[0001] Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Aufspritzen von Beiz- oder Spülflüssigekeit
auf ein langgestrecktes, metallisches Behandlungsgut, insbesondere Metallband, umfassend
in einem Beizbehälter oder dergleichen ober- und/oder unterhalb der Transportebene
des Behandlungsgutes in den Behälterwandungen angeordnete, mit Spritzdüsen ausgebildete,
an eine Flüssigkeitsversorgung angeschlossene zylindrische Spritzrohre, die um ihre
Längsachse verstellbar sind.
[0002] Bekannte Spritzbeizvorrichtungen für Metallband bestehen aus einem mit einem Deckel
versehenen Beizbehälter, der feste oder drehbare Auflager für das in horizontaler
Richtung durch den Beizbehälter zu transportierende Behandlungsgut aufweist. Oberhalb
und unterhalb des Transportebene sind jeweils mehrere Spritzrohre angeordnet, die
an eine Beizflüssigkeitsleitung angeschlossen und mit gegen das Behandlungsgut gerichteten
Spritzdüsen versehen sind. Um sicherzustellen, daß die Beizflüssigkeit möglichst gleichmäßig
verteilt gegen das Metallband gespritzt wird, dürfen die Düsen bei dem vorhandenen
Flüssigkeitsdruck einen vorgegebenen Düsenquerschnitt nicht überschreiten. Mit dem
Spritzbeizen geht allerdings einher, daß sich die Spritzdüsen durch Zunder- oder Schlammpartikel,
die in der Beizflüssigkeit enthalten sind, zusetzen und damit zwangsläufig die Beizleistung
reduzieren. Damit sich verstopfte Spritzdüsen feststellen lassen, ist entweder jedem
Spritzrohr oder einer Gruppe von Spritzrohren eine Drucküberwachungseinrichtung zugeordnet.
Diese ist so ausgebildet, daß dann, wenn eine oder mehrere Spritzdüsen teilweise oder
vollständig verstopft sind, ein durch den damit verbundenen Druckanstieg bewirktes
Alarmsignal ausgelöst wird. Die Beizanlage wird daraufhin stillgesetzt, um das Spritzrohr
mit den verstopften Spritzdüsen auszuwechseln.
[0003] Durch die DE 44 09 792 C2 ist es bekanntgeworden, an den Außenseiten zweier sich
gegenüberliegender Behälterwandungen rohrförmige Anschlußstücke zu befestigen, an
denen jeweils ein Spritzrohr mit Spritzdüsen bzw. ein Spritzrohrstutzen angeordnet
ist. Die um ihre Längsachse schwenkbaren Spritzrohre sind mit den gegenüber positionierten
und jeweils auf einer gemeinsamen Achse liegenden Spritzrohrstutzen über eine gleitfähige
und flüssigkeitsdichte Verbindung miteinander verbunden. Die stirnseitig jeweils mit
einem Deckel verschlossenen Spritzrohre sind über dessen gegenüber dem Spritzrohrdurchmesser
größeren Kreisringfläche an den Flansch eines rohrförmigen Anschlußstückes kraftschlüssig
angeschlossen. Obwohl das Auswechseln eines Spritzrohres mit verstopften Spritzdüsen
verhältnismäßig schnell durchgeführt werden kann, muß gleichwohl während dieser Zeit
die Beizvorrichtung stillgesetzt werden, wodurch die Beizleistung entscheidend beeinträchtigt
wird.
[0004] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, bei einer Vorrichtung der eingangs genannten
Art die Stand- bzw. Betriebszeiten der Spritzrohre zu erhöhen.
[0005] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß das Spritzrohr mindestens
zwei voneinander beabstandete Düsenreihen aufweist und abgedichtet auf einem Innenrohr
angeordnet ist, das mit im Längenabstand der Spritzdüsen des äußeren Spritzrohres
in einer Reihe vorgesehenen Öffnungen ausgebildet ist und in situ mit diesen Öffnungen
auf das Behandlungsgut weisend sowie mit den Spritzdüsen einer Düsenreihe des äußeren
Spritzrohres fluchtend ausgerichtet ist. Durch das somit vorliegende Düsenrohr aus
zwei konzentrisch ineinander angeordneten Rohren läßt sich erreichen, daß die Zeitintervalle
zur Reinigung und Inspektion der Spritzdüsen um die Anzahl der Düsenreihen - vorzugsweise
vier im Winkelmaß von 90° vorgesehene Düsenreihen - verlängert wird. Denn entweder
wird das gegenüber dem inneren Rohr mittels O-Ringdichtungen abgedichtete äußere Rohr,
d.h. Spritzrohr in präventiv festgelegten Zeitabständen oder bei Strömungen mit einer
bisher nicht benutzten Düsenreihe in eine Deckungslage mit den Öffnungen des Innenrohres
gebracht, die die Beiz- oder Spülflüssigkeit auf die Spritzdüsen des äußeren Spritzrohres
verteilen. Sofern abweichend von festgelegten Intervallen aufgrund von festgestellten
Verstopfungen der Spritzdüsen einer Düsenreihe eine frühere Düsen-Neuorientierung
erforderlich sein sollte, geschieht dies in gleicher einfacher Weise durch Verdrehen
des äußeren Spritzrohres, bis eine neue, bisher nicht aktive Düsenreihe in Deckungslage
mit den Öffnungen des Innenrohres kommt. Dieses Inbetriebbringen einer sauberen Düsenreihe
gegen eine vermutlich verschmutzte Düsenreihe kann - je nach Konstruktion - während
des Betriebes oder in einem allenfalls kurzen Stillstand der Beizanlage durchgeführt
werden.
