[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft ein neues Formgebungsverfahren, d.h. aus flexiblen
textilen Substraten werden dreidimensionale Formkörper mit funktionsgerechter Steifigkeit
durch Beschichten von in Form gebrachten Geweben hergestellt.
[0002] Die Versteifung der flexiblen textilen Substrate erfolgt durch Drahtflammspritzen
und/oder Lichtbogenspritzen und/oder Hochgeschwindigkeitsspritzen (HVOF) und/oder
durch Plasmasprühen. Durch unterschiedliche Auftragsdicken bzw. -mengen kann die funktionsgerechte
Steifigkeit des erzeugten Formteils erzielt werden. Wesentlich ist, daß der hergestellte
Formkörper mittels der üblichen Verbindungstechniken, wie z.B. Schweißen, Schrauben
etc. mit anderen Formkörpern wieder verbunden werden kann.
[0003] Die vorliegende Erfindung betrifft weiterhin einen asbestfreien oder von anderen
anorganischen faserigen Stoffen, mit Faserlängen von > 5 µm, einem Durchmesservon
< 3 µm, einem Längen/Durchmesser-Verhältnis von 3:1, freien flächigen Verbundwerkstoff,
d. h. einen Formkörper, der aus mindestens einer ersten Schicht aus einem textilen
Gittergewebe, -geflecht, -gewirk, - gestrick oder Vlies aus Aramidfasern und/oder
E-Glasfasern und/oder Siliciumdioxid-reichen Glasfasern und/oder Carbonfasern und
mindestens einer auf dieser ersten Schicht aufgebrachten zweiten Schicht aus Metall
und/oder Keramik besteht. Der Formkörper zeichnet sich durch eine funktionsgerechte
Steifigkeit aus und kommt vorwiegend als Weichstoffkompensator, als Rauchschürze,
als Feuerprallformteil (Feuerprallstein), als Formkörper zur thermischen Abschirmung
in der Kraftfahrzeugindustrie, als Stoßfänger oder als tragendes Bauteil im Leichtbau
zum Einsatz.
[0004] Asbest sowie sämtliche anorganische Fasern (künstliche Mineralfasern), d.h. also
auch Keramikfasern innerhalb eines bestimmten Faserverteilungsspektrums mit bestimmten
Faserlängen (> 5 µm Länge, Durchmesser < 3 µm, Längen/Durchmesser = 3:1) üben gesundheitsgefährdende
Wirkungen aus. Insbesondere ist von Asbest die gesundheitsschädliche Wirkung schon
sehr lange bekannt. Bei Keramikfasern weiß man zudem, daß diese lungengängig sind
und deshalb nach der neuen EU-Gesetzgebung (vgl. 3. VO zur Änderung der GefStVO sowie
TRGS 905) als K2-Gefahrstoff (Kanzerogenes Potential) eingestuft werden. Daher sollen
neue Werkstoffe bzw. daraus herstellbare Verbund-Formkörper bzw. -teile möglichst
ohne Verwendung der vorgenannten Fasern zur Verfügung gestellt werden. Einsatzgebiete
für derartige Werkstoffe (ohne die gesundheitsgefährdenden Fasern) sind z.B. die Herstellung
von Rauchgaskompensatoren, Feuerprallsteinen, Formkörpern für die Kfz-Industrie.
[0005] Als ein möglicher Ersatzwerkstoff kommen Glasfasergewebe und/oder Glasvliesstoffe
in Betracht. Derartige unbeschichtete Glasfasergewebe haben aufgrund der offenporigen
Struktur jedoch keinerlei Flammenumlenkungseigenschaften, sondern eher Flammenabsorptionseigenschaften.
Außerdem sind solche Gewebe nicht formstabil, was zu Erosion und Abtrag bei hohen
Heißluftgeschwindigkeiten führt.
[0006] In Heizkesselanlagen werden daher zur Zeit noch an der gegenüberliegenden Brennerseite
sogenannte Feuerprallsteine aus anderen Materialien eingesetzt, die für die Flammenumlenkung
in den nächsten Zug und damit die bessere Wärmeausnutzung der eingesetzten Energieträger
verantwortlich sind.
[0007] Klassischerweise werden jedoch für diesen Einsatzzweck Produkte benötigt, die eine
hohe Temperaturbeständigkeit von > 1000° C, aber auch eine umlenkende Wirkung und
keine absorbierende Wirkung für offene Flammen besitzen. Darüberhinaus benötigen derartige
Produkte ein hohes Maß an Isolationsfähigkeit, aber auch Formbeständigkeit.
[0008] Typischerweise bestehen derartige Produkte aus beispielsweise vakuumgeformten Keramikfaserverbundwerkstoffen.
Derartige Produkte werden derzeit mit Keramikfasern hergestellt, die lungengängig
sind und deshalb als K2-Gefahrstoff (Kanzerogenes Potential) eingestuft werden müssen.
[0009] Für die Herstellung von Rauchgaskompensatoren werden flexible, textile Produkte benötigt,
die die entsprechende Angular-, Torsions- und Axialbewegungen von Rauchgasleitungen
ausgleichen können.
[0010] Für Kompensatoren dieser Art werden nach der hier gültigen Norm DIN 18232 einerseits
Produkte benötigt, die schwer entflammbar, besser aber unbrennbarsind und gleichzeitig
aber eine hohe Rauchgasdichtheit sowohl bei Raumtemperatur als auch im Brandfall aufweisen.
[0011] Derartige Kompensatoren können bislang nur mit Hilfe eines aufwendigen Mehrlagenaufbaues
realisiert werden. Hier wird normalerweise die hohe Temperatur (gemäß der ETK nach
DIN 4102) über mehrere Lagen eines Isolationswerkstoffes abgebaut bzw. isoliert, bis
entsprechende gasdichte, aber niedrigtemperaturbeständige Polymermembranen für die
geringe Leckage sorgen können.
[0012] Aus der DE 38 20 922..C2 ist ein derartiger gewebeverstärkter Elastomer-Kompensator
bekannt. Dieser Kompensator enthält Fluorkautschuk als Elastomer-komponente und als
Verstärkung ein textiles Gittergewebe aus Aramidfaser und/oder E-Glasfaser in Kombination
mit der Fluorkautschuk-Elastomer-Komponente.
[0013] Auch in der Kfz-Industrie werden für bestimmte Einsatzzwecke neue leichtere Materialien
anstelle von z.B. starren Blechformteilen gesucht. Generell ist in diesem Zusammenhang
festzustellen, daß jedoch ein Trend zu leistungsfähigeren Motoren, gleichzeitig aber
zur einer kompakteren Bauweise erkennbar wird. Weiterhin steigt auch der Anteil elektronischer
Baugruppen in Kraftfahrzeugen sprunghaft an. Diese Entwicklung wirkt sich insbesondere
im Motorraum von Kraftfahrzeugen aus. Hier rücken temperaturinstabile Materialien
wie Gummipuffer, Gummilager etc. und Schwingungsdämpfer immer näher an den Motorblock
oder in die Nähe der Abgasanlage heran. Hier herrschen Temperaturen, die in einigen
Fällen über 1000° C liegen können. Um die spürbare Alterung oder Zerstörung dieser
temperatursensiblen Produkte zu verhindern, müssen diese Produkte vor der Hitze geschützt
werden. Das Gleiche gilt für elektrische oder elektronische Komponenten, wie z.B.
Kabelstränge.
[0014] Zur Zeit werden für die oben genannten Einsatzzwecke starre Blechformteile verwendet,
die zu Isolationszwecken als Sandwichblech mit Isolationseinlage tiefgezogen werden.
Als Kabelisolation verwendet man häufig polymerbeschichtete Glasgewebe oder kaschierte
Glasgewebe.
[0015] Starre Blechformteile bieten den Vorteil, daß aufgrund der Maßgenauigkeit starrer
Formteile, bewegbare Komponenten oder andere Baugruppen sicher vorbeigeführt werden
können. Andererseits sind derartige Abschirmungen durch die entsprechenden Umformungsprozesse
aufwendig zu fertigen und vergleichsweise schwer. Sie bieten auch aufgrund der Schwingungsverhalten
das Risiko der Berührung benachbarter Komponenten und damit das Problem der Geräuschentwicklung.
Bei vielen Anwendungsfällen sind aber auch zum Beispiel gerade aus schwingungstechnischer
Sicht, wie z.B. Ermüdung, Vibrieren und Bruch von Blechteilen, starre Bauteile kein
geeigneter Werkstoff. Hinzu kommt, daß ein späterer Revisionsfall oder eine Montage
benachbarter Bauteile durch ein starres Bauteil eingeschränkt oder verhindert werden
kann.
[0016] Aus dem Stand der Technik ist allerdings schon lange bekannt, bestimmte Trägermaterialien
mit Schichten aus keramischem Material (oxidische oder nicht oxidische Keramikschichten)
zu versehen. Weiterhin ist es bekannt, Textilien mit anhaftenden Metallauflagen zu
versehen. Beispielsweise ist aus der DE-OS 26 59 625 und DE-PS 31 27 505 ein Verfahren
zur Metallisierung von Textilien bekannt Bei der DE-OS 26 59 625 geht es um die Metallisierung
eines abgeschnittenen Textilstückes, die mittels eines elektrochemischen Verfahrens
erfolgt. Danach wird das metallisierte Textilstück zusammen mit anderen nicht-metallisierten
Textilstücken gleichen Zuschnittes mit Kunstharz getränkt und zu einem Stapel zusammengepreßt,
um zu vermeiden, daß die starre Metallschicht bei Biegungen brechen oder reißen könnte.
