesondere einen Schrank
mit hoher Feuersicherheit, zum Beispiel einen Schrank für Dokumente oder Datenträger
(DIS-Schrank).
[0002] Wertschutzschränke für Dokumente oder Datenträger zeichnen sich im eigentlichen Sinn
dadurch aus, dass diese eine hohe Sicherheit gegen gegen die Zerstörung im Schrank
befindlicher Dokumente oder Datenträger durch große Hitze und hier insbesondere durch
Feuer.
[0003] Derartige Wertschutzschränke werden nach VDMA-14991/1 oder 2 bzw. EN 1047/1 oder
2 geprüft, wobei die Prüfung die Erhitzung des Wertschutzschrankes bei einer Umgebungstemperatur
von 1090 °C über einen Zeitraum von ein oder zwei Stunden umfasst, der Schrank im
glühenden Zustand innerhalb vier Minuten aus einer Höhe von 9,15 m in ein Kiesbett
gestürzt wird, um nach dem Sturz wieder im Ofen auf eine Temperatur von 1090 ° C erhitzt
zu werden, wo er dann über mindestens zwölf Stunden im abgeschalteten Ofen abkühlen
muss. Selbst während dieser Abkühlphase darf an keiner Stelle innerhalb eines DIS-Schrankes
die Temperatur von mehr als 50 ° C gemessen werden, um diesen Test zu bestehen.
[0004] Es sind nun Wertschutzschränke bekannt, die dieser Prämisse genügen. Allerdings zeichnen
sich derartige DIS-Schränke durch große Wandstärken aus, was bedeutet, dass ein mehrwandiger
Schrank der eingangs beschriebenen Art z. B. eine Gesamtwandstärke von 150 mm hat.
Wertschutzschränke mit solchen Wandstärken benötigen folglich viel Platz bei relativ
geringem Innenraum und haben ein relativ hohes Eigengewicht.
[0005] Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, einen Wertschutzschrank der eingangs
genannten Art bereitzustellen, der der Prüfung nach VDMA-Richtlinien standhält, und
der dennoch eine geringere Wandstärke und geringeres Gewicht aufweist, als dies bei
herkömmlichen Wertschutzschränken der Fall ist.
[0006] Die Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, dass der Hohlraumzwischen zwei Wandungen
der Wand, der Decke, der Tür und/oder des Bodens, ein Salz, vorzugsweise jedoch ein
Gemisch aus Salz und einem Bindemittel als Matrixmaterial für das Salz aufweist.
[0007] Dieses Salz besitzt die Fähigkeit chemisch viel Wasser an sich zu binden und dieses
Wasser schon bei Temperaturen um ca. 30 ° C wieder abzuspalten. Bei diesem chemischen
Prozess wird ohne Temperaturerhöhung das Salz von der kristallinen in die flüssige
Form übergehen und somit Energie aus seiner Umgebung aufnehmen. Erst wenn alles Salz
in dieser Wandschicht durch den äußeren Temperatureinfluss in die flüssige Form übergegangen
ist, kann eine Temperaturerhöhung in diesem Wandabschnitt eintreten und im Innenraum
höhere Temperaturen auftreten, was jedoch durch eine optimale Dimensionierung der
einzelnen Wandschichten hinsichtlich einer Wärmedämmung verhindert werden kann.
[0008] Im Einzelnen ist vorgesehen, dass das Bindemittel ein Isolierputz, Leichtbeton, Gips
oder ein Vermikulite ist.
[0009] Nach einem besonders vorteilhaften Merkmal der Erfindung ist das Salz bzw. das Gemisch
aus Salz und Bindemittel in fester Form in der Wand, Decke, Tür und/oder Boden des
Wertschutzschrankes angeordnet. Es ist vielfach bekannt, Wertschutzschränke, insbesondere
hochtemperaturfeste Wertschutzschränke mit einer Schüttung aus einem wärmedämmenden
Material zu versehen. Eine derartige Schüttung hat die unangenehme Eigenschaft, dass
diese im Laufe der Zeit aufgrund der Schwerkraft zusammensackt. Das heißt, dass im
oberen Bereich des Wertschutzschrankes keine derartige Schüttung mehr vorhanden ist,
mit der Folge, dass an diesen Stellen der Schrank bei entsprechender Hitzeeinwirkung
durchbrennt. Eine solche Schüttung ist auch in Bezug auf die Prüfung nach VDMA-Richtlinie
insofern problematisch, als bei einem Sturz aus über neun Metern Höhe eine derartige
Schüttung mit Sicherheit zusammen-sacken wird, mit der Folge, dass bei der nachfolgenden
Beflammung und Abkühlung im Ofen in den oberen Bereichen, der Schrank, wie bereits
erläutert, durchbrennen wird.
