[0001] Die Erfindung betrifft eine Zentrifuge der im Oberbegriff des Anspruch 1 genannten
Art.
[0002] Eine derartige Vorrichtung bewirkt bei einer Unwucht des Rotors, die beispielsweise
durch unsymmetrische Beladung erzeugt ist, einen Unwuchtausgleich dadurch, daß der
massebehaftete Ausgleichsring sich während der Rotation des Rotors bei nachgebender
Lagereinrichtung entgegengesetzt zur Unwuchtmasse verschiebt und dadurch die Unwucht
ausgleicht.
[0003] Aus der JP-A-62095157 ist eine Zentrifuge bekannt, bei der der Rotor selbst über
einen elastischen Gummiring gegenüber seiner Antriebswelle gelagert ist. Dies bedingt
eine Sonderkonstruktion hinsichtlich der sicherheitsempfindlichen Lagerverbindung
des Rotors an der Welle, die aufwendig, nicht nachrüstbar und sicherheitstechnisch
bedenklich ist.
[0004] Aus der US-A-3796109 ist eine Zentrifuge bekannt, bei der in einem separaten Gehäuse
konzentrisch zur Welle angeordnete Ringe lose gelagert sind, so daß sie zum Unwuchtausgleich
kippen können. Auch diese Ausbildung bedingt eine Sonderkonstruktion mit erheblichem
Aufwand.
[0005] Die DE-A-19749357 zeigt eine Unwuchtausgleichsvorrichtung für Zentrifugen mit in
einer Ringbahn konzentrisch um die Welle frei laufenden Kugeln, die sich zum Unwuchtausgleich
frei verschieben lassen. Diese Konstruktion wird bei Zentrifugen, insbesondere Laborzentrifugen,
häufig angewandt, bedingt jedoch eine hochpräzise Fertigung und ergibt folglich sehr
hohe Kosten.
[0006] Wie bereits erwähnt, müssen bei Zentrifugen Unwuchten des Rotors durch entsprechende
gegenläufige Masseverschiebung an der Unwuchtausgleichsvorrichtung bekämpft werden,
wie dies bei den zuvor beschriebenen bekannten Konstruktionen der Fall ist. Ein völlig
anderes gattungsfremdes Gebiet ist das der Torsionsschwingungsbekämpfung. Torsionsschwingungsdämpfer
sind beispielsweise an nahezu jedem Kraftfahrzeugmotor auf der Kurbelwelle vorgesehen,
um das Drehruckeln insbesondere bei niedrigen Drehzahlen zu unterdrücken. Bei Drehschwingungsdämpfern
kommt es grundsätzlich darauf an, einen Massering gegenüber der Welle drehgefedert
zu halten, wobei zu Unwuchten führende radiale Verschiebungen möglichst vermieden
werden sollen.
[0007] Die US-A-4615237 zeigt eine solche Konstruktion, wobei die Drehfederung über eine
laminar aufgebaute Konstruktion erfolgt.
[0008] Die EP-A-653579 zeigt einen Drehschwingungsdämpfer, bei dem der Massering mit dem
Rotor entweder über einen Elastomerring oder über mit ihrer Schraubenachse konzentrisch
zur Welle angeordnete, an den Enden abgestützte Schraubenfedern torsionsfedernd verbunden
ist.
[0009] Die US-A-4395809 zeigt ebenfalls einen Drehschwingungsdämpfer, bei dem der die Schwingungsmasse
bildende Ausgleichsring über einen Elastomerring auf einem inneren Sitzring drehgefedert
gelagert ist, wobei der Sitzring zur Montage auf der torsionszudämpfenden Welle dient.
Der Elastomerring ist zwischen dem äußeren und inneren Ring mit radialer Vorspannung
eingepaßt um Torsionsschwingungen, aber möglichst keine radiale Bewegung zuzulassen.
[0010] Für den Unwuchtausgleich bei Zentrifugen sind solche Torsionsdämpfer ihrer Natur
nach ungeeignet.
[0011] Eine gattungsgemäße Zentrifuge ist aus der DE 4239504 A1 bekannt. Bei dieser weist
die Lagereinrichtung mehrere umfangsbeabstandet angeordnete, radial wirkende Federn
auf. Diese Konstruktion hat jedoch erhebliche Nachteile.