Das Ganze dient vorrangig gedruckten Schaltungen. Weiterhin ist es bekannt, Verschleißschutzschichten
auf glasfaserverstärkten Kunststoffwerkstoffen, wie z.B. Walzen, Rohren und Flachteilen
mittels thermischem Spritzen aufzubringen.
[0017] Polymerbeschichtete textile Gewebe zeigen im Gebrauch in vielen Fällen eine mangelnde
Temperaturpermanenz und das Problem der Brennbarkeit der aufgebrachten Beschichtung.
[0018] Aus dem Stand der Technik sind somit Beschichtungen bekannt, die grundsätzlich mit
polymeren Binder-oder Grundsystemen durchgeführt werden. Diese bringen allerdings
für bestimmte Anwendungsgebiete häufig Nachteile mit sich. Der organische Begleitstoffanteil
führt zu Glühverlust, Abquahnen und Geruchsbelästigung bei Temperaturbeaufschlagung.
Weiterhin ergibt sich bei Temperaturbelastung eine mangelnde Permanenz des Produkts.
Diese Materialien können also grundsätzlich nicht in DIN 4102 als unbrennbar (A1)
eingestuft werden.
[0019] Weiterhin ist auch die Plasmasprühbeschichtung von Geweben für den Einsatz in der
Elektrotechnik bekannt. Entsprechende Verfahren und Anwendungen beschreiben US-A-4,357
387, US-A-4,713,284 und DE-U-90 12 342.
[0020] Außerdem ist es z.B. aus WO 96/03277 bekannt, Schutzkleidung aus Flächengebilden
dadurch herzustellen, daß mittels einer Plasmabesprühung eine Schicht eines keramischen
Materials auf ein Trägermaterial aufgebracht wird.
[0021] EP 0 331 270 A2 beschreibt ein CVD-Beschichtungsverfahren für Metalle, wobei ausschließlich
die Einzelfasern beschichtet werden. Eine flächige metallische Beschichtung auf Textilien
im Sinne einer Filmbildung und damit eine Versteifung der textilen Materialien ist
somit nicht möglich. In EP 0 331 270 A2 wird thermisches Spritzen oder Plasmabeschichtung
nicht erwähnt.
[0022] JP 05347493 A beschreibt das Herstellen eines Abschirmmaterials. Hier handelt es
sich um eine Einlagerung von Pulver, welche im Anschluß daran mit dem Substrat unter
Hitze verpreßt wird. Thermisches Spritzen wird in JP 05347493 A nicht erwähnt.
[0023] JP 07300768 offenbart das Beschichten eines Polybenzazolfaser-Textilerzeugnisses.
Die Polybenzazolfasern sind organischen Ursprungs und zeigen eine wesentlich niedrigere
Temperaturstabilität als E-Glasfasern. Darüber hinaus sind die Polybenzazolfasern
zwar schwer entflammbar, aber eben nicht unbrennbar.
[0024] JP 08049026 beschreibt netzwerkähnliche Körper bzw. deren Beschichten mittels thermischem
Spritzen. Kennzeichnend für die JP 08049026 ist jedoch die Verwendung von thermisch
nicht stabilen Materialien, die nach dem Beschichtungsvorgang ausgebrannt werden.
Als Resultat verbleibt dann das Skelett der eigentlichen Beschichtung.
[0025] JP 05202462 beschreibt Tapeten aus Kokosfasern, die zum Zwecke der Dekoration, zur
EMV-Abschirmung und zur akustischen Abschirmung geeignet sind. Mit derartigen Substraten
ist sicherlich keine thermische Abschirmung im Sinne von Hochtemperaturabschirmung
und sicherlich keinerlei Brandabschottung gegenüber offenen Flammen machbar.
[0026] WO 97/34026 beschreibt das Beschichten vielerlei Materialien wie synthetischer Materialien,
etc. mit niedrigschmelzenden Metallen mittels Lichtbogenspritzens. Eine innige Verbindung
der im geschmolzenen Zustand aufgespritzten metallischen oder keramischen Partikel
mit den Fasergeweben ist nicht gegeben, wie aus Fig. 2 der WO 97/34026 hervorgeht.
[0027] JP 60208467 beschreibt das Beschichten von Fasermaterialen mit Metallen, zur Herstellung
eines flexiblen Materials mit hervorragender elektrischer Leitfähigkeit. Der Verfahrensablauf
gemäß der JP 60208467 ist derart, daß Rohgewebe mit organischen Komponenten vorbeschichtet
wird und dann eine Metallbeschichtung erfolgt. Die Artikel sind per se nicht für die
Anwendung im Hochtemperaturbereich oder in Applikationen mit Einwirkung offener Flammen
geeignet.
[0028] US 5,198,290 beschreibt die Herstellung von metallbeschichteten Textilerzeugnissen,
die z.B. zur Abschirmung von Elektromotoren verwendet werden können. Gemäß der US
5,198,280 erfolgt der Erhalt der Steifigkeit der erzeugten Artikel ausschließlich
durch die Kombination mit anderen Materialien oder durch Aufkdeben. Die in-jedem Fall
vorgenommene Kombination mit organischen Komponenten macht den Einsatz als Hochtemperaturabschirmung
und Brandschutz unmöglich.
[0029] Der vorliegenden Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, ein neues Verfahren
zur Herstellung von Formkörpern mit funktionsgerechter Steifigkeit aus flexiblen textilen
Substraten zur Verfügung zu stellen. Die flexiblen textilen Substrate sollen aus als
gesundheitlich unbedenklich eingestuften Fasern hergestellt werden. Diese neuen Formkörper
sollen in verschiedenen Einsatzgebieten, wie der Kfz-Industrie, d.h. im Fahrzeugbau
bzw. in der Robotertechnik, eingesetzt werden können und dort die bisher gebräuchliche
Formteile ersetzen.
[0030] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch ein Verfahren zur Herstellung von Formkörpern
mit funktionsgerechter Steifigkeit aus flexiblen textilen Substraten, wobei die Formkörper
kraft-, Stoff- und formschlüssig mit anderen Formkörpern verbindbar sind, wobei man
mittels Drahtflammspritzen und/oder Lichtbogenspritzen und/oder Hochgeschwindigkeitsspritzen
(HVOF) geschmolzener, metallischer und ggfs. keramischer Partikel auf wenigstens eine
textile Gittergewebebahn, ein -geflecht, -gewirk, -gestrick oder ein Vlies aus Aramidfasern
und/oder E-Glasfasern und/oder Siliciumdioxid-reichen Glasfasern und/oder Carbonfasern
dieses textile Substrat durchtränkt, so daß eine innige Verbindung der im geschmolzenen
Zustand aufgespritzten, metallischen und ggfs. keramischen Partikel teilweise mit
den Gewebefasem und teilweise unter sich eine innige Verbindung erzeugt wird und durch
Einbinden der Fasern eine Formsteifigkeit erzielt wird, wobei die flexiblen, textilen
Substrate aus faserigen Stoffen oder Fasern bestehen, die von Asbest oder anorganischen
faserigen Stoffen mit Faserlängen mit einer Länge > 5 µm, einem Durchmesser < 3 µm
und einem Länge-Zu-Durchmesser-Verhältnis von> 3:1 frei sind. Die Formkörper sind
hierbei Weichstoffkompensatoren, Feuerprallformteile, Formteile zur thermischen Abschirmung
in der Kraffahrzeugindustrie. Rauch- bzw. Brandschürzen, Filtereinsätze oder Stoßfänger
(s. Anspruch 1).
[0031] Weiterhin wird diese Aufgabe durch ein Verfahren zur Herstellung von Formkörpern
mit funktionsgerechter Steifigkeit aus flexiblen textilen Substraten gelöst, wobei
die Formkörper kraft-, stoff- und formschlüssig mit anderen Formkörpern verbindbar
sind, dadurch gekennzeichnet, daß man als textiles Substrat eine textile Gittergewebebahn,
ein -geflecht, -gewirk-, -gestrick oder ein Vlies aus Aramidfasern und/oder E-Glasfasern
und/oder Siliclumdioxid-relchen Glasfasern und/oder Carbonfasern auswählt, wobei das
textile Substrat von Asbest oder anorganischen faserigen Stoffen oder Fasern mit einer
Länge > 5 µm, einem Durchmesser < 3 µm und einem Länge-zu-Durchmesser-Verhältnis von
>3:1 frei ist, von der Bahn einen flächigen Zuschnitt abtrennt oder ausstanzt und
diesen Zuschnitt oder diese Ausstanzung mittels Drahtflammspritzen, und/oder Lichtbogenspritzen
und/oder Hochgeschwindigkeitsspritzen (HVOF) geschmolzene metallische und ggfs. keramische
Partikel auf wenigstens eine Oberfläche des flächigen Zuschnitts aufspritzt, so daß
die im geschmolzenen Zustand aufgespritzten metallischen und ggfs. keramischen Partikel
teilweise mit den Gewebefasern und teilweise unter sich eine innige Verbindung eingehen
und Formsteifigkeit erzielt wird (s. Anspruch 4).
