[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft Tabletten, welche Alkylbenzolsulfonat(e) und Desintegrationshilfsmittel
auf Cellulose-Basis enthalten und zur Gewährleistung besserer Zerfallszeiten bei gleichzeitig
hohen Härten mit einem speziellen Verpackungssystem kombiniert werden. Insbesondere
betrifft die Erfindung solche speziell verpackten Tabletten wie Waschmitteltabletten,
Reinigungsmitteltabletten, Bleichtabletten oder Wasserenthärtertabletten mit Alkylbenzolsulfonat(en)
und Desintegrationshilfsmittel(n) auf Cellulose-Basis.
[0002] Wasch- und Reinigungsmittelzusammensetzungen in Form von Tabletten, sind im Stand
der Technik lange bekannt und breit beschrieben, obwohl diese Angebotsform auf dem
Markt bislang keine herausragende Bedeutung hat. Dies hat seine Ursache darin, daß
die Angebotsform der Tablette neben einer Reihe von Vorteilen auch Nachteile hat,
die sowohl die Herstellung und Verwendung als auch die Verbraucherakzeptanz beeinträchtigen.
Die wesentlichen Vorteile von Tabletten wie der Wegfall des Abmessens der benötigten
Produktmenge durch den Verbraucher, die höhere Dichte und damit der verringerte Verpackungs-
und Lageraufwand und ein nicht zu unterschätzender ästhetischer Aspekt werden dabei
durch Nachteile wie die Dichotomie zwischen akzeptabler Härte und genügend schneller
Desintegration und Auflösung der Tabletten sowie zahlreiche technologische Schwierigkeiten
bei der Herstellung und Verpackung relativiert.
[0003] Insbesondere die Dichotomie zwischen einem genügend harten Tabletten und einer hinreichend
schnellen Zerfallszeit ist dabei ein zentrales Problem. Da hinreichend stabile, d.h.
form- und bruchbeständige Tabletten nur durch verhältnismäßig hohe Preßdrücke hergestellt
werden können, kommt es zu einer starken Verdichtung der Tablettenbestandteile und
zu einer daraus folgenden verzögerten Desintegration der Tablette in der wäßrigen
Flotte und damit zu einer zu langsamen Freisetzung der Aktivsubstanzen im Wasch- bzw.
[0004] Reinigungsvorgang. Die verzögerte Desintegration der Tablett hat weiterhin den Nachteil,
daß sich übliche Waschmitteltabletten nicht über die Einspülkammer von Haushaltswaschmaschinen
einspülen lassen, da die Tabletten nicht in hinreichend schneller Zeit in Sekundärpartikel
zerfallen, die klein genug sind, um aus der Einspülkammer in die Waschtrommel eingespült
zu werden.
[0005] Im Stand der Technik wird oftmals eine gewisse Instabilität von Wasch- und Reinigungsmittel-Inhaltsstoffen,
insbesondere Bleichmitteln, hervorgehoben. Lösungsansätze zu dieser Problematik werden
beispielsweise in der Beschichtung der kristallinen Bleichmittel, in der Zugabe von
Stabilisierungsmitteln während des Herstellprozesses bzw. in einer Kombination dieser
beiden Maßnahmen gesehen. Der zur Stabilisierung und/oder Beschichtung von Bleichmitteln
existierende Technik befaßt sich nicht mit der Dichotomie zwischen Härte und Zerfallszeiten
von Wasch- und Reinigungsmitteltabletten. Probleme, die die Inkorporation bestimmter
Aniontenside in Wasch- und Reinigungsmitteltabletten mit sich bringt, insbesondere,
wenn diese Desintegrationsmittel auf Cellulosebasis enthalten, sind bislang im Stand
der Technik weder gewürdigt, noch werden Lösungsansätze beschrieben.
[0006] Ein interessanter Ansatz, um die Stabilität von Natriumpercarbonat über längere Lagerzeiten
hinweg zu gewährleisten, wird in der
EP-B-0 634 484 (Procter & Gamble) gegeben: In dieser Schrift wird die Kombination aus einer granularen
Waschmittelzusammensetzung und einem Verpackungssystem beschrieben, um Aktivsauerstoff-Verluste
aus dem Percarbonat zu vermeiden. Auch in dieser Schrift finden sich weder Angaben
zu Waschmitteltabletten, noch wird das Problem zu hoher Zerfallszeiten bei hohen Härten
erwähnt.
[0007] Die internationale Patentanmeldung
WO98/40464 (Unilever) beschreibt eine Kombination aus mindestens einer Tablette aus verpreßtem
teilchenförmigen Waschmittel, welche mindestens 24 Stunden in einem Verpackungssystem
mit einer Feuchtigkeitsdurchlässigkeitsrate von weniger als 20 g/m
2/24 h gelagert wird. Nach den Angaben dieser Schrift erhöht sich durch diese Kombination
die Härte der Tabletten bei Lagerung, während die Auflösezeiten sich verringern. Obwohl
die Zerfallszeit der Tabletten nach den Angaben dieser Schrift unter mechanischer
Einwirkung (Rühren) gemessen wird, liegen alle Zerfallszeiten z.T. weit über 2 Minuten.
Solche hohen Zerfallszeiten machen die in dieser Schrift offenbarten Tabletten für
eine Dosierung über die Einspülkammer haushaltsüblicher Waschmaschinen unbrauchbar,
da sie nicht hinreichend schnell zerfallen und sich somit nicht einspülen lassen.
Der Einsatz von Desintegrationshilfsmitteln auf Cellulosebasis wird in dieser Schrift
ebenfalls nicht erwähnt.
[0008] In der
US 4,099,912 (Colgate) werden Kombinationsprodukte auf Basis von Waschmitteltabletten unterschiedlicher
Zusammensetzung offenbart. Die unterschiedlichen Tabletten können je nach Bedarf zu
einem den jeweiligen Bedürfnissen angepaßten Wasch- oder Reinigungsmittel kombiniert
werden. Angaben über die Verpackung dieser Tabletten macht diese Schrift nicht.
[0009] Phosphat- und chlorfreie Waschmitteltabletten sind Gegenstand der
WO95/04804 (La Marina). Die in dieser Schrift offenbarten Tabletten enthalten ebenso wenig Desintegrationshilfsmittel
auf Cellulosebasis wie die in der
WO97/35955 (Kärcher) beschriebenen Reinigungsmitteltabletten auf Basis von Brausesystemen.
[0010] Tabletten, in welchen mikrokristalline bis faserförmige Cellulose eingesetzt wird,
offenbart schließlich die
DE 2321693 (Henkel). Die faserförmige Cellulose wirkt in Abhängigkeit von der Faserlänge beispielsweise
als Bindemittel und wird ohne vorherige Granulation in den Tabletten eingesetzt.
[0011] Der vorliegenden Erfindung lag die Aufgabe zugrunde, die Vorteile des Einsatzes von
Alkylbenzolsulfonaten auch in Wasch- und Reinigungsmitteltabletten zu nutzen, welche
Desintegrationshilfsmittel auf Cellulosebasis enthalten und dabei Tabletten bereitzustellen,
die sich durch hohe Härten bei gleichzeitig kurzen Zerfallszeiten auszeichnen. Neben
der Überwindung dieser Dichotomie zwischen Härte und Zerfallszeit sollten die Tabletten
derart kurze Zerfallszeiten aufweisen, daß eine Dosierung über die Einspülkammer haushaltsüblicher
Waschmaschinen problemlos und rückstandsfrei möglich ist.
[0012] Überraschenderweise wurde nun gefunden, daß sich die oben genannten Aufgaben durch
das Einpacken eines oder mehrerer Alkylbenzolsulfonat- und Cellulose-haltiger Waschmitteltabletten
in spezielle Verpackungssysteme lösen lassen.
[0013] Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist eine Kombination aus (einer) Waschmitteitablette(n);
welche Alkylbenzolsulfonat(e) und Desintegrationshilfsmittel auf Cellulosebasis in
granularer, cogranulierter oder kompaktierter Form, in Mengen von 0,5 bis 10 Gew.-%
enthält/enthalten und einem die Waschmitteltablette(n) enthaltenden Verpackungssystem,
dadurch gekennzeichnet, daß das Verpackungssystem eine Feuchtigkeitsdampfdurchlässigkeitsrate
von 0,1 g/m
2/Tag bis weniger als 20 g/m
2/Tag aufweist, wenn das Verpackungssystem bei 23°C und einer relativen Gleichgewichtsfeuchtigkeit
von 85% gelagert wird.
[0014] Das Verpackungssystem der Kombination aus Waschmitteltablette(n) und Verpackungssystem
weist erfindungsgemäß eine Feuchtigkeitsdampfdurchlässigkeitsrate von 0,1 g/m
2/Tag bis weniger als 20 g/m
2/Tag auf, wenn das Verpackungssystem bei 23°C und einer relativen Gleichgewichtsfeuchtigkeit
von 85% gelagert wird. Die genannten Temperatur- und Feuchtigkeitsbedingungen sind
die Prüfbedingungen, die in der DIN-Norm 53122 genannt werden, wobei laut DIN 53122
minimale Abweichungen zulässig sind (23 ± 1°C, 85 ± 2% rel. Feuchte). Die Feuchtigkeitsdampfdurchlässigkeitsrate
eines gegebenen Verpackungssystems bzw. Materials läßt sich nach weiteren Standardmethoden
bestimmen und ist beispielsweise auch im ASTM-Standard E-96-53T ("Test for measuring
Water Vapor transmission of Materials in Sheet form") und im TAPPI Standard T464 m-45
("Water Vapor Permeability of Sheet Materials at high temperature an Humidity") beschrieben.
Das Meßprinzip gängiger Verfahren beruht dabei auf der Wasseraufnahme von wasserfreiem
Calciumchlorid, welches in einem Behälter in der entsprechenden Atmosphäre gelagert
wird, wobei der Behälter an der Oberseite mit dem zu testenden Material verschlossen
ist. Aus der Oberfläche des Behälters, die mit dem zu testenden Material verschlossen
ist (Permeationsfläche), der Gewichtszunahme des Calciumchlorids und der Expositionszeit
läßt sich die Feuchtigkeitsdampfdurchlässigkeitsrate nach

berechnen, wobei A die Fläche des zu testenden Materials in cm
2, x die Gewichtszunahme des Calciumchlorids in g und y die Expositionszeit in h bedeutet.
[0015] Die relative Gleichgewichtsfeuchtigkeit, oft als "relative Luftfeuchtigkeit" bezeichnet,
beträgt bei der Messung der Feuchtigkeitsdampfdurchlässigkeitsrate im Rahmen der vorliegenden
Erfindung 85% bei 23°C. Die Aufnahmefähigkeit von Luft für Wasserdampf steigt mit
der Temperatur bis zu einem jeweiligen Höchstgehalt, dem sogenannten Sättigungsgehalt,
an und wird in g/m
3 angegeben. So ist beispielsweise 1 m
3 Luft von 17° mit 14,4 g Wasserdampf gesättigt, bei einer Temperatur von 11° liegt
eine Sättigung schon mit 10 g Wasserdampf vor. Die relative Luftfeuchtigkeit ist das
in Prozent ausgedrückte Verhältnis des tatsächlich vorhandenen Wasserdampf-Gehalts
zu dem der herrschenden Temperatur entsprechenden Sättigungs-Gehalt. Enthält beispielsweise
Luft von 17° 12 g/m
3 Wasserdampf, dann ist die relative Luftfeuchtigkeit = (12/14,4)·100 = 83%. Kühlt
man diese Luft ab, dann wird die Sättigung (100% r. L.) beim sogenannten Taupunkt
(im Beispiel: 14°) erreicht, d.h., bei weiterem Abkühlen bildet sich ein Niederschlag
in Form von Nebel (Tau). Zur quantitativen Bestimmung der Feuchtigkeit benutzt man
Hygrometer und Psychrometer.
[0016] Die relative Gleichgewichtsfeuchtigkeit von 85% bei 23°C läßt sich beispielsweise
in Laborkammern mit Feuchtigkeitskontrolle je nach Gerätetyp auf +/- 2% r.L. genau
einstellen. Auch über gesättigten Lösungen bestimmter Salze bilden sich in geschlossenen
Systemen bei gegebener Temperatur konstante und wohldefinierte relative Luftfeuchtigkeiten
aus, die auf dem Phasen-Gleichgewicht zwischen Partialdruck des Wassers, gesättigter
Lösung und Bodenkörper beruhen.
[0017] Die erfindungsgemäßen Kombinationen aus Waschmitteltabletten und Verpackungssystem
können selbstverständlich ihrerseits in Sekundärverpackungen, beispielsweise Kartonagen
oder Trays, verpackt werden, wobei an die Sekundärverpackung keine weiteren Anforderungen
gestellt werden müssen. Die Sekundärverpackung ist demnach möglich, aber nicht notwendig.
[0018] Im Rahmen der vorliegenden Erfindung bevorzugte Verpackungssysteme weisen eine Feuchtigkeitsdampfdurchlässigkeitsrate
von 0,5 g/m
2/Tag bis weniger als 15 g/m
2/Tag auf.
[0019] Das Verpackungssystem der erfindungsgemäßen Kombination umschließt je nach Ausführungsform
der Erfindung eine oder mehrere Waschmitteltabletten. Es ist dabei erfindungsgemäß
bevorzugt, entweder eine Tablette derart zu gestalten, daß er eine Anwendungseinheit
des Wasch- und Reinigungsmittels umfaßt, und diese Tablette einzeln zu verpacken,
oder die Zahl an Tabletten in eine Verpackungseinheit einzupacken, die in Summe eine
Anwendungseinheit umfaßt. Bei einer Solldosierung von 80 g Wasch- und Reinigungsmittel
ist es also erfindungsgemäß möglich, eine 80 g schweren Tablette herzustellen und
einzeln zu verpacken, es ist erfindungsgemäß aber auch möglich, zwei je 40 g schwere
Waschmitteltabletten in eine Verpackung einzupacken, um zu einer erfindungsgemäßen
Kombination zu gelangen. Dieses Prinzip läßt sich selbstverständlich erweitern, so
daß erfindungsgemäß Kombinationen auch drei, vier, fünf oder noch mehr Waschmitteltabletten
in einer Verpackungseinheit enthalten können. Selbstverständlich können zwei oder
mehr Tabletten in einer Verpackung unterschiedliche Zusammensetzungen aufweisen. Auf
diese Weise ist es möglich, bestimmte Komponenten räumlich voneinander zu trennen,
um beispielsweise Stabilitätsprobleme zu vermeiden.
