[0001] Die Erfindung betrifft einen Ständer für ein Bohrgerät gemäss dem Oberbegriff des
Patentanspruchs 1.
[0002] Zur Herstellung von Bohrungen in harten Untergründen, wie beispielsweise Beton, Gestein
oder dergleichen werden Bohrgeräte verwendet, die bei bestimmten Anforderungen, inbesondere
an die Qualität des herzustellenden Bohrloches, mit Hilfe eines Ständers beim Bohrvorgang
geführt werden müssen. Ein derartiger Ständer ist beispielsweise aus dem DE-GM 297
13 139 bekannt. Dieser Ständer setzt sich zusammen aus einer eine Auflagefläche aufweisenden
Grundplatte, zwei Lagerböcken, einer Rasterplatte, einer Führungssäule und einem axial
versetzbaren Verriegelungselement. Die beiden Lagerböcke und die Rasterplatte sind
an der Grundplatte angeordnet und ragen von dieser ab. Eine Schwenkachse, um die die
Führungssäule gegenüber der Grundplatte schwenkbar ist, erstreckt sich durch beide
Lagerböcke und die Führungssäule. Die Rasterplatte weist mehrere, beispielsweise unter
gleichen Winkeln voneinander beabstandete, Bohrungen auf, die auf einer um die Schwenkachse
verlaufenden Kreisbahn angeordnet sind. Mit Hilfe des Verriegelungselementes in Form
einer Spannschraube ist die gegenüber der Grundplatte verschwenkbare Führungssäule
festlegbar. Dabei durchsetzt die Spannschraube eine Bohrung der Rasterplatte sowie
ein Langloch in einem der beiden Lagerböcke und wirkt mit einem entsprechenden Gewinde
in der Führungssäule zusammen.
[0003] Eine schnelle Änderung der Neigung der Führungssäule gegenüber der Grundplatte kann
mit diesem bekannten Ständer nicht durchgeführt werden, da das Verriegelungselement-die
Spannschraube - erst mühsam ein Stück weit herausgedreht werden, bis ein zylindrischer
Abschnitt der Spannschraube, nach einem Schwenkvorgang der Führungssäule, in einer
anderen Bohrung der Rasterplatte wieder eingesetzt werden kann.
[0004] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, einen Ständer für ein Bohrgerät zu schaffen,
bei dem die Neigung der Führungssäule gegenüber der Grundplatte sehr schnell, einfach
und mit wenigen Handgriffen sowie werkzeuglos verändert werden kann. Der Ständer soll
stabil ausgebildet sein und und es soll die Neigung der Führungssäule auch dann veränderbar
sein, wenn der Ständer an schwer zugänglichen Stellen verwendet wird, an denen seitlich
neben dem Ständer sehr wenig freier Arbeitsraum vorhanden ist.
[0005] Die Lösung dieser Aufgaben erfolgt mit einem Ständer für ein Bohrgerät, der die im
kennzeichnenden Abschnitt des Patentanspruchs 1 angeführten Merkmale aufweist.
[0006] Mit Hilfe des erfindungsgemässen Verriegelungsschiebers und der Spannvorrichtung
lässt sich eine einfache und schnelle Freigabe bzw. Festlegung der Führungssäule gegenüber
der Grundplatte erreichen.
[0007] Um die Neigung der Führungssäule gegenüber der Grundplatte sehr schnell und einfach
verändern zu können, erfolgt beispielsweise die Versetzung des Verriegelungsschiebers
in eine Freigabestellung mit Hilfe der Spannvorrichtung, die von einer Bedienungsperson
beispielsweise in Richtung Grundplatte bewegt wird.
[0008] Damit die Bewegung der Spannvorrichtung bei einem Versetzen derselben in Richtung
Grundplatte in eine parallel zu einer Auflagefläche der Grundplatte verlaufende Bewegung
umgelenkt werden kann, bei der eine Versetzung des Verriegelungsschieber erfolgt,
weist die Spannvorrichtung wenigstens einen in Richtung Grundplatte abragenden, eine
Durchtrittsöffnung des Verriegelungsschiebers durchsetzenden Transportarm auf, der
sich mit zunehmender Erstreckung in Richtung Grundplatte immer mehr der Rasterplatte
nähert.
[0009] Vorteilhafterweise dient der Aufnahme und Führung sowohl der Spannvorrichtung als
auch des Verriegelungsschiebers eine Führungsleiste, die von einer der Auflagefläche
gegenüberliegenden Seite der Grundplatte abragt. Diese Führungsleiste ist einfach
herstellbar und für die Bedienungsperson gut zugänglich, so dass die Montage sowohl
des Verriegelungsschiebers als auch der Spannvorrichtung in einer sehr kurzen Zeit
erfolgen kann.