[0032] Weiterhin wird diese Aufgabe durch die Formkörper mit funktionsgerechter Steifigkeit
gemäß Anspruch 10 gelöst.
[0033] In den Unteransprüchen sind vorteilhafte Ausführungsformen der Erfindung enthalten.
[0034] Überraschenderweise haben die Erfinder festgestellt, daß man flexible textile Substrate
in Formkörper mit funktionsgerechter Steifigkeit durch Beschichtung von in Form gebrachten
Geweben überführen kann. Dies ist darauf zurückzuführen, daß die im geschmolzenen
Zustand aufgespritzten, metallischen und ggfs. keramischen Partikel teilweise mit
den Gewebefasem und teilweise unter sich eine innige Verbindung eingehen. Hierdurch
entsteht ein Schicht bzw. ein Formkörper, der relativ biegsam ist und sich daher ohne
Gefahr einer Rißbildung in weiten Grenzen verformen läßt. Der hergestellte erfindungsgemäße
Formkörper kann kraft-, stoff- und formschlüssig mit anderen Formkörpern durch übliche
Verbindungstechniken, wie z.B. Schweißen, Schrauben, etc. verbunden werden. Dies wird
dadurch erreicht, daß man partiell höhere Auflagendicken um die Verbindungsstellen
herum aufbringt
[0035] Dieser erfindungsgemäße Verbundwerkstoff bzw. der Formkörper besteht aus mindestens
einer ersten Schicht aus einem textilen Gittergewebe, -geflecht, -gewirk, - gestrick
oder Vlies aus Aramidfasern und/oder E-Glasfasern und/oder Siliziumdioxid-reichen
Glasfasern und/oder Carbonfasern und mindestens einer auf dieser ersten Schicht mittels
Plasmasprühen, mittels Flammsprühen aufgebrachten zweiten Schicht aus Metall u nd/oder
Keramik.
[0036] Der erfindungsgemäße flächige Verbundwerkstoff bzw. der Formkörper kann entweder
ein Weichstoffkompensator, ein Feuerprallformteil, ein Formkörper für die Kfz-Industrie
oder ein tragendes Bauteil im Leichtbau sein. Beispiele für Formkörper in der Kfz-Industrie
sind z.B. Wärmeabschirmteile im Bereich des Motorblocks eines Kraftfahrzeuges oder
Stoßfänger. Weiterhin kommen Kabelstrangisolationen und Hebelarme in der Robotertechnik
als Einsatzgebiete in Betracht. Als stabilisierende Komponenten im Fahrzeugbau können
ebenfalls die erfindungsgemäßen Verbundstrukturen eingesetzt werden. Durch eine partielle
Aufdickung der Beschichtung können an bestimmten Stellen Schweißverbindungen oder
andere Arten von Verbindungen wie Schraubverbindungen hergestellt werden. Weiterhin
kann durch eine partielle Aufdickung der Beschichtung der Formkörper hinsichtlich
der Steifigkeit angepaßt werden. Durch einen kontinuierlichen Übergang von Metall
zu Textil wird erfindungsgemäß ein Gradientenwerkstoff mit entsprechend unterschiedlichen
Eigenschaften von weich, flexibel bis steif, formbeständig geschaffen. Durch die Beschichtung
von Geweben wird außerdem das Ausfransen und die Verschiebbarkeit der Glasgewebefasern
verhindert.
[0037] Die erste Lage aus dem textilen Substrat kann aus ein oder mehreren Schichten bestehen.
Als Material kommen hier Aramidfasern und/oder E-Glasfasern und/oder Siliziumdioxid-reiche
Glasfasern und/oder Carbonfasern in Betracht. Die Siliziumdioxid-reichen Glasfasern
haben einen SiO
2-Gehalt von über 95 %. Daher sind Textilien aus Siliziumdioxid-reichen Glasfasern
sehr temperaturstabil, d.h. bis 1100° C.
[0038] Vliesstoffe, d.h. sogenannte Nadelmatten können derzeit bis zu Dicken von 75 mm bei
Dichten von < 200 kg/cm
3 erzeugt werden.
[0039] Die erfindungsgemäß für als "Substrat" eingesetzten textilen Flächengebilde haben
aufgrund der offenporigen Struktur keinerlei Flammenumienkungseigenschaften, sondern
eher gegenteilig Flarnrnenabsorptionseigenschaften. Daher wird hier erfindungsgemäß
eine Beschichtung aus Metall und/oder Keramik mittels Drahtflammsprühen, Lichtbogensprühen,
aufgebracht. Die metallischen oder keramischen Partikel bestehen insbesondere aus
Al, AI-Legierungen, Cu-Legierungen, Cr-Ni-Legierungen, Titan, V4-A-Stahl, Al
2O
3, Cr
2O
3, TiO
2, TBC-ZrO
2, ZrO
2-CaO, oder gemischten Oxiden der vorgenannten Nichtmetalle. Die Beschichtung, insbesondere
aus Aluminium oder hochvergütete Stähle, z.B. V4-A-Stahl oder aus Chrom-Nickel-Legierungen
wirkt dabei gleichzeitig stabilisierend auf die endgültige Farm. Dies hängt allerdings
von der Dicke der Metallbeschichtung ab. Diese kann im Bereich von 0,1 bis 5 mm, insbesondere
0,1 bis 1,4 mm, liegen.
[0040] Durch die Beschichtung wird die Erosion der Fasern und deren Abtrag bei den hier
auftretenden hohen Heißluftgeschwindigkeiten verhindert. Weiterhin wird durch die
Beschichtung eine Flammenumkehrung erzielt sowie eine Formstabilisierung erreicht.
[0041] Gemäß dem einer Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens geht man von einer
textilen Bahn als Substrat aus. Diese Bahn wurde bereits mittels des thermischen Spritzens,
d.h. insbesondere mit Drahtflammspritzen und/oder Lichtbogenspritzen mit einer Schicht
aus Metall wie z. B. Aluminium versehen. Aus dieser beschichteten Bahn stellt man
dann einen flächigen Zuschnitt her. Dieser flächige Zuschnitt kann dann auf der Rückseite
wiederum mit Metall beschichtet werden. Vorteilhaft ist es, wenn auch die Schnittkanten
mit Metall beschichtet sind. Erfindungsgeäß ist es also möglich, die textile Gewebebahn
kontinuierlich oder diskontinuierlich oder als Zuschnitt oder als Ausstanzung zu beschichten.
[0042] Erfindungsgemäß läßt sich somit ein Formkörper, wie z.B: ein Weichstoff-Kompensator,
ein Feuerprallformteil oder ein Formteil für die Kfz-Industrie herstellen.
[0043] Erfindungsgemäß ist es somit erstmalig gelungen, die Verbindung von hochtemperaturbeständigen
Glas- und Spezialglas (Kleselglas-) geweben oder Vliesen d.h. textilen Flächenprodukten
mit einer anorganischen filmbildenden Beschichtung zu versehen, daß daraus ein praxisnahes
Produkt, z.B: einen Hochtemperatur-Kompensator, hergestellt werden kann, und/oder
daß durch die Beschichtung direkt ein Formkörper erzeugt wird.
[0044] Der erfindungsgemäße flächige Verbundwerkstoff bzw. der Formkörper kann, wie bereits
oben ausgeführt wurde, ein Weichstoff-Kompensator, ein Feuerprallformteil bzw. ein
Formteil zur thermischen Abschirmung in der Kfz-Industrie sein.
Formteile zur thermischen Abschirmung
[0045] Durch Vakuumtiefziehen wurde ein geeignetes drapierfähiges Gewebe in eine dreidimensionale
Struktur gezogen und fixiert.
Mithilfe des Verfahrens des thermischen Spritzens von z.B. Aluminium wird zunächst
durch das gleichmäßige Aufbringen einer dünnen Beschichtungslage von ca. 75 g/m
2 Aluminium eine Fixierung der Gewebestruktur erreicht. Durch das Beschichtungsverfahren
wird gleichzeitig ermöglicht, daß örtlich eine Erhöhung der Auflagemenge realisiert
werden kann. Die Verfahrensführung ermöglicht prinzipiell diese Auflagedicke bis hin
zu mehreren Zentimetern aufzubauen. Dies wird ausgenützt um an, für den Formkörper
statisch wichtigen Stellen eine Versteifung bis hin zur absoluten Formstabilität und
Härte zu erreichen. Dies gilt auch für Positionen im Formkörper an denen eine bewegbare
Komponente sicher und funktionsfähig vorbeigeführt werden muß. Gleichzeitig kann an
anderen Stellen des Formkörpers eine Beschichtungsmenge gewählt werden die die Forderungen
der absoluten Fasereinbindung und der thermischen Abschirmung und Dichtigkeit so erfüllt,
daß aber trotzdem der textile und flexible Charakter dieses Abschnitts erhalten bleibt.
Die Übergangszonen zwischen welchen, textilen, flexiblen Zonen und formgebenden und
formstabilisierenden, harten Zonen des Formkörpers entspricht dabei einem kontinuierlichen
Stoffübergang im Sinne eines Gradientenwerkstoffes.
