[0001] Die Erfindung betrifft eine flächige Bedruckstoffe verarbeitende Maschine, insbesondere
eine Bogen verarbeitende Druckmaschine, mit betriebsmäßig umlaufenden Ketten und diese
führenden Schienen.
[0002] Ketten sind als Getriebemittel oder als Transport- und Fördermittel vielfach im Einsatz.
Bei flächige Bedruckstoffe verarbeitenden Maschinen, insbesondere Bogen verarbeitenden
Druckmaschinen, dienen sie unter anderem zum Transport bedruckter Bogen, die z.B.
einem Druckwerk entnommen und einem Auslegestapel zugeführt werden. Hierzu sind in
einem Kettenausleger zwei parallele endlose Ketten vorgesehen, die über je ein antriebs-
und ein Umlenkkettenrad laufen, wobei die beiden Antriebs- und die beiden Umlenkkettenräder
jeweils eine gemeinsame Drehachse aufweisen. Einander gegenüberliegende spezielle
Kettenglieder der beiden Ketten tragen Greifersysteme mit Greifern, welche letzteren
selbsttätig schließen und über Schaltmittel geöffnet werden. Die Ketten sind insbesondere
zwischen den Kettenrädern mittels am Gestell der Druckmaschine angebrachter Schienen
geführt.
[0003] Solchermaßen ausgebildete Kettentriebe führen zu einer erheblichen Geräuschentwicklung,
wenn die Ketten mit hoher Geschwindigkeit umlaufen und die von ihnen getragenen Greifersysteme
unter dem Einfluss von Geschwindigkeitsänderungen oder Richtungswechseln und von Fliehkräften
im Bereich der Kettenräder wechselnde Kontakte der Ketten mit den Schienen verursachen,
welche letztere dadurch in Schwingung versetzt werden, die zu einer Schallabstrahlung
mit unangenehmen Frequenzen und erheblicher Lautstärke führt.
[0004] Zur Verminderung der Kettenlaufgeräusche bei Kettentrieben wurden bereits zahlreiche
Lösungsvorschläge bekannt. Gemäß der DE 39 39 250 A1 werden die Kettenlaufgeräusche
durch einen großen Krümmungsradius der Schienen verringert. Dies ist einerseits wenig
effektiv, andererseits platzraubend und es ist die Integration solcher Kettentriebe
in eine Druckmaschine nur bedingt möglich.
[0005] Die DE 195 13 420 A1 beschreibt einen Kettentrieb, bei dem eine als Rollenkette ausgebildete
Kette zwischen herkömmlichen Kettengliedern eingefügte Kettenglieder aufweist, welche
jeweils zwei herkömmliche Kettenglieder ersetzen. Diese speziellen Kettenglieder sind
jeweils mit einer Stützrolle ausgestattet, die an einer von zwei einander gegenüberliegenden
Führungsbahnen abrollbar ist während an demselben Kettenglied vorgesehene Kettenrollen
an der anderen der beiden Führungsbahnen abrollen. Auf diese Weise werden zwar durch
den dynamischen Betrieb, z.B. durch Fliehkräfte in gekrümmten Abschnitten der Führungsbahnen,
bedingte Verlagerungen der speziellen Kettenglieder zwischen den beiden Führungsbahnen
vermieden, doch bleiben die durch die herkömmlichen ersten Kettenglieder verursachten
Geräuschanregungen weitgehend unbeeinflußt.
[0006] Der DE 34 23 272 A1 ist eine Druckmaschine mit einem zwischen Wandungen schalldicht
eingeschlossenen Kettentrieb entnehmbar. Eine solche Verkleidung des Kettentriebs
ist jedoch einerseits aufwendig und teuer, andererseits erfordert sie zusätzliche
Belüftungseinrichtungen zum Abführen von Wärme und Feuchtigkeit.
[0007] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, einfache und kostengünstige Maßnahmen zur
Verminderung von Kettenlaufgeräuschen einer flächige Bedruckstoffe verarbeitenden
Maschine vorzuschlagen.
