(19)
(11) EP 1 114 776 A2

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
11.07.2001  Patentblatt  2001/28

(21) Anmeldenummer: 00126768.1

(22) Anmeldetag:  06.12.2000
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)7B65B 25/14, B65B 5/02
(84) Benannte Vertragsstaaten:
AT BE CH CY DE DK ES FI FR GB GR IE IT LI LU MC NL PT SE TR
Benannte Erstreckungsstaaten:
AL LT LV MK RO SI

(30) Priorität: 23.12.1999 DE 19962302

(71) Anmelder: Winkler + Dünnebier Aktiengesellschaft
56564 Neuwied (DE)

(72) Erfinder:
  • Salm, Thomas
    52074 Aachen (DE)
  • Kutsch, Bernfried
    52224 Stolberg (DE)

(74) Vertreter: Schieferdecker, Lutz, Dipl.-Ing. 
Patentanwalt Herrnstrasse 37
63065 Offenbach
63065 Offenbach (DE)

   


(54) Verfahren und Vorrichtung zum Verpacken von flachen Gegenständen


(57) Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Verpacken von flachen, gestapelten Gegenständen 2, insbesondere von Briefhüllen, Verpackungsbeuteln und dergleichen, wobei zunächst die aus einer Produktionsmaschine 1 kommenden flachen Gegenständen 2 gestapelt und sodann in einer Verpackungsstation 6 zumindest teilweise unter Verwendung von mindestens einem Verpackungszuschnitt 5 verpackt und daraufhin weitertransportiert und aus der Verpackungsstation 6 ausgeschleust werden.
Der Kern der Erfindung besteht darin, daß die gestapelten Gegenstände 2 und die Verpackungszuschnitte 5 zum Erreichen der Verpackungsstation 6 zunächst aufeinanderzu sowie parallel versetzt zueinander bewegt werden, daß der aus Gegenstände 2 bestehende Stapel 3 sodann zum Erreichen der Verpackungsstation 6 quer zur ursprünglichen Transportrichtung 4 der Gegenstände 2 bewegt und in der Verpackungsstation 6 in den Verpackungszuschnitt 5 abgesetzt wird, daß der Stapel 3 sodann in zwei Verarbeitungspositionen 7, 8 der Verpackungsstation 6 auf einen Verpackungszuschnitt 5 verpackt wird, woraufhin er als Paket 10 quer zur ursprünglichen Transportrichtung 4 der Gegenstände 2 aus der Verpackungsstation 6 ausgeschleust wird und daß der jeweils nächste Verpackungszuschnitt 5 über das die verpackten Gegenstände 2 enthaltende Paket 10 bzw. über die zweite Verarbeitungsposition 8 hinweg der ersten Verarbeitungsposition 7 der Verpackungsstation 6 zugeführt wird.




Beschreibung


[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Vorrichtung zum Verpacken von flachen, gestapelten Gegenständen wie insbesondere von Briefhüllen, Verpackungsbeuteln und dergleichen, wobei zunächst die aus einer Produktionsmaschine kommenden flachen Gegenstände gestapelt und sodann in einer Verpackungsstation zumindest teilweise unter Verwendung von Verpackungszuschnitten verpackt und daraufhin weitertransportiert und aus der Verpakkungsstation ausgeschleust werden.

[0002] Verfahren und Vorrichtung der genannten Art sind grundsätzlich bekannt und werden zum Verpacken von Briefumschlägen und dergleichen benutzt. In der Regel geschieht dies in zufriedenstellender Weise, dennoch liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde, sowohl die Anzahl der pro Zeiteinheit zu verpackenden Gegenstände zu erhöhen als auch dies mit einem Arbeitsverfahren und einer Vorrichtung zu erreichen, die möglichst wenig Platz in Anspruch nehmen.

[0003] Gelöst wird diese der Erfindung zugrundeliegende Aufgabe jeweils mit den Merkmalen des kennzeichnenden Teiles der Patentansprüche 1 und 3.

[0004] Konkret sieht die Erfindung vor, daß die Gegenstände als Stapel und die Verpackungszuschnitte auf ihrem Weg zur Verpackungsstation zunächst aufeinanderzu sowie parallel versetzt zueinander bewegt werden, daß die flachen Gegenstände sodann zum Erreichen der Verpackungsstation quer zu ihrer ursprünglichen Transportrichtung transportiert und sodann auf einen Verpackungszuschnitt abgesetzt werden. Daraufhin werden die gestapelten Gegenstände an zwei Verarbeitungspositionen der Verpackungsstation in den Verpackungszuschnitt zur Bildung eines Paketes verpackt, woraufhin das Paket quer zur ursprünglichen Transportrichtung der Gegenstände aus der Verpackungsstation ausgeschleust wird. Der jeweils nächste Verpackungszuschnitt wird grundsätzlich über das die verpackten Gegenstände enthaltende Paket hinweg bzw. über die zweite Verarbeitungsposition hinweg der ersten Verarbeitungsposition der Verpackungsstation zugeführt.