[0046] Ein wichtiger Vorteil des Herstellungsverfahrens ist, daß auch die klassische Befestigungstechnik
mittels Schrauben durch die örtliche Verstärkung der Schraubendurchführung soweit
verstärkt werden kann, daß eine sichere Schraubbefestigung ohne zusätzliche Hilfsmittel
wie Ösen realisierbar ist. Auch dies geschieht durch das gradierte Aufbringen der
Beschichtungsauflage. Im Extremfall kann durch eine ausreichend hohe Metallauflage
auf dem textilen Träger auch über Schweißnähte oder Punktverschweißung eine Befestigung
des textilen Gradientenwerkstoffs erzielt werden.
[0047] Gradientenwerkstoffe können hierbei nicht nur in der Form erzeugt werden, daß ein
Gradient hinsichtlich der Auflagemenge, sondern auch bei der Verwendung der Beschichtungswerkstoffe
realisiert wird. Im konkreten Fall kann durch eine Vorbeschichtung mit einem anderen,
duktileren Metall z.B. Zink, einerseits die Haftung der Beschichtung auf dem textilen
Träger, andererseits die Sprödigkeit der Beschichtung beeinflußt werden um z.B. enge
Radien innerhalb eines Formteiles gestalten zu können..
[0048] Üblicherweise kommen hier Vorbeschichtungen in der Auflagemenge um ca. 50 g/m
2 zum Einsatz. Natürlich können diese Vorbeschichtungen auch örtlich begrenzt aufgebracht
werden, um anschließend nach Bedarf mit einer entsprechenden Deckschicht z.B. Aluminium
versiegelt zu werden. Somit bezieht sich der Begriff Gradientenwerkstoff nicht nur
auf unterschiedliche Beschichtungsmengen sondern auch auf unterschiedliche Beschichtungsmaterialien
die funktionsbezogen, kontinuierlich übergehend aufgebracht werden können.
[0049] Die Vorteile eines derartigen Formteils in der konkreten Anwendung als Abschirmteil
liegen im wesentlich günstigeren Klang- bzw. akustischen Verhalten bei gleichen Wärmeabschirmeigenschaften.
So sind die sonst üblichen großen Mindestabstände von klassischen Sandwichblechen
von Karrosserieteilen nicht mehr essentiell einzuhalten. Dies führt zur Flexibilisierung
bei der Auslegung entsprechender Abschirmteile insbesondere bei großer Raumenge. Die
Gewichtsreduzierung im Vergleich zu den bisherigen Werkstoffen ist ebenfalls erheblich
und kann wie im konkreten Fall 50 % betragen. Ein weiterer Vorteil der erfindungsgemäßen
Formkörper liegt darin, daß sie feuchtigkeitsundurchlässig sind.
[0050] Nicht in jedem Fall muß eine thermische Abschirmung allerdings den Charakter eines
vorgeformten Bauteils haben. Oft wird allein durch die Wahl der Befestigungspunkte
eine Formgebung realisiert. Derartige Lösungen wurden klassischerweise schon mit den
oben beschriebenen Textilien mit polymerer Beschichtung realisiert. Derartige Produkte
weisen neben den angeführten Nachteilen der mangelnden Temperaturpermanenz der Beschichtung
und der Brennbarkeit auch Nachteile in der Befestigungstechnik und der Wärmeabstrahlung
(IR-Emission) auf. Im konkreten Fall müssen die Schraubendurchführungen mittels Ösen
gesichert werden, weil bei Temperaturbelastung die durch die Beschichtung erreichte
Ausreißfestigkeit in den Befestigungspunkten durch die Zerstörung der Beschichtung
vollständig verloren geht Die erfindungsgemäßen Formteile weisen temperaturpermante
Beschichtungen auf und können in den Befestigungspunkten zusätzlich verstärkt werden
(Gradientenbeschichtung). Sie bieten daher eine absolute Ausreißsicherheit. Der im
Vergleich zu polymeren Beschichtungsystemen ca. halbierte IR-Emissionskoeffizient
führt darüberhinaus zu einem ebenfalls halbierten Energieeintrag durch den Wärmestrahlungsanteil
in die zu schützenden Aggregate. Bei den im Zusammenhang mit der Erfindung beschriebenen,
relativ einfachen geometrischen Formen kann der erfindungsgemäße Formkörper durch
eine Beschichtungsauflage von ca. 300 g/m
2 als kaltverformbarer Werkstoff hergestellt werden, der durch die Verformbarkeit wiederum
erleichterte Montage und Stabilität bietet.
[0051] Die Erfindung soll nun anhand der folgenden Beispiele und Figuren näher beschrieben
werden, ohne diese jedoch darauf zu limitieren.
[0052] Es zeigen:
- Fig. 1a
- eine schematische Draufsicht eines erfindungsgemäßen Formkörpers, nämlich einer Rauchschürze;
- Fig. 1b
- einen Querschnitt einer erfindungsgemäßen Rauchschürze;
- Fig. 1c
- einen Längsschnitt einer erfindungsgemäßen Rauchschürze;
- Fig. 2a
- eine schematische Draufsicht eines erfindungsgemäßen Filtereinsatzes;
- Fig. 2b
- einen Querschnitt eines erfindungsgemäßen Filtereinsatzes;
- Fig.3
- eine schematische Draufsicht eines erfindungsgemäßen Wärmeabschirmteils;
- Fig. 4a
- einen Schnitt des Wärmeabschirmteils gemäß der Linie A-A gemäß Fig. 3;
- Fig. 4b
- einen Schnitt des Wärmeabschirmteils gemäß der Linie B-B gemäß Fig. 3;
- Fig. 4c
- einen Schnitt des Wärmeabschirmteils gemäß der Linie C-C gemäß Fig. 3;
- Fig. 4d
- einen Schnitt des Wärmeabschirmteils gemäß der Linie D-D gemäß Fig. 3;
- Fig. 5
- einen erfindungsgemäßen Rauchgas-Kompensator; und
- Fig. 6
- ein tragendes Bauteil im Leichtbauteil (Hebelarm in der Robotertechnik).
Beispiel 1
Herstellung eines erfindungsgemäßen Rauchgas-Kompensators
[0053] Ein leinwandbindiges Glasgewebe iso-GLAS®-Gewebe Typ 1115 wurde kontinuierlich in
einer Breite von 33 cm auf beiden Seiten mit elementarem Aluminium nach der Methode
des Drahtflammspritzens beschichtet.
[0054] Hierfür wurde eine Spritzpistole auf einer steuerbaren traversierenden Einrichtung
montiert. Gleichzeitig wurde das Gewebe in Längsrichtung weiterbewegt.
[0055] Der Abstand vom Spritzkopf zum Gewebe beträgt 200 mm. Der erhaltende Durchmesser
des Spritzkegels beträgt 20 mm mit sehr geringem overspray.
[0056] In der hier erwähnten Konfiguration ergibt sich eine Beschichtungsgeschwindigkeit
von ca. 30-40 m
2/h pro Seite.
[0057] Die hier gewählte Beschichtungsmenge betrug 150 g/m
2 pro Seite. Insgesamt beim Fertigartikel somit ca. 300g/m
2 mit einem Gesamtgewicht des Fertigartikels von ca. 1400 g/m
2. Generell ist durch mehrere Beschichtungsdurchläufe eine beliebig hohe Aluminiummenge
auftragbar. Konkrete Versuche auf unterschiedlichen Geweben und Vliesstoffen zeigen
Beschichtungsauflagen einseitig von 500g/m
2 bis hin zu ca. 1000 g/m
2, was einer Schichtstärke von ca. 1,4 mm entspricht. Bei Artikeln dieser Art sinkt
die Flexibilität; hier ist dann aber eine entsprechende Formstabilität erzielbar.
[0058] Bei der hier angewendeten Beschichtungsauflage von je 150 g/m
2 erzielt man einerseits die temperaturunabhängige geringe Leckage (gleichbedeutend
mit einer gleichbleibenden Dichtigkeit über den Anwendungstemperaturbereich). Andererseits
erhält man trotz Beschichtung die notwendige Flexibilität und Beweglichkeit des Artikels.
[0059] Weiterhin steigt durch die Beschichtung die Formbeständigkeit des Gewebes; damit
erzielt man aber auch eine wesentlich verbesserte Konfektionierbarkeit. Dies bedeutet
insbesondere eine verbesserte Zuschnittmöglichkeit ohne Ausfransen von Kett- oder
Schußfäden; gleichzeitig erhält man ansatzweise eine Versiegelung der Schnittkanten
durch ein Verpressen oder Verquetschen der Schnittzone mit dem als Beschichtung aufgebrachten
Aluminium.
[0060] Als Verbindungstechniken kommen hierbei sowohl klassische textile Techniken wie Nähen
in Frage. Generell ist auch an eine Schweißverbindung zu denken. Erreichbar ist die
letztere Möglichkeit durch gezieltes Aufbringen einergrößeren Menge Aluminium an den
Überlappungsstellen oder Verbindungsstellen, so daß eine Verschweißung der Metallbeschichtung
nach üblichen Verfahren des Schweißens von Aluminium möglich wird.
Beispiel 2
Herstellung eines erfindungsgemäßen Rauchgas-Kompensators
[0061] Hierzu wurde ein Schlauch aus Siliziumdioxid-reichen Glasfasern auf eine rotierende
Metallwelle gezogen und darauf befestigt. Durch das Verfahren des thermischen Spritzens
wurde zunächst auf diesen Schlauch eine gleichmäßige dünne Schicht (ca. 75 g/m
2 Aluminium zur Stabilisierung des Schlauches aufgebracht. An den jeweiligen Endstücken
wurde in der Folge eine wesentlich stärkere Auflage realisiert Diese betrug im konkreten
Fall ca. 1,5 cm Wandstärke. Der Übergang von der dünnbeschichteten Oberfläche hin
zu den Endbereichen erfolgte kontinuierlich.
