[0001] Die Erfindung betrifft ein einstellbares Gelenkband für Türen oder Fenster, mit einem
am Rahmen zu befestigenden Rahmenbandteil und einem am Flügel zu befestigenden Flügelbandteil,
das gelenkig mit dem Rahmenbandteil verbunden ist und sich aus einem am Flügel festlegbaren
Widerlagerteil und einem Verstellteil zusammensetzt, wobei das Verstellteil gegenüber
dem Widerlagerteil in einer rechtwinklig zur Gelenkachse verlaufenden, horizontalen
Verschieberichtung verschiebbar geführt ist, mittels eines gegen das Widerlagerteil
abgestützten selbsthemmenden Verstellantriebes stufenlos einstellbar und mittels mindestens
einer Feststellschraube feststellbar ist, wobei der Verstellantrieb einen Exzenter
umfaßt, welcher einen in einer Ausnehmung des Verstellteils drehbar gehaltenen zylindrischen
Teil und einen hierzu exzentrischen, in ein Langloch des Widerlagerteils eingreifenden,
zylindrischen Exzenterzapfen aufweist.
[0002] Ein einstellbares Gelenkband dieser Art ist bekannt aus der EP 0 652 345 A1. Das
bekannte Gelenkband wird durch einen Exzenter eingestellt, der über einen zur Drehachse
des Exzenters koaxialen zylindrischen Körper drehbar im Verstellteil gelagert ist
und der über einen exzentrisch zur Drehachse angeordneten zylindrischen Exzenterzapfen
drehbar in eine zylindrischen Ausnehmung eines Gleitsteins eingreift, wobei der Gleitstein
seinerseits in dem Langloch des Widerlagerteils mit geringem Spiel verschiebbar geführt
ist. Dabei bewirkt der in dem Langloch des Widerlagerteils verschiebbar geführte Gleitstein
die Selbsthemmung des Verstellantriebs. Aufgrund des Gewichts des Tür- oder Fensterflügels
entsteht ein Moment, welches einen einseitig scharnierend angelenkten Flügel um seinen
Mittelpunkt dreht. Dieses Moment erzeugt in der Verschieberichtung des Verstellteils
am oberen Gelenkband eine von dem Rahmen weg gerichtete Zugkraft und in dem unteren
Gelenkband eine zum Rahmen hin gerichtete Schubkraft. Wenn die Feststellschraube gelockert
ist, wirkt diese Zug- oder Schubkraft über den Gleitstein im Widerlagerteil auf den
Exzenterzapfen. Dabei wird der Exzenter jedoch nicht verdreht, sondern der Gleitstein
wird lediglich gegen seine seitliche Führung gedrückt. Die dort auftretende Reibung
ist so stark, daß der Gleitstein und damit auch der Exzenter in seiner Lage gehalten
wird. Wird aber der Exzenter über ein Werkzeug, z.B. einen Inbusschlüssel gedreht,
dann wird die Reibung, welche für die Selbsthemmung erwünscht ist, überwunden. Dieses
Gelenkband hat sich in der Praxis bestens bewährt, erfordert jedoch eine gewisse Mindest-Baugröße
und eine recht hohe Anzahl an Einzelteilen.
[0003] Aus EP 0 259 618 ist ebenfalls ein Tür- oder Fensterband bekannt, dessen Seitenverstellung
mittels eines Exzenters bewirkt wird. Bei diesem Gelenkband ist der Exzenter nicht
in dem Verstellteil, sondern in dem Widerlagerteil drehbar aufgenommen. Der Exzenterzapfen
greift in ein Langloch im Verstellteil ein, um die Seitenverstellung zu bewirken.
Ein Gelenkband mit diesen Merkmalen geht aus dem Oberbegriff des Anspruchs 2 hervor.
Ein wesentlicher Nachteil der Seitenverstellvorrichtung dieses Gelenkbandes ist, daß
sie aufgrund des fehlenden Gleitsteins kaum selbsthemmende Eigenschaften aufweist.