[0005] Die Verwendung von zwei Verarbeitungspositionen in der Verpakkungsstation führt zu einer Erhöhung der Anzahl der Gegenstände, die pro Zeiteinheit verpackt werden können. Der jeweils nächste Stapel kann bereits auf einen Verpackungszuschnitt abgesetzt werden, wenn der vorhergehende Stapel noch nicht vollständig in seinem Paket verpackt ist.

[0006] Die Versorgung der Verpackungsstation mit jeweils neuen Verpakkungszuschnitten erfolgt über die zweite Verarbeitungsposition bzw. über das zuletzt fertiggestellte Paket hinweg. Dadurch ist eine besonders platz- und raumsparende Anordnung der verschiedenen Komponenten der Vorrichtung möglich.

[0007] Die Erfindung wird nachstehend anhand eines Ausführungsbeispieles, das in der Zeichnung dargestellt ist, näher beschrieben. Dabei zeigen:
Fig. 1:
eine Prinzipskizze des Verfahrens und
Fig. 2:
eine Draufsicht auf die Vorrichtung


[0008] Die aus einer Produktionsmaschine 1 zum Beispiel einzeln ankommenden Gegenstände 2 wie Briefumschläge und dergleichen werden zunächst gestapelt und sodann als Stapel 3 quer zu ihrer ursprünglichen Transportrichtung 4 bewegt und auf einen Verpakkungszuschnitt 5 in einer Verpackungsstation 6 abgesetzt. Die Verpackungsstation 6 weist zwei Verarbeitungspositionen 7 und 8 auf, wobei der Stapel 3 in der ersten Verarbeitungsposition 7 teilweise in den Verpackungszuschnitt 5 verpackt und in der zweiten Verarbeitungsposition 8 zum Beispiel durch Auflegen und Verschließen eines Deckelteiles 9 vollständig als Paket 10 verpackt wird. Dieses Paket 10 wird sodann wiederum quer zur ursprünglichen Transportrichtung 4 in Richtung des Pfeiles 11 in Fig. 1 aus der Verpakkungsstation 6 ausgeschleust und verläßt die Vorrichtung 12 zum Beispiel über eine Rollenbahn 13.

[0009] Wie vor allem aus der Prinzipskizze von Fig. 1 hervorgeht, befindet sich in der Vorrichtung 12 ein aus Verpackungszuschnitten 5 bestehender Stapel 14, dessen jeweils oberster Verpackungszuschnitt 5 der Verarbeitungsposition 7 der Verpackungsstation 6 zugeführt werden muß. Dies geschieht längs des Pfeiles 15.

[0010] Der Stapel 14 wird gegebenenfalls komplett angehoben, woraufhin der jeweils oberste Verpackungszuschnitt 5 über die Verarbeitungsposition 8 hinweg bzw. über ein dort befindliches Paket 10 hinweg zur Verarbeitungsposition 7 transportiert und dort auf eine Unterlage abgesenkt wird. In der Verarbeitungsposition 7 nimmt der Verpackungszuschnitt 5 eine Lage derart ein, daß der aus Gegenständen 2 bestehende Stapel 3 auf ihn aufgeschoben oder auf ihn abgesetzt werden kann. Die Fig. 1 zeigt den Verpackungszuschnitt 5 in einer den Stapel 3 bereits teilweise umgebenden Lage.

[0011] In der Verarbeitungsposition 7 wird der Stapel 3 nicht nur auf den Boden des Verpackungszuschnittes 5 lagegenau platziert, sondern es werden dort auch die Seitenklappen des Verpackungszuschnittes 5 an den Stapel 3 geklappt und fixiert. Die Verpackung wird daher in der Position 7 bis auf den Deckel fertiggestellt.

[0012] Aus der Verarbeitungsposition 7 wird der teilweise verpackte Stapel 3 sodann in die Verarbeitungsposition 8 verschoben und dort oder auf dem Weg dorthin wird das Deckelteil 9 in die Schließlage gebracht. Auch wird es zweckmäßigerweise dort fixiert. Schließlich wird der verpackte Stapel 3 als Paket 10 aus der zweiten Verarbeitungsposition 8 der Verpackungsstation 6 ausgeschleust.