[0008] Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe bei der eingangs genannten Maschine gelöst mit
einem wenigstens abschnittweise entlang der Schienen angeordneten Dämpfungsbeleg,
der zwischen zwei Klemmflächen eingespannt ist, von welchen wenigstens eine erste
an den Schienen ausgebildet ist.
[0009] Durch die erfindungsgemäße Anordnung des Dämpfungsbelages ist eine wirksame Aufnahme
der durch die Ketten induzierten Schwingungen der Schienen und folglich eine wirksame
Verminderung der Kettenlaufgeräusche gewährleistet. Die Anordnung des Dämpfungsbelages
unter Flächenpressung stellt sicher, dass dieser bei Schwingungen der Schienen nicht
nur auf Druck und Biegung, sondern insbesondere auch auf Schub beansprucht wird, was
in einem hohen Schwingungsabsorptionsvermögen resultiert. Die erfindungsgemäße Anordnung
des Dämpfungsbelages ist auch deshalb besonders effektiv, weil Schwingungen unmittelbar
am Ort ihrer Entstehung bedämpft werden.
[0010] Der Dämpfungsbelag besteht vorzugsweise aus einem weichelastischen oder viskoelastischen
Material. Je nach Resonanzfrequenz der Schienen wird der Dämpfungsbelag mit einem
Elastizitätsmodul vorzugsweise zwischen 1 N/mm
2 und 1000 N/mm
2 und einem Schubmodul bevorzugt zwischen 0,4 N/mm
2 und 100 N/mm
2 ausgeführt. Derart kann durch geeignete Wahl des Materials des Dämpfungsbelages hinsichtlich
seines E- und G-Moduls das maximale Schwingungsabsorptionsvermögen des Dämpfungsbelages
an die Resonanzfrequenz der Schienen angepasst und folglich eine deutliche Verminderung
der Kettenlaufgeräusche erzielt werden.
[0011] Der Dämpfungsbelag kann beispielsweise aus einem elastomeren Kunststoff oder einem
wenigstens einen elastomeren Kunststoff enthaltenden Polymer-Blend bestehen.
[0012] Vorteilhafte Ausgestaltungen des Erfindungsgegenstandes sind den beigefügten Zeichnungen
und der darauf Bezug nehmenden nachfolgenden näheren Erläuterung entnehmbar.
[0013] In den Zeichnungen zeigt:
- Fig. 1
- eine schematische Gesamtansicht einer Ausführungsform einer Bogen verarbeitenden Maschine
in Form einer Offset-Druckmaschine mit einen Kettentrieb bildenden betriebsmäßig umlaufenden
Ketten und diese führenden Schienen;
- Fig. 2
- einen Teilschnitt entlang der Linie A-A der Fig. 1 in teilweise gedrehter Darstellung;
- Fig. 3
- einen Teilschnitt entlang der Linie A-A der Fig. 1 bei einer anderen Ausführungsform
des Kettentriebs,
- Fig. 4
- einen Teilschnitt entlang der Linie A-A der Fig. 1 bei einer Ausführungsvariante zu
Fig. 3;
- Fig. 5
- einen Teilschnitt entlang der Linie A-A der Fig. 1 bei einer weiteren Ausführungsform
eines Kettentriebs und
- Fig. 6
- einen Teilschnitt entlang der Linie A-A einer Ausführungsvariante zu Fig. 5.
[0014] Fig. 1 ist eine schematische Gesamtansicht einer Bogen verarbeitenden Maschine 1
entnehmbar. Diese weist einen Druckwerksabschnitt 2, eine Papierzuführeinrichtung
3 in Form eines Anlegers, einen Ausleger 4 mit einem Kettentrieb 4.1 und eine unterhalb
des Endbereichs des Kettentriebs 4.1 vorgesehenen Stapelstation 5 auf.
[0015] Die Papierzuführeinrichtung 3 weist eine einen aus Bogen 7 gebildeten Stapel 3.1
tragende Plattform 3.2 auf. Zum schrittweisen Anheben derselben entsprechend dem Abzug
von Bogen 7 vom Stapel 3.1 ist ein mit Hubketten 3.3 arbeitendes Hubwerk vorgesehen.
