[0001] Die Erfindung betrifft einen Hitzeschildstein, insbesondere zur Auskleidung einer
Brennkammerwand, mit einer einem heißen Medium aussetzbaren Heißseite. Die Erfindung
betrifft weiterhin eine Einrichtung zur Auskleidung einer Brennkammerwand sowie eine
Gasturbine mit einer Brennkammer, die eine solche Einrichtung aufweist.
[0002] Ein thermisch und/oder thermomechanisch hochbelasteter Brennraum, wie beispielsweise
ein Brennofen, ein Heißgaskanal oder eine Brennkammer einer Gasturbine, in dem ein
heißes Medium erzeugt und/oder geführt wird, ist zum Schutz vor zu hoher thermischer
Beanspruchung mit einer entsprechenden Auskleidung versehen. Die Auskleidung besteht
üblicherweise aus hit-zeresistentem Material und schützt eine Wandung des Brennraumes
vor dem direkten Kontakt mit dem heißen Medium und der damit verbundenen starken thermischen
Belastung.
[0003] Die US-Patentschrift 4,840,131 betrifft eine verbesserte Befestigung von keramischen
Auskleidungselementen an einer Wand eines Ofens. Hierbei ist ein Schienensystem, welches
an der Wand befestigt ist und eine Mehrzahl von keramischen Schienenelementen aufweist,
vorgesehen. Durch das Schienensystem können die Auskleidungselemente an der Wand gehaltert
werden. Zwischen einem Auskleidungselement und der Wand des Ofens können weitere keramische
Schichten vorgesehen sein, unter anderem eine Schicht aus losen, teilweise komprimierten
Keramikfasern, wobei diese Schicht zumindest die selbe Dicke wie die keramischen Auskleidungselemente
oder eine größere Dicke aufweist. Die Auskleidungselemente weisen hierbei eine rechteckige
Form mit planarer Oberfläche auf und bestehen aus einem wärmeisolierenden feuerfesten
keramischen Fasermaterial.
[0004] Die US-Patentschrift 4,835,831 behandelt ebenfalls das Aufbringen einer feuerfesten
Auskleidung auf einer Wand eines Ofens, insbesondere einer vertikal angeordneten Wand.
Auf die metallische Wand des Ofens wird eine aus Glas-, Keramik- oder Mineralfasern
bestehende Schicht aufgebracht. Diese Schicht wird durch metallische Klammern oder
durch Kleber an der Wand befestigt. Auf dieser Schicht wird ein Drahtmaschennetz mit
wabenförmigen Maschen aufgebracht. Das Maschennetz dient ebenfalls der Sicherung der
Schicht aus Keramikfasern gegen ein Herabfallen. Auf die so befestigte Schicht wird
mittels eines geeigneten Sprühverfahrens eine gleichmäßige geschlossene Oberfläche
aus feuerfestem Material aufgebracht. Mit dem beschriebenen Verfahren wird weitgehend
vermieden, dass während des Aufsprühens auftreffende feuerfeste Partikel zurückgeworfen
werden, wie dies bei einem direkten Aufsprühen der feuerfesten Partikel auf die metallische
Wand der Fall wäre.
[0005] Eine keramische Auskleidung für Wandungen von thermisch hoch beanspruchten Brennräumen,
beispielsweise von Gasturbinen-brennkammern, ist in der EP 0 724 116 A2 beschrieben.
Die Auskleidung besteht aus Wandelementen aus hochtemperaturbeständiger Strukturkeramik,
wie z.B. Siliziumcarbid (SiC) oder Siliziumnitrid (Si
3N
4). Die Wandelemente sind mechanisch mittels eines zentralen Befestigungsbolzens federelastisch
an einer metallischen Tragstruktur (Wandung) der Brennkammer befestigt. Zwischen dem
Wandelement und der Wandung des Brennraumes ist eine dicke thermische Isolationsschicht
vorgesehen, so dass das Wandelement von der Wandung der Brennkammer entsprechend beabstandet
ist. Die im Verhältnis zum Wandelement etwa dreimal so dicke Isolationsschicht besteht
aus keramischem Fasermaterial, das in Blöcken vorgefertigt ist. Die Abmessungen und
die äußere Form der Wandelemente sind an die Geometrie des auszukleidenden Raumes
anpassbar.