[0012] Zunächst ist die radial wirkende Federkraft der Lagereinrichtung für verschiedene
Umfangswinkel unterschiedlich, je nachdem wie weit der Umfangswinkel von benachbarten
Federn entfernt liegt. Dadurch ergeben sich ungleichmäßige, den Unwuchtausgleich störende
Verhältnisse. Ferner sind die einzeln ausgebildeten Federn nur schwer auf gleiche
Federkraft abstimmbar, woraus sich ebenfalls Störungen des Unwuchtausgleichs ergeben.
Weiterhin bilden die bei der bekannten Konstruktion vorgesehen ungedämpften Federn
der Lagereinrichtung ein schwingfähiges System, das eine Quelle zusätzlicher unerwünschter
Resonanzen ist. Weiterhin ist die bekannte Lagereinrichtung im wesentlichen nur in
der Ebene der Lagereinrichtung und nicht gegen Kippauslenkungen wirksam. Schließlich
ist die bekannte Konstruktion auch sehr aufwendig in der Herstellung.
[0013] Aus diesen Gründen ist die bekannte Vorrichtung nur für geringe Unwuchtanforderungen
bei niedrigen Drehzahlen geeignet, wie für den in der zitierten Schrift dargestellten
Fall einer Waschmaschine. Für hochdrehende Zentrifugen ist sie nur sehr schlecht geeignet.
[0014] Die Aufgabe der vorliegenden Erfindung besteht darin, die gattungsgemäße Zentrifuge
kostensparend für höhere Auswuchtanforderungen auszubilden.
[0015] Diese Aufgabe wird mit den Merkmalen des Anspruches 1 gelöst.
[0016] Die erfindungsgemäße Zentrifuge sieht als Lagereinrichtung einen elastischen Ring
vor. Im einfachsten Fall ist der Ausgleichsring, beispielsweise ein Stahlring geeigneter
Masse, über einen elastischen Ring in Form einer Gummischicht auf der Fläche des Rotors
befestigt. Ersichtlich ist eine solche Konstruktion äußerst kostengünstig. Von Vorteil
ist die ringförmige, allseits symmetrisch ausbildbare Form des elastischen Ringes,
die unter sämtlichen Umfangswinkeln gleiche (isotrope) elastische Eigenschaften ermöglicht.
Ein solcher elastischer Ring läßt sich gut dämpfend ausbilden. Resonanzfrequenzen
treten dann nicht auf, so daß im Schwingungssystem der Zentrifuge keine zusätzlichen
Resonanzen gebildet werden. Der elastische Ring kann je nach Querschnittsgeometrie
sehr gut Rückstellkräfte auch in Kipprichtung der Rotorachse gegenüber dem Ausgleichsring
erzeugen und somit auch Kippbewegungen sehr gut ausgleichen. Es wird hiermit auf einfache
Weise ein Unwuchtausgleich in mehreren Freiheitsgraden erzeugt. Die erfindungsgemäße
Vorrichtung ist daher bei geringen Kosten und wegen ihrer einfachen Konstruktion insbesondere
auch nachrüstbar für Zentrifugen aller Art, insbesondere auch für sehr hoch drehende
Zentrifugen wie insbesondere Laborzentrifugen, geeignet.
[0017] Die Vorrichtung kann an unterschiedlichen konzentrischen Flächen das Rotors anbringbar
ausgebildet sein, beispielsweise an dem zur Aufnahme des Zentrifugiergutes vorgesehenen
Rotorbehälter. Vorteilhaft ist sie jedoch gemäß Anspruch 2 zur Anbringung an der Antriebswelle
vorgesehen, beispielsweise in der Nähe des Rotorbehälters, wodurch die Anbringung
vereinfacht wird.
[0018] Die Vorrichtung kann an einer konzentrischen Außenfläche des Rotors, beispielsweise
am Umfang des Rotorbehälters oder insbesondere vorteilhaft bei Anbringung auf der
Welle auf deren Außenseite vorgesehen sein. Vorteilhaft ist sie jedoch gemäß Anspruch
3 an einer konzentrischen Innenfläche, insbesondere an einer Innenfläche des Rotorbehälters
angeordnet, was insbesondere zu platzsparendem Aufbau führt.
