| (19) |
 |
|
(11) |
EP 1 108 972 B1 |
| (12) |
EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT |
| (45) |
Hinweis auf die Patenterteilung: |
|
21.03.2007 Patentblatt 2007/12 |
| (22) |
Anmeldetag: 11.12.2000 |
|
| (51) |
Internationale Patentklassifikation (IPC):
|
|
| (54) |
Vorrichtung zur Ruderanbindung für Lenkflugkörper
Device for mounting a steering fin on a missile
Dispositif pour le montage d'une ailette de guidage dans un missile
|
| (84) |
Benannte Vertragsstaaten: |
|
DE ES FR GB IT SE |
| (30) |
Priorität: |
16.12.1999 DE 19960738
|
| (43) |
Veröffentlichungstag der Anmeldung: |
|
20.06.2001 Patentblatt 2001/25 |
| (73) |
Patentinhaber: LFK Lenkflugkörpersysteme GmbH |
|
85716 Unterschleissheim (DE) |
|
| (72) |
Erfinder: |
|
- Hetzer, Walter
85630 Grasbrunn (DE)
- Lenz, Ernst
85614 Kirchseon (DE)
|
| (74) |
Vertreter: Hummel, Adam et al |
|
EADS Deutschland GmbH
LG-PM - Patente
Willy-Messerschmitt-Strasse 85521 Ottobrunn 85521 Ottobrunn (DE) |
| (56) |
Entgegenhaltungen: :
US-A- 3 223 034 US-A- 4 568 041 US-A- 5 904 319
|
US-A- 4 327 886 US-A- 5 249 761
|
|
| |
|
|
|
|
| |
|
| Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die
Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen
das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich
einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr
entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen). |
[0001] Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zur Ruderanbindung für Lenkflugkörper, wobei
das Ruderblatt (R) um eine Achse senkrecht zur Flugkörperachse drehbar ist und das
Ruder eine Ruderwelle (W) mit einem konisch ausgebildeten flugkörperseitigen Ende
(W1) aufweist.
[0002] Eine solche Vorrichtung is aus dem US 4 568 041 A bekannt.
[0003] Bei modernen Kampfflugzeugen werden die Lenkflugkörper für mittlere Reichweite überwiegend
am Rumpf in teilversenkter Anordnung mitgeführt, um den Luftwiderstand zu reduzieren
und die Radarsignatur günstig zu beeinflussen.
[0004] Die Form des Flugzeuginterfaces ist durch den derzeit eingeführten Luft-Luft-Lenkflugkörper
vom Typ AMRAAM vorgegeben und wurde auch beispielsweise bei den Prototypen des Eurofighter
EF 2000 in dieser Form realisiert. Für die Ruder und Flügel der AMRAAM sind dabei
im Flugzeugrumpf schlitzförmige Ausnehmungen mit 41 mm Breite vorgegeben
[0005] Bei staustrahlgetriebenen AMRAAM Nachfolgeflugkörpern muß die Ruderlagerung außerhalb
des Flugkörperrumpfes erfolgen, weil der Innenraum fast vollständig von der Staubrennkammer
ausgefüllt wird. Dies führt im allgemeinen zu voluminösen Lagerungsprinzipien außerhalb
der Flugkörper-Struktur, die daher nicht mit dem von AMRAAM vorgegebenen Flugzeuginterface
kompatibel bleiben können.
[0006] Dabei genügt es nämlich nicht, den Flugkörper berührungsfrei in die vorgegebenen
41 mm breiten Ausnehmungen des Flugzeugrumpfes einzubringen, es muß auch eine geforderte
Mindest-Freigängigkeit von mehreren Millimetern an allen Stellen eingehalten werden.
[0007] Um die Lagerung und den Transport zu erleichtern, ist es bekannt, die sperrigen Finnen
von Flugkörpern erst kurz vor dem Einsatz zu montieren, wobei die Befestigung schnell
und einfach erfolgen und den Stabilitätsanforderungen während des Fluges genügen muß.
