[0001] Die Erfindung betrifft eine Gasturbinenschaufel, die hohl ausgeführt und durch ein
Kühlmedium kühlbar ist.
[0002] Die US-PS 5,320,483 offenbart, wie Kühlfluid zur Kühlung einer Gasturbinenschaufel
in Form von Kühldampf in einem geschlossenen Kreislauf in eine Gasturbinenschaufel
eingeleitet wird und nach dem Durchströmen eines mit verschiedenen Strömungskammern
und Innenwänden ausgestatteten, innenliegenden Hohlraums der Turbinenschaufel wieder
herausgeführt wird. Der Hohlraum ist von der Außenwand der Turbinenschaufel umgeben,
die von einem heißen Aktionsfluid der Gasturbine angeströmt ist. Die Außenwand weist
eine im wesentlichen konstante Dicke über eine Betrachtung eines Querschnitts durch
den Schaufelblattbereich auf.
[0003] Neben der Kühlung mittels Kühldampf ist vor allem eine Kühlung mit Luft üblich. Diese
wird in der Regel dem Verdichter der Gasturbine entnommen. Hierdurch sinkt der Wirkungsgrad
der Gasturbine, da diese Verdichterluft nicht mehr unter ihrem vollen Druck der Verbrennung
zur Verfügung steht. Die Dampfkühlung spart nicht nur Verdichterluft, sondern ermöglicht
auch eine hohe Kühlleistung. Der Erfindung liegt die Erkenntnis zugrunde, dass durch
die Notwendigkeit der geschlossenen Führung von Dampf bei einer dampfgekühlten Gasturbinenschaufel
- das heißt Kühldampf darf nicht in den Strömungskanal der Gasturbine austreten -
konstruktive Nachteile für die Gasturbinenschaufel unvermeidlich sind. Insbesondere
im Bereich der Abströmkante der Gasturbinenschaufel erfordert die geschlossene Dampfkühlung
eine relativ hohe Mindestdicke, da sowohl die Schaufelwand als auch der dampfführende
Hohlraum nicht beliebig dünn ausgeführt werden können. Bei gegossenen Gasturbinenschaufeln
ergeben sich über die Randbedingungen des Gießprozesses auch bestimmte Mindestdicken.
Die somit zwangsläufig relativ dicken Abströmkanten laufen aber den aerodynamischen
Anforderungen der Gasturbinenschaufel zuwider. Ein möglichst verlustfreies Abströmen
des Heißgases wird nur mit einer dünnen Austrittskante gewährleistet. Dicke Abströmkanten
beeinträchtigen somit wiederum den Wirkungsgrad der Gasturbine.
[0004] Aufgabe der Erfindung ist es dementsprechend, eine Gasturbinenschaufel und eine Gasturbine
anzugeben, bei der eine effiziente Kühlung bei gleichzeitig hohem Wirkungsgrad sichergestellt
ist. Weitere Aufgabe der Erfindung ist die Angabe eines Verfahrens zur Kühlung einer
Gasturbinenschaufel.
[0005] Erfindungsgemäß wird die auf eine Gasturbinenschaufel gerichtete Aufgabe gelöst durch
eine luft- und dampfgekühlte Gasturbinenschaufel.
[0006] Mit der Erfindung wird also erstmals der Weg eingeschlagen, eine Gasturbinenschaufel
sowohl mit Luft als auch mit Dampf zu kühlen. Hierdurch werden die verschiedenen Vorteile
dieser Kühlmedien so kombinierbar, dass sowohl die Verdichterluft sparende Dampfkühlung
als auch die konstruktions-einfache Luftkühlung zum Einsatz kommen. Je nach den Einsatzbedingungen,
den technischen Randbedingungen oder weiteren Konstruktionsanforderungen werden unterschiedliche
Teile der Gasturbinenschaufel entweder mit Luft oder mit Dampf gekühlt.
[0007] Die auf eine Gasturbinenschaufel gerichtete Aufgabe wird weiterhin gelöst durch eine
Gasturbinenschaufel mit einer Schaufelwand, die ein Schaufelblatt mit einer Schaufelblattoberfläche
aufweist, wobei die Schaufelwand einen ersten Hohlraum und einen vom ersten Hohlraum
vollständig getrennten zweiten Hohlraum begrenzt, und wobei der erste Hohlraum gegenüber
der Schaufelblattoberfläche geschlossen und der zweite Hohlraum zur Schaufelblattoberfläche
hin offen ist.