[0019] Vorteilhaft ist der elastische Ring gemäß Anspruch 4 als Elastomerring ausgebildet.
Es können geeignete Elastomere, wie Naturkautschuk oder ein synthetisches Elastomer
verwendet werden. Von Vorteil ist hier insbesondere die gleichmäßige Federwirkung
in allen Richtungen und die gute Eigendämpfung des Materials.
[0020] Der Elastomerring kann einstückig ausgebildet sein, ist vorteilhaft jedoch gemäß
Anspruch 5 mehrschichtig aufgebaut. Diese Schichten können durch senkrecht zur Achse
stehende Ebenen getrennt sein oder insbesondere auch als konzentrische Schichten in
radialer Richtung übereinander angeordnet sein. Durch den Mehrschichtaufbau mit unterschiedlichen
Elastomerparametern der Schichten lassen sich die Rückstell- und Dämpfungseigenschaften
des Elastomerringes optimieren.
[0021] Vorteilhaft ist gemäß Anspruch 6 auf der zur Befestigung am Rotor vorgesehenen Seite
des Elastomerringes ein Sitzring vorgesehen, der beispielsweise aus Metall besteht
und eine ordentliche Metall zu Metall Befestigung der Vorrichtung ermöglicht.
[0022] Der vorzugsweise aus Metall bestehende Ausgleichsring, der elastische Ring und ein
gegebenenfalls vorgesehener Sitzring könne lose ineinandergesteckt und durch zusätzliche
Vorrichtungen zusammengehalten werden. Vorteilhaft sind sie jedoch gemäß Anspruch
7 zu einer Baueinheit fest miteinander verbunden, was die Montierbarkeit und die Funktionssicherheit
verbessert.
[0023] Vorzugsweise besteht der Elastomerring nach Anspruch 8 ganz oder teilweise, beispielsweise
in einer von mehreren Schichten aus einem Elastomerschaum, der aufgrund seiner besonderen
Elastizitätseigenschaft eine weitere Optimierung des Rückstell- und Dämpfungsverhaltens
des Elastomerringes ermöglicht.
[0024] Vorteilhaft ist gemäß Anspruch 9 der elastische Ring als schräg gewundene Schraubenfeder
ausgebildet. Mit dieser Konstruktion lassen sich ähnliche radiale elastische Eigenschaften
wie mit einem Elastomerring erzielen, jedoch mit den Vorteilen, z.B. besserer Temperaturbeständigkeit
und Chemikalienbeständigkeit. Eine gute Eigendämpfung kann auch hier durch Reibdämpfung
aufgrund der vielfachen Anlage der Schraubenwindungen erreicht werden.
[0025] In den Zeichnungen ist die Erfindung beispielsweise und schematisch dargestellt,
es zeigen:
- Fig. 1
- Einen Schnitt durch eine Laborzentrifuge mit mehreren Unwuchtausgleichsvorrichtungen
mit Elastomerring,
- Fig. 2
- im Schnitt nach Linie 2-2 in Fig. 1 einer der dargestellten Unwuchtausgleichsvorrichtungen
in Achsansicht,
- Fig. 3
- in Darstellung gemäß Fig. 2 eine Variante der Unwuchtausgleichsvorrichtung,
- Fig. 4
- in Darstellung gemäß Fig. 2 eine weiter Variante der Unwuchtausgleichsvorrichtung,
- Fig. 5
- im Schnitt der Fig. 1 eine weiter Variante der Unwuchtausgleichsvorrichtung,
- Fig. 6, 7
- in unterschiedlichen Schnittdarstellungen eine auf der Welle der Zentrifuge angeordnete
Unwuchtausgleichsvorrichtung mit einer Schraubenfeder als elastischer Ring.
[0026] In Fig. 1 is eine Laborzentrifuge üblicher Bauart unter Weglassung des äußeren Schutzgehäuses
dargestellt.