Beim Lösen der Feststellschraube zum Justieren des Seitenabstandes zwischen dem Flügel
und dem Rahmen der Exzenter wird durch die Kraft aufgrund des Flügelgewichts belastet
und kann sich leicht aus seiner eingestellten Lage in eine Anschlagposition verdrehen.
Die Folge ist, daß der Flügel vollständig neu ausgerichtet werden muß.
[0004] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein einstellbares Gelenkband mit einer
ausreichenden selbsthemmende Wirkung des Verstellantriebs bei gelöster Feststellschraube
zu schaffen, welches wenige Bauteile aufweist und daher kostengünstig und mit geringer
Baugröße herzustellen ist.
[0005] Die Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß die Ausnehmung mindestens ein
Stützpunkte-Paar zur Abstützung der Umfangsfläche des zylindrischen Teils des Exzenters
bildet, wobei die beiden Stützpunkte des Stützpunkte-Paars auf der gleichen Seite
der vertikalen Mittelebene und zu beiden Seiten der horizontalen Mittelebene der Ausnehmung
liegen.
[0006] Diese Lösung ist sowohl bei einem Gelenkband mit in einer Ausnehmung des Verstellteils
drehbar gehaltenem Exzenter (Anspruch 1) als auch bei einem Gelenkband mit in einer
Ausnehmung des Widerlagerteils drehbar gehaltenem Exzenter (Anspruch 2) verwendbar.
[0007] Mit anderen Worten weist die Ausnehmung ein Stützpunkte-Paar auf, welches aufgrund
der Zugkraft des Flügelgewichtes eine die Selbsthemmung des Verstellantriebs bewirkende
Klemmkraft auf den Exzenter ausübt. Die Ausnehmung bildet zumindest auf der Seite,
gegen die der Exzenter bei gelöster Feststellschraube aufgrund des Flügelgewichts
gedrückt wird, ein Stützpunkte-Paar, dessen Stützpunkte einen gewissen Winkelabstand
zu den oberen und unteren Scheitelpunkten des zylindrischen Teils des Exzenters aufweisen.
Dabei besteht in der Regel kein exakt punktförmiger Kontakt zwischen der Oberfläche
der Ausnehmung und der Umfangsfläche des zylindrischen Teils. Bevorzugt bildet die
Kontaktfläche der Ausnehmung im wesentlichen eine Ebene, die tangential gegen die
Umfangsfläche des zylindrischen Teils des Exzenters anliegt, so daß strenggenommen
in jedem Stützpunkt ein linienförmiger Kontaktbereich entsteht. Es wäre zwar auch
möglich, durch eine Kontaktspitze in der Ausnehmung einen punktförmigen Kontaktbereich
zu erzeugen, jedoch könnte hierdurch eine zu große Flächenpressung entstehen, wodurch
die Oberflächen der betreffenden Bauteile beschädigt würden. Nachfolgend bezieht sich
der Begriff "Stützpunkt" somit auf den Kontaktbereich in einer bestimmten Winkellage
der Ausnehmung, die den zylindrischen Teil des Exzenters drehbar hält, unabhängig
von der exakten Form des Kontaktbereichs.
[0008] Der zylindrische Teil des Exzenters wird also über definierte Stützpunkte und nicht
über eine komplementäre zylindrische Innenfläche der Ausnehmung abgestützt. Somit
verringert sich die Kontaktfläche zwischen dem zylindrischen Teil und der Ausnehmung,
wodurch sich die Flächenpressung im Bereich der Stützpunkte erhöht. Zudem kann eine
Stützkraft im wesentlichen nur in radialer Richtung auf die Umfangsfläche des zylindrischen
Teils des Exzenters übertragen werden. Der Kraftvektor in den Stützpunkten, die einander
in vertikaler Richtung im wesentlichen gegenüberliegen, setzt sich zusammen aus den
horizontalen Komponenten, die parallel zur Verschieberichtung wirken und die Kräfte
aufgrund des Flügelgewichtes ausgleichen, und den vertikalen Kraftkomponenten. Die
vertikalen Kraftkomponenten sind innere Kräfte in dem zylindrischen Teil des Exzenters,
welche sich jeweils für ein Stützpunkte-Paar aufheben und deren Größe sich aus der
Winkellage der beiden Stützpunkte ergibt, da die Wirkrichtung der Gesamtkraft in jedem
Stützpunkt - wie gesagt - radial verlaufen muß.
