[0001] Die Erfindung betrifft einen pneumatisch betriebenen Turbinenvibrator mit einem im
wesentlichen geschlossenen Gehäuse, in dessen Arbeitsraum ein kreiszylindrischer,
unwuchtiger Rotor drehbar gelagert ist und das wenigstens je einen tangential zum
Rotor angeordneten Zufuhr- und Ableitkanal für ein pneumatisches Antriebsmittel aufweist.
[0002] Ein derartiger Vibrator ist beispielsweise aus der DE 43 07 483 C2 (entsprechend
US-PS 5,314,305) bekannt geworden. Die in der Grundform kreiszylindrische Mantelfläche
des Rotors ist im Querschnitt gesehen, sägezahnförmig ausgebildet, um dem vom Zufuhr-
zum Abfuhrkanal durch den Arbeitsraum strömendem pneumatischen Arbeitsmittel eine
größere Angriffsfläche zu bieten und um den Wirkungsgrad zu verbessern. Ein solcher
Vibrator wird deshalb als Turbinenvibrator bezeichnet. Bei dem bekannten Vibrator
ist die Innenwand des Arbeitsraumes ebenfalls kreiszylindrisch ausgebildet, so daß
der Strömungsquerschnitt zwischen dem im Gehäuse konzentrisch zum Arbeitsraum gelagerten
Rotor und der Innenwand des Rotors vom Zufuhrkanal bis zum Ableitkanal überall gleichbleibend
ist. Dadurch kann die Energie des pneumatischen Arbeitsmittels nur über einen kurzen
Umfangsbereich des Arbeitsraumes optimal auf den Rotor übertragen werden und es können
mit derartigen Vibratoren nur mäßige Wirkungsgrade der Energieumsetzung erreicht werden.
[0003] Der Neuerung liegt die Aufgabe zugrunde, einen pneumatisch betriebenen Vibrator der
eingangs genannten Art derart zu verbessern, daß der Druck des Arbeitsmediums besser
ausgenutzt und mit höherem Wirkungsgrad in Drehenergie des Rotors umgesetzt werden
kann.
[0004] Zur Lösung dieser Aufgabe ist erfindungsgemäß vorgesehen, daß der zwischen der Mantelfläche
des Rotors (1) und der Innenwand des Arbeitsraumes (3) vorhandene Strömungsquerschnitt
für das Arbeitsmittel sich von jedem Zufuhrkanal (4) aus in Strömungsrichtung zunächst
bis auf einen engsten Querschnitt stetig verringert und danach bis zum zugehörigen
Ableitkanal (5) stetig vergrößert.
[0005] Es hat sich herausgestellt, daß der Wirkungsgrad des Vibrators bei einer derartigen
Ausgestaltung des Strömungsquerschnittes ganz erheblich verbessert werden kann. Verglichen
mit einem hinsichtlich der Baugröße gleichen Vibrator nach dem Stand der Technik können
bei gleichem Luftdurchsatz wesentlich höhere Drehzahlen erreicht werden. Alternativ
kann bei gleicher Drehzahl mit geringerem Arbeitsmitteldurchsatz ein höheres Arbeitsmoment
des Rotors erreicht werden.
[0006] Durch die erfindungsgemäße Gestaltung des Strömungsquerschnitts wird im Eingangsbereich
bei gleichbleibendem Druck eine Vergrößerung der Geschwindigkeit des pneumatischen
Arbeitsmittels erzwungen, wodurch die Energie des pneumatischen Arbeitsmittels über
einen größeren Umfangsbereich auf den Rotor optimal übertragen werden kann. Nach dem
engsten Querschnitt kann das Arbeitsmittel stetig expandieren. Neben der Verbesserung
des Wirkungsgrades wird dadurch außerdem eine Absenkung des Geräuschpegels erreicht.
[0007] Vorteilhafte Ausgestaltungen des Erfindungsgedankens sind in den Unteransprüchen
2 bis 13 beschrieben. Weitere Einzelheiten werden anhand der in den Figuren 1 bis
3 dargestellten Ausführungsbeispielen näher erläutert.
[0008] Es zeigen:
- Figur 1
- einen Querschnitt durch einen Vibrator mit einer Seitenansicht des Rotors,
- Figur 2
- einen Längsschnitt durch den Vibrator nach Figur 1, und
- Figur 3
- einen Querschnitt durch eine weitere Ausführungsform eines Vibrators mit einer Seitenansicht
des Rotors.
