(19)
(11) EP 1 107 349 A1

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
13.06.2001  Patentblatt  2001/24

(21) Anmeldenummer: 00310900.6

(22) Anmeldetag:  07.12.2000
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)7H01P 5/16
(84) Benannte Vertragsstaaten:
AT BE CH CY DE DK ES FI FR GB GR IE IT LI LU MC NL PT SE TR
Benannte Erstreckungsstaaten:
AL LT LV MK RO SI

(30) Priorität: 07.12.1999 DE 19958773

(71) Anmelder: Marconi Communications GmbH
71522 Backnang (DE)

(72) Erfinder:
  • Gill, Hardial
    71522 Backnang (DE)

(74) Vertreter: Webb, Peter Reginald (GB) 
Marconi Intellectual Property Waterhouse Lane
GB-Chelmsford, Essex CM1 2QX
GB-Chelmsford, Essex CM1 2QX (GB)

   


(54) Leistungsteiler für Hochfrequenzsignale


(57) Ein besonders breitbandiger nach dem Wilkinson-Prinzip aufgebauter Leistungsteiler weist eine aus zwei gekoppelten Verzweigungsarmen (L1, L2) bestehende Leitungsverzweigung auf, wobei der Verzweigungspunkt der beiden Verzweigungsarme (L1, L2) ein erstes Tor (T1) and die beiden freien Enden der Verzweigungsarme (L1, L2) ein zweites and ein drittes Tor (T2, T3) bilden and zwischen das zweite Tor (T2) and das dritte Tor (T3) ein ohmscher Widerstand (R) geschaltet ist. Von jedem der Verzweigungsarme (L1, L2) zweigen ein oder mehrere offene Stichleitungen (SL1, SL2) ab.




Beschreibung


[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft einen Leistungsteiler für Hochfrequenzsignale, der eine aus zwei gekoppelten Verzweigungsarmen bestehende Leitungsverzweigung aufweist, wobei der Verzweigungspunkt der beiden Verzweigungsarme ein erstes Tor and die beiden freien Enden der beiden Verzweigungsarme ein zweites and ein drittes Tor des Leistungsteilers bilden and zwischen das zweite and das dritte Tor ein ohmscher Widerstand geschaltet ist.

[0002] Ein solcher nach dem Wilkinson-Prinzip aufgebauter Leistungsteiler ist aus der US 4 875 024 bekannt. Die beiden miteinander gekoppelten Verzweigungsarme der Leitungsverzweigung haben jeweils eine Länge von einem Viertel der Betriebswellenlänge des Leistungsteilers. Die charakteristische Impedanz der beiden Verzweigungsarme beträgt √2Z0. Ein nach diesem bekannten Wilkinson-Prinzip aufgebauter Leistungsteiler, der fur einen Frequenzbereich von oberhalb 10 GHz ausgelegt ist, weist eine relativ schmale Bandbreite auf.

[0003] Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, einen Leistungsteiler der eingangs genannten Art anzugeben, der ein möglichst breites Betriebsfrequenzband aufweist.

[0004] Die genannte Aufgabe wird mit den Merkmalen des Anspruchs 1 dadurch gelöst, dass von jedem der beiden Verzweigungsarme des nach dem Wilkinson-Prinzip aufgebauten Leistungsteilers ein oder mehrere offene Stichleitungen abzweigen. Diese einfach herzustellenden and wenig Platz beanspruchenden Stichleitungen bewirken eine erhebliche Steigerung des Betriebsfrequenzbandes des Leistungsteilers. In einem Frequenzbereich oberhalb von 10 GHz kann bei einem Leistungsteiler mit den erfindungsgemäßen Merkmalen eine Bandbreite von 65% erzielt werden.

[0005] Vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung gehen aus den Unteransprüchen hervor.

[0006] Danach kann die Betriebsbandbreite des Leistungsteilers dadurch noch weiter vergrößert werden, dass jedes der drei Tore des Leistungsteilers mit einer Eingangs- bzw. Ausgangsleitung verbunden ist and dass mindestens von einer der Eingangs- bzw. Ausgangsleitungen ein oder mehrere Stichleitungen abzweigen.

[0007] Wenn alle Leitungen in planarer Leitungstechnik ausgebildet werden, läßt sich der Leistungsteiler als MMIC (Monolithic Microwave Integrated Circuit) realisieren.

[0008] Anhand eines in der Zeichnung dargestellten Ausführungsbeispiels wird nachfolgend die Erfindung näher erläutert.

[0009] Die einzige Figur der Zeichnung zeigt einen in Streifenleitungstechnik realisierten Leistungsteiler, der auf dem Wilkinson-Prinzip basiert. Dieser Leistungsteiler besteht im wesentlichen aus einer Leitungsverzweigung mit zwei gekoppelten Verzweigungsarmen L1 and L2. Der Verzweigungspunkt der beiden Verzweigungsarme L1 and L2 bildet ein erstes Tor T1 des Leistungsteilers. Das freie Ende des Verzweigungsarmes Ll bildet ein zweites Tor T2 and das freie Ende des Verzweigungsarmes L2 ein drittes Tor T3 des Leistungsteilers. Ein am ersten Tor T1 eingespeistes Signal wird zu gleichen Leistungsanteilen auf die beiden Tore T2 and T3 aufgeteilt, bzw. die Leistungen von zwei an den Toren T2 and T3 eingespeisten Signalen summieren sich am Tor T1. Zur gegenseitigen Isolation der beiden Tore T2 and T3 ist, wie vom Wilkinson-Leistungsteiler her bekannt, zwischen die beiden Tore T2 and T3 ein ohmscher Widerstand R geschaltet. Der Widerstand R hat einen Wert von 1,6 Z0, wobei Z0 die charakteristische Leitungsimpedanz ist.