[0027] Auf einer Grundplatte 1 ist mit Federn 2 federnd gelagert ein Antriebsmotor 3 angeordnet,
der die lotrecht stehende Welle 4 eines Rotors antreibt, welcher aus der Welle 4 und
einem Rotorbehälter 5 besteht.
[0028] Der Rotorbehälter 5 weist mehrere Aufnahmen 6 auf, die zur Aufnahme zu zentrifugierender
Probenröhrchen 7 dienen. In Fig. 1 ist - zur Erläuterung einer Unwucht - dargestellt,
daß nur in einer der beiden in der Schnittebene gegenüberliegen Aufnahmen 6 ein Probenröhrchen
7 liegt, wogegen die gegenüberliegende Aufnahme 6 leer ist. Dadurch wird eine erhebliche
Unwucht erzeugt, die auszugleichen ist.
[0029] Zum Unwuchtausgleich ist auf der Welle 4 eine Unwuchtausgleichsvorrichtung I vorgesehen,
die aus einem Ausgleichsring 8 und einem elastische Ring in Form eines Elastomerringes
9 besteht. In Achsansicht gemäß Schnittlinie 2-2 in Fig. 1 ist diese Vorrichtung I
noch einmal in Fig. 2 in vergrößertem Maßstab dargestellt. Ersichtlich erlaubt der
Elastomerring 9, der aus irgendeinem geeigneten natürlichen oder synthetischen Elastomer
bestehen kann, eine radiale Verlagerung des mit geeigneter Masse behafteten, beispielsweise
aus Stahl bestehenden Ausgleichsringes 8 gegenüber der Welle 4. Auch Kippbewegungen
der Welle 4 gegenüber der Ebene des Ausgleichsringes 8 werden in dem Elastomerring
9 ausgeglichen. Der Elastomerring 9 kann übliche Elastomereigenschaften aufweisen,
wirkt also insbesondere nicht nur federnd sondern auch wesentlich dämpfend.
[0030] Fig. 1 zeigt, daß eine Unwuchtausgleichsvorrichtung mit Elastomerring 9 und Ausgleichsring
8 zur Anbringung an unterschiedlichen Positionen des Rotors ausgebildet sein kann.
[0031] Eine Ausgleichsvorrichtung II kann auf dem Umfang des Rotorbehälters 5 vorgesehen
sein. Eine Ausgleichsvorrichtung III kann an der unteren Stirnfläche des Rotorbehälters
5 vorgesehen sein, mit der Besonderheit, daß hier der Elastomerring auf Scherung beansprucht
wird. Insbesondere vorteilhaft ist bei der dargestellten Ausbildung des Rotorbehälter
5 mit einer unteren Ausnehmung mit zylindrischer Innenfläche 10 eine Ausgleichsvorrichtung
IV auf dieser angeordnet, wobei dann der Ausgleichsring 8 innen und der Elastomerring
9 außen zur Innenfläche 10 des Rotorbehälters 5 hin liegt. Eine Ausgleichsvorrichtung
V kann auch, wie in Figur 1 dargestellt, an dem nach unten den Motor 3 überragenden
Ende der Welle 4 angeordnet werden.
[0032] Eine Ausgleichsvorrichtung VI kann ferner auch innerhalb des Rotorbehälters 5 angeordnet
sein an einer zylindrischen Innenfläche 10'. Im dargestellten Fall kann, wie Fig.
1 zeigt, der Ausgleichsring 8' auch als Vollscheibe ausgebildet sein.
[0033] Je nach Schwingungsverhalten der in Fig. 1 dargestellten Zentrifuge, kann der am
besten geeignete der Anbringungsorte I-IV gewählt werden. Von Vorteil zum besseren
Unwuchtausgleich kann auch die Anordnung mehrerer Ausgleichsvorrichtungen, beispielsweise
in den Positionen I und IV, sein.
[0034] Zu der gemäß Fig. 1 in Position I angeordneten Ausgleichsvorrichtung sind im Folgenden
erläuterte Varianten möglich, die auch für die in den anderen Positionen dargestellten
Ausgleichsvorrichtungen entsprechend abgewandelt verwendbar sind.