[0009] Bei dem in Figur 1 dargestellten Ausführungsbeispiel hat das Gehäuse einen etwa quadratischen
Querschnitt mit unten einstückig angeformtem Befestigungsflansch, dessen Montagefläche
8 den Anschlußstutzen eines Zufuhrkanals 4 und eines Ableitkanals 5 gegenüberliegt.
Im Gehäuse 2 ist ein kreiszylindrischer Arbeitsraum 3 ausgebildet, dessen Achse 7
in einer parallel zur Montagefläche verlaufenden Ebene 9 liegt. Die Achse 6 des Rotors
1 verläuft parallel zur Achse 7 des Gehäuses 3, ist jedoch gegenüber der Achse 7 um
den Betrag E nach links und nach unten versetzt angeordnet. Dadurch liegen beide Achsen
6, 7 in einer Ebene 9a, die zur Ebene 9 im Gegenuhrzeigersinn gedreht ist. Im dargestellten
Ausführungsbeispiel beträgt die Drehung etwa 15°. Durch diese exzentrische Anordnung
des in der Grundform kreiszylindrischen Rotors 1 zum ebenfalls kreiszylindrischen
Arbeitsraum 3 wird erreicht, daß der zwischen der Mantelfläche des Rotors 1 und der
Innenwand des Arbeitsraumes 3 vorhandene Strömungsquerschnitt für das Arbeitsmittel
sich vom Zufuhrkanal 4 aus in Strömungsrichtung zunächst bis auf einen engsten Querschnitt
stetig verringert und danach bis zum Ableitkanal 5 stetig vergrößert. Der engste Querschnitt
liegt in dem Bereich, in dem die Ebene 9a die Mantelflächen des Rotors 1 und des Arbeitsraums
3 schneidet. Im Rotor 1 sind achsparallele Bohrungen 13 ausgebildet, die in an sich
bekannter Weise eine Füllung aus einem Material aufnehmen können, dessen spezifisches
Gewicht größer ist als das des Rotormaterials. Dargestellt sind fünf Bohrungen 13,
die in Umfangsrichtung ungleichmäßig verteilt sind.
[0010] Aus der Schnittdarstellung gemäß Figur 2 sind die Lagerzapfen 1a und 1b des Rotors
1 ersichtlich, die in Bohrungen 2a und 2b mittels Kugellagern 10, 11 gelagert sind.
Die Achse 7 des Gehäuses liegt in der Schnittebene und in der Ebene 9. Die Achse 6
des Rotors 1 liegt unterhalb der Ebene 9 und vor der Schnittebene. Oberhalb der Achsen
6, 7 ist im Rotor eine axiale Bohrung 13 zu sehen, in der zur Einstellung der Rotorunwucht
eine definierte Füllung angeordnet werden kann.
[0011] Während das in der Darstellung linke Kugellager 13 direkt in der Bohrung 2a des Gehäuses
2 gelagert ist, wird das in der Darstellung rechte Kugellager 11 von einer Bohrung
2b eines Deckels 12 aufgenommen, der in das Gehäuse 2 eingeschraubt ist. Zur Demontage
kann ein geeignetes Werkzeug in die Sackbohrungen 14 des Deckels 12 eingesteckt und
dieser aus dem Gehäuse herausgedreht werden. Ein O-Ring 17 dient zur Abdichtung zwischen
Gehäuse 2 und Deckel 12.
[0012] Bei dem Ausführungsbeispiel gemäß Figur 3 fallen die Achsen 6 und 7 zusammen. Die
erfindungsgemäße Verringerung und Vergrößerung des Strömungsquerschnitts für das pneumatische
Arbeitsmittel wird bei diesem Ausführungsbeispiel dadurch erreicht, daß die kreiszylindrische
Grundform des Arbeitsraumes 3a durch Ausnehmungen 15, 16 abgewandelt ist. Dabei ist
die eingangsseitige Ausnehmung 15 so gestaltet, daß sich die gewünschte Verringerung
des Strömungsquerschnitts bis zu einem engsten Querschnitt ergibt. Die Ausnehmung
16 sorgt für einen sich von der engsten Stelle bis zum Ableitkanal 5 stetig erweiternden
Strömungsquerschnitt, in dem das strömende Arbeitsmittel stetig expandieren kann,
ohne daß eine übermäßige Geräuschentwicklung auftritt. Die übrigen Bezugsziffern in
Figur 3 entsprechen denen in den Figuren 1 und 2 und bedürfen keiner weiteren Erläuterung.