[0006] Nach einer Ausführung der Erfindung ist einerseits das äußere Spritzrohr mit einem
Behälterflansch drehbar in einer Behälterwandung gelagert und andererseits das Innenrohr
an der gegenüberliegenden Behälterwandung angeflanscht und mit der Flüssigkeitsversorgung
verbunden. Die somit in einem engen Verbund ineinandergesteckten, jeweils nur einseitig
angeflanschten Rohre erlauben nach der vollständigen Ausnutzung aller vorhandenen
Düsenreihen auch einen schnellen Austausch des Spritzrohres. Denn dieses braucht lediglich
einseitig aus seiner Halterung in der Behälterwandung gelöst und dann von dem Innenrohr
abgezogen zu werden. Ein Austauschrohr kann dann sofort auf das in seiner Position
verbleibende Innenrohr gesteckt und drehbar angeflanscht werden.
[0007] Ein Vorschlag der Erfindung sieht vor, daß die Öffnungen des Innenrohres als Langlöcher
ausgebildet sind. Selbst dann, wenn sich in diesen Öffnungen Zunder- oder Schlammpartikel
ansammeln sollten, ist aufgrund des großen Querschnitts gewährleistet, daß die Flüssigkeit
über diese Verteilung doch zu den Spritzdüsen der komplementären Düsenreihe des äußeren
Spritzrohres gelangt. Die Ausgestaltung der Öffnungen des Innenrohres als Langlöcher
ist auch dann vorteilhaft, wenn das Innenrohr ebenfalls drehbar gelagert wird. Die
Verstellbarkeit auch des Innenrohres böte Variationsmöglichkeiten bei der Einstellung
des Düsenwinkels zum Behandlungsgut. Ein verwendetes drehbares Innenrohr könnte weiterhin
mehr als eine Reihe von Öffnungen besitzen, wobei der Winkelabstand von denen der
Düsenreihen des äußeren Spritzrohres abweichen müßte, so daß sich gezielt immer nur
eine Düsenreihe mit Flüssigkeit versorgen läßt.
[0008] Wenn vorteilhaft Spritz- und Innenrohr jeweils mit den Düsenreihen bzw. der Reihe
der Öffnungen zugeordneten Positionsanzeigern versehen sind, kann eine Bedienungsperson
sofort erkennen, welche Düsenreihe des äußeren Spritzrohrs momentan den Öffnungen
des Innenrohres zugeordnet ist.
[0009] Weitere Einzelheiten und Vorteile der Erfindung ergeben sich aus den Ansprüchen und
der nachfolgenden Beschreibung eines in den Zeichnungen dargestellten Ausführungsbeispiels
der Erfindung. Es zeigen:
- Fig. 1
- als Einzelheit eines als solchen hinlänglich bekannten Beiz- oder Spülbehälters in
perspektivischer Darstellung vor dem Zusammenbau und der Montage zwei in situ ineinanderzusteckende
und an gegenüberliegenden Behälterflanschen einzusetzende, komplementäre Rohre;
- Fig. 2
- einen Querschnitt durch das äußere, in Fig. 1 obere, vier Düsenreihen aufweisende
Düsenrohr;
- Fig. 3
- einen Querschnitt durch das aus zwei Rohren bestehende Düsenrohr nach dem Aufstecken
des äußeren Spritzrohres auf das in Fig. 1 unten gezeigte Innenrohr; und
- Fig. 4
- als Einzelheit der zusammengebauten Düsenrohr-Anordnung deren Anflanschung an eine
Behälterwandung, vom Flansch des äußeren Düsenrohres her gesehen.
[0010] Ein nach der Montage und dem Einbau in einen weiter nicht dargestellten Beiz- oder
Spülbehälter aus ineinandergesteckten Einzelrohren bestehendes Düsenrohr 1 (vgl. Fig.
