Stand der Technik
[0001] Die Erfindung geht aus von einer keramischen Glühstiftkerze für Dieselmotoren nach
der Gattung des unabhängigen Anspruchs 1. Es sind bereits Glühstiftkerzen mit außenliegendem
keramischen Heizer beispielsweise aus der Patentanmeldung DE-OS 40 28 859 bekannt.
Desweiteren sind z.B. aus DE-OS 29 37 884 metallische Glühstiftkerzen bekannt, bei
denen die metallische Glühwendel mit einem Thermoelement verschweißt ist. Hier läßt
sich während des Betriebs der Glühstiftkerze durch die Erfassung der Thermospannung
die Temperatur im jeweiligen Zylinder messen. In einer Glühstiftkerze mit keramischem
Heizelement ist jedoch eine metallische Glühwendel nicht vorhanden.
[0002] Weiterhin ist aus der DE 198 44 347 eine Glühstiftkerze mit einem Anschlußelement
bekannt, das mit dem Glühstift über ein Kontaktierungselement elektrisch verbunden
ist. Dieses Kontaktierungselement wird, wie Figur 1 zu entnehmen ist, als Feder ausgeführt.
Vorteile der Erfindung
[0003] Die erfindungsgemäße keramische Glühstiftkerze mit den Merkmalen des ersten unabhängigen
Anspruchs hat den Vorteil, daß die Temperatur des Glühstiftes meßbar ist. Es ist in
einer keramischen Glühstiftkerze erstmals möglich, ohne zusätzlichen apparativen Aufwand
die Temperatur des Glühstiftes direkt in einem ausgewählten Bereich an der Außenseite
des Glühstiftes zu messen. Die Messung der Temperatur erfolgt in einem gegenüber dem
Volumen des gesamten Glühstiftes kleinen, ausgewählten Bereich, wodurch der Fehler,
der durch eine Temperaturverteilung über ein großes Volumen auftritt, bei der Temperaturbestimmung
verringert werden kann. Es ist weiterhin vorteilhaft, daß in der erfindungsgemäßen
Glühstiftkerze eine Konzentration der Heizleistung in einem ausgewählten Bereich des
Glühstiftes realisiert werden kann, ohne den Querschnitt der leitfähigen Schicht zu
ändern, sodaß die Oberfläche in dem Bereich, in dem die Konzentration der Heizleistung
erfolgen soll, konstant bleibt und somit auch die Wechselwirkungsfläche konstant gehalten
wird. Von Vorteil ist weiterhin, daß die Fertigung einer derartigen keramischen Temperaturmeß-Glühstiftkerze
kostengünstig gestaltet werden kann.
[0004] Durch die in den auf den ersten unabhängigen Anspruch bezogenen Unteransprüchen aufgeführten
Maßnahmen sind vorteilhafte Weiterbildungen und Verbesserungen der im Hauptanspruch
angegebenen keramischen Glühstiftkerze möglich. Insbesondere ist durch eine geeignete
Wahl der für die verschiedenen Bereiche der Glühstiftkerze verwendeten keramischen
Materialien sichergestellt, daß die mechanische Stabilität des Heizers nicht beeinträchtigt
wird. Eine Vearbeitung der gemessenen Temperaturwerte durch ein Steuergerät erlaubt
eine Regelung der Temperatur in dem ausgewählten Bereich des Glühstiftes. Es ist außerdem
vorteilhaft, die erfindungsgemäße Glühstiftkerze im Passivbetrieb, nachdem sie die
Aufheizfunktion erfüllt hat, als Temperatursensor zu benutzen. Es kann so festgestellt
werden, ob die Verbrennung im jeweiligen Zylinder korrekt abläuft. Vorteilhaft ist,
daß aufgrund dieser Informationen eine Beeinflussung von für die Verbrennung relevanten
Parametern erfolgen kann.
[0005] Die erfindungsgemäße keramische Glühstiftkerze kann einen elastischen Federanteil
aufweisen, der sicherstellt, daß thermische Verschiebungen der umgebenden Bauteile
aufgrund von unterschiedlichen Wärmeausdehnungskoeffizienten ausgeglichen werden können.
[0006] Die Glühstiftkerze mit einem erfindungsgemäßen Kontaktierungselement wird nach dem
Verfahren gemäß Anspruch 4 hergestellt.
