[0001] Die Erfindung betrifft eine Hochdruckgasentladungslampe mit zwei Wolframelektroden,
die jeweils an Halterungen in einer Elektrodenkammer angeordnet sind und einen Durchmesser
unter 500 µm aufweisen.
[0002] Ähnliche Hochdruckgasentladungslampen sind beispielsweise in den WO 98/37570 A1 und
WO 98/37571 A1 offenbart. Bei diesen ragen zwei Wolframelektroden, welche jeweils
noch von einem Wolframdraht umgeben sind, an im wesentlichen freitragenden Halterungen
in eine Elektrodenkammer hinein. Die Halterungen, die bei diesen Druckschriften aus
Rhenium bestehen bzw. Rhenium enthalten, sind an einer mit dem Begriff "Boden der
Elektrodenkammer" bezeichneten Stelle mit der Wand der Elektrodenkammer in Kontakt.
An dieser Stelle ist die Elektrodenkammer auch versiegelt. Dieses geschieht durch
eine Metallfolie, die jeweils mit einer Halterung und einem Zuleitungsdraht verbunden
ist und an welcher das die Elektrodenkammer bildende Material verquetscht ist.
[0003] Von gänzlich anderer Natur sind jedoch Hochdruckgasentladungslampen, bei welchen
die Wolframelektroden einen Durchmesser unter 500 µm aufweisen bzw. bei welchen die
Kolbenlänge, das heißt der Abstand der Fußpunkte einer die Elektrodenkammer bildenden
Wandung, 15 mm unterschreitet. Bei derartigen Hochdruckgasentladungslampen liegen
die Elektrodenkammerabdichtungen sowie der Elektrodenkammerboden an verschiedenen
Positionen. Der Elektrodenkammerboden befindet sich hierbei bis zu mehreren Millimetern
von den Abdichtungen an der Metallfolie entfernt.
[0004] Es ist Aufgabe vorliegender Erfindung, auch bei Hochdruckgasentladungslampen mit
zwei Wolframelektroden, die jeweils an Halterungen in einer Elektrodenkammer angeordnet
sind und einen Durchmesser unter 500 µm aufweisen, zu gewährleisten, dass derartige
Lampen mit einer ausreichenden Lebensdauer betrieben werden können.
[0005] Als Lösung schlägt die Erfindung eine gattungsgemäße Hochdruckgasentladungslampe
vor, bei welcher wenigstens eine der Wolframelektroden zur Gänze in der Elektrodenkammer
angeordnet ist.
[0006] Es hat sich nämlich herausgestellt, dass sich die Lebensdauer der Elektrodenanordnungen
aus Halterung und Wolframelektrode entscheidend verbessern lässt, wenn die Wolframelektrode
zur Gänze in der Elektrodenkammer angeordnet ist. Obwohl somit, da die eigentliche
Abdichtung der Elektrodenkammer erst hinter dem von der Wolframelektrode entfernten
Ansatz der Halterung erfolgt, die Halterung sowie die Wolframelektrode im wesentlichen
frei stehend auch zwischen Abdichtung und Elektrodenkammerboden angeordnet ist, führt
eine Wolframelektrode, die von der Elektrodenkammer ausgehend bis hinter den Elektrodenkammerboden
reicht, zu einem erhöhten Verschleiß. Dieses lässt sich bei einer freien Anordnung
der Wolframelektrode in der Elektrodenkammer vermeiden.
[0007] Steht die Elektrodenkammer mit wenigstens einer Halterung an einer Kontaktstelle,
spricht an einen Elektrodenkammerboden, in Kontakt, besteht dagegen die Möglichkeit,
dass eine ausreichende Konvektion um die Wolframelektrode stattfindet, die eine lange
Lebensdauer der Lampe ermöglicht.
[0008] Insbesondere ist es von Vorteil, wenn die durch den Elektrodenabstand dividierte
Summe aus Elektrodenabstand und den Abständen zwischen den Elektrodenspitzen und den
jeweiligen Elektrodenkammerböden zwischen 1,6 und 3 liegt. Eine derartige Anordnung
gewährleistet einerseits eine vorteilhafte Ausbildung eines Temperaturgradienten auf
der Elektrodenanordnung aus Wolframelektrode und Halterung sowie eine ausreichende
Konvektion um diese Elektrodenanordnung, durch welche eine lange Lebensdauer gewährleistet
werden kann.
