[0001] Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zur Herstellung einer leichten Faserplatte
nach dem Oberbegriff des Patentanspruchs 1 und auf eine leichte Faserplatte nach dem
Oberbegriff des Patentanspruchs 15.
[0002] Anders gesagt bezieht sich die Erfindung auf Faserplatten sehr geringer Dichte, die
insbesondere als Dämmaterial, aber auch als Konstruktionselemente Verwendung finden
können, und auf deren Herstellung. Ein typischer Vertreter von bekannten Faserplatten
des vorgenannten Anwendungsbereichs sind sogenannte Holzweichfaserplatten.
[0003] Zur Herstellung von Holzweichfaserplatten ist ein Naßverfahren bekannt. Durch mahlenden,
schleifende oder quetschende Krafteinwirkung aus Holz hergestellte Fasern werden in
eine wässrige Suspension überführt, die typischerweise nur 2 bis 3 Gewichts-% Fasern
enthält. Diese Suspension mit dem maximal gequollenen Fasern wird auf ein Siebband
aufgebracht, durch das eine Entwässerung zunächst mittels Schwerkraft und anschließend
über verschiedene Saug- und Vorpreßeinrichtungen erfolgt. Der dabei erreichbare Entwässerungsgrad
wird durch das Wasserspeichervermögen der gequollenen Fasern und die angesichts der
angestrebten geringen Dichte der späteren Faserplatten nur geringen zulässigen Preßkräfte
nach unten begrenzt. Die durch die Vorentwässerung der Suspension erhaltene Fasermatte
aus feuchten Fasern wird nach ihrem Kalibrieren drucklos getrocknet. Bei der Trocknung
schrumpfen die einzelnen Holzfasern aneinander fest, sofern kein Bindemittel eingesetzt
wird. Wenn ein Bindemittel eingesetzt wird, so daß es sich bei dem bekannten Verfahren
um ein solches nach dem Oberbegriff des Patentanspruchs 1 handelt, ist darauf zu achten,
daß sich das Bindemittel an den Holzfasern fixiert, da es anderenfalls mit dem Wasser
der Ausgangssuspension abgesaugt bzw. abgepreßt wird. Die nach dem bekannten Naßverfahren
erhaltenen Faserplatten können zwar die gewünschte geringe Dichte aufweisen. Sie weisen
aber eine locker offene Oberfläche, die für viele Anwendungszwecke wenig geeignet
ist, auf. Beispielsweise können nach dem Naßverfahren hergestellte Faserplatten, die
als Dämmplatten im Innenausbau verwendet werden, nicht ohne weiteres tapeziert oder
anderweitig mit dünnen Materialien beschichtet werden. Hierbei drückt sich zu leicht
die auf die Struktur des bei ihrer Herstellung verwendeten Siebbands zurückgehende
Struktur der Oberfläche der Faserplatten durch, und eingesetzte Bindemittel werden
zu großen Anteilen in das Volumen der Faserplatten eingesaugt und stehen damit nicht
für die Befestigung der Tapete oder des anderen dünnen Materials an der Oberfläche
der Faserplatte zur Verfügung.
[0004] Neben dem Naßverfahren ist ein sogenanntes Trockenverfahren zur Herstellung von Faserplatten
aus lignocellulose-haltigen Fasern und Bindemittel bekannt. Die Fasern werden hierfür
in derselben Weise wie für das Naßverfahren gewonnen. Anschließend werden sie jedoch
nicht in eine Suspension überführt, sondern in Stromtrocknern, d. h. im Flug, auf
ein Maß heruntergetrocknet, welches später eine einfachere Entfernung der Restfeuchte
ermöglicht. Die Restfeuchte der Fasern nach der Trocknung liegt unter 20 %, typischerweise
bei unter 10 %. Vor oder nach der Trocknung wird den Fasern ein Bindemittel zugesetzt,
das nach dem anschließenden Formen der Fasern zu einer Fasermatte beim Heißverpressen
der Fasermatte zwischen druckgesteuerten Heizflächen zu einer Faserplatte die einzelnen
Fasern miteinander verklebt. Faserplatten nach dem Trockenverfahren werden innerhalb
eines Dichtebereichs von 900 bis 450 kg pro m
3 in hochdichte Faserplatten (HDF), mitteldichte Faserplatten (MDF), leichte und ultraleichte
Faserplatten (ULF) unterteilt. Charakteristisch für Faserplatten nach dem bekannten
Trockenverfahren ist, daß selbst bei sogenannten ultraleichten Faserplatten (ULF)
aufgrund der immer noch relativ hohen Dichte keine ausreichend guten Dämmwirkungen
erreicht werden und bei der Verwendung der Faserplatten als Konstruktionselemente
das relativ hohe Eigengewicht der Faserplatten zu berücksichtigen ist. Allerdings
weisen diese bekannten Faserplatten glatt geschlossene Oberflächen auf, die auch mit
dünnen Materialien direkt beschichtbar sind.
[0005] Weiterhin ist ein sogenanntes Semi-Dry-Verfahren bekannt, bei dem die zunächst wie
beim Trockenverfahren getrockneten Fasern nach der Ausbildung einer Fasermatte wieder
befeuchtet und anschließend heiß verpreßt werden. Auf diese Weise wird bei relativ
leichten Faserplatten im Bereich oberhalb 450 kg/m
3 eine besonders feste, glatt geschlossene Oberfläche erzielt.
