[0001] Die Erfindung betrifft eine Wertkartenmappe gemäß dem Oberbegriff des Anspruches
1.
[0002] Derartige Mappen sind nach Art von Visitenkartenbüchern oder Flipmappen handelsüblich,
oft integriert in ein Portemonnaie oder in eine Brieftasche, wie beispielsweise in
der DE 2 95 16 145 U1 näher beschrieben. Gegen Herausrutschen der eingesteckten Kredit-,
Scheck- oder Chipkarten sind sie häufig mit Druckknöpfen oder Stecklaschen und dergleichen
einfach zu öffnenden mechanischen Verschlüssen versehen. Das bedeutet allerdings,
daß ein Unbefugter, der eine solche Mappe entwendet oder findet, recht problemlos
die darin enthaltenen Karten unautorisiert nutzen kann.
[0003] Deshalb ist in der gattungsbildenden DE 1 96 34 876 A1 ein Verschluß für eine Magnetkarten-Mappe
vorgesehen, der erst durch Eingabe einer Geheiminformation freigebbar ist. Sollte
die dortige Mappe von einem Unbefugten, also ohne vorherige Eingabe der korrekten
Geheiminformation geöffnet werden, dann wird dadurch ein Stromkreis geschlossen und
über integrierte Spulen ein elektromagnetisches Feld erzeugt, das die in den Magnetstreifen
der Karten enthaltenen Informationen stört oder sogar zerstört; jedenfalls so verändert,
daß mit den unbefugt entnommenen Karten kein Mißbrauch mehr getrieben werden kann.
[0004] Allerdings ist jede der in einer solchen Mappe untergebrachten Wertkarten vom Befugten
gewöhnlich nur mit derjenigen PIN-Nummer verwendbar, die ihr individuell zugeordnet
ist und die aus Sicherheitsgründen von Zeit zu Zeit eingezogen wird, um sie durch
eine andere zu ersetzen, z.B. bei Ausgabe einer neuen Wertkarte nach Ablauf der bisherigen
Nutzungsfrist. Daraus resultiert, daß der Nutzer eine Vielzahl von wechselnden PIN-Nummern
kennen muß, um seinen Kartenvorrat auch nutzen zu können. Wenn er sich aber gegen
Verwechslungen oder allgemein gegen seine Vergeßlichkeit die PIN-Nummern in der Nähe
der Karten notiert, dann ist der Sicherungszweck verfehlt, weil auch ein Unbefugter
sich dann wieder der Karten - nun über ihre PIN-Nummern - bedienen kann, was versicherungstechnisch
als grobes Mitverschulden am dadurch eintretenden Schaden gewertet wird.
[0005] Der Erfindung liegt deshalb die Aufgabe zugrunde, trotz erhöhter Sicherheit gegen
unbefugte Kartennutzung einen gesteigerten Nutzungskompfort bei Wertkarten beliebiger
Systeme in Hinblick darauf zu eröffnen, daß eine Kartenbenutzung gewöhnlich nur in
Verbindung mit der Eingabe individuell zugeordneter Geheiminformationen, den sog.
PIN-Nummern möglich ist, die Vielzahl im Einsatz befindlicher Karten mit ihren unterschiedlichen
PIN-Nummern aber leicht zu Verwechslungen führt.
[0006] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß im wesentlichen dadurch gelöst, daß die gattungsgemäße
Wertkartenmappe auch gemäß dem Kennzeichnungsteil des Hauptanspruches ausgelegt ist.
[0007] Deren Verschluß kann für die Zugänglichkeit zu den im Innern der Mappe enthaltenen
Karten und somit zur Kartenentnahme nur von dem Berechtigten geöffnet werden, der
eine dafür als Geheimnummer frei vorgebbar einprogrammierte geheime Zeichenfolge kennt
und korrekt eingibt. Dann läßt sich der Verschluß lösen und die Mappe öffnen, um die
in ihr enthaltenen Karten zugänglich zu machen, also entnehmen zu können. Nur bei
korrekter Eingabe der geheimen Zeichenfolge läßt der Verschluß sich also öffnen, und
im Innern der nun aufklappbaren Wertkartenmappe werden die Wertkarten zugänglich,
die weitgehend rutschfest in ihnen jeweils zugeordneten Steckfächern ruhen. Bezüglich
der Karten und ihrer Standorte ist gemäß der Erfindung nun vorgesehen, den einzelnen
Wertkarten zugeordnet deren PIN-Nummern für Unautorisierte unzugänglich bereitzuhalten;
nämlich nur zur Anzeige zu bringen, wenn die Mappe korrekt - d.h. vom Befugten - geöffnet
wurde.