[0009] Bei einem Stützpunkt, der auf der horizontalen Mittelebene des zylindrischen Teils
und damit der Ausnehmung liegt, entspräche die radiale Richtung der horizontalen Richtung
und damit der Verschieberichtung, so daß die vertikale Kraftkomponente gleich Null
wäre. Bei einem Stützpunkte-Paar nahe der Kappe des zylindrischen Teils, d.h. nahe
seiner vertikalen Mittelebene, würden schon aufgrund kleiner horizontaler Kräfte sehr
große vertikale Kraftkomponenten entstehen. Gegenbenfalls könnten bleibende Verformungen
der metallischen Kontaktflächen durch überhöhte vertikale Kraftkomponenten hervorgerufen
werden.
[0010] Durch geeignete Positionierung des Stützpunkte-Paars läßt sich ein geeigneter Verstärkungsfaktor
für die durch das Flügelgewicht erzeugte Stützkraft erzielen. Diese Stützkraft kann
über den Reibungskoeffizienten, genauer gesagt den Haftreibungskoeffizenten der miteinander
in Kontakt stehenden Oberflächen in eine Reibkraft umgerechnet werden, die in tangentialer
Richtung der Umfangsfläche des zylindrischen Teils des Exzenters wirkt und ein Verdrehen
des Exzenters behindert. Es wird also durch geeignete Wahl der Lage des Stützpunkte-Paars
eine Verstellung des Exzenters durch eine über den Flügel aufgebrachte Kraft in der
horizontalen Verschieberichtung sicher entgegengewirkt, da eine ausreichend hohe Haftreibung
entsteht.
[0011] Wenn die Wirkrichtung der Verstellkraft aufgrund des Flügelgewichts bekannt ist (beim
oberen Gelenkband von dem Rahmen weg und beim unteren Gelenkband zum Rahmen hin) ist
es ausreichend, wenn nur auf einer Seite der Ausnehmung ein Stützpunkte-Paar angeordnet
ist. In diesem Fall reicht es aus, auf der gegenüberliegenden Seite, z.B. im Bereich
der horizontalen Mittelebene des zylindrischen Teils des Exzenters, einen dritten
Stützpunkt vorzusehen. Das Stützpunkte-Paar und der dritte Stützpunkt bilden ein Dreieck,
in dessen Ecken die Stützpunkte für den zylindrischen Teil des Exzenters liegen. Eine
derartige Aufnahme ist ausreichend, um den zylindrischen Teil ortsfest aber drehbar
zu führen. In den anderen Bereichen der Umfangsfläche des zylindrischen Teils ist
kein weiterer Kontakt mit der Ausnehmung erforderlich. Die Ausnehmung kann also allein
von Wandabschnitten in diesen drei Stützpunkten gebildet werden.
[0012] Sinnvollerweise umschließt die Ausnehmung den zylindrischen Teil des Exzenters vollständig
mit einem mehr oder weniger großen Spiel, wobei darauf zu achten ist, daß bei einem
Einwirken der Verstellkraft in der horizontalen Richtung nur Kontakt im Bereich der
Stützpunkte eines Stützpunkte-Paars besteht. Außerdem ist es sinnvoll, auf beiden
Seiten der vertikalen Mittelebene der Ausnehmung für den zylindrischen Teil jeweils
ein Stützpunkte-Paar vorzusehen. Hierdurch entsteht der gewünschte selbsthemmende
Effekt bei in beiden horizontalen Richtungen wirkenden Verstellkräften. Das Gelenkband
kann somit sowohl als oberes als auch als unteres Gelenkband und sowohl für den Rechtsanschlag
als auch für den Linksanschlag des Flügels verwendet werden.