[0006] Aus der DE 196 74 240 A1 ist ein Verfahren zur Herstellung von Faserplatten bekannt,
das auch zwischen einem echten Naßverfahren und einem Trockenverfahren anzuordnen
ist. Mit diesem bekannten Verfahren sind Faserplatten mit einer geringen Dichte von
bis weit unter 150 kg/m
3, angeblich bis hinab zu 60 kg/m
3 hergestellbar. Hierzu werden aus Holz hergestellte Fasern, deren Feuchtigkeitsgehalt
nach einem einen Zerfaserungsprozeß abschließenden Refiner-Verfahren unverändert bleibt,
mit einem Bindemittel vermischt und mit einer Streuvorrichtung auf einer Formstation
ausgebracht, um eine Fasermatte auszubilden. Die Fasermatte wird hinsichtlich ihrer
Breite und ihres Flächengewichts vorkalibriert und nach Aktivierung des Bindemittels
durch eine Wärmebehandlung zur Bildung der Faserplatte in der Dicke geformt und ausgehärtet.
Die Aktivierung des Bindemittels soll dabei beispielsweise durch Dampf erfolgen. Zum
Aushärten der Fasermatte soll diese mit einem Trocknungsmedium, beispielsweise mit
Heißluft durchströmt werden. Wenn eine Dickenformung in einer Presse erfolgt, sollen
die Preßflächen siebartig ausgebildet sein. Auf diese Weise werden wie bei einem Naßverfahren
Faserplatten mit offener und durch die eingesetzten Siebflächen strukturierter Oberfläche
hergestellt, die so auch alle Nachteile bekannter im Naßverfahren hergestellter Faserplatten
aufweisen.
[0007] Aus der DE 196 04 575 A1 ist ein Verfahren zur Herstellung polyurethangebundener
Faserplatten bekannt, das als spezielles Trockenverfahren einzuordnen ist. Das bekannte
Verfahren macht von einem Bindemittel mit einer ersten, NCO-Gruppen aufweisenden Bindemittelkomponente
und einer zweiten, mindestens ein Polyol aufweisenden Bindemittelkomponente Verwendung.
Hierbei werden die mindestens zwei Bindemittelkomponenten separat oder zumindest ohne
nennenswerte Vorreaktion im Gemisch auf Fasern aufgebracht, so daß die Polyurethanbindung
möglichst spät im Herstellungsprozeß und damit im wesentlichen während eines Heißpressens
als Wärmebehandlung erfolgt. Zur separaten Aufbringung der beiden Bindemittelkomponenten
wird beispielsweise zunächst die das Polyol aufweisende zweite Bindemittelkomponente
auf die Fasern aufgebracht, während die erste, NCO-Gruppen aufweisende Bindemittelkomponente
erst danach und möglichst spät vor dem Formen der Fasern zu der Fasermatte auf dieselben
Fasern aufgebracht wird. Durch das separate Aufbringen der Bindemittelkomponenten
für die Polyurethanbindung bzw. das Unterdrücken einer Vorreaktion der Bindemittelkomponenten
soll die gesamte Reaktivität des Bindemittels für die Bindung der Fasern beim Heißverpressen
der Fasermatte zu den Faserplatten erhalten bleiben. Es ist nämlich bekannt, daß die
Polyurethanreaktion zwischen der die NCO-Gruppen enthaltenen Bindemittelkomponente
und der das Polyol aufweisenden Bindemittelkomponente beim Zusammentreffen dieser
beiden Bindemittelkomponenten spontan beginnt, sofern sie nicht chemisch blockiert
wird. Hierdurch ist die Topfzeit von Mischungen der beiden Bindemittelkomponenten
eng begrenzt. Bei einer chemischen Blockade der Polyurethanreaktion müssen umgekehrt
durch die Wärmebehandlung zum Auslösen der Polyurethanreaktion des Bindemittels in
der Fasermatte sehr hohe Reaktionstemperaturen erreicht werden. Das aus der DE 196
04 575 A1 bekannte Verfahren weist den Nachteil auf, daß unmittelbar nachdem beide
Bindemittelkomponenten auf die Fasern aufgebracht sind, die Polyurethanreaktion einsetzt.
Das heißt, der Zeitraum zwischen dem Aufbringen der beiden Bindemittelkomponenten
auf die Fasern und der Wärmebehandlung zum Aushärten des Bindemittelanteils der gewünschten
Faserplatten muß möglichst kurz gehalten werden. Unterbrechungen des Herstellungsprozesses
im Bereich des Formens der Fasern zu der Fasermatte, des Kalibrierens der Fasermatte,
und der Wärmebehandlung führen dazu, daß die Polyurethanreaktion auf den Fasern so
weit fortschreitet, daß sie verworfen werden müssen. Eine Zwischenlagerung ist nicht
möglich. Darüberhinaus besteht die Gefahr, daß Fasern im angehaltenen Stoffstrom untereinander
soweit verkleben, daß Herstellungsapparaturen verstopfen und aufwendig gereinigt werden
müssen. Die Rohdichten der nach dem bekannten Verfahren hergestellten polyurethangebundenen
Faserplatten liegen im übliche Bereich weit oberhalb von 450 kg/m
3.
