[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum lagegenauen Zuführen von Druckplatten aus
einem Plattenmagazin, bei dem die Druckplatte in dem Plattenmagazin bereitgestellt
ist und zum Zwecke des Druckplatten-Wechsels von diesem freigegeben, durch Fördermittel
zwischen ein in einem achsparallelen Kanal des Plattenzylinders angeordnetes Klemmschienenpaar
einer Klemmeinrichtung verbracht und dort die Soll-Lage der Druckplatte durch deren
Kontakt mit zwei Prüfstellen kontrolliert wird und, falls die Druckplatte nicht die
Soll-Lage in der Klemmeinrichtung erreicht, das Fördermittel die Druckplatte anschließend
freigibt.
[0002] Aus der EP 0 581 212 A1 ist ein eine Lösung bekannt, bei der zwei in einem endlichen
Abstand zueinander angeordnete und gegenüber der Klemmschiene elektrisch isolierte
Stifte vorgesehen sind. Liegen beide Stifte an der Druckplatten-Vorderkante an, wird
über die Druckplatte ein Stromkreis zwischen den Stiften geschlossen und ein Signal
generiert. Damit können die Klemmschienen geschlossen werden. Die Druckplatte wird
dadurch geklemmt und kann durch geeignete Einrichtungen auf den Plattenzylinder gespannt
werden.
[0003] Aus der DE 44 39 623 C2 ist ein Verfahren zum automatischen Zuführen von Druckplatten
zum Plattenzylinder einer Druckmaschine bekannt geworden, bei dem durch Fördermittel,
die mit der Druckplatte in Kontakt sind, die Vorderkante der Druckplatte in eine Klemmschiene
des Plattenzylinder eingeführt wird. Dort wird die registergerechte Lage der Druckplatte
überprüft. Das erfolgt an zwei in Achsrichtung des Plattenzylinders voneinander beabstandeten
Orten in der Klemmschiene. Ist diese gegeben, das heißt, liegt die Druckplatte an
beiden Orten an einem zu diesem Zwecke dort angeordneten Passstift an, wird die Druckplatte
in der Klemmschiene fixiert. Ist das nicht der Fall und die Druckplatte liegt nur
an einem Passstift an, wird für ein vorgegebenes Zeitintervall ein Freigeben der Druckplatte
durch die Fördermittel ausgelöst. Die Druckplatte hat nunmehr die Gelegenheit, sich
zu entspannen und auf Grund ihres Eigengewichts eine neue Orientierung einzunehmen.
Danach wird der Kontakt zwischen Druckplatte und Fördermitteln wieder hergestellt
und die Druckplatte wieder in Richtung der Passstifte gefördert.
[0004] Nachteilig daran ist, dass die Druckplatte nach der Unterbrechung des Kontaktes mit
den Fördermitteln so oft gegen die Passstifte gedrückt wird, bis die gewünschte registerhaltige
Lage erreicht ist. Das hat eine mehrmalige mechanische Beanspruchung der Druckplatte
zur Folge, was zu deren Beschädigung führen kann.
[0005] Nachteilig ist weiterhin, dass nicht alle Fördersysteme geeignet sind, ein kurzzeitiges
Loslassen und ein anschließendes wiederholtes Ergreifen der Druckplatte zu realisieren.
[0006] Die Aufgabe der Erfindung besteht darin, unter Vermeidung der oben genannten Nachteile
ein Verfahren zu entwickeln, durch das eine registerhaltige Lage in der Klemmschiene
erzielt wird und die Druckplatte eine minimale mechanische Belastung erfährt.
[0007] Diese Aufgabe wird durch die Merkmale des 1 Anspruchs gelöst.
[0008] Der Vorteil der erfindungsgemäßen Lösung besteht darin, dass nunmehr das automatische
Zuführen der Druckplatten störungssicherer erfolgen kann. Die Fehl-Lagen der Druckplatte
können ohne manuellen Eingriff der Bedienperson korrigiert werden
[0009] Die Erfindung soll nachfolgend an Hand eines Ausführungsbeispieles näher erläutert
werden.
[0010] Die Zeichnungen hierzu haben folgende Bedeutung:
- Figur 1
- Schematische Darstellung eines Plattenzylinder mit geöffneter Klemmschiene während
des Zuführens einer Druckplatte
- Figur 2
- Darstellung der registergerechten Anlage der Druckplatte an den Passstiften
- Figur 3
- Darstellung einer nicht-registergerechten Anlage der Druckplatte an den Passstiften.
Die Druckplatte liegt an keinen der beiden Passstifte an.
- Figur 4
- Darstellung einer nicht-registergerechten Anlage der Druckplatte an den Passstiften.
Die Druckplatte liegt an einem der beiden Passstifte an.
