[0001] Die Erfindung betrifft einen elektromagnetischen Ventiltrieb für ein Gaswechselventil
einer Brennkraftmaschine, mit einem am Ventilschaft befestigten plattenförmigen Magnetanker
und zu beiden Seiten des Ankers angeordneten Elektromagneten zur Ausführung der Ventilbewegungen
und zum Halten des Ventils in der Öffnungs- und Schließposition in Verbindung mit
einer in Öffnungsrichtung und einer in Schließrichtung des Ventils wirkenden Ventilfeder.
[0002] Lösungsvorschläge zur Steuerung von Gaswechselventilen in Brennkraftmaschinen mit
Hilfe von Elektromagneten gehören zum Stand der Technik. Durch das Ein- oder Ausschalten
eines Elektromagneten kann sich ein Anker, der zur Kraftübertragung mit dem Gaswechselventil
verbunden ist, von einem Elektromagneten, beispielsweise aus der Schließstellung,
lösen und unterstützt durch Federkraft über die Mittelstellung hinaus in die Nähe
des gegenüberliegenden Elektromagneten bewegen, wobei durch entsprechende Ansteuerung
dafür gesorgt wird, daß das Gaswechselventil in seine Öffnungsstellung gezogen wird.
Zum Schließen wird der gleiche Vorgang in umgekehrter Reihenfolge ausgeführt. Das
Gaswechselventil wird jeweils in seiner Öffnungs- und in seiner Schließstellung gehalten.
Beispiele von nach diesem Prinzip arbeitenden Brennkraftmaschinen mit Gaswechselventilen
werden in der DE 30 24 109 C2, DE 33 11 250 C2, DE 35 00 530 C2, DE 43 36 287 C1 u.
a. beschrieben.
[0003] Die derzeitig bekannten Lösungen für elektromagnetische Ventiltriebe zeigen verglichen
mit konventionellen Ventiltrieben durch Nockenwellen den Nachteil einer deutlich erhöhten
Bauhöhe. Elektromagnetische Ventiltriebe weisen gegenüber konventionellen Ausführungen
zusätzliche Baukomponenten auf. Die Montage, Justierung der Einzelteile und Wartungsarbeiten
sind ebenfalls nachteilig im Vergleich zu herkömmlichen Ventiltrieben. Insbesondere
die genaue Einstellung der Mittellage des Magnetankers zwischen den Magnetspulen ist
teilweise mit einem erheblichen Arbeitsaufwand verbunden.
[0004] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, einen elektromagnetisch arbeitenden Ventiltrieb
zu schaffen, dessen Bauhöhe und die Anzahl der benötigten Bauteile verringert sind.
Die Montage und die Einstellung der Ankermittellage sollen erleichtert werden. Insgesamt
wird eine Verbesserung der Wartungsfreundlichkeit angestrebt. Die Erfindung löst diese
Aufgabe durch die Merkmale des Patentanspruchs 1.
[0005] Die erfindungsgemäße Lösung führt insbesondere durch die Ausbildung der Magnetankerplatte
gleichzeitig als Federteller zu einer deutlichen Reduzierung der Anzahl der benötigten
Bauteile, insbesondere deshalb, weil der Kraftangriff der beiden entgegengesetzt wirkenden
Ventilfedern direkt auf die Ankerplatte erfolgt. Hierdurch läßt sich auch die Bauhöhe
gegenüber den bekannten elektromagnetischen Ventiltrieben deutlich reduzieren.
Der Befestigung der Magnetankerplatte direkt am Ventilschaft dient nach einem weiteren
Vorschlag eine kraftschlüssige oder formschlüssige Doppelkegelstückverbindung, so
daß die Druckkräfte in zwei entgegengesetzte Richtungen in den Ventilschaft geleitet
werden können. Somit ist eine direkte Wirkung der auf den Anker ausgeübten Magnet-
und/oder Ventilkräfte auf das Ventil gewährleistet. Dadurch besteht weiterhin die
Möglichkeit, den elektromagnetischen Ventiltrieb sowohl mit als auch ohne Ventilfedern,
wahlweise auch mit nur einer Ventilfeder oder auch mit Permanentmagneten am Anker
zu betreiben.
