(19)
(11) EP 1 125 656 B1

(12) EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT

(45) Hinweis auf die Patenterteilung:
29.06.2005  Patentblatt  2005/26

(21) Anmeldenummer: 00127016.4

(22) Anmeldetag:  09.12.2000
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)7B22D 11/128, F27D 3/02, B21B 27/08, F27B 9/24

(54)

Drehdurchführung an einer flüssigkeitsgekühlten Rolle

Rotary passage for liquid cooled roll

Passage tournant pour rouleau refroidi par un liquide


(84) Benannte Vertragsstaaten:
AT DE FR IT

(30) Priorität: 14.02.2000 DE 10006630

(43) Veröffentlichungstag der Anmeldung:
22.08.2001  Patentblatt  2001/34

(73) Patentinhaber: ThyssenKrupp Stahl AG
47166 Duisburg (DE)

(72) Erfinder:
  • Krume, Walter
    47495 Rheinberg (DE)
  • Radusch, Gerd
    46539 Dinslaken (DE)

(74) Vertreter: Knauf, Rudolf, Dipl.-Ing. 
COHAUSZ & FLORACK Patent- und Rechtsanwälte Bleichstrasse 14
40211 Düsseldorf
40211 Düsseldorf (DE)


(56) Entgegenhaltungen: : 
DE-C- 4 207 042
DE-C- 19 752 336
US-A- 5 992 901
DE-C- 19 613 032
DE-C- 19 836 537
   
       
    Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen).


    Beschreibung


    [0001] Die Erfindung betrifft eine Drehdurchführung für die Ein- und Ableitung von flüssigem Kühlmittel über einen Lagerzapfen an einer endseitig an diesem und einem weiteren Lagerzapfen drehbar gelagerten Rolle, insbesondere einer Transportrolle eines Rollenherdofens, mit in der Rolle axial verlaufenden Kühlmittelkanälen, die über eine ortsfeste Zweiwegeführung mit ortsfesten, an ein Kühlmittelversorgungsnetz angeschlossenen Kühlmittelleitungen verbunden sind, wobei zwischen dem einen Lagerzapfen und der Zweiwegeführung eine Axial- und Kippbewegungen des einen Lagerzapfens zulassende Kompensatoreinrichtung angeordnet ist, und die Verbindung der Zweiwegeführung mit den Kühlmittelkanälen unter Einschluss der Kompensatoreinrichtung als eine in den einen Lagerzapfen einsteckbare Steckverbindung ausgebildet ist.

    [0002] Eine Drehdurchführung dieser Art ist beispielsweise aus der DE 197 52 336 C1 bekannt. Bei diesem Stand der Technik sind die Kühlmittelleitungen, über die das Kühlmittel, insbesondere Kühlwasser, der Drehdurchführung zu- bzw. von ihr abgeführt wird, als ortsfeste Standrohre ausgebildet. Diese stecken in Steckaufnahmen einer ortsfesten Abdeckplatte, die fest mit einem Lagerbock verbunden ist, in dem mit einem Wälzlager der Lagerzapfen gelagert ist. Die Abdeckplatte dient der Kapselung der gesamten Drehdurchführung. Durch sie wird endseitig der Rolle ein Dichtraum gebildet, in den der Lagerzapfen hineinragt, so daß möglicherweise endseitig aus dem Lagerzapfen austretendes Kühlmittel nicht aus dem Dichtraum heraustreten kann. Darüber hinaus ist die Abdeckplatte als Zweiwegeführung ausgebildet, mittels der das Kühlmittel über getrennte Kanäle der Rolle zu- und von ihr abgeführt wird. Hierfür sind zwei koaxiale Rohre vorgesehen, die von der Abdeckplatte wegführend in in dem Lagerzapfen axial verlaufende Kühlmittelkanäle eingesteckt sind. Dabei ist der in den Lagerzapfen eingesteckte Teil des äußeren Rohrs als Kompensatoreinrichtung für Axial- und Kippbewegungen des Lagerzapfens und gleichzeitig als Abdichtung eines äußeren axial verlaufenden Kühlmittelkanals zu der Dichtkammer hin ausgebildet. Dieser als drehsteifer, längenbeweglicher und biegeweicher Schlauch ausgebildete Teil des äußeren Rohres nimmt relative Axial- und Kippbewegungen zwischen der ortsfesten Abdeckplatte und dem beweglichen Lagerzapfen auf.

    [0003] Zum Auswechseln einer mit einer derartigen Drehdurchführung ausgestatteten Rolle ist es notwendig, daß die Abdeckplatte von dem Lagerbock abgeschraubt wird und dann unter Herausziehen der in den Lagerzapfen führenden Rohre von dem Lagerzapfen entfernt wird, bevor die Rolle aus dem Lagerbock herausgezogen wird. Dieser Aufbau einer Drehdurchführung bedarf somit mehrerer zeitaufwendiger Demontage- und Montageschritte während des Austauschens einer Rolle.

