[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Vorrichtung zum Verbinden von mit einem
Haftmittel versehenen flächigen Ergänzungsprodukten mit Druckereierzeugnissen gemäss
dem Oberbegriff von Anspruch 1 bzw. 7.
[0002] Ein Verfahren und eine Vorrichtung dieser Art sind aus der Patentschrift EP 0 675
062 B1 bekannt. Darin ist eine Transportvorrichtung beschrieben, durch die Ergänzungsprodukte,
wie Etiketten, Warenmuster oder post-it"®-Produkte mit Druckereierzeugnissen verbunden
werden können, die in einer Verarbeitungseinrichtung gelagert sind.
[0003] Die Ergänzungsprodukte, die gestapelt vorliegen, werden dazu von der Transportvorrichtung
mittels an Tragarmen und Lenkorganen steuerbar befestigten Transportklammern einzelweise
erfasst, transportiert und an Druckereierzeugnisse abgegeben, die in der Verarbeitungseinrichtung
auf umlaufend angetriebenen, stabilen Wandelementen rittlings gesammelt oder in umlaufend
angetriebenen, stabilen Aufnahmeteilen eingesteckt sind. Bei der Übergabe werden die
Ergänzungsprodukte mittels den Transportklammern gegen die von den Wandelementen gehaltenen
Druckereierzeugnisse angedrückt und verbunden. Damit mit Haftmittel versehene Ergänzungsprodukte
auf diese Weise korrekt mit Druckereierzeugnissen verbunden werden können, ist eine
geschickte Steuerung der Transportklammern notwendig. Die zusätzlich zur Transportvorrichtung
benötigte Verarbeitungseinrichtung ist stabil aufzubauen und mit der Transportvorrichtung
zu synchronisieren. Innerhalb des Verarbeitungsflusses der Druckereierzeugnisse ergeben
sich zudem zwei zusätzliche Übergänge zwischen der Verarbeitungseinrichtung und Transportvorrichtungen,
mittels denen der Verarbeitungseinrichtung Druckereierzeugnisse zugeführt und von
dieser wieder entnommen werden.
[0004] Der vorliegenden Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren und eine
Vorrichtung zum Verbinden von Ergänzungsprodukten mit Druckereierzeugnissen zu schaffen,
die einfach aufgebaut ist und eine Förderung der Druckereierzeugnisse mit geringem
Aufwand erlaubt.
[0005] Diese Aufgabe wird mit einem Verfahren und einer Vorrichtung gelöst, die die im Anspruch
1 bzw. 7 angegebenen Merkmale aufweisen.
[0006] Zum Verbinden der Ergänzungsprodukte mit den Druckereierzeugnissen ist eine Anzahl
in einer Umlaufbahn um eine erste Achse angetriebene Halteorgane vorgesehen, mittels
denen von einem ersten Förderer zugeführte oder an einem Stapel vorliegende Ergänzungsprodukte
einzelweise an einer Aufnahmestelle erfasst und nach einer entsprechenden Drehung
um die erste Achse an einer Abgabestelle mit Druckereierzeugnissen verbunden werden,
die von einem zweiten Förderer hängend transportiert werden. Ein frei hängendes Druckereierzeugnis
wird dazu durch die erfindungsgemässe Vorrichtung mittels eines Stützorgans gestützt
und mittels eines bezüglich des Stützorgans auf der anderen Seite des Druckereierzeugnisses
angeordneten Halteorgans an einer vorgesehenen Stelle mit einem Ergänzungsprodukt
verbunden.
[0007] Wesentlich ist dabei, dass das Halten des Druckereierzeugnisses während des Verbindens
mit einem Ergänzungsprodukt nicht durch den zur Förderung der Druckereierzeugnisse
vorgesehenen Förderer oder eine zur Zwischenlagerung der Druckereierzeugnisse vorgesehene
Verarbeitungseinrichtung geschieht, sondern durch Stützelemente, vorzugsweise Halteorgane,
der erfindungsgemässen Vorrichtung.
[0008] Die erfindungsgemässe Vorrichtung kann daher in bestehenden Förderanlagen an Stellen
eingesetzt werden, an denen die Druckereierzeugnisse frei hängend, ohne Zwischenlagerung
in einer Verarbeitungseinrichtung, transportiert werden. Die Vorrichtung ist daher
in bestehenden oder neuen Anlagen ohne zusätzliche Investitionen flexibel einsetzbar.