[0013] Bei einer bevorzugten Ausführungsform des Gelenkbandes umfaßt die Ausnehmung einen
oberen und einen unteren, den zylindrischen Teil des Exzenters mit geringem Spiel
umgreifenden Wandabschnitt. An diese beiden zylindrischen Wandabschnitte schließen
sich tangential zur Umfangsfläche des zylindrischen Teils verlaufende Wandabschnitte
an. Jeder Übergangsbereich zwischen dem Ende eines zylindrischen Wandabschnitts und
einem tangentialen Wandabschnitt bildet dabei einen Stützpunkt. Die auf der gleichen
Seite in bezug auf die vertikale Mittelebene der Ausnehmung liegenden Übergangsbereiche
zwischen den zylindrischen Wandabschnitten und den tangentialen Wandabschnitten bilden
ein Stützpunkte-Paar.
[0014] Da die Selbsthemmung des Exzenters durch die Wahl der Stützbereiche seines zylindrischen
Teils erfolgt, ist kein Gleitstein notwendig. Der Verstellantrieb und damit das Gelenkband
können sehr klein gebaut werden.
[0015] Bevorzugt werden die Teile des Flügelbandteils, nämlich das Verstellteil, das Widerlagerteil
und der Exzenter als Zink-Druckgußteile gefertigt. Der Reibungskoeffizient dieses
Materials führt zu einer optimalen Selbsthemmung des Exzenters bei ausreichender Leichtgängigkeit
der Verstellung durch ein Verstellwerkzeug, wenn die beiden Stützpunkte eines Stützpunkte-Paars
einen Winkelabstand von 20 bis 30° zur vertikalen Mittelebene der Ausnehmung für den
zylindrischen Abschnitt aufweisen. Daraus ergibt sich bei der Ausführungsform mit
zwei tangential verlaufenden Wandabschnitten ein Winkel von 40° bis 60°, der in Draufsicht
von den tangentialen Wandabschnitten eingeschlossen wird.
[0016] Der Exzenter weist bevorzugt eine Sechskantausnehmung für einen Sechskantverstellschlüssel
auf. An der Außenseite des Verstellteils kann - wie beim eingangs genannten Stand
der Technik - eine Anzeigemarkierung mit einer Skala angebracht sein, auf der mittels
eines Zeigers an dem Exzenter die aktuelle Verstellposition des Exzenters abzulesen
ist.
[0017] Weitere Einzelheiten der vorliegenden Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden
Beschreibung eines Ausführungsbeispiels unter Bezugnahme auf die Zeichnungen. Die
Zeichnungen zeigen in
- Fig. 1
- eine räumliche Rückansicht der Teile des Flügelbandteils,
- Fig. 2
- eine Rückansicht des Verstellteils mit in die Ausnehmung eingefügtem Exzenter,
- Fig. 3
- eine Draufsicht auf die Kontur der Ausnehmung in der Rückwand des Verstellteils aus
den Figuren 1 und 2,
- Fig. 4
- eine räumliche Draufsicht auf die Teile des Flügelbandteils und
- Fig. 5
- eine Draufsicht auf das Widerlagerteil mit in das Langloch eingreifendem Exzenter.
