[0001] Die Erfindung betrifft ein Konstruktionssystem nach der im Oberbegriff des Anspruchs
1 angegebenen Gattung und daraus hergestellte Möbel.
[0002] Konstruktionssysteme dieser Art sind in zahlreichen Varianten bekannt (DE 89 13 643
U1, DE 41 04 754 C2, EP 0787 907 A2). Sie zeichnen sich dadurch aus, daß die Aufnahmeöffnungen
der Tragelemente auf die Verbindungshülsen gesteckt und durch Klemm- oder Schraubverbindungen
mit letzteren verbunden werden.
[0003] Reine Klemmverbindungen ermöglichen eine einfache Montage, aber auch ein ungewolltes
Abziehen der Tragelemente von den Verbindungshülsen und werden daher bei den meisten
Anwendungsfällen für nicht ausreichend stabil gehalten. Mit Schrauben hergestellte
bzw. unterstützte Klemmverbindungen sind zwar ausreichend abzugssicher, aber nicht
montagefreundlich, weil die Schrauben in der Regel durch die vergleichsweise langen,
als Rohre ausgebildeten Tragelemente hindurch festgezogen werden müssen, was umständlich
ist und spezielle Schraubwerkzeuge erfordert. Reine Schraubverbindungen, z.B. solche
mit in Querbohrungen einzuführenden Befestigungsschrauben, führen schließlich ebenfalls
zu umständlichen Manipulationen bei der Montage bzw. Demontage und sind insbesondere
dann unerwünscht bzw. unbrauchbar, wenn die Tragelemente an ihren äußeren Umfängen
mit Längsschlitzen zur Aufnahme von meistens plattenförmigen Wand- oder Bodenteilen
versehen sind.
[0004] Für die Erfindung besteht daher das Problem, das Konstruktionssystem der eingangs
bezeichneten Gattung derart weiterzubilden, daß bei ausreichender Stabilität eine
hohe Montagefreundlichkeit gewährleistet wird, ohne dadurch die Vielseitigkeit der
Kombinationsmöglichkeiten zu behindern.
[0005] Zur Lösung dieses Problems dienen die kennzeichnenden Merkmale des Anspruchs 1.
[0006] Die Erfindung bringt den Vorteil mit sich, daß in einem ersten Montageschritt die
Verbindungshülsen mittels der Befestigungsschrauben an den Knotenelementen befestigt
und in einem zweiten Verfahrensschritt die Tragelemente auf die Verbindungshülsen
aufgesteckt werden können, bis die Schnappnasen in den Querlöchern einrasten und dadurch
axial form- und/oder kraftschlüssig wirkende Verbindungen schaffen, die stabiler als
übliche Klemmverbindungen sind.
[0007] Weitere vorteilhafte Merkmale ergeben sich aus den Unteransprüchen und dem Anspruch
13.
[0008] Die Erfindung wird nachfolgend in Verbindung mit den beiliegenden Zeichnungen an
einem Ausführungsbeispiel näher erläutert. Es zeigen:
Fig. 1 eine Seitenansicht eines erfindungsgemäßen Tragelements;
Fig. 2 eine Vorderansicht des Tragelements nach Fig. 1;
Fig. 3 eine vergrößerte und perspektivische Ansicht eines erfindungsgemäßen Knotenelements;
Fig. 4 eine Vorderansicht des Knotenelements nach Fig. 3;
Fig. 5 einen Schnitt längs der Linie V - V der Fig. 4;
Fig. 6 und 7 je eine vergrößerte Vorder- und Seitenansicht einer erfindungsgemäßen
Verbindungshülse;
Fig. 8 einen Schnitt längs der Linie VIII - VIII der Fig. 7;
Fig. 9 eine mit den Bauteilen nach Fig. 1 bis 8 hergestellte Eckverbindung für ein
Möbel;
Fig. 10 und 11 zwei perspektivische Ansichten eines zweiten Ausführungsbeispiels der
erfindungsgemäßen Verbindungshülse aus unterschiedlichen Richtungen; und
Fig. 12 eine Hinteransicht der Verbindungshülse nach Fig. 10 und 11.