Die für das Aufbringen der Ergänzungsprodukte notwendige Gegenauflage erfolgt dabei
durch die Stützelemente der erfindungsgemässen Vorrichtung.
[0009] Im Gegensatz zu der aus der EP 0 666 186 A1 bekannten Vorrichtung, mittels der das
Aussenteil von hängend transportierten Druckereierzeugnissen an einander gegenüber
liegenden Rändern mit einem Kleber verbunden und dadurch abgeschlossen werden kann,
erlaubt die erfindungsgemässe Vorrichtung Ergänzungsprodukte, z.B. Warenproben, ausserhalb
oder innerhalb eines geöffneten Druckereiproduktes an beliebigen Stellen zu befestigen.
[0010] Die Erfindung wird nachfolgend anhand von Ausführungsbeispielen unter Bezugnahme
auf die Zeichnung näher erläutert. Dabei zeigen :
- Fig. 1
- eine erfindungsgemässe Vorrichtung, mittels der Ergänzungsprodukte mit der nachlaufenden
Seite von Druckereierzeugnissen verbunden werden,
- Fig. 2
- die Vorrichtung gemäss Fig. 1, während des Verbindens von Ergänzungsprodukten mit
der vorlaufenden Seite von Druckereierzeugnissen,
- Fig. 3
- den Vorgang der Abgabe eines Ergänzungsproduktes an ein Druckereierzeugnis mittels
eines das Ergänzungsprodukt tragenden, nachlaufenden Halteorgans und eines vorlaufenden,
das Druckereierzeugnis stützenden Halteorgans, welches das Ergänzungsprodukt bereits
an das vorlaufende Druckereierzeugnis abgegeben hat,
- Fig. 4
- die Vorrichtung gemäss Fig. 1, während des Verbindens von Ergänzungsprodukten mit
der vorlaufenden Seite eines nachlaufenden Schenkels eines geöffneten Druckereierzeugnisses,
- Fig. 5
- die Vorrichtung gemäss Fig. 1, während des Verbindens von Ergänzungsprodukten mit
der nachlaufenden Seite eines vorlaufenden Schenkels eines geöffneten Druckereierzeugnisses,
und
- Fig. 6
- die Vorrichtung gemäss Fig. 1 in einer vorzugsweisen Ausgestaltung.
[0011] Fig. 1 zeigt eine erfindungsgemässe Vorrichtung 10, mittels der mit einem Haftmittel
versehene flächige Ergänzungsprodukte 2 von einem ersten Förderer 1 an einer Aufnahmestelle
A1 übernommen, entlang einer ersten Bahn B1 zu einer Abgabestelle A2 transportiert
und dort mit der nachlaufenden Seite 92 von Druckereierzeugnissen 9 verbunden werden,
die hängend von einem zweiten Förderer 100 entlang einer zweiten Bahn B2 geführt werden.
[0012] Die erfindungsgemässe Vorrichtung weist n in der ersten Bahn B1 um eine erste Achse
x angetriebene Halteorgane 20
1, 20
2, ..., 20
n auf, mittels denen die Ergänzungsprodukte 2 an der Aufnahmestelle A1 einzelweise
erfasst, nach einer entsprechenden Drehung um die erste Achse x in den Bereich der
Druckereierzeugnisse 9 geführt und an der Abgabestelle A2 mit einem Druckereierzeugnis
9
m verbunden werden. Die Halteorgane 20
1, 20
2, ..., 20
n sind dazu um eine zumindest annähernd parallel zur ersten Achse x verlaufende zweite
Achse y
1; y
2; ...; y
n drehbar gelagert, so dass die Halteorgane 20
1, 20
2, ..., 20
n in eine für die Übernahme bzw. Abgabe der Ergänzungsprodukte 2 an der Aufnahme- und
der Abgabestelle A1, A2 geeignete Lage drehbar sind.
[0013] Die Halteorgane 20
1, 20
2, ..., 20
n sind vorzugsweise mit einem Saugkopf 201 versehen (siehe z.B. Fig. 6), der an der
Aufnahmestelle A1 zumindest annähernd parallel zu den zugeführten Ergänzungsprodukten
2 und an der Abgabestelle A2 zumindest annähernd parallel zu den Druckereierzeugnissen
9 ausgerichtet wird. Sofern die Halteorgane 20
1, 20
2, ..., 20
n mit einem Greifer, einer Klammer oder dergleichen ausgerüstet sind, ist deren Ausrichtung
an den Aufnahme- und Abgabestellen A1, A2 entsprechend anzupassen.