[0008] Der erste Hohlraum ist gegenüber dem Heissgaskanal, in den die Gasturbinenschaufel
einbaubar ist, vollständig geschlossen. Der zweite Hohlraum öffnet sich demgegenüber
in den Heißgaskanal. Der erste Hohlraum dient der Führung von Dampf. Der zweite Hohlraum
dient der Führung von Kühlluft. Der Teil der Schaufelwand, der den ersten Hohlraum
begrenzt, ist somit durch eine Dampfkühlung kühlbar. Der zweite Teil der Schaufelwand,
der den zweiten Hohlraum begrenzt, wird durch Kühlluft gekühlt. Durch diese Kombination
sind die Anforderungen an die Gasturbinenschaufel hinsichtlich effizienter Kühlung
und hohem Wirkungsgrad als auch hinsichtlich der konstruktiven und insbesondere gießtechnischen
Randbedingungen in besonders hoher Güte erfüllbar.
[0009] Vorzugsweise wird der erste Hohlraum durch einen Teil der Schaufelwand begrenzt,
der eine Anströmkante der Gasturbinenschaufel bildet. Somit wird der thermisch besonders
hoch belastete Teil der Gasturbinenschaufel, nämlich die Anströmkante, besonders effizient
durch eine Dampfkühlung kühlbar. Bevorzugtermaßen wird der zweite Hohlraum durch einen
Teil der Schaufelwand begrenzt, der eine Abströmkante der Gasturbinenschaufel bildet.
Somit ist die Abströmkante der Gasturbinenschaufel durch Kühlluft kühlbar, die durch
die Öffnung des zweiten Hohlraums zur Schaufelblattoberfläche in den Heißgaskanal
austritt. Weiter bevorzugt ist der zweite Hohlraum im Bereich der Abströmkante zur
Schaufelblattoberfläche offen. Hierdurch ergibt sich insbesondere der Vorteil, dass
die Abströmkante dünn ausgeführt werden kann. Gerade auch für gegossene Gasturbinenschaufeln
sind besonders dünne Abströmkanten herstellbar. Zudem ergibt sich durch die Öffnung
des zweiten Hohlraums die Möglichkeit einer zusätzlichen Halterung des Gußkerns im
Gießprozess. Hierdurch wird insbesondere ein Biegen des Kerns beim Abguss verringert.
Gasturbinenschaufeln, die ausschließlich dampfgekühlt sind, sind in der Regel nur
so gießbar, dass der Gusskern im Kopf- und Fussbereich gehaltert wird. In der Mitte
ist durch die Notwendigkeit der Herstellung geschlossener Hohlräume keine Halterung
möglich. Hierdurch ist ein Biegen des Gusskerns gerade in der Mitte der Gasturbinenschaufel
unter Umständen so erheblich, dass durch die dadurch verursachten Wanddickenschwankungen
die Mindestwanddicke für die Gasturbinenschaufel festgelegt wird. Durch die zusätzliche
Halterung über eine offene Abströmkante kann eine Wanddickenschwankung geringer gehalten
und somit gegebenenfalls die Schaufelwanddicke dünner ausgeführt werden. Gleichzeitig
wird aber immer noch ein erheblicher Teil der Gasturbinenschaufel durch eine Dampfkühlung
kühlbar. Lediglich der Bereich der Abströmkante wird zusätzlich durch Luft gekühlt.
Der so entstehende geringe Kühlluftverbrauch führt zu einer Wirkungsgradverbesserung
gegenüber einer rein durch Luft gekühlten Gasturbinenschaufel. Auf der anderen Seite
ergibt die dünne Abströmkante günstige aerodynamische Werte und wiederum einen verbesserten
Wirkungsgrad gegenüber einer rein durch Dampf gekühlten Gasturbinenschaufel mit einer
notwendigerweise dicken Abströmkante.
[0010] Die Gasturbinenschaufel ist entlang einer Schaufelachse gerichtet und weist eine
Saugseite und eine Druckseite des Schaufelblatts auf. Vorzugsweise ist der erste Hohlraum
durch eine die Saugseite und die Druckseite verbindende, entlang der Schaufelachse
gerichtete innere Rippe in zweite Teilhohlräume unterteilt. Die Trennung der beiden
Hohlräume wird somit durch eine innere Versteifungsrippe verwirklicht. Sie schließt
den ersten Hohlraum vollständig gegenüber dem zweiten Hohlraum ab. Ein Austritt von
Kühldampf in den Heißgaskanal erfolgt somit nicht.