[0007] Durch die Anordnung der in dem Kerzengehäuse befindlichen Bestandteile werden Kurzschlüsse
verhindert. Außerdem ist gewährleistet, daß die Bestandteile so verpreßt werden, daß
einerseits keine Lockerung der Bestandteile und andererseits keine Sprengung von Bestandteilen
durch eine zu große Gegenkraft von federnden Elementen (z.B. durch das Kontaktierungselement)
erfolgt.
Zeichnungen
[0008] Die Ausführungsbeispiele der Erfindung sind in Zeichnungen dargestellt und in der
nachfolgenden Beschreibung näher erläutert. Es zeigen
Figur 1 eine erfindungsgemäße Glühstiftkerze im Längsschnitt,
Figur 2 den vorderen Abschnitt des außenliegenden keramischen Heizers als Seitenansicht,
Figur 3 eine Verschaltung der erfindungsgemäßen Glühstiftkerze mit den Steuergeräten,
Figur 4 die in der erfindungsgemäßen keramischen Glühstiftkerze und in den Zuleitungen
auftretenden Widerstände und
Figur 5 eine erfindungsgemäße Glühstiftkerze im Längsschnitt.
Beschreibung der Ausführungsbeispiele
[0009] Figur 1 zeigt schematisch einen Längsschnitt durch eine erfindungsgemäße keramische
Glühstiftkerze 1. Am brennraumfernen Ende der Glühstiftkerze 1 erfolgt der elektrische
Kontakt über einen Rundstecker 2, der über eine Dichtung 3 vom Kerzengehäuse 4 getrennt
und mit der zylindrischen Zuleitung 5 verbunden ist. Die Fixierung der zylindrischen
Zuleitung 5 im Kerzengehäuse 4 erfolgt über einen Metallring 7 und eine elektrisch
isolierende Keramikhülse 8. Die zylindrische Zuleitung 5 ist über einen Kontaktstift
10, wobei die zylindrische Zuleitung 5 auch mit dem Kontaktstift 10 in einem Bauteil
vereinigt sein kann, und ein geeignetes Kontaktierungselement 12, das vorzugsweise
als Kontaktfeder oder als eine elektrisch leitfähige Pulverpackung oder als eine elektrisch
leitfähige Tablette mit einem elastischen Federanteil, vorzugsweise aus Graphit, ausgebildet
ist, mit dem keramischen Glühstift 14 verbunden. Das Innere der Glühkerze wird mittels
einer Dichtpackung 15 gegenüber dem Brennraum abgedichtet. Die Dichtpackung 15 besteht
aus einer elektrisch leitenden Kohlenstoff-Verbindung. Die Dichtpackung 15 kann aber
auch durch Metalle, eine Mischung aus Kohlenstoff und Metall oder eine Mischung aus
Keramik und Metall ausgebildet sein. Der Glühstift 14 besteht aus einer keramischen
Heizschicht 18 und keramischen Zuleitungsschichten 20 und 21, wobei die beiden Zuleitungsschichten
20, 21 durch die Heizschicht 18 verbunden sind und mit der Heizschicht 18 zusammen
die Leitschicht bilden. Die Zuleitungsschichten 20, 21 besitzen eine beliebige Form,
auch die Heizschicht 18 kann eine beliebige Form besitzen. Vorzugsweise ist die Leitschicht
u-förmig ausgebildet. Die Zuleitungschichten 20 und 21 sind über eine Isolationsschicht
22, die ebenfalls aus keramischem Material besteht, getrennt. In dem in Figur 1 dargestellten
Ausführungsbeispiel ist der Glühstift 14 derart gestaltet, daß die Zuleitungsschichten
20 und 21 sowie die Heizschicht 18 außen am Glühstift 14 angeordnet sind. Es ist jedoch
auch möglich, mindestens die Zuleitungsschichten 20 und 21 so anzuordnen, daß sie
sich innerhalb des Glühstiftes befinden und noch von einer außen liegenden, keramischen,
isolierenden Schicht bedeckt werden. Innerhalb des Kerzengehäuses ist der keramische
Glühstift durch eine nicht dargestellte Glasschicht von den übrigen Bestandteilen
der Glühstiftkerze 4, 8, 12, 15 isoliert. Um den elektrischen Kontakt zwischen dem
Kontaktierungselement 12 und der Zuleitungsschicht 20 herzustellen, ist die Glasschicht
an der Stelle 24 unterbrochen. Die Glasschicht ist ebenfalls unterbrochen, für einen
elektrischen Kontakt zwischen Zuleitungsschicht 21 und Kerzengehäuse 4 über die Dichtpackung
15 an der Stelle 26. In diesem Ausführungsbeispiel wurde als bevorzugte Ausführungsform
die Heizschicht 18 an der Spitze des Glühstiftes plaziert. Es ist jedoch auch denkbar,
diese Heizschicht an einer anderen Stelle der Leitschicht zu plazieren. Die Heizschicht
18 sollte sich an der Stelle befinden, an der die größte Heizwirkung erzielt werden
soll.