[0009] Fig. 1 und 2 zeigen ein erfmdungsgemäßes Tragelement 1, das vorzugs-, aber nicht
notwendigerweise einen quadratischen Querschnitt und vier Seitenflächen 2 besitzt.
Wenigstens eine der Seitenflächen 2 ist mit einer in Längsrichtung durchgehenden Nut
3 versehen, die zur Aufnahme eines Seiten-, Wand- oder Bodenteils dient, wenn z.B.
ein Schrank oder ein Regal hergestellt werden soll. Im Ausführungsbeispiel besteht
das Tragelement 1 außerdem aus einem geraden, durchgehend hohlen Rohr, wodurch an
seinen beiden Enden automatisch Anschlußöffnungen 4 entstehen, die von vier Wandabschnitten
5 umgeben bzw. begrenzt sind. Alternativ können die Tragelemente 1 auch aus massiven
Stangen bestehen, die an ihren Enden mit die Anschlußöffnungen 4 bildenden Hohlräumen
versehen sind.
[0010] Wenigstens einer, vorzugsweise zwei oder auch alle Wandabschnitte 5 sind an den Enden
mit Querlöchern 6 mit an sich beliebigen, vorzugsweise quadratischen oder rechteckigen
Querschnitten versehen. Eine Mittelachse des rohrförmigen Tragelements 1 ist mit dem
Bezugszeichen 7 angedeutet (Fig. 1).
[0011] Zur gegenseitigen Verbindung der Tragelemente 1 an ihren Enden dienen Knotenelemente
8 nach Fig. 3 bis 5, die vorzugsweise im wesentlichen die Form eines Würfels besitzen
und sechs gleiche, quadratische Endflächen 9 aufweisen. Im Zentrum wenigstens einer,
vorzugsweise aller Endflächen 9 ist jeweils ein Loch 10 vorgesehen. Dabei können die
Löcher 10 drei sich im Zentrum kreuzende, durchgehende Kanäle bilden, aber auch nach
Art von Sacklöchern ausgebildete Bohrungen in einem massiven Kern 11 des jeweiligen
Elements 8 sein. Die Endflächen 9 sind wie die sechs Flächen eines Würfels vorzugsweise
eben und paarweise senkrecht zueinander angeordnet. Die endseitigen Stirnflächen 12
der Tragelemente 1 sind vorzugsweise ebenfalls eben und senkrecht zu der Achse 7 angeordnet.
Die Mittelachsen der Löcher 10 stehen vorzugsweise senkrecht zu den Endflächen 9.
[0012] Zur Befestigung der Tragelemente 1 und Knotenelemente 8 untereinander dienen Verbindungshülsen
14, die aus in die Anschlußöffnungen 4 der Tragelemente 1 einführbaren Bauteilen bestehen.
Eine derartige Verbindungshülse ist in den Fig. 6 bis 8 dargestellt. Die Verbindungshülse
14 weist nach Fig. 6 bis 8 einen in ihrer Längsrichtung verlaufenden Durchgang 15
mit einer vorzugsweise geraden Mittelachse 16 auf. Eine innere, den Durchgang 15 begrenzende
Mantelfläche der Verbindungshülse 14 ist mit einer Stufe 17 versehen, durch die der
Durchgang 15 mit einer Querschnittsverengung derart versehen ist, daß er einen an
ein erstes Längsende 18a der Verbindungshülse 14 grenzenden Abschnitt 15a mit einem
großen Querschnitt und einen an ein zweites Längsende 18b der Verbindungshülse 14
grendzenden Abschnitt 15b mit einem reduzierten Querschnitt aufweist. Die Stufe 17
dient zur Auflage des Kopfs 19 einer in die Verbindungshülse 14 einsetzubaren Befestigungsschraube
20 (Fig. 9), wenn deren vom Kopf 19 ausgehender Gewindeabschnitt gleichzeitig den
Abschnitt 15b des Durchgangs 15 durchragt.
