[0001] Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren und auf eine Vorrichtung zum Mischen
fließfähiger Stoffe, insbesondere durch Dispergieren und Emulgieren, gemäß den Oberbegriffen
von Anspruch 1 bzw. Anspruch 9 und Anspruch 16.
[0002] In der Verfahrenstechnik geht man zum Erzeugen gewünschter Endprodukte allgemein
von einem rezepturmäßigen Mengenverhältnis aus. Beispielsweise für die Vermischung
pastöser Massen und Emulsionen, insbesondere mit Tröpfchengrößen im µm-Bereich, kann
es aber von Vorteil sein, wenn zwei oder mehr Reagenzien im rührtechnischen Prozeß
in anderen Mengenverhältnissen zusammengebracht werden, um das Zustandekommen des
gewünschten Produktes hinsichtlich Mischzeit, Gesamtmenge und Temperatur zu optimieren.
Vor allem wenn eine große Menge eines ersten Reagenz mit einer kleinerer Menge eines
zweiten Reagenz vereinigt werden soll, können thermodynamische und Strömungs-Vorgänge
eine abweichende Verfahrensführung zweckmäßig oder sogar notwendig machen.
[0003] Zu den Gründen für abweichende Mengen-Ansätze nennt DE 20 04 143 A1, daß bei der
Herstellung von Suspensionen bzw. Emulsionen mit kleinen Teilchengrößen eine kurze
Verweilzeit erforderlich ist, um eine sog. Oswald-Reifung zu verhindern, d.h. das
Wachsen großer Teilchen auf Kosten der kleineren infolge von Umlösen. Beim Kristallwachstum
wird durch Zugeben einer Phase eine Übersättigung erzielt, welche die Keimzahl je
Volumeneinheit mitbestimmt; nach Beginn der Keimbildung trägt die Zugabe weiterer
Lösungen vorwiegend zum Wachstum der bereits gebildeten Keime bzw. Kristalle bei,
was die Anzahl der insgesamt entstehenden Mikroeinheiten herabsetzt. Hieraus wird
in der genannten Druckschrift und ähnlich in US 2,641,453 die technische Lehre abgeleitet,
zwei Phasen über eine koaxiale Rohrstrecke zusammenzuführen. Dabei tritt allerdings
unvermeidlich eine Temperatur-Angleichung ein. Ein solcher Wärmeaustausch vor der
Vermischung kann aber für manche Prozesse höchst unerwünscht sein.
[0004] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, auf wirtschaftliche Weise eine rührtechnisch
optimale Vermischung gerade auch solcher Reagenzien zu erzielen, die zumindest anfänglich
zustandshalber unterschiedlich temperiert sein müssen oder überhaupt unterschiedliches
Temperaturverhalten aufweisen. Dazu wird eine Weiterentwicklung an sich bekannter
Mischverfahren in Verbindung mit Dispergierern angestrebt, die insbesondere über eine
koaxial verzahnte Rotor/Stator-Anordnung verfügen. Im Betrieb dauerhaft zuverlässige
Produktionsmittel sollen in der Konstruktion möglichst einfach, mit minimalem Aufwand
herstell- und montierbar sowie bequem und störungsfrei benutzbar sein, und zwar ohne
Einbußen an Produktqualität. Im Hinblick auf Umweltschutz wie zur Kostenersparnis
ist der Energieverbrauch zu minimieren, sowohl im Chargenbetrieb als auch generell
im kontinuierlichen Prozeß.
[0005] Hauptmerkmale der Erfindung sind in den Ansprüchen 1, 9 und 16 angegeben. Ausgestaltungen
sind Gegenstand der Ansprüche 2 bis 8, 10 bis 15 sowie 17 bis 29.
[0006] Die Erfindung betrifft laut Anspruch 1 ein zweistufiges Dispergier-Verfahren, bei
dem man von einem aus einem Behälter kommenden Hauptstrom eines Reagenz I einen Teilstrom
abzweigt und diesem einen zweiten Teilstrom (Nebenstrom) einer Mischung mit einem
Reagenz II zuführt, die in einer Vormischkammer erzeugt wird, worauf man das Gemisch
der beiden Teilströme durch einen rotierend angetriebenen Dispergierer in den restlichen
Hauptstrom fördert. Dieses Verfahren ist außerordentlich ökonomisch und hochwirksam.
Mengenmäßig kleine Teilströme lassen sich leicht und mit sehr geringer Trägheit nach
Bedarf einstellen, am einfachsten mittels einer Dosierpumpe. Die Teilstrom-Technik
bietet darüber hinaus den Vorteil, daß die Konzentration des Zugabe-Reagenz nur das
auf den Teilstrom bezogene Mengenverhältnis haben muß. Das gilt auch für die sonst
nicht selten schwierige Phasenemulsions-Emulgierung im Heiß/Kalt-Verfahren.
[0007] In überaus schnellem Durchsatz erreicht man eine gleichförmige Verteilung selbst
bei problematischen Produkten, indem man im Einklang mit Anspruch 2 die Vermischung
durch Pulsation in einem Ring- oder Auslaßkanal intensiviert, bevorzugt mit zyklischem
Druck-Aufbau und -Abbau in der Vorkammer. Insbesondere auch durch Dosierung der Teilströme
und gegebenenfalls durch Drehzahl-Veränderung des Dispergierers kann man die Volumen-
und Druckbedingungen steuern. So lassen sich Reagenzien mit unterschiedlichen Temperaturen
und in unterschiedlicher Konzentration gut verarbeiten. Man kann dazu an sich bekannte
Dispergierer mit einem koaxial ineinandergeschachtelten Rotor/Stator-System verwenden,
in dem Scherkräfte zwischen dicht benachbarten konzentrischen Zahnkörben, von denen
zumindest einer rotierend angetrieben wird, hindurchtretendes Mischgut homogenisieren,
das durch periodisch fluchtende Kanäle abgefördert wird; je nach deren Geometrie und
Bemessung treten am Scherspalt unterschiedliche Geschwindigkeits-Komponenten und Verwirbelungen
auf. Geeignet ist aber auch eine Kaskaden-Anordnung zweier Dispergiereinrichtungen
mit unterschiedlichem Arbeitsvolumen, soferne der Durchsatz in der Vormischkammer
des zweiten Dispergierers steuerbar ist.
[0008] Laut Anspruch 3 unterstützen zyklische Druckunterschiede an einem derartigen Dispergierer
die rasche und gleichmäßige Verteilung der Reagenzien, indem in Phasen hohen Drucks
jeweils Reagenz I in die Vormischkammer gefördert wird, das in jeweils anschließenden
Phasen niedrigeren Drucks mit dem Reagenz II unter Verwirbelung in der Vorkammer unter
Pulsation gleichmäßig dispergiert. Die Vermischung geht daher verfahrenstechnisch
optimal vor sich, unabhängig von für das Endprodukt einzustellenden Mengenverhältnissen.
In der Vormischkammer findet dank extrem kurzer Verweildauer von z.B. nur 5 ms lediglich
ein minimaler Wärmeaustausch statt, so daß sich ein heiß zugeführtes Reagenz II sehr
wenig abkühlt, während es mit dem Reagenz I durchaus intensiv vermischt wird.
[0009] Ein wichtiges Merkmal der Erfindung besteht gemäß Anspruch 4 darin, daß Hauptstrom
und Teilströme unterschiedliche Energiedichten erhalten, was zu optimaler Dispergierung
und Emulsionsbildung mit kleinstmöglichen Partikel- bzw. Tröpfchengrößen wesentlich
beiträgt. Speziell kann dem Gemisch der Teilströme in der Vormischkammer eine Energiedichte
aufgeprägt werden, die erheblich - z.B. um wenigstens eine Größenordnung - höher ist
als die Energiedichte im Hauptstrom. Sofern man davon abweichend ohne Einbringung
hoher spezifischer Energien arbeitet, etwa zum Herbeiführen einer gewünschten chemischen
Reaktion, erzielt man immerhin eine starke Vergleichmäßigung, die diesen Vorgang unterstützt.
Beispielsweise lassen sich Feinheiten unter 0,5 µm ohne weiteres erzielen. Bei Nicht-Newtonschen
Flüssigkeiten findet durch die Energieerhöhung beim Einströmen in die Vormischkammer
im Allgemeinen eine Viskositätsverminderung statt, welche die Vermischung mit niedrigviskosen
Substanzen erheblich verbessert.
[0010] Vorteilhaft ist es, wenn laut Anspruch 5 die Energiedichte und Verweildauer im Teilstrom,
d.h. der volumen- und zeitbezogene Energie-Eintrag veränderbar ist, insbesondere durch
solche Einstellung, daß eine zu einem Emulsions-Umschlag führende kritische Energiedichte
nicht erreicht wird, was beispielsweise für die Herstellung von Mayonnaisen, Dressing-Saucen
usw. sehr wichtig ist.
[0011] Bei Verwendung einer separaten Dispergiereinrichtung wird diese laut Anspruch 6 kontinuierlich
nur mit demjenigen Teil des Hauptstromes von R I beschickt, dem in der Vormischkammer
das Reagenz R II in der dem Gesamtstrom entsprechenden Menge dosiert zugeführt wird,
wodurch man im Auslaßstrom der Dispergiereinrichtung eine Überkonzentration von R
II erreicht, worauf das überkonzentrierte Gemisch (R I+II) in einem klein dimensionierbaren
Hochdruck-Homogenisator verarbeitet und mit dem verbleibenden Reagenz R I' nachvermischt
wird. Im Vergleich zum Stand der Technik ist der erforderliche Aufwand deutlich vermindert.