    [0004] In dem Einsatzgebiet derartiger Drehdurchführungen existieren jedoch Anwendungsfälle, in denen die Auswechselung einer Rolle sehr rasch erfolgen muß. Dies ist z.B. dann der Fall, wenn bei einer Dünnbrammenstranggießanlage derartige Rollen in einem Rollenherdofen angeordnet sind. Um einen kontinuierlichen Betrieb der Anlage zu gewährleisten, muß der Rollenwechsel in der zwischen Gießende und erneutem Gießbeginn zur Verfügung stehenden Zeit, der sogenannten Gießpause, erfolgen. Der somit zeitbegrenzte Wechsel der Rolle kann mit dem bekannten und näher beschriebenen Aufbau der Drehdurchführung nicht durchgeführt werden.

    [0005] Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, eine Drehdurchführung der eingangs genannten Art zu schaffen, die schneller demontiert und wieder montiert werden kann als die bekannte Drehdurchführung.

    [0006] Die Aufgabe wird bei der Drehdurchführung der eingangs beschriebenen Art dadurch gelöst, dass die Kühlmittelleitungen fest an eine Spannplatte angeschlossen sind, auf der die Zweiwegeführung lösbar aufgespannt ist.

    [0007] Die erfindungsgemäße Drehdurchführung sieht als Axial- und Kippbewegungen des Lagerzapfens zulassende Drehdurchführung eine ortsfest auf einer Spannplatte mit Kühlmittelleitungen befestigbare Zweiwegeführung vor, die durch die Kompensatoreinrichtung mechanisch vom Lagerzapfen entkoppelt ist, aber leitungstechnisch mit seinen Kühlmittelkanälen verbunden ist. Deshalb ist es zur Demontage der erfindungsgemäßen Drehdurchführung nunmehr lediglich notwendig, die Zweiwegeführung von der Spannplatte zu lösen und die Steckverbindung aus den Kühlmittelkanälen herauszuziehen. Dies stellt unter anderem auch deshalb eine Vereinfachung der Demontage der Drehdurchführung dar, da bei der erfindungsgemäßen Drehdurchführung auf die aufwendigen Maßnahmen zum Dichten der bei dem Stand der Technik vorgesehenen Dichtkammer verzichtet werden kann. Die Abdichtung der Kühlmittelkanäle des einen Lagerzapfens erfolgt endseitig über die Steckverbindung.

    [0008] Die für die Dichtwirkung der Steckverbindung notwendige achsgleiche Ausrichtung der Steckverbindung mit den in der Rolle axial verlaufenden Kühlmittelkanälen wird dadurch erzielt, daß die Zweiwegeführung fest an die Spannplatte angeschlossen ist, die wiederum fest mit den ortsfesten Kühlmittelleitungen verbunden ist. Somit wird durch das Befestigen der die Steckverbindung tragenden Zweiwegeführung auf der Spannplatte sichergestellt, daß die Zweiwegeführung stets die gleiche relative Position zu dem Lagerzapfen einnimmt, wodurch erreicht wird, daß die Steckverbindung axial mit dem Lagerzapfen ausgerichtet ist.

    [0009] Eine weitere Vereinfachung der Demontage und Montage einer Rolle wird dadurch erzielt, daß der Lagerzapfen auf Lagerrollen abgestützt und durch ein Halteelement auf diesem gehalten ist. Dies ermöglicht es, daß auf die Demontage eines in dem Stand der Technik vorgesehenen endseitigen am Lagerzapfen befestigten Wälzlagers verzichtet werden kann. Es muß zur Demontage der Rolle lediglich das Halteelement gelöst werden, worauf der Lagerzapfen von den beiden Lagerrollen heruntergezogen werden kann.

    [0010] Die lösbare Verbindung zwischen der Zweiwegeführung und der Spannplatte wird vorzugsweise über einen Schnellspannhebelmechanismus erreicht. Indem die Zweiwegeführung über Schnellspannhebel lösbar auf der Spannplatte befestigt ist, wird sie zum einen während des Betriebs sicher und fest auf der Spannplatte gehalten und damit dichtend mit den Kühlmittelleitungen verbunden, während sie zum anderen zur Demontage rasch durch Lösen der Schnellspannhebel von der Spannplatte gelöst werden kann.

    [0011] Um die axiale Ausrichtung der Steckverbindung relativ zu den Kühlmittelkanälen auf einfache Weise einstellen zu können, kann die Spannplatte eine Führungsschiene aufweisen, entlang der die Zweiwegeführung geführt verschiebbar ist. Mit dieser Führungsschiene wird sichergestellt, daß die Steckverbindung stets eine genaue axiale Ausrichtung relativ zu dem Lagerzapfen erfährt.