[0009] Vorzugsweise weist wenigstens eine Halterung einen Rheniummantel auf bzw. ist aus
einem Rheniumstab gebildet. Hierbei ist es vorteilhaft, wenn der Rheniumgehalt des
Mantels bzw. des Stabes nicht unter 25 Gewichtsprozent sinkt. Eine derartige Anordnung
eignet sich insbesondere für Hochdruckgasentladungslampen, die im Betrieb eine Gasfüllung
im wesentlichen aus Metalloxihaliden enthalten. Hierbei kann die Elektrodenkammer
beispielsweise eine Mischung aus NaJ, SnI
2, NaBr, TlBr, HgI
2 und/oder WO
3 umfassen. Darüber hinaus kann in der Elektrodenkammer Quecksilber, Sauerstoff und
Argon oder ein anderes Edelgas vorgesehen sein. Hierbei dient der Sauerstoff bzw.
das WO
3 als Sauerstofflieferant, um Oxihalide zu bilden.
[0010] Vorzugsweise ist die Wolframelektrode auf die Halterung aufgeschweißt. Eine derartige
Verbindung ist auch in kleinsten Abmessungen zuverlässig bereitzustellen. Dieses gilt
insbesondere im Zusammenhang mit der Verwendung von Rhenium.
[0011] Insbesondere bei kleinen Lampenabmessungen ist es außerordentlich schwer zu gewährleisten,
dass die Wolframelektrode zu Gänze in der Elektrodenkammer angeordnet ist. Dieses
gilt insbesondere im Zusammenhang mit einer industriellen Fertigung und den hiermit
verbundenen Toleranzen. Aus diesem Grunde wird vorgeschlagen, dass sich die Elektrodenkammer
in wenigstens einer Schnittebene zu wenigstens einer Elektrode bzw. zu wenigstens
einer Halterung hin verjüngt, wobei der Verjüngungsgradient in Verjüngungsrichtung
bis zu einer Kontaktstelle bzw. einem Elektrodenkammerboden, ein echtes Minimum durchläuft.
Eine derartige Ausgestaltung der Elektrodenkammer kann im Bereich des Elektrodenkammerbodens
eine künstliche Verlängerung der Elektrodenkammer, welche von der Wolframelektrode
wegweist, gewährleistet werden. Durch eine derartige Verlängerung kann zuverlässig
erreicht werden, dass die Wolframelektrode zur Gänze in der Elektrodenkammer angeordnet
ist.
[0012] In der Praxis kann dies dadurch gewährleistet werden, dass bei der Herstellung der
Hochdruckgasentladungslampe, bei welcher der Lampenkörper mittels einer Form gepresst
und im Inneren die gasgefüllte Elektrodenkammer mit ihren an den Elektrodenkammerböden
in die Elektrodenkammer hineinragenden Elektroden ausgebildet wird, nach dem Ausformen
des Lampenkörpers dieser im Bereich wenigstens eines Elektrodenkammerbodens nachträglich
erweitert wird. Es versteht sich hierbei, dass auch ein fließender Übergang zwischen
dem Ausformen des Lampenkörpers durch die Pressung und der nachträglichen Erweiterung
vorgesehen sein kann.
[0013] Zum Erweitern kann der Lampenkörper im Bereich des Elektrodenkammerbodens erwärmt
werden. Diese gewährleistet eine besonders einfache Herstellung der jeweiligen Lampe.