[0062] Damit entsteht ein Metallverbundwerkstoff in Rohrform der im Innenteil weich, flexibel
und sowohl Axial, als auch Radialbewegungen aufnehmen und ausführen kann. Die Beschichtungsauflage
im Innenteil ist jedoch so gewählt, daß auch im Innenteil eine ausreichende Rauchgasdichtheit
erzielt wird. Der textile Trägerschlauch dient hierbei zur Isolation der durch die
heißen Rauchgase übertragenen Temperaturen und in Verbindung mit der Beschichtungsauflage
zur Rauchgasabdichtung. Darüberhinaus sorgt der textile Schlauch im innigen Materialverbund
von Metall und Textil für die entstehende Steifigkeit und Standfestigkeit des Gesamtteiles.
[0063] In den Randbereichen des Kompensators wurde in einem weiteren Arbeitsschritt das
aufgetragene Material spanabnehmend bearbeitet (nachgedreht), so daß ein Verbindungsflansch
oder eine Verbindungsmuffe entsteht.
[0064] Mit Hilfe dieses kontinuierlichen Übergangs von flexiblen, beweglichen Baugruppen
zu starren und stabilen Zonen kann das Problem der Anbindung von derartigen Faserverbund-
oder Gradientenwerkstoffen elegant gelöst werden.
[0065] Als Verbindungstechniken kommen sowohl geschraubte, geflanschte oder geschweißte
Verbindungen in Frage.
Beispiel 3
Herstellung eines erfindungsgemäßen tragenden Bauteils (Leichtbau)
[0066] Hierzu wurde ein Schlauch aus p-Aramidfaseen über eine rotierende Welle gezogen und
in der gleichen Art und Weise beschichtet wie in Beispiel 2 beschrieben. Hier beträgt
allerdings die anfänglich, gleichmäßig über die gesamte Schlauchbreite aufgebrachte
Schichtstärke mehr als 400 g/m
2. Im Anschluß werden die Endbereiche örtlich massiv verstärkt, so daß auch hier in
einem weiteren Verarbeitungsschritt eine spanabhebende Behandlung durchgeführt werden
kann.
[0067] Das Endprodukt muß auch hier wegen des kontiniuerlichen Übergangs vom Innenteil des
Rohres zum Außenbereich als Gradientenwerkstoff bezeichnet werden. Durch die Faserverbundstruktur
von Metall und Aramidfasern wird hier allerdings ein stabiles tragendes Leichbauteil
erzeugt, dessen Verbindung zu anderen Bauteilen wiederum durch Schweißen, Flanschtechnik
oder Schrauben optimal gelöst werden kann. Die Verwendung kann z.B. als Hebelarm in
der Robotertechnik; als stabilisierende Komponente im Fahrzeugbau eingesetzt werden.
Beispiel 4
Herstellung eines erfindungsgemäßen Feuerprallformkörpers (Feuerprallstein)
[0068] Als textiles Flächengebilde wurde sogenanntes isoTHERM®S-Material eingesetzt, das
bis 1100° C temperaturstabil ist Es handelt sich hierbei um Siliziumdioxid-reiche
Glasfasern mit einem SiO
2-Gehalt von über 95 %. Vliesstoffe aus iso THERM®S, d.h. sogenannte Nadelmatten, können
bis zu Dicken von 75 mm als sehr kompakte Plattenwaren erzeugt werden.
[0069] Da Vliesstoffe dieser Art aufgrund der offenporigen Struktur keinerlei Flammenumlenkungseigenschaften,
sondern eher gegenteilig Flammenabsorptionseigenschaften aufweisen, kann hier nur
durch geeignete geschlossene, temperaturstabile-Beschichtung eine Lösung erzielt werden.
[0070] Die Beschichtung muß hierbei gleichzeitig stabilisierend für die endgültige Form
wirken; ebenfalls muß diese Beschichtung die Erosion von Fasern und deren Abtrag bei
den hier auftretenden hohen Heißluftgeschwindigkeiten verhindern.
[0071] Ein oben beschriebenes Standardvlies der Dicke 45 mm und der Dichte > 200 kg/m
3 wurde mechanisch in die vorgegebene Form gepreßt und gestanzt.
[0072] Das so vorliegende labile Formteil wurde nun senkrecht stehend eingespannt.
[0073] Als Trägerschicht wurde zunächst nach dem Drahflammspritzverfahren eine dünne Schicht
Aluminium aufgebracht, ca. 70 g/m
2. Auf die derart vorbereitete Oberfläche wurde dann nach dem Drahtflammspritzverfahren
Al
2O
3 aufgespritzt. Die Auftragsmenge liegt im konkreten Bereich bei ca. 300-500 g/m
2. Der Abstand der Spritzdüse zum Vlies liegt bei 110 mm. Die Beschichtung wird ebenfalls
durch die traversierende Bewegung der Spritzpistole und die gleichzeitig horizontale
Bewegung der Spritzpistole sehr gleichmäßig erzielt.
[0074] Es resultiert hieraus eine Stabilisierung des Formteils durch die relativ bruchstabile,
geschlossene Keramikschicht aus Al
2O
3. Durch die Geschlossenheit der Oberfläche wird ein sehr gutes Flammenumlenkverhalten
erreicht. Eine Abrasion oder Erosion der Fasern kann ebenfalls durch die geschlossene,
temperaturstabile Schicht ausgeschlossen werden.
[0075] Die Isolationsfähigkeit des Produktes wird durch die bekannten wärmetechnischen Eigenschaften
des Faservlieses ebenfalls gewährleistet.
Beispiel 5
Herstellung einer erfindungsgemäßen Rauchschürze
[0076] Aus einem V4A-drahtverstärktern Glasgewebe wurden Rauchschürzen aus Mtex→ (Warenbezeichnung
der Fa. Frenzelit, Deutschland für mit Metallen beschichtete technische Textilien)
hergestellt.
Hierzu wurde dieses Gewebe zunächst flächig gleichmäßig, beidseitig mit einer Beschichtungsauflage
von ca. 150-200g/m
2 Aluminium beschichtet. Über die Gewebebreite vzw. 1 m wurde im Anschluß daran ein
ca. 20mm breiter Streifen bis auf eine Enddicke von 2 mm beschichtet, damit versteift
und stabilisiert. Dies wurde in einem kontiniuerlichen Verfahren, abhängig von der
gewünschten Länge des Vorhanges, z.B. 2m immer wieder in dieser Art durchgeführt.
Ebenso wurden die Geweberänder auf ca. 20 mm Breite bis auf eine Beschichtungsauflage
von ca. 400 g/m
2 verstärkt.
Das Resultat sind also endlose Bahnen die alle 2 1fm ein 20 mm breites und 2mm starkes
Band aufweisen, vor dem dann geschnitten werden kann; zusätzlich weisen diese Bahnen
eine Randverstärkung auf.
[0077] Auch hier wird ein Formkörper mit einer funktionsgerechten Steifigkeit erzeugt. Hierbei
dient die 2 mm starke Aufdickung über die Gewebebreite zur sicheren Befestigung der
Vorhänge an der oberen Welle; die Randverstärkung ermöglicht die Kombination und das
Zusammenfügen von mehreren gleichartigen, abgelängten Bahnen. Die hier zur Verfügung
stehenden Befestigungstechniken fallen unter die Struktur kraft-, form-, oder stoffschlüssig.
Ähnlich wie bei vorbeschriebenen Produkten gilt auch hier der Begriff des Gradientenwerkstoffs,
durch den gleichmäßigen Übergang hin zu den Rand- und Querversteifungen und den grundsätzlichen
Erhalt der Rollbarkeit der textilen Bahn mit dem Vorteil, daß die bekannten, bewährten
Rollvorrichtungen beibehalten werden können.
[0078] Derartige Rauchschürzen dienen vzw. in Industrieanlagen und großen Hallen zur Sektionierung
von großen Räumen zur besseren Abführung der im Brandfall auftretenden Rauch- und
Qualmentwicklung.
[0079] Heute übliche, derartige Brandschutzvorrichtungen liegen entweder als stabile Blechkanäle
vor oder als Rolladen der erst im Brandfall ausgelöst und nach unten gefahren wird.
Derartige Rolladenlösungen bestehen heute vzw. aus Glasgeweben die aus Gründen der
Handhabbarkeit und Konfektionierbarkeit zusätzlich polymer beschichtet sind. Damit
einhergehend treten aber die bekannten Probleme wie Schwerentflammbarkeit oder gar
Brennbarkeit, Qualmentwicklung der Beschichtung im Brandfall; und Probleme bei der
Befestigungstechnik und der Stabilität der Befestigung unter Brandbedingungen auf.
[0080] Diese Probleme werden mit dem hier beschriebenen System vermieden. Die Befestigungsarten
können temperaturstabil und unbrennbar ausgeführt werden; das Produkt ist aufgrund
des durchgängig anorganischen Aufbaus als A1, als unbrennbar einzustufen.
Beispiel 6
Herstellung eines erfindungsgemäßen Filtereinsatzes
[0081] Im vorliegenden Fall wurde ein Filtrationseinsatz für den Bereich Hochtemperaturfiltration
oder Heißgasfiltration hergestellt.