[0010] Um eine gute Führung der Spannvorrichtung erreichen zu können, weist zweckmässigerweise
die Führungsleiste wenigstens zwei sacklochartig ausgebildete Führungsbohrungen auf,
in die der Transportarm und ein Führungsarm der Spannvorrichtung ragt.
[0011] Vorzugsweise ist zwischen dem Transportarm und dem Grund jener Führungsbohrung, in
die der Transportarm ragt ein Federelement angeordnet. Dieses Federelement dient der
Rückstellung der Spannvorrichtung in ihre Ausgangsstellung. Wenn sich die Spannvorrichtung
in der Ausgangsstellung befindet, befindet sich der Verriegelungsschieber in der Verriegelungsstellung.
[0012] Aus montagetechnischen Gründen dienen vorzugsweise der Abstützung des Verriegelungsschiebers
in einer von der Auflagefläche der Grundplatte abgewandten Richtung zwei voneinander
beabstandete Führungsbleche, die lösbar mit der Führungsleiste in Verbindung stehen.
Diese beiden Führungsbleche decken den Verriegelungsschieber beispielsweise teilweise
ab und wirken formschlüssig mit der von der Grundplatte abragenden Führungsleiste
zusammen.
[0013] Zweckmässigerweise weist der Ständer zwei voneinander beabstandete Führungssäulen
auf, an deren einander zugewandten Innenseiten eine Rasterplatte angeordnet ist und
das Verriegelungselement ist von zwei Verriegelungsschiebern gebildet, die zwischen
den Rasterplatten sowie an der Grundplatte zueinander koaxial angeordnet sind. Zusammen
mit der Grundplatte verleihen die beiden Führungssäulen dem erfindungsgemässen Ständer
eine sehr hohe Steifigkeit. Eine besonders gute Festlegung eines zwischen den Führungssäulen
und der Grundplatte eingestellten Winkels wird mit beiden Verriegelungsschiebern erreicht,
die zwischen beiden Führungssäulen angeordnet sind und formschlüssig mit den beiden,
an den Führungssäulen angeordneten, Rasterplatten in Verbindung bringbar sind.
[0014] Damit der Ständer auch an schwer zugänglichen Stellen verwendet werden kann, an denen
seitlich neben dem Ständer sehr wenig freier Arbeitsraum vorhanden ist, erfolgt zweckmässigerweise
die koaxiale Versetzung der beiden Verriegelungsschieber mit einer zwischen den Verriegelungsschiebern
und somit auch zwischen den Führungssäulen angeordneten Spannvorrichtung.
[0015] Um beide Verriegelungsschieber koaxial zueinander versetzen zu können weist vorzugsweise
die Spannvorrichtung zwei in Richtung Grundplatte abragende, jeweils eine Durchtrittsöffnung
der beiden Verriegelungsschieber durchsetzende Transportarme auf, deren Abstand voneinander
mit zunehmender Erstreckung in Richtung Grundplatte zunimmt.
[0016] Aufgrund der erfindungsgemässen Ausgestaltung des Ständers ist eine Bedienungsperson
in der Lage mit nur einem kurzen Druck auf die Spannvorrichtung die Verriegelungsschieber
in eine Freigabestellung zu versetzen. Beim anschliessenden Verschwenken der Führungssäule
liegen die den Durchtrittsöffnungen gegenüberliegenden, freien Enden der Verriegelungsschieber
seitlich an den Rasterplatten an. Sobald diese freien Enden wiederum in Überdeckung
mit der jeweils nachfolgenden Bohrung in beiden Rasterplatten gebracht werden, drücken
die Federelemente die Spannvorrichtung zurück in ihre Ausgangsstellung und die Verriegelungsschieber
in die Verriegelungsstellung.
[0017] Die Erfindung wird anhand mehrerer Zeichnungen, die ein Ausführungsbeispiel wiedergeben,
näher erläutert. Es zeigen:
- Fig. 1
- einen Schnitt durch einen erfindungsgemässen Ständer mit zwei Führungssäulen, entlang
der Linie I-I gemäss Fig. 2;
- Fig. 2
- einen Schnitt durch den Ständer entlang der Linie II-II gemäss Fig. 3; zwei Verriegelungsschieber
befinden sich in einer Verriegelungsstellung;
- Fig. 3
- einen Schnitt durch den Ständer entlang der Linie III-III gemäss Fig. 2; bzw. entlang
der Linie III-III gemäss Fig. 4;
- Fig. 4
- einen Schnitt durch den Ständer entlang der Linie IV-IV gemäss Fig. 3.