[0011] Vorzugsweise begrenzen mindestens drei Viertel des Teils der Schaufelwand, der das
Schaufelblatt bildet, den ersten Hohlraum. Somit sind mindestens drei Viertel des
Schaufelblatts mit Dampfkühlung kühlbar. Der luftgekühlte Teil des Schaufelblatts
erstreckt sich vorzugsweise immer gerade so weit, dass die Ausführung einer dünnen
Abströmkante ermöglicht wird.
[0012] Bevorzugtermaßen ist die Gasturbinenschaufel wie eine Leitschaufel, weiter bevorzugt
für eine erste Gasturbinenstufe, ausgebildet. Bei einer Leitschaufel ist eine Dampfkühlung
einfacher zu verwirklichen, als bei einer Laufschaufel, da der Dampf über das feststehende
Gehäuse der Leitschaufel zuführbar ist. Die Leitschaufeln einer ersten Gasturbinenstufe
sind besonders hohen Temperaturen ausgesetzt und müssen besonders effizient gekühlt
werden.
[0013] Die auf eine Gasturbine gerichtete Aufgabe wird erfindungsgemäß gelöst durch eine
Gasturbine mit einer Gasturbinenschaufel entsprechend einer der oben beschriebenen
Ausführungen, bei der der erste Hohlraum mit einer Dampfzuführung und der zweite Hohlraum
mit einer Luftzuführung verbunden ist.
[0014] Die auf ein Verfahren gerichtete Aufgabe wird erfindungsgemäß gelöst durch ein Verfahren
zur Kühlung einer in einem Heißgaskanal einer Gasturbine angeordneten Gasturbinenschaufel,
bei dem gleichzeitig Luft und Dampf durch die Gasturbinenschaufel geleitet wird.
[0015] Die Vorteile einer solchen Gasturbine bzw. eines solchen Verfahrens ergeben sich
entsprechend den obigen Ausführungen zu den Vorteilen einer luft- und dampfgekühlten
Gasturbinenschaufel.
[0016] Vorzugsweise wird der Dampf ohne Kontakt zum Heißgaskanal durch die Gasturbinenschaufel
geführt, während die Luft zumindest teilweise in den Heißgaskanal austritt.
[0017] Bevorzugtermaßen wird eine Anströmkante der Gasturbinenschaufel mit dem Dampf und
eine Abströmkante der Gasturbinenschaufel mit der Luft gekühlt. Weiter bevorzugt werden
mindestens drei Viertel der Schaufelwand eines Schaufelblatts der Gasturbinenschaufel
mit dem Dampf gekühlt.
[0018] Die Erfindung wird beispielhaft anhand der Zeichnung näher erläutert. Es zeigen:
- FIG 1 und 2
- jeweils eine dampfgekühlte Gasturbinenschaufel nach dem Stand der Technik,
- FIG 3
- eine luft- und dampfgekühlte Gasturbinenschaufel, und
- FIG 4
- eine Gasturbine.
[0019] Gleiche Bezugszeichen haben in den verschiedenen Figuren die gleiche Bedeutung.
[0020] Figur 1 zeigt eine rein dampfgekühlte Gasturbinenschaufel 1 nach dem Stand der Technik.
Die Gasturbinenschaufel 1 ist entlang einer Schaufelachse 2 gerichtet. Die Gasturbinenschaufel
1 weist eine Schaufelwand 3 auf. Die Schaufelwand 3 bildet ein Schaufelblatt 4. Außer
dem Schaufelblatt 4 weist eine Gasturbinenschaufel 1 üblicherweise auch noch ein Kopf-
und ein Fußteil auf, welche hier aber der Übersichtlichkeit halber nicht dargestellt
sind. Das Schaufelblatt 4 weist eine Saugseite 5 und eine Druckseite 7 auf. Weiterhin
weist das Schaufelblatt 4 eine Anströmkante 9 und eine Abströmkante 11 auf. Die Schaufelwand
3 begrenzt einen inneren Hohlraum 13. In der Schaufelwand 3 sind entlang der Schaufelachse
2 gerichtete Strömungskanäle 15 angeordnet.