[0010] Im Einzelnen ist in Bezug auf diese Variante vorgesehen, dass die feste Form die
Form einer Platte beziehungsweise die Form der Kontur des Wertschutzschrankes insgesamt
entspricht. Wird demzufolge Salz in gebundener Form, das heißt in fester Form in den
Schrank eingebracht, besteht die Gefahr des Zusammensackens naturgemäß nicht mehr.
[0011] Ein weiterer Nachteil bekannter Wertschutzschränke mit einem stark hygroskopischen
Material besteht darin, dass dieses bei Wärmeeinwirkung, beispielsweise durch Sonnenstrahlen,
an den Stellen, die mit Wärme beaufschlagt werden, Flüssigkeit verliert. An den Stellen,
an denen der Schrank Flüssigkeit z.B. in Form von Wasser verliert, steht naturgemäß
die Schutzwirkung der Salzschicht bzw. Salzgemisches nicht mehr zur Verfügung. Das
heißt, an diesen Stellen wird der Schrank durchbrennen. Durch die luft- und wasserdichte
Verpackung des Salzes bzw. des Gemisches aus Salz und Bindemittel bzw. entsprechender
fester Körper in beispielsweise Kunststoffbeuteln wird verhindert, dass das Wasser
tatsächlich aus dem Schrank austreten kann. Es besteht zwar die Möglichkeit, das nach
wie vor das im Salz gebundene Wasser beispielsweise bei Sonneneinstrahlung aus dem
Salz austritt, durch die luftdichte Verpackung und die hygroskopischen Eigenschaften
des Salzes wird es allerdings bei Erkalten wieder in die kristalline Form zurückgehen.
Das heißt, es ist sichergestellt, dass in jedem Fall die Salzmenge mit den darin gebundenen
Wasser zum Schutze des Innenraumes des Schrankes gegen Temperaturerhöhung auch noch
nach Jahren zur Verfügung steht.
[0012] Nach einem besonders vorteilhaften Merkmal ist der Kunststoffbeutel mit einer Aluminiumschicht
kaschiert. Diese Aluminiumschicht, die insbesondere nach außen gerichtet ist, hat
den Vorteil, dass durch sie die Wärme reflektiert abgeleitet und verteilt wird.
[0013] Nach einem weiteren Merkmal der Erfindung ist das Salz bzw. Gemisch aus Salz und
Bindemittel durch eine Isolierschicht zur Außenseite des Wertschutzschrankes hin abgeschirmt.
Eine solche Isolierschicht beispielsweise aus geschäumtem Kunststoff bewirkt eine
Verbesserung des Temperaturgradienten mit der Folge, daß die Wandstärke bei gleichbleibender
Temperaturbeständigkeit abnehmen kann.
[0014] Es hat sich nämlich herausgestellt, dass bei Einsatz von Hartschaumplatten in Verbindung
mit dem Salz bzw. mit dem Gemisch aus Salz und Bindemittel in der Wand beziehungsweise
Decke, Tür und/oder Boden des Wertschutzschrankes die Wandstärke von ca. 150 mm auf
80 mm reduziert werden kann, wobei dennoch sichergestellt ist, dass ein solcher Wertschutzschrank
den einschlägigen Richtlinien nach VDMA entspricht.