Dennoch erzielt man hochwertige Endprodukte auf überaus effiziente Weise.
[0012] Nach Anspruch 7 wird in einem - bevorzugt durch die Vormischkammer gegebenen - Vermischungsbereich
das Gemisch (R I+II) hinsichtlich Temperatur und Mengenverhältnis justiert, ohne wesentlicher
Scherbeanspruchung ausgesetzt zu sein, woran ein durch das Rotor/Stator-System gegebener
Bereich höchster Scherung anschließt, insbesondere an der langen Zahnkante des Rotors.
Das justierte Teilstrom-Verfahren geht vor allem mit dieser Ausgestaltung weit über
die herkömmliche Technik hinaus. Es kann gemäß Anspruch 8 so weitergebildet werden,
daß aus den Reagenzien ein Phasengemisch durch unterschiedliche Geschwindigkeiten
und unterschiedliche statische Drücke in der Vormischkammer erzeugt wird, wobei eine
Phase I direkt in letztere gefördert wird und eine Phase II durch Pulsation infolge
zyklischer Druckunterschiede über Einlaßkanäle in die Vormischkammer gelangt.
[0013] Zum Homogenisieren von Stoffen, z.B. pastösen Massen, und/oder zum Erzeugen von Emulsionen
mit Tröpfchengrößen im µm-Bereich, unter Verwendung eines in oder an einem Behälter
angeordneten Dispergierers mit wenigstens einem Rotor/Stator-System, insbesondere
nahe dem Behälterboden, und gegebenenfalls mit Förderorganen für einen Trägersubstanzstrom
sieht die Erfindung nach dem unabhängigen Anspruch 9 eine zweistufige Erzeugung und
Vermischung definierter Teilströme vor, indem in einem ersten Prozeßschritt aus einer
Reagenz- oder Wachslösung ein Vorprodukt erzeugt und dieses in einem zweiten Prozeßschritt
dem Trägersubstanzstrom hinzugefügt wird. Der Terminus Wachs steht im Rahmen der vorliegenden
Erfindung für alle Stoffe, die bei Raumtemperatur fest und bei erhöhter Temperatur
flüssig bzw. fließfähig sind, z.B. auch Fette, Paraffine, Ester u.dgl. Ein großer
Vorteil der neuartigen Verfahrensführung besteht darin, daß die Trägersubstanz nicht
auf Wachs-Schmelztemperatur gebracht werden muß, sondern Raumtemperatur behalten kann.
Das entstehende Produkt hat dennoch sehr hohen Homogenitätsgrad, weil sich die Tröpfchengröße
durch Einstellung der Energiedichte erzeugnisgerecht steuern läßt; es erfüllt daher
alle Qualitäts-Anforderungen.
[0014] Gemäß Anspruch 10 wird ein heißer Reagenzstrom (Nebenstrom) im ersten Prozeßschritt
mit einem vom Hauptstrom der kalten Trägersubstanz dosiert abgezweigten Teilstrom
vereinigt und - unter Einbringung der für die Tröpfchengröße notwendigen Energie -
dispergiert, worauf das Gemisch zur Erzeugung des Endprodukts im zweiten Prozeßschritt
mit dem restlichen Teil des Trägersubstanz-Hauptstroms nachvermischt wird. Die Optimierung
des Volumenverhältnisses von Trägersubstanz-Teilstrom zu Vorprodukt-Teilstrom verringert
die Anzahl der Produktumläufe erheblich; schon nach einem Umlauf kann die gewünschte
Konzentration von Reagenz II in Reagenz I erreicht sein. Beispielsweise ist eine Verarbeitungszeit
von nur 15 min für 2.000 kg Creme ohne weiteres erzielbar. Eine Agglomeratbildung
wie bei der Oswald-Reifung tritt hier nicht ein, weil die zum Aufnehmen der Wachs-Zugabe
benötigte Emulsionsmenge gering ist und eine merkliche Abkühlung somit vermieden wird.
Das Wachs kann bei hoher Energiedichte in die Trägersubstanz ohne Schlierenbildung
eingearbeitet werden. Die Partikel-Feinheit wird maßgeblich durch die Energie-Einbringung
im Rotor/Stator-System unterstützt, in dem die Zunahme der Oberflächenenergie aufgebracht
bzw. um ein Vielfaches überschritten wird. Bei der dann erfolgenden schockartigen
Abkühlung an dem großen Volumen des Hauptstromes der kalten Trägersubstanz härten
die Wachspartikel aus, was eine sekundäre Agglomeratbildung verhindert. Dadurch erzielt
man eine homogene Teilchengrößen-Verteilung und somit ein wesentlich verbessertes
Produktverhalten.
[0015] Sehr vorteilhaft ist die Maßnahme von Anspruch 11, wonach das Verfahren selbstdosierend
gestaltet ist, indem der unterhalb der Rotor/Stator-Anordnung heiß zugeführte Reagenz-Teilstrom
(Nebenstrom) in einer Vormischkammer mit einem ersten Teilstrom der Trägersubstanz
dispergiert und das entstandene Vorprodukt über eine Rückführung mit dem von oben
zufließenden Hauptstrom verdünnt und zu einem Endstrom nachvermischt wird. Dabei ist
es günstig, wenn im Einklang mit Anspruch 12 in der Vormischkammer eine umgekehrte
Trombe erzeugt wird, deren Unterdruck zur Dosierung des Reagenz-Teilstroms bzw. Nebenstroms
beiträgt. Bei Schnelllauf des Rotors können im Rotor/Stator-System Umfangsgeschwindigkeiten
oberhalb 20 m/s auftreten, so daß das in der Vormischkammer vorhandene Medium dank
starker Zentrifugalbeschleunigung kräftig durch den Dispergierer hindurch nach außen
gepreßt wird und hierbei eine Energiezunahme erfährt.
[0016] Die Vermischung von Teil- und Hauptstrom kann laut Anspruch 13 durch Steuerung der
statischen Drücke unterstützt werden, wobei insbesondere im zweiten Teilstrom ein
statischer Druck erzeugt wird, der denjenigen des Hauptstroms übersteigt. Das läßt
sich überraschend gut dadurch erzielen, daß die Vormischkammer den unteren und radial
äußeren Teilen des Rotors zugeordnet und das Vorprodukt von dort zunächst nach außen
umgelenkt wird, ehe man es an der Stator-Oberseite beschleunigt und dem radial weiter
innen fließenden Hauptstrom zuführt. Den Druck im Hauptraum stellt man zweckmäßig
durch Bemessung und Wahl des Verhältnisses der Einlaß/Auslaß-Querschnitte ein.
[0017] Im Gegensatz zu den bekannten Dispergiersystemen, bei denen Vermischung und Scherung
gleichzeitig im Bereich des größten Schergradienten durchgeführt werden, trennt das
vorliegende Verfahren Vermischung und Scherung zeitlich sowie örtlich. Dank der Einbringung
in die Vormischkammer kann eine optimale Emulsion erzeugt werden, indem ein homogenes
Phasengemisch vorgelegt wird. Demgegenüber wird bei bekannten Dispergiereinrichtungen
ein beachtlicher Teil des Bereiches höchster Scherung zur Vermischung benutzt. Das
durch das Rotor/Stator-System hindurchgetretene Produkt kann man als Austrittsstrom
gemäß Anspruch 14 in einen anderen Behälter fördern, in welchem das Produkt homogen
gehalten wird, z.B. mittels eines langsamlaufenden Rührwerks. Dies spart Energie und
wirkt der Oswald-Reifung weiter entgegen.
[0018] Für den Fall, daß man für das Endprodukt Pulverbestandteile benötigt, sieht Anspruch
15 vor, daß sie dem Hauptstrom von oben zumischbar sind, so daß sie mit großer Geschwindigkeit
im Materialstrom aufgenommen und rasch verwirbelt werden.
[0019] Die Erfindung bezieht sich ferner auf eine Vorrichtung, die zum Homogenisieren von
Stoffen, z. B. pastösen Massen, und/oder zur Erzeugung von Emulsionen mit Tröpfchengrößen
im µm-Bereich dient und einen Dispergierer an oder in einem Behälter mit wenigstens
einem Rotor-Stator-System nahe dem Behälterboden aufweist, mit einem Produktzufluß
an der Oberseite und gegebenenfalls mit wenigstens einem in diesem oberen Bereich
angeordneten Förderorgan, speziell zur Durchführung des Verfahrens nach einem der
vorgenannten Ansprüche. Dabei mündet im Einklang mit Anspruch 16 unterhalb des Rotors
eine Zuführung für insbesondere heißes Reagenz in eine Vormischkammer, die über einen
Auslaßkanal mit einem Hauptraum an der Unterseite der Rotor/Stator-Anordnung strömungsverbunden
ist.