[0013] An ihrem Längsende 18 a ist die Verbindungshülse 14 mit wenigstens je einer radial
nach außen vorstehenden Schnappnase 21 versehen. Diese ist so ausgebildet und an der
Verbindungshülse 14 angeordnet, daß sie, wenn die Verbindungshülse 14 mit ihrem Längsende
18a voraus in eine der Anschlußöffnungen 4 eingeführt wird, in ein zugehöriges Querloch
6 einschnappen bzw. einrasten kann und dadurch die Verbindungshülse 14 gegen ein ungewolltes
Herausziehen aus dem Tragelement 1 in der entgegengesetzten Richtung festlegt.
[0014] Wie Fig. 9 erkennen läßt, kann der Zusammenbau der verschiedenen Bauteile in der
Weise erfolgen, daß zunächst die benötigten Verbindungshülsen 14 mittels der Befestigungsschrauben
20 an zugörigen Knotenelementen 8 befestigt werden. Zu diesem Zweck werden die Verbindungshülsen
14 mit ihren von den Schnappnasen 21 entfernten Längsenden 18b gegen ausgewählte Endflächen
9 der Knotenelemente 8 gelegt. Je eine vom entgegengesetzten Längsende 18a her eingeführte
Befestigungsschraube 20 wird dann in das in der Endfläche 9 befindliche Loch 10 eingedreht,
bis ihr Kopf 19 auf der Stufe 17 aufliegt, und dann festgezogen. Abschließend werden
Tragelemente 1 mit ihren zugehörigen Anschlußöffnungen 4 auf die derart vormontierten
Verbindungshülsen 14 aufgesteckt, bis diese im wesentlichen vollständig von der Anschlußöffnungen
4 aufgenommen sind und dadurch die Schnappnasen 21 selbsttätig in den zugehörigen
Querlöchern 6 einrasten. Dabei sind die Außenquerschnitte der Verbindungshülsen 14
vorzugsweise im wesentlichen mit den Innnenquerschnitten der Anschlußöffnungen 4 identisch,
damit sich ein wackelfreier Sitz der Tragelemente 1 auf den Verbindungshülsen 14 ergibt.
Im Ausführungsbeispiel sind diese Querschnitte quadratisch, so daß die Tragelemente
1 auch undrehbar auf den Verbindungshülsen 15 angeordnet sind, was aus Stabilitätsgründen
bevorzugt wird.
[0015] Mit Hilfe der Winkelanordnungen der Schnappnasen 21 an den Außenumfängen der Verbindungshülsen
14 und der Querlöcher 6 an den Innenumfängen der Anschlußöffnungen 4 kann die Lage
vorgewählt werden, die die Verbindungshülsen 14 nach der Montage relativ zu den Tragelementen
1 einnehmen sollen. Alternativ ist es aber auch möglich, alle vier Wandabschnitte
5 der Tragelemente 1 mit Querlöchern 6 zu versehen, in welchem Fall die Verbindungshülsen
14 unabhängig davon, ob sie nur eine oder maximal vier Schnappnasen 21 aufweisen,
in vier um je 90° gedrehten Positionen in den Tragelementen 1 festgelegt werden können.
[0016] Nach einer besonders vorteilhaften und daher bevorzugten Ausführungsform der Erfindung
sind die Knotenelemente 8 und die Verbindungshülsen 14 mit Mitteln versehen, die in
Richtung der Längsachse 16 ineinander steckbar sind und dann in zu den Längsachsen
16 senkrechten Richtungen Formschluß bewirken, d.h. sowohl relative Verschiebungen
senkrecht zu den Längsachsen 16 als auch relative Drehbewegungen um die Längsachsen
16 unmöglich machen. Hierdurch wird eine wesentliche Vergrößerung der Stabilität und
Verwindungssteifigkeit einer mit den beschriebenen Bauteilen hergestellten Konstruktion
sowie eine eindeutige Positionierung (Lagegenauigkeit) der verschiedenen Bauteile
zueinander erreicht.