[0006] Eine andere Art der Auskleidung eines thermisch hoch belasteten Brennraumes ist in
der EP 0 419 487 B1 angegeben. Die Auskleidung besteht aus Hitzeschildelementen, die
mechanisch an einer metallischen Wandung des Brennraumes gehaltert sind. Die Hitzeschildelemente
berühren die metallische Wandung direkt. Um eine zu starke Erwärmung der Wandung zu
vermeiden, z.B. infolge direkten Wärmeübergangs vom Hitzeschildelement oder durch
Eindringen von heißem Medium in die von aneinander grenzenden Hitzeschildelementen
gebildeten Spalte, wird der von der Wandung des Brennraums und dem Hitzeschildelement
gebildete Raum mit Kühlluft, der sogenannten Sperrluft, beaufschlagt. Die Sperrluft
verhindert das Vordringen von heißem Medium bis zur Wandung und kühlt gleichzeitig
die Wandung und das Hitzeschildelement.
[0007] Die WO 99/47874 betrifft ein Wandsegment für einen Brennraum sowie einen Brennraum
einer Gasturbine. Hierbei wird ein Wandsegment für einen Brennraum, welcher mit einem
heißen Fluid beaufschlagbar ist, mit einer metallischen Tragstruktur und einem auf
der metallischen Tragstruktur befestigten Hitzeschutzelement angegeben. Zwischen die
metallische Tragstruktur und das Hitzeschutzelement wird eine verformbare Trennlage
eingefügt, die mögliche Relativbewegungen des Hitzeschutzelementes und der Tragstruktur
aufnehmen und ausgleichen soll. Solche Relativbewegungen können beispielsweise in
der Brennkammer einer Gasturbine, insbesondere einer Ring-brennkammer, durch unterschiedliches
Wärmedehnverhalten der verwendeten Materialien oder durch Pulsationen im Brennraum,
die bei einer unregelmäßigen Verbrennung zur Erzeugung des heißen Arbeitsmediums oder
durch Resonanzeffekte entstehen können, hervorgerufen werden. Zugleich bewirkt die
Trennschicht, dass das relativ unelastische Hitzeschutzelement insgesamt flächiger
auf der Trennschicht und der metallischen Tragstruktur aufliegt, da das Hitzeschutzelement
teilweise in die Trennschicht eindringt. Die Trennschicht kann so auch fertigungsbedingte
Unebenheiten an der Tragstruktur und/oder dem Hitzeschutzelement, die lokal zu einem
ungünstigen punktuellen Krafteintrag führen können, ausgleichen.
[0008] Die Erfindung geht von der Beobachtung aus, dass, insbesondere bei keramischen, Hitzeschildsteinen
aufgrund ihrer notwendigen Flexibilität hinsichtlich thermischer Ausdehnungen häufig
nur unzureichend gegenüber mechanischen Belastungen, wie beispielsweise Stöße oder
Vibrationen, gesichert sind.
[0009] Der Erfindung liegt dementsprechend die Aufgabe zugrunde, einen Hitzeschildstein
anzugeben, welcher sowohl hinsichtlich unbeschränkter thermischer Ausdehnung als auch
hinsichtlich der Stabilität gegenüber stoßartigen mechanischen Belastungen eine hohe
Betriebssicherheit gewährleistet. Eine weitere Aufgabe der Erfindung ist die Angabe
einer Einrichtung zur Auskleidung einer Brennkammerwand, die mit solchen Hitzeschildsteinen
ausgekleidet ist sowie die Angabe einer Gasturbine mit einer Brennkammer, die eine
solche Einrichtung aufweist. Bisher ist kein Konzept bekannt.