[0010] In Figur 2 ist nochmals das keramische Heizelement in einer Ansicht von der Seite
gezeigt. Wie in Figur 1 ist die Ausführungsform, bei der sich die Heizschicht 18 an
der Spitze des Glühstiftes befindet, dargestellt. Desweiteren sind die Zuleitungsschichten
20, 21 und die Isolationsschicht 22 zu erkennen. In dieser Seitenansicht ist die Ausführungsform
gezeigt, in der die Leitschicht, bestehend aus den Zuleitungsschichten 20 und 21 und
der Heizschicht 18, eine U-förmige Gestalt aufweist.
[0011] Der Betriebszustand, in dem der Glühstift zur Unterstützung der Verbrennung im Brennraum
beheizt wird, wobei dieses Heizen beim Start der Brennkraftmaschine, während einer
Nachglühphase, die sich vorzugsweise über 3 Minuten erstreckt, sowie während einer
Zwischenglühphase erfolgt, wenn die Temperatur des Brennraums während des Betriebs
der Brennkraftmaschine zu stark absinkt, wird Aktivbetrieb genannt.
[0012] Bei der keramischen Glühstiftkerze ist das Material der Heizschicht 18 so gewählt,
daß der absolute elektrische Widerstand der Heizschicht 18 größer ist als der absolute
elektrische Widerstand der Zuleitungsschichten 20, 21. (Im Folgenden soll unter der
Bezeichnung Widerstand ohne Zusatz der absolute elektrische Widerstand verstanden
werden.) Um Querströme zwischen der Leitschicht zu vermeiden, ist der Widerstand der
Isolationsschicht so gewählt, daß er deutlich größer als der Widerstand der Heizschicht
18 und der Zuleitungsschichten 20, 21 ist.
[0013] In Figur 3 ist schematisch dargestellt, welche Geräte mit der Glühstiftkerze 1 kommunizieren.
Dies ist zunächst das Motorsteuergerät 30, das eine Rechner- und eine Speichereinheit
beinhaltet. Im Motorsteuergerät 30 werden die motorabhängigen Parameter der Glühstiftkerze
gespeichert. Dies können beispielsweise die Widerstands-Temperaturkennfelder in Abhängigkeit
von Last und Drehzahl des Motors sein. Der Speicher des Motorsteuergeräts enthält
auch einen oder mehrere Temperatur-Referenzwerte für eine korrekte Verbrennung. Das
Motorsteuergerät kann Parameter steuern, die die Verbrennung beeinflussen, beispielsweise
die Einspritzdauer, den Einspitzbeginn und das Einspritzende des Kraftstoffs. Das
Steuergerät 32 regelt eine Spannung, die vom Motorsteuergerät vorgegeben wurde. Diese
Spannung stellt die für die Glühstiftkerze verwendete Gesamtspannung dar. Das Steuergerät
32 beherbergt außerdem ein Strommeßgerät, mit dem die Stromstärke, die über den Glühstift
fließt, gemessen wird. Außerdem beinhaltet das Steuergerät 32 eine Speicher- und eine
Recheneinheit. Das Motorsteuergerät 30 und das Steuergerät 32 können auch in einem
Gerät vereinigt sein.
[0014] Die Figur 4 veranschaulicht die über die Glühstiftkerze auftretenden Widerstände.
Der Widerstand 41 mit einem Wert R20 ist der Widerstand der keramischen Zuleitungsschicht
20. Der Widerstand 43 mit einem Wert R1 beinhaltet den Widerstand der Heizschicht.
Der Widerstand 45 mit einem Wert R21 beinhaltet den Widerstand der keramischen Zuleitungsschicht
21. Hinzu kommen noch die Widerstände der übrigen Zu- und Rückleitungen, die jedoch
alle klein gegenüber den Widerständen R20 und R21 sind und deshalb nicht berücksichtigt
werden. Sie sind in Figur 4 nicht gezeichnet. Die Widerstände 41, 43 und 45 sind in
Reihe verschaltet. Für die anhand von Figur 4 durchgeführten Betrachtungen sollen
evtl. auftretende Querströme vernachlässigt werden. Somit ergibt sich der Gesamtwiderstand
R aus der Summe der Widerstände R20, R1 und R21. Der Widerstand R1 bildet dabei den
größten Summanden.