[0013] Die Bewegungsrichtung der Zuschnitte 5 und der Gegenstände 2 erfolgt zunächst grundsätzlich aufeinanderzu sowie parallel versetzt zueinander. Dabei werden die Zuschnitte 5 aus einer ursprünglichen Stapelhöhe zunächst angehoben, sodann über die Verarbeitungsposition 8 hinweg horizontal bis über die Verarbeitungsposition 7 bewegt und dort auf das Niveau des Stapel 3 abgesenkt. Der teilweise verpackte Stapel 3 bewegt sich aus der Verarbeitungsposition 7 in die Verarbeitungsposition 8 parallel zur Bewegungsrichtung der Verpackungszuschnitte 5, die horizontal über der Verarbeitungsposition 8 der Verarbeitungsposition 7 zugeführt werden. Das fertiggestellte Paket 10 wird quer zur Bewegungsrichtung des sich aus der Verarbeitungsposition 7 in die Verarbeitungsposition 8 bewegenden, teilweise fertiggestellten Paketes aus der Verpakkungsstation 6 ausgeschleust.


Ansprüche

1. Verfahren zum Verpacken von flachen, gestapelten Gegenständen (2), insbesondere von Briefhüllen, Verpackungsbeuteln und dergleichen, wobei zunächst die aus einer Produktionsmaschine (1) kommenden flachen Gegenständen (2) gestapelt und sodann in einer Verpackungsstation (6) zumindest teilweise unter Verwendung von mindestens einem Verpackungszuschnitt (5) verpackt und daraufhin weitertransportiert und aus der Verpackungsstation (6) ausgeschleust werden, wobei

a) die gestapelten Gegenstände (2) und die Verpackungszuschnitte (5) zum Erreichen der Verpackungsstation (6)

b) zunächst aufeinanderzu sowie parallel versetzt zueinander bewegt werden,

c) wobei aus Gegenständen (2) bestehende Stapel (3) zum Erreichen der Verpackungsstation (6) quer zur ursprünglichen Transportrichtung (4) der Gegenstände (2) bewegt und in Verpackungsstation (6) auf einen Verpackungszuschnitt (5) abgesetzt wird,

d) wobei der Stapel (3) in zwei Verarbeitungspositionen (7, 8) der Verpackungsstation (6) in den Verpackungszuschnitt (5) verpackt wird,

e) wobei er als Paket (10) quer zur ursprünglichen Transportrichtung (4) der Gegenstände (2) aus der Verpakkungsstation (6) ausgeschleust wird und

f) wobei der jeweils nächste Verpackungszuschnitt (5) über das die verpackten Gegenstände (2) enthaltende Paket (10) bzw. über die zweite Verarbeitungsposition (8) hinweg der ersten Verarbeitungsposition (7) der Verpakkungsstation (6) zugeführt wird.


 
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß der Stapel (3) in der ersten Verarbeitungsposition (7) in den Verpackungszuschnitt (5) dadurch teilweise verpackt wird, daß die Seitenklappen an den Stapel (3) herangeklappt und fixiert werden.
 
3. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß mindestens ein als Deckelteil (9) dienendes Teil des Verpackungszuschnittes (5) in der zweiten Verarbeitungsposition (8) auf dem teilweise fertiggestellten Paket (10) in die Schließlage gebracht und gegebenenfalls fixiert wird.
 
4. Vorrichtung zum Verpacken von flachen, gestapelten Gegenständen (2) insbesondere von Briefhüllen, Verpackungsbeuteln und dergleichen, wobei zunächst die aus einer Produktionsmaschine (1) kommenden flachen Gegenstände (2) stapelbar und sodann in einer Verpackungsstation (6) in Verpakkungszuschnitte (5) verpackbar und daraufhin weitertransportierbar und aus der Verpackungsstation (6) ausschleusbar sind, dadurch gekennzeichnet,

a) daß die flachen Gegenstände (2) und die Verpackungszuschnitte (5) zum Erreichen der Verpackungsstation (6)

b) zunächst versetzt sowie aufeinanderzu bewegbar sind,

c) daß die flachen Gegenstände (2) als Stapel (3) quer zu ihrer ursprünglichen Transportrichtung (4) in die Verpakkungsstation (6) transportierbar sowie auf einen Verpakkungszuschnitt (5) auflegbar sind,

d) daß der Stapel (3) sodann dort in der Verpackungsstation (6) in mindestens einem Verpackungszuschnitt (5) an zwei Verarbeitungspositionen (7,8) verpackbar ist,

e) daß er als Paket (10) quer zur ursprünglichen Transporteinrichtung (4) der flachen Gegenstände (2) aus der Verpackungsstation (6) ausschleusbar ist und

f) daß der jeweils nächste Verpackungszuschnitt (5) über das Paket (10) mit den verpackten Gegenständen (2) bzw. über die zweite Verarbeitungsposition (8) der Verpackungsstation (6) hinweg zur ersten Verarbeitungsposition (7) transportierbar ist.


 




Zeichnung