[0010] Die auf einen Hitzeschildstein gerichtete Aufgabe wird erfindungsgemäß gelöst durch
die Angabe eines Hitzeschildsteins, insbesondere zur Auskleidung einer Brennkammerwand,
mit einer einem heißen Medium aussetzbaren Heißseite, welcher Hitzeschildstein mindestens
eine Dämpfungseinlage aufweist, die außerhalb der Heißseite angebracht ist.
[0011] Mit der Erfindung wird ein völlig neuer Weg aufgezeigt, Hitzeschildsteine gegenüber
hohen Beschleunigungen infolge Stößen oder Vibrationen dauerhaft zu sichern. Die Erfindung
geht dabei bereits von der Erkenntnis aus, dass Brennkammersteine, wie sie üblicherweise
zur Auskleidung einer Brennkammerwand verwendet werden, durch stationäre und/oder
transiente Schwingungen in der Brennkammerwand zu entsprechenden Schwingungen angeregt
werden. Dabei können, insbesondere in einem Resonanzfall, Beschleunigungen oberhalb
einer Grenzbeschleunigung auftreten, wobei die Hitzeschildsteine von der Brennkammerwand
abheben und in der Folge wieder aufschlagen. Ein solcher Aufschlag auf die massive
Brennkammerwand führt zu sehr hohen Kräften auf die Hitzeschildsteine und kann zu
großen Beschädigungen an diesen führen. Dies führt zu einer erheblichen Reduzierung
der Dauerhaltbarkeit eines Hitzeschildsteins. Mit der vorgeschlagenen Dämpfungseinlage
die außerhalb der Heißseite des Hitzeschildsteins angebracht ist, wird erstmals eine
äußerst effiziente und langzeitstabile Stoßdämpfung für einen Hitzeschildstein angegeben.
Die Dämpfungseinlage ist dabei Bestandteil des Hitzeschildsteins, was den Hitzeschildstein
von herkömmlichen Ausgestaltungen grundlegend unterscheidet. Durch das Anbringen einer
Dämpfungseinlage in oder an den Hitzeschildstein, wird vorteilhafterweise eine effiziente
Stoßdämpfung einerseits erzielt und somit einer Bruchgefahr sicher entgegengetreten,
andererseits wird erstmals auch die passive Sicherheit des Hitzeschildsteins in einem
möglichen Stoßbruchfall berücksichtigt. Durch das Vorsehen einer Dämpfungseinlage
oder auch mehrerer Dämpfungseinlagen an oder in dem Hitzeschildstein werden Vibrationen
und/oder Stoßbelastungen, beispielsweise durch einen Aufschlag, sicher gedämpft. Durch
diese Dämpfung kann ein längerer Einsatz des Hitzeschildsteins auch oberhalb der Grenzbeschleunigung
für einen Aufschlag ohne nennenswerte Schäden an dem Hitzeschildstein gewährleistet
werden. Vorteilhafterweise ist dabei mindestens eine Dämpfungseinlage vorgesehen.
[0012] Durch die Ausgestaltung des Hitzeschildsteins mit der Dämpfungseinlage ergibt sich
weiterhin der Vorteil einer problemlosen Vorfertigbarkeit und einfachen Montierbarkeit
des Hitzeschildsteins, beispielsweise zur Montage in einer Brennkammerwand. Separate
Dämpfungs- und/oder Isolierungselemente, wie sie bei herkömmlichen Hitzeschildsteinen
zusätzlich zu finden sind, erfordern gegenüber dem Hitzeschildstein der Erfindung
einen erheblich größeren Montage- und Justieraufwand. Bei einer Revision muss ggf.
lediglich der Hitzeschildstein ausgetauscht werden, nicht aber zusätzliche Dämpfungs-
und/oder Isolierelemente.
[0013] Ein weiterer Vorteil ergibt sich aus der Tatsache, dass die Dämpfungseinlage außerhalb
der Heißseite des Hitzeschildsteins angebracht ist. Auf diese Weise kann nämlich die
Dämpfungseinlage sicher vor einer direkten Beaufschlagung mit einem heißen Medium
geschützt werden. Die Heißseite des Hitzeschildsteins ist dabei für eine Beaufschlagung
mit einem heißen Medium ausgelegt und gewährleistet im Betriebszustand einen Schutz
der Dämpfungseinlage vor hohen Temperaturen sowie möglichen oxidativen und/oder korrosiven
Angriffen auf die Dämpfungseinlage.