[0015] Vom Motorsteuergerät 30 wird anhand der dort enthaltenen Kennfelder und der gewünschten
Temperatur des Glühstiftes eine Effektivspannung vorgegeben, die vom Steuergerät 32
geregelt wird. Aufgrund der Temperaturabhängigkeit der Widerstände 41, 43 und 45 stellt
sich ein Strom I über die Glühstiftkerze, also über den Widerstand R, ein, der im
Steuergerät 32 gemessen wird. Die Temperaturabhängigkeit des Gesamtwiderstandes R
= R20 + R1 + R21 ergibt sich dabei hauptsächlich aus der Temperaturabhängigkeit des
Widerstandes R1, da dieser Widerstand den größten Wert besitzt. Die Temperaturabhängigkeit
der Widerstände R20, R1 und R21 ist über den gesamten Betriebsbereich der Glühstiftkerze
zwischen Raumtemperatur und einer Temperatur von ca. 1400°C nahezu konstant. Die Temperatur
des Brennraums liegt im Betriebsbereich der Glühstiftkerze.
[0016] Die gemessene Stromstärke I wird vom Steuergerät 32 anhand eines gespeicherten Kennfeldes
in eine Temperatur umgerechnet, die sich aufgrund des deutlich höheren Widerstandes
R1 gegenüber den Widerständen R20 und R21 hauptsächlich aus der Temperatur der Heizschicht
18 ergibt. Diese Temperatur wird an das Motorsteuergerät 30 zurückgegeben, wobei aufgrund
der ermittelten Temperatur die Effektivspannung für die Glühstiftkerze neu vorgegeben
wird.
[0017] Es ist ebenfalls möglich, die Temperatur der Heizschicht 18 des Glühstiftes anderweitig
auszugeben, beispielsweise auf einem Display. Weiterhin ist es möglich, anhand der
ermittelten Temperatur beispielsweise unter Berücksichtigung von einer oder mehreren,
im Motorsteuergerät 30 gespeicherten, Referenztemperaturen Schlußfolgerungen über
die Qualität der Verbrennung zylinderspezifisch herzuleiten. Im Falle einer nicht
korrekten Verbrennung können vom Steuergerät zylinderspezifische Maßnahmen ergriffen
werden, die den Verbrennungsvorgang beeinflussen und so wieder für eine korrekte Verbrennung
sorgen können. Es könnte dann beispielsweise die Einspritzdauer, der Einspritzbeginn
oder der Einspritzdruck des Kraftstoffs variiert werden.
[0018] In einem weiteren Ausführungsbeispiel ist es möglich, auch im Passivbetrieb der Glühstiftkerze,
d.h. nach der Nachglühzeit, wenn sich die Glühstiftkerze nicht mehr im Aktivbetrieb
befindet, eine Messung der Temperatur des Brennraums vorzunehmen. Hier wird eine entsprechend
niedrigere Effektivspannung vorgegeben und, analog zum Aktivbetrieb der sich über
den Widerstand R einstellende Strom I gemessen und so auf die Temperatur des Heizbereichs
geschlossen, der dann der Temperatur des Brennraums entspricht. Ebenso wie im Aktivbetrieb
kann die Temperatur des Brennraums zylinderspezifisch mit einem oder mehreren im Motorsteuergerät
gespeicherten Referenzwerten für eine korrekte Verbrennung verglichen werden. Sollte
die Temperatur des Brennraums nicht einer korrekten Verbrennung entsprechen, können,
wie für den aktiven Betrieb der Glühstiftkerze erläutert, Maßnahmen ergriffen werden,
die wieder für eine korrekte Verbrennung sorgen, beispielsweise eine Variation der
Einspritzdauer, des Einspritzbeginns und des Einspritzdrucks des Kraftstoffes.
[0019] Der Wert der Widerstände R20, R1 und R21 sowie deren Temperaturabhängigkeit wird
wegen

wobei 1 die Länge des Widerstandes und A die Querschnittsfläche darstellt,
durch die Temperaturabhängigkeit des spezifischen Widerstandes ρ eingestellt. Dabei
ergibt sich die Temperaturabhängigkeit aus

[0020] Es bezeichnet ρ(T) den spezifischen Widerstand als Funktion der Temperatur T, ρ
0 den spezifischen Widerstand bei der Raumtemperatur T
0 und α(T) einen Temperaturkoeffizienten, der temperaturabhängig ist.