[0018] Der in den Fig. 1 bis 4 dargestellte Ständer für ein nicht dargestelltes Bohrgerät
weist eine Grundplatte 1 mit einer Auflagefläche 23 auf. Auf einer dieser Auflagefläche
23 gegenüberliegenden Seite der Grundplatte befinden sich zwei im Abstand voneinander
beabstandete Führungssäulen 2, zwischen denen ein, der Aufnahme einer Anschlussplatte
4 des nicht dargestellten Bohrgerätes dienender, Schlitten 3 angeordnet ist. Dieser
Schlitten 3 ist mit nicht näher dargestellten Mitteln entlang der beiden Führungssäulen
2 versetzbar. An beiden, der Grundplatte 1 zugewandten Endbereichen beider Führungssäulen
2, befinden sich jeweils eine Rasterplatte 7, die eine Aufnahmebohrung für ein Lagerelement
21 und mehrere Durchbrüche 8 aufweist, die beispielsweise unter gleichen Winkeln W
voneinander beabstandet auf einer sich um die Aufnahmebohrung verlaufenden Kreisbahn
angeordnet sind. Der gleichmässige Abstand entspricht beispielsweise einer Winkelteilung
W von 15°. In der Grundplatte 1 sind entsprechende Ausnehmungen 24 angeordnet, in
die die beiden Rasterplatten 7 teilweise ragen.
[0019] Wie insbesondere den Fig. 2 und 4 entnehmbar ist, ragen von der der Auflagefläche
23 gegenüberliegenden Seite der Grundplatte 1 zwei im Abstand voneinander angeordnete
Lagerböcke 6 ab. Jeder der beiden Lagerböcke 6 wird von einer parallel zur Auflagefläche
23 verlaufenden Durchgangsbohrung durchsetzt. Diese beiden Durchgangsbohrungen sind
koaxial zueinander ausgerichtet und dienen der Aufnahme der mit den Rasterplatten
7 zusammenwirkenden Lagerelemente 21. Die Mittellängsachsen beider Lagerelemente 21
bilden eine Schwenkachse 5, um die die Führungssäulen 2 schwenkbar sind.
[0020] Neben den beiden Lagerböcken 6 ragt von der gleichen Seite der Grundplatte 1 auch
eine Führungsleiste 9 ab, die sich über den gesamten Freiraum zwischen den beiden
Führungssäulen 2 erstreckt. Wie insbesondere den Fig. 2, 3 und 4 entnehmbar ist, befinden
sich auf einer von der Auflagefläche 23 der Grundplatte 1 abgewandten Oberseite 19
dieser Führungsleiste 9 zwei streifenförmig ausgebildete Verriegelungsschieber 12,
die koaxial zueinander und im Abstand voneinander angeordnet sind. Diese beiden Verriegelungsschieber
12 sind auf der Führungsleiste 9 koaxial versetzbar gelagert und werden mit Hilfe
von jeweils zwei Führungsblechen 10, 11 an der Oberseite 19 der Führungsleiste 9 mit
Spiel gehalten. Jedes der im wesentlichen U-förmig ausgebildeten Führungsbleche 10,
11 deckt die Verriegelungsschieber 12 teilweise ab und steht in formschlüssiger, aber
lösbarer Verbindung mit der Führungsleiste 9.
[0021] Wie die Fig. 2 zeigt, ist ein erster freier Endbereich der beiden Verriegelungsschieber
12 abgewinkelt ausgebildet und das im ersten freien Endbereich liegende freie Ende
ragt in eine Bohrung 8 der Rasterplatte 7. Die Anschläge 25 beider Verriegelungsschieber
12 liegen an den einander zugewandten Seitenwänden der Rasterplatten 7 an.