[0014] Es versteht sich, dass ein echtes Minimum durchlaufender Verjüngungsgradient bzw.
eine derartige Verfahrensführung auch unabhängig von den übrigen Merkmalen der Hochdruckgasentladungslampe,
insbesondere unabhängig von der Art der Elektroden, vorteilhaft Verwendung finden
kann, um zuverlässig, insbesondere auch unter Bedingungen bei der Serienproduktion,
auch bei kleinen Lampen ausreichend freie Elektroden bereitstellen zu können. Insbesondere
lassen sich auf diese Weise Lampen bereitstellen, deren Kolbenlänge kürzer ist als
die Binnenwandkammer bzw. als die Summe aus Elektrodenabstand und den Abständen zwischen
der Elektrodenspitze und den jeweiligen Elektrodenkammerböden.
[0015] Weitere Ziele, Vorteile und Eigenschaften vorliegender Erfindung werden anhand der
Beschreibung nachfolgender Zeichnungen erläutert, in welcher beispielhaft eine erfindungsgemäße
Hochdruckgasentladungslampe dargestellt wird. Es zeigen
- Figur 1
- eine erfindungsgemäße Hochdruckgasentladungslampe in schematischem Schnitt, wobei
die Schnittebene senkrecht zu der Dichtebene liegt und
- Figur 2
- eine vergrößerte Darstellung der Lampe nach Figur 1 in einem Schnitt senkrecht zu
der Schnittebene in Figur 1.
[0016] Die in den Figuren dargestellte Hochdruckgasentladungslampe weist einen abgedichteten
Glaskörper 1 aus Quarzglas auf. Dieser kann jedoch auch beispielsweise aus mono- bzw.
polykristalliner Keramik bestehen. Hierbei umschließt eine Wandung 2 aus zu einer
Form gepresstem Quarzglas eine Elektrodenkammer 3, welche mit einer geeigneten Mischung
aus Xenon und Quecksilber sowie diversen Salzen befüllt ist. Die Elektrodenkammer
3 ist auf Höhe von Metallfolien 4 abgedichtet, welche mit entsprechenden Zuleitungen
5 elektrisch leitend verbunden sind.
[0017] Von den Metallfolien 4 ragen Elektrodenanordnungen 6 bis in die Elektrodenkammer
3 hinein. Die Elektrodenanordnungen 6 bestehen aus einer Wolframelektrode 7a sowie
einer Halterung 7b. Die Halterung 7b ist ein Rheniumstab, auf welchen an einer Übergangsstelle
7c die Wolframelektrode 7a aufgeschweißt ist. Wie unmittelbar aus Figur 2 ersichtlich,
ist die Wolframelektrode 7a zur Gänze in der Elektrodenkammer 3 angeordnet. Gegenüberliegend
ist die Halterung 7b an einer Stelle 4a jeweils mit der Folie 4 elektrisch leitend
verbunden.
[0018] An einer Kontaktstelle 8a treten die Halterungen 7b in die Elektrodenkammer 3 ein.
Diese Stelle wird üblicherweise mit dem Begriff "Elektrodenkammerboden" bezeichnet.
Unmittelbar an den Elektrodenkammerboden 8a schließt sich eine sickenartige Ausnehmung
8b an, bevor die eigentliche Elektrodenkammer 3 beginnt. Wie aus Figur 2 ersichtlich,
verjüngt sich somit die Elektrodenkammer 3 von der Wolframelektrode 7a ausgehend zu
der Halterung 7b, wobei der Verjüngungsgradient in Verjüngungsrichtung genau an der
Ausnehmung 8b ein echtes Minimum durchläuft. Da in vorliegendem Ausführungsbeispiel
sich die Elektrodenkammer 3 an dieser Stelle sogar wieder erweitert, ist in diesem
Bereich der Verjüngungsgradient sogar negativ.
[0019] Wie unmittelbar ersichtlich, ist bei vorliegendem Ausführungsbeispiel die Binnenwandkammer
(BWK), welche die Summe aus dem Elektrodenabstand (EA) und den Abständen (PBA) zwischen
den Elektrodenspitzen und den jeweiligen Elektrodenkammerböden bezeichnet, größer
als die Kolbenlänge (KL) der Lampe.