[0020] Das Verpackungssystem der erfindungsgemäßen Kombination kann aus den unterschiedlichsten
Materialien bestehen und beliebige äußere Formen annehmen. Aus ökonomischen Gründen
und aus Gründen der leichteren Verarbeitbarkeit sind allerdings Verpackungssysteme
bevorzugt, bei denen das Verpackungsmaterial ein geringes Gewicht hat, leicht zu verarbeiten
und kostengünstig ist. In erfindungsgemäß bevorzugten Kombinationen besteht das Verpackungssystem
aus einem Sack oder Beutel aus. einschichtigem oder laminiertem Papier und/oder Kunststoffolie.
[0021] Dabei kann/können die Waschmitteltablette unsortiert, d.h. als lose Schüttung, in
einen Beutel aus den genannten Materialien gefüllt werden. Es ist aber aus ästhetischen
Gründen und zur Sortierung der Kombinationen in Sekundärverpackungen bevorzugt, die
Waschmitteltablette einzeln oder zu mehreren sortiert in Säcke oder Beutel zu füllen.
Für einzelne Anwendungseinheiten der Waschmitteltabletten, die sich in einem Sack
oder Beutel befinden, hat sich in der Technik der Begriff "flow pack" eingebürgert.
Solche "flow packs" können dann - wiederum vorzugsweise sortiert - optional in Umverpackungen
verpackt werden, was die kompakte Angebotsform der Tablette unterstreicht.
[0022] Die bevorzugt als Verpackungssystem einzusetzenden Säcke bzw. Beutel aus einschichtigem
oder laminiertem Papier bzw. Kunststoffolie können auf die unterschiedlichste Art
und Weise gestaltet werden, beispielsweise als aufgeblähte Beutel ohne Mittelnaht
oder als Beutel mit Mittelnaht, welche durch Hitze (Heißverschmelzen), Klebstoffe
oder Klebebänder verschlossen werden. Einschichtige Beutel- bzw. Sackmaterialien sind
die bekannten Papiere, die gegebenenfalls imprägniert sein können, sowie Kunststoffolien,
welche gegebenenfalls coextrudiert sein können. Kunststoffolien, die im Rahmen der
vorliegenden Erfindung als Verpackungssystem eingesetzt werden können, sind beispielsweise
in
Hans Domininghaus "Die Kunststoffe und ihre Eigenschaften", 3. Auflage, VDI Verlag,
Düsseldorf, 1988, Seite 193, angegeben. Die dort gezeigte Abbildung 111 gibt gleichzeitig Anhaltspunkte zur Wasserdampfdurchlässigkeit
der genannten Materialien.
[0023] Im Rahmen der vorliegenden Erfindung besonders bevorzugte Kombinationen enthalten
als Verpackungssystem einen Sack oder Beutel aus einschichtiger oder laminierter Kunststoffolie
mit einer Dicke von 10 bis 200 µm, vorzugsweise von 20 bis 100 µm und insbesondere
von 25 bis 50 µm.
[0024] Obwohl es möglich ist, neben den genannten Folien bzw. Papieren auch wachsbeschichtete
Papiere in Form von Kartonagen als Verpackungssystem für die Waschmitteltablette einzusetzen,
ist es im Rahmen der vorliegenden Erfindung bevorzugt, wenn das Verpackungssystem
keine Kartons aus wachsbeschichtetem Papier umfaßt. Der Begriff "Verpackungssystem
kennzeichnet dabei im Rahmen der vorliegenden Erfindung immer die Primärverpackung
der Tabletten, d.h. die Verpackung, die an ihrer Innenseite direkt mit der Tablettenoberfläche
in Kontakt ist. An eine optionale Sekundärverpackung werden keinerlei Anforderungen
gestellt, so daß hier alle üblichen Materialien und Systeme eingesetzt werden können.
[0025] Wie bereits weiter oben erwähnt, enthalten die Waschmitteltabletten der erfindungsgemäßen
Kombination je nach ihrem Verwendungszweck weitere Inhaltsstoffe von Wasch- und Reinigungsmitteln
in variierenden Mengen. Unabhängig vom Verwendungszweck der Tabletten ist es erfindungsgemäß
bevorzugt, daß die Waschmitteltabletten eine relative Gleichgewichtsfeuchtigkeit von
weniger als 30% bei 35°C aufweist/aufweisen.
[0026] Die relative Gleichgewichtsfeuchtigkeit der Waschmitteltablette kann dabei nach gängigen
Methoden bestimmt werden, wobei im Rahmen der vorliegenden Untersuchungen folgende
Vorgehensweise gewählt wurde: Ein wasserundurchlässiges 1-Liter-Gefäß mit einem Deckel,
welcher eine verschließbare Öffnung für das Einbringen von Proben aufweist, wurde
mit insgesamt 300 g Waschmitteltabletten befüllt und 24 h bei konstant 23°C gehalten,
um eine gleichmäßige Temperatur von Gefäß und Substanz zu gewährleisten- Der Wasserdampfdruck
im Raum über den Tabletten kann dann mit einem Hygrometer (Hygrotest 6100, Testoterm
Ltd., England) bestimmt werden. Der Wasserdampfdruck wird nun alle 10 Minuten gemessen,
bis zwei aufeinanderfolgende Werte keine Abweichung zeigen (Gleichgewichtsfeuchtigkeit).
Das o.g. Hygrometer erlaubt eine direkte Anzeige der aufgenommenen Werte in % relativer
Feuchtigkeit.
[0027] In im Rahmen der vorliegenden Erfindung bevorzugten Kombinationen enthält/enthalten
die Waschmitteltablette(n) weitere(s) Tensid(e) und Gerüststoff(e).
[0028] Um den Zerfall der erfindungsgemäßen Waschmitteltabletten zu erleichtern, enthalten
diese ein Desintegrationshilfsmittel auf Cellulosebasis. Reine Cellulose weist die
formale Bruttozusammensetzung (C
6H
10O
5)
n auf und stellt formal betrachtet ein β-1,4-Polyacetal von Cellobiose dar, die ihrerseits
aus zwei Molekülen Glucose aufgebaut ist. Geeignete Cellulosen bestehen dabei aus
ca. 500 bis 5000 Glucose-Einheiten und haben demzufolge durchschnittliche Molmassen
von 50.000 bis 500.000. Als Desintegrationsmittel auf Cellulosebasis verwendbar sind
im Rahmen der vorliegenden Erfindung auch Cellulose-Derivate, die durch polymeranaloge
Reaktionen aus Cellulose erhältlich sind. Solche chemisch modifizierten Cellulosen
umfassen dabei beispielsweise Produkte aus Veresterungen bzw. Veretherungen, in denen
Hydroxy-Wasserstoffatome substituiert wurden. Aber auch Cellulosen, in denen die Hydroxy-Gruppen
gegen funktionelle Gruppen, die nicht über ein Sauerstoffatom gebunden sind, ersetzt
wurden, lassen sich als Cellulose-Derivate einsetzen. In die Gruppe der Cellulose-Derivate
fallen beispielsweise Alkalicellulosen, Carboxymethylcellulose (CMC), Celluloseester
und -ether sowie Aminocellulosen.
[0029] Die genannten Cellulosederivate werden vorzugsweise nicht allein als Desintegrationsmittel
auf Cellulosebasis eingesetzt, sondern in Mischung mit Cellulose verwendet. Der Gehalt
dieser Mischungen an Cellulosederivaten beträgt vorzugsweise unterhalb 50 Gew.-%,
besonders bevorzugt unterhalb 20 Gew.-%, bezogen auf das Desintegrationsmittel auf
Cellulosebasis. Besonders bevorzugt wird als Desintegrationsmittel auf Cellulosebasis
reine Cellulose eingesetzt, die frei von Cellulosederivaten ist. Die als Desintegrationshilfsmittel
eingesetzte Cellulose wird vorzugsweise nicht in feinteiliger Form eingesetzt, sondern
vor dem Zumischen zu den zu verpressenden Vorgemischen in eine gröbere Form überführt,
beispielsweise granuliert oder kompaktiert. Waschmitteltabletten, die Sprengmittel
in granularer oder gegebenenfalls cogranulierter Form enthalten, werden in der deutschen
Patentanmeldung
DE 197 10 254 (Henkel) beschrieben. Solche Tabletten sind im Rahmen der vorliegenden Erfindung
bevorzugt. Demnach ist erfindungsgemäß eine Kombination besonders bevorzugt, bei der
die Waschmitteltablette(n) das Desintegrationshilfsmittel auf Cellulosebasis in granularer,
cogranulierter oder kompaktierter Form, in Mengen von 3 bis 7 Gew.-% und insbesondere
von 4 bis 6 Gew.-%, jeweils bezogen auf das Tablettengewicht, enthält/enthalten.
[0030] Als weiteres Desintegrationsmittel auf Cellulosebasis oder als Bestandteil dieser
Komponente kann mikrokristalline Cellulose verwendet werden. Diese mikrokristalline
Cellulose wird durch partielle Hydrolyse von Cellulosen unter solchen Bedingungen
erhalten, die nur die amorphen Bereiche (ca. 30% der Gesamt-Cellulosemasse) der Cellulosen
angreifen und vollständig auflösen, die kristallinen Bereiche (ca. 70%) aber unbeschadet
lassen. Eine nachfolgende Desaggregation der durch die Hydrolyse entstehenden mikrofeinen
Cellulosen liefert die mikrokristallinen Cellulosen, die Primärteilchengrößen von
ca. 5 µm aufweisen und beispielsweise zu Granulaten mit einer mittleren Teilchengröße
von 200 µm kompaktierbar sind.
[0031] Als desintegrationsfördernde Systeme werden in Waschmitteltabletten oft auch sogenannte
"Brausesysteme" eingesetzt. Üblicherweise werden in Brausesystemen oligomere Oligocarbonsäuren
wie Bernsteinsäure, Maleinsäure und insbesondere Citronensäure in Kombination mit
Carbonaten oder Hydrogencarbonaten eingesetzt. In bevorzugten Ausführungsformen der
vorliegenden Erfindung ist die Waschmitteltablette allerdings keine "Brausetablette",
d.h. bevorzugte Waschmitteltabletten sind frei von oligomeren Oligocarbonsäuren, insbesondere
Citronensäure.
[0032] Technisch möglich ist auch die Beschichtung der Tablette, mit einem Coating, das
die gesamte Tablette überzieht. Solche beschichteten Waschmitteltabletten können durch
Aufsprühen einer Schmelze oder Lösung des Coatingmaterials auf den Tablettenkörper
oder Eintauchen des Tablettenkörpers in die Schmelze oder Lösung hergestellt werden.
[0033] Durch den erfindungsgemäßen Einsatz des Desintegrationshilfsmittels auf Cellulosebasis
und des Alkylbenzolsulfonats in Kombination mit dem Verpackungssystem und optional
durch den Einsatz von weiteren Desintegrationshilfsmitteln unterstützt (siehe oben),
lassen sich erfindungsgemäß Waschmitteltabletten herstellen, welche bei hohen Härten
in Wasser äußerst schnell in ihre Bestandteile zerfallen.
[0034] Zur Entfaltung der Wasch- bzw. Reinigungsleistung enthalten die erfindungsgemäßen
Kombinationen Alkylbenzolsulfonat(e). Alkylbenzolsulfonate als leistungsstarke anionische
Tenside sind seit den dreißiger Jahren unseres Jahrhunderts bekannt. Damals wurden
durch Monochlorierung von Kogasin-Fraktionen und subsequente Friedel-Crafts-Alkylierung
Alkylbenzole hergestellt, die mit Oleum sulfoniert und mit Natronlauge neutralisiert
wurden. Anfang der fünfziger Jahre wurde zur Herstellung von Alkylbenzolsulfonaten
Propylen zu verzweigtem α-Dodecylen tetramerisiert und das Produkt über eine Friedel-Crafts-Reaktion
unter Verwendung von Aluminiumtrichlorid oder Fluorwasserstoff zum Tetrapropylenbenzol
umgesetzt, das nachfolgend sulfoniert und neutralisiert wurde. Diese ökonomische Möglichkeit
der Herstellung von Tetrapropylenbenzolsulfonaten (TPS) führte zum Durchbruch dieser
Tensidklasse, die nachfolgend die Seifen als Haupttensid in Wasch- und Reinigungsmitteln
verdrängte.
[0035] Aufgrund der mangelnden biologischen Abbaubarkeit von TPS bestand die Notwendigkeit,
neue Alkylbenzolsulfonate darzustellen, die sich durch ein verbessertes ökologische
Verhalten auszeichnen. Diese Erfordernisse werden von linearen Alkylbenzolsulfonaten
erfüllt, welche heute die fast ausschließlich hergestellten Alkylbenzolsulfonate sind
und mit dem Kurzzeichen ABS belegt werden.
[0036] Lineare Alkylbenzolsulfonate werden aus linearen Alkylbenzolen hergestellt, welche
wiederum aus linearen Olefinen zugänglich sind. Hierzu werden großtechnisch Petroleumfraktionen
mit Molekularsieben in die n-Paraffine der gewünschten Reinheit aufgetrennt und zu
den n-Olefinen dehydriert, wobei sowohl α- als auch i-Olefine resultieren. Die entstandenen
Olefine werden dann in Gegenwart saurer Katalysatoren mit Benzol zu den Alkylbenzolen
umgesetzt, wobei die Wahl des Friedel-Crafts-Katalysators einen Einfluß auf die Isomerenverteilung
der entstehenden linearen Alkylbenzole hat: Bei Verwendung von Aluminiumtrichlorid
liegt der Gehalt der 2-Phenyl-Isomere in der Mischung mit den 3-, 4-, 5- und anderen
Isomeren bei ca. 30 Gew.-%, wird hingegen Fluorwasserstoff als Katalysator eingesetzt,
läßt sich der Gehalt an 2-Phenyl-Isomer auf ca. 20 Gew.-% senken. Die Sulfonierung
der linearen Alkylbenzole schließlich gelingt heute großtechnisch mit Oleum, Schwefelsäure
oder gasförmigem Schwefeltrioxid, wobei letzteres die weitaus größte Bedeutung hat.