[0022] Zwischen beiden Verriegelungsschiebern 12 befindet sich eine Spannvorrichtung 22,
wie sie insbesondere in den Fig. 2, 3 und 4 dargestellt ist. Diese Spannvorrichtung
22 weist zwei, in Richtung Grundplatte 1 abragende, Transportarme 14 auf, deren Abstand
voneinander mit zunehmender Erstreckung in Richtung Grundplatte 1 zunimmt. Beide Transportarme
14 durchsetzen jeweils eine Durchtrittsöffnung 13 der beiden Verriegelungsschieber
12. Die Durchtrittsöffnung 13 ist in einem, dem ersten freien Endbereich des Verriegelungsschieber
12 gegenüberliegenden, zweiten Endbereich 20 angeordnet. Zwischen beiden Transportarmen
14 besitzt die Spannvorrichtung einen Führungsarm 17, der wie beide Transportarme
14 in entsprechende, sacklochartig ausgebildete Führungsbohrungen 15, 18 in der Führungsleiste
9 ragt. Die beiden Transportarme 14 und der Führungsarm 17 sind über einen, von der
Bedienungsperson gut betätigbaren Betätigungshebel miteinander verbunden, der sich
im wesentlichen parallel zur Auflagefläche 23 der Grundplatte 1 erstreckt. In den
Führungsbohrungen 15, in die die beiden Transportarme 14 ragen, befinden sich jeweils
ein Federelement 16, das in Form einer Druckfeder ausgebildet ist. Mit Hilfe dieser
beiden Federelemente 16 wird sichergestellt, dass sich die Spannvorrichtung 22 in
ihrer Ausgangsstellung und die Verriegelungsschieber 12 in Ihre Verriegelungsstellung
befinden, solange kein Druck durch die Bedienungsperson auf die Spannvorrichtung 22
ausgeübt wird.
1. Ständer für ein Bohrgerät mit einer, eine Auflagefläche (23) aufweisenden Grundplatte
(1) und wenigstens einer um eine Schwenkachse (5) schwenkbaren Führungssäule (2),
die mit Hilfe wenigstens einer Rasterplatte (7) und einem parallel zur Auflagefläche
(23) koaxial versetzbaren Verriegelungselement gegenüber der Auflagefläche (23) unter
verschiedenen Winkeln (W) festlegbar ist, dadurch gekennzeichnet, dass die Rasterplatte (7) an der Führungssäule (2) angeordnet ist und das Verriegelungselement
von wenigstens einem an der Grundplatte (1) gelagerten Verriegelungsschieber (12)
gebildet ist, der mit Hilfe einer Spannvorrichtung (22) versetzbar ist.
2. Ständer nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Spannvorrichtung (22) wenigstens
einen in Richtung Grundplatte (1) abragenden, eine Durchtrittsöffnung (13) des Verriegelungsschiebers
(12) durchsetzenden Transportarm (14) aufweist, der sich mit zunehmender Erstreckung
in Richtung Grundplatte (1) immer mehr der Rasterplatte (7) nähert.
3. Ständer nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Aufnahme und Führung
sowohl der Spannvorrichtung (22) als auch des Verriegelungsschiebers (12) eine Führungsleiste
(9) dient, die von einer der Auflagefläche (23) gegenüberliegenden Seite der Grundplatte
(1) abragt.
4. Ständer nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Führungsleiste (9) wenigstens
zwei sacklochartig ausgebildete Führungsbohrungen (15, 18) aufweist, in die der Transportarm
(14) und ein Führungsarm (17) der Spannvorrichtung (22) ragt.
5. Ständer nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass zwischen dem Transportarm (14)
und dem Grund der Führungsbohrung (15) ein Federelement (16) angeordnet ist.
6. Ständer nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass der Abstützung des Verriegelungsschiebers
(12) in einer von der Auflagefläche (23) der Grundplatte
(1) abgewandten Richtung zwei voneinander beabstandete Führungsbleche (10, 11) dienen,
die lösbar mit der Führungsleiste (9) in Verbindung stehen.
7. Ständer nach einem der Ansprüche 1 bis 6 dadurch gekennzeichnet, dass der Ständer
zwei voneinander beabstandete Führungssäulen (2) aufweist, an deren einander zugewandten
Innenseiten eine Rasterplatte (7) angeordnet ist und das Verriegelungselement von
zwei Verriegelungsschiebern (12) gebildet ist, die zwischen den Rasterplatten (7)
sowie an der Grundplatte (1) zueinander koaxial angeordnet sind.
8. Ständer nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Spannvorrichtung (22) zwischen
den Verriegelungsschiebern (12) zur koaxialen Versetzung derselben angeordnet ist.
9. Ständer nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Spannvorrichtung (22) zwei
in Richtung Grundplatte (1) abragende, jeweils eine Durchtrittsöffnung (13) der Verriegelungsschieber
(12) durchsetzende Transportarme (14) aufweist, deren Abstand voneinander mit zunehmender
Erstreckung in Richtung Grundplatte (1) zunimmt.