[0021] Eine solche Gasturbinenschaufel 1 ist im Heißgaskanal einer Gasturbine angeordnet
und wird dort von sehr heißem Gas umströmt. Zum Schutz vor Beschädigungen wird die
Gasturbinenschaufel 1 gekühlt. Dies geschieht durch eine geschlossene Dampfkühlung.
Hierzu wird Dampf 17 in den inneren Hohlraum 13 geleitet und über die Strömungskanäle
15 wieder zurückgeführt. Der Dampf 17 kühlt dabei sehr effizient die Schaufelwand
3. Dadurch bleibt die Temperatur der Schaufelwand 3 unterhalb eines kritischen Schmelzpunktes.
[0022] Eine weitere, gemäß dem Stand der Technik ausgebildete rein dampfgekühlte Gasturbinenschaufel
1 zeigt Figur 2. Im Unterschied zur Gasturbinenschaufel gemäß Figur 1 ist bei der
Gasturbinenschaufel gemäß Figur 2 der innere Hohlraum 13 in Teilhohlräume 13A, 13B,
13C, 13D unterteilt. Diese Unterteilung wird durch entlang der Schaufelachse 2 gerichtete,
die Saugseite 5 mit der Druckseite 7 verbindende Versteifungsrippen 19 erreicht. Der
Kühldampf 17 wird nun serpentinenartig durch die Teilhohlräume 13A, 13B, 13C, 13D
geführt und kühlt dabei die Gasturbinenschaufel 1.
[0023] Die Gasturbinenschaufeln gemäß Figur 1 und Figur 2 zeigen beide ein geschlossenes
Kühlsystem, d.h. Kühldampf 17 tritt an keiner Stelle in den Heißgaskanal über die
Oberfläche des Schaufelblatts 4 auf. Dies führt aus konstruktiven Gründen dabei insbesondere
im Bereich der Abströmkante 11 dazu, dass eine gegenüber den aerodynamisch günstigsten
Formen zu dicke Kontur folgt. Sowohl durch eine Mindestgröße des Dampf-führenden Hohlraums
im Bereich der Abströmkante 11 als auch für eine Mindestwanddicke kann die Abströmkante
11 eine bestimmte Mindestdicke nicht unterschreiten. Typischerweise muß eine Mindestwanddicke
von 1,6 mm und ein Mindest-Hohlraumdurchmesser von 1,6 mm vorgesehen werden, so dass
eine Mindestdicke von ca. 5 mm auch im Bereich der Abströmkante 11 folgt. Diese relativ
hohe Dicke führt zu einer Verschlechterung des Wirkungsgrades der Gasturbine. Ein
weiterer Faktor, der eine Mindestwanddicke beeinflußt, ist das Problem der Wanddickenschwankungen
bei gegossenen Gasturbinenschaufeln. Bei einem geschlossenen Dampfkühlsystem einer
Gasturbinenschaufel kann der Gusskern nur an der Kopf- und an der Fussseite der Gasturbinenschaufel
1 beim Giessprozess gehaltert werden. In der Mitte der Gasturbinenschaufel 1 ist der
Gusskern nicht abgestützt. Beim Abguß kann es dadurch zu Verbiegungen des Gusskerns
kommen, welche zu Wanddickenschwankungen für die Schaufelwand 3 führen. Diesen Wanddickenschwankungen
muss mit der Mindestwanddicke begegnet werden.
[0024] Bei luftgekühlten Turbinenschaufeln muß kein gegenüber dem Heißgaskanal geschlossenes
Kühlsystem vorgesehen werden. Dies führt sowohl zu einer Vereinfachung des Fertigungsprozesses
insbesondere bei gegossenen Turbinenschaufeln, als auch zur Möglichkeit der Gestaltung
relativ dünner Abströmkanten. Die sich daraus ergebenden Vorteile hinsichtlich des
Wirkungsgrades aufgrund der aerodynamisch günstigeren Gestaltung werden allerdings
wieder kompensiert durch den Verlust an Verbrennungsluft ausreichenden Drucks. Die
Kühlluft muß nämlich vom Verdichter der Gasturbine abgezweigt werden und steht somit
nicht mehr mit ausreichend hohem Druck der Verbrennung zur Verfügung.