Oberhalb des Stapels 3.1 ist eine Vereinzelungseinheit 3.4 mit Hub- und Schleppsaugern
zum Ergreifen des jeweils obersten Bogens 7 des Stapels 3.1 und zum Übergeben eines
solchen Bogens 7 an eine einen Saugbandförderer umfassende Transport- und Ausrichteinheit
3.5 vorgesehen, welche die Bogen 7 an ihrer voreilenden sowie einer seitlichen Kante
derselben zur Weitergabe ausrichtet.
[0016] Der Druckwerksabschnitt 2, weist im dargestellten Ausführungsbeispiel zwei nach dem
Offsetverfahren arbeitende Druckwerke 2a, 2' auf und ist folglich zum Drucken von
zwei Farben ausgelegt. Zum Drucken weiterer Farben ist für jeweils eine Farbe ein
weiteres Druckwerk vorzusehen.
[0017] Das Druckwerk 2a weist einen Druckzylinder 2.1 sowie einen mit diesem zusammenarbeitenden
Gummituchzylinder 2.2 und eine den in dem jeweiligen Druckwerk zu bedruckenden Bogen
an den Druckzylinder 2.1 übergebende Anlegetrommel 2.3 auf. Das Druckwerk 2' ist mit
entsprechenden Einrichtungen ausgestattet.
[0018] Zwischen der Transport- und Ausrichteinheit 3.5 und der Anlegetrommel 2.3 ist ein
Vorgreifer 2.4 angeordnet, der einen von der Transport- und Ausrichteinheit 3.5 angelieferten
und ausgerichteten Bogen 7 übernimmt und ihn an die Anlegetrommel 2.3 übergibt, welche
ihn dann an den Druckzylinder 2.1 des ersten Druckwerks 2a übergibt.
[0019] Zwischen den Druckwerken 2a, 2' ist eine Bogentransfereinrichtung 2.5 vorgesehen.
Falls zwei durch eine solche Bogentransfereinrichtung verbundene Druckwerke die gleiche
Seite eines Bogens -mit unterschiedlichen Farben- bedrucken, so werden die Bogen von
ihr ungewendet übergeben; insofern zwei durch eine solche Bogentransfereinrichtung
verbundene Druckwerke jeweils eine andere Seite eines Bogens bedrucken, so ist die
entsprechende Bogentransfereinrichtung derart ausgebildet, dass die Bogen gewendet
an das nachfolgende Druckwerk übergeben werden.
[0020] Zum Betrieb ist ein Antrieb 2.6 mit einem von einem Motor angetriebenen Riementrieb
und einem Antriebszahnrad 2.7 vorgesehen, welches mit einem Zahnrad der Bogentransfereinrichtung
2.5 in Eingriff steht. Bei der vorliegenden Ausgestaltung stehen auch der Kettentrieb
4.1 sowie die Papierzuführeinrichtung 3 mit dem Antrieb 2.6 in Wirkverbindung, um
bei einem Stillsetzen der Druckwerke 2a, 2' ein Stillsetzen der übrigen, an der Beschickung
der Druckmaschine mit Bogen bzw. an deren Ausgabe beteiligten Komponenten zu bewirken.
[0021] Die bedruckten Bogen 7 werden an den hier mit dem Antrieb 2.6 in Wirkverbindung stehenden
Kettentrieb 4.1 des Auslegers 4 übergeben. Hierzu sind in einen Zahnräderzug der Druckmaschine
eingebundene Antriebskettenräder 4.2 vorgesehen.