[0021] Um eine unterschiedliche Temperaturabhängigkeit der Widerstände der Zuleitungen R20
und R21 gegenüber dem Widerstand R1 zu erreichen, kann der spezifische Widerstand
der Heizschicht 18 so gewählt werden, daß ρ
0 der Heizschicht größer ist als ρ
0 der Zuleitungsschichten. Oder aber der Temperaturkoeffizient α der Heizschicht 18
kann im Betriebsbereich der Glühstiftkerze größer sein als der Temperaturkoeffizient
α der Zuleitungsschichten 20, 21. Es ist auch möglich, sowohl ρ
0 als auch α für die Heizschicht 18 für den Betriebsbereich der Glühstiftkerze größer
zu wählen als für Zuleitungsschichten 20, 21.
[0022] In einem bevorzugten Ausführungsbeispiel wird die Zusammensetzung der Heizschicht
18 und der Zuleitungsschichten 20, 21 so gewählt, daß das ρ
0 der Zuleitungsschichten 20, 21 mindestens 10 mal kleiner als das ρ
0 der Heizschicht 18 ist. Der Temperaturkoeffizient α der Heizschicht 18 und der Zuleitungsschichten
20, 21 ist näherungsweise gleich. Somit ist eine Genauigkeit der Temperaturmessung
von 20 Kelvin im gesamten Betriebsbereich der Glühstiftkerze realisiert.
[0023] In einem bevorzugten Ausführungsbeispiel ist der spezifische Widerstand der Isolationsschicht
22 im gesamten Betriebsbereich der Glühstiftkerze mindestens 10 mal größer als der
spezifische Widerstand der Heizschicht 18.
[0024] In einem bevorzugten Ausführungsbeispiel bestehen Heizschicht, die Zuleitungsschichten
und die Isolationsschicht aus keramischen Verbundgefügen, die mindestens zwei der
Verbindungen Al
2O
3, MoSi
2, Si
3N
4 und Y
2O
3 enthält. Diese Verbundgefüge sind durch einen ein- oder mehrstufigen Sinterprozeß
erhältlich. Der spezifische Widerstand der Schichten kann dabei vorzugsweise durch
den MoSi
2-Gehalt und/oder die Korngröße von MoSi
2 bestimmt werden, vorzugsweise ist der MoSi
2-Gehalt der Zuleitungsschichten 20, 21 höher als der MoSi
2-Gehalt der Heizschicht 18, wobei die Heizschicht 18 wiederum einen höheren MoSi
2-Gehalt als die Isolationsschicht 22 aufweist.
[0025] In einem weiteren Ausführungsbeispiel bestehen Heizschicht 18, Zuleitungsschichten
20, 21 und die Isolationsschicht 22 aus einer Komposit-Precursor-Keramik mit unterschiedlichen
Anteilen an Füllstoffen. Die Matrix dieses Materials besteht dabei aus Polysiloxanen,
Polysilsequioxanen, Polysilanen oder Polysilazanen, die mit Bor oder Aluminium dotiert
sein können und die durch Pyrolyse hergestellt werden. Den Füllstoff bilden für die
einzelnen Schichten mindestens eine der Verbindungen Al
2O
3, MoSi
2 und SiC. Analog zu dem obengenannten Verbundgefüge kann vorzugsweise der MoSi
2-Gehalt und/oder die Korngröße von MoSi
2 den spezifischen Widerstand der Schichten bestimmen. Vorzugsweise wird der MoSi
2-Gehalt der Zuleitungsschichten 20, 21 höher als der MoSi
2-Gehalt der Heizschicht 18 eingestellt, wobei die Heizschicht 18 wiederum einen höheren
MoSi
2-Gehalt als die Isolationsschicht 22 aufweist.
[0026] Die Zusammensetzungen der Isolationsschicht, der Zuleitungsschichten und der Heizschicht
werden in den oben angegebenen Ausführungsbeispielen so gewählt, daß ihre thermischen
Ausdehnungskoeffizienten und die während des Sinter- bzw. Pyrolyseprozesses auftretenden
Schrumpfungen der einzelnen Zuleitungs-, Heiz- und Isolationsschichten gleich sind,
so daß keine Risse im Glühstift entstehen.