[0020] Dank einer solchen Vordispergierkammer, die sehr wenig Platz erfordert, ist die erfindungsgemäße
Vorrichtung energetisch überaus vorteilhaft. Sie stellt eine wesentliche Weiterentwicklung
von Einrichtungen beispielsweise gemäß DE 296 08 712 U1 dar, die Stator- und/oder
Rotoransätze mit - in Querschnitt oder Abwicklung gesehen - Trapezform oder trapezähnlicher
Gestalt haben, also Keilstrukturen, die den Strömungsverlauf aufgrund unterschiedlicher
Flächenanteile und Abreißkanten maßgeblich beeinflussen. Auch gegenüber einer Dispergiereinrichtung
laut DE 296 08 713 U1, die durch Verstellung des Axialabstandes zwischen Stator und
Rotor überproportionale Änderungen des Scherspaltvolumens herbeiführt, erzielt die
Erfindung mit dem Einbau einer Vormischkammer eine beträchtliche Beschleunigung des
Dispergierens.
[0021] Nach Anspruch 17 ist die Vormischkammer im äußeren Bereich des Rotors zwischen seiner
Unterseite und der begrenzenden Gehäuseseite angeordnet bzw. ausgebildet, namentlich
derart, daß sie vom Zentrum der Rotorunterseite bis zu einem Vormischkammer-Auslaß
reicht. Bei minimalem Platzbedarf ist diese Vorkammer auf diese Weise optimal am Rotor/Stator-System
untergebracht. Dabei kann der äußere Statorring laut Anspruch 18 aus dem Hauptraum
nach unten ragende Statorzähne aufweisen, die den Rotor-Umfang mit Minimalabstand
berührungslos übergreifen und die bis an einen der Rotor-Unterseite zentrisch gegenüberstehenden
Bodenflansch reichen. Diese Ausbildung bewirkt die Erzeugung eines erhöhten statischen
Drucks in der Vormischkammer oder trägt zumindest dazu bei. Letztere wird dadurch
auf ein kleines Volumen begrenzt, worin eine intensive Vordispergierung - etwa von
zugeführtem Heißreagenz - ohne störende Abkühlung vor sich geht.
[0022] Zweckmäßig mündet gemäß Anspruch 19 eine Zuführleitung in einen z.B. schrägen Einlaßkanal,
der als bodenparalleler Radialkanal in den Bodenflansch integriert ist, namentlich
gegenüber der äußeren Rotor-Unterseite. Man kann die Konstruktion so ausbilden, daß
der Rotor an seiner Oberseite maximalen Durchmesser bzw. Umfang. hat und von einer
Umfangskante oder -rundung aus eine Außenfläche zur Rotor-Unterseite hin einspringt,
während die Rotor-Oberseite eben oder konkav gestaltet ist.
[0023] Eine sehr intensive Radialförderung des Mediums wird bewirkt, wenn im Einklang mit
Anspruch 20 an der Rotor-Unterseite ein Umlenkkörper von einem bis zum Bereich der
Vorkammer reichenden Flachkonus mit wenigstens einer konusförmigen oder konkaven Außenfläche
mit steilerem Konus- bzw. Zentriwinkel gebildet ist, wobei der Übergang zwischen benachbarten
Umlenkflächen bevorzugt als scharfe Abreißkante gestaltet ist, um eine zusätzliche
Verwirbelung zu erzielen. So können wenigstens zwei stumpfwinkelig aneinander anschließende
Kegel- und/oder Wölbflächen eine Stufenfläche der Rotornabe peripher einschließen
und nach außen steiler werdende Winkel haben. Diese Umlenkflächen leiten den Teilstrom
besonders effektiv in den Hauptraum über. Die kräftige Zentrifugalströmung am äußeren
Statorring hat daher bereits eine achsparallele Komponente, die den Teilstrom-Eintritt
in den Hauptraum höchst wirksam unterstützt.
[0024] Gemäß Anspruch 21 weist eine bevorzugte Bauform einen Stator mit einer Haube auf,
die außerhalb des äußeren Statorringes eine Umlenkkammer begrenzt, welche nahe dem
Bodenflansch mit über den Umfang verteilten Auslaß-Öffnungen versehen ist, wobei das
Förderorgan unmittelbar über dem zentrisch in der Haube ausgebildeten Einlaß nahe
dem Rotor sitzt. Diese extrem kompakte Anordnung ist direkt an einen Behälterboden
anflanschbar und gewährleistet durch die Rezirkulation auf engem Raum einen hohen
Homogenisierungsgrad.
[0025] Dispergierer werden typisch mit sehr engen Toleranzen gefertigt und präzise montiert.
Namentlich in Anbetracht der geringen Minimal-Abstände im axial verstellbaren Rotor/
Stator-System, die bei bis zu 0,1 mm liegen können, ist ein laut Anspruch 22 als Hohlwellen-Motor
ausgebildeter Antrieb überaus zweckmäßig, der an dem Bodenflansch und an einem dazu
rechtwinkeligen Tragflansch gelagert ist. Damit die in die Hohlwelle kraftschlüssig
eingesteckte Antriebswelle im Betrieb dimensionsstabil bleibt, ist die Rotorwelle
bevorzugt durch Anschläge und Tellerfedern innerhalb einer Gleitringdichtung axial
so abgestützt, daß eine Längenausdehnung der Hohlwelle und damit der Antriebswelle
nur in Richtung weg vom Bodenflansch möglich ist. Dadurch werden auf überraschend
einfache Weise Wärme-Einwirkungen zuverlässig kompensiert, die vom darunterliegenden
Motor herrühren. Obwohl die Temperaturen der Antriebswelle im Dauerbetrieb beispielsweise
bis zu 120 °C erreichen können, finden infolgedessen am darüber befindlichen Dispergierer
praktisch keine Wärmedehnungen statt; vielmehr treten bei Erwärmung unvermeidliche
Längenausdehnungen der Motorhohlwelle allein in der Richtung auf, die von der Dispergiereinrichtung
wegführt. Daher hat man dank gleichbleibend enger Spalte am Rotor/Stator-System dauernd
optimale Scherwirkung.
[0026] Laut Anspruch 23 ist zur Einstellung eines Pulsationseffekts die Druckverteilung
im Dispergierer auslaßseitig steuerbar, vorzugsweise durch Wahl des Strömungsweges
und der Strömungsstrecke bzw. des Umschlingungswinkels im Auslaßkanal hinter dem Auslaßstutzen
oder durch die Flächenbemessung und die Anordnung der Auslaß-Öffnungen, so daß eine
Anpassung an spezielle Betriebsbedingungen auf relativ einfache Weise vorgenommen
werden kann.
[0027] Im Einklang mit Anspruch 24 hat ein an den Behälterboden anflanschbarer Aufsatz ein
das Förderorgan umschließendes Einlaufrohr, wodurch das Medium besonders kräftig angesaugt
wird. Von einem Auslaßstutzen geht eine Leitung ab, die z.B. über ein Ventil schaltbar
ist und an bzw. in den Oberteil des Behälters zurückführt, gewünschtenfalls mit solchem
Tangentenwinkel, daß eine vom Rühr- bzw. Förderorgan erzeugte Produktrotation abgebremst
wird. Man vermeidet Lufteinschlüsse, wenn die Leitung unterhalb des im Behälter minimal
vorhandenen Produktpegels zurückgeführt wird.
[0028] Die Rückführleitung kann nach Anspruch 25 zumindest streckenweise außerhalb des Behälters,
der in einer Laborausführung z.B. 16 l und industriell z.B. 10.000 I fassen kann,
installiert und nach Bedarf temperiert werden. Bei hohen Dispergierleistungen, etwa
im Bereich von 30 bis 50 kW, ist die neuartige Möglichkeit einer externen Kühlung
von großem Vorteil.
[0029] Eine weitere Reduzierung der Tröpfchengrößen erzielt man gemäß Anspruch 26 dadurch,
daß eine oder beide Stufen des Dispergierers mit Ultraschall beaufschlagbar sind,
für die der Rotor einen intermittierenden Reflektor bildet. Die neben den Statorzähnen
vorbeirotierenden Rotorzähne bewirken so eine intermittierend-fortlaufende Vergleichmäßigung
im Produkt.
[0030] Bedeutsam ist die Weiterbildung von Anspruch 27, wonach das Durchlaßvolumen im Bereich
der Vormischkammer oder deren Volumen selbst einstell- bzw. veränderbar ist, namentlich
durch Änderung der Rotorform und/oder der Statorform bei unveränderter Scherkantenlänge.
Ändert man die Statoröffnungen in der zweiten Stufe (bei sonst gleicher Vorrichtung),
so wird der Schergradient und damit die volumenbezogene Energie beeinflußt, während
die Scherkante der die Vormischkammer begrenzenden Statorzähne gleichbleibt. Zwecks
Beeinflussung von Teilstrom-Energiedichte und Verweildauer kann umgekehrt laut Anspruch
28 die Scherkantenlänge bei unverändertem Vormischkammer-Volumen einstell- bzw. veränderbar
sein. Mit relativ einfachen apparativen Mitteln läßt sich so eine optimale Anpassung
der Verfahrensführung an die jeweils gestellte Mischaufgabe erreichen.
[0031] Alternativ zu den vorgenannten integrierten Bauformen kann die Vorrichtung nach Anspruch
29 als separat anbaubare Vordispergierstufe gestaltet sein, speziell zum wirtschaftlichen
Nachrüsten existenter Homogenisier- bzw. Dispergier-Anlagen. Eine solche separate
Dispergiereinrichtung wird kontinuierlich nur mit demjenigen Teil R I" des Hauptstromes
beschickt, dem in der Vormischkammer das Reagenz R II in dem Gesamtstrom R I entsprechender
Menge dosiert zugeführt wird, wodurch man eine Überkonzentration von R II im Auslaßstrom
der Dispergiereinrichtung erreicht. Das überkonzentrierte Gemisch kann durch einen
erheblich kleiner dimensionierten Hochdruckhomogenisator verarbeitet und dann mit
dem verbleibenden Reagenzstrom R I' nachvermischt werden.