[0022] Der Kettentrieb 4.1 umfaßt zwei endlose Ketten 4.5. Die Ketten 4.5 laufen jeweils
entlang einer zu einem Gestell der Druckmaschine gehörigen Seitenwand des Auslegers
4 und sind von einer mittels Schienen 6 gebildeten Kettenführung geführt, die weiter
unten im einzelnen beschrieben ist. Eine jeweilige der Ketten 4.5 umschlingt eines
von zwei während des Betriebs synchron drehenden Antriebskettenrädern 4.2, deren Drehachsen
fluchten, und ist im vorliegenden Ausführungsbeispiel über ein gegenüber den Antriebskettenrädern
4.2 stromabwärts bezüglich der Verarbeitungsrichtung angeordnetes Umlenkkettenrad
4.4 geführt. Im vorliegenden Beispiel sitzen die Antriebskettenräder 4.2 auf einer
gemeinsamen Kettenradwelle 4.3. Zwischen den beiden Ketten 4.5 erstrecken sich von
diesen getragene Greifersysteme 4.15 mit Greifern 4.16, welche Lücken zwischen am
Druckzylinder 2.1 angeordneten Greifern durchfahren und dabei einen Bogen 7 unter
Erfassen eines Greiferrandes am voreilenden Ende des Bogens 7 unmittelbar vor dem
Öffnen der am Duckzylinder 2.1 angeordneten Greifer von diesen übernehmen. Im vorliegenden
Beispiel werden die Bogen 7 von dem in Fig. 1 unteren Kettentrum transportiert. Dem
von diesem durchlaufenen Abschnitt der Kettenbahn folgt eine dieser zugewandte, an
einer Bogenleiteinheit 4.6 ausgebildete Bogenleitfläche 4.7. Zwischen letztgenannter
und dem jeweils darüber geführten Bogen 7 ist bevorzugt ein Tragluftpolster ausgebildet.
Hierzu ist die Bogenleiteinheit 4.6 mit in die Bogenleitfläche 4.7 mündenden Blasluftdüsen
4.8 ausgestattet, für welche in Fig. 1 lediglich eine repräsentativ für deren Gesamtheit
und in symbolischer Darstellung wiedergegeben ist.
[0023] Um ein gegenseitiges Verkleben der bedruckten Bogen 7 nach Ablage in einem Stapel
zu verhindern, sind auf dem Weg der Bogen 7 von den Antriebskettenrädern 4.2 zu einer
Bogenbremse 4.9 ein Trockner 4.10 und eine Bestäubungseinrichtung 4.11 vorgesehen.
Zur Vermeidung einer übermäßigen Erwärmung der Bogenleitfläche 4.7 ist in die Bogenleiteinheit
4.6 ein Kühlmittelkreislauf integriert, der in Fig. 1 symbolisch durch einen Einlass-Stutzen
4.12 und einen Auslass-Stutzen 4.13 an einer an der Bogenleitfläche 4.7 angeordneten
Kühlmittelwanne 4.14 angedeutet ist. Die Bogenbremse 4.9 umfasst eine Mehrzahl von
Bremsmodulen, die jeweils bevorzugt mittels eines Saugbandförderers gebildet sind.
[0024] Von dem Kettentrieb 4.1 werden die Bogen 7 an die Stapelstation 5 übergeben, so dass
sich in dieser ein Stapel 5.1 von Bogen 7 bildet. Die Stapelstation 5 weist in ihrem
oberen Aufnahmebereich für die Bogen 7 einen Vorderkantenanschlag 5.2 und einen gegenüberliegenden
Hinterkantenanschlag 5.3 auf, durch welche die Bogen 7 ausgerichtet werden. Weiterhin
weist die Stapelstation 5 ein Hubwerk auf, von dem in Fig. 1 lediglich eine den Stapel
5.1 tragende Plattform 5.4 und diese tragende, strichpunktiert angedeutete Hubketten
5.5 wiedergegeben sind.
[0025] In Fig. 2 ist lediglich ein Teil einer der synchron geführten endlosen Ketten 4.5
und eines der von diesen getragenen Greifersysteme 4.15 dargestellt, welches hier
in gedrehter und abgebrochener Darstellung wiedergegeben ist. Die Kette 4.5 ist mittels
einer Schiene 6 geführt, die bei einer hier gezeigten Ausgestaltung unter Ausbildung
von Trennflächen 6.1' und 6.2' längsgeteilt ausgebildet ist und ein äußeres Führungsglied
6.1 und ein inneres Führungsglied 6.2 umfasst. Die Umlaufbahn der Kette 4.5 ist nach
außen von dem äußeren 6.1 und nach innen von dem inneren Führungsglied 6.2 begrenzt,
wobei die Führungsglieder 6.1 , 6.2 insgesamt ein im wesentlichen C-förmiges Führungsprofil
6.3 für die Kette 4.5 bilden.