[0008] Die Abspeicherung dieser Geheiminformationen erfolgt in einem in die Mappe integrierten
elektronischen Register, in das den Positionen der Wertkartentaschen zugeordnet die
PIN-Nummern über eine Tastatur eingespeichert werden können. Wenn dann eine Wertkarte
aus ihrer Aufnahmetasche herausgezogen wird, spricht ein Sensor darauf an, und für
diese Taschenposition wird die örtlich zugehörige, aus dem Speicher aktuell ausgelesene
PIN-Nummer vorübergehend anzeigt. Die Anzeige kann unmittelbar an der jeweiligen Stelle
der gerade entnommenen Karte erfolgen, technologisch zweckmäßiger jedoch auf einem
zentralen Display etwa auf dem den Taschen gegenüberliegenden Innendeckel der Mappe.
[0009] Zwecks Zuordnung einer neuen PIN-Nummer zu einer Taschenposition kann eine zum Öffnen
der Mappe ohnehin benötigte, also extern zugängliche Tastatur auch zur Speichereingabe
benutzt werden.
[0010] Denn für die Eingabe der Zeichenfolge zum Öffnen der Mappe kann es sich zwar grundsätzlich
auch z.B. um Einstellen eines mechanischen Zahlenschlosses auf die Geheimnummer handeln,
bei der sich das Schloß öffnen läßt. Zweckmäßiger da kleinbauender und vielfältiger
sicherbar ist aber die bevorzugte Ausstattung der Mappe mit einem elektromechanischen
Verschluß, dessen geheime Zeichenfolge für die Freigabe etwa über eine kleine auf
dem Vorderdeckel der Mappe außen angeordnete Tastatur eingegeben werden kann. Dann
ist in deren Nähe der Betrieb einer optoelektronischen Anzeige zweckmäßig, über die
jedenfalls die Anzahl der Eingabevorgänge, gegebenenfalls aber sogar die eingegebene
Zeichenfolge direkt angezeigt wird. Für den ersterwähnten Fall würde eine kurze Reihe
einzelner Leuchtdioden, oder die Darstellung von Flags in einem einfachen Display,
ausreichen. Für die vollständige Informationsdarstellung wäre ein kleines numerisch
oder alphanumerisch anzeigendes Segment- oder Mosaikdisplay vorzusehen.
[0011] Sicherer als die externe Möglichkeit, PIN-Nummern einzuspeichern, ist es jedoch,
dafür eine im Innern gelegene Tastatur vorzusehen, da eine Nummerneingabe dann nur
erfolgen kann, nachdem der Berechtigte selbst die Mappe geöffnet hat. Auch eine Änderung
der Geheimnummer zum Öffnen der Mappe sollte dann nur über diese innen gelegene und
dadurch gesicherte Tastatur erfolgen können.
[0012] Damit eine entnommene Wertkarte dann nicht irrtümlich in eine falsche möglicherweise
mehrerer freier Positionen zurückgesteckt wird, können die Aufnahmetaschen mit einer
Abbildung der in sie jeweils einzusteckenden Karten belegt oder hinterlegt sein.
[0013] Um Mißbrauch noch zuverlässiger zu unterbinden, werden alle im Register enthaltenen
PIN-Nummern automatisch irreversibel gelöscht, wenn jemand versuchen sollte, einen
der z.B. mit Metallgittern armierten und dadurch zugleich elektrisch geschirmten Deckel
der Mappe zu durchschneiden oder den Verschluß der Mappe gewaltsam zu öffnen. Das
Löschen aller Daten erfolgt auch schon, wenn mehrmals nacheinander eine unzutreffende
Geheimnummer zum Versuch des Öffnens des Verschlusses eingegeben wurde. Nur wenn -
selbst nach einem Löschvorgang - der noch unversehrte Verschluß mit der korrekten
Geheimnummer, also vom Befugten selbst wieder geöffnet wird, kann dieser (über die
äußere oder wie gesagt bevorzugt über eine innere Tastatur), den Stecktaschenpositionen
zugeordnet, PIN-Nummern für Wertkarten neu in das Anzeigeregister einspeichern. Um
diesen Vorgang zu beschleunigen, kann eine am Register nur bei vorschriftsgemäß geöffneter
Mappe apparativ zugängliche bzw. elektrisch freigeschaltete serielle oder parallele
Schnittstelle in Form etwa eines genormten elektromechanischen Steckers oder eines
Lichtsignalempfängers zum Überspielen der PIN-Nummern aus einem Sicherheitsspeicher,
etwa von einer gesondert verwahrten und mittels eines Laptop auslesbaren Sicherungsdiskette
eingerichtet sein.