[0017] Die an den Knotenelementen 8 vorgesehenen Mittel sind im Ausführungsbeispiel durch
in wenigstens eine der Endflächen 9 (Fig. 3 bis 5) eingearbeitete, kreuzförmige Nuten
23, die an den Verbindungshülsen 14 vorgesehenen Mittel dagegen als in diese Nuten
23 passende, kreuzförmige Ansätze 24 (Fig. 6 bis 8) realisiert. Letztere stehen zumindest
von endseitigen, senkrecht zu den Längsachsen 16 angeordneten Stirnflächen 25 der
Längsenden 18b der Verbindungshülsen 14 derart vor, daß sie ebenfalls ein Kreuz bilden,
wie insbesondere Fig. 6 zeigt. Dabei sind die Ansätze 24 vorzugsweise so ausgebildet,
daß sie mit Preßsitz in die Nuten 23 einführbar sind, so daß sich schon bei der Vormontage,
d.h. bevor die Befestigungsschrauben 20 eingedreht werden, eine verhältnismäßig stabile
Verbindung herstellen läßt. Die Länge der Ansätze 24 in Richtung der Längsachse 16
ist höchstens gleich der Tiefe der Nuten 23, damit von den Ansätzen 24 freie Abschnitte
der Stirnflächen 25 bis zum Anschlag an die Endflächen 9 der Knotenelemente 8 herangeführt
werden können. Die Breite der Ansätze 24 ist schließlich so gewählt, daß diese nicht
über die äußere Kontur des übrigen Teils der Verbindungshülsen 14 hinausragen und
ebenfalls in die Anschlußöffnungen 4 gesteckt werden können.
[0018] Die Schnappnasen 21 können in verschiedenen Varianten vorgesehen werden. Bei der
in Fig. 6 bis 8 dargestellten Variante sind die Schnappnasen 21 als radial vorstehende
Ansätze an freien Enden von federnden Zungen 26 ausgebildet, die durch einseitig offene
Schlitze 27 in zugehörigen Seitenwänden 28 der Verbindungshülsen 14 hergestellt und
in mittleren Teilen von diesen mit den Seitenwänden 28 verbunden sind. Die Schnappnasen
21 kommen dadurch an den von den kreuzförmigen Ansätzen 24 abgewandten Längsenden
18a der Verbindungshülsen 14 zu liegen. Die Schlitzlänge und die Materialstärke legen
hier die Federeigenschaften der einseitig an den Verbindungshülsen 14 befestigten
Zungen 26 fest. Alternativ wäre es möglich, in Fig. 7 und 8 die Längen der Verbindungshülsen
14 in Richtung der Längsachsen 16 zu vergrößern und die Schlitze 27 derart in mittleren
Bereichen der Seitenwände 28 auszubilden, daß sie an beiden Enden geschlossen sind.
In diesem Fall würden die federnden Zungen aus federnden, beidseitig mit den Verbindungshülsen
14 fest verbundenen Stegen bestehen, die in einem mittleren Bereich mit den Schnappnasen
21 versehen wären. Weiter wäre es möglich, die Schnappnasen 21 z.B. nach Art von Widerhaken
selbst federnd und z.B. so auszubilden, daß sie beim Einführen der Verbindungshülsen
14 in die Tragelemente 1 in Aussparungen verdrängt werden, die in den Seitenwänden
28 der Verbindungshülsen 14 ausgebildet sind, und nach Erreichen der Querlöcher 6
zurückfedern. Eine weitere Möglichkeit besteht darin, die Schnappnasen als vergleichsweise
starre Vorsprünge an den Seitenwänden 28 auszubilden. In diesem Fall ist die Anordnung
z.B. so, daß die Verbindungshülsen 14 nur unter Anwendung einer großen, z.B. mit einem
Gummihammer oder dgl. ausgeübten Kraft in die Tragelemente 1 eingeschlagen werden
können, um die über die Innenquerschnitte der Anschlußöffnungen 4 hinausragenden Schnappnasen
ausreichend zu verformen.