So ist es aus US 4,568,041 A bekannt, eine Finne mit Hilfe eines konischen Zapfens
in einer entsprechenden in der Wand des Flugkörpers versenkten Aufnahmeöffnung einzusetzen
und in definierter Winkelstellung durch Anziehen einer Schraube fest zu verklemmen.
Diese Anordnung ist aber für Ruder ungeeignet, da sie einerseits tief in das Rumpfinnere
des Flugkörpers eingreift und andererseits eine Bewegung der Finne beispielsweise
durch Stellmotoren nicht zuläßt, so daß sie nicht als Ruder verwendet werden kann.
[0008] Die Forderung nach austauschbaren staustrahlgetriebenen Flugkörpern am gleichen Flugzeuginterface
ist demnach durch herkömmliche Lösungen nicht zu erfüllen.
[0009] Es ist das Ziel der Erfindung, eine Vorrichtung der eingangs genannten Gattung zu
schaffen, die sowohl die erforderlichen räumlichen Bedingungen erfüllt als auch für
die bei den auftretenden Marschgeschwindigkeiten von Mach 4 auftretenden mechanischen
und thermischen Belastungen geeignet ist.
[0010] Diese Aufgabe wird durch die im kennzeichnenden Teil von Anspruch 1 genannten Merkmale
gelöst. Weitere vorteilhafte Weiterbildungen und Einzelheiten der Erfindung ergeben
sich aus den Unteransprüchen und der Zeichnung, in der ein Ausführungsbeispiel beschrieben
wird. Es zeigen
- Fig. 1
- schematisch die erfindungsgemäße Anordnung in ihrem Umfeld,
- Fig. 2a und 2b
- Aufsicht und Teil-Schnitt durch die erfindungsgemäße Anordnung,
- Fig. 2c
- einen weiteren Teil-Schnitt durch die erfindungsgemäße Anordnung.
[0011] Fig. 1 zeigt das Umfeld für den Gegenstand der Erfindung. In der Außenkontur des
Flugkörperträgers F - im vorliegenden Fall der Rumpf bzw. die Tragflächen des Flugzeuges
- ist eine Ausnehmung mit einer fest vorgegebenen Breite von 41 mm vorhanden, die
für die Aufnahme des dem Flugzeug zugewandten Ruderblattes R eines einsatzbereiten
Flugkörpers FK (AMRAAM) dient. Mit diesem Raum muß ein kompatibler Flugkörper auskommen.
[0012] Fig. 2 zeigt das Konstruktionsprinzip der AMRAAM-kompatiblen Ruderlagerung für einen
staustrahlgetriebenen Flugkörper nach der Erfindung. Fig. 2a zeigt dabei die vorgeschlagene
Lösung mit Blick auf die Ruderachse W in Richtung des Flugkörpers FK. Fig. 2b zeigt
einen Schnitt durch die Anordnung sowie den Biegelastverlauf BL durch die Hauptelemente
Interface-Beschlag B und Ruderwelle W.
[0013] Der Interface-Beschlag B zur Befestigung an der dünnwandigen Staubrennkammer der
Flugkörperzelle FK besitzt einen Außendurchmesser B2 der einerseits die Kompatibilität
und Freigängigkeit sicherstellt und andererseits durch die kegelförmige Ausnehmung
B3 im Querschnittsverlauf an die auftretende Biegebelastung, die durch die am Ruder
angreifende Luftkraft Fq verursacht wird, angepaßt ist.