[0082] Als Trägergewebe kamen im vorliegenden Fall V4A-drahtverstärkte Glasgewebe zum Einsatz.
[0083] Diese werden in Abhängigkeit von der gewünschten Porosität zunächst gleichmäßig über
die gesamte Filterfläche mit Aluminium beschichtet. Als typische Auflagemenge im Bereich
der Filterfläche können bei den hier verwendeten Trägergeweben 200g/m
2 Aluminium angesehen werden.
[0084] Die Porösität, bzw. das Porenvolumen;und die Porengrößenverteilung kann bei diesem
Verfahren über die Parameter des thermischen Spritzens, wie Spritzabstand und Auftragsmenge
etc. variiert werden. Weiterhin werden diese Parameter über die Bindungsart, die Gewebedichte
und die Fasermaterialien beeinflußt.
[0085] Im konkreten Fall wurde direkt im Anschluß an die gleichmäßige homogene Beschichtung
der Filterfläche im Randbereich eine wesentlich höhere Beschichtungsmenge aufgetragen.
Die Auftragsdicke liegt in diesem Bereich bei ca. 1,5 mm. Diese Bereiche fixieren
einerseits die freie Filterfläche ähnlich wie in einem Rahmen; andererseits ermöglicht
dieser Rahmen eine Befestigung durch Schrauben, Nieten; Schweißen; Löten. Der versteifte
Rahmen ermöglicht weiterhin das Handling dieser Filter wie z.B. das Einschieben in
entsprechende Filtergehäuse. Das entstandene Fertigprodukt hat also den Charakter
eines Formkörpers mit Bereichen funktionsgerechter Steifigkeit. Diese wird durch örtlich
unterschiedliche Beschichtungsauflagen erzeugt.
[0086] Auch dieser Formkörper kann als Gradientenwerkstoff bezeichnet werden. Die Gradienten
können hier, wie in den vorangegangenen Beispielen bereits skizziert sowohl durch
unterschiedliche Metalle erzeugt werden, als auch durch den kontinuierlichen Übergang
von steifen, starren Strukturen zu weicheren, in diesem Fall durchlässigen Bereichen.
Somit entstehen Gradientenwerkstoffe auch unter dem Gesichtspunkt graduell unterschiedlicher
Porösität zwischen den starren Randbereichen und der Filtrationsfläche.
[0087] Die Vorteile eines derartigen Filtrationssystems für die oben beschriebenen Anwendungsbereiche
liegen in der Temperatur- und Korrosionsbeständigkeit der notwendigen Verbindungs-
und Anbindungselemente, in der Einfachheit der Montage und des Einstoffcharakters
des gesamten Systems.
Beispiel 7
Herstellung eines erfindungsgemäßen Formkörpers zur thermischen Abschirmung (Wärmeabschirmteil)
[0088] Durch Vakuumtiefziehen wurde ein geeignetes drapierfähiges Gewebe in eine dreidimensionale
Struktur gezogen und fixiert.
[0089] Mithilfe des Verfahrens des thermischen Spritzens(Drahflammspritzen) von Aluminium
wird zunächst durch das gleichmäßige Aufbringen einer dünnen Beschichtungslage von
ca. 75 g/m
2 Aluminium eine Fixierung der Gewebestruktur erreicht. Durch das Beschichtungsverfahren
wird gleichzeitig ermöglicht, daß örtlich eine Erhöhung der Auflagemenge realisiert
werden kann. Die Verfahrensführung ermöglicht prinzipiell diese Auflagedicke bis hin
zu mehreren Zentimetern aufzubauen. Dies wird ausgenützt um an, für den Formkörper
statisch wichtigen Stellen eine Versteifung bis hin zur absoluten Formstabilität und
Härte zu erreichen. Dies gilt auch für Positionen im Formkörper an denen eine bewegbare
Komponente sicher und funktionsfähig vorbeigeführt werden muß. Gleichzeitig kann an
anderen Stellen des Formkörpers eine Beschichtungsmenge gewählt werden die die Forderungen
der absoluten Fasereinbindung und der thermischen Abschirmung und Dichtigkeit so erfüllt,
daß aber trotzdem der textile und flexible Charakter dieses Abschnitts erhalten bleibt.
Die Übergangszonen zwischen weichen, textilen, flexiblen Zonen und formgebenden und
formstabilisierenden, harten Zonen des Formkörpers entspricht dabei einem kontinuierlichen
Stoffübergang im Sinne eines Gradientenwerkstoffes. Die Fig. 3 und 4 zeigen das hergestellte
erfindungsgemäße Wärmeabschirmteil.
Bezugszeichenliste
[0090]
- 1
- Textiler Grundwertstoff
- 2
- Primer-Schicht oder Grundbeschichtung; Metallschicht 1
- 3
- Deckschicht aus Metall; Metallschicht 2
- 4
- kontinuierlich auslaufende Schicht 3 - Gradientenzone
- 5
- örtliche Versteifung durch höhere Metallauflagen - Gradientenzone
1. Verfahren zur Herstellung von Formkörpern mit funktionsgerechter Steifigkeit aus flexiblen
textilen Substraten, wobei die Formkörper kraft-, stoff- und formschlüssig mit anderen
Formkörpern verbindbar sind, dadurch gekennzeichnet, daß man mittels Drahtflammspritzen und/oder Lichtbogensprtzen und/oder Hochgeschwindigkeitsspritzen
(HVOF) geschmolzener, metallischer und ggfs. keramischer Partikel auf wenigstens eine
textile Gittergewebebahn, ein -geflecht, -gewirk, -gestrick oder ein Vlies aus Aramidfasern
und/oder E-Glasfasern und/oder Sillciumdioxid-reichen Glasfasern und/oder Carbonfasern
dieses textile Substrat durchtränkt, so daß eine innige Verbindung der im geschmolzenen
Zustand aufgespritzten, metallischen und ggfs. keramischen Partikel teilweise mit
den Gewebefasern und teilweise unter sich eine innige Verbindung erzeugt wird und
durch Einbinden der Fasern eine Formsteifigkeit erzielt wird, wobei die flexiblen,
textilen Substrate aus faserigen Stoffen oder Fasern bestehen, die von Asbest oder
anorganischen faserigen Stoffen mit Faserlängen mit einer Länge > 5 µm, einem Durchmesser
< 3 µm und einem Länge-Zu-Durchmesser-Verhältnis von> 3:1 frei sind, und wobei die
Formkörper Weichstoffkompensatoren, Feuerprallformteile, Formteile zur thermischen
Abschirmung in der Kraftfahrzeugindustrie, Rauch- bzw. Brandschürzen, Filtereinsätze
oder Stoßfänger sind.
2. Verfahren gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß man mittels thermischem Spritzen eine gleichmäßige Schichtdicke von 0,1 bis maximal
10 mm, insbesondere von 0,1 bis maximal 5 mm, kontinuierlich aufbringt
3. Verfahren gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß man örtlich unterschiedliche Schichtdicken zum Befestigen der Formteile erzeugt
4. Verfahren zur Herstellung von Formkörpern mit funktionsgerechter Steifigkeit aus flexiblen
textilen Substraten, wobei die Formkörper kraft-, stoff- und formschlüssig mit anderen
Formkörpern verbindbar sind, dadurch gekennzeichnet, daß man als textiles Substrat eine textile Gittergewebebahn, ein -geflecht, -gewirk-,
-gestrick oder ein Vlies aus Aramidfasern und/oder E-Glasfasern und/oder Siliciumdioxid-reichen
Glasfasern und/oder Carbonfasern auswählt, wobei das textile Substrat von Asbest oder
anorganischen faserigen Stoffen oder Fasern mit einer Länge > 5 µm, einem Durchmesser
< 3 µm und einem Länge-zu-Durchmesser-Verhältnis von > 3:1 frei ist, von der Bahn
einen flächigen Zuschnitt abtrennt oder ausstanzt und diesen Zuschnitt oder diese
Ausstanzung mittels Drahtflammspritzen und/oder Lichtbogenspritzen und/oder Hochgeschwindigkeitsspritzen
(HVOF) geschmolzene metallische und ggfs. keramische Partikel auf wenigstens eine
Oberfläche des flächigen Zuschnitts aufspritzt, so daß die im geschmolzenen Zustand
aufgespritzten metallischen und ggfs, keramischen Partikel teilweise mit den Gewebefasern
und teilweise unter sich eine innige Verbindung eingehen und Formsteifigkeit erzielt
wird.
5. Verfahren gemäß einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß man das ausgewählte textile Substrat durch gleichmäßiges Aufspritzen von 50 bis 100
g/m2, insbesondere von 75 g/m2, vorbeschichtet, so in Form bringt und ggfs. eine Endbeschichtung vornimmt.
6. Verfahren gemäß einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß man eine partielle Aufdickung der Beschichtung erreicht, um Verbindungstechniken
zu ermöglichen.
7. Verfahren gemäß einem der vorhergehenden Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß man eine weitere zur ersten Schicht benachbarte Schicht aus textilem Gittergewebe,
-geflecht, -gewirk, -gestrick oder Vlies aus natürlichen und/oder synthetischen Fasern
zu der ersten Schicht anordnet, wobei man diese Schicht mit der ersten Schicht fest
verbindet und diese Schicht ggfs. eine geringere Temperaturstabilität aufweist oder
Schalldämmeigenschaften hat.