[0014] Die außerhalb der Heißseite des Hitzeschildsteins angebrachte Dämpfungseinlage kann
prinzipiell sowohl innerhalb des Steins angeordnet als auch an einer Oberfläche, die
nicht die Heißseite des Hitzeschildsteins bildet, eingelassen sein. Dabei ist es auch
möglich die Dämpfungseinlage vollständig innerhalb des Hitzeschildsteins anzubringen.
Die geometrische Anordnung und Ausgestaltung der Dämpfungseinlage ist somit vorteilhafterweise
einfach anpassbar an die jeweiligen Anforderungen und geometrischen Gegebenheiten,
die bei einem Einsatz des Hitzeschildsteins, beispielsweise als Auskleidung einer
Brennkammerwand, zu berücksichtigen sind. Diese hohe Flexibilität einerseits sowie
die Dauerhaltbarkeit des Hitzeschildstein gegenüber Stoßbelastungen andererseits,
sind auch im Hinblick auf wirtschaftliche Gesichtspunkte von besonderem Vorteil.
[0015] In einer bevorzugten Ausgestaltung weist der Hitzeschildstein eine der Heißseite
gegenüberliegende oder an diese angrenzende Wandseite auf, wobei die Dämpfungseinlage
zumindest teilweise die Oberfläche der Wandseite bildet. In dieser Ausgestaltung ist
die Dämpfungseinlage nicht vollständig innerhalb des Hitzeschildsteins angebracht,
sondern bildet zumindest teilweise die Oberfläche der Wandseite. Die Dämpfungseinlage
kann sich dabei aber durch den ganzen Stein erstrecken. Die Wandseite ist vorteilhafterweise,
im Gegensatz zu der-Heißseite, im Betriebsfall nicht unmittelbar dem heißen Medium
ausgesetzt. Es ist daher sehr zweckmäßig eine Wandseiten bildende Dämpfungseinlage
vorzusehen. Dadurch können Kräfte auf die Oberfläche der Wandseite sehr effektiv gedämpft
werden, wobei je nach Belastungsfall die Dämpfungseinlage außerhalb der Heißseite
anbringbar ist und dabei eine Teilfläche der Oberfläche der Wandseite bildet. Besonders
vorteilhaft ist die Tatsache, dass durch diese Konfiguration z.B. ein eventuelles
Aufschlagen des Hitzeschildsteins bereits von der Oberfläche der entsprechenden Wandseite
her effizient dämpfbar ist. In aller Regel ist nämlich vor allem die Wandseite des
Hitzeschildsteins besonders hohen mechanischen Belastungen, beispielsweise infolge
von Schwingungen oder Stößen, potentiell gefährdet (Bruchgefahr). Durch die Dämpfung
von der Wandseite her ist der Hitzeschildstein aber sehr wirkungsvoll gegenüber Stoßbruch
infolge eines Aufschlagens, beispielsweise infolge eines Aufschlagens der der Heißseite
gegenüberliegenden Wandseite auf eine Brennkammerwand, sicher geschützt. Vorteilhafterweise
ist bei entsprechender Anbringung einer Dämpfungseinlage auch die an die Heißseite
angrenzende Wandseite gegenüber Stößen dämpfbar. Dies ist vor allem dort von Bedeutung,
wo entsprechende auf die angrenzende Wandseite gerichtete mechanische Belastungen
auftreten können, wie beispielsweise in einer Brennkammer durch Befestigungselemente
und/oder einen weiteren, zu dem Hitzeschildstein benachbart angeordneten Hitzeschildstein
oder ein anderes Wandelement hervorgerufen. Von Vorteil ist auch hier wiederum die
Anpassbarkeit an die jeweiligen Einsatzbedingungen des Hitzeschildsteins.