[0027] In Figur 5 ist ein weiteres bevorzugtes Ausführungsbeispiel der Erfindung anhand
eines schematischen Längsschnitts durch eine erfindungsgemäße Glühstiftkerze 1 dargestellt.
Dabei bedeuten in den vorangegangenen Figuren verwendete gleiche Bezugszeichen gleiche
Bauteile, die hier nicht noch einmal erläutert werden. Analog zu Figur 1 weist die
in Figur 5 dargestellte Glühstiftkerze einen Rundstecker 2 auf, der sich in elektrischem
Kontakt mit der zylindrischen Zuleitung 5 befindet. Die zylindrische Zuleitung 5 ist
über den Kontaktstift 10 und das Kontaktierungselement 12 mit dem keramischen Glühstift
14 elektrisch verbunden. Die zylindrische Zuleitung 5, der Kontaktstift 10, das Kontaktierungselement
12 und der keramische Glühstift 14 sind hintereinander in dieser Reihenfolge, wie
in Figur 5 dargestellt, in Richtung des Brennraums angeordnet. Der keramische Glühstift
14 weist in der in Figur 5 dargestellten bevorzugten Ausführungsform am brennraumfernen
Ende einen Zapfen 11 auf. Den Zapfen 11 bildet eine Verlängerung des Glühstifts 14
in Richtung des brennraumfernen Endes durch eine zylinderförmige Herausführung der
keramischen Zuleitungsschichten 20, 21 und der Isolationsschicht 22, wobei der Zapfen
11 einen geringeren Außendurchmesser aufweist als der sich in Richtung des Brennraums
anschließende Teil des Glühstifts 14, der Bund 13. Es ist weiterhin nicht notwendig,
daß der Glühstift 14 am brennraumseitigen Ende eine Heizschicht 18 aufweist. In einem
bevorzugten Ausführungsbeispiel können die beiden Zuleitungsschichten 20 und 21 lediglich
am brennraumseitigen Ende des Glühstifts derart verbunden sein, wie dies über das
Heizelement 18 erfolgt.
[0028] Die zylindrische Zuleitung 5 und der Kontaktstift 10 bilden zusammen das Anschlußelement,
das auch einstückig ausgebildet sein kann. Am brennraumseitigen Ende des Anschlußelements
ist ein Flansch vorgesehen, der zusammen mit dem Zapfen 11 das Kontaktierungselement
12 in Richtung der Achse der Glühstiftkerze begrenzt.
[0029] Das Kontaktierungselement 12, das aus einer Tablette aus elektrisch leitfähigem Pulver
besteht, ist vorzugsweise als Graphit oder einem Metallpulver oder einem elektrisch
leitenden Keramikpulver ausgebildet. In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform
kann die Tablette aus elektrisch leitfähigem Pulver auch mindestens aus einem überwiegenden
Anteil aus Graphit oder aus dem Metallpulver oder aus dem elektrisch leitenden Keramikpulver
bestehen. Aufgrund der Ausbildung des Kontaktierungselements 12 als elektrisch leitfähiges
Pulver gewährleistet das Kontaktierungselement 12 eine federnde Kontaktierung, die
in der Lage ist, hohe Ströme ohne thermische Zerstörung zu tragen. Die große Oberfläche
des Pulvers stellt eine gute Wärmeleitfähigkeit sicher. Aus dem gleichen Grund kann
auch ein geringer Kontaktwiderstand bei guter Leitfähigkeit realisiert werden. Graphit
und keramische leitfähige Materialen sind außerdem korrosionsbeständig. Der elastische
Federanteil der Tablette aus elektrisch leitfähigem Pulver gewährleistet, daß die
Tablette thermische Bewegungen der Bauteile durch unterschiedliche Wärmeausdehnungskoeffizienten
ausgleicht.