[0026] Während das äußere Führungsglied 6.1 auf herkömmliche Weise an erhabenen, unter Einhaltung
der erforderlichen Toleranzen bearbeiteten Anlageflächen 4.18 einer einem Gestell
der Maschine zugehörigen Seitenwand 4.17 des Auslegers 4 (Fig. 1) verschraubt ist,
ist das innere Führungsglied 6.2 unter Zwischenschaltung eines Dämpfungsbelages 6.5
aus einem nachgiebigen, insbesondere weich- und/oder viskoseelastischen Material,
z.B. Acrylkautschuk, an dem äußeren Führungsglied 6.1 verschraubt. Der Dämpfungsbelag
6.5 ist unter Pressung desselben zwischen den Führungsgliedern 6.1, 6.2 angeordnet,
wobei die Pressung durch Anziehen der Schrauben 6.4 gegen Anschläge (nicht gezeigt)
aufgebaut wird. Die Trennflächen 6.1' und 6.2' stellen somit an der Schiene 6 ausgebildete
Klemmflächen dar, zwischen denen der Dämpfungsbelag 6.5 eingespannt ist.
[0027] Bei einer entlang der Schiene 6 einstückigen Ausbildung des Dämpfungsbelages 6.5
durchsetzten die Schrauben 6.4 den Dämpfungsbelag 6.5. Bei mehrstückiger Ausbildung
des Dämpfungsbelages 6.5 sind entlang der Schiene 6 zwischen den Schrauben 6.4 angeordnete
Abschnitte des Dämpfungsbelages 6.5 vorgesehen. Die Justierung des inneren Führungsglieds
6.1 bezüglich des äußeren Führungsglieds 6.2 erfolgt ebenfalls mittels der Schrauben
6.4, die nach erfolgter Justierung gegen Lösen gesichert sind (nicht dargestellt).
[0028] Ein Kettentrieb 4.1 mit einer solchermaßen bedämpften Schiene 6 bewirkt eine Geräuschminderung
des Auslegers 4 (Fig. 1) um 6 bis 10 dB(A).
[0029] Fig. 3 zeigt einen Teilschnitt entlang der Linie A-A in Fig. 1 bei einer anderen
bevorzugten Ausführungsform eines Kettentriebs 4.1 mit einer hier beispielhaft einteiligen
Schiene 6, die ein im wesentlichen C-förmiges Führungsprofil 6.3 zur Führung der Kette
4.5 aufweist. Von dem Greifersystem 4.15 ist hier nur ein Befestigungswinkel desselben
zur Anlenkung an eine der Ketten 4.5 wiedergegeben. Die Schiene 6 ist unter Zwischenschaltung
eines Dämpfungsbelages 6.5 aus einem nachgiebigen, insbesondere weich-und/oder viskoseelastischen
Material, z.B. Acrylkautschuk, an einer Anlagefläche 4.18 einer einem Gestell der
Maschine zugehörigen Seitenwand mittels Schrauben 6.6 befestigt. Der Dämpfungsbelag
6.5 ist unter Pressung desselben zwischen der Schiene 6 und der Seitenwand 4.17 angeordnet,
wobei die Pressung mittels der Schrauben 6.6 einstellbar ist und die Justierung der
Schiene 6 bezüglich der Seitenwand 4.17 ebenfalls mittels der Schrauben 6.6 erfolgt,
die im justierten Zustand zweckmäßigerweise gegen Lösen gesichert sind. Der Dämpfungsbelag
6.5 ist entweder abschnittweise in Laufrichtung der Förderkette 6.5 zwischen den Schrauben
6.6 angeordnet oder einstückig ausgebildet und von den Schrauben 6.6 durchsetzt, und
jeweils zwischen zwei Klemmflächen eingespannt, von welchem eine erste an der Schiene
6 ausgebildet ist, während eine zweite derselben von der Anlagefläche 4.18 dargestellt
ist.