[0035] In Fig. 3 ist eine Konstruktion dargestellt, die mit Ausgleichsring 8 und Elastomerring
9 - bis auf andere Dimensionierung - der Konstruktion der Fig. 2 entspricht. Innerhalb
des Elastomerringes 9 ist jedoch zusätzlich ein z. B. aus Stahl bestehender Sitzring
11 vorgesehen, der zu gutem Paßsitz auf der Welle 4 ausgebildet ist.
[0036] Die Ausführungsform der Fig. 4 entspricht der der Fig. 3, bis auf die Tatsache, daß
der Elastomerring aus zwei konzentrischen Schichten 9', 9" besteht, die aus unterschiedlichen
Elastomermaterialien bestehen und beispielsweise unterschiedliche Feder- oder Dämpfungseigenschaften
aufweisen. Dadurch kann das Ausgleichsverhalten des Elastomerringes 9', 9" optimiert
werden.
[0037] Fig. 5 zeigt eine Variante der in Fig. 3 dargestellten Konstruktion, bei der der
Ausgleichsring 8 allseitig umschlossen in dem Elastomerring 9 angeordnet ist. Hierdurch
können sowohl die Ausgleichseigenschaften als auch die Herstellbarkeit und Dauerfestigkeit
verbessert werden.
[0038] Bei allen dargestellten Ausführungsformen der Ausgleichsvorrichtung können deren
Teile 8, 9, 11 insbesondere miteinander fest verbunden sein, z. B. durch Verklebung
oder Vulkanisierung, um eine gegen Verschiebungen gesicherte und bei der Montage leicht
handhabbare Konstruktion zu schaffen.
[0039] In den dargestellten Ausführungsformen kann der Elastomerring 9 aus porenfreiem Elastomermaterial
bestehen, insbesondere jedoch auch aus einem Elastomerschaum, dessen besondere Feder-
und Dämpfungseigenschaften hier vorteilhaft nutzbar sind. Bei der Ausrührungsform
4 kann beispielsweise eine der Schichten 9', 9" aus Elastomerschaum bestehen, oder
auch beide Schichten aus unterschiedlichem Schaum.
[0040] Der Elastomerring 9 ist in den dargestellten Ausführungen mit rechteckiger Querschnittsform
dargestellt. Dabei kann seine radiale Dicke und seine in Achsrichtung der Welle 4
erstreckte Dicke den gewünschten Auswuchtparametern angepaßt sein, insbesondere auch
hinsichtlich des Verhältnisses radialer Elastizität zu Kippelastizität.
[0041] Die Querschnittgeometrie kann vorteilhaft auch anderes ausgebildet sein, z. B. mit
balliger Auswölbung der Stirnflächen des Elastomerringes bzw. mit Hohlflächen, wie
dies der Elastomerring 9' der Auswuchteinrichtung VI zeigt, um seine Elastizitätseigenschaften
in gewünschter Weise einzustellen. Zu demselben Zweck kann der Elastomerring auch
beispielsweise mit umfangsverteilten Hohlräumen oder Durchbrechungen versehen sein,
sofern durch deren Anordnung die unter allen Winkeln möglichst gleich (isotrop) zu
haltenden elastischen Eigenschaften nicht zu sehr beeinträchtigt werden.
[0042] Die Figuren 6 und 7 zeigen in unterschiedlicher Schnittdarstellung eine weitere Ausführungsform
einer Unwuchtausgleichsvorrichtung, die z.B. in Position I gemäß Figur 1 auf der Welle
4 angeordnet sein kann, sich in -entsprechender konstruktiver Abwandlung aber auch
für die anderen Anbringungspositionen II bis IV gemäß Figur 1 eignet.
[0043] Bei der Ausführungsform der Figuren 6 und 7 ist der elastische Ring nicht als Elastomerring
ausgebildet, sondern als ringförmig ausgebildete Schraubenfeder 19. Diese ist einerseits
in einer umlaufenden Außennut 16 des Sitzringes 11 und andererseits in einer umlaufenden
Innennut 17 des Ausgleichsringes 8 gelagert, so daß die Unwuchtausgleichsvorrichtung
eine formschlüssig verbundene Montageeinheit bildet. Die Querschnittsformen der Nuten
16 und 17 sind, wie Figur 6 zeigt, der Querschnittsumfangsform der Schraubenfeder
19 angepaßt.