[0014] Innerhalb der kegelförmigen Ausnehmung B3 des Beschlages wird die Ruderwelle W in
Keramik-Nadellagern L aufgenommen. Der Querschnittsverlauf der Ruderwelle W ist durch
Wahl der Lagerdurchmesser d1 (22 mm) und d2 (12 mm) ebenfalls dem Belastungsverlauf
an der Ruderwelle W angepaßt. Die Ruderwelle W nimmt in einer schlitzförmigen Ausnehmung
W4 das Ruder R auf, welches den zylindrischen Teil des Interface-Beschlages B2 wie
in Fig. 2c dargestellt bis zur Wurzel umschließt.
[0015] An der Beschlaginnenseite ist der Ruderantriebshebel H formschlüssig mit der Ruderwelle
W verbunden. Der Ruderantriebshebel H wird, wie in der eingangs erwähnten Druckschrift
erläutert, von einem elektromechanischen Stellsystem betätigt.
[0016] Die beschriebene Anordnung vereinigt mehrere Vorteile:
[0017] Der Querschnittsverlauf am Beschlag B und an der Ruderwelle W ist in idealer Weise
unter Minimierung der Abmessungen an den extremen Belastungsverlauf anpaßbar
[0018] Die Hauptkomponenten der Anordung sind ferner kostengünstig mit einfachen Bearbeitungsprozessen-fertigbar
und montierbar.
[0019] Die in der Marschflugphase des Flugkörpers aufgrund von aerodynamischer Aufheizung
bei Geschwindigkeiten bis Mach 4 auftretende hohe thermische Belastung führt zu einer
homogenen Aufheizung der Hauptkomponenten und ermöglicht daher eine kostengünstige
und klassische Anordnung von Hochtemperatur-Keramiknadeln als Lagerelemente.
[0020] Die Ausbildung des Ruderinterface W4, also der Verbindung zwischen Ruder R und Ruderwelle
W, ermöglicht eine einfache Herstellung und die schnelle Montierbarkeit des Ruderblattes
mit Standardwerkzeug unter Gefechtsbedingungen.
[0021] Das Ruderinterface liegt ferner nahe am Druckpunkt des Ruderblattes, daher ergeben
sich an der Einspannstelle kleine Wurzelbiegemomente
[0022] Ferner kann die Abdichtung des Flugkörpers nach außen im Bereich des Flugkörper-Interfacebeschlages
B und des Ruderantriebshebels H einfach und perfekt erfolgen, da die Stelle der Relativbewegung
am äußeren Ende des Interfacebeschlages liegt.
1. Vorrichtung zur Ruderanbindung für Lenkflugkörper, wobei das Ruderblatt (R) um eine
Achse senkrecht zur Flugkörperachse drehbar ist und das Ruder eine Ruderwelle (W)
mit einem konisch ausgebildeten flugkörperseitigen Ende (W1) aufweist, dadurch gekennzeichnet, daß die Vorrichtung einen an der Aussenseite der dünnwandigen Flugkörperzelle (FK) unbeweglich
befestigten Beschlag (B) aufweist, das Ruderblatt (R) mittels eines Ruderantriebshebels
(H) schwenkbar ist und der Beschlag (B) ein von der Flugkörperwandung hervorstehendes
Lager (B1) mit wenigstens teilweise zylindrischer Außenkontur (B2) und einer konischen
Ausnehmung (B3) zur formschlüssigen Aufnahme des entsprechend konisch ausgebildeten
flugkörperseitigen Endes (W1) der Ruderwelle (W) aufweist, wobei der Durchmesser (d1;
d2) von Ausnehmung (B3) und Ruderwelle (W) sich in Richtung Flugkörperwandung verjüngt.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Lager (B1) flugkörperseitig eine Öffnung (B4) für den Durchgriff des Ruderantriebshebels
(H) zur formschlüssigen Verbindung mit der Ruderwelle (W) aufweist.
3. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der aus der Ausnehmung (B3) des Lagers herausragende Teil (W2) der Ruderwelle (W)
verjüngt ausgebildet ist, wobei sich der Durchmesser zum ruderseitigen Ende hin verjüngt
und eine schlitzförmige Ausnehmung (W4) zur Befestigung des Ruderblattes (R) aufweist.