[0020] In vorliegendem Ausführungsbeispiel beträgt der Elektrodenabstand ungefähr 4 mm und
der Abstand zwischen einer Elektrodenspitze und dem jeweiligen Elektrodenkammerboden
ungefähr 1,3 mm. Hieraus folgt, dass die durch den Elektrodenabstand dividierte Summe
aus Elektrodenabstand und den Abständen zwischen den Elektrodenspitzen und den jeweiligen
Elektrodenböden 1,65 beträgt.
[0021] Es versteht sich, dass eine derartige Anordnung, bei welcher die Binnenwandkammer
größer als die Kolbenlänge ist und/oder eine Anordnung, bei welcher ein Verjüngungsgrad
ein echtes Minimum durchläuft auch unabhängig von den übrigen Merkmalen einer derartigen
Hochdruckgasentladungslampe vorteilhaft ist und eine neue Dimension in der Gestaltungsfreiheit
bei der Konzeption derartiger Lampen eröffnet.
1. Hochdruckgasentladungslampe mit zwei Wolframelektroden (7a), die jeweils an Halterungen
(7b) in einer Elektrodenkammer (3) angeordnet sind und einen Durchmesser unter 500
µm aufweisen,
dadurch gekennzeichnet,
dass wenigstens eine Wolframelektrode (7a) zur Gänze in der Elektrodenkammer (3) angeordnet
ist.
2. Hochdruckgasentladungslampe nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Elektrodenkammer (3) mit wenigstens einer Halterung (7b) an einer Kontaktstelle
(8a) in Kontakt steht.
3. Hochdruckgasentladungslampe nach Anspruch 2,
dadurch gekennzeichnet,
dass die durch den Elektrodenabstand (EA) dividierte Summe aus Elektrodenabstand (EA)
und den Abständen (PBA) zwischen den Elektrodenspitzen und den jeweiligen Elektrodenkammerböden
(8a) zwischen 1,6 und 3 liegt.
4. Hochdruckgasentladungslampe nach einem der Ansprüche 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet,
dass wenigstens eine Halterung (7b) einen Rheniummantel aufweist.
5. Hochdruckgasentladungslampe nach einem der Ansprüche 1 bis 4,
dadurch gekennzeichnet,
dass wenigstens eine Halterung (7b) einen Rheniumstab aufweist.
6. Hochdruckgasentladungslampe nach einem der Ansprüche 1 bis 5,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Wolframelektrode (7a) auf die Halterung (7b) aufgeschweißt ist.
7. Hochdruckgasentladungslampe nach einem der Ansprüche 1 bis 6,
dadurch gekennzeichnet,
dass sich die Elektrodenkammer (3) in wenigstens einer Schnittebene zu wenigstens
einer Elektrode bzw. zu wenigstens einer Halterung (7b) hin verjüngt, wobei der Verjüngungsgradient
in Verjüngungsrichtung bis zu einer Kontaktstelle ein echtes Minimum durchläuft.
8. Hochdruckgasentladungslampe nach einem der Ansprüche 1 bis 7, gekennzeichnet durch
einen Kolben mit einer Kolbenlänge (KL), der eine Elektrodenkammer (3) umschließt,
in welche an jeweils einem Elektrodenkammerboden (8a) eine Elektrodenanordnung (7a,
7b) hineinragt, wobei die Kolbenlänge (KL) kleiner als die Summe aus Elektrodenabstand
(EA) und den Abständen (PBA) zwischen den Elektrodenspitzen und den jeweiligen Elektrodenkammerböden
(8a) ist.
9. Verfahren zur Herstellung einer Hochdruckgasentladungslampe, bei welchem ein Lampenkörper
(2) mittels einer Form gepresst wird und im Inneren eine gasgefüllte Elektrodenkammer
(3) mit an Elektrodenkammerböden (8a) in die Elektrodenkammer (3) hineinragenden Elektroden
(7a, 7b) ausgebildet wird,
dadurch gekennzeichnet,
dass nach Ausformen des Lampenkörpers (2) dieser im Bereich wenigstens eines Elektrodenkammerbodens
(8a) nachträglich erweitert wird.
10. Herstellungsverfahren nach Anspruch 9,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Lampenkörper (2) zum Erweitern im Bereich des Elektrodenkammerbodens (8a)
erwärmt wird.