[0044] Bei einer normal gewickelten Schraubenfeder würden die einzelnen Windungen in Ansicht
der Figur 4 im wesentlichen radial stehen. Bei der schematisch dargestellten, für
die vorliegenden Zwecke verwendbaren Schraubenfeder 19 sind die einzelnen Windungen
jedoch, wie in Figur 7 dargestellt, unter einem Schrägwinkel α gegenüber der strichpunktiert
dargestellten Radialrichtung gekippt. Dadurch kann die Schraubenfeder 19 in radialer
Richtung elastisch nachgeben, ähnlich wie der in den Ausführungsformen der Figuren
1 bis 5 verwendete Elastomerring 9. Auch Kippbewegungen der Welle 4 gegenüber dem
Ausgleichsring 8 kann die Schraubenfeder 19 elastisch ausgleichen.
[0045] Die Schraubenfeder 19 kann aus geeigneten Federmaterialien, wie z.B. Federstahl,
bestehen. Anders als der in den Ausführungsformen der Figuren 1 bis 5 verwendete Elastomerring
9, kann der Federring 19 und somit die gesamte Unwuchtausgleichsvorrichtung 11, 19,
8 z.B. hochtemperaturfest und beständig gegen Lösungsmittel ausgebildet sein.
[0046] Die in den in der Ausführungsform der Figuren 6 und 7 als Federring verwendete Schraubenfeder
19, weist gegenüber dem in den anderen Ausführungsformen verwendeten Elastomeren den
Nachteil mangelnder Eigendämpfung auf. Bei der in den Figuren 6 und 7 dargestellten
Ausführungsform ist die Schraubenfeder 19 jedoch in den Nuten 16 und 17 mit allen
ihren Windungen in Punkt- bzw. Linienanlagen gelagert. Bei radialen Ausgleichsbewegungen
der Schraubenfeder 19 kommt es zu Gleitverschiebungen dieser Anlagestellen, was mit
entsprechender Reibung verbunden ist. Dadurch wird auch bei dieser Ausbildung des
elastischen Ringes eine ausreichende Dämpfungswirkung durch Reibungsdämpfung erreicht.
1. Zentrifuge mit einer Vorrichtung zum selbsttätigen Unwuchtausgleich des Rotors (4,
5), mit einem über eine elastische Lagereinrichtung (9, 19) an einer konzentrischen
Fläche des Rotors in Ruhestellung konzentrisch lagerbaren, massebehafteten Ausgleichsring
(8), welcher sich während der Rotation entgegengesetzt zur Unwuchtmasse verschiebt,
dadurch gekennzeichnet, daß die Lagereinrichtung als wenigstens radial nachgiebiger elastischer Ring (9, 19)
ausgebildet ist.
2. Zentrifuge nach Anspruch 1 mit eine Antriebswelle (4) aufweisendem Rotor (4, 5), dadurch gekennzeichnet, daß die Vorrichtung (8, 9) zur Anbringung auf der Außenfläche der Welle (4) ausgebildet
ist.
3. Zentrifuge nach Anspruch 1 mit eine Antriebswelle (4) aufweisendem Rotor (4, 5), dadurch gekennzeichnet, daß die Vorrichtung (8, 9) zur Anbringung auf einer konzentrischen Innenfläche (10) des
Rotors (4, 5) ausgebildet ist.
4. Zentrifuge nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der elastische Ring als Elastomerring (9) ausgebildet ist
5. Zentrifuge nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß der Elastomerring aus mehreren Schichten (9', 9") mit unterschiedlichen Elastomereigenschaften
ausgebildet ist.
6. Zentrifugenach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß auf der zur Fläche des Rotors (4, 5) gelegenen Seite des elastischen Ringes (9,19)
ein zur Anbringung auf der Fläche des Rotors ausgebildeter Sitzring (11) vorgesehen
ist.
7. Zentrifuge nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Teile (8, 9, 11; 8, 19, 11) der Vorrichtung fest miteinander verbunden sind.
8. Zentrifuge nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß der Elastomerring (9; 9', 9") wenigstens teilweise aus einem Elastomerschaum besteht.