    [0012] In einer bevorzugten Ausgestaltung der Erfindung kann die Steckverbindung zwei konzentrische Rohre aufweisen, von denen das innere Rohr mit seinem einen Ende in ein Kupplungsstück des zentralen Kühlmittelkanals der axial verlaufenden Kühlmittelkanäle einsteckbar ist und mit seinem anderen Ende mit der Zweiwegeführung verbunden ist und von denen das äußere Rohr als Führungsrohr mit seinem einen Ende in eine Zentrierbuchse eines weiteren Kühlmittelkanals einsteckbar ist und mit seinem anderen Ende über einen Kompensator der Kompensatoreinrichtung mit der Zweiwegeführung verbunden ist. Gemäß dieser bevorzugten Ausgestaltung besteht die Steckverbindung aus zwei Rohren, deren inneres Rohr beispielsweise der Kühlmittelabfuhr und deren äußeres Rohr beispielsweise der Kühlmittelzufuhr dienen kann. Das innere Rohr ist dann in den in der Rolle axial verlaufenden zentralen Kühlmittelkanal eingeschoben, der der Rückführung des Kühlmittels innerhalb der Rolle dient. Das äußere Rohr ist in diesem Fall mit dem in der Rolle axial verlaufenden Kühlmittelkanal verbunden, der der Zuführung und Verteilung des Kühlmittels innerhalb der Rolle dient.

    [0013] Das äußere Rohr ist bei der bevorzugten Ausgestaltung der Erfindung als Führungsrohr ausgebildet, das dazu dienen soll, die Steckverbindung in den Lagerzapfen endseitig einzuführen und einzustecken.

    [0014] Bei Transportrollen in Rollenherdöfen besteht regelmäßig das Problem, daß sich die Rolle aufgrund des Wärmeeinflusses ausdehnt und aufgrund der Gewichtsbelastung durch das über die Rolle geführte Material durchgebogen wird, so daß der endseitig angeordnete Lagerzapfen aus seiner horizontal verlaufenden Ausrichtung gekippt wird. Die Axial- und Kippbewegung des Lagerzapfens wird durch eine Kompensatoreinrichtung aufgenommen, so daß sie nicht an die ortsfeste Zweiwegeführung weitergegeben wird. Anderenfalls würde eine Belastung oder Deformierung der ortsfest gehaltenen Zweiwegeführung erfolgen.

    [0015] Bei der oben beschriebenen bevorzugten Ausgestaltung der Erfindung ist die Kompensatoreinrichtung als Kompensator ausgebildet, der das äußere Rohr der Steckverbindung mit der Zweiwegeführung verbindet. Das in den Lagerzapfen eingesteckte äußere Rohr wird mit dem Lagerzapfen bei dessen Wärmeausdehnung verschoben und gekippt. Diese Relativbewegung des äußeren Rohrs wird jedoch durch den Kompensator aufgenommen und nicht an die Zweiwegeführung weitergegeben.

    [0016] Gemäß einer ersten Ausgestaltung ist der Kompensator als gewellte Kreisringscheibe ausgebildet, deren äußerer Rand mit der Zweiwegeführung und deren innerer Rand mit dem Führungsrohr verbunden ist.

    [0017] Gemäß einer zweiten Ausgestaltung des Kompensators ist dieser schlauchförmig und gewellt ausgebildet und mit zwei Rohren verbunden, von denen das erste als äußeres Führungsrohr in den Lagerzapfen eingesteckt ist und das zweite Rohr als Verbindung zwischen dem Kompensator und der Zweiwegeführung dient.

    [0018] Die Zentrierbuchse, in die das Führungsrohr der Steckverbindung eingeführt wird, besteht vorzugsweise aus einer Kupferknetlegierung. Kupferknetlegierungen sind kostengünstig herzustellen und weisen zudem einen geringen Reibungskoeffizienten auf, so daß das Fuhrungsrohr leicht und ohne Abrieb in die Zentrierbuchse eingesteckt werden kann.

    [0019] Um ein Austreten des Kühlmittels aus dem Lagerzapfen zu verhindern, dichtet die Zentrierbuchse den axialen Kühlmittelkanal sowohl endseitig als auch gegenüber dem Führungsrohr ab. Die Abdichtung gegenüber dem Führungsrohr wird vorzugsweise dadurch erreicht, daß auf dem inneren Umfang der Zentrierbuchse an deren dem Rolleninneren zugewandten Stirnseite ein Dichtring in eine dafür vorgesehene Nut eingesetzt ist. Dieser Dichtring kann beispielsweise von einem gegen die dem Rolleninneren zugewandten Stirnseite der Zentrierbuchse geschraubten Haltering gehalten und in die Nut gedrückt ist.