[0013] Die neue Gestaltung gilt entsprechend für den Verlauf des Strömungsquerschnittes
zwischen jedem Paar von Zufuhr- und Ableitkanälen, wenn über den Umfang verteilt mehrere
Paare solcher Kanäle vorgesehen sind.
1. Pneumatisch betriebener Vibrator mit einem im wesentlichen geschlossenen Gehäuse (2),
in dessen Arbeitsraum (3) ein kreiszylindrischer, unwuchtiger Rotor (1) drehbar gelagert
ist und das wenigstens je einen tangential zum Rotor (1) angeordneten Zufuhr- und
Ableitkanal (4, 5) für ein pneumatisches Antriebsmittel aufweist, dadurch gekennzeichnet,
daß der zwischen der Mantelfläche des Rotors (1) und der Innenwand des Arbeitsraumes
(3) vorhandene Strömungsquerschnitt für das Arbeitsmittel sich von jedem Zufuhrkanal
(4) aus in Strömungsrichtung zunächst bis auf einen engsten Querschnitt stetig verringert
und danach bis zum zugehörigen Ableitkanal (5) stetig vergrößert.
2. Vibrator nach Anspruch 1, mit einem Zufuhrkanal und einem Ableitkanal, dadurch gekennzeichnet,
daß der Arbeitsraumes (3) kreiszylindrisch ausgebildet ist und daß die Achse (6) des
Rotors (1) parallel und exzentrisch zur Achse (7) des Arbeitsraumes (3) angeordnet
ist.
3. Vibrator nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Achse (6) des Rotors (1)
und die Achse (7) des Arbeitsraumes (3) in einer Ebene (9a) liegen, die gegenüber
einer parallel zu einer Montagefläche (8) des Gehäuses (2) verlaufenden Ebene (9)
vom Zufuhrkanal (4) weg auf den Ableitkanal (5) zu gedreht angeordnet ist.
4. Vibrator nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Ebene (9a) gegenüber der
Ebene (9) um 10 bis 20 Grad gedreht ist.
5. Vibrator nach einem der Ansprüche 2 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Exzentrizität
im Bereich von 1,5 - 2,5% des Durchmessers des Rotors (1) liegt.
6. Vibrator nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Arbeitsraum (3a) des Gehäuses
(2) durch eine Einlage oder durch eine Ausnehmung gegenüber einer kreiszylindrischen
Grundform derart abgewandelt ist, daß der zwischen der Mantelfläche des kreiszylindrischen
Rotors (1) und der Innenwand des Arbeitsraumes (3a) vorhandene Strömungsquerschnitt
sich von jedem Zufuhrkanal (4) aus in Strömungsrichtung zunächst bis auf einen engsten
Querschnitt verringert und danach bis zum zugehörigen Ableitkanal (5) stetig vergrößert.
7. Vibrator nach Anspruch 6, mit einem Zufuhr- und einem Ableitkanal, dadurch gekennzeichnet,
daß der engste Querschnitt in einer Ebene (9a) liegt, die gegenüber einer parallel
zu einer Montagefläche (8) des Gehäuses (2) verlaufenden Ebene (9) vom Zufuhrkanal
(4) weg auf den Ableitkanal (5) zu gedreht angeordnet ist.
8. Vibrator nach mindestens einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß
der Rotor (1) Lagerzapfen (1a, 1b) aufweist, die in Bohrungen (2a, 2b) des Gehäuses
(2) bzw. von Gehäusedeckeln (12) mittels Kugellagern (10, 11) gelagert sind.
9. Vibrator nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, daß eine der Bohrungen (2a) für
die Aufnahme des Kugellagers (10) im Gehäuse (2) selbst angeordnet ist und daß die
gegenüberliegende Bohrung (2b) in einem in das Gehäuse (2) eingesetzten Deckel (12)
ausgebildet ist.
10. Vibrator nach Anspruch 8 oder 9, dadurch gekennzeichnet, daß der Deckel (12) in das
Gehäuse (2) eingeschraubt ist.
11. Vibrator nach mindestens einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, daß
der Rotor (1) zur Einstellung bzw. Veränderung seiner Unwucht wenigstens eine exzentrisch
zu seiner Achse (6) angeordnete axiale Bohrung (13) für die Anordnung einer Füllung
mit im Vergleich zum Material des Rotors (1) höherem spezifischen Gewicht aufweist.