Bei der Verwendung einer formschlüssigen Doppelkegelstückverbindung kann eine freie
Drehung des Ventils während seiner Bewegung erreicht werden.
[0006] Die Einstellung der genauen Mittellage der Magnetankerplatte zwischen den Elektromagneten
kann durch die Verstellung der Elektromagneten gegen den am Ventilschaft fixierten
Anker vorgenommen werden. Gleichzeitig kann damit auch die Einstellung eines notwendigen
Ventilspiels erfolgen, welches seinerseits zur Geräuschminimierung beiträgt.
[0007] In weiterer vorteilhafter Ausgestaltung der Erfindung wird vorgeschlagen, die
[0008] Ventilfederkräfte über einen im Gehäusedeckel angeordneten Schraubring einstellbar
zu machen. Die Einstellung der genauen Mittellage des Ankers kann dagegen in einfacher
Weise durch die Verstellung des Gehäuses mit den darin fixierten Elektromagneten erfolgen,
wobei ein Schraubring mit zwei entgegengesetzt wirkenden Gewindeabschnitten vorgesehen
ist. Dieser Schraubring verbindet das Gehäuse mit der die Gesamteinheit tragenden
Brücke. Um das Gewindespiel dieser Schraubverbindung auszuschalten, kann eine Tellerfeder
zwischen der Brücke und dem Gehäuse eingesetzt werden.
In weiterer Ausgestaltung des Erfindungsgegenstandes wird vorgeschlagen, für den
[0009] Eingriff der Doppelkegelstücke einen Aufnahmekonus in der Ankerplatte und einen gegensätzlich
angeordneten Aufnahmekonus in einer mit der Ankerplatte verbundenen Spannbuchse vorzusehen,
die in die Ankerplatte geschraubt werden kann.
[0010] Es besteht die Möglichkeit, den erfindungsgemäß ausgebildeten Ventiltrieb als eine
komplett vormontierte Einheit einzusetzen, wodurch eine deutliche Montagevereinfachung
erzielt werden kann. Sofern notwendig, kann jedoch auch die
[0011] Montage der einzelnen Komponenten direkt im Zylinderkopf vorgenommen werden.
[0012] Zur komplett vormontierten Einheit gehören die Elektromagneten, die beiden gegenseitig
wirkenden Ventilfedern, die Magnetankerplatte, eine Distanzhülse zwischen den Elektromagneten
zur Ventilhubeinstellung, die Federkrafteinstellvorrichtung und die Deckplatte des
Gehäuses mit einer zentralen
[0013] Gewindeöffnung zur Befestigung an der tragenden, am Zylinderkopf der Brennkraftmaschine
befestigbaren Brücke.
[0014] Der vormontierte elektromagnetische Ventiltrieb kann durch Umbördeln der Gehäusekanten
um die Kanten der Deckplatte fest verschlossen sein. Das optimale Einstellen der gegensätzlich
wirkenden Ventilfederkräfte kann vor der Montage des Gehäuses im Zylinderkopf bereits
im Herstellwerk vorgenommen werden.
[0015] In der Zeichnung sind zwei Ausführungsbeispiele der Erfindung schematisch dargestellt
und nachstehend erläutert. Es zeigen:
- Figur 1
- einen Längsschnitt durch einen elektromagnetischen Ventiltrieb der innerhalb eines
Gehäuses oder Käfigs angeordnet ist und
- Figur 2
- eine Ausführung mit einem verlängerten Ventilschaft zur zusätzlichen Ventilführung
am Ventilschaftende.
[0016] In beiden Abbildungen sind gleiche Bauteile mit durchgehend gleichen Bezugsziffern
versehen.
[0017] Das Gaswechselventil 1 ist am freien Ende seines Schaftes 2 mit einer Magnetankerplatte
3 ausgerüstet, die über Doppelkegelstücke 4 form- oder kraftschlüssig mit dem Ventilschaft
verbunden ist. Die Doppelkegelstücke sind in einer konischen Bohrung 5 der Ankerplatte
und in einer konischen Bohrung 6 einer Spannbuchse 7 fixiert. Die Spannbuchse greift
mit einem Außengewinde 8 in ein entsprechendes Gewinde der Ankerplatte 3. Diese Befestigungsart
erlaubt die Einleitung von in beide Richtungen des Ventilschafts wirkenden Kräften
in das Ventil, die durch Ventilfedern 9 und 10 sowie Elektromagneten 11 und 12 erzeugt
werden.