[0030] Seitlich wird die Tablette aus elektrisch leitfähigem Pulver durch eine zylindrische
Spannhülse 9 begrenzt, die hier anstelle der in Figur 1 dargestellten Keramikhülse
8 als ein selbständiges Bauteil vorhanden ist. Die Spannhülse 9 wird analog zur Keramikhülse
8 als isolierendes Bauteil vorgesehen, es besteht in einem bevorzugten Ausführungsbeispiel
aus keramischem Material. Bei der Herstellung der Glühstiftkerze wird die Tablette
aus elektrisch leitfähigem Pulver fest zwischen dem Flansch des Anschlußelements auf
der brennraumfernen Stirnseite, dem Zapfen 11 des Glühstifts 14 auf der brennraumseitigen
Stirnseite und der Spannhülse 9 eingepreßt. Die Einspannung zwischen diesen festen
Bauteilen, insbesondere der Festanschlag der Spannhülse 9 auf der Keramikhülse 8,
d.h. die limitierte Verpreßhöhe, verhindert, daß die umgebende Spannhülse 9 nicht
durch einen zu großen Innendruckaufbau aufgrund der Verpressung des Kontaktierungselements
12 reißt. Die durch die Einspannung der Tablette aus elektrisch leitfähigem Pulver
erreichte axiale Vorspannung des elastischen Federanteils können thermische Dehnungen,
Setzverhalten und Schwingungsbeanspruchung bei Schüttelbeanspruchung der Glühstiftkerze
ausgeglichen werden.
[0031] Eine Glühstiftkerze nach Figur 5 mit einer Tablette aus elektrisch leitfähigem Pulver
als Kontaktierungselement 12 wird folgendermaßen hergestellt. Zuerst wird die Dichtpackung
15 von der brennraumseitigen Spitze des keramischen Glühstifts 14 über den keramischen
Glühstift 14 geführt und als Verbund in das Kerzengehäuse 4 vom brennraumfernen Ende
her eingeführt. Anschließend werden das Kontaktierungselement 12, die Spannhülse 9,
das Anschlußelement 5, 10, die Keramikhülse 8 und der Metallring 7 in einem Halteelement
angeordnet und danach ebenfalls vom brennraumfernen Ende in das Kerzengehäuse 4 eingeführt.
Dann werden mittels einer axialen Kraft, die auf das brennraumferne Ende des Metallrings
7 ausgeübt wird, die im Kerzengehäuse befindlichen Bestandteile verpreßt, insbesondere
wird das Kontaktierungselement 12, das aus einer Tablette aus elektrisch leitfähigem
Pulver besteht, und die Dichtpackung 15 verpreßt. Dabei wird auf das Kontaktierungselement
12 nur so lange eine Kraft ausgeübt, bis den Kontaktstift 10 des Anschlußelements
5, 10 vollständig in die Spannhülse 9 gepreßt hat und die Stirnseite der Keramikhülse
8 auf der Stirnseite der Spannhülse 9 aufliegt. Die Verpressung der Tablette aus elektrisch
leitfähigem Pulver stellt außerdem sicher, daß der elastische Federanteil der Tablette
vorgespannt wird. Anschließend wird mittels einer radial von außen auf das Kerzengehäuse
4 aufgebrachten Kraft der Metallring 7 verstemmt. Danach werden die Dichtung 3 und
der Rundstecker 2 montiert und ebenfalls mittels einer radial von außen auf das Kerzengehäuse
4 aufgebrachten Kraft verstemmt.
1. Glühstiftkerze (1) mit einem keramischen Glühstift (14) und einem der Stromzuführung
dienenden Anschlußelement (5, 10), wobei das Anschlußelement mit dem keramischen Glühstift
(14) über ein Kontaktierungselement (12) elektrisch verbunden ist, dadurch gekennzeichnet, daß das Kontaktierungselement (12) als eine Tablette aus elektrisch leitfähigem Pulver
ausgebildet ist.
2. Glühstiftkerze nach Anspruch 1 dadurch gekennzeichnet, daß die Tablette aus elektrisch leitfähigem Pulver einen axial vorgespannten elastischen
Federanteil aufweist.
3. Glühstiftkerze nach Anspruch 1 dadurch gekennzeichnet, daß das elektrisch leitfähige Pulver aus Graphit oder aus Metallpulver oder aus elektrisch
leitfähigem Keramikpulver oder zumindestens aus einem überwiegendem Anteil dieser
Materialien besteht.
4. Verfahren zur Herstellung einer Glühstiftkerze nach Anspruch 1 mit folgenden Schritten:
a)Einführen einer Dichtpackung (15) von der brennraumseitigen Spitze des keramischen
Glühstifts (14) über den keramischen Glühstift (14) und Ausbildung eines Verbunds,
wobei dieser Verbund in ein Kerzengehäuse (4) eingeführt wird,
b) Anordnen der Tablette aus elektrisch leitfähigem Pulver, einer Spannhülse (9),
des Anschlußelements (5, 10), einer Keramikhülse (8) und eines Metallrings (7) in
einem Halteelement und Einführung desselben in das Kerzengehäuse (4),
c) Verpressung der im Kerzengehäuse (4) befindlichen Bestandteile mittels einer axialen
Kraft, die auf das brennraumferne Ende des Metallrings (7) ausgeübt wird,
d) Verstemmung des Metallrings (7) mittels einer radial von außen auf das Kerzengehäuse
(4) aufgebrachten Kraft.