[0014] Zusammenfassend ist also in Hinblick darauf, daß mit der Zunahme des Einsatzes von
Wertkarten für Geschäftsabläufe des täglichen Lebens die Probleme deren sicherer Verwahrung
wie vor allem auch der korrekten PIN-Zuordnung anwachsen, festzustellen, daß diese
Probleme erfindungsgemäß durch eine Wertkartenmappe gelöst werden, die nur bei korrekter
Eingabe einer Geheiminformation geöffnet werden kann und dann im Innern die zu einer
gerade entnommenen Wertkarte abgespeicherte PIN-Nummer vorübergehend anzeigt, so daß
der Nutzer sich lediglich noch die Geheimnummer seiner Kartenmappe merken muß. Bei
unautorisierten Öffnungsversuchen oder sonstigen mechanischen oder elektrischen Manipulationen
an der Mappe können alle eingespeicherten PIN-Nummern gelöscht werden. Nur nach autorisiertem
Öffnen der Mappe können - manuell über eine Tastatur oder im Block über eine Schnittstelle
- im Speicherregister den Kartensteckpositionen im Innern der Mappe neue PIN-Nummern
zugeordnet werden.
[0015] Zur näheren Veranschaulichung der Erfindung ist in der Zeichnung ein bevorzugtes
Realisierungsbeispiel stark abstrahiert skizziert.
[0016] Die einzige Figur der Zeichnung zeigt den Blick in das Innere einer aus zwei verschwenkbar
miteinander verbundenen, innenseitig flach kastenförmig eingerahmten Deckeln 11 bestehenden
und hier buchförmig aufgeklappten Wertkartenmappe 12. Die eine Innenseite 13 ist mit
mehreren Karten-Aufnahmetaschen 14 in Form von vorzugsweise durchsichtigen Einsteckhüllen
für Wertkarten 15 bestückt. Ein Sensor 16 am Taschenboden, etwa eine Kontaktfeder,
spricht an, wenn eine Karte 15 gezogen wird. Der dadurch freigegebene Kontaktschluß
am Sensor 16 bewirkt, daß die dieser Taschenposition zugeordnete PIN-Nummer aus einem
Register 17 aufgerufen und auf einer Anzeigeeinrichtung 18 in Klarschrift dargeboten
wird. Sicherheitshalber verlöscht diese Darbietung nach kurzer Zeit wieder. Zum erneuten
Aufruf muß die Karte 15 dann erst wieder ganz in die Aufnahmetasche 14 eingeschoben
und erneut gezogen werden.
[0017] Beispielsweise in die Innenseite 13 des - den Aufnahmetaschen 14 mit ihren Sensoren
16 gegenüberliegenden - Deckels 11 der Mappe 12 sind eine Knopfzellen- oder eine Flach-Batterie
19 und ein Elektronikmodul 20 mit dem Speicher- und Anzeige-Register 17 sowie eine
Schnittstelle 21 für externe Einspeisung eines vorbereiteten Satzes von PIN-Nummern
unter noch frei wählbarer oder schon vorgegebener Positionszuordnung eingelassen.
An den Elektronikmodul 20 ist eine Tastatur 22 zur manuellen Eingabe von PIN-Nummern
- unter Ortszuordnung hinsichtlich der koordinatenmäßigen Lage der einzelnen Aufnahmetaschen
14 - angeschlossen. Für diese manuelle Eingabe kann zwar grundsätzlich die zum Öffnen
der Mappe 12 ohnehin vorhandene, extern zugängliche Tastatur herangezogen werden;
bevorzugt handelt es sich aber um eine zusätzliche, nur bei vorschriftsmäßig geöffneter
Wertkartenmappe 12 bedienbare Tastatur 22 im Innern der Mappe 12. Ferner ist an den
Elektronikmodul 20 die Anzeigeeinrichtung 18, etwa ein flachbauendes Flüssigkristalldisplay
angeschlossen, um die gerade in das Register 17 eingegebene beziehungsweise die daraus
bei einer Kartenentnahme wieder auslesbare PIN-Nummer vorübergehend anzuzeigen.