[0014] An der Aufnahmestelle A1 können die Ergänzungsprodukte 2 durch den ersten Förderer
1 zugeführt oder, wie z.B. in der EP 0 675 061 B1, Fig. 1 gezeigt, direkt einem Stapel
entnommen oder, wie in der EP 0 666 186 A1, Fig. 5 oder der WO 99/06285, Fig. 1 gezeigt,
von einem Band oder Streifen abgetrennt und zur Aufnahme bereitgehalten bzw. sofort
übergeben werden. Dieses Band kann ein Trägerband sein, auf dem die Ergänzungsprodukte
2 anhaften und während des Fördervorgangs davon abgelöst werden. Der Streifen bzw.
das Band kann jedoch auch Grundlage der Ergänzungsprodukte 2 bilden, die vom Streifen
abgeschnitten und, sofern nicht bereits vorhanden, mit einem Haftmittel 3 versehen
werden.
[0015] In den in Fig. 1 und Fig. 2 gezeigten vorzugsweisen Ausgestaltungen der Erfindung
werden Ergänzungsprodukte 2 an der Aufnahmestelle A1, gegebenenfalls an einer weiteren
Aufnahmestelle A1' erfasst, während dem Transport zur Abgabestelle A2 vom Halteorgan
20
1; 20
2; ...; 20
n nachlaufend (siehe Fig. 1) oder vorlaufend (siehe Fig. 2) vertikal ausgerichtet,
zwischen die Druckereierzeugnisse 9 geführt und an der Abgabestelle A2 mit einem Druckereierzeugnis
9
m verbunden.
[0016] Der Vorgang der Abgabe eines Ergänzungsproduktes 2 an ein Druckereierzeugnis 9
m mittels einem vor- und einem das Ergänzungsprodukt tragenden nachlaufenden Halteorgan
20
n; 20
n-1 gemäss Fig. 1 wird nachstehend näher beschrieben.
[0017] Wie in Fig. 3a - Fig. 3d gezeigt, wird das mit dem Ergänzungsprodukt 2 versehene
Halteorgan 20
n-1 von hinten gegen die nachlaufende Seite 92 des Druckereierzeugnisses 9
m geführt, während das vorlaufende Halteorgan 20
n mit einem Stützelement 202 gegen die vorlaufende Seite 91 des Druckereierzeugnisses
9
m geführt wird, bis das Ergänzungsprodukt 2 mit der darauf aufgetragenen Haftschicht
3 fest gegen das vom vorlaufenden Halteorgan 20
n gestützte Druckereierzeugnis 9
m angedrückt wird (siehe Fig. 3c). Wie in Fig. 3d gezeigt, wird das mit dem Ergänzungsprodukt
2 versehene Druckereierzeugnis 9
m anschliessend wieder freigegeben. Das Halteorgan 20
n-1 wird zurück gegen die vorlaufende Seite 91 des nächsten Druckereierzeugnisses 9
m+1 geführt, auf dessen nachlaufender Seite 92 nun ein Ergänzungsprodukt 2 mittels dem
nächsten nachlaufenden Halteorgan 20
n-2 aufgebracht wird.
[0018] Jedes der Halteorgane 20
1; 20
2; ...; 20
n hat daher eine Doppelfunktion. Während eines Umlaufs um die Achse x wird von einem
Halteorgan 20
n-1 ein Ergänzungsprodukt 2 von der Aufnahme- zur Abgabestelle A1; A2 transportiert und
an ein Druckereierzeugnis 9
m abgegeben. Zudem wird an der Abgabestelle A2 ein benachbartes Druckereiprodukt 9
m+1 bzw. 9
m-1 gestützt, damit ein Ergänzungsprodukt 2 mittels eines vor- oder nachlaufenden Halteorgans
20
n; 20
n-2 daran angebracht werden kann. Die Stützfunktion kann dabei nach der Abgabe des Ergänzungsproduktes
2 (siehe Fig. 1) oder vor der Abgabe des Ergänzungsproduktes 2(siehe Fig. 2) erfolgen.