[0018] Die Magnetankerplatte 3 dient gleichzeitig als Federteller für die in Öffnungsrichtung
wirkende Feder 9 und die entgegengesetzt angeordnete, also in Schließrichtung wirkende
Ventilfeder 10. Die beiden Elektromagneten 11 und 12 sind durch eine Distanzhülse
13 auf dem erforderlichen Abstand gehalten, der den
[0019] Bewegungsstecken des Ventils entspricht.
[0020] Der aus den vorgenannten Elementen bestehende Ventiltrieb wird von einem Gehäuse
oder Käfig 14 umfaßt und durch einen Deckel 15 verschlossen. Der Einfachheit halber
können die oberen Gehäusekanten um den Deckelrand gebogen oder gebördelt sein.
In den Deckel 15 mit einer zentralen Schrauböffnung greift ein mit einem Innensechskant
versehener Schraubring 16, der als verstellbare Federauflage für die öffnende Ventilfeder
9 dient. Die genaue Einstellung des Schraubringes über sein Gewinde 17 ermöglicht
eine genaue Federkrafteinstellung, die bereits werkseitig einjustiert werden kann.
Die genaue Einstellung der Federkraft der Feder 10 erfolgt über die Einstellscheibe
27.
Die Abschirmungen A und B verhindern einen unzulässigen Einfluß des Magnetfeldes auf
den bewegten Anteil der Ventilfedern.
[0021] Die gesamte Baueinheit mit dem Käfig 14 kann über eine Haltebrücke 18 am nicht näher
dargestellten Zylinderkopf 19 einer Brennkraftmaschine befestigt werden. Zur Verbindung
der Brücke 18 mit dem Deckel 15 dient ein Schraubring 20 mit einem ersten Gewindeabschnitt
21, der vorzugsweise als Rechtsgewinde ausgeführt ist. Am inneren Ende des Schraubrings
20 befindet sich ein zweiter Gewindeabschnitt 22, der mit einem Linksgewinde in den
Deckel 15 greift und das Gehäuses mit den Elementen des Ventiltriebs hält. Zur Vermeidung
eines Gewindespiels zwischen diesen Bauteilen kann eine in Axialrichtung wirkende
Druckfeder 23, insbesondere Tellerfeder, zwischen die Brücke 18 und den Deckel 15
gesetzt werden. Eine unbeabsichtigte Verstellung wird mittels der Kontermutter 28
vermieden.
Die Montageeinheit wird über die Ventilführung 24 mit der Ventilabdichtung 25 geführt,
die fest mit dem Zylinderkopf verbunden sind.
[0022] Durch die Verwendung der Magnetankerplatte gleichzeitig als Federteller für beide
Ventilfedern kann es von Vorteil sein, das Schaftende des Ventils mit einem zweiten
Führungsbereich zu versehen.
Die Ausführung gemäß Figur 2 unterscheidet sich von der der Figur 1 im Wesentlichen
durch die rotationssymetrische Ausführung sowie eine zusätzliche Ventilführung 30
im Bereich der Verbindung des Gehäuses 14 mit der Platte 35. Der Ventilschaft 2 ist
über die Rilleneinstiche 31 für den Eingriff der Doppelkegelstücke 4 hinaus bis in
den Bereich der zweiten Ventilführung 30 verlängert. Dieser Teil des Ventilschaftes
ist mit 2 a gekennzeichnet. Weiterhin erfolgt hierbei ein Verschrauben des Gehäuses
14 direkt über Gewinde 34 im Zylinderkopf. Die Platte 35 dient zur Vermeidung von
Gewindespiel und wird ebenfalls über Gewinde 36 direkt im Zylinderkopf gegen Teil
15 gekontert.
[0023] Ferner wird der dem Deckel 15 zugewandte Konus der Doppelkegelstücke in einem Gegenkonus
einer Spannplatte 32 fixiert, die mit der Ankerplatte 3 verschraubt ist.
[0024] Zur Montage wird zunächst das vormontierte Gehäuse 14, 15 in den Zylinderkopf gesetzt
und mit diesem durch die Haltebrücke 18 verbunden. Anschließend wird das Ventil eingesetzt.