Zur Sulfonierung werden spezielle Film- oder Rohrbündelreaktoren eingesetzt, die als
Produkt eine 97 Gew.-%ige Alkylbenzolsulfonsäure (ABSS) liefern, die so vermarktet
oder mit NaOH zu wäßrigen ABS-Pasten mit Aktivsubstanzgehalten um die 60 Gew.-% neutralisiert
wird, welche dann in den Handel gelangen.
[0037] Durch Wahl des Neutralisationsmittels lassen sich aus den ABSS die unterschiedlichsten
Salze, d.h. Alkylbenzolsulfonate, gewinnen. Aus Gründen der Ökonomie ist es hierbei
bevorzugt, die Alkalimetallsalze und unter diesen bevorzugt die Natriumsalze der ABSS
herzustellen und einzusetzen. Diese lassen sich durch die allgemeine Formel I beschreiben:

in der die Summe aus x und y üblicherweise zwischen 5 und 13 liegt. Im Rahmen der
vorliegenden Erfindung sind Kombinationen bevorzugt, in denen die Waschmitteltabletten
die Alkalimetall-, vorzugsweise Natriumsalze, von C
8-16-, vorzugsweise C
9-13-Alkybenzolsulfonsäuren enthalten, die sich von Alkylbenzolen ableiten, welche einen
Tetralingehalt unter 5 Gew.-%, bezogen auf das Alkylbenzol, aufweisen.
[0038] Weiterhin bevorzugt ist es, in den erfindungsgemäßen Kombinationen Alkylbenzolsulfonate
zu verwenden, deren Alkylbenzole nach dem HF-Verfahren hergestellt wurden, so daß
Kombinationen bevorzugt sind, bei denen die Alkylbenzolsulfonat-Compounds die Alkalimetall-,
vorzugsweise Natriumsalze, von C
8-16-, vorzugsweise C
9-13-Alkybenzolsulfonsäuren enthalten, welche einen Gehalt an 2-Phenyl-Isomer unter 22
Gew.-%, bezogen auf die Alkylbenzolsulfonsäure, aufweisen.
[0039] In den erfindungsgemäßen Kombinationen enthält/enthalten die Waschmitteltablette(n)
die Alkylbenzolsulfonate in Mengen vorzugsweise von 0,5 bis 30 Gew.-%, sehr bevorzugt
von 1 bis 25 Gew.-%, besonders bevorzugt von 2 bis 20 Gew.-% und insbesondere von
5 bis 15 Gew.-%, jeweils bezogen auf das Tablettengewicht.
[0040] Neben den Alkylbenzolsulfonaten können die Waschmitteltabletten in den erfindungsgemäßen
Kombination weitere grenzflächenaktive Substanzen (Tenside) enthalten, die vorzugsweise
aus den Gruppen der anionischen und/oder nichtionischen Tenside stammen. Der Gesamttensidgehalt
der Tabletten liegt bei 5 bis 60 Gew.-%, bezogen auf das Tablettengewicht, wobei Tensidgehalte
über 15 Gew.-% bevorzugt sind.
[0041] Als anionische Tenside werden beispielsweise solche vom Typ der Sulfonate und Sulfate
eingesetzt. Als Tenside vom Sulfonat-Typ kommen dabei beispielsweise auch Olefinsulfonate,
d.h. Gemische aus Alken- und Hydroxyalkansulfonaten sowie Disulfonaten, wie man sie
beispielsweise aus C
12-18-Monoolefinen mit end- oder innenständiger Doppelbindung durch Sulfonieren mit gasförmigem
Schwefeltrioxid und anschließende alkalische oder saure Hydrolyse der Sulfonierungsprodukte
erhält, in Betracht. Geeignet sind auch Alkansulfonate, die aus C
12-18-Alkanen beispielsweise durch Sulfochlorierung oder Sulfoxidation mit anschließender
Hydrolyse bzw. Neutralisation gewonnen werden. Ebenso sind auch die Ester von α-Sulfofettsäuren
(Estersulfonate), z.B. die α-sulfonierten Methylester der hydrierten Kokos-, Palmkem-
oder Talgfettsäuren geeignet.
[0042] Weitere geeignete Aniontenside sind sulfierte Fettsäureglycerinester. Unter Fettsäureglycerinestem
sind die Mono-, Di- und Triester sowie deren Gemische zu verstehen, wie sie bei der
Herstellung durch Veresterung von einem Monoglycerin mit 1 bis 3 Mol Fettsäure oder
bei der Umesterung von Triglyceriden mit 0,3 bis 2 Mol Glycerin erhalten werden. Bevorzugte
sulfierte Fettsäureglycerinester sind dabei die Sulfierprodukte von gesättigten Fettsäuren
mit 6 bis 22 Kohlenstoffatomen, beispielsweise der Capronsäure, Caprylsäure, Caprinsäure,
Myristinsäure, Laurinsäure, Palmitinsäure, Stearinsäure oder Behensäure.
[0043] Als Alk(en)ylsulfate werden die Alkali- und insbesondere die Natriumsalze der Schwefelsäurehalbester
der C
12-C
18-Fettalkohole, beispielsweise aus Kokosfettalkohol, Talgfettalkohol, Lauryl-, Myristyl-,
Cetyl- oder Stearylalkohol oder der C
10-C
20-Oxoalkohole und diejenigen Halbester sekundärer Alkohole dieser Kettenlängen bevorzugt.
Weiterhin bevorzugt sind Alk(en)ylsulfate der genannten Kettenlänge, welche einen
synthetischen, auf petrochemischer Basis hergestellten geradkettigen Alkylrest enthalten,
die ein analoges Abbauverhalten besitzen wie die adäquaten Verbindungen auf der Basis
von fettchemischen Rohstoffen. Aus waschtechnischem Interesse sind die C
12-C
16-Alkylsulfate und C
12-C
15-Alkylsulfate sowie C
14-C
15-Alkylsulfate bevorzugt. Auch 2,3-Alkylsulfate, welche beispielsweise gemäß den US-Patentschriften
3,234,258 oder 5,075,041 hergestellt werden und als Handelsprodukte der Shell Oil
Company unter dem Namen DAN® erhalten werden können, sind geeignete Aniontenside.
[0044] Auch die Schwefelsäuremonoester der mit 1 bis 6 Mol Ethylenoxid ethoxylierten geradkettigen
oder verzweigten C
7-21-Alkohole, wie 2-Methyl-verzweigte C
9-11-Alkohole mit im Durchschnitt 3,5 Mol Ethylenoxid (EO) oder C
12-18-Fettalkohole mit 1 bis 4 EO, sind geeignet. Sie werden in Reinigungsmitteln aufgrund
ihres hohen Schaumverhaltens nur in relativ geringen Mengen, beispielsweise in Mengen
von 1 bis 5 Gew.-%, eingesetzt.
[0045] Weitere geeignete Aniontenside sind auch die Salze der Alkylsulfobernsteinsäure,
die auch als Sulfosuccinate oder als Sulfobernsteinsäureester bezeichnet werden und
die Monoester und/oder Diester der Sulfobemsteinsäure mit Alkoholen, vorzugsweise
Fettalkoholen und insbesondere ethoxylierten Fettalkoholen darstellen. Bevorzugte
Sulfosuccinate enthalten C
8-18-Fettalkoholreste oder Mischungen aus diesen. Insbesondere bevorzugte Sulfosuccinate
enthalten einen Fettalkoholrest, der sich von ethoxylierten Fettalkoholen ableitet,
die für sich betrachtet nichtionische Tenside darstellen (Beschreibung siehe unten).
Dabei sind wiederum Sulfosuccinate, deren Fettalkohol-Reste sich von ethoxylierten
Fettalkoholen mit eingeengter Homologenverteilung ableiten, besonders bevorzugt. Ebenso
ist es auch möglich, Alk(en)ylbernsteinsäure mit vorzugsweise 8 bis 18 Kohlenstoffatomen
in der Alk(en)ylkette oder deren Salze einzusetzen.
[0046] Als weitere anionische Tenside kommen insbesondere Seifen in Betracht. Geeignet sind
gesättigte Fettsäureseifen, wie die Salze der Laurinsäure, Myristinsäure, Palmitinsäure,
Stearinsäure, hydrierte Erucasäure und Behensäure sowie insbesondere aus natürlichen
Fettsäuren, z.B. Kokos-, Palmkem- oder Talgfettsäuren, abgeleitete Seifengemische.
[0047] Die anionischen Tenside einschließlich der Seifen können in Form ihrer Natrium-,
Kaliumoder Ammoniumsalze sowie als lösliche Salze organischer Basen, wie Mono-, Di-
oder Triethanolamin, vorliegen. Vorzugsweise liegen die anionischen Tenside in Form
ihrer Natrium- oder Kaliumsalze, insbesondere in Form der Natriumsalze vor.
[0048] Als nichtionische Tenside werden vorzugsweise alkoxylierte, vorteilhafterweise ethoxylierte,
insbesondere primäre Alkohole mit vorzugsweise 8 bis 18 C-Atomen und durchschnittlich
1 bis 12 Mol Ethylenoxid (EO) pro Mol Alkohol eingesetzt, in denen der Alkoholrest
linear oder bevorzugt in 2-Stellung methylverzweigt sein kann bzw. lineare und methylverzweigte
Reste im Gemisch enthalten kann, so wie sie üblicherweise in Oxoalkoholresten vorliegen.
Insbesondere sind jedoch Alkoholethoxylate mit linearen Resten aus Alkoholen nativen
Ursprungs mit 12 bis 18 C-Atomen, z.B. aus Kokos-, Palm-, Talgfettoder Oleylalkohol,
und durchschnittlich 2 bis 8 EO pro Mol Alkohol bevorzugt. Zu den bevorzugten ethoxylierten
Alkoholen gehören beispielsweise C
12-14-Alkohole mit 3 EO oder 4 EO, C
9-11-Alkohol mit 7 EO, C
13-15-Alkohole mit 3 EO, 5 EO, 7 EO oder 8 EO, C
12- 18-Alkohole mit 3 EO, 5 EO oder 7 EO und Mischungen aus diesen, wie Mischungen aus C
12-14-Alkohol mit 3 EO und C
12-18-Alkohol mit 5 EO. Die angegebenen Ethoxylierungsgrade stellen statistische Mittelwerte
dar, die für ein spezielles Produkt eine ganze oder eine gebrochene Zahl sein können.
Bevorzugte Alkoholethoxylate weisen eine eingeengte Homologenverteilung auf (narrow
range ethoxylates, NRE). Zusätzlich zu diesen nichtionischen Tensiden können auch
Fettalkohole mit mehr als 12 EO eingesetzt werden. Beispiele hierfür sind Talgfettalkohol
mit 14 EO, 25 EO, 30 EO oder 40 EO.
[0049] Außerdem können als weitere nichtionische Tenside auch Alkylglykoside der allgemeinen
Formel RO(G)
x eingesetzt werden, in der R einen primären geradkettigen oder methylverzweigten,
insbesondere in 2-Stellung methylverzweigten aliphatischen Rest mit 8 bis 22, vorzugsweise
12 bis 18 C-Atomen bedeutet und G das Symbol ist, das für eine Glykoseeinheit mit
5 oder 6 C-Atomen, vorzugsweise für Glucose, steht. Der Oligomerisierungsgrad x, der
die Verteilung von Monoglykosiden und Oligoglykosiden angibt, ist eine beliebige Zahl
zwischen 1 und 10; vorzugsweise liegt x bei 1,2 bis 1,4.
[0050] Eine weitere Klasse bevorzugt eingesetzter nichtionischer Tenside, die entweder als
alleiniges nichtionisches Tensid oder in Kombination mit anderen nichtionischen Tensiden
eingesetzt werden, sind alkoxylierte, vorzugsweise ethoxylierte oder ethoxylierte
und propoxylierte Fettsäurealkylester, vorzugsweise mit 1 bis 4 Kohlenstoffatomen
in der Alkylkette, insbesondere Fettsäuremethylester, wie sie beispielsweise in der
japanischen Patentanmeldung
JP 58/217598 beschrieben sind oder die vorzugsweise nach dem in der internationalen Patentanmeldung
WO-A-90/13533 beschriebenen Verfahren hergestellt werden.
[0051] Auch nichtionische Tenside vom Typ der Aminoxide, beispielsweise N-Kokosalkyl-N,N-dimethylaminoxid
und N-Talgalkyl-N,N-dihydroxyethylaminoxid, und der Fettsäurealkanolamide können geeignet
sein. Die Menge dieser nichtionischen Tenside beträgt vorzugsweise nicht mehr als
die der ethoxylierten Fettalkohole, insbesondere nicht mehr als die Hälfte davon.
[0052] Weitere geeignete Tenside sind Polyhydroxyfettsäureamide der Formel (II),

in der RCO für einen aliphatischen Acylrest mit 6 bis 22 Kohlenstoffatomen, R
1 für Wasserstoff, einen Alkyl- oder Hydroxyalkylrest mit 1 bis 4 Kohlenstoffatomen
und [Z] für einen linearen oder verzweigten Polyhydroxyalkylrest mit 3 bis 10 Kohlenstoffatomen
und 3 bis 10 Hydroxylgruppen steht. Bei den Polyhydroxyfettsäureamiden handelt es
sich um bekannte Stoffe, die üblicherweise durch reduktive Aminierung eines reduzierenden
Zuckers mit Ammoniak, einem Alkylamin oder einem Alkanolamin und nachfolgende Acylierung
mit einer Fettsäure, einem Fettsäurealkylester oder einem Fettsäurechlorid erhalten
werden können.
[0053] Zur Gruppe der Polyhydroxyfettsäureamide gehören auch Verbindungen der Formel (III),

in der R für einen linearen oder verzweigten Alkyl- oder Alkenylrest mit 7 bis 12
Kohlenstoffatomen, R
1 für einen linearen, verzweigten oder cyclischen Alkylrest oder einen Arylrest mit
2 bis 8 Kohlenstoffatomen und R
2 für einen linearen, verzweigten oder cyclischen Alkylrest oder einen Arylrest oder
einen Oxy-Alkylrest mit 1 bis 8 Kohlenstoffatomen steht, wobei C
1-4-Alkyl- oder Phenylreste bevorzugt sind und [Z] für einen linearen Polyhydroxyalkylrest
steht, dessen Alkylkette mit mindestens zwei Hydroxylgruppen substituiert ist, oder
alkoxylierte, vorzugsweise ethoxylierte oder propoxylierte Derivate dieses Restes.