[0030] Die in Fig. 4 dargestellte Ausführungsvariante eines Kettentriebs 4.1 unterscheidet
sich von der Ausführungsform gemäß Fig. 3 dadurch, dass die Schiene 6 über Justieransätze
6.10 an derselben unmittelbar an der Anlagefläche 4.18 der Seitenwand 4.17 verschraubt
ist, wobei die Schiene 6 bei Anlage der Justieransätze 6.10 an der Anlagefläche 4.18
automatisch justiert ist. Der zwischen der Schiene 6 und der Seitenwand 4.17 eingespannte
Dämpfungsbelag 6.5 ist bei der beispielhaft dargestellten Ausgestaltung einstückig
ausgebildet und mit Durchbrüchen versehen, die von den Ansätzen 6.10 durchgriffen
werden. Die Dicke D des Dämpfungsbelages 6.5 im ungespannten Zustand (gestrichelt
angedeutet) übertrifft zumindest geringfügig die Dicke d des Ansatzes 6.10, so dass
der Dämpfungsbelag 6.5 im montierten Zustand unter Pressung steht und den Kettentrieb
4.1 wirksam bedämpft. Der Dämpfungsbelag 6.5 ist somit wiederum zwischen zwei Klemmflächen
eingespannt, von welchen eine erste an der Schiene 6 ausgebildet ist und eine zweite
von der Anschlagfläche 4.18 dargestellt ist.
[0031] Die Figuren 3 und 4 stellen somit Ausgestaltungen dar, bei denen jeweils eine erste
der beiden den Dämpfungsbelag 6.5 einspannenden Klemmflächen an der Schiene 6 und
eine zweite derselben an der einem Gestell der Maschine zugehörigen Seitenwand 4.17
ausgebildet ist.
[0032] In Fig. 5 ist eine ein im wesentlichen C-förmiges Führungsprofil 6.3 für die Kette
4.5 aufweisende Schiene 6 dargestellt, die an erhabenen Befestigungsansätzen 6.9 der
Seitenwand 4.17 mittels Schrauben 6.7 unmittelbar befestigt ist. Hierzu vorgesehene
Anlageflächen 4.18 der Befestigungsansätze 4.9 sind insbesondere unter Einhaltung
der erforderlichen Toleranzen bearbeitet, so dass die Schiene 6 bei Anlage an den
Befestigungsansätzen 6.9 automatisch justiert ist. Zur Bedämpfung einer jeweiligen
Schiene 6 sind im dargestellten Beispiel auf deren den Greifersystemen 4.15 abgekehrten
Seite Dämpfungsbeläge 6.5 aufgebracht, die an ihren den Schienen 6 abgewandten Seiten
mittels Klemmplatten 6.8 aus einem dehnsteifen Material, z.B. Metall oder auch Kunststoff,
unter Pressung der Dämpfungsbeläge 6.5 an den Schienen 6 befestigt sind. In der gezeigten
Ausführung erstrecken sich Abschnitte des Dämpfungsbelages 6.5 und der Klemmplatten
6.8 zwischen den Ansätzen 6.9 und sind unter Pressung des Dämpfungsbelages 6.5 mittels
Schrauben 6.11 an den Schienen 6 befestigt, wobei die Pressung des Dämpfungsbelages
6.5 mittels der Schrauben 6.11 einstellbar ist.
[0033] Wie aus Fig. 6 ersichtlich, können sich der Dämpfungsbelag 6.5 und die Klemmplatten
6.8 auch über die Befestigungsansätze 6.9 hinweg erstrecken. In diesem Falle sind
entsprechende Ausnehmungen vorgesehen, die von den Befestigungsansätzen 6.9 durchgriffen
werden.