Danach werden die Doppelkegelstücke an den Ventilschaft gesetzt, wobei der Magnetanker
3 analog dem Federteller bei einer konventionellen Kegelstückmontage gegen die Kraft
der Schließfeder 10 verschoben wird. Nach der Rückkehr der Magnetankerplatte 3 in
ihre Ausgangslage fixiert diese die Doppelkegelstücke am Ventilschaft. Durch Verschrauben
der Spannbuchse 7 mit der Magnetankerplatte 3 werden die Doppelkegelstücke abschließend
in beide Bewegungsrichtungen durch Druckkräfte belastbar.
[0025] Nach dem Einsetzen des Ventiltriebs erfolgt die genaue Justierung der Mittellage
der Magnetankerplatte durch Verstellen der vormontierten Einheit in Ventilschaftrichtung
mit Hilfe der beiden gegensätzlich wirkenden Gewindeabschnitte 21 und 22 des Schraubrings
20. Dessen Schraubdrehungen erzeugen eine Relativbewegung des Gehäuses mit den Elektromagneten
zur Magnetankerplatte. Über die Justierung der Mittellage kann auch eine Einstellung
des für das Ventil notwendige Ventilspiels zur Kompensation der thermischen Ventilausdehnung
erfolgen.
1. Elektromagnetischer Ventiltrieb für ein Gaswechselventil einer Brennkraftmaschine
mit einem am Ventilschaft befestigten plattenförmigen Magnetanker und zu beiden Seiten
des Ankers angeordneten Elektromagneten zur Ausführung der Ventilbewegungen und zum
Halten des Ventils in der Öffnungs- und Schließposition in Verbindung mit einer in
Öffnungsrichtung und einer in Schließrichtung des Ventils wirkenden Ventilfeder, gekennzeichnet
durch folgende Merkmale:
a) die Ankerplatte (3) ist unmittelbar am Ventilschaft (2) befestigt und gleichzeitig
als Federteller für beide Ventilfedern (9, 10) ausgebildet,
b) die Elektromagneten (11, 12), die Ventilfedern und die Ankerplatte sind gemeinsam
von einem Gehäuse oder Käfig (14) umfaßt,
c) das Gehäuse ist in Axialrichtung des Ventilschaftes verstellbar mit einer an dem
Zylinderkopf der Brennkraftmaschine befestigbaren Brücke (18) verbunden oder durch
ein Außengewinde (34) axial verstellbar im Zylinderkopf angeordnet;
d) innerhalb des Gehäuses befindet sich eine Vorrichtung (17) zum Verstellen der Ventilfederkräfte.
2. Ventiltrieb nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Ankerplatte zur Aufnahme
von entgegengesetzt gerichteten Druckkräften über Doppelkegelstücke (4) mit dem Ventilschaft
verbunden ist.
3. Ventiltrieb nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Ventilfederkräfte
über einen im Gehäusedeckel (15) angeordneten Schraubring (17) einstellbar sind.
4. Ventiltrieb nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß das Gehäuse
über einen Schraubring (20) mit zwei entgegengesetzt wirkenden Gewindeabschnitten
(21, 22) mit einer das Gehäuse tragenden Brücke (18) verbunden ist.
5. Ventiltrieb nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß zur Ausschaltung des Gewindespiels
eine Tellerfeder (23) zwischen der Brücke und dem Gehäuse eingesetzt ist.
6. Ventiltrieb nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Ventilführung
mit der Ventilschaftabdichtung das Gehäuse führt.
7. Ventiltrieb nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Doppelkegelstücke
durch einen Aufnahmekonus (5) im Anker und einen gegensätzlich angeordneten Aufnahmekonus
(6) in einer mit dem Anker verbundenen Spannbuchse (7) fixiert sind.
8. Ventiltrieb nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß die Spannbuchse mit dem Anker
form- oder kraftschlüssig verbunden, z. B. verschraubt, ist.
9. Ventiltrieb nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß das Schaftende
(2 a) des Ventils über dessen Verbindung mit der Magnetankerplatte hinaus verlängert
und mit einer zweiten Führung (30) versehen ist.