[0054] [Z] wird vorzugsweise durch reduktive Aminierung eines reduzierten Zuckers erhalten,
beispielsweise Glucose, Fructose, Maltose, Lactose, Galactose, Mannose oder xylose.
Die N-Alkoxy- oder N-Aryloxy-substituierten Verbindungen können dann beispielsweise
nach der Lehre der internationalen Anmeldung WO-A-95/07331 durch Umsetzung mit Fettsäuremethylestern
in Gegenwart eines Alkoxids als Katalysator in die gewünschten Polyhydroxyfettsäureamide
überführt werden.
[0055] Im Rahmen der vorliegenden Erfindung sind Kombinationen bevorzugt, in denen die Waschmitteltabletten
anionische(s) und nichtionische(s) Tensid(e) enthalten, wobei anwendungstechnische
Vorteile aus bestimmten Mengenverhältnissen, in denen die einzelnen Tensidklassen
eingesetzt werden, resultieren können.
[0056] So sind beispielsweise Kombinationen besonders bevorzugt, bei denen in den Waschmitteltabletten
das Verhältnis von Aniontensid(en) zu Niotensid(en) zwischen 10:1 und 1:10, vorzugsweise
zwischen 7,5:1 und 1:5 und insbesondere zwischen 5:1 und 1:2 beträgt.
[0057] Es kann aus anwendungstechnischer Sicht Vorteile haben, wenn bestimmte Tensidklassen
in einigen Phasen der Waschmitteltabletten oder in der gesamten Tablette, d.h. in
allen Phasen, nicht enthalten sind. Eine weitere wichtige Ausführungsform der vorliegenden
Erfindung sieht daher vor, daß mindestens eine Phase der Tablette frei von nichtionischen
Tensiden ist.
[0058] Umgekehrt kann aber auch durch den Gehalt einzelner Phasen oder der gesamten Tablette,
d.h. aller Phasen, an bestimmten Tensiden ein positiver Effekt erzielt werden. Das
Einbringen der oben beschriebenen Alkylpolyglycoside hat sich dabei als vorteilhaft
erwiesen, so daß Waschmitteltabletten bevorzugt sind, in denen mindestens eine Phase
der Tablette Alkylpolyglycoside enthält.
[0059] Ähnlich wie bei den nichtionischen Tensiden können auch aus dem Weglassen von anionischen
Tensiden aus einzelnen oder allen Phasen Waschmitteltabletten resultieren, die sich
für bestimmte Anwendungsgebiete besser eignen. Es sind daher im Rahmen der vorliegenden
Erfindung auch Waschmitteltabletten denkbar, bei denen mindestens eine Phase der Tablette
frei von anionischen Tensiden ist.
[0060] In den Waschmitteltabletten der erfindungsgemäßen Kombination können alle üblicherweise
in Wasch- und Reinigungsmitteln eingesetzten Gerüststoffe enthalten sein, insbesondere
also Zeolithe, Silikate, Carbonate, organische Cobuilder und -wo keine ökologischen
Vorurteile gegen ihren Einsatz bestehen- auch die Phosphate.
[0061] Geeignete kristalline, schichtförmige Natriumsilikate besitzen die allgemeine Formel
NaMSi
xO
2x+1 ·H
2O, wobei M Natrium oder Wasserstoff bedeutet, x eine Zahl von 1,9 bis 4 und y eine
Zahl von 0 bis 20 ist und bevorzugte Werte für x 2, 3 oder 4 sind. Derartige kristalline
Schichtsilikate werden beispielsweise in der europäischen Patentanmeldung
EP-A-0 164 514 beschrieben. Bevorzugte kristalline Schichtsilikate der angegebenen Formel sind solche,
in denen M für Natrium steht und x die Werte 2 oder 3 annimmt. Insbesondere sind sowohl
β- als auch δ-Natriumdisilikate Na
2Si
2O
5 · yH
2O bevorzugt, wobei β-Natriumdisilikat beispielsweise nach dem Verfahren erhalten werden
kann, das in der internationalen Patentanmeldung
WO-A-91/08171 beschrieben ist.
[0062] Einsetzbar sind auch amorphe Natriumsilikate mit einem Modul Na
2O : SiO
2 von 1:2 bis 1:3,3, vorzugsweise von 1:2 bis 1:2,8 und insbesondere von 1:2 bis 1:2,6,
welche löseverzögert sind und Sekundärwascheigenschaften aufweisen. Die Löseverzögerung
gegenüber herkömmlichen amorphen Natriumsilikaten kann dabei auf verschiedene Weise,
beispielsweise durch Oberflächenbehandlung, Compoundierung, Kompaktierung/ Verdichtung
oder durch Übertrocknung hervorgerufen worden sein. Im Rahmen dieser Erfindung wird
unter dem Begriff "amorph" auch "röntgenamorph" verstanden. Dies heißt, daß die Silikate
bei Röntgenbeugungsexperimenten keine scharfen Röntgenreflexe liefern, wie sie für
kristalline Substanzen typisch sind, sondern allenfalls ein oder mehrere Maxima der
gestreuten Röntgenstrahlung, die eine Breite von mehreren Gradeinheiten des Beugungswinkels
aufweisen. Es kann jedoch sehr wohl sogar zu besonders guten Buildereigenschaften
führen, wenn die Silikatpartikel bei Elektronenbeugungsexperimenten verwaschene oder
sogar scharfe Beugungsmaxima liefern. Dies ist so zu interpretieren, daß die Produkte
mikrokristalline Bereiche der Größe 10 bis einige Hundert nm aufweisen, wobei Werte
bis max. 50 nm und insbesondere bis max. 20 nm bevorzugt sind. Derartige sogenannte
röntgenamorphe Silikate, welche ebenfalls eine Löseverzögerung gegenüber den herkömmlichen
Wassergläsern aufweisen, werden beispielsweise in der deutschen Patentanmeldung
DE-A- 44 00 024 beschrieben. Insbesondere bevorzugt sind verdichtete/kompaktierte amorphe Silikate,
compoundierte amorphe Silikate und übertrocknete röntgenamorphe Silikate.
[0063] Der eingesetzte feinkristalline, synthetische und gebundenes Wasser enthaltende Zeolith
ist vorzugsweise Zeolith A und/oder P. Als Zeolith P wird Zeolith MAP® (Handelsprodukt
der Firma Crosfield) besonders bevorzugt. Geeignet sind jedoch auch Zeolith X sowie
Mischungen aus A, X und/oder P. Kommerziell erhältlich und im Rahmen der vorliegenden
Erfindung bevorzugt einsetzbar ist beispielsweise auch ein Co-Kristallisat aus Zeolith
X und Zeolith A (ca. 80 Gew.-% Zeolith X), das von der Firma CONDEA Augusta S.p.A.
unter dem Markennamen VEGOBOND AX® vertrieben wird und durch die Formel
nNa
2O · (1-n)K
2O · Al
2O
3 · (2 - 2,5)SiO
2 · (3,5 - 5,5) H
2O
beschrieben werden kann. Der Zeolith kann dabei sowohl als Gerüststoff in einem granularen
Compound eingesetzt, als auch zu einer Art "Abpuderung" der gesamten zu verpressenden
Mischung verwendet werden, wobei üblicherweise beide Wege zur Inkorporation des Zeoliths
in das Vorgemisch genutzt werden. Geeignete Zeolithe weisen eine mittlere Teilchengröße
von weniger als 10 µm (Volumenverteilung; Meßmethode: Coulter Counter) auf und enthalten
vorzugsweise 18 bis 22 Gew.-%, insbesondere 20 bis 22 Gew.-% an gebundenem Wasser.
[0064] Selbstverständlich ist auch ein Einsatz der allgemein bekannten Phosphate als Buildersubstanzen
möglich, sofern ein derartiger Einsatz nicht aus ökologischen Gründen vermieden werden
sollte. Unter der Vielzahl der kommerziell erhältlichen Phosphate haben die Alkalimetallphosphate
unter besonderer Bevorzugung von Pentanatrium- bzw. Pentakaliumtriphosphat (Natrium-
bzw. Kaliumtripolyphosphat) in der Wasch- und Reinigungsmittel-Industrie die größte
Bedeutung.
[0065] Alkalimetallphosphate ist dabei die summarische Bezeichnung für die Alkalimetall-
(insbesondere Natrium- und Kalium-) -Salze der verschiedenen Phosphorsäuren, bei denen
man Metaphosphorsäuren (HPO
3)
n und Orthophosphorsäure H
3PO
4 neben höhermolekularen Vertretern unterscheiden kann. Die Phosphate vereinen dabei
mehrere Vorteile in sich: Sie wirken als Alkaliträger, verhindern Kalkbeläge auf Maschinenteilen
bzw. Kalkinkrustationen in Geweben und tragen überdies zur Reinigungsleistung bei.
[0066] Natriumdihydrogenphosphat, NaH
2PO
4, existiert als Dihydrat (Dichte 1,91 gcm
-3, Schmelzpunkt 60°) und als Monohydrat (Dichte 2,04 gcm
-3). Beide Salze sind weiße, in Wasser sehr leicht lösliche Pulver, die beim Erhitzen
das Kristallwasser verlieren und bei 200°C in das schwach saure Diphosphat (Dinatriumhydrogendiphosphat,
Na
2H
2P
2O
7), bei höherer Temperatur in Natiumtrimetaphosphat (Na
3P
3O
9) und Maddrellsches Salz (siehe unten), übergehen. NaH
2PO
4 reagiert sauer; es entsteht, wenn Phosphorsäure mit Natronlauge auf einen pH-Wert
von 4,5 eingestellt und die Maische versprüht wird. Kaliumdihydrogenphosphat (primäres
oder einbasiges Kaliumphosphat, Kaliumbiphosphat, KDP), KH
2PO
4, ist ein weißes Salz der Dichte 2,33 gcm
-3, hat einen Schmelzpunkt 253° [Zersetzung unter Bildung von Kaliumpolyphosphat (KPO
3)
x] und ist leicht löslich in Wasser.
[0067] Dinatriumhydrogenphosphat (sekundäres Natriumphosphat), Na
2HPO
4, ist ein farbloses, sehr leicht wasserlösliches kristallines Salz. Es existiert wasserfrei
und mit 2 Mol. (Dichte 2,066 gcm
-3, Wasserverlust bei 95°), 7 Mol. (Dichte 1,68 gcm
-3, Schmelzpunkt 48° unter Verlust von 5 H
2O) und 12 Mol. Wasser (Dichte 1,52 gcm
-3, Schmelzpunkt 35° unter Verlust von 5 H
2O), wird bei 100° wasserfrei und geht bei stärkerem Erhitzen in das Diphosphat Na
4P
2O
7 über. Dinatriumhydrogenphosphat wird durch Neutralisation von Phosphorsäure mit Sodalösung
unter Verwendung von Phenolphthalein als Indikator hergestellt. Dikaliumhydrogenphosphat
(sekundäres od. zweibasiges Kaliumphosphat), K
2HPO
4, ist ein amorphes, weißes Salz, das in Wasser leicht löslich ist.
[0068] Trinatriumphosphat, tertiäres Natriumphosphat, Na
3PO
4, sind farblose Kristalle, die als Dodecahydrat eine Dichte von 1,62 gcm
-3 und einen Schmelzpunkt von 73-76°C (Zersetzung), als Decahydrat (entsprechend 19-20%
P
2O
5) einen Schmelzpunkt von 100°C und in wasserfreier Form (entsprechend 39-40% P
2O
5) eine Dichte von 2,536 gcm
-3 aufweisen. Trinatriumphosphat ist in Wasser unter alkalischer Reaktion leicht löslich
und wird durch Eindampfen einer Lösung aus genau 1 Mol Dinatriumphosphat und 1 Mol
NaOH hergestellt. Trikaliumphosphat (tertiäres oder dreibasiges Kaliumphosphat), K
3PO
4, ist ein weißes, zerfließliches, körniges Pulver der Dichte 2,56 gcm
-3, hat einen Schmelzpunkt von 1340° und ist in Wasser mit alkalischer Reaktion leicht
löslich. Es entsteht z.B. beim Erhitzen von Thomasschlacke mit Kohle und Kaliumsulfat.
Trotz des höheren Preises werden in der Reinigungsmittel-Industrie die leichter löslichen,
daher hochwirksamen, Kaliumphosphate gegenüber entsprechenden Natrium-Verbindungen
vielfach bevorzugt.
[0069] Tetranatriumdiphosphat (Natriumpyrophosphat), Na
4P
2O
7, existiert in wasserfreier Form (Dichte 2,534 gcm
-3, Schmelzpunkt 988°, auch 880° angegeben) und als Decahydrat (Dichte 1,815-1,836 gcm
-3, Schmelzpunkt 94° unter Wasserverlust). Bei Substanzen sind farblose, in Wasser mit
alkalischer Reaktion lösliche Kristalle. Na
4P
2O
7 entsteht beim Erhitzen von Dinatriumphosphat auf>200° oder indem man Phosphorsäure
mit Soda im stöchiometrischem Verhältnis umsetzt und die Lösung durch Versprühen entwässert.
Das Decahydrat komplexiert Schwermetall-Salze und Härtebildner und verringert daher
die Härte des Wassers. Kaliumdiphosphat (Kaliumpyrophosphat), K
4P
2O
7, existiert in Form des Trihydrats und stellt ein farbloses, hygroskopisches Pulver
mit der Dichte 2,33 gcm
-3 dar, das in Wasser löslich ist, wobei der pH-Wert der 1%igen Lösung bei 25° 10,4
beträgt.
[0070] Durch Kondensation des NaH
2PO
4 bzw. des KH
2PO
4 entstehen höbermol. Natrium- und Kaliumphosphate, bei denen man cyclische Vertreter,
die Natrium- bzw. Kaliummetaphosphate und kettenförmige Typen, die Natrium- bzw. Kaliumpolyphosphate,
unterscheiden kann. Insbesondere für letztere sind eine Vielzahl von Bezeichnungen
in Gebrauch: Schmelz- oder Glühphosphate, Grahamsches Salz, Kurrolsches und Maddrellsches
Salz. Alle höheren Natrium- und Kaliumphosphate werden gemeinsam als kondensierte
Phosphate bezeichnet.