[0032] Weitere Merkmale, Einzelheiten und Vorteile der Erfindung ergeben sich aus dem Wortlaut
der Ansprüche sowie aus der folgenden Beschreibung von Ausführungsbeispielen anhand
der Zeichnungen. Darin zeigen:
- Fig. 1
- ein schematisierter Prozessbehälter in Axialschnittansicht mit einer angeflanschten
Dispergiereinrichtung,
- Fig. 2
- ein Strömungs-Fließbild,
- Fig. 3
- eine Teil-Schnittansicht einer Rotor/Stator-Anordnung mit einer Vormischkammer,
- Fig. 4
- einen vergrößerten Ausschnitt entsprechend dem Bereich IV in Fig. 3,
- Fig. 5
- eine Axialschnittansicht eines Homogenisators mit schematisch angedeutetem Antrieb,
- Fig. 6
- eine Axialschnittansicht eines ähnlichen Homogenisators mit einem Aufsatz,
- Fig. 7a, 7b, 7c
- Axialschnittansichten verschieden ausgebildeter Teile eines Aufsatzes nach Fig. 6,
teilweise in auseinandergezogener Darstellung (Fig. 7a),
- Fig. 8a, 8b
- je eine Draufsicht bzw. Seitenansicht, teilweise im Schnitt, von Statorringen,
- Fig. 9a, 9b
- je eine Draufsicht bzw. Seitenansicht, teilweise im Schnitt, von Statorringen,
- Fig. 10a, 10b
- Seitenansichten einer Antriebswelle sowie einer mit ihr kuppelbaren Rührwelle und
- Fig. 11a, 11b, 11c
- je eine Draufsicht bzw. Seitenansicht eines Rotors und eines Ansatzes.
[0033] Fig. 1 zeigt in schematisierter Übersicht eine Mischanlage, die einen Behälter F
mit eingebautem Rührwerk R und mit einem dazu gegenläufig antreibbaren Balkenrührer
W aufweist, der am unteren Ende ein Einlaufrohr 19 hat. Dieses steht einem Bodenflansch
14 (Fig. 5) gegenüber, mit dem ein Rohrstutzen 16 eines Dispergierers 10 am Gehäuse
12 eines Behälters F angebracht ist, wofür Fig. 5 und 6 verschiedene Beispiele bieten.
Eine Zuführleitung 30 mit Anschluß 32 mündet mit einem Einlaß 38 (Fig. 3) an dem Bodenflansch
14. Der Dispergierer 10 ist durch eine Rückführ- oder Rezirkulationsleitung Z mit
dem oberen Teil des Behälters F verbunden, in dessen Deckel ein absperrbares Drucksystem
mit Sprühköpfen ragt, das zur periodischen Reinigung vorgesehen ist. Der Dispergierer
kann alternativ auch in der Ausführung gemäß Fig. 5 ohne Rezirkulationsleitung eingesetzt
werden.
[0034] Aus Fig. 2 ist der typische Verfahrens-Ablauf ersichtlich. In einem (hier weggelassenen)
Behälter F hält man entsprechend der Rezeptur eine Trägersubstanz (Reagenz I) bereit.
Ein (ebenfalls nicht gezeichneter) Vorlagebehälter liefert ein Zugabemittel (Reagenz
II); gemäß Anspruch 10 kann dies ein heißes Wachs sein. Der Voriagebehälter ist über
eine Dosiereinrichtung mit dem Zulauf 30 zu einer Vormischkammer 60 der Dispergiereinrichtung
10 verbunden.
[0035] Im Behälter F wird - falls vorhanden - das Rührwerk R gestartet und dann der Dispergierer
10 in Lauf gesetzt. Nun strömt Reagenz I durch die Dispergiereinrichtung 10 und über
die Rezirkulationsleitung Z (oder direkt) wieder in den Behälter F. Die Dosiereinrichtung
am Vorlagebehälter wird eingeschaltet, so daß Reagenz II als Teilstrom R II in die
Vormischkammer 60 des Dispergierers 10 gelangt und sich darin mit dem Teilstrom R
I' von Reagenz I in äußerst kurzer Zeit vermengt.
[0036] Die Komponenten (R I + R II) werden in der Vormischkammer 60 innig dispergiert, wobei
sich je nach gewählten Verfahrensbedingungen eine Fein- bis Feinstverteilung ergibt.
Der entstandene Teilstrom R I+II vereinigt und vermischt sich aufgrund der statischen
Druckdifferenzen und der Geometrie der Vormischkammer 60 mit dem restlichen Hauptstrom
R I" von Reagenz I der Dispergiereinrichtung 10. Dieses Produkt III, bestehend aus
dem mit Reagenz II angereicherten Reagenz I, wird als Endstrom E in den Behälter F
zurückgeführt. Es ist oft bereits das Fertigprodukt. Seine Umläufe über die Dispergiereinrichtung
10 werden solange fortgesetzt, bis das Produkt III die Rezeptur-Konzentration von
Reagenz II in Reagenz I hat. Meist ist die Zugabe eines Emulgators nicht oder nur
in kleiner Dosierung notwendig. - Versuche haben übrigens ergeben, daß auch andere
rezepturgebundene Substanzen in geringerer Menge verarbeitet werden können.
[0037] Aus Fig. 3 und 4 gehen Einzelheiten des Mischbereichs und der Vorkammer 60 hervor,
die in Verbindung mit der nachfolgenden Erläuterung des Grund-Aufbaues anhand der
Beispiele von Fig. 5 und 6 deutlich werden.
[0038] Eine Rotorwelle 24 durchsetzt ein Einlaufrohr 19. Sie hat am unteren Ende eine Ausnehmung
27, mit der sie über einen Kupplungsansatz 25 mit der Welle 22 (Fig. 10a, 10b) eines
an einem Tragflansch 18 befestigten Antriebsmotors 20 verbunden ist. Nur gestrichelt
sind in Fig. 5 und 6 die Umrisse des - bei hoher Leistung recht schweren - Motors
20 angedeutet, ebenso (rechts) ein seitlicher Klemmkasten für (nicht dargestellte)
elektrische Anschlüsse. Die Motorwelle 22 hat am oberen Ende als zweites Lager ein
Konuslager 23 zur Stabilisierung der Rotorwelle 24, die sich über Tellerfedern 13
mit einem Festlager am Bodenflansch 14 und mit einem Loselager am Tragflansch 18 abstützt,
der den Rohrstutzen 16 haltert und zusätzlich durch Distanzbolzen 28 am Bodenflansch
14 abgestützt ist. Die Abdichtung zum Behälter erfolgt mittels einer Gleitringdichtung
26.
[0039] Die Rotorwelle 24 trägt die Nabe 51 eines Rotors 50 und ist am freien Ende darüber
mit einer Rührwelle 43 drehfest verbunden, die ein Rührorgan 44 in Form eines Propellers
haltert. Die Unterseite des Rotors 50 steht dem Bodenflansch 14 direkt gegenüber.
In diesem ist ein Einlaßkanal 38 - namentlich schräg - angeordnet, in den eine Zuführleitung
30 mündet, die vorzugsweise in den Flansch 14 bodenparallel verlaufend integriert
ist, beispielsweise in radialer Richtung. Sie kann allerdings auch als äußeres Rohr
ausgebildet und schräg an die Mündung des Einlaßkanals 38 herangeführt sein. Für die
Heißwachs-Zufuhr aus einem (nicht dargestellten) Vorratsbehälter ist der Anschluß
32 mit einem Absperrorgan 34 vorhanden, z.B. einem Drehschieber oder einem Ventil,
das mit einem - wahlweise auch anders angeordneten - Hebel 36 bedienbar ist.
[0040] Der Bodenflansch 14 ist mit einem Stator 40 einstückig oder starr verbunden, welcher
den Rotor 50 von oben übergreift und eine Ansaugöffnung 45 hat, unterhalb deren sich
ein Hauptraum 15 befindet, der von der Oberseite bzw. Deckfläche 53 des Rotors 50
nach unten begrenzt ist. Der Stator 40 und der Rotor 50 haben jeweils achsparallele
Zahnkränze, die mit geringstem Radialspiel ineinandergeschachtelt sind. So besitzt
der Stator 40 einen inneren Statorring 41 mit inneren Statorzähnen 46 und einen äußeren
Statorring 42 mit äußeren Statorzähnen 48. Der Rotor ist mit radial weiter innen liegenden
inneren Ansätzen bzw. Zähnen 63 sowie mit äußeren Ansätzen bzw. Zähnen 65 versehen,
zwischen denen sich Radialdurchlässe 66 befinden (Fig. 11a). Entsprechende Radialdurchlässe
47 sind am inneren Statorring 41 vorhanden (Fig. 8a), ebenso Radialdurchlässe 49 am
äußeren Statorring 42 (Fig. 8b). Die Ansätze 63, 65 des Rotors 50 stehen von seiner
Oberseite 53 senkrecht ab (Fig. 11b) und haben geneigte Seiten- und Dachflächen, wobei
das obere Ende der Zähne 63 bzw. 65 in Schrägflächen 67 ausläuft. Alle Zähne bzw.