[0016] In einer weiter bevorzugten Ausgestaltung weist die Oberfläche mehrere Teilflächen
auf, die von Dämpfungseinlagen gebildet sind. Unter der Oberfläche wird hierbei die
Oberfläche der Wandseite verstanden, wobei die Wandseite eine Seite des Hitzeschildsteins
ist, die der Heißseite gegenüberliegt oder an die Heißseite angrenzt. Die geometrische
Aufteilung der Oberfläche in mehrere Teilflächen erweist sich als besonders vorteilhaft,
weil dadurch eine flächige Dämpfung durch entsprechende Dämpfungseinlagen erreichbar
ist. Durch die flächige Dämpfung werden Kräfte nicht punktuell, d. h. lokal auf einem
sehr einschränkten Bereich, gedämpft, sondern es wird eine Verteilung der Stoßkraft
auf eine entsprechende Dämpfungsfläche vorgenommen. Dadurch sinkt die lokale Belastung
erheblich, weil die Teilflächen bildenden Dämpfungseinlagen eine Flächendämpfung bewirken.
Die geometrische Form und Anordnung dieser Dämpfungs-Teilflächen ist an den jeweiligen
Belastungsfall anpassbar, wobei die Gesamtbelastung vorteilhafterweise auf mehrere
Teilflächen möglichst gleichmäßig verteilt werden kann.
[0017] Vorzugsweise sind dabei die Dämpfungseinlagen regelmäßig, insbesondere symmetrisch,
angeordnet. Dadurch kann eine entsprechend regelmäßige, insbesondere symmetrische,
Ausbildung von Teilflächen, welche als Dämpfungs-Teilflächen dienen, realisiert werden.
Desweiteren ist dadurch eine besonders vorteilhafte Lastaufnahme im Stoßfall gewährleistet,
weil durch eine symmetrische Anordnung eine entsprechende Kräfteverteilung auf den
Hitzeschildstein erzielbar ist. Im Idealfall wird durch die symmetrische Anordnung
eine Lastgleichverteilung auf den Hitzeschildstein erreicht.
[0018] In einer besonders bevorzugten Ausgestaltung ist die Oberfläche vollständig von einer
einzigen Dämpfungseinlage gebildet. Die Oberfläche kann dabei eine der Heißseite gegenüberliegende
Wandseitenoberfläche oder eine an die Heißseite angrenzende Wandseitenoberfläche sein.
Somit ist eine Flächendämpfung über die gesamte Oberfläche erzielbar. Jedwede Stoßbelastung
lokaler oder auf eine Teilfläche begrenzter Art kann mit dieser Ausgestaltung des
Hitzeschildsteins bruchsicher gedämpft werden. Von Vorteil ist hier der Einsatz einer
einzigen Dämpfungseinlage zur Dämpfung, was einerseits kostengünstig und andererseits
besonders dämpfungseffizient ist, weil die Anordnung und Dämpfungsanpassung beispielsweise
zweier Dämpfungseinlagen sich deutlich aufwendiger gestalten würde. In diesem besonders
vorteilhaften Fall kann bereits mit einer einzigen Dämpfungseinlage eine äußerst effiziente
Dämpfung, insbesondere eine Flächendämpfung, bei Stoßlast erzeugt werden. Es ist auch
möglich, dass die gesamte nicht von der Heißseite gebildete, Oberfläche vollständig
von einer einzigen Dämpfungseinlage gebildet ist.