[0071] Das technisch wichtige Pentanatriumtriphosphat, Na
5P
3O
10 (Natriumtripolyphosphat), ist ein wasserfrei oder mit 6 H
2O kristallisierendes, nicht hygroskopisches, weißes, wasserlösliches Salz der allgemeinen
Formel NaO-[P(O)(ONa)-O]
n-Na mit n=3. In 100 g Wasser lösen sich bei Zimmertemperatur etwa 17 g, bei 60° ca.
20 g, bei 100° rund 32 g des kristallwasserfreien Salzes; nach zweistündigem Erhitzen
der Lösung auf 100° entstehen durch Hydrolyse etwa 8% Orthophosphat und 15% Diphosphat.
Bei der Herstellung von Pentanatriumtriphosphat wird Phosphorsäure mit Sodalösung
oder Natronlauge im stöchiometrischen Verhältnis zur Reaktion gebracht und die Lsg.
durch Versprühen entwässert. Ähnlich wie Grahamsches Salz und Natriumdiphosphat löst
Pentanatriumtriphosphat viele unlösliche Metall-Verbindungen (auch Kalkseifen usw.).
Pentakaliumtriphosphat, K
5P
3O
10 (Kaliumtripolyphosphat), kommt beispielsweise in Form einer 50 Gew.-%-igen Lösung
(> 23% P
2O
5, 25% K
2O) in den Handel. Die Kaliumpolyphosphate finden in der Wasch- und Reinigungsmittel-Industrie
breite Verwendung. Weiter existieren auch Natriumkaliumtripolyphosphate, welche ebenfalls
im Rahmen der vorliegenden Erfindung einsetzbar sind. Diese entstehen beispielsweise,
wenn man Natriumtrimetaphosphat mit KOH hydrolysiert:

[0072] Diese sind erfindungsgemäß genau wie Natriumtripolyphosphat, Kaliumtripolyphosphat
oder Mischungen aus diesen beiden einsetzbar; auch Mischungen aus Natriumtripolyphosphat
und Natriumkaliumtripolyphosphat oder Mischungen aus Kaliumtripolyphosphat und Natriumkaliumtripolyphosphat
oder Gemische aus Natriumtripolyphosphat und Kaliumtripolyphosphat und Natriumkaliumtripolyphosphat
sind erfindungsgemäß einsetzbar.
[0073] Als organische Cobuilder können in den erfindungsgemäßen Waschmitteltabletten insbesondere
Polycarboxylate / Polycarbonsäuren, polymere Polycarboxylate, Asparaginsäure, Polyacetale,
Dextrine, weitere organische Cobuilder (siehe unten) sowie Phosphonate eingesetzt
werden. Diese Stoffklassen werden nachfolgend beschrieben.
[0074] Brauchbare organische Gerüstsubstanzen sind beispielsweise die in Form ihrer Natriumsalze
einsetzbaren Polycarbonsäuren, wobei unter Polycarbonsäuren solche Carbonsäuren verstanden
werden, die mehr als eine Säurefunktion tragen. Beispielsweise sind dies Citronensäure,
Adipinsäure, Bernsteinsäure, Glutarsäure, Äpfelsäure, Weinsäure, Maleinsäure, Fumarsäure,
Zuckersäuren, Aminocarbonsäuren, Nitrilotriessigsäure (NTA), sofern ein derartiger
Einsatz aus ökologischen Gründen nicht zu beanstanden ist, sowie Mischungen aus diesen.
Bevorzugte Salze sind die Salze der Polycarbonsäuren wie Citronensäure, Adipinsäure,
Bernsteinsäure, Glutarsäure, Weinsäure, Zuckersäuren und Mischungen aus diesen.
[0075] Auch die Säuren an sich können eingesetzt werden. Die Säuren besitzen neben ihrer
Builderwirkung typischerweise auch die Eigenschaft einer Säuerungskomponente und dienen
somit auch zur Einstellung eines niedrigeren und milderen pH-Wertes von Wasch- oder
Reinigungsmitteln. Insbesondere sind hierbei Citronensäure, Bernsteinsäure, Glutarsäure,
Adipinsäure, Gluconsäure und beliebige Mischungen aus diesen zu nennen.
[0076] Als Builder sind weiter polymere Polycarboxylate geeignet, dies sind beispielsweise
die Alkalimetallsalze der Polyacrylsäure oder der Polymethacrylsäure, beispielsweise
solche mit einer relativen Molekülmasse von 500 bis 70000 g/mol.
[0077] Bei den für polymere Polycarboxylate angegebenen Molmassen handelt es sich im Sinne
dieser Schrift um gewichtsmittlere Molmassen M
w der jeweiligen Säureform, die grundsätzlich mittels Gelpermeationschromatographie
(GPC) bestimmt wurden, wobei ein UV-Detektor eingesetzt wurde. Die Messung erfolgte
dabei gegen einen externen Polyacrylsäure-Standard, der aufgrund seiner strukturellen
Verwandtschaft mit den untersuchten Polymeren realistische Molgewichtswerte liefert.
Diese Angaben weichen deutlich von den Molgewichtsangaben ab, bei denen Polystyrolsulfonsäuren
als Standard eingesetzt werden. Die gegen Polystyrolsulfonsäuren gemessenen Molmassen
sind in der Regel deutlich höher als die in dieser Schrift angegebenen Molmassen.
[0078] Geeignete Polymere sind insbesondere Polyacrylate, die bevorzugt eine Molekülmasse
von 2000 bis 20000 g/mol aufweisen. Aufgrund ihrer überlegenen Löslichkeit können
aus dieser Gruppe wiederum die kurzkettigen Polyacrylate, die Molmassen von 2000 bis
10000 g/mol, und besonders bevorzugt von 3000 bis 5000 g/mol, aufweisen, bevorzugt
sein.
[0079] Geeignet sind weiterhin copolymere Polycarboxylate, insbesondere solche der Acrylsäure
mit Methacrylsäure und der Acrylsäure oder Methacrylsäure mit Maleinsäure. Als besonders
geeignet haben sich Copolymere der Acrylsäure mit Maleinsäure erwiesen, die 50 bis
90 Gew.-% Acrylsäure und 50 bis 10 Gew.-% Maleinsäure enthalten. Ihre relative Molekülmasse,
bezogen auf freie Säuren, beträgt im allgemeinen 2000 bis 70000 g/mol, vorzugsweise
20000 bis 50000 g/mol und insbesondere 30000 bis 40000 g/mol.
[0080] Die (co-)polymeren Polycarboxylate können entweder als Pulver oder als wäßrige Lösung
eingesetzt werden. Der Gehalt der Mittel an (co-)polymeren Polycarboxylaten beträgt
vorzugsweise 0,5 bis 20 Gew.-%, insbesondere 3 bis 10 Gew.-%.
[0081] Zur Verbesserung der Wasserlöslichkeit können die Polymere auch Allylsulfonsäuren,
wie beispielsweise Allyloxybenzolsulfonsäure und Methallylsulfonsäure, als Monomer
enthalten.
[0082] Insbesondere bevorzugt sind auch biologisch abbaubare Polymere aus mehr als zwei
verschiedenen Monomereinheiten, beispielsweise solche, die als Monomere Salze der
Acrylsäure und der Maleinsäure sowie Vinylalkohol bzw. Vinylalkohol-Derivate oder
die als Monomere Salze der Acrylsäure und der 2-Alkylallylsulfonsäure sowie Zucker-Derivate
enthalten.
[0083] Weitere bevorzugte Copolymere sind solche, die in den deutschen Patentanmeldungen
DE-A-43 03 320 und
DE-A-44 17 734 beschrieben werden und als Monomere vorzugsweise Acrolein und Acrylsäure/Acrylsäuresalze
bzw. Acrolein und Vinylacetat aufweisen.
[0084] Ebenso sind als weitere bevorzugte Buildersubstanzen polymere Aminodicarbonsäuren,
deren Salze oder deren Vorläufersubstanzen zu nennen. Besonders bevorzugt sind Polyasparaginsäuren
bzw. deren Salze und Derivate, von denen in der deutschen Patentanmeldung
DE-A-195 40 086 offenbart wird, daß sie neben Cobuilder-Eigenschaften auch eine bleichstabilisierende
Wirkung aufweisen.
[0085] Weitere geeignete Buildersubstanzen sind Polyacetale, welche durch Umsetzung von
Dialdehyden mit Polyolcarbonsäuren, welche 5 bis 7 C-Atome und mindestens 3 Hydroxylgruppen
aufweisen, erhalten werden können. Bevorzugte Polyacetale werden aus Dialdehyden wie
Glyoxal, Glutaraldehyd, Terephthalaldehyd sowie deren Gemischen und aus Polyolcarbonsäuren
wie Gluconsäure und/oder Glucoheptonsäure erhalten.
[0086] Weitere geeignete organische Buildersubstanzen sind Dextrine, beispielsweise Oligomere
bzw. Polymere von Kohlenhydraten, die durch partielle Hydrolyse von Stärken erhalten
werden können. Die Hydrolyse kann nach üblichen, beispielsweise säure- oder enzymkatalysierten
Verfahren durchgeführt werden. Vorzugsweise handelt es sich um Hydrolyseprodukte mit
mittleren Molmassen im Bereich von 400 bis 500000 g/mol. Dabei ist ein Polysaccharid
mit einem Dextrose-Äquivalent (DE) im Bereich von 0,5 bis 40, insbesondere von 2 bis
30 bevorzugt, wobei DE ein gebräuchliches Maß für die reduzierende Wirkung eines Polysaccharids
im Vergleich zu Dextrose, welche ein DE von 100 besitzt, ist. Brauchbar sind sowohl
Maltodextrine mit einem DE zwischen 3 und 20 und Trockenglucosesirupe mit einem DE
zwischen 20 und 37 als auch sogenannte Gelbdextrine und Weißdextrine mit höheren Molmassen
im Bereich von 2000 bis 30000 g/mol.
[0087] Bei den oxidierten Derivaten derartiger Dextrine handelt es sich um deren Umsetzungsprodukte
mit Oxidationsmitteln, welche in der Lage sind, mindestens eine Alkoholfunktion des
Saccharidrings zur Carbonsäurefunktion zu oxidieren. Derartige oxidierte Dextrine
und Verfahren ihrer Herstellung sind beispielsweise aus den europäischen Patentanmeldungen
EP-A-0 232 202, EP-A-0 427 349, EP-A-0 472 042 und
EP-A-0 542 496 sowie den internationalen Patentanmeldungen
WO 92/18542, WO 93/08251, WO 93/16110, WO 94/28030, WO 95/07303, WO 95/12619 und
WO 95/20608 bekannt. Ebenfalls geeignet ist ein oxidiertes Oligosaccharid gemäß der deutschen
Patentanmeldung
DE-A-196 00 018. Ein an C
6 des Saccharidrings oxidiertes Produkt kann besonders vorteilhaft sein.
[0088] Auch Oxydisuccinate und andere Derivate von Disuccinaten, vorzugsweise Ethylendiamindisuccinat,
sind weitere geeignete Cobuilder. Dabei wird Ethylendiamin-N,N'disuccinat (EDDS) bevorzugt
in Form seiner Natrium- oder Magnesiumsalze verwendet. Weiterhin bevorzugt sind in
diesem Zusammenhang auch Glycerindisuccinate und Glycerintrisuccinate. Geeignete Einsatzmengen
liegen in zeolithhaltigen und/oder silicathaltigen Formulierungen bei 3 bis 15 Gew.-%.
[0089] Weitere brauchbare organische Cobuilder sind beispielsweise acetylierte Hydroxycarbonsäuren
bzw. deren Salze, welche gegebenenfalls auch in Lactonform vorliegen können und welche
mindestens 4 Kohlenstoffatome und mindestens eine Hydroxygruppe sowie maximal zwei
Säuregruppen enthalten. Derartige Cobuilder werden beispielsweise in der internationalen
Patentanmeldung
WO 95/20029 beschrieben.
[0090] Eine weitere Substanzklasse mit Cobuildereigenschaften stellen die Phosphonate dar.
Dabei handelt es sich insbesondere um Hydroxyalkan- bzw. Aminoalkanphosphonate. Unter
den Hydroxyalkanphosphonaten ist das 1-Hydroxyethan-1,1-diphosphonat (HEDP) von besonderer
Bedeutung als Cobuilder. Es wird vorzugsweise als Natriumsalz eingesetzt, wobei das
Dinatriumsalz neutral und das Tetranatriumsalz alkalisch (pH 9) reagiert. Als Aminoalkanphosphonate
kommen vorzugsweise Ethylendiamintetramethylenphosphonat (EDTMP), Diethylentriaminpentamethylenphosphonat
(DTPMP) sowie deren höhere Homologe in Frage. Sie werden vorzugsweise in Form der
neutral reagierenden Natriumsalze, z. B. als Hexanatriumsalz der EDTMP bzw. als Hepta-
und Octa-Natriumsalz der DTPMP, eingesetzt. Als Builder wird dabei aus der Klasse
der Phosphonate bevorzugt HEDP verwendet. Die Aminoalkanphosphonate besitzen zudem
ein ausgeprägtes Schwerinetallbindevermögen. Dementsprechend kann es, insbesondere
wenn die Mittel auch Bleiche enthalten, bevorzugt sein, Aminoalkanphosphonate, insbesondere
DTPMP, einzusetzen, oder Mischungen aus den genannten Phosphonaten zu verwenden.
[0091] Darüber hinaus können alle Verbindungen, die in der Lage sind, Komplexe mit Erdalkaliionen
auszubilden, als Cobuilder eingesetzt werden.
[0092] Die Menge an Gerüststoff beträgt üblicherweise zwischen 10 und 70 Gew.-%, vorzugsweise
zwischen 15 und 60 Gew.-% und insbesondere zwischen 20 und 50 Gew.-%. Wiederum ist
die Menge an eingesetzten Buildem abhängig vom Verwendungszweck, so daß Bleichmitteltabletten
höhere Mengen an Gerüststoffen aufweisen können (beispielsweise zwischen 20 und 70
Gew.-%, vorzugsweise zwischen 25 und 65 Gew.-% und insbesondere zwischen 30 und 55
Gew.-%), als beispielsweise Waschmitteltabletten (üblicherweise 10 bis 50 Gew.-%,
vorzugsweise 12,5 bis 45 Gew.-% uns insbesondere zwischen 17,5 und 37,5 Gew.-%).