[0011] Die zur Realisierung des erfindungsgemäßen Verfahrens erforderliche Vorrichtung ist
in der Figur 1 dargestellt. Wie aus dieser Figur ersichtlich ist, ist in einem Plattenmagazin
2 eine Druckplatte 1 zwischengelagert. Diese ruht dort auf zwei in einem Abstand zueinander
angeordneten Vorpass-Stiften 21a; 21b, die mit Ausstanzungen 12a, 12b (siehe hierzu
die Figuren 2 bis 4) der Druckplatte 1 korrespondieren. Das Plattenmagazin 2 ist in
seiner Ruhestellung fest an dem nicht dargestellten Gestell der Druckmaschine angebracht.
[0012] Ebenfalls im Gestell gelagert ist ein Plattenzylinder 4. Dieser ist dazu bestimmt,
auf seiner Oberfläche die aus dem Plattenmagazin 2 zugeführten Druckplatten 1 aufzunehmen.
Zu diesem Zwecke ist an seinem Umfang in achsparalleler Richtung ein Plattenzylinderkanal
41 angeordnet. Im Plattenzylinderkanal 41 befindet sich eine Klemmeinrichtung 5. Diese
besteht aus einer oberen Klemmschiene 52 und einer unteren Klemmschiene 51. Die obere
Klemmschiene 52 ist fest am Plattenzylinderkanal 41 angeordnet. Die untere Klemmschiene
51 ist gegen die obere Klemmschiene 52 zum Klemmen der Druckplatte 1 verschiebbar.
[0013] Der Klemmeinrichtung 5 sind im Bereich der Klemmschienen 51, 52 Passstifte 54a, 54b
zugeordnet. Aus den Figuren 2 bis 4 ist ersichtlich, dass die Passstifte 54a, 54b
in einem endlichen, dem Abstand zwischen den Vor-Passstiften 21a; 21b entsprechenden
Abstand zueinander angeordnet sind.
[0014] Weiterhin ist im Plattenzylinderkanal 41 eine Klemm- und Spanneinrichtung 6 gelagert.
In der Figur 1 ist diese nur andeutungsweise dargestellt. Die Klemm- und Spanneinrichtung
6 dient zur Aufnahme des Endes der Druckplatte 1.
[0015] Zur Realisierung des erfindungsgemäßen Verfahrens wird das Plattenmagazin 2 mit einer
Druckplatte 1 bestückt und aus seiner Ruhestellung in die Stellung zum Druckplatten-Wechsel
gefahren. Der Plattenzylinder 4 wird so positioniert, dass eine Konstellation entsteht,
die das Einführen einer Druckplatte 1 in die Klemmeinrichtung 5 ermöglicht. Diese
Stellung ist in der Figur 1 dargestellt.
[0016] Die Druckplatte 1 ist im Plattenmagazin 2 durch das Vor-Passstift-System vorpositioniert.
Zum Druckplatten-Wechsel wird eine Druckplatte 1 aus dem Plattenmagazin 2 freigegeben,
indem die Vor-Passstifte 21a, 21b zurückgezogen werden. Dabei treten Fördereinrichtungen
in Kontakt mit der Druckplatte 1. Als Fördereinrichtungen sind im Ausführungsbeispiel
Sauger 3 vorgesehen. Es sind aber auch Transportrollen und andere Einrichtungen möglich.
Diese erfassen die Druckplatte 1 und fördern sie aus dem Plattenmagazin 2 in Richtung
der geöffneten Klemmeinrichtung 5. In dieser Stellung ist die untere Klemmschiene
51 von der oberen Klemmschiene 52 zurückgezogen und befindet sich von der oberen Klemmschiene
52 in der am weitesten entfernten Stellung.
[0017] Innerhalb der Klemmeinrichtung 5 wird die Druckplatte 1 mit ihren Ausstanzungen 12a;
12b auf die Passstifte 54a; 54b gefahren. Liegt die Druckplatte 1 in der registergerechten
Soll-Lage (siehe Figur 2) ist der Kontakt durch die elektrisch leitende Druckplatte
1 zwischen dem Passstift 54a und dem Passstift 54b geschlossen. In einer anderen Ausführungsform
des Druckplatten-Erkennungssystems werden die Kontaktstellen Passstift 54a/Ausstanzung
12a und Passstift 54b/Ausstanzung 12b unabhängig voneinander abgefragt. Damit kann
unterschieden werden, ob eine Anlage an beiden Kontaktstellen, an einer der Kontaktstellen
oder an keiner der Kontaktstellen gegeben ist.
[0018] Ist die registergerechte Soll-Lage analog Figur 2 erreicht, wird ein Signal an die
Steuerung der Druckmaschine generiert und damit die Klemmeinrichtung 5 geschlossen.