Bezugszeichenliste
[0034]
- 1
- Bogen verarbeitende Maschine
- 2
- Druckwerksabschnitt
- 2a, 2'
- Druckwerke
- 2.1
- Druckzylinder
- 2.2
- Gummituchzylinder
- 2.3
- Anlegetrommel
- 2.4
- Vorgreifer
- 2.5
- Bogentransfereinrichtung
- 2.6
- Antrieb
- 2.7
- Abtriebszahnrad
- 3
- Papierzuführeinrichtung
- 3.1
- Stapel
- 3.2
- Stapelunterlage
- 3.3
- Hubkette
- 3.4
- Vereinzelungseinheit
- 3.5
- Transport- und Ausrichteinheit
- 4
- Ausleger
- 4.1
- Kettentrieb
- 4.2
- Antriebskettenrad
- 4.3
- Kettenradwelle
- 4.4
- Umlenkkettenrad
- 4.5
- Kette
- 4.6
- Bogenleiteinheit
- 4.7
- Bogenleitfläche
- 4.8
- Blasluftdüse
- 4.9
- Bogenbremse
- 4.10
- Trockner
- 4.11
- Bestäubungseinrichtung
- 4.12
- Einlass-Stutzen
- 4.13
- Auslass-Stutzen
- 4.14
- Kühlmittelwanne
- 4.15
- Greifersystem
- 4.16
- Greifer
- 4.17
- Seitenwand des Auslegers
- 4.18
- Anlagefläche
- 5
- Stapelstation
- 5.1
- Stapel
- 5.2
- Vorderkantenanschlag
- 5.3
- Hinterkantenanschlag
- 5.4
- Plattform
- 5.5
- Hubkette
- 6
- Schiene
- 6.1
- äußeres Führungsglied
- 6.1'
- Trennfläche
- 6.2
- inneres Führungsglied
- 6.2'
- Trennfläche
- 6.3
- Führungsprofil
- 6.4
- Schraube
- 6.5
- Dämpfungsbelag
- 6.6
- Schraube
- 6.7
- Schraube
- 6.8
- Klemmplatte
- 6.9
- Befestigungsansatz
- 6.10
- Justieransatz
- 6.11
- Schraube
- 7
- Bogen
- D
- Dicke des Dämpfungsbelages 6.5
- d
- Dicke des Justieransatzes 6.10
1. Flächige Bedruckstoffe verarbeitende Maschine, insbesondere eine Bogen verarbeitende
Druckmaschine, mit betriebsmäßig umlaufenden Ketten und diese führenden Schienen,
gekennzeichnet durch
einen wenigstens abschnittweise entlang der Schienen (6) angeordneten Dämpfungsbelag
(6.5), der zwischen zwei Klemmflächen eingespannt ist, von welchen wenigstens eine
erste an den Schienen (6) ausgebildet ist.
2. Maschine nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
das eine zweite der beiden Klemmflächen an einem die Schienen (6) tragenden Gestell
(Seitenwand 4.17) ausgebildet ist.
3. Maschine nach Anspruch 1,
gekennzeichnet durch
wenigstens abschnittweise entlang der Schienen (6) angeordnete und mit diesen unter
Zwischenlage des Dämpfungsbelages (6.5) unter Pressung desselben verbundene Klemmplatten
(6.8).
4. Maschine nach Anspruch 1
dadurch gekennzeichnet,
dass die Schienen (6) in deren Längsrichtung verlaufende Trennflächen (6.1', 6.2')
aufweisen und die Trennflächen (6.1' und 6.2') die Klemmflächen bilden.
5. Maschine nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Dämpfungsbelag (6.5) aus einem weichelastischen Material besteht.
6. Maschine nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Dämpfungsbelag (6.5) aus einem viskoelastischen Material besteht.
7. Maschine nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Dämpfungsbelag (6.5) aus einem elastomeren Kunststoff oder einem wenigstens
einen elastomeren Kunststoff enthaltenden Polymer-Blend besteht.
8. Maschine nach einem der Ansprüche 1 bis 7,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Material des Dämpfungsbelages (6.5) je nach Resonanzfrequenz der Schiene
(6) einen Elastizitätsmodul zwischen etwa 1 N/mm2 und 1000 N/mm2 aufweist.
9. Maschine nach einem der Ansprüche 1 bis 7,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Material des Dämpfungsbelages (6.5) je nach Resonanzfrequenz der Schiene
(6) einen Schubmodul zwischen etwa 0,4 N/mm2 und 100 N/mm2 aufweist.