[0093] Außer dem/den Alkylbenzolsulfonat(en), dem/den Desintegrationshilfsmittel(n) auf
Cellulosebasis und den optional einzusetzenden weiteren Tensiden und Gerüststoffen
können die Waschmitteltabletten in den erfindungsgemäßen Kombinationen weitere in
Wasch- und Reinigungsmittel übliche Inhaltsstoffe aus der Gruppe der Bleichmittel,
Bleichaktivatoren, Farbstoffe, Duftstoffe, optischen Aufheller, Enzyme, Schauminhibitoren,
Silikonöle, Antiredepositionsmittel, Vergrauungsinhibitoren, Farbübertragungsinhibitoren
und Korrosionsinhibitoren enthalten.
[0094] Unter den als Bleichmittel dienenden, in Wasser H
2O
2 liefernden Verbindungen haben das Natriumperborattetrahydrat und das Natriumperboratmonohydrat
besondere Bedeutung. Weitere brauchbare Bleichmittel sind beispielsweise Natriumpercarbonat,
Peroxypyrophosphate, Citratperhydrate sowie H
2O
2 liefernde persaure Salze oder Persäuren, wie Perbenzoate, Peroxophthalate, Diperazelainsäure,
Phthaloiminopersäure oder Diperdodecandisäure. Typische organische Bleichmittel sind
die Diacylperoxide, wie z.B. Dibenzoylperoxid. Weitere typische organische Bleichmittel
sind die Peroxysäuren, wobei als Beispiele besonders die Alkylperoxysäuren und die
Arylperoxysäuren genannt werden. Bevorzugte Vertreter sind (a) die Peroxybenzoesäure
und ihre ringsubstituierten Derivate, wie Alkylperoxybenzoesäuren, aber auch Peroxy-α-Naphtoesäure
und Magnesiummonoperphthalat, (b) die aliphatischen oder substituiert aliphatischen
Peroxysäuren, wie Peroxylaurinsäure, Peroxystearinsäure, ε-Phthalimidoperoxycapronsäure
[Phthaloiminoperoxyhexansäure (PAP)], o-Carboxybenzamidoperoxycapronsäure, N-nonenylamidoperadipinsäure
und N-nonenylamidopersuccinate, und (c) aliphatische und araliphatische Peroxydicarbonsäuren,
wie 1,12-Diperoxycarbonsäure, 1,9-Diperoxyazelainsäure, Diperocysebacinsäure, Diperoxybrassylsäure,
die Diperoxyphthalsäuren, 2-Decyldiperoxybutan-1,4-disäure, N,N-Terephthaloyl-di(6-antinopercapronsäue)
können eingesetzt werden.
[0095] Als Bleichmittel in Zusammensetzungen für das maschinelle Geschirrspülen können auch
Chlor oder Brom freisetzende Substanzen eingesetzt werden. Unter den geeigneten Chlor
oder Brom freisetzenden Materialien kommen beispielsweise heterocyclische N-Brom-
und N-Chloramide, beispielsweise Trichlorisocyanursäure, Tribromisocyanursäure, Dibromisocyanursäure
und/oder Dichlorisocyanursäure (DICA) und/oder deren Salze mit Kationen wie Kalium
und Natrium in Betracht. Hydantoinverbindungen, wie 1,3-Dichlor-5,5-dimethylhydanthoin
sind ebenfalls geeignet.
[0096] Im Rahmen der vorliegenden Erfindung bevorzugte Kombinationen sind verpackte Waschmitteltabletten,
die sich für das Waschen farbiger Textilien eignen und kein Bleichmittel enthalten.
Eine besonders bevorzugte Kombination ist daher dadurch gekennzeichnet, daß die Waschmitteltablette(n)
frei von Bleichmittel(n) ist/sind.
[0097] Um beim Waschen oder Reinigen bei Temperaturen von 60 °C und darunter eine verbesserte
Bleichwirkung zu erreichen, können Bleichaktivatoren eingearbeitet werden. Als Bleichaktivatoren
können Verbindungen, die unter Perhydrolysebedingungen aliphatische Peroxocarbonsäuren
mit vorzugsweise 1 bis 10 C-Atomen, insbesondere 2 bis 4 C-Atomen, und/oder gegebenenfalls
substituierte Perbenzoesäure ergeben, eingesetzt werden. Geeignet sind Substanzen,
die O- und/oder N-Acylgruppen der genannten C-Atomzahl und/oder gegebenenfalls substituierte
Benzoylgruppen tragen. Bevorzugt sind mehrfach acylierte Alkylendiamine, insbesondere
Tetraacetylethylendiamin (TAED), acylierte Triazinderivate, insbesondere 1,5-Diacetyl-2,4-dioxohexahydro-1,3,5-triazin
(DADHT), acylierte Glykolurile, insbesondere Tetraacetylglykoluril (TAGU), N-Acylimide,
insbesondere N-Nonanoylsuccinimid (NOSI), acylierte Phenolsulfonate, insbesondere
n-Nonanoyl- oder Isononanoyloxybenzolsulfonat (n- bzw. iso-NOBS), Carbonsäureanhydride,
insbesondere Phthalsäureanhydrid, acylierte mehrwertige Alkohole, insbesondere Triacetin,
Ethylenglykoldiacetat und 2,5-Diacetoxy-2,5-dihydrofuran.
[0098] Zusätzlich zu den konventionellen Bleichaktivatoren oder an deren Stelle können auch
sogenannte Bleichkatalysatoren eingearbeitet werden. Bei diesen Stoffen handelt es
sich um bleichverstärkende Übergangsmetallsalze bzw. Übergangsmetallkomplexe wie beispielsweise
Mn-, Fe-, Co-, Ru - oder Mo-Salenkomplexe oder -carbonylkomplexe. Auch Mn-, Fe-, Co-,
Ru-, Mo-, Ti-, V- und Cu-Komplexe mit N-haltigen Tripod-Liganden sowie Co-, Fe-, Cu-
und Ru-Amminkomplexe sind als Bleichkatalysatoren verwendbar.
[0099] Es ist - ähnlich wie bei den Bleichmitteln - bevorzugt, wenn die Tabletten in den
erfindungsgemäßen Kombinationen frei von Bleichaktivator(en) sind. Im Rahmen der vorliegenden
Erfindung bevorzugte Kombinationen sind dadurch gekennzeichnet, daß die Waschmitteltablette(n)
frei von Bleichaktivator(en) ist/sind.
[0100] Um den ästhetischen Eindruck der erfindungsgemäßen Waschmitteltabletten zu verbessein,
können sie mit geeigneten Farbstoffen eingefärbt werden. Bevorzugte Farbstoffe, deren
Auswahl dem Fachmann keinerlei Schwierigkeit bereitet, besitzen eine hohe Lagerstabilität
und Unempfindlichkeit gegenüber den übrigen Inhaltsstoffen der Mittel und gegen Licht
sowie keine ausgeprägte Substantivität gegenüber Textilfasern, um diese nicht anzufärben.
[0101] Bevorzugt für den Einsatz in den Waschmitteltabletten der erfindungsgemäßen Kombination
sind alle Färbemittel, die im Waschprozeß oxidativ zerstört werden können sowie Mischungen
derselben mit geeigneten blauen Farbstoffen, sog. Blautönem. Es hat sich als vorteilhaft
erwiesen Färbemittel einzusetzen, die in Wasser oder bei Raumtemperatur in flüssigen
organischen Substanzen löslich sind. Geeignet sind beispielsweise anionische Färbemittel,
z.B. anionische Nitrosofarbstoffe. Ein mögliches Färbemittel ist beispielsweise Naphtholgrün
(Colour Index (CI) Teil 1: Acid Green 1; Teil 2: 10020), das als Handelsprodukt beispielsweise
als Basacid® Grün 970 von der Fa. BASF, Ludwigshafen, erhältlich ist, sowie Mischungen
dieser mit geeigneten blauen Farbstoffen. Als weitere Färbemittel kommen Pigmosol®
Blau 6900 (CI 74160), Pigmosol® Grün 8730 (CI 74260), Basonyl® Rot 545 FL (CI 45170),
Sandolan® Rhodamin EB400 (CI 45100), Basacid® Gelb 094 (CI 47005), Sicovit® Patentblau
85 E 131 (Cl 42051), Acid Blue 183 (CAS 12217-22-0, CI Acidblue 183), Pigment Blue
15 (CI 74160), Supranol® Blau GLW (CAS 12219-32-8, CI Acidblue 221)), Nylosan® Gelb
N-7GL SGR (CAS 61814-57-1, CI Acidyellow 218) und/oder Sandolan® Blau (CI Acid Blue
182, CAS 12219-26-0) zum Einsatz.
[0102] Bei der Wahl des Färbemittels muß beachtet werden, daß die Färbemittel keine zu starke
Affinität gegenüber den textilen Oberflächen und hier insbesondere gegenüber Kunstfasern
aufweisen. Gleichzeitig ist auch bei der Wahl geeigneter Färbemittel zu berücksichtigen,
daß Färbemittel unterschiedliche Stabilitäten gegenüber der Oxidation aufweisen. Im
allgemeinen gilt, daß wasserunlösliche Färbemittel gegen Oxidation stabiler sind als
wasserlösliche Färbemittel. Abhängig von der Löslichkeit und damit auch von der Oxidationsempfindlichkeit
variiert die Konzentration des Färbemittels in den Wasch- oder Reinigungsmitteln.
Bei gut wasserlöslichen Färbemitteln, z.B. dem oben genannten Basacid® Grün oder dem
gleichfalls oben genannten Sandolan® Blau, werden typischerweise Färbemittel-Konzentrationen
im Bereich von einigen 10
-2 bis 10
-3 Gew.-% gewählt. Bei den auf Grund ihrer Brillanz insbesondere bevorzugten, allerdings
weniger gut wasserlöslichen Pigmentfarbstoffen, z.B. den oben genannten Pigmosol®-Farbstoffen,
liegt die geeignete Konzentration des Färbemittels in Wasch- oder Reinigungsmitteln
dagegen typischerweise bei einigen 10
-3 bis 10
-4 Gew.-%.
[0103] Die Tabletten können optische Aufheller vom Typ der Derivate der Diaminostilbendisulfonsäure
bzw. deren Alkalimetallsalze enthalten. Geeignet sind z.B. Salze der 4,4'-Bis(2-anilino-4-morpholino-1,3,5-triazinyl-6-amino)stilben-2,2'-disulfonsäure
oder gleichartig aufgebaute Verbindungen, die anstelle der Morpholino-Gruppe eine
Diethanolaminogruppe, eine Methylaminogruppe, eine Anilinogruppe oder eine 2-Methoxyethylaminogruppe
tragen. Weiterhin können Aufheller vom Typ der substituierten Diphenylstyryle anwesend
sein, z.B. die Alkalisalze des 4,4'-Bis(2-sulfostyryl)-diphenyls, 4,4'-Bis(4-chlor-3-sulfostyryl)-diphenyls,
oder 4-(4-Chlorstyryl)-4'-(2-sulfoslyryl)-diphenyls. Auch Gemische der vorgenannten
Aufheller können verwendet werden. Die optischen Aufheller werden in den erfindungsgemäßen
Waschmitteltabletten in Konzentrationen zwischen 0,01 und 1 Gew.-%, vorzugsweise zwischen
0,05 und 0,5 Gew.-% und insbesondere zwischen 0,1 und 0,25 Gew.-%, jeweils bezogen
auf die gesamte Tablette, eingesetzt, sofern ihr Einsatz gewünscht wird. In bevorzugten
Kombinationen sind die verpackten Waschmitteltabletten allerdings frei von optischen
Aufhellern, so daß bevorzugte Kombinationen dadurch gekennzeichnet sind, daß die Waschmitteltablette(n)
frei von optischen Aufhellern ist/sind.
[0104] Duftstoffe werden den erfindungsgemäßen Mitteln zugesetzt, um den ästhetischen Eindruck
der Produkte zu verbessern und dem Verbraucher neben der Leistung ein visuell und
sensorisch "typisches und unverwechselbares" Produkt zur Verfügung zu stellen. Als
Parfümöle bzw. Duftstoffe können einzelne Riechstoffverbindungen, z.B. die synthetischen
Produkte vom Typ der Ester, Ether, Aldehyde, Ketone, Alkohole und Kohlenwasserstoffe
verwendet werden. Riechstoffverbindungen vom Typ der Ester sind z.B. Benzylacetat,
Phenoxyethylisobutyrat, p-tert.-Butylcyclohexylacetat, Linalylacetat, Dimethylbenzylcarbinylacetat,
Phenylethylacetat, Linalylbenzoat, Benzylformiat, Ethylmethylphenylglycinat, Allylcyclohexylpropionat,
Styrallylpropionat und Benzylsalicylat. Zu den Ethem zählen beispielsweise Benzylethylether,
zu den Aldehyden z.B. die linearen Alkanale mit 8-18 C-Atomen, Citral, Citronellal,
Citronellyloxyacetaldehyd, Cyclamenaldehyd, Hydroxycitronellal, Lilial und Bourgeonal,
zu den Ketonen z.B. die Jonone, ∝-Isomethylionon und Methyl-cedrylketon, zu den Alkoholen
Anethol, Citronellol, Eugenol, Geraniol, Linalool, Phenylethylalkohol und Terpineol,
zu den Kohlenwasserstoffen gehören hauptsächlich die Terpene wie Limonen und Pinen.
Bevorzugt werden jedoch Mischungen verschiedener Riechstoffe verwendet, die gemeinsam
eine ansprechende Duftnote erzeugen. Solche Parfümöle können auch natürliche Riechstoffgemische
enthalten, wie sie aus pflanzlichen Quellen zugänglich sind, z.B. Pine-, Citrus-,
Jasmin-, Patchouly-, Rosen- oder Ylang-Ylang-Öl. Ebenfalls geeignet sind Muskateller,
Salbeiöl, Kamillenöl, Nelkenöl, Melissenöl, Minzöl, Zimtblätteröl, Lindenblütenöl,
Wacholderbeeröl, Vetiveröl, Olibanumöl, Galbanumöl und Labdanumöl sowie Orangenblütenöl,
Neroliol, Orangenschalenöl und Sandelholzöl.