[0010] Von den beiden Verzweigungsarmen L1 and L2 zweigt jeweils eine leerlaufende Stichleitung SL1, SL2 ab. Diese beiden Stichleitungen SL1 and SL2 haben eine die Betriebsbandbreite des Leistungsteilers erhöhende Wirkung. Die Länge der beiden Stichleitungen SL1 and SL2 ist erheblich geringer als λ/4 (λ ist die mittlere Betriebswellenlänge des Leistungsteilers) and wird so gewählt, dass die Bandbreite des Leistungsteilers möglichst groß ist. Die Stichleitungen SL1 and SL2 zweigen etwa in der Mitte der Verzweigungsarme L1 and L2 ab.

[0011] Eine weitere Erhöhung der Betriebsbandbreite wird dadurch erreicht, dass mit den Toren T1, T2 and T3 verbundene Eingangs- bzw. Ausgangsleitungen LT1, LT2 and LT3 ebenfalls mit leerlaufenden Stichleitungen versehen sind. Von der mit dem Tor T1 verbundenen Eingangs- bzw. Ausgangsleitung LT1 zweigen zwei symmetrisch angeordnete Stichleitungen LT11 and LT12 ab. Von der mit dem Tor T2 verbundenen Eingangs- bzw. Ausgangsleitung LT2 zweigen zwei symmetrisch angeordnete Stichleitungen LT21 and LT22 ab, and von der mit dem Tor T3 verbundenen Eingangs- bzw. Ausgangsleitung LT3 zweigen zwei symmetrisch angeordnete Stichleitungen LT31 and LT32 ab. Abweichend von dem dargestellten Ausführungsbeispiel können auch nur eine oder zwei der drei Eingangs- bzw. Ausgangsleitungen LT1, LT2, LT3 mit Stichleitungen versehen werden. Es müssen auch nicht an den einzelnen Eingangs bzw. Ausgangsleitungen LT1, LT2, LT3 zwei symmetrisch angeordnete Stichleitungen vorgesehen werden, es reicht unter Umständen auch nur eine von der jeweiligen Eingangs- bzw. Ausgangsleitung abzweigende Stichleitung aus.

[0012] Die Eingangs- bzw. Ausgangsleitungen LT1, LT2, LT3 wirken wie Serien-Induktivitäten, and die von den Eingangs- bzw. Ausgangsleitungen LT1, LT2, LT3 abzweigenden Stichleitungen LT11, LT12, LT21, LT22, LT31, LT32 wirken wie Parallel-Kapazitäten. Die Eingangs- bzw. Ausgangsleitungen LT1, LT2, LT3 bilden mit ihren Stichleitungen LT11, LT12, LT21, LT22, LT31, LT32 Anpaßelemente mit Tiefpaßeigenschaft. Die Länge der Stichleitungen LT11, LT12, LT21, LT22, LT31, LT32 ist kleiner als λ/4 and so dimensioniert, dass sich eine möglichst größe Bandbreite für den Leistungsteiler einstellt. Die Stichleitungen LT11, LT12, LT21, LT22, LT31, LT32 zweigen von den Eingangs- bzw. Ausgangsleitungen LT1, LT2, LT3 in einem Abstand von ca. λ/8 zu den Toren T1, T2, T3 ab.


Ansprüche

1. Leistungsteiler für Hochfrequenzsignale, der eine aus zwei gekoppelten Verzweigungsarmen (L1, L2) bestehende Leitungsverzweigung aufweist, wobei der Verzweigungspunkt der beiden Verzweigungsarme (L1, L2) ein erstes Tor (T1) and die beiden freien Enden der beiden Verzweigungsarme (L1, L2) ein zweites and ein drittes Tor (T2, T3) des Leistungsteilers bilden and zwischen das zweite Tor (T2) and das dritte Tor (T3) ein ohmscher Widerstand (R) geschaltet ist, dadurch gekennzeichnet, dass von jedem der Verzweigungsarme (L1, L2) eine oder mehrere offene Stichleitungen (SL1, SL2) abzweigen.
 
2. Leistungsteiler nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass jedes der drei Tore (T1, T2, T3) mit einer Eingangs- bzw. Ausgangsleitung (LT1, LT2, LT3) verbunden ist and dass mindestens von einer der Eingangs- bzw. Ausgangsleitungen (LT1, LT2, LT3) eine oder mehrere Stichleitungen (LT11, LT12, LT21, LT22, LT31, LT32) abzweigen.
 
3. Leistungsteiler nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass alle Leitungen (L1, L2, SL1, SL2, LT1, LT11, LT12, LT2, LT21, LT22, LT3, LT31, LT32) in planarer Leitungstechnik ausgebildet sind.
 




Zeichnung







Recherchenbericht