[0008] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren zur Herstellung leichter
Faserplatten nach dem Oberbegriff des Patentanspruchs 1 aufzuzeigen, das einfach und
wirtschaftlich durchführbar ist und dennoch zu Faserplatten mit verbesserten Oberflächeneigenschaften
führt. Weiterhin soll eine leichte Faserplatte nach dem Oberbegriff des Patentanspruchs
15 aufgezeigt werden, die verbesserte Oberflächeneigenschaften aufweist.
[0009] Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe durch das Verfahren nach dem Patentanspruch 1
und die Faserplatte nach dem Patentanspruch 15 gelöst.
[0010] Vorteilhafte Ausführungsformen des Verfahrens sind in den Unteransprüchen 2 bis 15
und vorteilhafte Ausführungsformen der Faserplatte in den Unteransprüchen 16 bis 20
beschrieben.
[0011] Bei dem neuen Verfahren handelt es sich trotz der erreichten geringen mittleren Rohdichte
von unter 400 kg/m
3 um ein Trockenverfahren, weil die Faserfeuchte der Fasern beim Kalibrieren der Fasermatte
und bei der Wärmebehandlung zum Aushärten des Bindemittels weniger als 20 % beträgt.
Sie kann wie bei üblichen Trockenverfahren im Bereich unter 10 % liegen. Wie bei einem
klassischen Trockenverfahren erfolgt die Wärmebehandlung der Fasermatte über glatt
geschlossene Heizflächen, über die die Wärme zur Aushärtung des Bindemittels auf die
Fasermatte übertragen wird. Wichtig dabei ist, daß die Heizflächen distanzgesteuert
werden und nicht etwa druckgesteuert, wie dies bei Durchführung üblicher Trockenverfahren
der Fall ist. Die sehr geringe Rohdichte der nach dem neuen Verfahren hergestellten
Faserplatten läßt keine kontrollierte Drucksteuerung der Heizflächen zu. Durch die
Distanzsteuerung der Heizflächen wird den hergestellten Faserplatten aber dennoch
ein Rohdichteprofil aufgeprägt, das eine Randüberhöhung der Rohdichte gegenüber der
mittleren Rohdichte der Faserplatten von mindestens 20 % aufweist. Die Randbereiche
der Faserplatten sind damit gegenüber ihrer mittleren Rohdichte verdichtet. In Verbindung
mit den glatt geschlossenen Heizflächen, die diese Verdichtung hervorrufen ergibt
sich so eine glatt geschlossene Oberfläche der hergestellten Faserplatten. Diese glatt
geschlossene Oberfläche ist für Faserplatten im Dichtebereich unter 400 kg/m
3 ein absolutes Novum. So sind hocheffektive Wärmedämmplatten für den Innenausbau herstellbar,
die direkt übertapeziert werden können. Die glatt geschlossene Oberfläche der neuen
Faserplatten macht sich auch bei anderen Anwendungen sehr vorteilhaft bemerkbar.
[0012] Bei dem neuen Verfahren ist nicht zu übersehen, daß die geringe Dichte, die auch
schon bei der Fasermatte vorliegt, einen Wärmeübertrag bis in die Mitte der Fasermatte
während der Wärmebehandlung nicht gerade erleichtert. Deshalb ist es bei dem neuen
Verfahren bevorzugt, die Fasermatte vor der Wärmebehandlung mit Wasser oder einer
wässrigen Lösung zu besprühen. Auf diese Weise kann durch an den Heizflächen verdampfendes
Wasser ein Dampfstoß in das Innere der Fasermatte gerichtet werden, der dort die Aushärtung
des Bindemittels fördert. Zudem weicht das Wasser die Fasern an der Oberfläche der
Fasermatte an, so daß durch die Einwirkung der glatten Heizflächen besonders gut glatte
Oberflächen bei den fertigen Faserplatten erzielt werden können.
[0013] Bis auf die Festlegung der flächenbezogenen Massenbelegung kann die Fasermatte durch
die auf Abstand gesteuerten Heizflächen auch kalibriert werden.
[0014] Der vorgegebene Abstand der Heizflächen, der der Dicke der hergestellten Faserplatten
entspricht, beträgt typischerweise 20 bis 300 mm. Es ist gerade im Bereich der größeren
Dicken in diesem Bereich erstaunlich, daß die Faserplatten dennoch nach einem Trockenverfahren
herstellbar sind.
[0015] Besonders bevorzugt ist es bei dem neuen Verfahren, wenn das Rohdichteprofil der
Faserplatten so eingestellt wird, daß sich eine Randüberhöhung der Rohdichte gegenüber
der mittleren Rohdichte der Faserplatten von mindestens 60 % ergibt. Eine stärkere
Randüberhöhung der Rohdichte ist Grundlage für die Ausbildung einer besonders festen
geschlossenen Oberfläche der fertigen Faserplatten, die beispielsweise auch eine beachtliche
Druckstabilität verglichen mit der mittleren Rohdichte der Faserplatten aufweisen
kann.
[0016] Wenn die mittlere Rohdichte der Faserplatten bei dem neuen Verfahren auf 150 bis
350 kg/m
3 eingestellt wird, kann als Bindemittel ein übliches Kunstharz der Holzwerkstoffindustrie
verwendet werden. Die üblichen Kunstharze der Holzwerkstoffindustrie umfassen dabei
Harnstoff-Formaldehyd-, Melamin-Harnstoff-Formaldehyd-, Melamin-Harnstoff-Phenol-Formaldehyd-,
Phenol-Harnstoff-Formaldehyd-, Phenol-Formaldehyd- und PMDI-Harze.