[0019] Während in Fig. 1 die Ergänzungsprodukte 2 an der nachlaufenden Seite 92 der Druckereierzeugnisse
9 befestigt werden, erfolgt deren Befestigung in Fig. 2 an der vorlaufenden Seite
91 der Druckereierzeugnisse 9. Jedes Halteorgan 20
1; 20
2; ...; 20
n wird in Fig. 2 nach Aufnahme eines Ergänzungsproduktes 2 daher derart um die Achse
y
1; y
2; ...; y
n gedreht, dass das Ergänzungsprodukt 2 an der Abgabestelle A2 dem Halteorgan 20
1; 20
2; ...; 20
n nachläuft und, wie die Druckereierzeugnisse 9, zumindest annähernd vertikal ausgerichtet
ist.
[0020] Die Funktion der zur Bewegung (Drehung um die zweite Achse y und Neigung um eine
dritte Achse z) der Halteorgane 20
1, 20
2, ..., 20
n dienenden Vorrichtungselemente, die in Fig. 2 ausschnittweise dargestellt sind, wird
nachstehend unter Bezugnahme auf Fig. 6 näher erläutert.
[0021] Aus Fig. 4 ist ersichtlich, dass mittels der erfindungsgemässen Vorrichtung Ergänzungsprodukte
2 auch an Druckereierzeugnissen 9 befestigt werden können, die mehrere Schenkel 93,
94 aufweisen. Sofern die Schenkel 93, 94 geöffnet sind, können Ergänzungsprodukte
2 auch an deren Innenseiten 932, 941 in der oben beschriebenen Weise befestigt werden.
Fig. 4 zeigt die Halteorgane 20
n, 20
n-1 der Vorrichtung 10 während des Verbindens eines Ergänzungsproduktes 2 mit der vorlaufenden
Seite 941 eines nachlaufenden Schenkels 94 eines Druckereierzeugnisses 9. Dabei ist
ersichtlich dass die Stützfunktion vor der Abgabe des Ergänzungsproduktes 2 erfolgt.
[0022] Fig. 5 zeigt die Halteorgane 20
n, 20
n-1 der Vorrichtung 10 während des Verbindens eines Ergänzungsproduktes 2 mit der nachlaufenden
Seite 932 eines vorlaufenden Schenkels 93 eines Druckereierzeugnisses 9, das stromaufwärts
mittels z.B. aus der Offenlegungsschrift EP 0 564 812 A1 bekannten Massnahmen geöffnet
wurde.
[0023] Fig. 6 zeigt die erfindungsgemässe Vorrichtung 10 in einer vorzugsweisen Ausgestaltung
mit einem Halteorgan 20
1, welches mit einer um die zweite Achse y
1 drehbaren Welle 21 fest verbunden ist. Die Welle 21 ist beidseitig in Hebeln 22,
22' drehbar gelagert, die mittels entlang einer dritten Achse z
1 ausgerichteten Wellen 23, 23' drehbar mit Tragelementen 25, 25' verbunden sind, welche
mittels Flansch-Naben 27, 27' auf einer längs der ersten Achse x ausgerichteten Antriebswelle
11 befestigt sind.
[0024] Der Hebel 22 ist, wie in Fig. 6 ausschnittweise dargestellt, mit einem zur dritten
Achse z1 beabstandeten Rad 26 versehen, das während der vorzugsweise mit konstanter
Winkelgeschwindigkeit erfolgenden Drehung des Tragelementes 25 um die erste Achse
x in einer dritten Bahn B3 geführt ist, die in einer parallel zum Tragelement 25 ausgerichteten,
nicht drehenden Kulisse 40 als Führungsnut 41 eingearbeitet ist.
[0025] Der Abstand der dritten Bahn B3 von der ersten Achse x verläuft dabei in Funktion
des Drehwinkels um die erste Achse x derart, dass insbesondere an der Aufnahme- und
der Abgabestelle A1; A2 die zur Aufnahme bzw. Abgabe der Ergänzungsprodukte 2 erforderliche
Schwenkung bzw. Neigung des Hebels 22 erzielt wird.
[0026] Die Welle 21 ist in der bevorzugten Ausgestaltung ferner beidseits mit einem Antriebsrad
31; 31' versehen, welches über einen ersten Antriebsriemen 32; 32' mit einem zumindest
annähernd koaxial zur dritten Achse z1; z1' ausgerichteten Kupplungsrad 33; 33' verbunden
ist, welches über einen zweiten Antriebsriemen 34; 34' mit einem am Tragelement 25;
25' befestigten Steuerrad 35; 35' verbunden ist. Das Steuerrad 35; 35' ist, wie in
Fig. 2 gezeigt, über einen Steuerhebel 36 mit einem Rad 37 verbunden, das während
der Drehung des Tragelementes 25 um die erste Achse x in einer vierten Bahn B4 geführt
ist, die in der Kulisse 40 als Führungsnut 42 eingearbeitet ist.
