[0001] Die Erfindung betrifft eine Wartungsbühne für Servicetätigkeiten an Reisezügen, aufweisend
ein Tragwerk aus Tragelementen zur Aufnahme von Lasten, beispielsweise von Servicemodulen
und Gitterrostflächen zur Ver- und Entsorgung von Reisezügen.
[0002] Schienengebundene Verkehrsmittel für den Personenverkehr unterliegen strengen Sicherheits-
und Wartungsvorschriften. In regelmäßigen Zeitabständen werden die Reisezüge gereinigt,
die Fäkaliensammelbehälter der Waggons entleert und die Frischwassertanks neu befüllt.
[0003] Bisher wurden Reinigungsarbeiten und Wartungstätigkeiten an verschiedenen Stellen
des Bahnhofs druchgeführt, welches zeitraubende Rangiervorgänge zur Folge hat. Um
die Dauer dieser Serviceleistungen zu verkürzen, ist es erforderlich, alle Wartungs-
und Reinigungsarbeiten auf einem gemeinsamen Servicegleis zusammenzufassen.
[0004] Besondere technische Anforderungen sind für die Entsorgung der Fäkalienbehälter zu
erfüllen. Die Fäkalien werden überwiegend mittels Vakuumabsaugvorrichtungen entsorgt,
wobei stationäre Anlagen mit regelmäßig am Gleis verteilten Saugrüsseln hinsichtlich
des Arbeitsaufwandes gegenüber den mobilen Anlagen vorgezogen werden. Außerdem werden
Wasserzapfstellen benötigt, um die Wassertanks in den Reisezügen auffüllen zu können.
Neuerdings werden auf den Entsorgungsbahnhöfen platzsparende, schrankähnliche Geräte
installiert, die mit den erforderlichen Vorrichtungen zur Fäkalienentnahme und zur
Frischwasserbefüllung ausgerüstet sind. Beide Systeme können in einem einzigen Schrank
zusammengefasst werden. Die Einhaltung der Hygienevorschriften wird mittels einer
besonderen Technik gewährleistet, bei der ein versehentlicher Kontakt zwischen Frischwasser-
und Abwasserleitungen ausgeschlossen ist. Zwei Züge auf benachbarten Gleisen können
gleichzeitig gewartet werden.
[0005] Zur Gründung solcher Ver- und Entsorgungsmodule wurden bisher Betonfundamente errichtet.
Nachteilig bei der Errichtung derartiger Fundamente sind die Erdarbeiten, bei deren
Ausführung es immer wieder zu Unterbrechungen kommt, weil alte Rohrleitungs- und Kabelführungen
berücksichtigt werden müssen, deren Lage vielfach nicht genügend genau dokumentiert
worden ist.
Außerdem kann es vorkommen, dass auf Grund von geänderten Planungen die Installationen
vor Ablauf ihrer Lebensdauer abgebaut werden müssen. Dann ist es aus Kostengründen
sinnvoll, möglichst viele alte Anlagenteile zu erhalten, um diese an anderer Stelle
wieder verwenden zu können.
[0006] Im Falle einbetonierter Fundamente und im Boden verlegter Rohrleitungen und Kabel
wäre nur ein geringer Teil der Investitionen wieder verwendbar.
[0007] Die erfindungsgemäße Wartungsbühne vermeidet diesen Nachteil mittels eines Tragwerks,
auf dem die Ver- und Entsorgungsmodule sowie die erforderlichen Zu- und Ableitungen
für Energie, Wasser und Abfallstoffe stationär installiert werden können und an dem
die erforderlichen Zu- und Ableitungen für Energie, Wasser und Abwasser angehängt
werden können. Die Option der Wiederverwendbarkeit der meisten Anlagenelemente und
der Tragwerke wird dabei gewährleistet. Eine Gründung im Bodenbereich zwischen den
Gleisen ist nicht mehr erforderlich. Dazu wird ein Tragwerk mit einer begehbaren,
vorzugsweise mit Gitterrosten gebildeten Lauffläche vorgeschlagen, dessen Gründung
von den vorhandenen Schwellen der beiden Gleisstränge übernommen wird.
[0008] Die Tragfähigkeit des Tragwerks wird vorzugsweise durch entsprechend dimensionierte,
kreuzweise verlegte Trägerprofile gebildet, die im Bereich der aufzunehmenden Lasten,
wie Ver- und Entsorgungsmodule, gemäß den statischen Erfordernissen konzentriert werden
können. Zur Überleitung der Gewichtskräfte auf die Schwellen können Formteile dienen,
die an der von den statischen Gesichtspunkten her erforderlichen Anzahl auf den Schwellenenden
aufliegen und gegebenenfalls an diesen befestigt wird. Elektrische Kabel und Steuerungsleitungen
sowie Rohrleitungen für Luft, Wasser und Abwasser können unterhalb der Lauffläche
verlegt und am Tragwerk befestigt werden, so dass keinerlei Bodenberührung stattfindet.