[0017] Wenn die mittlere Rohdichte der Faserplatten bei dem neuen Verfahren auf 60 bis 250
kg/m
3 eingestellt wird, kann als Bindemittel ein schaumbildendes Polyurethanbindemittel
verwendet werden. In dem darüberliegenden Bereich der Rohdichte macht sich der Vorteil
der Ausfüllung der Hohlräume in der Faserplatte zwischen den einzelnen Fasern durch
den Polyurethanschaum nicht mehr in wirtschaftlich verwertbarer Weise bemerkbar. Die
besonders leichten Faserplatten im Bereich unter 150 kg/m
3 sind aber ohne Verwendung eines schaumbildenden Bindemittels nicht in brauchbarer
Qualität herstellbar.
[0018] Als schaumbildendes Polyurethanbindemittel kann ein sogenanntes Einkomponentensystem
zur Anwendung kommen, welches beispielsweise von der Firma Bayer entwickelt wurde
und grundsätzlich verfügbar ist. Vorzugsweise wird aber ein leichter beherrschbares
Zweikomponentensystem eingesetzt, wobei das schaumbildende Polyurethanbindemittel
eine erste, NCO-Gruppen-aufweisende Bindemittelkomponente und eine zweite mindestens
ein Polyol aufweisende Bindemittelkomponente aufweist.
[0019] Dabei ist es in einer besonders bevorzugten Ausführungsform des neuen Verfahrens
vorgesehen, die Fasern vor dem Aufbringen des Bindemittels in mindestens zwei Partien
aufzuteilen und auf eine erste dieser Partien nur die erste, die NCO-Gruppen aufweisende
Bindemittelkomponente und auf eine zweite dieser Partien nur die zweite, das Polyol
aufweisende Bindemittelkomponente aufzubringen und die Partien der Fasern erst unmittelbar
vor dem Formen der Fasermatte miteinander zu vermischen. Bis zum Vermischen der Partien
der Fasern sind die beiden Bindemittelkomponenten so vollständig voneinander getrennt.
Auch während des Vermischens der Partien der Fasern ergibt sich noch kein nennenswerter
Kontakt der beiden Bindemittelkomponenten. Erst beim Formen der Fasermatte stellt
sich dieser Kontakt an den Kontaktstellen der Fasern ein. Dieser Kontakt reicht aber
immer noch nicht aus, um allein eine Polyurethanreaktion in nennenswertem Umfang auszulösen.
Erst über sehr lange Zeiträume hinweg bzw. durch die Wärmebehandlung wird der relevante
Hauptteil der Polyurethanreaktion ausgelöst, der dann zur gewünschten Bindung der
Fasern in den Faserplatten führt. Dabei ist es überraschend, daß die Polyurethanreaktion
letztlich trotz der mikroskopisch gesehen inhomogenen Verteilung der Bindemittelkomponenten
bei der Wärmebehandlung vollständig erfolgt. Das heißt es ist keine merkliche Reaktionseinbuße
dadurch festzustellen, daß beide Bindemittelkomponenten nicht auf allen Fasern vorliegen.
Da gleichzeitig die Reaktivität des Bindemittels voll auf die Polyurethanreaktion
innerhalb der Fasermatte konzentriert ist, kann das Bindemittel in relativ geringen
Anteilen bezogen auf die Fasern und die angestrebten Festigkeiten der Faserplatten
eingesetzt werden.
[0020] Bei dem neuen Verfahren kann die erste Partie grundsätzlich 10 bis 90 % und die zweite
Partie entsprechend 90 bis 10 % der gesamten Fasern enthalten. Es ist aber durchaus
sinnvoll, wenn die erste und die zweite Partie der Fasern ungefähr gleich groß sind,
d. h. beispielsweise jeweils 40 bis 60 % der gesamten Fasern enthalten.
[0021] Dem steht aber nicht im Wege, daß auch noch eine dritte Partie der Fasern vor dem
Vermischen einer anderen Behandlung unterworfen wird. Insbesondere kann eine dritte
Partie der Fasern ohne Bindemittelkomponente belassen werden, bis sie mit den anderen
Partien vermischt wird. Dieses Vorgehen ist insbesondere im Bereich sehr niedriger
Bindemittelanteile interessant.
[0022] Das neue Verfahren kann sowohl diskontinuierlich als auch kontinuierlich durchgeführt
werden, was bevorzugt ist. Bei kontinuierlicher Verfahrensführung sind die Heizflächen
typischerweise an rückwärtig beheizten metallenen Endlosbändern vorgesehen.
[0023] Wenn das neue Verfahren unter Verwendung eines PUR-Bindemittels mit zwei Bindemittelkomponenten
kontinuierlich durchgeführt wird, können die Partien der Fasern nach dem Aufbringen
der Bindemittelkomponenten und vor ihrem Mischen getrennt voneinander zwischengelagert
werden. Die Reaktivität der Bindemittelkomponenten nimmt bei getrennter Zwischenlagerung
der Partien der Fasern auch binnen längerer Zeiträume nicht ab.