    [0020] Die vorliegende Erfindung wird im folgenden anhand einer zwei Ausführungsbeispiele darstellenden Zeichnung näher erläutert. Im einzelnen zeigen:
    Fig. 1
    eine Drehdurchführung in einer teilweise geschnittenen Seitenansicht,
    Fig. 2
    eine weitere Drehdurchführung in einer teilweise geschnittenen Seitenansicht
    und
    Fig. 3
    die Drehdurchführung gemäß Fig. 2 in einer stirnseitigen Ansicht.


    [0021] Fig. 1 zeigt zwei Kühlmittelleitungen 1,2 zur Kühlmittelzu- respektive -abfuhr eines nicht dargestellten Kühlmittelversorgungsnetzes. Die Kühlmittelleitungen 1,2 sind jeweils fest mit einer Spannplatte 3 verbunden. Die Spannplatte 3 ist ortsfest mit einer Bodenplatte 4 verbunden.

    [0022] Über einen Spannhebel 5 ist eine Zweiwegeführung 6 fest auf der Spannplatte 3 aufgespannt. Dadurch sind auch voneinander getrennt in der Zweiwegeführung 6 vorgesehene Kanäle 7,8 jeweils mit einer der Kühlmittelleitungen 1,2 verbunden. Die Zweiwegeführung 6 ist unter Einschluß einer Kompensatoreinrichtung 9 über eine Steckverbindung 10 endseitig mit einem Lagerzapfen 11 verbunden, mit dem und einem weiteren Lagerzapfen eine nur teilweise dargestellte Transportrolle eines Rollenherdofens endseitig drehgelagert ist.

    [0023] Die Steckverbindung 10 besteht aus einem inneren Rohr 12 und einem äußeren, als Führungsrohr 13 bezeichneten Rohr. Das innere Rohr 12 ist innerhalb der Zweiwegeführung 6 mit dem darin vorgesehenen Kanal 8 verbunden. Auf der Seite des Lagerzapfens 11 ist das innere Rohr 12 in ein Kupplungsstück 14 eines in dem Lagerzapfen 11 zentral und axial geführten Kühlmittelkanals 15 eingesteckt.

    [0024] Das Führungsrohr 13 ist an der Seite der Zweiwegeführung 6 über einen als gewellte Kreisringscheibe ausgestalteten Kompensator 16 der Kompensatoreinrichtung 9 mit der Zweiwegeführung 6 verbunden und dicht an deren Kanal 7 angeschlossen, indem er mit seinem inneren Rand an einen Kragen 13a des Führungsrohres 13 und mit seinem äußeren Rand außen an einem von dem Kanal 7 ausgehenden Radialflansch 6a der Zweiwegeführung 6 dicht angeschlossen ist. Der Radialflansch 6a trägt auf der Seite des Lagerzapfens 11 eine Abdeckung 6b, die den Kragen 13a hintergreift, so daß sie einerseits als Mitnehmer beim Herausziehen des Führungrohres 13 wirkt und andererseits zusammen mit dem Radialflansch 13a ein schützendes Gehäuse für den Kompensator 16 bildet.

    [0025] Auf der Seite des Lagerzapfens 11 ist das Führungsrohr 13 in eine endseitig mit dem Lagerzapfen 11 verschraubte Zentrierbuchse 17 eingesteckt. Die Zentrierbuchse 17 verschließt endseitig des Lagerzapfens 11 einen in dem Lagerzapfen 11 axial verlaufenden, koaxial zu dem Kühlmittelkanal 15 angeordneten Kühlmittelkanal 18. Dazu ist auf dem inneren Umfang der Zentrierbuchse 17 eine Nut 19 vorgesehen, in der ein Dichtring 20 sitzt, der durch einen mit der Zentrierbuchse 17 verschraubten Haltering 21 in der Nut 19 gehalten wird.

    [0026] Der Lagerzapfen 11 ist auf zwei parallelen Lagerrollen 22 drehbar abgestützt und wird durch einen nicht dargestellten, ihn von oben übergreifenden, lösbaren Bügel auf den Lagerrollen 22 gehalten.

    [0027] Fig. 2 zeigt eine weitere Ausführungsform der Drehdurchführung. Diese unterscheidet sich von der in Fig. 1 dargestellten ersten Ausführungsform lediglich durch die Form und Anordnung der Kompensatoreinrichtung, so daß unter Beibehaltung gleicher Bezugszeichen für gleiche Bauteile zur Vermeidung von Wiederholungen lediglich auf die spezielle Konstruktion dieser Kompensatoreinrichtung eingegangen werden soll.