[0027] Der Abstand der vierten Bahn B4 von der ersten Achse x ist in Funktion des Drehwinkels
um die erste Achse x derart gewählt, dass insbesondere an der Aufnahme- und der Abgabestelle
A1; A2 eine zur Aufnahme und Abgabe der Ergänzungsprodukte 2 erforderliche Drehung
der Halteorgane 20
1, 20
2, ..., 20
n um die zweite Achse y1; y2; ...; yn erzielt wird.
[0028] Anstelle der beschriebenen Antriebsvorrichtung mit Antriebsrad 31; 31', Kupplungsrad
33; 33' und Steuerrad 35, 35', die über den ersten und zweiten Antriebsriemen 32;
32' bzw. 34; 34' miteinander verbunden sind, können beliebige weitere geeignete Antriebsmittel,
wie Zahnräder, Ketten, etc. zur Steuerung der Lage der Welle 21 verwendet werden.
[0029] Zum Ergreifen und Halten von Ergänzungsprodukten 2 sind die Halteorgane 20
1, 20
2, ..., 20
n mit einem Saugkopf 201 versehen, der über einen als Strahlpumpe mit Absaugwirkung
dienenden Ejector 203 an eine Druckluftvorrichtung 15 angeschlossen ist.
[0030] Die Druckluftvorrichtung 15 besteht aus einem auf der Welle 11 sitzenden Drehventil
152, dessen Rotor je über eine Leitung 153 mit je einem Ejector 203 verbunden und
mittels einem Lager drehbar in einem mit einer Druckluftleitung 151 verbundenen Stator
derart gelagert ist, dass im Drehventil 152 für jedes Halteorgan 20
1; 20
2; ...; 20n ein Luftkanal gebildet wird. Der Luftdruck (Vakuum) innerhalb des Saugorgans
201 wird dabei in Abhängigkeit der Lage der Halteorgane 20
1, 20
2, ..., 20
n gesteuert, so dass an der Aufnahmestelle A1 ein Ergänzungsprodukt 2 angesaugt und
nach dem Transport an der Abgabestelle A2 wieder freigegeben wird. Anstelle der beschriebenen
Druckluftvorrichtung 15, mittels der durch Erhöhung der Strömungsgeschwindigkeit in
den Ejectoren 203 die notwendige Saugwirkung erzeugt wird, kann auch ein Unterdrucksystem
verwendet werden, durch das bedarfsweise die Luft aus den Kanälen des Saugkopfes 201
abgesaugt wird.
[0031] Mittels der erfindungsgemässen Vorrichtung können die Ergänzungsprodukte 2 auf den
Druckereierzeugnissen 9 an beliebigen Stellen angebracht werden Dazu werden die Halteorgane
20
1, 20
2, ..., 20
n auf den zugehörigen Wellen 21 an entsprechend gewählten Positionen befestigt. Ferner
können auf jeder Welle 21 zwei oder mehrere Halteorgane 20
1, 20
2, ..., 20
n angeordnet werden. Wie in Fig. 2 gezeigt können ferner mehrere Aufnahmestellen A1,
A1' vorgesehen sein, an denen von hintereinander oder nebeneinander angeordneten ersten
Förderern 1, 1' abgegebene Ergänzungsprodukte 2 übernommen werden. Wie in Fig. 6 zeichnerisch
angedeutet, werden die Halteorgane 20
1, 20
2, ..., 20
n auf der Welle 21 entsprechend der Lage der ersten Förderer 1, 1' ausgerichtet.
[0032] Vorzugsweise sind die Halteorgane 20
1, 20
2, ..., 20
n individuell oder gruppenweise derart steuerbar, dass Ergänzungsprodukte 2 an der
ersten oder einer weiteren Aufnahmestelle A1, A1' wahlweise von einem ersten Förderer
1, 1' oder von einem Stapel übernommen werden können.
[0033] Die mit den Halteorganen 20
1, 20
2, ..., 20
n versehenen Wellen 21 sind, wie oben beschrieben, vorzugsweise beidseitig durch Tragelemente
25, 25' und Hebel 22, 22' gehalten und mittels Kulissen 40, 40' und Antriebsmitteln,
beispielsweise dem in Fig. 6 gezeigten Bandantrieb 30, 30' gesteuert. Möglich ist
jedoch auch eine nur einseitig vorgesehene Halterung und/oder Steuerung.