8. Verfahren gemäß einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß auf der Rückseite der mindestens ersten Schicht mittels thermischem Spritzen eine
weitere Schicht aus Metall und ggfs. Keramik aufbringt, so daß die erste Schicht als
Zwischenschicht fungiert.
9. Verfahren gemäß einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß man Auftragsmengen von 100 bis 500 g/m2 auf das wenigstens eine flexible textile Substrat aufbringt.
10. Formkörper mit funktionsgerechter Steifigkeit bestehend aus mindestens einer ersten
Schicht aus einem textilen Gittergewebe, -geflecht, -gewirk, - gestrick oder Vlies
aus Aramidfasern und/oder E-Glasfasern und/oder Sillziumdioxid-reichen Glasfasern
und/oder Carbonfasern und mindestens einer auf dieser ersten Schicht mittels Plasmasprühen,
mittels Flammsprühen aufgebrachten zweiten Schicht aus Metall und/oder Keramik, dadurch gekennzeichnet, daß sie gemäß dem Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche 1 bis 9 erhältlich
sind und die Formkörper Weichstoffkompensatoren, Feuerprallformteile, Formteile zur
thermischen Abschirmung in der Kraftfahrzeugindustrie, Rauch bzw. Brandschürzen, Filtereinsätze
oder Stossfänger sind.
11. Formkörper gemäß Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, daß es eine weitere zur ersten Schicht benachbarte Schicht aus textilem Gittergewebe,
-geflecht, gewirk, -gestrick oder Vlies aus natürlichen und/oder synthetischen Fasern
enthält, wobei diese Schicht mit der ersten Schicht fest verbunden ist und gegebenenfalls
eine geringere Temperaturstabilität aufweist oder Schalldämmeigenschaften hat.
12. Formkörper gemäß einem der Ansprüche 10 oder 11, dadurch gekennzeichnet, daß auf der Rückseite der mindestens ersten Schicht eine weitere Schicht aus Metall und
ggf. Keramik aufgebracht ist, so daß die erste Schicht als Zwischenschicht fungiert.
13. Formkörper gemäß einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die mindestens eine metallisierte Schicht und ggf, die Keramikschicht unterschiedliche
Werkstoffe aufweist und gegebenenfalls eine unterschiedliche Porosität besitzt.
14. Formkörper gemäß einem der Ansprüche 10 bis 13, dadurch gekennzeichnet, daß die metallischen oder keramischen Partikel aus Al, Al-Legierungen, Cu-Legierungen,
Cr-Ni-Legierung, Titan, V4-A-Stahl, Al2O3, Cr2O3, TiO2, TBC-ZrO2, ZrO2-CeO, oder gemischten Oxiden der vorgenannten Nichtmetalle besteht.
15. Formkörper gemäß irgendeinem der Ansprüche 10 bis 14, dadurch gekennzeichnet, daß die wenigstens eine Metall- und/oder Keramikschicht im wesentlichen eine gleichmäßige
Schichtdicke von 0,1 bis 5 mm, insbesondere von 0.1 bis 1,4 mm, aufweist.
16. Formkörper gemäß irgendeinem der vorhergehenden Ansprüche 10 bis 15, dadurch gekennzeichnet, daß die wenigstens eine Metall- und/oder Keramikschicht örtlich unterschiedliche Schichtdicken
aufweist.
17. Formkörper gemäß einem der Ansprüche 10 bis 16, dadurch gekennzeichnet, daß die Schichtdicke der wenigstens einen Schicht aus textilem Gittergewebe, -geflecht,
-gewirk, -gestrick oder Vlies eine Dicke von 0,1 mm bis 80 mm aufweist.
18. Formkörper gemäß einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß das E-Glasfaser- oder Siliziumdioxid-reiche Glasfasergewebe aus texturierten oder
nicht texturierten Glasfilamenten oder Glasstapelfasergarnen besteht und gegebenenfalls
mit V4A-Stahldraht verstärkt sein kann.
19. Formkörper gemäß Anspruch 18, dadurch gekennzeichnet daß er an den Schnittkanten eine Schicht aus Metall und/oder Keramik, insbesondere aus
Aluminium, aufweist.
1. Method for the production of molded articles with functional stability from flexible
textile substrates, wherein said molded articles are combinable by force-fitting,
material-fitting and form-fitting to other molded articles, characterized in that one impregnates said textile substrate by molten metallic particles and, if required
ceramic particles, on at least one textile lattice web, lattice braid, lattice warp
fabric, lattice weft fabric or non-woven fabric of aramide fibres and/or E-glass fibres
and/or silicone dioxide-rich glass fibres and/or carbon fibres by means of wire flame
spraying and/or arc spraying and/or high-velocity spraying (HVOF), so that an intimate
binding of said metallic particles or, if required ceramic particles, sprayed thereon
in a molten state partly with said textile fibres and partly with each other is generated
and a dimensional stability is reached by said binding of said fibres, wherein said
flexible textile substrates consist of fibrous fabrics or fibres which are free of
asbestos or inorganic fibrous fabrics having a fibre length of > 5 µm, a diameter
of < 3 µm and a length-to-diameter ratio of > 3:1, and wherein the molded articles
are soft material compensators, fireproof molded parts, molded parts for thermal shielding
in the motor vehicle industry, smoke or fire aprons, respectively, filter inserts
or fenders.
2. Method according to claim 1, characterized in that an even layer thickness of 0.1 to a maximum of 10 mm, especially of 0.1 to a maximum
of 5 mm, is applied continuously by means of thermal spraying.
3. Method according to claim 1, characterized in that one generates locally different layer thickness to fix said molded parts.
4. Method for production of molded articles having functional stability from flexible
textile substrates, wherein said molded articles are combinable by force-fitting,
material-fitting and form-fitting to other molded articles, characterized in that one chooses said textile substrate from a textile lattice web, a lattice braid, a
lattice warp fabric, a lattice weft fabric or a non-woven fabric of aramide fibres
and/or E-glass fibres and/or silicone dioxide-rich glass fibres and/or carbon fibres,
wherein the textile substrate is free of asbestos or inorganic fibrous fabrics having
a fibre length of > 5 µm, a diameter of < 3 µm and a length-to-diameter ratio of >
3:1, cuts or punchs a planar piece and on this cut or this punch molten metallic particles
and, if required ceramic particles, are applied on at least one surface of said planar
piece by means of wire flame spraying and/or arc spraying and/or high-velocity spraying
(HVOF),
so that said metallic particles or if required ceramic particles sprayed thereon in
a molten state partly with the textile fabric and partly with each other form an intimate
binding and dimensional stability is reached.
5. Method according to one of the claims 1 to 4, characterized in that said textile substrate chosen is pre-coated by even spraying of 50 to 100 g/m2, especially 75 g/m2, thus brought into shape and then, if required a final coating is applied.
6. Method according to one of the preceding claims, characterized in that a partial thickening of said coating is achieved in order to allow joint techniques.
7. Method according to one of the preceding claims 1 to 6, characterized in that a layer of textile lattice web, lattice braid, lattice warp fabric, lattice weft
fabric or non-woven fabric of natural and/or synthetic fibres which is adjacent to
said first layer, is arranged to said first layer, wherein this layer is strongly
bonded to said first layer, and if required said layer has a lower temperature resistance
or sound insulation properties.
8. Method according to one of the preceding claims, characterized in that on the back side of said at least first layer a further layer of metal and, if required
ceramics, is applied by means of thermal spraying, so that said first layer functions
as intermediate layer.
9. Method according to one or more of the preceding claims, characterized in that a coating amount of 100 to 500 g/m2 is applied on said at least one flexible textile substrate.
10. Molded article having functional stability consisting of at least one first layer
of a textile lattice web, lattice braid, lattice warp fabric, lattice weft fabric
or non-woven fabric of aramide fibres and/or E-glass fibres and/or silicone dioxide-rich
glass fibres and/or carbon fibres and at least one second layer of metal and/or ceramics
applied on said first layer by means of plasma spraying, flame spraying, characterized in that they are obtainable according to said method according to one of the preceding claims
1 to 9 and that the molded articles are soft-material compensators, fire-screen parts,
molded parts for thermal insulation in the automotive industry, smoke or fire aprons,
respectively, filter inserts or fenders.
11. Molded article according to claim 10, characterized in that it comprises a further layer of textile lattice web, lattice braid, lattice warp
fabric, lattice weft fabric or non-woven fabric of natural and/or synthetic fibres
which is adjacent to said first layer, wherein this layer is strongly bonded to said
first layer and, if required has a lower temperature resistance or sound insulation
properties.
12. Molded article according to one of claims 10 or 11, characterized in that a further layer of metal and, if required ceramic is applied on the back side of
said at least first layer, so that said first layer functions as intermediate layer.
13. Molded article according to one or more of the preceding claims, characterized in that said at least one metal layer and, if required ceramic layer, has different materials
and, if required a different porosity.
14. Molded article according to one of claims 10 to 13, characterized in that said metallic particles or ceramic particles are consisting of Al, Al alloys, Cu
alloys, Cr-Ni alloys, titanium, V4-A steel, Al2O3, Cr2O3, TiO2, TBC-ZrO2, ZrO2-CaO, or mixtures of oxides of the aforementioned non-metals.