    [0028] Die in Fig. 2 dargestellte Steckverbindung 10 besteht aus einem inneren Rohr 12 und einem äußeren Führungsrohr 13, das aus einem vorderen Rohr 24 und einem hinteren Rohr 25 besteht. Beide Rohre 24,25 sind über einen gewellten, schlauchförmigen Kompensator 26 miteinander verbunden, dessen beide Enden an Krägen 24a,25a der Rohre 24,25 dicht angeschlossen sind. Der Kompensator 26 ist von einer als Schutzgehäuse und Mitnehmer dienenden Hülse 26a umgeben, die die Krägen 24a,25a hintergreift. Mit einem Ende ist die Hülse 26a am vorderen Rohr 24 befestigt. Sie kann aus Halbschalen zusammengesetzt sein. Das vordere Rohr 24 ist in die Zentrierbuchse 17 des Lagerzapfens 11 eingeführt. Das hintere Rohr 25 ist mit der Zweiwegeführung 6 verbunden.

    [0029] In Fig. 3 ist zu erkennen, daß und wie die Kühlmittelleitung 2 fest und dicht mit der Spannplatte 3 verbunden ist. Ferner ist gezeigt, daß die Zweiwegeführung 6 in einer Führungsschiene 27 axial zum Lagerzapfen verschiebbar geführt ist. Ferner ist zu erkennen, daß zwischen der Zweiwegeführung 6 und der Spannplatte 3 Dichtungen 28 vorgesehen sind, die eine dichte Verbindung zwischen der Kühlmittelleitung 2 und den Kanal 8 ermöglichen. Ebenso ist auf diese Weise die in Fig. 3 nicht dargestellte Kühlmittelleitung 1 mit dem Kanal 7 verbunden.

    [0030] Die Zweiwegeführung 6 weist seitlich jeweils Haken 29 auf, in die die Ösen der Spannhebel 5 jeweils eingreifen, um die Zweiwegeführung 6 fest auf der Spannplatte 3 zu verspannen.

    [0031] Zur Kühlung der durch das auf ihr abrollende heiße Material erwärmten, nicht dargestellten Rolle mitsamt Lagerzapfen 11 wird Kühlmittel von dem nicht dargestellten Kühlmittelversorgungsnetz über die Drehdurchführung in den axial in dem Lagerzapfen 11 verlaufenden Kühlmittelkanal 18 eingeleitet, von dem aus das Kühlmittel in mehrere in der nicht dargestellten Rolle vorgesehene, ebenfalls nicht dargestellte Kanäle verteilt wird. Das erwärmte Kühlmittel wird über den zentral in dem Lagerzapfen 11 axial verlaufenden Kühlmittelkanal 15 gesammelt und über die Drehdurchführung und die Kühlmittelleitung 2 abgeführt.

    [0032] Innerhalb der Drehdurchführung wird das Kühlmittel von der Kühlmittelleitung 1 in den Kanal 7 und von diesem über das Führungsrohr 13 in den Kühlmittelkanal 18 eingeleitet. Das abzuführende Kühlmittel wird über das innere Rohr 12 in den Kanal 8 der Zweiwegeführung 6 eingeleitet und von diesem Kanal 8 in die Kühlmittelleitung 2 abgeleitet.

    [0033] Dehnt sich der Lagerzapfen 11 aufgrund von Wärmedehnung axial aus, so wird diese Ausdehnung des Lagerzapfens 11 teilweise durch eine relative Verschiebung der Zentrierbuchse 17 zu dem Führungsrohr 13 ausgeglichen. Vor allem aber kann der Kompensator 16 bzw. 26 der Kompensatoreinrichtung 9 einen Teil der axialen Verschiebung aufnehmen. Das innere Rohr 12 kann sich axial im Kupplungsstück 14 verschieben.

    [0034] Sollte der Lagerzapfen 11 durch eine Durchbiegung der Rolle um seine zentrale Achse gekippt werden, so wird diese Kippbewegung auf das in der Zentrierbuchse 17 geführte Führungsrohr 13 übertragen. Die Kippbewegung wird jedoch von dem Kompensator 16 bzw. 26 der Kompensatoreinrichtung 9 aufgenommen, so daß sie nicht auf die Zweiwegeführung 6 übertragen wird. Das beschränkt biegeweiche innere Rohr 12 nimmt die Kippbewegung ebenfalls auf. Somit ist sichergestellt, daß keine Spannungen auf die Zweiwegeführung 6 übertragen werden, die den durch die Spannhebel 5 bewirkten sicheren und festen Halt der Zweiwegeführung 6 auf der Spannplatte 3 beeinflussen könnten.