[0018] Das in den Zeichnungen dargestellte Flügelbandteil setzt sich zusammen aus einem
Widerlagerteil 1, einem Verstellteil 2 und einem Exzenter 3. Das Widerlagerteil 1
wird mit seiner in der Fig. 1 erkennbaren Rückseite gegen einen Tür- oder Fensterflügel
gelegt, wobei zwei Tragzapfen 4 Bohrungen im Flügel durchragen. Auf das Widerlagerteil
1 ist bei zwischengefügtem Exzenter 3 das Verstellteil 2 aufgesetzt, wobei es die
obere und untere Wandung des Widerlagerteils 1 mit geringem Spiel umgreift und dadurch
horizontal verschiebbar am Widerlagerteil geführt ist. Das Verstellteil 2 weist Langlöcher
6,7 auf, welche von jeweils einer Feststellschraube (nicht dargestellt) durchragt
werden, die entweder in dem Flügel selbst oder in Gewindebohrungen 8 des Widerlagerteils
1 festgeschraubt werden, wobei die Schraubköpfe der Feststellschrauben das Verstellteil
2 gegenüber dem Widerlagerteil 1 bzw. gegenüber dem Flügel fixieren.
[0019] Das Verstellteil 2 weist eine Zapfenaufnahme 9 für den Gelenkzapfen des Gelenkbandes
auf. Die Gelenkachse 10 der Zapfenaufnahme 9 verläuft in vertikaler Richtung. Der
nach unten aus der Zapfenaufnahme herausragende Zapfenabschnitt ist in einem Zapfenlager
eines am Rahmen befestigten Rahmenbandteils (nicht dargestellt) drehbar aufgenommen.
[0020] Der Exzenter 3 umfaßt einen zylindrischen Teil 11, der in eine Ausnehmung 12 in der
Rückwand des Verstellteils 2 eingefügt wird. Auf der in Fig. 1 sichtbaren Rückseite
des zylindrischen Teils 11 und exzentrisch zu dessen Mittelachse ist ein hohler Exzenterzapfen
13 angeformt. Der Exzenterzapfen 13 greift mit geringem Spiel in ein Langloch 14 des
Widerlagerteils 1 ein. Bei der dargestellten Ausführungsform ist das Langloch 14 als
Tasche ausgebildet, an deren Rückwand die Tragzapfen 4 angeordnet sind.
[0021] Auf der Vorderseite des zylindrischen Teils 11 des Exzenters 3 ist konzentrisch ein
zylindrischer Vorsprung 15 mit reduziertem Durchmesser angeformt. Der zylindrische
Vorsprung 15 weist eine Sechskantausnehmung 16 für einen Sechskant-Verstellschlüssel
(auch INBUS®-Schlüssel genannt) auf. Ferner ist an ihm ein radialer Vorsprung 17 angeformt.
Der zylindrische Vorsprung 15 und der radiale Vorsprung 17 durchragen eine Aussparung
18 in der Mitte des Verstellteils 2 mit ausreichendem Spiel, so daß ein Kontakt in
radialer Richtung vermieden wird. So stützt sich der Exzenter 3 nur mit seinem zylindrischen
Teil 11 gegen die rückseitige Ausnehmung 12 im Verstellteil 2 ab. Die Aussparung 18
umfaßt zwei einander im wesentlichen diametral gegenüberliegende Schultern, welche
einen Anschlag für den radialen Vorsprung 17 des Exzenters 3 bilden und somit den
Verstellbereich des Exzenters 3 eingrenzen.
[0022] Auf der Vorderseite des Verstellteils 2 ist in der Peripherie der Aussparung 18 eine
Verstellskala 19 aufgebracht, welche in Verbindung mit dem radialen Vorsprung 17 des
Exzenters 3 die Verstellposition des Verstellteils 2 gegenüber dem Widerlagerteil
1 anzeigt.