5. Verfahren nach Anspruch 4 dadurch gekennzeichnet, daß durch die Verpressung der im Kerzengehäuse (4) befindlichen Bestandteile mittels
einer axialen Kraft auf einen elastischen Federanteil der Tablette aus elektrisch
leitfähigem Pulver eine axiale Vorspannung aufgebracht wird.
1. Sheathed-element glow plug (1) with a ceramic glow plug (14) and with a connection
element (5, 10) serving for current supply, the connection element being electrically
connected to the ceramic glow plug (14) via a contacting element (12), characterized in that the contacting element (12) is designed as a pellet consisting of electrically conductive
powder.
2. Sheathed-element glow plug according to Claim 1, characterized in that the pellet consisting of electrically conductive powder has an axially prestressed
elastic spring portion.
3. Sheathed-element glow plug according to Claim 1, characterized in that the electrically conductive powder consists of graphite or of metal powder or of
electrically conductive ceramic powder or at least of a predominant fraction of these
materials.
4. Method for the production of a sheathed-element glow plug according to Claim 1, having
the following steps:
a) introduction of a close-fitting packing (15) from the combustion-space-side tip
of the ceramic glow plug (14) via the ceramic glow plug (14) and formation of a composite
structure, this composite structure being introduced into a plug housing (4),
b) arrangement of the pellet consisting of electrically conductive powder, of a clamping
sleeve (9), of the connection element (5, 10), of a ceramic sleeve (8) and of a metal
ring (7) in a holding element and introduction of the latter into the plug housing
(4),
c) pressing together of the components located in the plug housing (4) by means of
an axial force which is exerted on that end of the metal ring (7) which is remote
from the combustion space,
d) caulking of the metal ring (7) by means of a force applied to the plug housing
(4) radially from outside.
5. Method according to Claim 4, characterized in that, by the components located in the plug housing (4) being pressed together by means
of an axial force, an axial prestress is applied to an elastic spring portion of the
pellet consisting of electrically conductive powder.
1. Bougie-crayon à incandescence (1) comportant un crayon en céramique (14) et un élément
de connexion (5, 10) servant à conduire le courant, dans laquelle l'élément de connexion
est relié électriquement au crayon à incandescence en céramique (14) par le biais
d'un élément de contact (12),
caractérisée en ce que
l'élément de contact (12) est configuré sous la forme d'un comprimé de poudre conductrice
d'électricité.
2. Bougie-crayon de préchauffage selon la revendication 1,
caractérisée en ce que
le comprimé de poudre conductrice d'électricité présente une partie souple élastique
axialement précontrainte.
3. Bougie-crayon de préchauffage selon la revendication 1,
caractérisée en ce que
la poudre conductrice d'électricité est constituée de graphite ou de poudre métallique
ou d'une poudre de céramique conductrice d'électricité ou au moins d'une partie prédominante
de ces matériaux.
4. Procédé de fabrication d'une bougie-crayon à incandescence selon la revendication
1, comportant les étapes consistant à :
a) introduire à partir de la pointe du crayon à incandescence (14) située du côté
de la chambre de combustion un enrobage d'étanchéité (15) sur le crayon à incandescence
en céramique (14), et former une jointure, cette jointure étant introduite dans un
fourreau de bougie (4),
b) disposer le comprimé de poudre conductrice d'électricité, un manchon de serrage
(9), l'élément de connexion (5, 10), un manchon en céramique (8) et une bague métallique
(7) dans un élément de maintien et introduire ce dernier dans le fourreau de bougie
(4),
c) insérer les composants situés dans le fourreau de la bougie (4) au moyen d'une
force axiale, qui s'exerce sur l'extrémité de la bague métallique (7) située à l'opposé
de la chambre de combustion,
d) mater la bague métallique (7) au moyen d'une force appliquée radialement à partir
de l'extérieur sur le fourreau de la bougie (4).
5. Procédé selon la revendication 4,
caractérisé en ce que
l'insertion des composants situés dans le fourreau de la bougie (4) au moyen d'une
force axiale permet d'appliquer une précontrainte axiale sur une partie élastique
du comprimé de poudre conductrice d'électricité.