[0024] Bei dem neuen Verfahren kann die Wärmebehandlung so vorgenommen werden, daß in der
Mitte des Formkörpers eine Temperatur von nur 50 bis 100 °C erreicht wird. Das bedeutet,
daß im Vergleich zu bekannten Verfahren sehr geringe Temperaturen in der Mitte des
Formkörpers ausreichend sind. Diese resultieren umgekehrt in einen hohen Wirkungsgrad
der bei der Wärmebehandlung eingesetzten Energie und kurze Zeiträume, die für die
Wärmebehandlung benötigt werden. Die geringe Temperatur ist bei dem neuen Verfahren
zumindest dann für das Aushärten des Bindemittelanteils in der Mitte des Formkörpers
ausreichend, wenn hochreaktive Polyurethanbindemittel verwendet werden, deren Reaktion
nicht chemisch behindert ist, um eine Vorreaktion zu unterdrücken.
[0025] Vorzugsweise sind die Fasern, die bei dem neuen Verfahren verarbeitet werden, Holzfasern
in Form von üblichem Defibratorfaserstoff.
[0026] Der Bindemittelanteil kann bei dem neuen Verfahren in weiten Grenzen gewählt werden,
die durch die notwendige Festigkeit der Faserplatten einerseits und die Wirtschaftlichkeit
des Verfahrens angesicht hoher Bindemittelkosten andererseits gesetzt sind. Die folgenden
Angaben beziehen sich auf die Verwendung eines PUR-Bindemittels.
[0027] In einer Ausführungsform des neuen Verfahrens wird die mittlere Rohdichte des Formkörpers
auf 60 bis 250 kg pro m
3 eingestellt, wobei der Bindemittelanteil des Formkörpers auf insgesamt 2,5 bis 5
Gewichts-% bezogen auf atro Holzfasern eingestellt wird.
[0028] Hierdurch ergeben sich Formkörper, die zum Teil als reine Wärmedämmkörper und zu
größeren Rohdichten hin auch als Wandelemente mit hoher Steifigkeit und hohem Dämmpotential
verwendbar sind.
[0029] In einer weiteren Ausführungsform des neuen Verfahrens wird die mittlere Rohdichte
des Formkörpers auf 250 bis 400 kg/m
3 eingestellt, wobei der Bindemittelanteil des Formkörpers auf insgesamt 7 bis 15 Gewichts-%
bezogen auf atro Holzfasern eingestellt wird. Hieraus ergeben sich beispielsweise
extrem feste aber trotzdem noch sehr leichte Faserplatten mit hohem Schalldämmungspotential.
Die Faserplatten sind aufgrund ihrer Festigkeit und die Feuchtebeständigkeit ihrer
Verklebung auch als Baumaterial verwendbar, wobei besonders ihr immer noch relativ
geringes Gewicht von Vorteil ist.
[0030] Das neue Verfahren kann auch so durchgeführt werden, daß beim Formen der Vorform
aus den Fasern ein Schichtaufbau mit unterschiedlichen Zusammensetzungen und/oder
Anteilen des Bindemittels in den einzelnen Schichten eingestellt wird. So können beispielsweise
die Bindemittelanteile in den Deckschichten einer Faserplatte größer sein als in der
Mittelschicht, um eine besonders hohe Stabilität der Deckschichten zu erreichen. Es
sind aber auch andere Schichtaufbauten zur Anpassung an bestimmte Anforderungsprofile
mit dem neuen Verfahren realisierbar. Dabei versteht es sich, daß Partien von Fasern,
die für unterschiedliche Schichten des Schichtaufbaus vorgesehen sind, vor dem Ausbilden
der Fasermatte nicht miteinander vermischt werden, sondern nur solche Fasern, die
für jeweils eine Schicht mit gleichmäßiger Zusammensetzung vorgesehen sind.
[0031] Bei dem neuen Verfahren in den Ausführungsformen mit dem PUR-Bindemittel aus zwei
Bindemittelkomponenten kann insbesondere durch Variation von Zusammensetzung und relativem
Anteil der das Polyol aufweisenden Bindemittelkomponente das bekannte breite Spektrum
der Eigenschaften von Polyurethanbindungen ausgenutzt werden. Dabei ist auch eine
Verwendung von als Beschleuniger oder Verzögerer wirkenden Zusätzen zu einer oder
beiden der Bindemittelkomponenten möglich. Ebenso können fungizide und/oder herbizide
Zusätze für den herzustellenden Formkörper verwendet werden.
[0032] Die Erfindung wird im folgenden anhand von Ausführungsbeispielen näher erläutert
und beschrieben. Dabei zeigt die
- Figur
- ein Flußdiagramm zum prinzipiellen Ablauf einer speziellen Ausführungsform des neuen
Verfahrens.
[0033] Bevor anhand der Figur auf spezielle Ausführungsformen des neuen Verfahrens eingegangen
werden soll, bei denen ein PUR-Bindemittel aus verschiedenen Bindemittelkomponenten
zum Einsatz kommt, sollen die grundsätzlichen Ausführungsformen des neuen Verfahrens
anhand verschiedener Dichtebereiche erläutert werden.
[0034] Im Dichtebereich von 60 bis 150 kg/m
3 ergeben sich mechanisch stabile Faserplatten unter Verwendung eines schaumbildenden
Bindemittels, d. h. eines Polyurethanbindemittels, welches mindestens zwei Bindemittelkomponenten
PMDI und Polyol aufweist oder bei dem es sich um ein Einkomponentensystem handelt.
Derartige Faserplatten können auch als durch Fasern stabilisierter Polyurethanschaum
angesehen werden. Der Bindemittelanteil atro Fasern beträgt mindestens 5 % ist damit
absolut gesehen aber immer noch relativ klein.