[0023] Wie erwähnt, hat der radiale Vorsprung 17 des Exzenters 3 keinen Kontakt zur Aussparung
18, mit Ausnahme der radialen Schultern dieser Aussparung 18. In der horizontalen
Verschieberichtung ist der Exzenter 3 ausschließlich durch seinen zylindrischen Teil
11 in der Ausnehmung 12 des Verstellteils 2 gehalten. Die Ausnehmung 12 setzt sich,
wie insbesondere in den Fig. 2 und 3 erkennbar, aus einem oberen zylinderabschnittsförmigen
Wandabschnitt 20 und einem entsprechenden unteren Wandabschnitt 21 sowie vier sich
an diese zylindrischen Wandabschnitte 20,21 anschließenden tangentialen Wandabschnitten
22 - 25 zusammen. Im Abstand zum zylindrischen Teil 11 des Exzenters 3 verlaufen zwei
die Enden der tangentialen Wandabschnitte 22 - 25 verbindende vertikale Wandabschnitte
26 und 27.
[0024] Im Bereich der Übergänge der zylindrischen Wandabschnitte 20,21 in die tangentialen
Wandabschnitte 22 - 25 liegen die vier Stützpunkte 28 - 31 für den zylindrischen Teil
11 des Exzenters 3. Dabei bilden die auf der rechten Seite der vertikalen Mittelebene
32 der Ausnehmung 12 liegenden Stützpunkte 28,29 ein erstes Stützpunkte-Paar und die
auf der linken Seite liegenden Stützpunkte 30,31 ein zweites Stützpunkte-Paar. Der
Winkel α zwischen zwei tangentialen Wandabschnitten beträgt etwa 45°. Es ist zu erkennen,
daß die tangentialen Stützflächen 22,24 in den Stützpunkten 28,29 eine Keilwirkung
entfalten, wenn der zylindrische Teil 11 des Exzenters 3 in horizontaler Richtung
nach rechts gedrückt wird. Der zylindrische Teil 11 wird zwischen der oberen tangentialen
Fläche 22 und der unteren tangentialen Fläche 24 festgeklemmt, so daß eine erhöhte
Reibung entsteht, welche eine Selbsthemmung des Exzenter-Verstellantriebs gegen Verdrehen
aufgrund einer horizontal nach rechts wirkenden Kraft erzeugt. Gleiches gilt für ein
Verschieben des zylindrischen Teils 11 innerhalb der Ausnehmung 12 nach links. In
diesem Fall bewirken die Stützpunkte 30,31 ein Einklemmen des zylindrischen Teils.
[0025] Aus den Zeichnungsfiguren 2 und 3 ist zu erkennen, daß der wesentliche, die Selbsthemmung
bewirkende Kontakt zwischen der Ausnehmung 12 und dem zylindrischen Teil 11 des Exzenters
3 allein in den Stützpunkten 28 und 29 einerseits sowie 30 und 31 andererseits herrscht.
Der obere zylindrische Wandabschnitt 20 sowie der untere zylindrische Wandabschnitt
21 dienen lediglich der Führung des in der Ausnehmung 12 aufgenommenen zylindrischen
Teils 11 des Exzenters 3. Die zylindrischen Wandabschnitte 20 und 21 tragen nicht
zu der Selbsthemmung des Exzenterantriebs bei. Trotzdem ist es sinnvoll, den zylindrischen
Teil 11 des Exzenters 3 vollständig durch eine geschlossene Wandung der Ausnehmung
12 umgreifen zu lassen, unter anderem, um ein Eintreten von Flüssigkeit und Schmutz
in den Kontaktbereich zwischen Exzenter 3 und Ausnehmung 12 zu vermeiden.
[0026] Je nach Materialpaarung läßt sich die Klemmwirkung der Stützpunkte-Paare 28,29 bzw.
30,31 verstärken, indem die Stützpunkte 28 - 31 näher zu der vertikalen Mittelebene
32 der Ausnehmung 12 hin verschoben werden. Werden die Stützpunkte 28 - 31 dagegen
in kreisförmiger Verlängerung der zylinderabschnittsförmigen Wandabschnitte 20,21
zur horizontalen Mittelebene 33 der Ausnehmung 12 hin verschoben, so reduziert sich
die Klemmkraft und damit die selbsthemmende Wirkung des Exzenterantriebs. Somit kann
- wie bereits erwähnt - durch optimale Wahl der Lage der Stützpunkte 28 - 31 eine
selbsthemmende Wirkung erzielt werden, die sicher ein unbeabsichtigtes Verdrehen des
Exzenters 3 aufgrund der durch den Flügel aufgebrachten Kräfte verhindert, gleichzeitig
jedoch ein Verdrehen des Exzenters 3 mittels eines Verstellwerkzeuges ohne übermäßig
großen Kraftaufwand ermöglicht.