[0025] Die Gasturbinenschaufel 1 aus Figur 3 zeigt die oben beschriebenen Nachteile rein
dampfgekühlter Schaufeln einerseits und rein luftgekühlter Schaufeln andererseits
nicht mehr. Die Gasturbinenschaufel 1 weist einen ersten Hohlraum 21 auf, der entsprechend
dem inneren Hohlraum der Gasturbinenschaufel 1 der Figur 2 in zwei Teilhohlräüme 21A,
21B unterteilt ist. Die Unterteilung wird durch eine innere Rippe 22 bewirkt, die
entlang der Schaufelachse 2 gerichtet die Saugseite 5 mit der Druckseite 7 verbindet.
Die Schaufelwand 3 der Gasturbinenschaufel ist teilweise doppelwandig ausgeführt.
Eine in der Schaufelwand 3 liegende Kühlkammer 27 erstreckt sich von der Anströmkante
9 bis zum Ende des ersten Hohlraums 21, und zwar sowohl auf der Saugseite 5 als auch
auf der Druckseite 7. Die Kühlkammer 27 kommuniziert mit Öffnungen 29 mit dem ersten
Hohlraum 21. Ein zweiter Hohlraum 23 ist im Bereich der Abströmkante 11 der Gasturbinenschaufel
1 angeordnet und von der Schaufelwand 3 teilweise gegrenzt. Zur Abströmkante 11 hin
ist der zweite Hohlraum 23 zur Schaufelblattoberfläche des Schaufelblatts 4 geöffnet.
[0026] Die Kühlung der Gasturbinenschaufeln 1 funktioniert folgendermaßen:
[0027] Der Kühldampf 17 wird in den ersten Teilhohlraum 21A geleitet. Aus dem Teilhohlraum
21A gelangt der Kühldampf 17 über die Öffnungen 29 in die Kühlkammer 27 und strömt
dort in Richtung auf die Abströmkante 11. Über weitere Öffnungen 29 gelangt der Kühldampf
17 wiederum in den ersten Hohlraum 21, und zwar in den zweiten Teilhohlraum 21B. Dort
wird der Kühldampf 17 wieder aus der Gasturbinenschaufel 1 geführt. Durch diesen Aufbau
ergibt sich eine sehr effiziente Dampfkühlung des größten Teils der Gasturbinenschaufel
1, und zwar des thermisch besonders belasteten vorderen Teils der Gasturbinenschaufel
1. In den zweiten Hohlraum 23 wird Kühlluft 25 eingeleitet. Diese strömt über die
Öffnung des zwieten Hohlraums 23 an der Abströmkante 11 vorbei in den Heißgaskanal.
Der hintere Teil der Gasturbinenschaufel 1 ist somit durch die Kühlluft 25 gekühlt.
Die Abströmkante 11 kann nun dünn ausgeführt werden, da kein geschlossener Ram wie
bei der Dampfkühlung des vorderen Bereichs vorgesehen werden muss. Durch diese dünne
Abströmkante 11 werden aerodynamisch sehr günstige Werte erreicht, so dass der Wirkungsgrad
einer Gasturbine, in die die Gasturbinenschaufel 1 eingebaut ist, steigt. Weiterhin
kann über die Öffnung des zweiten Hohlraums 23 ein Gusskern auch im Bereich zwischen
der Kopf- und der Fussseite der Gasturbinenschaufel 1 gehaltert werden. Damit werden
Biegungen des Gusskerns erheblich reduziert und es kann eine geringere Wanddicke für
die Gasturbinenschaufel 1 erreicht werden. Mit einer geringeren Wanddicke der Schaufelwand
3 ist eine erheblich bessere Kühlung der Gasturbinenschaufel 1 erreichbar. Die Kombination
einer gleichzeitigen Luft- und Dampfkühlung der Gasturbinenschaufel 1 ermöglicht somit
eine effiziente Kühlung bei gleichzeitig hohem Wirkungsgrad.