[0034] Obwohl die Halteorgane 20
1, 20
2, ..., 20
n vorzugsweise mit Saugköpfen versehen sind, ist auch die Verwendung von Greifwerkzeugen,
wie Klammern möglich. Die Anzahl der Halteorganen 20
1, 20
2, ..., 20
n und Wellen 21 wird vorzugsweise derart gewählt, dass eine fliessende Übergabe der
Ergänzungsprodukte 2 an der Aufnahme- und Abgabestelle A1, A2 erfolgen kann.
[0035] In den in Fig. 1 - Fig. 6 gezeigten bevorzugten Ausgestaltungen der Erfindung weisen
die Halteorgane 20
1, 20
2, ..., 20
n eine Doppelfunktion auf, wobei sie zum Halten eines Ergänzungsproduktes 2 und zum
Stützen eines Druckereierzeugnisses 9 vorgesehen sind. Möglich ist nun auch die Verwendung
von in der Vorrichtung abwechslungsweise vorgesehenen Halte- und Stützorganen, die
aufgrund der reduzierten Funktionalität einfacher steuerbar sind, so dass deren Bewegung
relativ zu den Druckereierzeugnissen 9 auch mit anderen Mitteln bewirkt werden kann.
Die z.B. in Fig. 1 gezeigten Halteorgane 20
1, 20
2, ..., 20
n sind in diesem Fall alternierend nur mit Saugköpfen 201 bzw. Stützelementen 202 ausgerüstet.
[0036] Sofern andere Mittel zur Bewegung der Saugköpfe 201 und Stützelemente 202 vorgesehen
sind, kann auf eine Drehung um die zweite und/oder dritte Achse y; z gegebenenfalls
verzichtet werden. Eine Auslenkung der Saugköpfe 201 und Stützelemente 202 kann z.B.
auch pneumatisch, mechanisch, elektrisch oder magnetisch auf andere Weise erfolgen.
[0037] Der Verlauf der ersten und zweiten Bahn B1; B2, in denen die Ergänzungsprodukte 2
bzw. die Druckereierzeugnisse 9 transportiert werden, verläuft im Bereich der Abgabestelle
A2 vorzugsweise konzentrisch bzw. koaxial zur Achse x, damit die Übergabe leichter
und präziser erfolgen kann.
[0038] Obwohl in den in Fig. 1 bis Fig. 6 gezeigten Vorrichtungen, die Ergänzungsprodukte
2 von unten in den Bereich der Druckereierzeugnisse 9 eingeführt werden, ist eine
Einführung von der Seite oder von oben ebenfalls möglich.
[0039] Weiterhin können die Stütz- und Halteorgane in voneinander getrennten Bahnen verlaufen.
Die Bewegung in der ersten Bahn B1 von der Aufnahmestelle A1 zur Abgabestelle A2 ist
selbstverständlich nur für die zum Transport der Ergänzungsprodukte 2 dienenden Halteorgane
20
1, 20
2, ..., 20
n notwendig. Die Stützorgane können auch in reduzierter Anzahl vorgesehen sein. Notwendig
ist wenigstens ein Stützorgan, das jeweils auf der dem ein abzugebendes Ergänzungsprodukt
2 tragenden Halteorgan 20
1; 20
2; ...; 20
n gegenüberliegenden Seite 91; 92 des Druckereiproduktes 9 zum Stützen desselben vorgesehen
ist.