[0027] Es ist erkennbar, daß der exakte Verlauf der Wandungen der Ausnehmung 12 für deren
selbsthemmende Wirkung nicht entscheidend ist. Es muß nur darauf geachtet werden,
daß bei einer horizontalen Verschiebung des zylindrischen Teils 11 des Exzenters 3
lediglich Kontakt in den Stützpunkten 28,29 bzw. 30,31 herrscht und in dem Bereich
zwischen den Stützpunten eines Stützpunkte-Paars 28,29 bzw. 30,31 kein weiterer Kontakt
mit der Umfangsfläche des zylindrischen Teils 11 des Exzenters 3 besteht.
[0028] Die Zeichnungen zeigen lediglich ein Ausführungsbeispiel der Erfindung gemäß dem
Anspruch 1, in dem der Exzenter 3 drehbar in einer Ausnehmung 12 des Verstellteils
2 gehalten ist und der Exzenterzapfen 13 in ein im wesentlichen rechteckiges Langloch
14 des Widerlagerteils 1 eingreift. Es ist aber ohne weiteres erkennbar, daß die kinetische
Umkehr, bei der der zylindrische Teil 11 des Exzenters 3 in einer der Ausnehmung 12
entsprechenden Ausnehmung im Widerlagerteil 1 gehalten ist und bei dem der Exzenterzapfen
13 in ein dem Langloch 14 entsprechendes Langloch im Verstellteil 2 eingreift, auf
die gleiche Weise funktioniert.
Bezugszeichenliste:
[0029]
- 1
- Widerlagerteil
- 2
- Verstellteil
- 3
- Exzenter
- 4
- Tragzapfen
- 5
- Schraubloch
- 6
- Langloch
- 7
- Langloch
- 8
- Gewindebohrung
- 9
- Zapfenaufnahme
- 10
- Gelenkachse
- 11
- zylindrischer Teil des Exzenters
- 12
- Ausnehmung
- 13
- Exzenterzapfen
- 14
- Langloch
- 15
- zylindrischer Vorsprung
- 16
- Sechskantausnehmung
- 17
- radialer Vorsprung
- 18
- Aussparung
- 19
- Verstellskala
- 20
- zylindrischer Wandabschnitt
- 21
- zylindrischer Wandabschnitt
- 22-25
- tangentialer Wandabschnitt
- 26-27
- vertikaler Wandabschnitt
- 28-31
- Stützpunkt
- 32
- vertikale Mittelebene
- 33
- horizontale Mittelebene
- α
- Winkel zwischen tangentialen Wandabschnitten
1. Einstellbares Gelenkband für Türen oder Fenster, mit einem am Rahmen zu befestigenden
Rahmenbandteil und einem am Flügel zu befestigenden Flügelbandteil, das gelenkig mit
dem Rahmenbandteil verbunden ist und sich aus einem am Flügel festlegbaren Widerlagerteil
(1) und einem Verstellteil (2) zusammensetzt, wobei das Verstellteil (2) gegenüber
dem Widerlagerteil (1) in einer rechtwinklig zur Gelenkachse (10) verlaufenden, horizontalen
Verschieberichtung verschiebbar geführt ist, mittels eines gegen das Widerlagerteil
(1) abgestützten selbsthemmenden Verstellantriebes stufenlos einstellbar und mittels
mindestens einer Feststellschraube feststellbar ist, wobei der Verstellantrieb einen
Exzenter (3) umfaßt, welcher einen in einer Ausnehmung (12) des Verstellteils (2)
drehbar gehaltenen zylindrischen Teil (11) und einen hierzu exzentrischen, in ein
Langloch (14) des Widerlagerteils (1) eingreifenden, zylindrischen Exzenterzapfen
(13) aufweist, dadurch gekennzeichnet, daß die Ausnehmung (12) mindestens ein Stützpunkte-Paar (28,29 bzw. 30,31) zur Abstützung
der Umfangsfläche des zylindrischen Teils (11) des Exzenters (3) bildet, wobei die
beiden Stützpunkte (28,29 oder 30,31) des Stützpunkte-Paars auf der gleichen Seite
der vertikalen Mittelebene (32) und zu beiden Seiten der horizontalen Mittelebene
(33) der Ausnehmung (12) liegen.