[0028] Figur 4 zeigt schematisch in einem Längsschnitt eine Gasturbine 31. Auf einer Gasturbinenwelle
33 sind hintereinander angeordnet ein Verdichter 35, eine Brennkammer 39 und ein Turbinenteil
37. Das Turbinenteil 37 weist einen Heißgaskanal 38 auf. Im Heißgaskanal 38 sind Gasturbinenschaufeln
1 angeordnet. Wechselnd aufeinander folgend sind Leitschaufelkränze und Laufschaufelkränze
vorgesehen. Die in Strömungsrichtung ersten Gasturbinenschaufeln 1 gehören zu einem
Leitschaufelkranz einer ersten Stufe der Gasturbine 31. Diese erste Stufe ist besonders
hohen Temperaturen von aus der Brennkammer 39 austretendem Heißgas ausgesetzt. Die
Gasturbinenschaufeln 1 werden - wie oben ausgeführt - über eine kombinierte Luft-
und Dampfkühlung gekühlt. Dazu wird dem Verdichter 35 Verdichterluft entnommen und
über eine Luftzuführung 45 den Gasturbinenschaufeln 1 zugeführt. Über eine Dampfzuführung
43 wird den Gasturbinenschaufeln 1 auch Dampf zugeführt. Vorzugsweise stammt dieser
Dampf aus einer Dampfturbine eines kombinierten Gas- und Dampfprozesses.
1. Luft- und dampfgekühlte Gasturbinenschaufel (1).
2. Gasturbinenschaufel (1) mit einer Schaufelwand (3), die ein Schaufelblatt (4) mit
einer Schaufelblattoberfläche aufweist, wobei die Schaufelwand (3) einen ersten Hohlraum
(21) und einen vom ersten Hohlraum (21) vollständig getrennten zweiten Hohlraum (23)
begrenzt, und wobei der erste Hohlraum (21) gegenüber der Schaufelblattoberfläche
geschlossen und der zweite Hohlraum (23) zur Schaufelblattoberfläche offen ist.
3. Gasturbinenschaufel (1) nach Anspruch 2,
mit einer Anströmkante (9) der Schaufelwand (3), wobei der erste Hohlraum (21) durch
den die Anströmkante (9) bildenden Teil der Schaufelwand (3) begrenzt ist.
4. Gasturbinenschaufel (1) nach Anspruch 2 oder 3,
mit einer Abströmkante (11) der Schaufelwand (3), wobei der zweite Hohlraum (23) durch
den die Abströmkante (11) bildenden Teil der Schaufelwand (3) begrenzt ist.
5. Gasturbinenschaufel (1) nach Anspruch 4,
bei der der zweite Hohlraum (23) im Bereich der Abströmkante (11) zur Schaufelblattoberfläche
offen ist.
6. Gasturbinenschaufel (1) nach einem der Ansprüche 2 bis 4, gerichtet entlang einer
Schaufelachse (2) und mit einer Saugseite (5) und einer Druckseite (7) des Schaufelblattes
(4), wobei der erste Hohlraum (21) durch eine die Saugseite (5) und die Druckseite
(7) verbindende, entlang der Schaufelachse (2) gerichtete innere Rippe (22) in zwei
Teilhohlräume (21A, 21B) unterteilt ist.
7. Gasturbinenschaufel (1) nach einem der Ansprüche 2 bis 6, bei der mindestens drei
Viertel des das Schaufelblatt (4) bildenden Teiles der Schaufelwand (3) den ersten
Hohlraum (21) begrenzen.
8. Gasturbinenschaufel (1) nach einem der Ansprüche 2 bis 7,
die als eine Leitschaufel, insbesondere für eine erste Gasturbinenstufe (41), ausgebildet
ist.
9. Gasturbine (31) mit einer Gasturbinenschaufel (1) gemäß einem der Ansprüche 2 bis
6,
bei der der erste Hohlraum (21) mit einer Dampfzuführung (43) und der zweite Hohlraum
(23) mit einer Luftzuführung (45) verbunden ist.
10. Verfahren zur Kühlung einer in einem Heißgaskanal (38) einer Gasturbine (31) angeordneten
Gasturbinenschaufel (1), bei dem gleichzeitig Luft (25) und Dampf (17) durch die Gasturbinenschaufel
(1) geleitet wird.
11. Verfahren nach Anspruch 10,
bei dem der Dampf (17) ohne Kontakt zum Heißgaskanal (38) durch die Gasturbinenschaufel
(1) geführt wird und die Luft (25) zumindest teilweise in den Heißgaskanal (38) austritt.
12. Verfahren nach Anspruch 10 oder 11,
bei dem eine Anströmkante (9) der Gasturbinenschaufel (1) mit dem Dampf (17) und eine
Abströmkante (11) der Gasturbinenschaufel (1) mit der Luft (25) gekühlt wird.
13. Verfahren nach Anspruch 12,
bei dem mindestens drei Viertel der Schaufelwand (3) eines Schaufelblattes (4) der
Gasturbinenschaufel (1) mit dem Dampf (17) gekühlt werden.