    [0035] Im Betriebszustand drehen der Lagerzapfen 11, das Kupplungsstück 14, der innere Kühlmittelkanal 15 und die Zentrierbuchse 17 mit der Rolle mit, während das innere Rohr 12 und das Führungsrohr 13 der Steckverbindung drehfest mit der ortsfesten Zweiwegeführung 6 verbunden sind.

    [0036] Zum Austausch der Rolle und der dafür notwendigen Demontage der Drehdurchführung werden die Spannhebel 5 gelöst, so daß die feste Verbindung zwischen der Zweiwegeführung 6 und der Spannplatte 3 aufgehoben wird. Daraufhin wird die Zweiwegeführung 6 in axialer Richtung vom dem Lagerzapfen weggezogen, wobei die Steckverbindung 10 aus dem Lagerzapfen 11 herausgezogen wird. Anschließend wird der nicht dargestellte Bügel, der den Lagerzapfen 11 auf den Lagerrollen 22 hält, gelöst, so daß der Lagerzapfen 11 von den Lagerrollen 22 axial heruntergezogen werden kann und - bei einem Rollenherdofen - die Rolle mit einem am anderen Lagerzapfen angreifenden Manipulator axial herausgezogen werden kann.

    [0037] Zur Montage einer neuen Rolle wird die Rolle mit ihrem Lagerzapfen 11 auf die Lagerrollen 22 geschoben und dort mit dem nicht dargestellten Bügel niedergehalten. Anschließend wird die Zweiwegeführung 6 mit ihrer Steckverbindung 10 endseitig in den Lagerzapfen 11 eingeführt und mittels der Spannhebel 5 fest auf der Spannplatte 3 verspannt.

    [0038] Mit der dargestellten Drehdurchführung ist also eine mit wenigen Montagegriffen durchzuführende, rasche Demontage und Montage der Drehdurchführung und eine damit verbundene rasche Auswechselung der Rolle möglich.


    Ansprüche

    1. Drehdurchführung für die Ein- und Ableitung von flüssigem Kühlmittel über einen Lagerzapfen (11) an einer endseitig an diesem und einem weiteren Lagerzapfen drehbar gelagerten Rolle, insbesondere einer Transportrolle eines Rollenherdofens, mit in der Rolle axial verlaufenden Kühlmittelkanälen (15,18), die über eine Zweiwegeführung (6) mit ortsfesten, an ein Kühlmittelversorgungsnetz angeschlossenen Kühlmittelleitungen (1,2) verbunden sind, wobei zwischen dem einen Lagerzapfen (11) und der Zweiwegeführung (6) eine Axial- und Kippbewegungen des einen Lagerzapfens (11) zulassende Kompensatoreinrichtung (9) angeordnet ist, und die Verbindung der Zweiwegeführung mit den Kühlmittelkanälen unter Einschluss der Kompensatoreinrichtung als eine in den einen Lagerzapfen (11) einsteckbare Steckverbindung (10) ausgebildet ist,
    dadurch gekennzeichnet, dass
    die Kühlmittelleitungen (1,2) fest an eine Spannplatte (3) angeschlossen sind, auf der die Zweiwegeführung (6) lösbar aufgespannt ist.
     
    2. Drehdurchführung nach Anspruch 1,
    dadurch gekennzeichnet, daß der Lagerzapfen (11) auf Lagerrollen (22) abgestützt und durch ein Halteelement auf diesem gehalten ist.
     
    3. Drehdurchführung nach Anspruch 1 oder 2,
    dadurch gekennzeichnet, daß die Zweiwegeführung (6) über Schnellspannhebel (5) lösbar auf der Spannplatte (3) befestigbar ist.
     
    4. Drehdurchführung nach einem der Ansprüche 1 bis 3,
    dadurch gekennzeichnet, daß die Spannplatte (3) eine Führungsschiene (27) aufweist, entlang der die Zweiwegeführung (6) geführt verschiebarist.
     
    5. Drehdurchführung nach einem der Ansprüche 1 bis 4,
    dadurch gekennzeichnet, daß die Steckverbindung (10) zwei konzentrische Rohre (12,13) aufweist, von denen das innere Rohr (12) mit seinem einen Ende in ein Kupplungsstück (14) des zentralen Kühlmittelkanbals (15) der axial verlaufenden Kühlmittelkanäle (15,18) einsteckbar ist und mit seinem anderen Ende mit der Zweiwegeführung (6) verbunden ist und von denen das äußere Rohr als Führungsrohr (13) mit seinem einen Ende in eine Zentrierbuchse (17) eines weiteren Kühlmittelkanals (18) einsteckbar ist und mit seinem anderen Ende über einen Kompensator (16,26) der Kompensatoreinrichtung (9) mit der Zweiwegeführung (6) verbunden ist.
     