Die weiteren Schritte zum Spannen der Druckplatte 1 können nun eingeleitet werden.
[0019] Kommt kein Signal, das die registergerechte Anlage der Druckplatte 1 signalisiert,
liegt die Druckplatte 1 in einer der in den Figuren 3 oder 4 dargestellten Lage zu
den Passstiften 54a, 54b. Wenn, wie in der Figur 3 dargestellt, die Druckplatte 1
keinen Kontakt zu den Passstiften 54a; 54b hat, so kann das daran liegen, dass zum
Beispiel die Klemmeinrichtung 5 nicht geöffnet oder der Plattenzylinder 4 nicht exakt
positioniert ist. Tritt einer dieser beiden Fälle ein, dann wird abgefragt, ob das
Fördermittel seine Funktion erfüllt, das heißt, ob das Fördermittel tatsächlich die
Druckplatte 1 erfasst hat und diese fördern kann. Das kann konkret bedeuten, dass
zum Beispiel der Wert des Unterdrucks der Sauger 3 kontrolliert wird.
[0020] Ist hier eine Unregelmäßigkeit gegeben, dann muss manuell in den Ablauf des Druckplatten-Wechsels
eingegriffen werden.
[0021] Ist das nicht der Fall, dann wird die Druckplatte 1 durch die Sauger 3 wieder zurück
in das Plattenmagazin 2 gefördert. Dabei ist der Kontakt zwischen dem Sauger 3 und
der Druckplatte 1 in keiner Phase unterbrochen, das heißt, bis zu diesem Zeitpunkt
bleibt der Sauger 3 mit der Druckplatte 1 in Kontakt . Erst im Plattenmagazin 2 wird
die Druckplatte 1 abgelegt. Die Ablage erfolgt wiederum auf den Vor-Passstiften 21a,
21b. Die Druckplatte 1 hat nunmehr Gelegenheit, sich erneut zu positionieren und kann
für einen zweiten, wenn erforderlich auch für weitere Versuche aus dem Plattenmagazin
2 entnommen werden.
[0022] Ist durch diese Maßnahme eine registerrechte Anlage nicht zu erzielen und die Passstifte
54a, 54b erkennen die Druckplatte 1 nicht, so wird alternativ zu der oben beschriebenen
Maßnahme folgendes Verfahren durchgeführt:
[0023] Der Kontakt zwischen dem Sauger 3 und der Druckplatte 1 wird unterbrochen und der
Sauger 3 fährt ohne Druckplatte 1 in seine Ausgangsstellung zurück. Externe Mittel
zum Bewegen der Druckplatte 1 werden mit dieser in Verbindung gebracht und fördern
die Druckplatte 1 auf die Klemmeinrichtung 5. Diese externen Mittel können zum Beispiel
gummierte Rollen oder Förderbänder sein, die mit der Druckplatte 1 in Kontakt gebracht
werden und diese in Richtung der Klemmeinrichtung 5 fördern.
[0024] Nach dieser Maßnahme erfolgt dann eine wiederholte Prüfung der Lage der Druckplatte
1. Ist die Soll-Lage nicht erreicht, wird dieser Vorgang wiederholt. Nach einer definitiv
festgelegten Anzahl aufeinander folgender Fehlversuche wird dann abgebrochen und der
Drucker muss manuell in den Handlungsablauf eingreifen.
[0025] Eine andere Möglichkeit besteht darin, nicht die Druckplatte 1 in Richtung der Klemmeinrichtung
5 zu verbringen, sondern die Klemmeinrichtung 5 selbst in Richtung der Druckplatte
1 zu bewegen. Das kann dadurch erfolgen, dass die Klemmeinrichtung 5 durch einen hier
nicht dargestellten Mechanismus aus dem Umfang des Plattenzylinder 4 heraus in Richtung
der Druckplatte 1 bewegt wird. Es ist aber auch möglich, den Plattenzylinder 4 zu
drehen und so den Plattenzylinder 4 einschließlich der Klemmeinrichtung 5 zur Druckplatte
1 zu führen. Auch hier wird nach einer endlichen Anzahl von Fehlversuchen abgebrochen.
[0026] Welche der oben beschriebenen Varianten letztendlich die geeignete ist, wird durch
je die konstruktionstechnischen und technologischen Gegebenheiten entschieden. Entscheidend
ist, dass nach der Erfindung eine Relativbewegung zwischen der Druckplatte 1 und der
Klemmeinrichtung 5 erzeugt wird.