[0018] Eine wahlfreie Änderung des Geheimcodes zum Öffnen der Mappe 12 ist tunlichst ebenfalls
nur nach autorisiertem Zugang zum Innern der Mappe 12 und dann dort über die innere
Tastatur 22 - und auch das erst nach Aktivieren einer bestimmten, geheimen Tastenkombination
- möglich.
[0019] Der in der Zeichnung skizzierte Elektronikmodul 20 bedient auch eine Sabotage-Überwachungsschaltung
23, die anspricht, wenn etwa bei geschlossener Wertkartenmappe 12 die wiederholte
Eingabe falscher Geheimnummern oder sogar mechanische Manipulationen am Verschluß
24 oder an einer der miteinander in Eingriff stehenden Außenseiten der Wertkartenmappe
12 festgestellt werden, um dann über einen elektroakustischen Signalgeber 25 ein Notsignal
abzustrahlen und / oder sicherheitshalber sogleich alle PIN-Nummern im Register 17
dauerhaft zu löschen.
[0020] Für die Vorgabe einer neuen PIN-Nummer und / oder für deren Anzeige bei Entnahme
einer Wertkarte 15 können also grundsätzlich auch die außen auf der Mappe 12 für das
Öffnen des Verschlusses vorgesehenen Einrichtungen (Tastatur und Anzeige) benutzt
werden. Zuverlässiger und handlicher ist es jedoch, wenigstens eine zweite Anzeigeeinrichtung
vorzusehen, nämlich wie skizziert im Innern der Mappe 12 bei jeder der Stecktaschen
14 für die Wertkarten 15 - oder besser noch eine zentrale Anzeigeeinrichtung 18 für
die PIN-Nummern aller Wertkarten 15 neben deren Aufnahmetaschen 14, und für eventuelle
weitere Aufgaben, auf der gegenüberliegenden Innenseite des Mappendeckels 11.
1. Verschließbare Wertkartenmappe (12) mit Aufnahmetaschen (14) für Kredit-, Scheck-
und Chipkarten oder dergleichen Wertkarten (15) und mit einem Verschluß (24), der
durch Eingabe einer Geheiminformation freigebbar ist,
dadurch gekennzeichnet,
daß sie im Innern mit wenigstens einer Anzeigeeinrichtung (18) für PIN-Nummern von
in der Mappe (12) zu verwahrenden Wertkarten (15) ausgestattet ist.
2. Wertkartenmappe nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß für die Eingabe der Geheiminformation eine Tastatur und eine elektrooptische Anzeigeeinrichtung
auf der Außenseite der verschlossenen Wertkartenmappe (12) zugänglich sind.
3. Wertkartenmappe nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet,
daß sie mit einer Anzeigeeinrichtung (18) und mit einer Eingabetastatur (22) ausgestattet
ist, die im Innern der Mappe (12) zugänglich und nur nach ordnungsgemäßem Öffnen der
Mappe (12) funktionsbereit sind.
4. Wertkartenmappe nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
daß sie mit einer Tastatur (22) zur Eingabe der PIN-Nummern von in der Mappe (12)
zu verwahrenden Wertkarten (15) in ein Register (17) ausgestattet ist.
5. Wertkartenmappe nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
daß sie mit einer Schnittstelle (21) zum Einspeisen der PIN-Nummern von in der Mappe
(12) zu verwahrenden Wertkarten (15) in ein Register (17) ausgestattet ist.
6. Wertkartenmappe nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
daß sie mit Entnahme-Sensoren (16) an Aufnahmetaschen (14) für in der Mappe (12) zu
verwahrende Wertkarten (15) ausgestattet ist.
7. Wertkartenmappe nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
daß sie mit einer Überwachungsschaltung (23) zum Löschen der eingespeicherten PIN-Nummern
bei Fehleingaben der Geheiminformation und / oder bei Manipulationen am Verschluß
(24) oder an einem Deckel (11) der Mappe (12) ausgestattet ist.
8. Wertkartenmappe nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
daß sie mit einem von einer Manipulations-Überwachungsschaltung (23) ansteuerbaren
Signalgeber (25) ausgestattet ist.
9. Wertkartenmappe nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
daß ihre miteinander verschließbaren Deckel (11) metallisch armiert sind.
10. Wertkartenmappe nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
daß sie mit einer Anzeigeeinrichtung (18) und mit einer Eingabetastatur (22) ausgestattet
ist, die im Innern der Mappe (12) zugänglich und nur nach ordnungsgemäßem Öffnen der
Mappe (12) funktionsbereit sind.