    6. Drehdurchführung nach Anspruch 5,
    dadurch gekennzeichnet, daß der Kompensator (16) eine gewellte Kreisringscheibe ist, deren äußerer Rand mit der Zweiwegeführung (6) und deren innerer Rand mit dem Führungsrohr (13) verbunden ist.
     
    7. Drehdurchführung nach Anspruch 5,
    dadurch gekennzeichnet, daß das Führungsrohr (13) aus zwei Rohren (24,25) besteht, die über einen schlauchförmigen, gewellten Kompensator (26) miteinander verbunden sind, wobei das erste Rohr (24) an seinem dem Kompensator (26) abgewandten Ende in die Zentrierbuchse (17) einsteckbar ist und das zweite Rohr (25) an seinem dem Kompensator (26) abgewandten Ende mit der Zweiwegeführung (6) verbunden ist.
     
    8. Drehdurchführung nach einem der Ansprüche 5 bis 7,
    dadurch gekennzeichnet, daß die Zentrierbuchse (17) aus einer Kupferknetlegierung besteht.
     
    9. Drehdurchführung nach einem der Ansprüche 5 bis 8,
    dadurch gekennzeichnet, daß die Zentrierbuchse (17) den axialen Kühlmittelkanal (18) sowohl endseitig, als auch gegenüber dem Führungsrohr (13) abdichtet.
     
    10. Drehdurchführung nach Anspruch 9,
    dadurch gekennzeichnet, daß auf dem inneren Umfang der Zentrierbuchse (17) an deren dem Rolleninneren zugewandten Stirnseite ein Dichtring (20) in eine dafür vorgesehe Nut (19) eingesetzt ist.
     
    11. Drehdurchführung nach Anspruch 10,
    dadurch gekennzeichnet, daß der Dichtring (20) von einem gegen die dem Rolleninneren zugewandten Stirnseite der Zentrierbuchse (17) geschraubten Haltering (21) gehalten und in die Nut (19) gedrückt ist.
     


    Claims

    1. A rotary lead-through for letting liquid coolant in and out by way of a bearing journal (11) on a roller which is rotatably held by its end on this bearing journal and on a further bearing journal, in particular a conveyor roller of a roller hearth furnace, comprising coolant channels (15, 18), which are aligned axially on the roller, which coolant channels (15, 18) are connected by way of a two-way guide (6) to stationary coolant lines (1, 2) which are coupled to a coolant supply network, wherein a compensator device (9) which allows axial movement and tilting movement of one bearing journal (11) is arranged between one bearing journal (11) and the two-way guide (6), and wherein the connection between the two-way guide and the coolant channels including the compensator device is designed as a plug-in connection (10) which can be plugged into the one bearing journal (11),
    characterised in that
    the coolant pipes (1, 2) are firmly connected to a clamping plate (3) onto which the two-way guide (6) has been disconnectably clamped.
     
    2. The rotary lead-through according to claim 1,
    characterised in that
    the bearing journal (11) is supported by bearing rollers (22) and is held to by means of a retaining element.
     
    3. The rotary lead-through according to claim 1 or 2,
    characterised in that
    the two-way guide (6) is detachably attachable to the clamping plate (3) by means of quick-action clamping levers (5).
     
    4. The rotary lead-through according to any one of claims 1 to 3,
    characterised in that
    the clamping plate (3) comprises a guide rail (27) along which the two-way guide (6) can be slid in a guided manner.
     
    5. The rotary lead-through according to any one of claims 1 to 4,
    characterised in that
    the plug-in connection (10) comprises two concentric tubes (12, 13) of which one end of the inner tube (12) can be plugged into a coupling piece (14) of the central coolant channel (15) of the axially extending coolant channels (15, 18), while the other end of said inner tube (12) is connected to the two-way guide (6), and of which one end of the outer tube can be plugged as a guide tube (13) into a centring bush (17) of a further coolant channel (18) while the other end of said outer tube is connected to the two-way guide (6) by way of a compensator (16, 26) of the compensator device (9).
     
    6. The rotary lead-through according to claim 5,
    characterised in that
    the compensator (16) is a wave washer whose outer rim is connected to the two-way guide (6) and whose inner rim is connected to the guide tube (13).
     
    7. The rotary lead-through according to claim 5,
    characterised in that
    the guide tube (13) comprises two tubes (24, 25) which are interconnected by way of a tubular corrugated compensator (26), wherein the first tube (24), by its end facing away from the compensator (26), can be plugged into the centring bush (17) while the second tube (25), by its end facing away from the compensator (26), is connected to the two-way guide (6).
     
    8. The rotary lead-through according to any one of claims 5 to 7,
    characterised in that
    the centring bush (17) comprises a wrought copper alloy.
     
    9. The rotary lead-through according to any one of claims 5 to 8,
    characterised in that
    the centring bush (17) seals off the axial coolant channel (18) both at the end and at the guide tube (25).
     