2. Einstellbares Gelenkband für Türen oder Fenster, mit einem am Rahmen zu befestigenden
Rahmenbandteil und einem am Flügel zu befestigenden Flügelbandteil, das gelenkig mit
dem Rahmenbandteil verbunden ist und sich aus einem am Flügel festlegbaren Widerlagerteil
und einem Verstellteil zusammensetzt, wobei das Verstellteil gegenüber dem Widerlagerteil
in einer rechtwinklig zur Gelenkachse verlaufenden, horizontalen Verschieberichtung
verschiebbar geführt ist, mittels eines gegen das Widerlagerteil abgestützten selbsthemmenden
Verstellantriebes stufenlos einstellbar und mittels mindestens einer Feststellschraube
feststellbar ist, wobei der Verstellantrieb einen Exzenter umfaßt, welcher einen in
einer Ausnehmung des Widerlagerteils drehbar gehaltenen zylindrischen Teil und einen
hierzu exzentrischen, in ein Langloch des Verstellteils eingreifenden, zylindrischen
Exzenterzapfen aufweist, dadurch gekennzeichnet, daß die Ausnehmung (12) mindestens ein Stützpunkte-Paar (28,29 bzw. 30,31) zur Abstützung
der Umfangsfläche des zylindrischen Teils (11) des Exzenters (3) bildet, wobei die
beiden Stützpunkte (28,29 oder 30,31) des Stützpunkte-Paars auf der gleichen Seite
der vertikalen Mittelebene (32) und zu beiden Seiten der horizontalen Mittelebene
(33) der Ausnehmung (12) liegen.
3. Einstellbares Gelenkband nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Ausnehmung (12) zu beiden Seiten der vertikalen Mittelebene (32) der Ausnehmung
(12) jeweils ein Stützpunkte-Paar (28,29 und 30,31) aufweist.
4. Einstellbares Gelenkband nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Ausnehmung (12) einen oberen und einen unteren, den zylindrischen Teil (11)
des Exzenters (3) mit geringem Spiel umgreifenden Wandabschnitt (20 und 21) umfaßt,
wobei sich an diese zylindrischen Wandabschnitte (20,21) tangential zur Umfangsfläche
des zylindrischen Teils (11) verlaufende Wandabschnitte (22,23,24,25) anschließen
und wobei die auf einer Seite der vertikalen Mittelebene (32) der Ausnehmung (12)
liegenden Übergangsbereiche zwischen den zylindrischen Wandabschnitten (20,21) und
den tangentialen Wandabschnitten (22,24 bzw. 23,25) ein Stützpunkte-Paar (29,29 bzw.
30,31) bilden.
5. Einstellbares Gelenkband nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß der Winkel (α) zwischen zwei tangentialen Wandabschnitten (22,24 bzw. 23,25)
auf einer Seite der vertikalen Mittelebene (32) der Ausnehmung (12) zwischen 40° und
60° liegt.
6. Einstellbares Gelenkband nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß der Exzenter (3) eine Sechskantausnehmung (16) für den Eingriff eines Sechskant-Verstellschlüssels
aufweist.