[0015] Gegenstand der Erfindung ist ebenfalls ein Verfahren zur Herstellung von festen Körpern
mit einem Gemisch aus Salz und Bindemitteln. Ein solches Verfahren zeichnet sich dadurch
aus, dass das Salz unter Flüssigkeitszugabe erhitzt wird, das erhitzte (und beim Erhitzen
feinst verteilte) Salz mit dem Bindemittel vermischt wird, um im Anschluss daran in
einer Form zu erkalten. Je feinst verteilter das Salz in der Matrix des Bindemittels
vorliegt, umso besser ist die Absicherung des Wertschutzschrankes gegen Durchbrennen,
da hiermit sichergestellt ist, dass an allen Stellen des Wertschutzschrankes eine
entsprechende Menge an Salz und damit Wasser zur Verfügung steht.
[0016] Anhand der Zeichnung wird die Erfindung nachstehend beispielhaft näher erläutert,
wobei die Zeichnung einen Schnitt durch die Wandungen eines Datensicherungsschrankes
darstellt.
[0017] Ein solcher Wertschutzschrank 1 besteht im Einzelnen aus einem Außenrumpf 2 aus drei
Millimeter Stahlblech und einem beanstandet dazu angeordneten Zwischenrumpf 3 aus
Blech oder Hartschaumplatten, wobei in dem Zwischenraum zwischen Zwischenrumpf 3 und
Außenrumpf 2 eine Schüttung aus Vermikulite 4 eingebracht ist. Anstelle des Zwischenrumpfes
aus Hartschaumplatten kann natürlich, wie bereits erläutert, auch ein gelochtes Stahlblech
vorgesehen sein. Hierdurch wird gegebenenfalls die Einbruchsicherheit erhöht. Beabstandet
zu diesem Zwischenrumpf befindet sich der Innenrumpf 6 ebenfalls aus Kunststoff oder
aus Blech, wobei in den Zwischenraum 5 feste Platten aus dem Gemisch aus Salz und
Bindemittel eingebracht werden, die, wie bereits zu eingangs erläutert, vorteilhaft
luftdicht in Kunststoffbeuteln mit Aluminiumkaschierung verpackt sind.
1. Mehrwandiger Wertschutzschrank, insbesondere Schrank mit hoher Feuersicherheit, zum
Beispiel Schrank für Dokumente oder Datenträger,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Hohlraum zwischen zwei Wandungen in der Wand, Decke, Tür und/oder Boden ein
Salz aufweist.
2. Wertschutzschrank nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Salz ein Bindemittel für das Salz aufweist.
3. Wertschutzschrank nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Salz einen hohen Feuchtigkeitsgehalt aufweist.
4. Wertschutzschrank nach Anspruch 2,
dadurch gekennzeichnet,
dass Bindemittel ein Isolierputz, Leichbeton, Gips oder Vermikulite ist.
5. Wertschutzschrank nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Salz bzw. das Gemisch in fester Form in der Wand, Decke, Tür oder Boden des
Wertschutzschrankes angeordnet ist.
6. Wertschutzschrank nach Anspruch 5,
dadurch gekennzeichnet,
dass die feste Form die Form einer Platte aufweist.
7. Wertschutzschrank nach Anspruch 5,
dadurch gekennzeichnet,
dass die feste Form der Kontur des Wertschutzschrankes entspricht.
8. Wertschutzschrank nach Anspruch 2,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Salz fein verteilt in dem Bindemittel als Matrixmaterial angeordnet ist.
9. Wertschutzschrank nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Salz bzw. das Gemisch aus Salz und Bindemittel luft- und wasserdicht verpackt
ist.
10. Wertschutzschrank nach Anspruch 9,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Gemisch in einem Kunststoffbeutel lagert.
11. Wertschutzschrank nach Anspruch 10,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Kunststoffbeutel mit einer Aluminiumschicht kaschiert ist.
12. Wertschutzschrank nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Salz bzw. das Gemisch aus Salz und Bindemittel durch eine Isolierschicht
zur Außenseite des Wertschutzschrankes hin abgeschirmt ist.
13. Verfahren zur Herstellung von festen Körpern mit einem Gemisch aus Salz und Bindemittel,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Salz unter Flüssigkeitszugabe erhitzt wird, das erhitzte, feinst verteilte
Salz mit dem Bindemittel vermischt wird, wobei im Anschluss daran das Gemisch in einer
Form erkaltet.