[0019] Eine besonders bevorzugte Ausführungsform von erfindungsgemäßen Schnappnasen 31 ist
in Fig. 10 bis 12 anhand eines weiteren Ausführungsbeispiels einer erfindungsgemäßen
Verbindungshülse 14 dargestellt. Gleiche Teile sind dabei mit denselben Bezugszeichen
wie in Fig. 6 bis 8 versehen. Die Schnappnasen 31 sind an den einen Enden von federnden
Zungen 32 ausgebildet, die im Gegensatz zu Fig. 6 bis 8 mit ihren anderen, von den
Schnappnasen 31 entfernten Enden mit einem Steg 33 verbunden sind, der einen an das
Längsende 18a grenzenden, umlaufenden Ringabschnitt bildet, von dem die Seitenwände
28 der Verbindungshülse 14 ausgehen. Die Zungen 32 sind durch parallel zur Längsachse
16 verlaufende Längsschlitze 34 und durch quer dazu verlaufende, die Enden der Schnappnasen
31 begrenzende und in Mittelabschnitten der Seitenwände 28 liegende Querschlitze 35
in die Seitenwände 28 eingeformt. Außerdem können die Zungen 32 entsprechend den Materialeigenschaften
des verwendeten, vorzugsweise aus Kunststoff bestehenden Materials der Verbindungshülsen
14 federn, insbesondere um ihre an den Steg 33 grenzenden Bereiche. Im normalen Zustand
ragen die Schnappnasen 31 radial über die Oberfläche der Seitenwände 28 hinaus (Fig.
12). Wird die Verbindungshülse 14 jedoch mit ihrem Längsende 18a voraus in die Aufnahme
4 eines Tragelements 1 gedrückt, dann werden die Schnappnasen 31 durch Verbiegung
der Zungen 32 zunächst radial nach innen gedrückt, bis diejenigen Schnappnasen 31,
denen ein Querloch 6 zugeordnet ist, schließlich in diesen einrasten. Um diesen Vorgang
zu erleichtern, sind Vorderseiten der Schnappnasen 31 vorzugsweise als Einführungsschrägen
36 ausgebildet, während die Rückseiten der Schnappnasen 31 zweckmäßig senkrecht zur
Längsachse 16 verlaufen, um ein ungewolltes Herausziehen der Verbindungshülsen 14
aus den Aufnahmen 4 zu erschweren.
[0020] Zur Verringerung der Reibkräfte bei der Einführung der Verbindungshülsen 14 in die
Aufnahmen 4 sind an die Oberflächen der Seitenwände 28 vorzugsweise zwei oder mehr
parallel zur Längsachse 16 verlaufende, erhaben von diesen abstehende Führungsstege
37 angeformt. Die Höhe der Führungsstege 37 ist so bemessen, daß ihre äußere Hüllkurve
im wesentlichen der Innenkontur der Aufnahmen 4 entspricht. Dadurch kommen bei der
Einführung der Verbindungshülsen 14 in die Tragelemente 1 im wesentlichen nur die
Führungsstege 37, aber nicht dazwischen liegende Aussparungen mit den Innenwänden
der Aufnahmen 4 in Berührung. Auf diese Weise läßt sich einerseits eine erhebliche
Reduzierung der Reibungskräfte, andererseits aber dennoch ein wackelfreier Sitz der
Verbindungshülsen 14 in den Tragelementen 1 erzielen.
[0021] Zur Erzielung eines optisch ansprechenden Aussehens, bei dem die Knotenelemente 8
bei Betrachtung der mit ihnen hergestellten Konstruktionen nur wenig in Erscheinung
treten, weisen die Tragelemente 1 vorzugsweise quadratische Außenquerschitte auf,
die im wesentlichen mit den äußeren Konturen der würfelformigen Knotenelemente 8 übereinstimmen.