1. Verfahren zum Verbinden von mit einem Haftmittel (3) versehenen flächigen Ergänzungsprodukten
(2) mit Druckereierzeugnissen (9) mit einer Anzahl in einer Umlaufbahn (B1) um eine
erste Achse (x) angetriebenen Halteorganen (201, 202, ..., 20n), mittels denen Ergänzungsprodukte (2) einzelweise an wenigstens einer Aufnahmestelle
(A1) erfasst und nach einer entsprechenden Drehung um die erste Achse (x) an einer
Abgabestelle (A2) mit einem Druckereierzeugnis (9) verbunden werden, dadurch gekennzeichnet, dass die Halteorgane (201, 202, ..., 20n) während des Transports von der Aufnahme- zur Abgabestelle (A1; A2) in den Bereich
der hängend und in einer zweiten Bahn (B2) zumindest annähernd tangential zur Umlaufbahn
(B1) geförderten Druckereierzeugnisse (9) geführt werden, wonach ein gegebenenfalls
geöffnetes Druckereierzeugnis (9) an der Abgabestelle (A2) mittels eines Stützorgans
an der entsprechenden Seite gestützt und mittels eines bezüglich des Stützorgans auf
der anderen Seite des Druckereierzeugnisses (9) angeordneten Halteorgans (201; 202; ...; 20n) an einer vorgesehenen Stelle mit einem Ergänzungsprodukt (2) verbunden wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Stützorgan in der Umlaufbahn (B1) geführt wird und/oder dass das Druckereierzeugnis
(9) von einem als Stützorgan wirkenden Halteorgan (201; 202; ...; 20n) gestützt wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die um eine zumindest annähernd parallel zur ersten Achse (x) verlaufende zweite
Achse (y1; y2; ...; yn) drehbar gelagerten Halteorgane (201, 202, ..., 20n) während des Transfers zwischen der Aufnahme- und der Abgabestelle (A1; A2) um die
zweite Achse (y1; y2; ...; yn) in eine zur Aufnahme und/oder Abgabe geeignete Lage gedreht werden.
4. Verfahren nach Anspruch 1, 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, dass jedes Halteorgan (201; 202; ...; 20n) mittels eines auf einer Welle (11) angeordneten Tragelements (25) um die erste Achse
(x) bewegt und mittels je eines schwenkbar mit dem Tragelement (25) verbundenen Hebels
(22) in Umlaufrichtung um eine parallel zur ersten Achse (x) ausgerichtete dritte
Achse (z1; z2; ... ; zn) vor oder zurück geneigt wird, um an der Abgabestelle (A2) ein Druckerzeugnis (9)
zu stützen bzw. mit einem Ergänzungsprodukt (2) zu verbinden.
5. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass jedes Halteorgan (201; 202; ...; 20n) einen zur Aufnahme von Ergänzungsprodukten (2) dienenden Saugkopf (201) aufweist,
der mit einer Vakuumvorrichtung oder über einen als Strahlpumpe mit Absaugwirkung
dienenden Ejector (203) mit einer Druckluftvorrichtung (15) verbunden ist und der
ein Ergänzungsprodukt (2) an der Aufnahmestelle (A1) ansaugen und an der Abgabestelle
(A2) wieder frei geben kann.
6. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Druckereierzeugnisse (9), die entlang der zweiten Bahn (B2) tangential
vorzugsweise längs oder quer zur ersten Bahn (B1) gefördert werden, zumindest annähernd
quer zur Umlaufrichtung der Halteorgane (201, 202, ..., 20n) ausgerichtet sind.
7. Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach Anspruch 1 mit einer Anzahl in einer
Umlaufbahn (B1) um eine erste Achse (x) angetriebenen Halteorganen (201, 202, ..., 20n), mittels denen mit einem Haftmittel (3) versehene flächige Ergänzungsprodukte (2)
an wenigstens einer Aufnahmestelle (A1) einzelweise erfassbar und nach einer entsprechenden
Drehung um die erste Achse (x) an einer Abgabestelle (A2) mit einem Druckereierzeugnis
(9) verbindbar sind, dadurch gekennzeichnet, dass die um eine zumindest annähernd parallel zur ersten Achse (x) verlaufende zweite
Achse (y1; y2; ...; yn) drehbar gelagerten Halteorgane (201, 202, ..., 20n) während des Transports von der Aufnahme- zur Abgabestelle (A1; A2) in den Bereich
der hängend und in einer zweiten Bahn (B2) zumindest annähernd tangential zur Umlaufbahn
(B1) geförderten Druckereierzeugnisse (9) führbar sind und dass ein gegebenenfalls
geöffnetes Druckereierzeugnis (9) an der Abgabestelle (A2) mittels eines Stützorgans
an einer entsprechenden Seite gestützt und mittels eines bezüglich des Stützorgans
auf der anderen Seite des Druckereierzeugnisses (9) angeordneten Halteorgans (201; 202; ...; 20n) an einer vorgesehenen Stelle mit einem Ergänzungsprodukt (2) verbunden werden kann.
8. Vorrichtung nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass das Stützorgan in der Umlaufbahn (B1) geführt ist und/oder dass wenigstens ein
Halteorgan (201; 202; ...; 20n) als Stützorgan wirkt.