Ansätze 63, 65 können zur Umfangsrichtung schräg angestellte Flügelflächen 64 aufweisen
(Fig. 11a, 11c).
[0041] Wichtig ist die Gestaltung des Rotors 50 (siehe vor allem Fig. 11b). Seine Nabe 51
hat eine Zentralbohrung 52 und eine ebene Stirnfläche 54, an die eine abgesetzte Stufenfläche
55 parallel zur Deckfläche 53 anschließen kann. An einem Radius, der durch die Lage
der Mündung des Einlaßkanals 38 vorgegeben ist, geht die Stufenfläche 55 in einen
Flachkonus 56 über, von dem an einer scharfen Abreißkante 57 eine konkave Außenfläche
58 abgeht, die in steilerem Winkel an der Umfangskante 59 nahe oder an der Deckfläche
53 ausläuft. An diesem Teil wird der Rotor 50, der hier seinen größten Durchmesser
sowie am Umfang eine Anzahl vorzugsweise konkav gekrümmter oder gewölbter Auslaßkanäle
68 hat, von den äußeren Statorzähnen 48 mit Minimalspalt übergriffen (vergl. Fig.
3 und 4).
[0042] Zwischen der Innenbegrenzung der äußeren Statorzähne 48, der Außenfläche 58 des Rotors
50 und der benachbarten Oberseite des Bodenflansches 14 ist die Vormischkammer 60
angeordnet, welche für das Zumischen und Dispergieren von zentraler Bedeutung ist.
In diesem kleinen Volumen, zu dem in der jeweiligen Umfangs-Position dasjenige des
betreffenden Auslaßkanals 68 gehört, wird das aus der Zuführung 30 kommende heiße
Reagenz II nach Umlenkung an dem als Prallfläche wirkenden Flachkonus 56 mit dem im
Hauptraum 15 bereits vorhandenen Medium I zu einem Gemisch verwirbelt. Dieses gelangt
als Teilstrom R I+II durch den zugeordneten Auslaßkanal 68 zu den äußeren Statorzähnen
48 und durch die äußeren Radialdurchlässe 49 hindurch in eine Umlenkkammer 61 und
fließt dispergiert am Gehäuse 12 entlang durch die Radialauslässe 62 des Stators 40
in einen (nicht gezeichneten) Behälter ab. Das Rührorgan 44 führt den Hauptstrom R
I aus dem Behälter F fortlaufend dem inneren Hauptraum 15 zu, bis die Dispersion den
gewünschten Homogenisierungsgrad erreicht hat. Über einen (nicht dargestellten) Auslaß
kann der Endstrom E des fertigen Produkts III abgezogen werden.
[0043] Das Ausführungsbeispiel der Fig. 6 ist prinzipiell gleichartig aufgebaut, weshalb
entsprechende Bauteile mit schon erwähnten Bezugszahlen gekennzeichnet sind. Hier
ist der Stator 40 nicht als Haube, sondern als Deckplatte ausgebildet, die mit der
zentrischen Ansaugöffnung 45 versehen und mit einem zylindrischen Gehäuse 70 starr
verbunden ist, das der ebenfalls starr befestigte Bodenflansch 14 unten abschließt.
Der bevorzugt schräge Einlaß 38 ist mit dem Anschluß 32 wiederum durch eine als bodenparalleler
Radialkanal im Flansch 14 ausgebildete Zuführung 30 raumsparend verbunden. An einer
Umfangsstelle hat das Gehäuse 70 einen Stutzen 69 (Fig. 6 und 7b) mit einem Anschluß
72 für eine (hier nicht gezeichnete) Rückführleitung zur Oberseite des Behälters F.
[0044] Die Statorplatte 40 trägt einen Aufsatz 17, der daran mit einem Befestigungsflansch
71 montierbar ist und in einem Einlaufrohr 19 das Rührorgan 44 umgibt (Fig. 7a). Das
mit dem Flansch 71 verschweißte Einlaufrohr 19 ist mit einem oberen Flansch 29 starr
verbunden, auf den ein - in Fig. 7a getrennt dargestellter - Flanschring 39 aufsetzbar
ist, den man am Gehäuse 12 bzw. an einem damit verbundenen Flanschansatz verschrauben
kann.
[0045] Bei einer weiteren Bauform des Aufsatzes 17 hat das Gehäuse 70 gemäß Fig. 7b einen
verkürzten Wachs-Zufuhranschluß 32, der als Bestandteil des Bodenflansches 14 direkt
unterhalb des Gehäuses 70 mit diesem verschweißt ist. Im noch anderen Beispiel der
Fig. 7c ist der Anschluß 32 unmittelbar in die Wandung des Gehäuses 70 eingesetzt,
wodurch man eine zusätzliche Platzersparnis erzielt.
[0046] Eine besondere Problematik besteht darin, daß für die Entwicklung neuer Rezepturen
zuerst naturgemäß in kleineren Laboranlagen von z.B. 3...16 I Inhalt mit Dispergierern
entsprechend geringer Leistung (beispielsweise 1,5...5,5 kW) gearbeitet wird. Die
Umsetzung auf industriellen Maßstab macht herkömmlich große und zeitraubende Mühe,
weil die unterschiedlichen thermischen Bedingungen und andersartigen Verhältnisse
von Oberflächen zu Volumen den Übergang auf große Volumina von z.B. 500...5000 I recht
kompliziert gestalten, zumal wenn ein Übersetzungsfaktor von 300 überschritten wird.
Viele Rezepturen werden durch die Vermischung des heißen Wachs-Zusatzes mit der vergleichsweise
kalten Trägersubstanz wesentlich beeinflußt. Der Vorgang findet hier im Vordispergierraum
statt, dessen Volumen hauptsächlich vom Rotordurchmesser abhängt, der wiederum in
5. Potenz die Leistungsaufnahme des Rotors bestimmt. Es zeigte sich als großer Vorteil
des justierten Teilstromverfahrens nach der Erfindung, daß für den Übergang von einer
3,0-kW-Labormaschine auf eine 45-kW-Dispergiereinrichtung eine Rotorvergrößerung nur
im Verhältnis 1:1,72 erforderlich ist. Das entspricht einem Verhältnis 1:2,95 der
Volumenvergrößerung im Vordispergierraum, was gegenüber dem Übersetzungsfaktor 300
als verschwindend gering anzusehen ist. Bei praktischen Versuchen konnten die in der
Laboranlage erarbeiteten Rezepturen identisch auf die Produktionsanlage übernommen
werden, und zwar unter voller Übereinstimmung des erzeugten Produkts mit dem Laborergebnis.
Aufgrund des geringen ,aktiven Volumens' und des Wegfalls einer Aufheizzeit der Trägersubstanz
verkürzt sich die Produktionsdauer für diesen Prozeßschritt erheblich, z.B. bei 2000
kg für einen Batchzyklus vom Beginn der Behälter-Befüllung bis zum Ende des Abpumpens
von durchschnittlich 2,5 h auf 40 min, was neben einer großen Steigerung der Tagesproduktion
auch eine beträchtliche Energie-Einsparung bedeutet.
Einsatzbeispiel A: Fettsäure-Kalkmilch-Mischung
[0047] Bei der Herstellung von Fettsäure-Kalkmilch Mischungen, z.B. zur Gewinnung von Reinigungsmitteln,
wird Fettsäure als Reagenz II in die Vorkammer 60 zudosiert. Der in Lösung gegangene
CaOH-Komplex des Teilstroms R I' von Reagenz I (Kalkmilch) reicht zur Neutralisation
der schwachen Fettsäure. Bei der Nachmischung wird durch das in Suspension befindliche
CaOH wieder die Sättigungskonzentration erreicht. Die äußerst störende Bildung von
Kalk-Fettsäure-Agglomeraten wird durch das Teilstrom-verfahren erfolgreich vermieden.
Einsatzbeispiel B: Flockungsmittel-Zugabe in der Wasseraufbereitung
[0048] Bei der Wasseraufbereitung und Abwasserbehandlung werden Flockungsmittel und Koagulationshemmer
(z.B. Aluminiumsulfat) im ppm-Bereich zugegeben. Weil eine homogene Dosierung dieser
Mittel in den Betriebsanlagen schwierig ist, muß häufig überdosiert werden, was erhebliche
Kostensteigerung bedeutet. Man kann einen Teilstrom von 10% bis 1% der Wassermenge
über eine Dispergiereinrichtung 10 mit Vorkammer 60 leiten und dieser Wassermenge
(über Anschluß P4 des Dispergierers 10) im Teilstromverfahren das Flockungsmittel
oder Antikoagulant zuführen. Die Rezirkulationsleitung Z führt direkt wieder in das
Bearbeitungsbecken der Gesamtwassermenge. So erfolgt die Zugabe dort in dem erheblich
günstigeren Mischungsverhältnis von 1:10 bis 1:100. Die äußerst kurze Verweildauer
der Flockungsmittel im Scherbereich der Dispergiereinrichtung verhindert eine Zerstörung
der Molekülketten der Flockungsmittel. Ein größerer Spalt zwischen Rotor und Stator
kann von Vorteil sein.