    10. The rotary lead-through according to claim 9,
    characterised in that
    on the inner circumference of the centring bush (17), at its face pointing towards the inside of the roller, a washer (20) is inserted in a groove (19) provided for this purpose.
     
    11. The rotary lead-through according to claim 10,
    characterised in that
    the washer (20) is held by a retaining ring (21) screwed against the face of the centring bush (17), which face points towards the inside of the roller, and is pushed into the groove (19).
     


    Revendications

    1. Passage tournant pour l'introduction et l'évacuation de réfrigérant liquide, au moyen d'un tourillon (11), dans/hors d'un rouleau placé de manière pivotante à l'extrémité de celui-ci et à celle d'un autre tourillon, notamment un rouleau de transport d'un four à rouleaux, avec des canaux pour réfrigérant (15, 18) passant axialement dans le rouleau, raccordés à l'aide d'un guidage à deux voies (6) à des conduites pour réfrigérant (1, 2) fixes, reliées à un réseau d'alimentation en réfrigérant, un dispositif de compensation (9) autorisant des mouvements axiaux et basculants de l'un des tourillons (11) étant disposé entre l'un des tourillons (11) et le guidage à deux voies (6), et le raccordement du guidage à deux voies aux canaux pour réfrigérant étant formé en incluant le dispositif de compensation par une cosse de raccordement (10) pouvant être enfichée dans l'un des tourillons (11), caractérisé en ce que les conduites pour réfrigérant (1, 2) sont raccordées de manière fixe à une plaque de fixation (3) sur laquelle le guidage à deux voies (6) est fixé de manière amovible.
     
    2. Passage tournant selon la revendication 1, caractérisé en ce que le tourillon (11) s'appuie sur des galets de roulement (22) et est maintenu sur ceux-ci par un élément de retenue.
     
    3. Passage tournant selon la revendication 1 ou 2, caractérisé en ce que le guidage à deux voies (6) peut être fixé de manière amovible sur la plaque de fixation (3) au moyen de leviers à serrage rapide (5).
     
    4. Passage tournant selon l'une des revendications 1 à 3, caractérisé en ce que la plaque de fixation (3) présente un rail de guidage (27) le long duquel le guidage à deux voies (6) est guidé de manière mobile.
     
    5. Passage tournant selon l'une des revendications 1 à 4, caractérisé en ce que la cosse de raccordement (10) présente deux tubes concentriques (12, 13), le tube intérieur (12) étant enfichable avec l'une de ses extrémités dans une pièce de couplage (14) du canal pour réfrigérant central (15) des canaux pour réfrigérant axiaux (15, 18), et étant raccordé par son autre extrémité au guidage à deux voies (6), et le tube extérieur étant enfichable comme tube de guidage (13) avec l'une de ses extrémités dans une douille de centrage (17) d'un autre canal pour réfrigérant (18), et étant raccordé par son autre extrémité au guidage à deux voies (6) à l'aide d'un compensateur (16, 26) du dispositif de compensation (9).
     
    6. Passage tournant selon la revendication 5, caractérisé en ce que le compensateur (16) est un disque en anneau de cercle ondulé, dont le bord extérieur est relié au guidage à deux voies (6) et dont le bord intérieur est relié au tube de guidage (13).
     
    7. Passage tournant selon la revendication 5, caractérisé en ce que le tube de guidage (13) est constitué de deux tubes (24, 25) reliés entre eux au moyen d'un compensateur (26) ondulé en forme de tuyau, le premier tube (24) étant enfichable dans la douille de centrage (17) par son extrémité détournée du compensateur (26), et le deuxième tube (25) étant relié au guidage à deux voies (6) par son extrémité détournée du compensateur (26).
     
    8. Passage tournant selon l'une des revendications 5 à 7, caractérisé en ce que la douille de centrage (17) est constituée d'un alliage de cuivre corroyé.
     
    9. Passage tournant selon l'une des revendications 5 à 8, caractérisé en ce que la douille de centrage (17) bouche le canal pour réfrigérant (18) axial aussi bien à son extrémité que par rapport au tube de guidage (13).
     
    10. Passage tournant selon la revendication 9, caractérisé en ce qu'un anneau d'étanchéité (20) est inséré dans une rainure (19) prévue à cet effet, sur le pourtour intérieur de la douille de centrage (17) sur son côté frontal tourné vers l'intérieur du rouleau.
     
    11. Passage tournant selon la revendication 10, caractérisé en ce que l'anneau d'étanchéité (20) est maintenu par un anneau de retenue (21) vissé contre le côté frontal de la douille de centrage (17) tourné vers l'intérieur du rouleau, et pressé dans la rainure (19).
     




    Zeichnung