Dies ergibt sich z.B. aus Fig. 2, 5 und 9, nach denen die Tragelemente 1 und die Knotenelemente
8 gleiche quadratische Außenquerschnitte besitzen. Dadurch wird zusätzlich der Vorteil
erzielt, daß die in den Endflächen 9 der Knotenelemente 8 ausgebildeten Schlitze 23
nach dem Zusammenbau genau in den Verlängerungen der Längsschlitze 3 der Tragelemente
1 zum liegen kommen und mit derselben Breite wie diese ausgebildet werden können.
Etwa in die Längsschlitze 3 eingesetzte Seiten-, Wand- oder Bodenteile eines Regals,
Schranks od. dgl. können daher bis in die Schlitze 23 der Knotenelemente 8 erstreckt
werden und ohne störende Fugen aneinandergrenzen.
[0022] Fig. 9 zeigt eine Konstruktion in Form einer Eckverbindung zwischen zwei Tragelementen
1, 1a. Die Stirnflächen 12 der Tragelemente 1, 1a grenzen unter Bildung haarfeiner
Stoßfugen 39 an die zugehörigen Endflächen 9 der Knotenelemente 8. Die Verbindungshülsen
14 sind vollkommen in den Anschlußöffnungen 4 bzw. Nuten 23 aufgenommen und daher
völlig unsichtbar. Achsen 40, 41 der Tragelemente 1 stehen im rechten Winkel zueinander.
Alternativ könnten die Tragelemente 1, la aber auch koaxial angeordnet sein, indem
z. B. das Tragelement la mit seiner Stirnfläche gegen die in Fig. 9 mit dem Bezugszeichen
9a bezeichnete Endfläche des Knotenelements 8 gelegt wird. An jedem Knotenelement
8 können außerdem auch mehr als zwei bis maximal sechs Tragelemente 1 befestigt werden.
Dabei können die Verbindungselemente 14 nach Fig. 10 bis 12 in genau derselben Weise
wie dei Verbindungselemente 14 nach Fig. 6 bis 8 angewendet werden.
[0023] Die Erfindung ist nicht auf das beschriebene Ausführungsbeispiel beschränkt, das
in vielfacher Weise abgewandelt werden könnte. Insbesondere können anstelle der beschriebenen
Querschnitte andere zweckmäßige Innen- und/oder Außenquerschitte für alle Bauteile
gewählt werden. Weiter können die Löcher 10, die die Befestigungsschrauben 20 aufnehmen
sollen, wahlweise aus vorgefertigten Gewindebohrungen oder aus Bohrungen bestehen,
in denen die Gewinde beim Eindrehen der Befestigungsschrauben 20 durch Selbstschneiden
ausgebildet werden. Ferner können die verschiedenen Bauteile aus an sich beliebigen
Materialien hergestellt werden, wobei z.B. die Tragelemente 1 aus Aluminium, die Verbindungshülsen
14 aus Kunststoff und die Knotenelemente 8 aus einem aluminiumfarbig eingefärbten
Kunststoff bestehen. Weiter können auch die Schnappnasen 21, wie nicht näher erläutert
werden braucht, mit in Fügerichtung wirksamen Einführungsschrägen 42 (Fig. 7) versehen
sein, die das Einstecken der Verbindungshülsen 14 in die Anschlußöffnungen 4 erleichtern.
Entsprechend könnten die entgegengesetzten Enden 43 der Schnappnasen 21 (oder 31)
mit Schrägflächen versehen werden, um die Demontage einer bereits hergestellten Konstruktion
zu erleichtern, wobei durch den Neigungswinkel diejenige Kraft vorgegeben werden kann,
die zur Demontage zu überwinden ist. Alternativ wäre es auch möglich, bei Anwendung
von jeweils zwei, an diametral gegenüberliegenden Seiten liegenden Schnappnasen 21,
31 ein haarnadelartiges Werkzeug zur Verfügung zu stellen, mittels dessen sich die
beiden Schnappnasen 21, 31 gleichzeitig zurückdrängen lassen, falls eine Demontage
erwünscht oder erforderlich ist. Außerdem ist es möglich, die Tragelemente 1 und Knotenelemente
8 ganz oder teilweise nicht an allen Seiten- bzw. Endflächen mit den Nuten 3 bzw.