Einsatzbeispiel C1: Exotherme Vorgänge
[0049] Bei vielen chemischen Reaktionen wird Wärme freigesetzt. Diese Wärme muß abgeführt
werden um die Reaktion kontrolliert ablaufen zu lassen. Beim justierten Teilstromverfahren
nach der Erfindung kann das Mengenverhältnis von Reagenz I und Reagenz II exakt zueinander
eingestellt werden und zwar so, daß die Kühlung der Rezirkulationsleitung Z der Wärmemenge
der Reaktionswärme entspricht.
Einsatzbeispiel C2: Endotherme Prozesse
[0050] Bei endothermen Vorgängen reicht häufig schon die Wärmeeinbringung durch das Rotor/Stator-System
40/50, um die benötigte Wärmemenge für die Lösung zu erhalten. Hier ist eine hohe
Energiedichte vorteilhaft, selbst wenn die Teilchen-/Tröpfchen-Größe vom Verfahren
her an sich zweitrangig ist.
Anforderungen an die Dispergiereinrichtung
[0051] Das zweistufige Dispergieren bildet den Kem von Verfahren und Vorrichtung nach der
Erfindung. Die Haupt-Anforderungen an die Dispergiereinrichtung 10 sind:
a) eine Vormischkammer (60) von kleinem Volumen, in die ein Teilstrom R I' aus einem
z.B. Reagenz I enthaltenden Behälter (F) gelangt;
b) eine Zugabemöglichkeit (32, 38) z.B. von Reagenz II in diese Vorkammer (60);
c) Einstellung einer gewünschten Druckverteilung durch den eingangsseitigen Umschlingungswinkel
des Auslasses (69) bzw. durch das Querschnittsverhältnis der Austrittsöffnungen (bei
Maschinen ohne Rezirkulationsleitung);
d) Einstellbarkeit des Volumens des Gemischstroms R I+II, beispielsweise durch Wahl
geeignet geformter Mischwerkzeuge oder Vorgabe von Durchlaßvolumina der Statorzähne
(46, 48);
e) Vorgabe der für die Produkthomogenität wesentlichen Teilstrom-Hauptstrom-Druckverhältnisse,
z.B. durch trapezförmige Ausbildung der äußeren Statorzähne (48).
[0052] Dank geeigneter Formung der Vormischkammer 60 und hoher Drehzahl des Rotors 50 ist
eine Misch- und Dispergierzeit im Millisekunden-Bereich möglich. So vermeidet man
besonders im Verfahrensbeispiel A selbst bei hohen Wachsanteilen eine Abkühlung von
Reagenz II unter die Erstarrungsgrenze. Durch Justierung des Mischungsverhältnisses
wird ein günstiges Temperaturniveau zum Homogenisieren bzw. Dispergieren erreicht.
[0053] Die Drehzahl des Dispergierer-Motors sollte z.B. durch Vorgabe von Frequenz und/oder
konstantem Ausgangsstrom regelbar sein. So kann die eingebrachte Energie auch bei
während des Prozesses schwankender Viskosität einfach konstant gehalten werden.
[0054] Wenn Emulsionen oder viskose Produkte hergestellt werden, führt man den Auslauf der
Rezirkulation zweckmäßig unter dem Flüssigkeitsniveau im Behälter zurück, um Lufteintritt
zu verhindern.
[0055] Für Verfahren nach Beispiel B soll die Einheit mit einer externen Rezirkulationsleitung
(Z) versehen sein, die nach Bedarf heiz- und/oder kühlbar ausgeführt ist.
[0056] Für das Arbeiten mit einer Einzelmaschine (also ohne Kaskadenschaltung) ist eine
entsprechende Abzweigmöglichkeit im Teilstrom der Maschine notwendig. Verwendet man
z.B. zwei Dispergiereinrichtungen, wobei ein zweiter, kleinerer Dispergierer zum Erzielen
der Zweistufigkeit eine Vormischkammer 60 aufweist, so kann für die Ultrafeindispersion
zusätzlich in die Rücklaufleitung Z vom zweiten Dispergierer zum Behälter F ein Hochdruck-Homogenisator
geschaltet werden. Im Heiß/Kalt-Verfahren nach Beispiel A wird das Endprodukt, d.h.
Reagenz III, durch die Energieaufnahme in den zwei Dispergierstufen und durch den
Zulauf des heißen Reagenz II auf die für den Hochdruck-Homogenisator optimale Temperatur
gebracht. Dieser muß nur für den Teilstrom R I+II ausgelegt sein, was Kosten sowie
Energieverbrauch spart und mithin einen wesentlichen Vorteil darstellt. Diese Variante
eignet sich besonders gut zur Einbringung "schwieriger Produkte" wie z.B. Vitamin
E.
[0057] Ein Zwischenschalten eines Hochdruck-Homogenisators ist auch bei einer zweistufigen
einzelnen Dispergiereinrichtung 10 möglich, soferne nur ein geeigneter Teilstrom-Anschluß
vorhanden ist.
Rezeptur-Beispiele
a) Elegante Nachtcreme (Rezeptur Henkel KGaA)
[0058] Die Zutaten der heißen Phase - unter ihnen Bienenwachs - werden in einem Behälter
geschmolzen und auf 80...85 °C gebracht. Die Menge beträgt für 2000 kg Endprodukt
rund 600 kg.
[0059] Zutaten der kalten Phase werden in dem Behälter F vorgelegt, in den von oben Wasser
von ca. 15 °C eingefüllt wird. Dann wird Vakuum angelegt, beispielsweise 0,5 bar,
und die anderen Komponenten der kalten Phase werden zugegeben, während die Homogenisiereinrichtung
5 min lang bei mittlerer Drehzahl läuft. Das wandgängige Rührwerk R im Behälter F
wird nach der Wasserzugabe ebenfalls eingeschaltet. Hierbei ist es günstig, wenn der
Behälter F über ein koaxiales, gegenläufiges Rührsystem verfügt, so daß ein homogeneres
Nachmischen erfolgt.
[0060] Sodann wird die heiße Phase über den Anschluß 30, 32 zugegeben, der direkt in die
Vormischkammer 60 führt. Der Dispergierer 10 läuft mit ca. 3000 min
-1 um. Während des etwa 15 min dauemden Vorganges ist der Motorstrom bei z.B. 40 A konstantzuhalten,
was bei variablen Viskositäten zwar Drehzahländerungen nach sich zieht, aber konstanten
Energie-Eintrag bewirkt. Anschließend wird je 5 min lang bei ausgeschaltetem und bei
eingeschaltetem Dispergierer 10 nachgerührt.
Energiebilanz
[0061]
| 25 min Lauf des 30-kW-Dispergierers inkl. Austrag, Stromverbrauch |
12,50 kWh |
| 40 min Langsamlauf des 5,5-kW-Rührwerks verbrauchen |
3,67 kWh |
| Zum Aufheizen der heißen Phase benötigt man |
35,00 kWh |
| Gesamt Energieverbrauch |
51,17 kWh. |
[0062] Beim herkömmlichen Heiß/Heiß-Verfahren, das mindestens 2,5 h dauert, sieht die Energiebilanz
folgendermaßen aus:
| Aufheizen beider Produktphasen auf 80...85°C |
116 kWh |
| Dispergierbetrieb während 0,5 h |
15,5 kWh |
| 2,5 h Langsamlauf des Rührwerks |
13 kWh |
| Abkühlen auf 35 °C |
mind. 116 kWh |
| Gesamtverbrauch |
260,5 kWh. |
[0063] Man sieht, das der erfindungsgemäße Verfahrensablauf bei diesem Beispiel eine Energieersparnis
von rund 210 kWh bewirkt und zusätzlich noch aufgrund der kurzen Produktionszeit die
Fertigungskapazität mehr als verdreifacht.
b) Haarfärbemittel
[0064] Zur Erzeugung von Haarfärbemitteln wird ein Haarfarb-Grundstoff hergestellt, der
für alle Farben gleichen Typs gleich ist und der die insgesamt benötigte Wassermenge
bestimmt. Anschließend stellt man das eigentliche Haarfärbemittel durch Einarbeiten
der gewünschten farbtongebenden Substanzen in eine reduzierte Menge der Haarfarb-Basis
her.
[0065] In einer 3000-I-Anlage, die mit einer Dispergiereinrichtung 10 und einem gegenläufigen
Rührsystem W ausgestattet ist, wird zur Herstellung des Haarfarb-Grundstoffes im Heiß/Kalt-Verfahren
gemäß Anspruch 10 nur soviel Wasser zugegeben, wie beim konventionellen Prozeß für
die Haarfarbe mit der prozentual geringsten Wassermenge benötigt wird (im allgemeinen
ist das die Farbe schwarz).
[0066] Ein Teil des Farb-Grundstoffes wird dann in eine kleinere Anlage von z.B. 250 I umgepumpt,
die mit einer Dispergiereinrichtung 10 samt Vormischkammer 60 ausgestattet ist. Über
den Anschluß P4 werden die den Farbton liefernden Mittel in den Teilstrom R II zugegeben.
Die Wassermenge wird dabei so gewählt, daß unter Berücksichtigung der eventuell geringeren,
vorab in das Grundprodukt eingegebenen Wassermenge im Endprodukt III das rezepturmäßige
Verhältnis für den gewählten Farbton gegeben ist.