9. Zentrifuge nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der elastische Ring als ringförmige Schraubenfeder (19) mit schräg zur Radialrichtung
stehenden Windungen ausgebildet ist.
1. Centrifuge including a device for automatically compensating for imbalance of the
rotor (4, 5) with a massive compensating ring (8), which moves during rotation in
the opposite direction to the imbalance mass and is concentrically mountable via an
elastic bearing device (9, 19) to a concentric surface of the rotor, in the rest position,
characterised in that the bearing device is constructed in the form of an elastic ring (9, 19), which is
resilient in at least the radial direction.
2. Centrifuge as claimed in Claim 1 including a rotor (4, 5) having a drive shaft (4),
characterised in that the device (8, 9) is constructed for attachment to the outer surface of the shaft
(4).
3. Centrifuge as claimed in Claim 1 with a rotor (4, 5) having a drive shaft (4), characterised in that the device (8, 9) is constructed for attachment to a concentric inner surface (10)
of the rotor (4, 5).
4. Centrifuge as claimed in Claim 1, characterised in that the elastic ring is constructed in the form of an elastomer ring (9).
5. Centrifuge as claimed in Claim 4, characterised in that the elastomer ring is constructed from a plurality of layers (9', 9") with different
elastomeric properties.
6. Centrifuge as claimed in Claim 1, characterised in that provided on the side of the elastic ring (9, 19) situated towards the surface of
the rotor (4, 5) there is a seating ring (11) constructed for attachment to the surface
of the rotor.
7. Centrifuge as claimed in Claim 1, characterised in that the components (8, 9, 11; 8, 19, 11) of the device are rigidly connected together.
8. Centrifuge as claimed in Claim 4, characterised in that the elastomer ring (9; 9', 9") consists at least in part of an elastomer foam.
9. Centrifuge as claimed in Claim 1, characterised in that the elastic ring is constructed in the form of an annular helical spring (19) with
coils extending obliquely to the radial direction.
1. Centrifugeuse munie d'un dispositif de compensation automatique de balourds du rotor
(4, 5) avec une bague de compensation (8) massive pouvant être logée au moyen d'un
dispositif formant palier élastique (9, 19) contre une surface concentrique du rotor
de façon à être concentrique à celui-ci en position de repos, laquelle bague de compensation
(8) se déplace, pendant la rotation du rotor, en sens contraire de la masse formant
balourd, caractérisée en ce que le dispositif formant palier est formé par une bague élastique (9, 19) déformable
au moins en sens radial.
2. Centrifugeuse selon la revendication 1 avec un rotor (4, 5) muni d'un arbre moteur
(4), caractérisée en ce que le dispositif (8, 9) est conformé de façon à pouvoir être monté sur la surface extérieure
de l'arbre (4).
3. Centrifugeuse selon la revendication 1 avec un rotor (4, 5) muni d'un arbre moteur
(4), caractérisée en ce que le dispositif (8, 9) est conformé de façon à pouvoir être monté sur une surface intérieure
concentrique (10) du rotor (4, 5).
4. Centrifugeuse selon la revendication 1 caractérisée en ce que la bague élastique est une bague d'élastomère (9).
5. Centrifugeuse selon la revendication 4 caractérisée en ce que la bague d'élastomère est formée par plusieurs couches (9', 9") de propriétés élastomères
différentes.
6. Centrifugeuse selon la revendication 1 caractérisée en ce qu'est prévue sur la face de la bague élastique (9, 19) tournée vers la surface du rotor
(4, 5) une bague de siège (11) conformée de façon à pouvoir être montée à la surface
du rotor.
7. Centrifugeuse selon la revendication 1 caractérisée en ce que les pièces (8, 9, 11; 8, 19, 11) du dispositif sont fixées l'une à l'autre de façon
non amovible.
8. Centrifugeuse selon la revendication 4 caractérisée en ce que la bague d'élastomère (9; 9', 9") est en partie au moins réalisée en mousse élastomère.
9. Centrifugeuse selon la revendication 1 caractérisée en ce que la bague élastique est réalisée sous forme de ressort à boudin (19) dont les spires
sont obliques par rapport au sens radial.