Frost- und Witterungsschutz übernehmen handelssübliche Bauelemente wie heizbare Schutzrohre
bzw. Kabelkanäle
[0009] Bei einer bekannten Stützanordnung für Fahrbahnplatten in Gleisanlagen (DE 40 37
225 C2) werden Stützbügel auf die Schienenfüße von Schienen aufgesetzt, um die Lasten
der Fahrbahnplatten aufzunehmen.
[0010] Die Erfindung wird nachstehend anhand der Zeichnung beispielsweise erläutert.
[0011] Die einzige Figur zeigt eine schaubildliche Ansicht einer Wartungsbühne gemäß der
Erfindung.
[0012] Zur Verdeutlichung der erfindungsgemäßen Wartungsbühne ist in Fig. 1 ein Ausschnitt
eines Tragwerks 1 im Bereich eines Servicemoduls 2 mit seiner Anbindung an einen Gleisstrang
3 darstellt. Der zweite parallel laufende Gleisstrang ist zur Vereinfachung nicht
gezeichnet. Der Gleisstrang 3 besteht aus den beiden Fahrschienen 4, die auf den Schwellen
5 fixiert sind. Ein Servicemodul 2 wird mittels einer Bodenplatte 7 auf den Bodenträgern
8b, 8c befestigt. Die zusätzlich eingezeichneten Bodenträger 8a, 8d dienen zur Aufnahme
der Gitterrostfläche 12. Die Gesamtzahl aller Bodenträger 8a, 8b, 8c, 8d sowie deren
Querschnitt und Abstand voneinander können gemäß den statischen Erfordernissen festgelegt
werden. Alle Bodenträger 8a, 8b, 8c, 8d liegen auf den Querträger 13a, 13b, 13c, 13d
auf, wobei Anzahl, Querschnitt und Abstand voneinander entsprechend den statischen
Berechnungen gestaltet sind und die Länge an den Abstand zwischen den beiden Gleissträngen
3 angepasst ist. Unterhalb der Querträger 13a, 13b, 13c, 13d sind die Ver- und Entsorgungsleitungen
16, 17, 18 in geeigneter Weise befestigt. Die Querträger Querträger 13a, 13b, 13c,
13d liegen mit beiden Enden auf je einer Tragschiene 20 auf, die auf den Schwellenformteilen
21 befestigt sind. Somit wird das Gewicht des Servicemoduls 2 und der Gitterrostfläche
12 sowie der Ver- und Entsorgungsleitungen 16, 17, 18 erfindungsgemäß auf die Schwellen
5 übertragen. Eine zusätzliche Gründung im Bodenbereich 22 zwischen den Gleissträngen
3 ist nicht erforderlich. Erfindungsgemäß ist es weiterhin möglich, die Querschnitte
der Tragelemente des Tragwerks 1 so zu wählen, dass die Summe aller vertikaler Abmessungen
dieser Tragelemente eine geforderte Arbeitshöhe 24 zwischen Schienenoberkante 25 und
Gitterrostfläche 12 entspricht.
1. Wartungsbühne für Servicetätigkeiten an Reisezügen, aufweisend ein Tragwerk (1) aus
Tragelementen zur Aufnahme von Lasten, beispielsweise von Servicemodulen (2) und Gitterrostflächen
(12) zur Ver- und Entsorgung von Reisezügen, dadurch gekennzeichnet, dass das Tragwerk
(1) auf den Schwellen (5) eines oder beider einander benachbarter Gleisstränge (3)
aufruht.
2. Wartungsbühne nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Schwellenenden (23)
zur Befestigung einer Tragschiene (20) mit Schwellenformteilen (21) ausgerüstet sind.
3. Wartungsbühne nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, dass Querträger (13a,
13b, 13c, 13d) horizontal im Winkel von 90° zur Tragschiene (20) mit ihren Enden auf
der Tragschiene (20) aufliegen und dass deren Anzahl, Querschnitt und Abstand voneinander
im Wesentlichen von Ort und Größe der Belastungen durch Servicemodule (2), Gitterrostflächen
(12) und andere mobile oder immobile Lasten festgelegt ist.
4. Wartungsbühne nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet,
dass parallel zu den Schienen (4) verlaufende Bodenträger (8a, 8b, 8c, 8d) auf den
Querträgern (13a, 13b, 13c, 13d) aufliegen wobei Anzahl, Querschnitt und Abstand voneinder
im Wesentlichen von Ort und Größe der Belastungen durch Servicemodule (2), Gitterrostflächen
(12) und anderen mobilen oder immobilen Lasten bestimmt werden.
5. Wartungsbühne nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet,
dass die Summe der vertikalen Abmessungen von Schwellenformteil (21), Tragschiene
(20), Querträger (13a, 13b, 13c, 13d) und Bodenträger (8a, 8b, 8c 8d) der vorgegebenen
Arbeitshöhe (24) der Wartungsbühne entspricht.