[0067] Die Erfindung ist nicht auf die vorbeschriebenen Ausführungsformen beschränkt, sondern
in vielfältiger Weise abwandelbar. Das Heiß/Kalt-Teilstromverfahren kann gut in Fällen
eingesetzt werden, wo Reagenz II bei Raumtemperatur zwar nicht starr ist, aber im
heißen Zustand eine erwünscht niedrige Viskosität aufweist, so daß die Einarbeitung
in Reagenz I auf hohem Energieniveau vor sich geht, etwa wenn es sich um hochkonzentrierte
Tenside oder Vitamin-E-Produkte handelt. Dank der hohen Konzentration im Zufuhr-Teilstrom
R II können auch die industrieüblichen Kalt/Kalt-Ansätze sehr wirtschaftlich gefahren
werden. Es ist ferner möglich, bei niedrig- bis mittelviskosen Stoffen eine für den
Batchbetrieb ausgelegte Laboranlage mit zweistufiger Dispergiereinrichtung 10 in eine
kontinuierlich arbeitende Produktionsanlage umzufunktionieren, wozu man lediglich
relativ kostengünstige Lagerbehälter für die 'heißen' und 'kalten' Ausgangsstoffe
sowie eventuell eine Dosiereinrichtung benötigt.
[0068] Man erkennt, daß eine bevorzugte Verfahrensführung zum Homogenisieren von Stoffen,
z.B. pastösen Massen, und/oder zur Erzeugung von Emulsionen mit Tröpfchengrößen im
µm-Bereich einen an einem Behälter F angeordneten Dispergierer 10 mit einem bodennahen
Rotor/Stator-System 40, 50 und eventuell mit Förderorganen 44 benutzt. Erfindungsgemäß
wird in einer ersten Stufe ein aus einer Reagenz- oder Wachslösung erzeugtes, z.B.
heißes Vorprodukt in Form eines Nebenstroms R II mit einem dosierten Teilstrom einer
z.B. kalten Trägersubstanz R I' dispergiert und in einer zweiten Stufe mit einem von
oben zufließenden Trägersubstanz-Hauptstrom R I" nachvermischt. Die im 10-ms-Bereich,
also schockartig stattfindende Abkühlung der Wachspartikel verhindert deren Verklumpen.
Es entsteht eine stabile Mischung bzw. Emulsion mit geringen, durch Steuerung des
Energie-Eintrags am Rotor/Stator-System 40, 50 produktgerecht einstellbaren Tröpfchengrößen.
Der Rotor-Unterseite ist eine Vormischkammer 60 zugeordnet, in welcher der Nebenstrom
R II mit dem von oben/außen zugeführten Teilstrom R I' verwirbelt wird. Der Schnelllauf
des Rotors 50 erzeugt eine umgekehrte Trombe, deren Unterdruck zur Selbstdosierung
des Nebenstroms R II beiträgt. Indem das wachshaltige Gemisch R I+II aus der Vorkammer
60 zunächst nach außen umgelenkt wird, ehe man es an der Stator-Oberseite beschleunigt
und dem inneren Hauptstrom R I" zuführt, wird dessen statischer Druck überschritten.
Man kann von oben Pulverbestandteile zumischen. Eine Teilstrom-Zuführung 30, 38 mündet
unterhalb des Rotors 50, bevorzugt nahe seinem Außenbereich, in die Vorkammer 60,
die von einem äußeren Statorring 42 begrenzt wird und über einen Auslaßkanal 68 in
einen Hauptraum 59 an der Unterseite des Rotor/Stator-Systems 40, 50 führt. Die äußeren
Statorzähne 48 ragen bis an einen Bodenflansch 14, dem die Rotor-Unterseite mit einem
Flachkonus (56), einer Abreißkante (57) und einer steileren Außenfläche (58) gegenübersteht.
Ein Rührorgan 44 kann unmittelbar über dem zentrisch in der Haube ausgebildeten Einlaß
45 nahe dem Rotor 50 oder in einem Einlaufrohr 19 oberhalb des Rotor/Stator-Systems
40, 50 sitzen, von dem ein Auslaßstutzen 69 abgeht. Eine absperrbare Rückführleitung
Z ist zumindest streckenweise außerhalb des Behälters F installierbar und/oder temperierbar.
[0069] Sämtliche aus den Ansprüchen, der Beschreibung und der Zeichnung hervorgehenden Merkmale
und Vorteile, einschließlich konstruktiver Einzelheiten, räumlicher Anordnungen und
Verfahrensschritten, können sowohl für sich als auch in den verschiedensten Kombinationen
erfindungswesentlich sein.
Bezugszeichenliste
[0070]
- A
- Anlage
- E
- Austrittsstrom
- F
- Behälter
- R
- Rührwerk
- W
- Balkenrührer
- Z
- Rückführung
- 10
- Dispergierer
- 12
- Gehäuse
- 13
- Tellerfedern
- 14
- Bodenflansch
- 15
- Hauptraum
- 16
- Rohrstutzen
- 17
- Aufsatz
- 18
- Tragflansch
- 19
- Einlaufrohr
- 20
- Antriebsmotor
- 21
- Motorflansch
- 22
- Motorwelle
- 23
- Konuslager
- 24
- Rotorwelle
- 25
- Kupplungsansatz
- 26
- Gleitringdichtung
- 27
- Ausnehmung
- 28
- Distanzbolzen
- 29
- oberer Flansch
- 30
- Zuführ(leit)ung
- 32
- Anschluß
- 34
- Absperrorgan
- 36
- (Bedienungs-)Hebel
- 38
- Einlaß(kanal)
- 39
- Flanschring
- 40
- Stator(haube/-platte)
- 41
- innerer Statorring
- 42
- äußerer Statorring
- 43
- Rührwelle
- 44
- Rührorgan / Propeller
- 45
- Ansaugöffnung
- 46
- innere Statorzähne
- 47
- Radialdurchlässe
- 48
- äußere Statorzähne
- 49
- Radialdurchlässe
- 50
- Rotor
- 51
- Nabe
- 52
- Zentralbohrung
- 53
- Oberseite / Deckfläche
- 54
- Naben-Stirnfläche
- 55
- Stufenfläche
- 56
- Flachkonus
- 57
- Übergang / Abreißkante
- 58
- Außenfläche
- 59
- Umfangskante
- 60
- Vor(misch)kammer
- 61
- Umlenkkammer
- 62
- Auslaß-Öffnungen (Fig. 5)
- 63
- innere Ansätze / Zähne
- 64
- Flügelfläche
- 65
- äußere Ansätze / Zähne
- 66
- Radialdurchlässe
- 67
- Schrägflächen
- 68
- Auslaßkanal
- 69
- Stutzen
- 70
- zylindrisches Gehäuse
- 71
- Befestigungsflansch
- 72
- (Anschluß für) Rückführung
1. Zweistufiges Dispergier-Verfahren, bei dem man von einem aus einem Behälter (F) kommenden
Hauptstrom (R I) eines Reagenz I einen Teilstrom (R I') abzweigt und diesem einen
zweiten Teilstrom (Nebenstrom R II) einer Mischung mit einem Reagenz II zuführt, die
in einer Vormischkammer (60) eines Rotor/Stator-Systems (40, 50) erzeugt wird, worauf
man das Gemisch der beiden Teilströme (R I+II) durch einen rotierend angetriebenen
Dispergierer (10) in den restlichen Hauptstrom (R I") fördert.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß man die Vermischung durch Pulsation in einem Ring- oder Auslaßkanal intensiviert,
bevorzugt mit zyklischem Druck-Aufbau und -Abbau in der Vormischkammer (60).
3. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß in Phasen hohen Drucks Reagenz I in die Vormischkammer (60) gefördert wird und
daß das Gemisch in Phasen niedrigen Drucks unter Verwirbelung mit dem Reagenz II gleichmäßig
dispergiert wird.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß der Hauptstrom (R I) und die Teilströme (R I', R I", R II) unterschiedliche Energiedichten
erhalten, wobei vorzugsweise dem Gemisch der Teilströme (R I+II) in der Vormischkammer
(60) eine Energiedichte aufgeprägt wird, die erheblich - z.B. um wenigstens eine Größenordnung
- höher ist als die Energiedichte im Hauptstrom (R I).
5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Energiedichte und Verweildauer in dem bzw. jedem Teilstrom (R I', R I", R
II) veränderbar ist, insbesondere durch solche Einstellung, daß eine zu einem Emulsions-Umschlag
führende kritische Energiedichte nicht erreicht wird.
6. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß bei Verwendung einer separaten Dispergiereinrichtung diese kontinuierlich nur
mit demjenigen Teil (R I") des Hauptstromes (R I) beschickt wird, dem in der Vormischkammer
(60) das Reagenz R II in der dem Gesamtstrom (R I) entsprechenden Menge dosiert zugeführt
wird, wodurch man im Auslaßstrom der Dispergiereinrichtung (10) eine Überkonzentration
von R II erreicht, worauf das überkonzentrierte Gemisch (R I+II) in einem klein dimensionierten
Hochdruck-Homogenisator verarbeitet und mit dem verbleibenden Reagenz R I' nachvermischt
wird.
7. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß in einem Vermischungsbereich (Vormischkammer 60) das Gemisch (R I+II) hinsichtlich
Temperatur und Mengenverhältnis justiert wird, ohne wesentlicher Scherbeanspruchung
ausgesetzt zu sein, und daß sich hieran ein durch das Rotor/Stator-System (40/50)
gegebener Bereich höchster Scherung anschließt, insbesondere an der langen Zahnkante
des Rotors (50).