[0105] Üblicherweise liegt der Gehalt der Waschmitteltabletten in den erfindungsgemäßen
Kombinationen an Duftstoffen bis zu 2 Gew.-% der gesamten Formulierung. Die Duftstoffe
können direkt in die erfindungsgemäßen Mittel eingearbeitet werden, es kann aber auch
vorteilhaft sein, die Duftstoffe auf Träger aufzubringen, die die Haftung des Parfüms
auf der Wäsche verstärken und durch eine langsamere Duftfreisetzung für langanhaltenden
Duft der Textilien sorgen. Als solche Trägermaterialien haben sich beispielsweise
Cyclodextrine bewährt, wobei die Cyclodextrin-Parfüm-Komplexe zusätzlich noch mit
weiteren Hilfsstoffen beschichtet werden können.
[0106] Als Enzyme kommen solche aus der Klasse der Proteasen, Lipasen, Amylasen, Cellulasen
bzw. deren Gemische in Frage. Besonders gut geeignet sind aus Bakterienstämmen oder
Pilzen, wie Bacillus subtilis, Bacillus licheniformis und Streptomyces griseus gewonnene
enzymatische Wirkstoffe. Vorzugsweise werden Proteasen vom Subtilisin-Typ und insbesondere
Proteasen, die aus Bacillus lentus gewonnen werden, eingesetzt. Dabei sind Enzymmischungen,
beispielsweise aus Protease und Amylase oder Protease und Lipase oder Protease und
Cellulase oder aus Cellulase und Lipase oder aus Protease, Amylase und Lipase oder
Protease, Lipase und Cellulase, insbesondere jedoch Cellulase-haltige Mischungen von
besonderem Interesse. Auch Peroxidasen oder Oxidasen haben sich in einigen Fällen
als geeignet erwiesen. Die Enzyme können an Trägerstoffen adsorbiert und/oder in Hüllsubstanzen
eingebettet sein, um sie gegen vorzeitige Zersetzung zu schützen. Der Anteil der Enzyme,
Enzymmischungen oder Enzymgranulate in den Tabletten der erfindungsgemäßen Kombinationen
kann beispielsweise etwa 0,1 bis 5 Gew.-%, vorzugsweise 0,1 bis etwa 2 Gew.-% betragen.
[0107] Zusätzlich können die Waschmitteltabletten auch Komponenten enthalten, welche die
Ölund Fettauswaschbarkeit aus Textilien positiv beeinflussen (sogenannte soil repellents).
Dieser Effekt wird besonders deutlich, wenn ein Textil verschmutzt wird, das bereits
vorher mehrfach mit einem erfindungsgemäßen Waschmittel, das diese öl- und fettlösende
Komponente enthält, gewaschen wurde. Zu den bevorzugten öl- und fettlösenden Komponenten
zählen beispielsweise nichtionische Celluloseether wie Methylcellulose und Methylhydroxy-propylcellulose
mit einem Anteil an Methoxyl-Gruppen von 15 bis 30 Gew.-% und an Hydroxypropoxyl-Gruppen
von 1 bis 15 Gew.-%, jeweils bezogen auf den nichtionischen Celluloseether, sowie
die aus dem Stand der Technik bekannten Polymere der Phthalsäure und/oder der Terephthalsäure
bzw. von deren Derivaten, insbesondere Polymere aus Ethylenterephthalaten und/oder
Polyethylenglykolterephthalaten oder anionisch und/oder nichtionisch modifizierten
Derivaten von diesen. Besonders bevorzugt von diesen sind die sulfonierten Derivate
der Phthalsäure- und der Terephthalsäure-Polymere.
[0108] Der Einsatz von Farbübertragungsinhibitoren ist in den verpackten Waschmitteltabletten
der vorliegenden Erfindung bevorzugt. Farbübertragungsinhibitoren haben die Aufgabe,
eventuell aus farbigen Textilien herausgelöste Farbstoffe aus der Waschflotte aufzufiltern
bzw. sie in der Flotte suspendiert zu halten und so ein Wiederaufziehen auf die Faser
zu verhindern. Als Farbübertragungsinhibitoren haben sich insbesondere Polymere bewährt,
wobei dem Polyvinylpyrrolidon (PVP) eine herausragende Bedeutung zukommt. Im Rahmen
der vorliegenden Erfindung bevorzugte Kombinationen sind dadurch gekennzeichnet, daß
der oder die Waschmitteltabletten zusätzlich Farbübertragungsinhibitoren, vorzugsweise
Polyvinylpyrrolidon, in Mengen von 0,1 bis 2,0 Gew.-%, vorzugsweise von 0,2 bis 1,5
Gew.-% und insbesondere von 0,5 bis 1,0 Gew.-%, jeweils bezogen auf das Tablettengewicht,
enthalten.
Die Herstellung wasch- und reinigungsaktiver Tabletten geschieht durch Anwendung von
Druck auf ein zu verpressendes Gemisch, das sich im Hohlraum einer Presse befindet.
Im einfachsten Fall der Tablettenherstellung, die nachfolgend vereinfacht Tablettierung
genannt wird, wird die zu tablettierende Mischung direkt, d.h. ohne vorhergehende
Granulation verpreßt. Die Vorteile dieser sogenannten Direkttablettierung sind ihre
einfache und kostengünstige Anwendung, da keine weiteren Verfahrensschritte und demzufolge
auch keine weiteren Anlagen benötigt werden. Diesen Vorteilen stehen aber auch Nachteile
gegenüber. So muß eine Pulvermischung, die direkt tablettiert werden soll, eine ausreichende
plastische Verformbarkeit besitzen und gute Fließeigenschaften aufweisen, weiterhin
darf sie während der Lagerung, des Transports und der Befüllung der Matrize keinerlei
Entmischungstendenzen zeigen. Diese drei Voraussetzungen sind bei vielen Substanzgemischen
nur außerordentlich schwierig zu beherrschen, so daß die Direkttablettierung insbesondere
bei der Herstellung von Wasch- und Reinigungsmittel-tabletten nicht oft angewendet
wird. Der übliche Weg zur Herstellung von Wasch- und Reinigungsmitteltabletten geht
daher von pulverförmigen Komponenten ("Primärteilchen") aus, die durch geeignete Verfahren
zu Sekundärpartikeln mit höherem Teilchendurchmesser agglomeriert bzw. granuliert
werden. Diese Granulate oder Gemische unterschiedlicher Granulate werden dann mit
einzelnen pulverförmigen Zuschlagstoffen vermischt und der Tablettierung zugeführt.
[0109] Im Rahmen der vorliegenden Erfindung bevorzugte Waschmitteltabletten werden durch
Verpressen eines teilchenförmigen Vorgemischs aus mindestens einem tensidhaltigen
Granulat und mindestens einer nachträglich zugemischten pulverförmigen Komponente
erhalten. Die tensidhaltigen Granulate können dabei über übliche Granulierverfahren
wie Mischer- und Tellergranulation, Wirbelschichtgranulation, Extrusion, Pelletierung
oder Kompaktierung hergestellt werden. Es ist dabei für die späteren Waschmitteltabletten
von Vorteil, wenn das zu verpressende Vorgemisch ein Schüttgewicht von mindestens
500 g/l, vorzugsweise mindestens 600 g/l und insbesondere oberhalb von 700 g/l, aufweist.
Ein weiterer Vorteil kann aus einer engeren Teilchengrößenverteilung der eingesetzten
Tensidgranulate resultieren. Im Rahmen der vorliegenden Erfindung sind Waschmitteltabletten
bevorzugt, bei denen die Granulate Teilchengrößen zwischen 10 und 4000 µm, vorzugsweise
zwischen 100 und 2000 µm und insbesondere zwischen 600 und 1400 µm aufweisen.
[0110] Vor der Verpressung des teilchenförmigen Vorgemischs zu Waschmitteltabletten kann
das Vorgemisch mit feinteiligen Oberflächenbehandlungsmitteln "abgepudert" werden.
Dies kann für die Beschaffenheit und physikalischen Eigenschaften sowohl des Vorgemischs
(Lagerung, Verpressung) als auch der fertigen Waschmitteltabletten von Vorteil sein.
Feinteilige Abpuderungsmittel sind im Stand der Technik altbekannt, wobei zumeist
Zeolithe, Silikate oder andere anorganische Salze eingesetzt werden. Bevorzugt wird
das Vorgemisch jedoch mit feinteiligem Zeolith "abgepudert", wobei Zeolithe vom Faujasit-Typ
bevorzugt sind. Im Rahmen der vorliegenden Erfindung kennzeichnet der Begriff "Zeolith
vom Faujasit-Typ" alle drei Zeolithe, die die Faujasit-Untergruppe der Zeolith-Strukturgruppe
4 bilden (Vergleiche Donald W. Breck: "Zeolite Molecular Sieves", John Wiley & Sons,
New York, London, Sydney, Toronto, 1974, Seite 92). Neben dem Zeolith X sind also
auch Zeolith Y und Faujasit sowie Mischungen dieser Verbindungen einsetzbar, wobei
der reine Zeolith X bevorzugt ist.
[0111] Auch Mischungen oder Cokristallisate von Zeolithen des Faujasit-Typs mit anderen
Zeolithen, die nicht zwingend der Zeolith-Strukturgruppe 4 angehören müssen, sind
als Abpuderungsmittel einsetzbar, wobei es von Vorteil ist, wenn mindestens 50 Gew.-%
des Abpuderungsmittels aus einem Zeolithen vom Faujasit-Typ bestehen.
[0112] Im Rahmen der vorliegenden Erfindung sind Waschmitteltabletten bevorzugt, die aus
einem teilchenförmigen Vorgemisch bestehen, das granulare Komponenten und nachträglich
zugemischte pulverförmige Stoffe enthält, wobei die bzw. eine der nachträglich zugemischten
pulverförmigen Komponenten ein Zeolith vom Faujasit-Typ mit Teilchengrößen unterhalb
100µm, vorzugsweise unterhalb 10µm und insbesondere unterhalb 5µm ist und mindestens
0,2 Gew.-%, vorzugsweise mindestens 0,5 Gew.-% und insbesondere mehr als 1 Gew.-%
des zu verpressenden Vorgemischs ausmacht.
[0113] Die feinteiligen Aufbereitungskomponenten mit den obengenannten Teilchengrößen können
dabei dem zu verpressenden Vorgemisch trocken zugemischt werden. Es ist aber auch
möglich und bevorzugt, sie durch Zugabe geringer Mengen flüssiger Stoffe an die Oberfläche
der gröberen Teilchen "anzukleben". Diese Abpuderungsverfahren sind im Stand der Technik
breit beschrieben und dem Fachmann geläufig. Als flüssige Komponenten, die sich zur
Haftvermittlung der Abpuderungsmittel eignen, können beispielsweise nichtionischen
Tenside oder wäßrige Lösungen von Tensiden oder anderen Wasch- und Reinigungsmittelinhaltsstoffen
eingesetzt werden. Im Rahmen der vorliegenden Erfindung ist es bevorzugt, als flüssigen
Haftvermittler zwischen feinteiligem Abpuderungsmittel und den grobkörnigen Teilchen
Parfüm einzusetzen.
[0114] Zur Herstellung der erfindungsgemäßen Tabletten werden die Vorgemische in einer sogenannten
Matrize zwischen zwei Stempeln zu einem festen Komprimat verdichtet. Dieser Vorgang,
der im folgenden kurz als Tablettierung bezeichnet wird, gliedert sich in vier Abschnitte:
Dosierung, Verdichtung (elastische Verformung), plastische Verformung und Ausstoßen.
[0115] Die Tablettierung erfolgt in handelsüblichen Tablettenpressen, die prinzipiell mit
Einfachoder Zweifachstempeln ausgerüstet sein können. Im letzteren Fall wird nicht
nur der Oberstempel zum Druckaufbau verwendet, auch der Unterstempel bewegt sich während
des Preßvorgangs auf den Oberstempel zu, während der Oberstempel nach unten drückt.
Für kleine Produktionsmengen werden vorzugsweise Exzentertablettenpressen verwendet,
bei denen der oder die Stempel an einer Exzenterscheibe befestigt sind, die ihrerseits
an einer Achse mit einer bestimmten Umlaufgeschwindigkeit montiert ist. Die Bewegung
dieser Preßstempel ist mit der Arbeitsweise eines üblichen Viertaktmotors vergleichbar.
Die Verpressung kann mit je einem Ober- und Unterstempel erfolgen, es können aber
auch mehrere Stempel an einer Exzenterscheibe befestigt sein, wobei die Anzahl der
Matrizenbohrungen entsprechend erweitert ist. Die Durchsätze von Exzenterpressen variieren
ja nach Typ von einigen hundert bis maximal 3000 Tabletten pro Stunde.
[0116] Für größere Durchsätze wählt man Rundlauftablettenpressen, bei denen auf einem sogenannten
Matrizentisch eine größere Anzahl von Matrizen kreisförmig angeordnet ist. Die Zahl
der Matrizen variiert je nach Modell zwischen 6 und 55, wobei auch größere Matrizen
im Handel erhältlich sind. Jeder Matrize auf dem Matrizentisch ist ein Ober- und Unterstempel
zugeordnet, wobei wiederum der Preßdruck aktiv nur durch den Ober- bzw. Unterstempel,
aber auch durch beide Stempel aufgebaut werden kann. Der Matrizentisch und die Stempel
bewegen sich um eine gemeinsame senkrecht stehende Achse, wobei die Stempel mit Hilfe
schienenartiger Kurvenbahnen während des Umlaufs in die Positionen für Befüllung,
Verdichtung, plastische Verformung und Ausstoß gebracht werden. An den Stellen, an
denen eine besonders gravierende Anhebung bzw. Absenkung der Stempel erforderlich
ist (Befüllen, Verdichten, Ausstoßen), werden diese Kurvenbahnen durch zusätzliche
Niederdruckstücke, Nierderzugschienen und Aushebebahnen unterstützt. Die Befüllung
der Matrize erfolgt über eine starr angeordnete Zufuhreinrichtung, den sogenannten
Füllschuh, der mit einem Vorratsbehälter für das Vorgemisch verbunden ist. Der Preßdruck
auf das Vorgemisch ist über die Preßwege für Ober- und Unterstempel individuell einstellbar,
wobei der Druckaufbau durch das Vorbeirollen der Stempelschaftköpfe an verstellbaren
Druckrollen geschieht.