[0027] Eine weitere Ausführungsform der Erfindung besteht darin, durch an sich bekannte
Mittel nach Lösen der Sauger 3 die Druckplatte 1 oder auch die Klemmeinrichtung 5
durch geeignete elektromagnetische oder pneumatische Mittel in Vibration zu versetzen
und nach einer angemessenen Zeitspanne die Lage der Druckplatte 1 erneut zu prüfen.
Auch hier können mehrere Versuche erforderlich sein.
[0028] In einer weiteren Ausgestaltung werden die oben beschriebenen Maßnahmen miteinander
kombiniert. So kann nach dem Loslassen der Sauger 3 die Druckplatte 1 in Vibration
versetzt werden und gleichzeitig die Klemmeinrichtung 5 mit oder ohne den Plattenzylinder
4 mehrmals in Richtung der Druckplatte 1 geführt werden.
[0029] Ist nach den oben beschriebenen Maßnahmen durch die Passstifte 54a und 54b die registergerechte
Soll-Lage der Druckplatte 1 erreicht, wird im Zuge des weiteren Verfahrensablaufs
die Klemmeinrichtung 5 geschlossen. Der Plattenzylinder 4 beginnt sich zu drehen,
wobei eine nicht dargestellte Walze an dessen Umfang angestellt wird. Diese Walze
bügelt die Druckplatte 1 auf den Plattenzylinder 4 und sorgt für deren glatte Auflage
an der Oberfläche des Plattenzylinders 4. Zum Abschluss des Aufbügelvorganges wird
die Druckplatte 1 in die Klemm- und Spanneinrichtung 6 gedrückt, dort erfasst und
geklemmt. Ein nicht dargestellter Mechanismus übt eine tangential gerichtete Kraft
auf die Klemmschienen der Spanneinrichtung aus, so dass dadurch die Druckplatte 1
gespannt wird.
Aufstellung der verwendeten Bezugszeichen
[0030]
- 1
- Druckplatte
- 12a
- Ausstanzung
- 12b
- Ausstanzung
- 2
- Plattenmagazin
- 21a
- Vor-Passstift
- 21b
- Vor-Passstift
- 3
- Sauger
- 4
- Plattenzylinder
- 41
- Plattenzylinderkanal
- 5
- Klemmeinrichtung
- 51
- untere Klemmschiene
- 52
- obere Klemmschiene
- 54a
- Passstift
- 54b
- Passstift
- 6
- Klemm- und Spanneinrichtung
1. Verfahren zum lagegenauen Zuführen von Druckplatten aus einem Plattenmagazin, bei
dem die Druckplatte (1) in dem Plattenmagazin bereitgestellt ist und zum Zwecke des
Druckplatten-Wechsels von diesem freigegeben, durch Fördermittel (3) zwischen ein
in einem achsparallelen Kanal (41) des Plattenzylinders (4) angeordnetes Klemmschienenpaar
(51; 52) einer Klemmeinrichtung (5) verbracht und dort die Soll-Lage der Druckplatte
(1) durch deren Kontakt mit zwei Prüfstellen kontrolliert wird und, falls die Druckplatte
(1) nicht die Soll-Lage in der Klemmeinrichtung (5) erreicht, das Fördermittel (3)
die Druckplatte (1) anschließend freigibt,
dadurch gekennzeichnet, dass
das Fördermittel (3) in seine Ausgangsstellung zurück fährt und Druckplatte (1) und
Klemmschienen (51, 52) durch andere geeignete Mittel miteinander in Kontakt gebracht
werden und/oder die Druckplatte (1) oder die Klemmeinrichtung (5) in Vibration versetzt
wird.
2. Verfahren zum lagegenauen Zuführen von Druckplatten aus einem Plattenmagazin nach
Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass diese genannten Mittel die Druckplatte (1)
erfassen und diese in die Soll-Lage fördern.
3. Verfahren zum lagegenauen Zuführen von Druckplatten aus einem Plattenmagazin nach
Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass als geeignete Mittel zum Fördern der Druckplatten
(1) gummierte Rollen vorgesehen sind.
4. Verfahren zum lagegenauen Zuführen von Druckplatten aus einem Plattenmagazin nach
Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Plattenzylinder (4) einschließlich der
Klemmeinrichtung (5) entgegen der Zuführ-Richtung der Druckplatte (1) bewegt werden.
5. Verfahren zum lagegenauen Zuführen von Druckplatten aus einem Plattenmagazin nach
Anspruch 1 und 4, dadurch gekennzeichnet, dass nur die Klemmeinrichtung (5) entgegen
der Zuführ-Richtung der Druckplatte (1) bewegt wird.
6. Verfahren zum lagegenauen Zuführen von Druckplatten aus einem Plattenmagazin nach
Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Druckplatte (1) oder die Klemmeinrichtung
(5) durch geeignete elektromagnetische oder pneumatischen Mittel zur Vibration angeregt
wird.