23 zu versehen, um dadurch an außen liegenden, keine Seiten-, Wand- oder Bodenteile
aufnehmenden Flächen keine sichtbaren Nuten zu erhalten. Weiter kann das Konstruktionssystem
Endkappen 44 (Fig. 9) umfassen, die auf freie Enden von Tragelementen 1 aufsteckbar
sind. Schließlich versteht sich, daß die verschiedenen Merkmale auch in anderen als
den beschriebenen und dargestellten Kombinationen angewendet werden können.
1. Konstruktionssystem zur Herstellung von Gestellen, Möbeln oder dergleichen, enthaltend:
Tragelemente (1) mit von Wandabschnitten (5) umgebenen Anschlußöffnungen (4), zwischen
den Tragelementen (1) anzuordnende Knotenelemente (8) und in die Anschlußöffnungen
(4) einführbare Verbindungshülsen (14), die durch in sie eingesetzte Befestigungsschrauben
(20) fest mit den Knotenelementen (8) verbindbar sind, dadurch gekennzeichnet, daß
wenigstens je einer der die Anschlußöffnungen (4) umgebenden Wandabschnitte (5) wenigstens
ein Querloch (6) aufweist und die Verbindungshülsen (14) wenigstens je eine zum Einschnappen
in ein Querloch (6) bestimmte, radial nach außen vorstehende Schnappnase (21,31) aufweisen.
2. Konstruktionssystem nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Anschlußöffnungen
(4) rechteckige oder quadratische Querschnitte und die Verbindungshülsen (14) mit
diesen im wesentlichen identische Außerquerschnitte haben.
3. Konstruktionssystem nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß wenigstens je zwei
die Anschlußöffnungen (4) umgebende Wandabschnitte (5) mit einem Querloch (6) versehen
sind.
4. Konstruktionssystem nach Anspruch 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Verbindungshülsen
(14) wenigstens je zwei Schnappnasen (21,31) aufweisen.
5. Konstruktionssystem nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß
die Knotenelemente (8) würfelförmig ausgebildet sind.
6. Konstruktionssystem nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß
die Tragelemente (1) den äußeren Konturen der Knotenelemente (8) entsprechende Außenquerschnitte
aufweisen.
7. Konstruktionssystem nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß
die Knotenelemente (8) und die Verbindungshülsen (14) mit ineinander steckbaren Mitteln
versehen sind, die quer zur Fügerichtung formschlüssig wirken.
8. Konstruktionssystem nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß die Mittel bei den
Knotenelementen (8) wenigstens je eine, in eine Endfläche (9) eingearbeitete, kreuzförmige
Nut (23) und bei den Verbindungshülsen (14) wenigstens je einen, an einer endseitigen
Stirnfläche angebrachten, kreuzförmigen, in die Nut (23) passenden Ansatz (24) enthalten.
9. Konstruktionssystem nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, daß die Ansätze (24)
mit Preßsitz in die Nuten (23) einführbar sind.
10. Konstruktionssystem nach einem Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, daß die
Schnappnasen (21,31) an federnden Zungen (26,32) der Verbindungshülsen (14) ausgebildet
sind.
11. Konstruktionssystem nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, daß die federnden Zungen
(26,32) an von den kreuzförmigen Ansätzen (24) abgewandten Längsenden (18a) der Verbindungshülsen
(14) angeordnet sind.
12. Konstruktionssystem nach Anspruch 10 oder 11, dadurch gekennzeichnet, daß die Zungen
(32) an die von den Ansätzen (24) abgewandten Längsenden (18a) der Verbindungshülsen
(14) angeformt sind.
13. Möbel, dadurch gekennzeichnet, daß es aus einem Konstruktionssystem nach einem oder
mehreren der Ansprüche 1 bis 12 hergestellt ist.