[0035] Ab einer mittleren Rohdichte von etwa 150 kg/m
3 sind weniger Hohlräume zwischen den Fasern vorhanden, so daß der Bindemittelanteil,
bei Verwendung eines schaumbildenden Polyurethanbindemittels unter 5 % atro Fasern
reduziert werden kann. Wenn die Stabilitäten nicht im Vordergrund stehen, können Bindemittelanteile
bis hinab in den Bereich oberhalb 1 % ausreichen. Dabei verstehen sich alle Prozentangaben
wie üblich als Gewichts-%-Angaben.
[0036] Ab mittleren Rohdichten um 150 bis 200 kg/m
3 können auch nichtschaumbildende Bindemittel, d. h. übliche Kunstharze der Holzwerkstoffindustrie,
Verwendung finden. Bei geringeren Rohdichten in diesem Bereich sollte aber der Bindemittelanteil
auch für geringere Festigkeiten oberhalb 5 % gewählt werden, und für höhere Festigkeiten
sind 7 bis 15 % Bindemittelanteil anzusetzen. Bevorzugt sind statt den relativ brüchig
aushärtendem Harnstoff-Formaldehyd-Harzen Mischsysteme mit Zugaben von Melamin und
Phenolen. Dabei müssen die üblichen Abwägungen zwischen dem Preis des Bindemittels,
möglicher Formaldehydabspaltung und möglichen schädlichen Restphenolen getroffen werden.
[0037] Auch im Bereich mittlerer Rohdichten bis 350 kg/m
3 und darüber kann ein schaumbildendes Bindemittel zur Anwendung kommen, wobei dann
auch mit relativ geringen Bindemittelanteilen hochfeste Faserplatten herstellbar sind.
[0038] Das in dem Flußdiagramm gemäß der Figur dargestellte Verfahren zur Herstellung Polyurethan-gebundener
Formkörper geht von Holz 1 aus, das in üblicher Weise zerkleinert und anschließend
in einem Defibrator 2 in einzelne Holzfasern 3 aufgeschlossen wird. Der Strom der
Holzfasern 3 wird anschließend in einer Aufteileinrichtung 4 in zwei Partien 5 und
6 aufgeteilt, wobei die Partien 5 und 6 gleich groß sind. Auf die Holzfasern 3 der
Partie 5 wird in einer Aufbringeinrichtung 7 eine NCO-Gruppen enthaltende Bindemittelkomponente
8, ein sogenanntes PMDI, aufgebracht. Die Formulierung des PMDI's 8 entspricht einer
solchen, wie sie in der Holzwerkstoffindustrie üblicherweise als alleiniges Bindemittel
verwendet wird. Auf die Holzfasern 3 der Partie 6 wird in einer Aufbringeinrichtung
9 eine mindestens ein Polyol aufweisende Bindemittelkomponente 10 aufgebracht. Hier
handelt es sich vorzugsweise um eine Mischung eines kurzkettigen mit einem langkettigen
Polyol. Beispielsweise ist eine Mischung aus einem Teil Diethylenglycol und einem
Teil Polyetheralkohol der Molmasse 1000 einsetzbar. Beide Aufbringeinrichtungen 7
und 9 arbeiten nach dem Prinzip, daß das PMDI 8 bzw. das Polyol 10 auf die Holzfasern
3 aufgesprüht wird. Anschließend werden die Partien 5 und 6 bei Bedarf in getrennten
Zwischenspeichern 11 und 12 zwischengelagert. Dabei kann es sich um übliche Holzfaserbunker
handeln. Eine Zwischenlagerung ist dabei grundsätzlich optional und muß nicht zwingend
erfolgen. Sie erlaubt es jedoch, die weiteren Verfahrensschritte von den bis hierher
beschriebenen Verfahrensschritten zu entkoppeln, um letztlich einen optimalen Wirkungsgrad
des Herstellverfahrens zu erreichen. In einer Mischeinrichtung 13 werden die Holzfasern
3 der Partien 5 und 6 miteinander vermischt. Bei geeigneter Zusammenführung der Stoffströme
der Partien 5 und 6 kann die erforderliche Durchmischung auch durch Walzen eines Streukopfs
einer Streueinrichtung 14 erfolgen. Aus den Holzfasern 3 beider Partien 5 und 6 wird
in der Streueinrichtung 14 eine Fasermatte 15 gestreut, die eine Vorform der hier
hergestellten Faserplatten 18 darstellt. Die Fasermatte 15 wird in einer Kalibriereinrichtung
16 kalibriert, bei der es sich um eine kaltvorverdichtende Vorpresse handelt. Anschließend
erfolgt in einer Heißpresse 17 eine Wärmebehandlung, aus der die gewünschte Faserplatte
18 resultiert. Dabei ist die Heißpresse 17 nicht so zu verstehen, daß die Fasermatte
15 unbedingt unter Aufbringung von Druck zusammengepreßt wird. Vielmehr sind die Platten
der Heißpresse 17 distanzgesteuert, um auch ohne bleibenden Gegendruck der Fasermatte
15 zu Faserplatten 18 mit definierter Dicke zu kommen. Das neue Verfahren kann sowohl
mit einer Bandpresse als Heißpresse 17 als auch mit einer diskontinuierlich arbeitenden
Heißpresse durchgeführt werden. Es kann vorteilhaft sein, anstelle von oder alternativ
zu heißen Kontaktflächen auch eine Heißlufterwärmung oder eine Hochfrequenzerwärmung
der kalibrierten Fasermatte 15 vorzusehen. Bei einer Erwärmung über heiße Kontaktflächen
ist es vorteilhaft, die Oberflächen der Fasermatte 15 mit Wasser zu besprühen, so
daß das an den heißen Kontaktflächen verdampfende Wasser Wärme auch in das Innere
der Fasermatte 15 überträgt. Dies ist besonders vorteilhaft, wenn die Fasermatte 15
sehr dick ist, d. h. mehr als 40 mm dick.