9. Vorrichtung nach Anspruch 7 oder 8, dadurch gekennzeichnet, dass jedes der Halteorgane (201; 202; ...; 20n) mit einer entlang der zweiten Achse (y1; y2; ...; yn) ausgerichteten Welle (21) verbunden ist, die drehbar in einem Hebel (22) gelagert
ist, der vorzugsweise um eine parallel zur ersten Achse (x) ausgerichtete dritte Achse
(z1; z2; ...; zn) schwenkbar an einem von einer entlang der ersten Achse (x) ausgerichteten Antriebswelle
(11) angetriebenen Tragelement (25) befestigt ist.
10. Vorrichtung nach Anspruch 7, 8 oder 9, dadurch gekennzeichnet, dass der Hebel (22) mit einem von der dritte Achse (z1; z2; ...; zn) beabstandeten Rad (26) versehen ist, das während der Drehung des Tragelementes (25)
um die erste Achse (x) in einer dritten Bahn (B3) geführt ist, die in einer Kulisse
(40) vorzugsweise als Führungsnut (41) eingearbeitet ist.
11. Vorrichtung nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass der Abstand der dritten Bahn (B3) von der ersten Achse (x) in Funktion des Drehwinkels
in Abhängigkeit der Drehung des Tragelementes (25) um die erste Achse (x) derart gewählt
ist, dass insbesondere an der Aufnahme- und der Abgabestelle (A1; A2) die zur Aufnahme
bzw. Abgabe der Ergänzungsprodukte (2) erforderliche Schwenkung des Hebels (22) erzielt
wird.
12. Vorrichtung nach Anspruch 10 oder 11, dadurch gekennzeichnet, dass die Welle (21) durch formschlüssig arbeitende Antriebsmittel (30, 30') mit
einem Führungselement, vorzugsweise einem Rad (37) verbunden ist, das während der
Drehung des Tragelementes (25) um die erste Achse (x) in einer vierten Bahn (B4) geführt
ist, die in der Kulisse (40) vorzugsweise als Führungsnut (42) eingearbeitet ist.
13. Vorrichtung nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, dass die Welle (21) mit einem Antriebsrad (31) versehen ist, welches über einen ersten
Antriebsriemen (32) mit einem zumindest annähernd koaxial zur dritten Achse (z1; z2; ...; zn) ausgerichteten Kupplungsrad (33) verbunden ist, welches über einen zweiten Antriebsriemen
(34) mit einem am Tragelement (25) befestigten Steuerrad (35) verbunden ist, welches
über einen Steuerhebel (36) mit dem Rad (37) verbunden ist.
14. Vorrichtung nach Anspruch 12 oder 13, dadurch gekennzeichnet, dass der Abstand der vierten Bahn(B4) von der ersten Achse (x) in Abhängigkeit der
Drehung des Tragelementes (25) um die erste Achse (x) derart gewählt ist, dass insbesondere
an der Aufnahme- und der Abgabestelle (A1; A2) eine zur Aufnahme und Abgabe der Ergänzungsprodukte
(2) erforderliche Drehung der Halteorgane (201; 202; ...; 20n) um die zweite Achse (y1; y2; ...; yn) erzielt wird.
15. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 7-14, dadurch gekennzeichnet, dass jedes Halteorgan (201; 202; ...; 20n) einen zur Aufnahme von Ergänzungsprodukten (2) dienenden Saugkopf (201) aufweist,
der mit einer Vakuumvorrichtung oder über einen als Strahlpumpe mit Absaugwirkung
dienenden Ejector (203) mit einer Druckluftvorrichtung (15) verbunden ist.
16. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 7-15, dadurch gekennzeichnet, dass die Halteorgane (201, 202, ..., 20n) auf den zugehörigen Wellen (21) an wahlweise festgelegten Positionen befestigbar
sind und/oder dass auf einer oder mehreren Wellen (21) zwei oder mehrere Halteorgane
(201, 202, ..., 20n) angeordnet sind.
17. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 7-16, dadurch gekennzeichnet, dass die Halteorgane (201, 202, ..., 20n) individuell oder gruppenweise derart steuerbar sind, dass Ergänzungsprodukte (2)
an der ersten oder einer weiteren Aufnahmestelle (A1, A1') übernommen werden können.
18. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 7-17, dadurch gekennzeichnet, dass die Wellen (21) beidseitig durch Tragelemente (25, 25') und Hebel (22, 22')
gehalten und mittels Kulissen (40, 40') und Antriebsmitteln (30, 30') gesteuert sind.