15. Molded article according to any one of claims 10 to 14, characterized in that at least one metal layer and/or ceramic layer substantially has an even layer thickness
of from 0.1 to 5 mm, especially of from 0.1 to 1.4 mm.
16. Molded article according to any one of claims 10 to 15, characterized in that said at least one metal layer and/or ceramic layer has locally different thickness
of layer.
17. Molded article according to one of claims 10 to 16, characterized in that the thickness of layer of said at least one layer of textile lattice web, lattice
braid, lattice warp fabric, lattice weft fabric or non-woven fabric is of from 0.1
mm to 80 mm.
18. Molded article according to one of the preceding claims, characterized in that said E-glass fibre or silicone dioxide-rich glass fibre fabric consists of textured
or non-textured glass filaments or glass staple-fibre yarns and, if required can be
reinforced by V4A-steel wire.
19. Molded article according to claim 18, characterized in that it has a layer of metal and/or ceramics, especially of aluminum, on its cutting edges.
1. Procédé destiné à la fabrication de corps pouvant être mis en forme ayant une rigidité
appropriée à la fonction en substrats textiles flexibles, les corps pouvant être mis
en forme pouvant être reliés par coopération de forces, de matières et de formes à
d'autres corps pouvant être mis en forme, caractérisé en ce que ce substrat textile est imprégné de particules métalliques, et le cas échéant céramiques,
fondues au moyen de projection à la flamme de métaux fondus et/ou de projection à
l'arc électrique et/ou de projection à vitesse élevée (HVOF),
sur au moins une bande textile tissée en treillis, entrelacée, texturée, tricotée
ou sur un non-tissé en fibres d'aramide et/ou en fibres de verre non alcalin et/ou
en fibres de verre riches en oxyde de silicium et/ou en fibres de carbone, de sorte
à engendrer une liaison intime des particules métalliques, et le cas échéant céramiques,
pulvérisées à l'état fondu, en partie avec les fibres du tissu, et en partie entre
elles, et qu'une rigidité de forme soit obtenue par la liaison des fibres, les substrats
textiles flexibles étant constitués de matières fibreuses ou de fibres qui sont exemptes
d'amiante ou de matières fibreuses inorganiques ayant des fibres d'une longueur >
5 µm, d'un diamètre < 3 µm et d'un rapport longueur/diamètre > 3 : 1, et les corps
pouvant être mis en forme étant des compensateurs à matière souple, des éléments de
forme de protection contre les chocs dus au feu, des éléments de forme destinés à
la protection thermique dans l'industrie des véhicules automobiles, des tabliers pare-fumée
ou pare-incendie, des inserts filtrants ou des pare-chocs.
2. Procédé selon la revendication 1, caractérisé en ce qu'une épaisseur de couche homogène qui est comprise entre 0,1 et 10 mm maximum, notamment
entre 0,1 et 5 mm maximum, est appliquée en continu au moyen d'une pulvérisation thermique.
3. Procédé selon la revendication 1, caractérisé en ce que différentes épaisseurs de couche sont engendrées localement pour le renforcement
des éléments de forme.
4. Procédé destiné à la fabrication de corps pouvant être mis en forme ayant une rigidité
appropriée à la fonction en substrats textiles flexibles, les corps pouvant être mis
en forme pouvant être reliés par coopération de forces, de matières et de formes à
d'autres corps pouvant être mis en forme, caractérisé en ce que l'on choisit en tant que substrat textile une bande textile tissée en treillis, entrelacée,
texturée, tricotée ou un non-tissé en fibres d'aramide et/ou en fibres de verre non
alcalin et/ou en fibres de verre riches en oxyde de silicium et/ou en fibres de carbone,
le substrat textile étant exempt d'amiante ou de matières fibreuses inorganiques ou
de fibres d'une longueur > 5 µm, d'un diamètre < 3 µm, et d'un rapport longueur/diamètre
> 3 : 1, en ce que l'on sépare ou découpe de la bande une coupe plate, et en ce que des particules métalliques, et le cas échéant céramiques, fondues au moyen de projection
à la flamme de métaux fondus et/ou de projection à l'arc électrique et/ou de projection
à vitesse élevée (HVOF),
sont pulvérisées sur au moins une surface de cette découpe plate, de sorte que les
particules métalliques, et le cas échéant céramiques, pulvérisées à l'état fondu se
lient intimement, en partie aux fibres du tissu, et en partie entre elles, et qu'une
rigidité de forme soit obtenue.
5. Procédé selon l'une quelconque des revendications 1 à 4, caractérisé en ce que le substrat textile choisi est mis en forme par l'application d'une couche préalable
réalisée par pulvérisation homogène de 50 à 100 g/m2, notamment de 75 g/m2, et en ce que l'on procède le cas échéant à un revêtement de finition.
6. Procédé selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisé en ce que l'on réalise partiellement une surépaisseur du revêtement afin de permettre des techniques
de liaison.
7. Procédé selon l'une quelconque des revendications 1 à 6, caractérisé en ce que l'on dispose au voisinage de la première couche une autre couche en textile tissé
en treillis, entrelacé, texturé, tricoté ou en non-tissé en fibres naturelles et/ou
synthétiques, cette couche étant solidairement reliée à la première couche, et cette
couche ayant le cas échéant une stabilité thermique ou des propriétés d'insonorisation
plus faibles.
8. Procédé selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisé en ce qu'une autre couche en métal, et le cas échéant en céramique, est appliquée au moyen
de pulvérisation thermique sur la face arrière de la première couche au moins, de
sorte que la première couche fasse office de couche intermédiaire.
9. Procédé selon l'une quelconque ou plusieurs des revendications précédentes, caractérisé en ce que des quantités de 100 à 500 g/m2 sont appliquées sur le seul substrat textile flexible au moins.
10. Corps pouvant être mis en forme ayant une rigidité appropriée à la fonction, constitués
d'une première couche au moins en un textile tissé en treillis, entrelacé, texturé,
tricoté ou en un non-tissé en fibres d'aramide et/ou en fibres de verre non alcalin
et/ou en fibres de verre riches en oxyde de silicium et/ou en fibres de carbone, et
d'une deuxième couche au moins en métal et/ou en céramique appliquée sur cette première
couche au moyen de pulvérisation au plasma, de pulvérisation à la flamme,
caractérisés en ce qu'ils peuvent être obtenus d'après le procédé selon l'une quelconque des revendications
précédentes 1 à 9, et en ce que les corps pouvant être mis en forme sont des compensateurs à matière souple, des
éléments de forme de protection contre les chocs dus au feu, des éléments de forme
destinés à la protection thermique dans l'industrie des véhicules automobiles, des
tabliers pare-fumée ou pare-incendie, des inserts filtrants ou des pare-chocs.
11. Corps pouvant être mis en forme selon la revendication 10, caractérisé en ce qu'il comporte une autre couche en textile tissé en treillis, entrelacé, texturé, tricoté
ou en non-tissé en fibres naturelles et/ou synthétiques disposée au voisinage de la
première couche, cette couche étant solidairement reliée à la première couche, et
cette couche ayant le cas échéant une stabilité thermique ou des propriétés d'insonorisation
plus faibles.
12. Corps pouvant être mis en forme selon l'une des revendications 10 ou 11, caractérisé en ce qu'une autre couche en métal, et le cas échéant en céramique, est appliquée sur la face
arrière de la première couche au moins, de sorte que la première couche fasse office
de couche intermédiaire.
13. Corps pouvant être mis en forme selon l'une quelconque ou plusieurs des revendications
précédentes, caractérisé en ce que la seule couche métallisée au moins, et le cas échéant la couche en céramique, comporte
différents matériaux et possède le cas échéant différentes porosités.
14. Corps pouvant être mis en forme selon l'une quelconque des revendications 10 à 13,
caractérisé en ce que les particules métalliques ou céramiques sont en Al, en alliages d'Al, en alliages
de Cu, en alliage de Cr-Ni, en titane, en acier V4A, en Al2O3, en Cr2O3, en TiO2, en TBC-ZrO2, en ZrO2-CaO ou en oxydes mélangés des métalloïdes précités.
15. Corps pouvant être mis en forme selon l'une quelconque des revendications 10 à 14,
caractérisé en ce que la seule couche métallique et/ou céramique au moins présente une épaisseur de couche
sensiblement homogène de 0,1 à 5 mm, notamment de 0,1 à 1,4 mm.
16. Corps pouvant être mis en forme selon l'une quelconque des revendications 10 à 15,
caractérisé en ce que la seule couche métallique et/ou céramique au moins présente localement différentes
épaisseurs de couche.
17. Corps pouvant être mis en forme selon l'une quelconque des revendications 10 à 16,
caractérisé en ce que l'épaisseur de couche de la seule couche au moins en textile tissé en treillis, entrelacé,
texturé, tricoté ou en non-tissé est comprise entre 0,1 mm et 80 mm.
18. Corps pouvant être mis en forme selon l'une quelconque des revendications précédentes,
caractérisé en ce que le tissu en fibres de verre non alcalin ou en fibres de verre riches en oxyde de
silicium est constitué de filaments de verre ou de fils de verranne texturés ou non
texturés, et peut le cas échéant être renforcé par du fil d'acier V4A.
19. Corps pouvant être mis en forme selon la revendication 18, caractérisé en ce qu'il comporte au niveau des arêtes de coupe une couche métallique et/ou céramique, notamment
en aluminium.