[0039] Im folgenden werden jetzt einzelne konkrete Ausführungsbeispiele für die Herstellung
von Faserplatten 18 nach dem in der Figur skizzierten Verfahren beschrieben. Das neue
Verfahren ist grundsätzlich aber auch zur Herstellung von Spanplatten und anderen
Platten aus anderen Lignocellulose-haltigen oder anderen zumindest OH-Gruppen aufweisenden
Partikeln anwendbar. Diese müssen nicht tatsächlich aus Holz gewonnen sein. Insbesondere
können auch andere pflanzliche Grundsubstanzen Verwendung finden. Darüberhinaus ist
es möglich, auch Substanzen nicht pflanzlichen Ursprungs zuzuschlagen, sofern sie
bei der Polyurethanbindung mit eingebunden werden können.
[0040] Den folgenden Beispielen ist gemeinsam, daß das verwendete PMDI, d. h. die NCO-Gruppen
aufweisende Bindemittelkomponente, eine Zusammensetzung aufwies, wie sie in der Holzwerkstoffindustrie
üblich ist. Die zweite, Polyol aufweisende Bindemittelkomponente war die ebenfalls
bereits oben angesprochene Mischung von einem Teil Diethylenglycol und einem Teil
Polyetheralkohol der Molmasse 1000. Als Mischeinrichtung 13 kam eine einfache Drehtrommel
zur Anwendung. Die Mischzeit der beiden Partien 5 und 6 betrug dabei 10 Sekunden.
Die Temperatur der Kontaktflächen der Heißpresse 17 wurde auf 170 °C eingestellt.
Alle %-Angaben sind in Gewichts-%.
Beispiel 1:
[0041] Das PMDI 8 wurde in einem Anteil von 2,5 % und das Polyol 10 in einem Anteil von
1 % bezogen auf atro Holzfasern 3 eingesetzt. Nach 240 sek. Verweildauer der Fasermatte
15 in der Heißpresse 17 wurde eine 100 mm dicke Faserplatte 18 entnommen. Die mittlere
Rohdichte dieser Faserplatte 18 betrug 80 kg/m
3. Trotz der sehr geringen Verdichtung der Holzfasern in dieser Faserplatte war die
Faserplatte für einen Dämmstoff vollkommen ausreichend formstabil und handhabbar.
Beispiel 2:
[0042] Die Bindemittelanteile entsprachen dem Beispiel 1. Nach 300 sek. Verweildauer der
Fasermatte 15 in der Heißpresse 17 wurde eine 50 mm dicke Faserplatte 18 entnommen.
Die mittlere Rohdichte betrug 170 kg/m
3. Die Biegefestigkeit der Faserplatte 18 lag bei 0,3 N/mm
2. Die Druckspannung bei 10 % Stauchung lag bei 0,18 N/m
2.
[0043] Die obigen Festigkeitswerte lassen eindeutig darauf schließen, daß die Reaktivität
beider Bindemittelkomponenten 8 und 10 für die Bindung der Holzfasern in der Faserplatte
18 voll ausnutzbar ist. Gleichzeitig ist festzustellen, daß trotz der Einbringung
der beiden Bindemittelkomponenten 8 und 10 über unterschiedliche Partien 5 und 6 der
Holzfasern 3 die Polyurethanreaktion bei der erhöhten Temperatur in der Heißpresse
17 offensichtlich nicht behindert wird, was als durchaus überraschend angesehen werden
muß.
BEZUGSZEICHENLISTE
[0044]
- 1 -
- Holz
- 2 -
- Defibrator
- 3 -
- Fasern
- 4 -
- Aufteileinrichtung
- 5 -
- Partie
- 6 -
- Partie
- 7 -
- Aufbringeinrichtung
- 8 -
- Bindemittelkomponente/PMDI
- 9 -
- Aufbringeinrichtung
- 10 -
- Bindemittelkomponente/Polyol
- 11 -
- Zwischenspeicher
- 12 -
- Zwischenspeicher
- 13 -
- Mischeinrichtung
- 14 -
- Streueinrichtung
- 15 -
- Fasermatte
- 16 -
- Kalibriereinrichtung
- 17 -
- Heißpresse
- 18 -
- Faserplatte
1. Verfahren zur Herstellung von leichten Faserplatten mit einer mittleren Rohdichte
von unter 400 kg/m3 auf der Basis von Lignocellulose-haltigen Fasern und Bindemittel, wobei das Bindemittel
auf die Fasern aufgebracht wird und wobei die Fasern danach zu einer Fasermatte geformt
werden, die kalibriert und einer Wärmebehandlung zum Aushärten des Bindemittels unterzogen
wird, dadurch gekennzeichnet, daß eine Faserfeuchte der Fasern (3) so eingestellt wird, daß sie beim Kalibrieren
der Fasermatte (15) und bei der Wärmebehandlung weniger als 20 % beträgt, und daß
die Fasermatte (15) bei der Wärmebehandlung zur Wärmeübertragung beidseitig mit glatt
geschlossenen Heizflächen kontaktiert wird, wobei die einander gegenüberliegenden
Heizflächen zur Einhaltung eines vorgegebenen Abstands voneinander distanzgesteuert
werden und wobei ein Rohdichteprofil der Faserplatten (18) so eingestellt wird, daß
sich eine Randüberhöhung der Rohdichte gegenüber der mittleren Rohdichte der Faserplatten
(18) von mindestens 20 % ergibt.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Fasermatte (15) vor der Wärmebehandlung mit Wasser oder einer wässrigen Lösung
besprüht wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß der vorgegebene Abstand der Heizflächen zwischen 20 und 300 mm beträgt.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß das Rohdichteprofil der Faserplatten (18) so eingestellt wird, daß sich eine
Randüberhöhung der Rohdichte gegenüber der mittleren Rohdichte der Faserplatten von
mindestens 60 % ergibt.