3) umfaßt gemäß Fig. 1 ein äußeres Spritzrohr 2 und ein Innenrohr 3. Das Spritzrohr
2 besitzt vier im Winkelabstand von 90° angeordnete, jeweils zahlreiche Spritzdüsen
4 aufweisende Düsenreihen I bis IV (vgl. die Fig. 2 und 3). Das Spritzrohr 4 ist an
seinem einen Ende offen und an seinem anderen Ende geschlossen. An dem geschlossenen
Ende ist es mit einem vorgelagerten Flansch 5 versehen, der mit einer jeden Düsenreihe
I bis IV zugeordneten Positionsanzeigern 6 versehen ist. Mit diesem Flanschende ist
das Spritzrohr drehbar am Behälterflansch 7 der einen Behälterwandung 8 gelagert (vgl.
Fig. 4).
[0011] Das in Fig. 1 unten gezeigte Innenrohr 3 ist mit in einer Reihe angeordneten, im
Ausführungsbeispiel als Langlöcher ausgebildeten Öffnungen 9 versehen. Während das
in das Spritzrohr 2 eintauchende Ende des Innenrohres 3 mit einem Deckel 10 verschlossen
ist, befindet sich an seinem anderen Ende ein Flansch 11, der fest mit der dem Behälterflansch
7 für das äußere Spritzrohr 2 gegenüberliegenden Behälterwandung und dem dortigen
Rohrleitungsflansch zur Flüssigkeitsversorgung 12 verbunden ist.
[0012] Im Betriebszustand umschließt das auf das Innenrohr 3 gesteckte äußere Spritzrohr
4 das Innenrohr 3 mit einem engen, durch O-Ringe abgedichteten Sitz (vgl. Fig. 3).
Das Innenrohr 3 wurde zuvor so montiert, daß seine Öffnungen 9 auf das Behandlungsgut
(nicht dargestellt) gerichtet sind. Das aufgesteckte äußere Spritzrohr 4 wird danach
so verstellt, daß eine der Düsenreihen I bis IV in eine Dekkungslage mit den Öffnungen
9 des Innenrohres 3 kommt, d.h. diese fluchten mit den Spritzdüsen 4 der eingesetzten
Düsenreihe, wie in Fig. 3 für die Düsenreihe III gezeigt. Die jeweilige Zuordnung
der zum Betrieb gerade verwendeten Düsenreihe ermöglichen die am Flansch 5 des äußeren
Spritzrohres 4 angebrachten Positionsanzeiger 6, die bis auf einen die Reihe der Öffnungen
9 des Innenrohres 3 angebenden Positionsanzeiger 13 (vgl. Fig. 4) verstellt werden
müssen. Es ist somit in einfacher Weise möglich, entweder in vorbestimmten Zeitintervallen
oder bei ermittelten Verstopfungen von Spritzdüsen einer in die Betriebslage gestellten
Düsenreihe durch lediglich Verdrehen des äußeren Spritzrohres 4 eine saubere Düsenreihe
in Einsatz zu bringen.
1. Vorrichtung zum Aufspritzen von Beiz- oder Spülflüssigkeit auf ein langgestrecktes,
metallisches Behandlungsgut, insbesondere Metallband, umfassend in einem Beizbehälter
oder dergleichen ober- und/oder unterhalb der Transportebene des Behandlungsgutes
in den Behälterwandungen angeordnete, mit Spritzdüsen ausgebildete, an eine Flüssigkeitsversorgung
angeschlossene zylindrische Spritzrohre, die um ihre Längsachse verstellbar sind,
dadurch gekennzeichnet,
daß das Spritzrohr (2) mindestens zwei voneinander beabstandete Düsenreihen (I bis
IV) aufweist und abgedichtet auf einem Innenrohr (3) angeordnet ist, das mit im Längenabstand
der Spritzdüsen (4) des äußeren Spritzrohres (2) in einer Reihe vorgesehenen Öffnungen
(9) ausgebildet ist und in situ mit diesen Öffnungen (9) auf das Behandlungsgut weisend
sowie mit den Spritzdüsen (4) einer Düsenreihe (I bis IV) des äußeren Spritzrohres
(2) fluchtend ausgerichtet ist.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß einerseits das äußere Spritzrohr (2) mit einem Behälterflansch (5) drehbar in
einer Behälterwandung (8) gelagert ist und andererseits das Innenrohr (3) an der gegenüberliegenden
Behälterwandung angeflanscht und mit der Flüssigkeitsversorgung (12) verbunden ist.
3. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Öffnungen (9) des Innenrohres (3) als Langlöcher ausgebildet sind.
4. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet,
daß Spritz- und Innenrohr (2; 3) jeweils mit den Düsenreihen (I bis IV) bzw. der Reihe
der Öffnungen (9) zugeordneten Positionsanzeigern (6; 13) versehen sind.