[0117] Rundlaufpressen können zur Erhöhung des Durchsatzes auch mit zwei Füllschuhen versehen
werden, wobei zur Herstellung einer Tablette nur noch ein Halbkreis durchlaufen werden
muß. Zur Herstellung zwei- und mehrschichtiger Tabletten werden mehrere Füllschuhe
hintereinander angeordnet, ohne daß die leicht angepreßte erste Schicht vor der weiteren
Befüllung ausgestoßen wird. Durch geeignete Prozeßführung sind auf diese Weise auch
Mantel- und Punkttabletten herstellbar, die einen zwiebelschalenartigen Aufbau haben,
wobei im Falle der Punkttabletten die Oberseite des Kerns bzw. der Kemschichten nicht
überdeckt wird und somit sichtbar bleibt. Auch Rundlauftablettenpressen sind mit Einfach-
oder Mehrfachwerkzeugen ausrüstbar, so daß beispielsweise ein äußerer Kreis mit 50
und ein innerer Kreis mit 35 Bohrungen gleichzeitig zum Verpressen benutzt werden.
Die Durchsätze moderner Rundlauftablettenpressen betragen über eine Million Tabletten
pro Stunde.
[0118] Bei der Tablettierung mit Rundläuferpressen hat es sich als vorteilhaft erwiesen,
die Tablettierung mit möglichst geringen Gewichtschwankungen der Tablette durchzuführen.
Auf diese Weise lassen sich auch die Härteschwankungen der Tablette reduzieren. Geringe
Gewichtschwankungen können auf folgende Weise erzielt werden:
- Verwendung von Kunststoffeinlagen mit geringen Dickentoleranzen
- Geringe Umdrehungszahl des Rotors
- Große Füllschuhe
- Abstimmung des Füllschuhflügeldrehzahl auf die Drehzahl des Rotors
- Füllschuh mit konstanter Pulverhöhe
- Entkopplung von Füllschuh und Pulvervorlage
[0119] Zur Verminderung von Stempelanbackungen bieten sich sämtliche aus der Technik bekannte
Antihaftbeschichtungen an. Besonders vorteilhaft sind Kunststoffbeschichtungen, Kunststoffeinlagen
oder Kunststoffstempel. Auch drehende Stempel haben sich als vorteilhaft erwiesen,
wobei nach Möglichkeit Ober- und Unterstempel drehbar ausgeführt sein sollten. Bei
drehenden Stempeln kann auf eine Kunststoffeinlage in der Regel verzichtet werden.
Hier sollten die Stempeloberflächen elektropoliert sein.
[0120] Es zeigte sich weiterhin, daß lange Preßzeiten vorteilhaft sind. Diese können mit
Druckschienen, mehreren Druckrollen oder geringen Rotordrehzahlen eingestellt werden.
Da die Härteschwankungen der Tablette durch die Schwankungen der Preßkräfte verursacht
werden, sollten Systeme angewendet werden, die die Preßkraft begrenzen. Hier können
elastische Stempel, pneumatische Kompensatoren oder federnde Elemente im Kraftweg
eingesetzt werden. Auch kann die Druckrolle federnd ausgerührt werden.
[0121] Im Rahmen der vorliegenden Erfindung geeignete Tablettiermaschinen sind beispielsweise
erhältlich bei den Firmen Apparatebau Holzwarth GbR, Asperg, Wilhelm Fette GmbH, Schwarzenbek,
Hofer GmbH, Weil, Horn & Noack Pharmatechnik GmbH, Worms, IMA Verpackungssysteme GmbH
Viersen, KILIAN, Köln, KOMAGE, Kell am See, KORSCH Pressen AG, Berlin, sowie Romaco
GmbH, Worms. Weitere Anbieter sind beispielsweise Dr. Herbert Pete, Wien (AU), Mapag
Maschinenbau AG, Bern (CH), BWI Manesty, Liverpool (GB), I. Holand Ltd., Nottingham
(GB), Courtoy N.V., Halle (BE/LU) sowie Mediopharm Kamnik (SI). Besonders geeignet
ist beispielsweise die Hydraulische Doppeldruckpresse HPF 630 der Firma LAEIS, D.
Tablettierwerkzeuge sind beispielsweise von den Firmen Adams Tablettierwerkzeuge,
Dresden, Wilhelm Fett GmbH, Schwarzenbek, Klaus Hammer, Solingen, Herber % Söhne GmbH,
Hamburg, Hofer GmbH, Weil, Horn & Noack, Pharmatechnik GmbH, Worms, Ritter Pharamatechnik
GmbH, Hamburg, Romaco, GmbH, Worms und Notter Werkzeugbau, Tamm erhältlich. Weitere
Anbieter sind z.B. die Senss AG, Reinach (CH) und die Medicopharm, Kamnik (SI).
[0122] Die Tabletten können dabei in vorbestimmter Raumform und vorbestimmter Größe gefertigt
werden, wobei sie immer aus mehreren Phasen, d.h. Schichten, Einschlüssen oder Kernen
und Ringen bestehen. Als Raumform kommen praktisch alle sinnvoll handhabbaren Ausgestaltungen
in Betracht, beispielsweise also die Ausbildung als Tafel, die Stab- bzw. Barrenform,
Würfel, Quader und entsprechende Raumelemente mit ebenen Seitenflächen sowie insbesondere
zylinderförmige Ausgestaltungen mit kreisförmigem oder ovalem Querschnitt. Diese letzte
Ausgestaltung erfaßt dabei die Darbietungsform von der Tablette bis zu kompakten Zylinderstücken
mit einem Verhältnis von Höhe zu Durchmesser oberhalb 1.
[0123] Die portionierten Preßlinge können dabei jeweils als voneinander getrennte Einzelelemente
ausgebildet sein, die der vorbestimmten Dosiermenge der Wasch- und/oder Reinigungsmittel
entspricht. Ebenso ist es aber möglich, Preßlinge auszubilden, die eine Mehrzahl solcher
Masseneinheiten in einem Preßling verbinden, wobei insbesondere durch vorgegebene
Sollbruchstellen die leichte Abtrennbarkeit portionierter kleinerer Einheiten vorgesehen
ist. Für den Einsatz von Textilwaschmitteln in Maschinen des in Europa üblichen Typs
mit horizontal angeordneter Mechanik kann die Ausbildung der portionierten Preßlinge
als Tabletten, in Zylinder- oder Quaderform zweckmäßig sein, wobei ein Durchmesser/Höhe-Verhältnis
im Bereich von etwa 0,5 : 2 bis 2 : 0,5 bevorzugt ist. Handelsübliche Hydraulikpressen,
Exzenterpressen oder Rundläuferpressen sind geeignete Vorrichtungen insbesondere zur
Herstellung derartiger Preßlinge.
[0124] Die Raumform einer anderen Ausführungsform der Tabletten ist in ihren Dimensionen
der Einspülkammer von handelsüblichen Haushaltswaschmaschinen angepaßt, so daß die
Tabletten ohne Dosierhilfe direkt in die Einspülkammer eindosiert werden können, wo
sie sich während des Einspülvorgangs auflöst. Selbstverständlich ist aber auch ein
Einsatz der Waschmitteltabletten über eine Dosierhilfe problemlos möglich.
[0125] Ein weiterer bevorzugter mehrphasiger Tabletten, der hergestellt werden kann, hat
eine platten- oder tafelartige Struktur mit abwechselnd dicken langen und dünnen kurzen
Segmenten, so daß einzelne Segmente von diesem "Mehrphasen-Riegel" an den Sollbruchstellen,
die die kurzen dünnen Segmente darstellen, abgebrochen und in die Maschine eingegeben
werden können. Dieses Prinzip des "riegelförmigen" Tablettenwaschmittels kann auch
in anderen geometrischen Formen, beispielsweise senkrecht stehenden Dreiecken, die
lediglich an einer ihrer Seiten längsseits miteinander verbunden sind, verwirklicht
werden. Hier bietet es sich aus optischen Gründen an, die Dreiecksbasis, die die einzelnen
Segmente miteinander verbindet, als eine Phase auszubilden, während die Dreiecksspitze
die zweite Phase bildet. Eine unterschiedliche Anfärbung beider Phasen ist in dieser
Ausführungsform besonders reizvoll.
[0126] Neben dem Schichtaufbau können mehrphasige Tabletten auch in Form von Ringkemtabletten,
Kernmanteltabletten oder sogenannten "bulleye"-Tabletten hergestellt werden. Eine
Übersicht über solche Ausführungsformen mehrphasiger Tabletten ist in der
EP 055 100 (Jeyes Group) beschrieben. Diese Schrift offenbart Toilettenreinigungsmittelblöcke,
die einen geformten Körper aus einer langsam löslichen Reinigungsmittelzusammensetzung
umfassen, in den eine Bleichmitteltablette eingebettet ist. Diese Schrift offenbart
gleichzeitig die unterschiedlichsten Ausgestaltungsformen mehrphasiger Tabletten von
der einfachen Mehrphasentablette bis hin zu komplizierten mehrschichtigen Systemen
mit Einlagen.
[0127] Nach dem Verpressen weisen die Waschmitteltabletten eine hohe Stabilität auf. Die
Bruchfestigkeit zylinderförmiger Tabletten kann über die Meßgröße der diametralen
Bruchbeanspruchung erfaßt werden. Diese ist bestimmbar nach

[0128] Hierin steht σ für die diametrale Bruchbeanspruchung (diametral fracture stress,
DFS) in Pa, P ist die Kraft in N, die zu dem auf den Tabletten ausgeübten Druck führt,
der den Bruch der Tablette verursacht, D ist der Tablettendurchmesser in Meter und
t ist die Höhe der Tablette.
Beispiele:
[0129] Zur Herstellung Alkylbenzolsulfonat- und Cellulose-haltiger Waschmittel tabletten
wurde ein Tensidgranulat mit weiteren Aufbereitungskomponenten vermischt und auf einer
Exzenter-Tablettenpresse zu Tabletten verpreßt. Die Zusammensetzung des Tensidgranulats
ist in der folgenden Tabelle 1 angegeben, die Zusammensetzung des zu verpressenden
Vorgemischs (und damit die Zusammensetzung der Tabletten) findet sich in Tabelle 2.
Tabelle 1:
| Tensidgranulat [Gew.-%] |
| C9-13-Alkylbenzolsulfonat |
19,4 |
| C12-18-Fettalkoholsulfat |
5,2 |
| C12-18-Fettalkohol mit 7 EO |
4,8 |
| C12-16-Alkyl-1,4-glycosid |
1,0 |
| Seife |
1,6 |
| Natriumcarbonat |
17,2 |
| Natriumsilikat |
5,6 |
| Zeolith A (wasserfreie Aktivsubstanz) |
28,5 |
| Na-Hydroxyethan-1,1-diphosphonat |
0,8 |
| Acrylsäure-Maleinsäure-Copolymer |
5,6 |
| Wasser, Salze |
Rest |
Tabelle 2:
| Vorgemisch [Gew.-%] |
| Tensidgranulat |
87,3 |
| Schauminhibitor |
3,5 |
| Enzyme |
1,7 |
| Parfüm |
0,5 |
| Zeolith A (Wessalith® P, Degussa) |
1,0 |
| Cellulose |
5,0 |
[0130] Die tablettierfähigen Vorgemische wurden in einer Korsch-Exzenterpresse zu Tabletten
(Durchmesser: 44 mm, Höhe: 22 mm, Gewicht: 37,5 g) verpreßt. Dabei wurde der Preßdruck
so eingestellt, daß jeweils drei Serien von Tabletten erhalten wurden (E, E', E" und
V, V', V "), die sich in ihrer Härte unterscheiden. Die erfindungsgemäßen Waschmitteltabletten
E wurden nach der Herstellung zu einer erfindungsgemäßen Kombination verpackt, indem
je zwei Tabletten in ein flow pack aus Laminatfolie (aluminiumbedampfte Folie, Dicke:
35 µm, Wasserdampfdurchlässigkeit 1 g/m
2/24 h) eingepackt wurden; die Vergleichsbeispiele V wurden offen gelagert. Von allen
Tablettenserien wurde vor dem Verpacken die Härte und die Zerfallszeit gemessen. Beide
Tabletten (erfindungsgemäße Kombination E und Vergleichs-Tablette V wurden 14 Tage
in einer Klimazelle bei 23°C und 85% relativer Luftfeuchtigkeit (Prüfbedingungen nach
DIN 53122) gelagert, wonach erneut die Härten und Zerfallszeiten bestimmt wurden.
Die Härte der Tabletten wurde durch Verformung der Tablette bis zum Bruch gemessen,
wobei die Kraft auf die Seitenflächen der Tablette einwirkte und die maximale Kraft,
der die Tablette standhielt, ermittelt wurde.
[0131] Zur Bestimmung des Tablettenzerfalls wurde die Tablette in ein Becherglas mit Wasser
gelegt (600ml Wasser, Temperatur 30°C) und die Zeit bis zum vollständigen Tablettenzerfall
gemessen. Zur Bestimmung der Einspülbarkeit wurden 3 Tabletten in die Einspülkammer
einer haushaltsüblichen Waschmaschine gelegt (AEG Öko Lavärnat) und ein 40°C-Programm
ohne Vorwäsche gestartet. Nach Beendigung des Einspülvorgangs wurden die in der Einspülkammer
befindlichen Reste getrocknet und gewogen. Die experimentellen Daten der einzelnen
Tablettenserien zeigt Tabelle 3:
Tabelle 3:
| Waschmitteltabletten [physikalische Daten] |
| Tablette |
|
E |
E' |
E" |
V |
V' |
V" |
| vor Lagerung |
Tablettenhärte [N] |
39 |
49 |
62 |
39 |
49 |
62 |
| |
Tablettenzerfall [s] |
14 |
26 |
49 |
14 |
26 |
58 |
| |
Einspülbarkeit
(Rest) [g] |
6 |
4 |
8 |
6 |
4 |
8 |
| nach Lagerung |
Tablettenhärte [N] |
45 |
54 |
62 |
35 |
46 |
53 |
| |
Tablettenzerfall [s] |
14 |
30 |
59 |
> 60 |
> 60 |
> 60 |
| |
Einspülbarkeit
(Rest) [g] |
6 |
6 |
5 |
58 |
92 |
105 |
[0132] Tabelle 3 zeigt eindrucksvoll, daß sich die Härten und Zerfallszeiten der Waschmitteltabletten
in den erfindungsgemäßen Kombinationen nur geringfügig ändern, während die Tabletten
des Vergleichsbeispiels V unakzeptabel nachhärten und äußerst schlecht bzw. nicht
mehr zerfallen.