5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß die mittlere Rohdichte der Faserplatten (18) auf 150 bis 350 kg/m3 eingestellt wird, wobei als Bindemittel (8, 10) ein übliches Kunstharz der Holzwerkstoffindustrie
aus der Gruppe verwendet wird, die UF-, MUF-, MUPF-, PUF-, PF- und PMDI-Harze umfaßt.
6. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß die mittlere Rohdichte der Faserplatten (18) auf 60 bis 250 kg/m3 eingestellt
wird, wobei als Bindemittel (8, 10) ein schaumbildendes PUR-Bindemittel verwendet
wird.
7. Verfahren nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß das schaumbildende PUR-Bindemittel eine erste, NCO-Gruppen aufweisende Bindemittelkomponente
(8) und eine zweite mindestens ein Polyol aufweisende Bindemittelkomponente (9) aufweist.
8. Verfahren nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß die Fasern vor dem Aufbringen des Bindemittels (8,9) in mindestens zwei Partien
(5,6) aufgeteilt werden, daß auf eine erste (5) dieser Partien nur die erste, die
NCO-Gruppen aufweisende Bindemittelkomponente (8) und auf eine zweite (6) dieser Partien
nur die zweite, das Polyol aufweisende Bindemittelkomponente (9) aufgebracht wird
und daß die Partien (5, 6) der Fasern (3) vor dem Formen der Fasermatte (15) miteinander
vermischt werden.
9. Verfahren nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, daß die erste Partie (5) 10 bis 90 % und die zweite Partie (6) 90 bis 10 % der gesamten
Fasern (3) enthält.
10. Verfahren nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, daß die erste Partie (5) 40 bis 60 % und die zweite Partie (6) 60 bis 40 % der gesamten
Fasern (3) enthält.
11. Verfahren nach einem der Ansprüche 8 bis 10, dadurch gekennzeichnet, daß auf eine dritte Partie der Fasern (3) keine Bindemittelkomponente vor dem Vermischen
aufgebracht wird.
12. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 11, dadurch gekennzeichnet, daß das Verfahren kontinuierlich durchgeführt wird.
13. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 12, dadurch gekennzeichnet, daß die Wärmebehandlung bis zum Erreichen einer Temperatur von 50 bis 100 °C in der
Mitte der Fasermatte (15) vorgenommen wird.
14. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 13, dadurch gekennzeichnet, daß beim Formen der Fasermatte (15) aus den Fasern (3) ein Schichtaufbau mit unterschiedlichen
Zusammensetzungen und/oder Anteilen des Bindemittels in den einzelnen Schichten eingestellt
wird.
15. Leichte Faserplatte mit einer mittleren Rohdichte von unter 400 kg/m3 auf der Basis von Lignocellulose-haltigen Fasern und Bindemittel, dadurch gekennzeichnet, daß die Faserplatte (18) beidseitig glatt geschlossene Oberflächen und eine Randüberhöhung
der Rohdichte gegenüber ihrer mittleren Rohdichte von mindestens 20 % aufweist.
16. Faserplatte nach Anspruch 15, dadurch gekennzeichnet, daß die Faserplatte (18) eine Dicke zwischen 20 und 300 mm aufweist.
17. Faserplatte nach Anspruch 15 oder 16, dadurch gekennzeichnet, daß die Randüberhöhung der Rohdichte gegenüber ihrer mittleren Rohdichte mindestens
60 % beträgt.
18. Faserplatte nach einem der Ansprüche 15 bis 17, dadurch gekennzeichnet, daß die mittlere Rohdichte der Faserplatte (18) 150 bis 350 kg/m3 beträgt, wobei als Bindemittel ein übliches Kunstharz der Holzwerkstoffindustrie
aus der Gruppe ist, die UF-, MUF-, MUPF-, PUF-, PF- und PMDI-Harze umfaßt.
19. Faserplatte nach einem der Ansprüche 15 bis 17, dadurch ge kennzeichnet, daß die mittlere Rohdichte der Faserplatten (18) 60 bis 250 kg/m3 beträgt, wobei das Bindemittel eine schaumbildendes PUR-Bindemittel ist.
20. Faserplatte nach einem der Ansprüche 15 bis 19, dadurch gekennzeichnet, daß die Faserplatte (18) einen Schichtaufbau mit unterschiedlichen Zusammensetzungen
und/oder Anteilen des Bindemittels in den einzelnen Schichten aufweist.