4. Vorrichtung nach Anspruch 1 - 3, dadurch gekennzeichnet, daß das Ruderblatt (R) den zylindrischen Teil (B1) des Lagers (B) bis zu dessen Wurzel
(B0) umschließt.
5. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Ruderwelle (W) in Keramik-Nadellagern (L) gelagert ist.
1. A rudder attachment device for a guided missile, the rudder blade (R) being rotatable
about an axis perpendicular to the missile axis and the rudder comprising a rudder
shaft (W) with a conically constructed end (W1) on the missile side, characterised in that the device comprises a mount (B) fastened immovably to the outside of the thin-walled
missile airframe (FK), the rudder blade (R) is swivellable by means of a rudder drive
lever (H) and the mount (B) comprises a bearing (B1) protruding from the missile wall
and having an at least partially cylindrical outer contour (B2) and a conical recess
(B3) for form-fitting accommodation of the correspondingly conically constructed missile-side
end (W1) of the rudder shaft (W), the diameter (d1; d2) of recess (B3) and rudder
shaft (W) tapering in the direction of the missile wall.
2. A device according to claim 1, characterised in that the bearing (B1) comprises an opening (B4) on the missile side for passage of the
rudder drive lever (H) for form-fitting connection with the rudder shaft (W).
3. A device according to claim 1, characterised in that the part (W2) of the rudder shaft (W) protruding out of the recess (B3) in the bearing
is of tapered construction, the diameter tapering towards the rudder-side end and
comprising a slot-shaped recess (W4) for attachment of the rudder blade (R).
4. A device according to claims 1 - 3, characterised in that the rudder blade (R) encloses the cylindrical part (B1) of the bearing (B) as far
as its root (B0).
5. A device according to any one of the preceding claims, characterised in that the rudder shaft (W) is mounted in ceramic needle bearings (L).
1. Dispositif de montage d'un gouvernail pour des missiles, la pale (R) tournant autour
d'un axe perpendiculaire à l'axe de missile, et le gouvernail présentant un arbre
de gouvernail (W) muni côté missile d'une extrémité conique (W1),
caractérisé en ce que
le dispositif présente une armature (B) fixée de façon immobile à la face extérieure
du missile (FK) à paroi mince, la pale de gouvernail (R) est pivotante au moyen d'un
levier d'entraînement de gouvernail, et l'armature (B) présente un palier (B1) faisant
saillie de la paroi de missile, et muni d'un contour extérieur (B2) au moins partiellement
cylindrique et d'un évidement conique (B3) pour loger par complémentarité de formes
l'extrémité conique (W1) correspondante côté missile de l'arbre de gouvernail (W),
le diamètre (dl ; d2) de l'évidement (B3) et de l'arbre de gouvernail (W) se rétrécissant
en direction de la paroi de missile.
2. Dispositif selon la revendication 1,
caractérisé en ce que
côté missile le palier (B1) présente une ouverture (B4) pour le passage du levier
d'entraînement de gouvernail (H) pour la liaison par complémentarité de formes avec
l'arbre de gouvernail (W).
3. Dispositif selon la revendication 1,
caractérisé en ce que
la partie (W2) de l'arbre de gouvernail (W) faisant saillie de l'évidement (B3) du
palier se rétrécit, le diamètre se rétrécissant vers l'extrémité côté gouvernail et
présentant un évidement (W4) en forme de fente pour la fixation de la pale de gouvernail
(R).
4. Dispositif selon les revendications 1 à 3,
caractérisé en ce que
la pale de gouvernail (R) entoure la partie cylindrique (B1) du palier (B) jusqu'à
la racine (B0) de celui-ci.
5. Dispositif selon l'une quelconque des revendications précédentes,
caractérisé en ce que
l'arbre de gouvernail (W) est logé dans des roulements à aiguilles céramiques (L).