8. Verfahren nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß aus den Reagenzien (R I, R II) ein Phasengemisch durch unterschiedliche Geschwindigkeiten
und unterschiedliche statische Drücke in der Vormischkammer (60) erzeugt wird, wobei
eine Phase I direkt in letztere gefördert wird und eine Phase II durch Pulsation infolge
zyklischer Druckunterschiede über Einlaßkanäle in die Vormischkammer (60) gelangt.
9. Verfahren zum Homogenisieren von Stoffen, z.B. pastösen Massen, und/oder zum Erzeugen
von Emulsionen mit Tröpfchengrößen im µm-Bereich, unter Verwendung eines in oder an
einem Behälter (F) angeordneten Dispergierers (10) mit wenigstens einem Rotor/Stator-System
(40, 50), insbesondere nahe dem Behälterboden, und gegebenenfalls mit Förderorganen
(R; 44) für einen Trägersubstanzstrom (R I), gekennzeichnet durch zweistufige Gestaltung des Verfahrens unter Erzeugung definierter Teilströme
(R I', R I", R II) derart, daß in einem ersten Prozeßschritt aus einer Reagenz- oder
Wachslösung ein Vorprodukt (R I+II) erzeugt und dieses in einem zweiten Prozeßschritt
dem Trägersubstanzstrom (R I") hinzugefügt wird.
10. Verfahren nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, daß ein heißer Reagenzstrom (Nebenstrom R II) im ersten Prozeßschritt in einer Vormischkammer
(60) mit einem vom Hauptstrom (R I) der kalten Trägersubstanz dosiert abgezweigten
Teilstrom (R I') vereinigt und dispergiert wird, worauf das Gemisch (R I+II) zur Erzeugung
des Endprodukts (R III) im zweiten Prozeßschritt mit dem restlichen Teil (R I") des
Trägersubstanz-Hauptstroms nachvermischt wird.
11. Verfahren nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, daß es selbstdosierend gestaltet ist, indem der unterhalb des Rotor/Stator-Systems
(40, 50) zugeführte Reagenz-Teilstrom (Nebenstrom R II) in der Vormischkammer (60)
mit einem Teilstrom (R I') der Trägersubstanz dispergiert und das entstandene Vorprodukt
(R I+II) über eine Rückführung (Z) mit dem von oben zufließenden Hauptstrom (R I)
verdünnt und zu einem Endstrom (E) nachvermischt wird.
12. Verfahren nach Anspruch 10 oder 11, dadurch gekennzeichnet, daß durch Schnelllauf des Rotors (50) in der Vormischkammer (60) eine umgekehrte
Trombe erzeugt wird, deren Unterdruck zur Dosierung des Reagenz-Teilstroms (Nebenstrom
R II) beiträgt.
13. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 12, dadurch gekennzeichnet, daß die Vermischung der Teilströme (R I', R II) mit dem Hauptstrom (R I") durch Steuerung
der statischen Drücke unterstützt wird, insbesondere indem im Nebenstrom (R II) ein
statischer Druck erzeugt wird, der denjenigen des Hauptstroms (R I') übersteigt.
14. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 13, dadurch gekennzeichnet, daß man den Austrittsstrom (E) vom Dispergierer (10) in einen anderen Behälter fördert,
in welchem das Produkt homogengehalten wird, z.B. durch ein langsamlaufendes Rührwerk
(W).
15. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 11, dadurch gekennzeichnet, daß dem Hauptstrom (R I) von oben Pulverbestandteile zugemischt werden.
16. Vorrichtung zum Homogenisieren von Stoffen, z. B. pastösen Massen, und/oder zur Erzeugung
von Emulsionen mit Tröpfchengrößen im µm-Bereich, mit einem an oder in einem Behälter
(F) angeordneten Dispergierer (10), mit wenigstens einem Rotor/Stator-System (40,
50) nahe dem Behälterboden, mit einem Produktzufluß (45) von oben und gegebenenfalls
mit wenigstens einem in diesem oberen Bereich angeordneten Förderorgan (44), speziell
zur Durchführung des Verfahrens nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß unterhalb des Rotors (50) eine Zuführung (30, 38) in eine Vormischkammer (60)
für ein insbesondere heißes Reagenz (II) mündet und daß die Vormischkammer (60) über
einen Auslaßkanal (68) mit einem Hauptraum (59) an der Unterseite des Rotor-Stator-Systems
(40, 50) strömungsverbunden oder - verbindbar ist.
17. Vorrichtung nach Anspruch 16, dadurch gekennzeichnet, daß die Vormischkammer (60) im äußeren Bereich des Rotors (50) zwischen seiner Unterseite
und einem äußeren Statorring (42) angeordnet bzw. ausgebildet ist, namentlich derart,
daß sie von der Rotornabe (51, 54) bis zu einem Vormischkammer-Auslaßkanal (68) reicht.
18. Vorrichtung nach Anspruch 17, dadurch gekennzeichnet, daß der äußere Statorring (42) aus dem Hauptraum (49) nach unten ragende Statorzähne
(48) aufweist, die den Rotor-Umfang mit Minimalabstand berührungslos übergreifen und
die bis an einen der Rotor-Unterseite (54 bis 57) zentrisch gegenüberstehenden Bodenflansch
(14) reichen.
19. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 16 bis18, dadurch gekennzeichnet, daß eine Zuführleitung (30) in einen Einlaßkanal (38) mündet, der als bodenparalleler
Radialkanal in den Bodenflansch (14) integriert ist, namentlich gegenüber der äußeren
Rotor-Unterseite (55, 56).
20. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 16 bis 19, dadurch gekennzeichnet, daß an der Rotor-Unterseite ein Umlenkkörper von einem bis zum Bereich der Vorkammer
(60) reichenden Flachkonus (56) mit wenigstens einer konusförmigen oder konkaven Außenfläche
(58) mit steilerem Konus- bzw. Zentriwinkel gebildet ist, wobei der Übergang zwischen
benachbarten Umlenkflächen (56, 58) bevorzugt als scharfe Abreißkante (57) gestaltet
ist.
21. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 16 bis 20, dadurch gekennzeichnet, daß sie einen Stator (40) mit einer Haube aufweist, die außerhalb des äußeren Statorringes
(42) eine Umlenkkammer (61) begrenzt, welche nahe dem Bodenflansch (14) mit über den
Umfang verteilten Auslaß-Öffnungen (62) versehen ist, und daß das Förderorgan (44)
unmittelbar über dem zentrisch in der Haube ausgebildeten Einlaß (45) nahe dem Rotor
(50) sitzt.
22. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 16 bis 21, dadurch gekennzeichnet, daß sie einen als Hohlwellen-Motor (20) ausgebildeten Antrieb aufweist, der an dem
Bodenflansch (14) und an einem dazu rechtwinkeligen Tragflansch (18) gelagert ist,
und daß die Rotorwelle (43) derart abgestützt ist, z.B. durch Anschläge und Tellerfedern
(13), daß eine Längenausdehnung der Hohlwelle (43) und damit der Antriebswelle (22)
nur in Richtung vom Bodenflansch (14) weg möglich ist.
23. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 16 bis 22, dadurch gekennzeichnet, daß zur Einstellung eines Pulsationseffekts im Dispergierer (10) die Druckverteilung
auslaßseitig steuerbar ist, insbesondere durch Wahl des Strömungsweges und der Strömungsstrecke
bzw. des Umschlingungswinkels in einem Auslaßkanal hinter dem Auslaßstutzen (68) oder
durch Flächenbemessung und Anordnungsweise der Auslaß-Öffnungen (62).
24. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 16 bis 23, dadurch gekennzeichbet, daß ein an den Behälterboden (14) anflanschbarer Aufsatz (17) ein das Förderorgan
(44) umschließendes Einlaufrohr (19) oberhalb des Rotor/Stator-Systems (40, 50) aufweist
und daß von diesem ein Auslaßstutzen (68) mit einer absperrbaren Leitung (Z) abgeht,
die - bevorzugt unterhalb des Produktniveaus - im Behälter (F) zurückführt.
25. Vorrichtung nach Anspruch 24, dadurch gekennzeichnet, daß die Rückführleitung (Z) zumindest streckenweise außerhalb des Behälters (F) installierbar
und/oder temperierbar ist.
26. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 16 bis 25, dadurch gekennzeichnet, daß eine oder beide Stufen des Dispergierers mit Ultraschall beaufschlagbar sind,
für die der Rotor (50) einen intermittierenden Reflektor bildet.
27. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 16 bis 26, dadurch gekennzeichnet, daß das Durchlaßvolumen im Bereich der Vormischkammer (60) oder deren Volumen selbst
einstell- bzw. veränderbar ist, namentlich durch Änderung der Rotorform und/oder der
Statorform bei unveränderter Scherkantenlänge.
28. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 16 bis 27, dadurch gekennzeichnet, daß zwecks Beeinflussung von Teilstrom-Energiedichte und Verweildauer die Scherkantenlänge
bei unverändertem Vormischkammer-Volumen einstell-bzw. veränderbar ist.
29. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 16 bis 28, dadurch gekennzeichnet, daß sie als separat anbaubare Vordispergierstufe ausbildbar oder ausgebildet ist.