[0019] Vorzugsweise ist die Dämpfungsanlage als Gewebe, insbesondere als eine Gewebematte,
ausgestaltet. Dabei kommen Gewebe, oder auch Gewebe Gewebematten zum Einsatz, die
ausreichend hohe Dämpfungseigenschaften (Dämpfungskonstante) sowie eine Temperaturfestigkeit
gegenüber den hohen Temperaturen, wie sie beispielsweise bei einem Einsatz in einer
Brennkammer zu erwarten sind. Die Verwendung einer Gewebematte hat dabei den Vorteil,
dass sie auf eine gewünschte Größe zuschneidbar und gut an den Hitzeschildstein außerhalb
der Heißseite anbringbar ist. Da die Gewebematte zumindest teilweise in den Hitzestein
integriert ist, sollte das Material der Gewebematte so gewählt werden, dass die thermischen
Ausdehnungskoeffizienten von den aneinander grenzenden unterschiedlicher Materialien
in dem Hitzeschildstein möglichst aneinander angepasst sein, um thermische Spannungen
und/oder Deformationen sicher zu vermeiden. Dies ist allerdings mit einer Gewebematte
leicht erzielbar, da eine Gewebematte aufgrund ihrer Gewebestruktur ohnehin eine gewisse
Elastizität aufweist. Die Dämpfungsanlage kann auch in Form eines Gewirkes, eines
Geflechts oder eines Schwammes ausgestaltet sein. Wo dies sinnvoll ist, kann die Dämpfungseinlage
auch bereichsweise aus diesen strukturell verschiedenen Erscheinungsformen zusammengesetzt
sein.
[0020] Vorzugsweise besteht die Dämpfungseinlage aus einem keramischen Material, insbesondere
aus einem keramischen Fasermaterial. Keramisches Material ist hochtemperaturfest sowie
oxidations- und/oder korrosionsbeständig und eignet sich daher hervorragend für den
Einsatz in einer Brennkammer. Matten aus einem keramischen Material, insbesondere
einem keramischen Fasermaterial, sind kommerziell erhältlich. Als Lieferant kommt
beispielsweise die Firma Ceramic Textiles and Composites, Europe aus Neuss in Frage.
Die keramische Matte vom Typ AF62 dieser Firma besteht z.B. aus keramischen Fasern
(Nextel 312), welche, für einen Einsatz von über 1200 °C geeignet sind. Die chemische
Zusammensetzung dieser Fasern ist typischerweise 62 Gew.-% Al
2O
3, 24 Gew.-% SiO
2 und 14 Gew.-% B
2O
3. Die Fasern sind dabei aus einer Vielzahl einzelner Filamente zusammengesetzt, wobei
die Filamente einen Durchmesser von etwa 10 bis 12 µm aufweisen. Die maximale Kristallitgröße
beträgt bei diesem Produkt 500 nm. Aus dem keramischen Fasermaterial lassen sich auf
einfache Weise Gewebe, Gewirke oder Geflechte der gewünschten Größe und Dicke herstellen.
Auch sind mehrere Lagen von keramischen Dämpfungsmatten als eine Dämpfungseinlage
herstellbar. Mehrere Lagen können hierbei miteinander zu einer Dämpfungseinlage vernäht
oder vernadelt sein.
[0021] In einer weiter bevorzugten Ausgestaltung besteht die Dämpfungsanlage aus einem metallischen
Material, insbesondere aus einem metallischen Drahtmaterial. Hierbei kommen hochtemperaturfeste
Drähte zum Einsatz, die ausreichende Oxidations- und Korrosionsbeständigkeit aufweisen
und eine hinreichend große Elastizität, insbesondere Biegeelastizität sowie Elastizität
gegenüber Zug- und/oder Druckbelastung. Die Dämpfungsanlage aus dem metallischen Material
kann dabei gleichermaßen als Gewebe, Gewirke, Geflecht oder als ein Metallschwamm
ausgestaltet sein. Es ist auch denkbar eine Dämpfungsanlage aus einer Kombination
von metallischem Material mit keramischen Material in Form eines Metall-Keramik-Verbundgewebes
auszugestalten oder als ein Lagenverbund mit einer metallischen und einer keramischen
Gewebelage.
[0022] Bevorzugt besteht der Hitzeschildstein aus einem Grundmaterial, insbesondere einer
Feuerfestkeramik, wobei die Dämpfungseinlage fest mit dem Grundmaterial verbunden
ist. Durch die Wahl einer Keramik als Grundmaterial für den Hitzeschildstein ist ein
Einsatz des Hitzeschildsteins bis zu sehr hohen Temperaturen sicher gewährleistet,
wobei zugleich oxidative und/oder korrosive Angriffe, wie sie bei einer Beaufschlagung
des Hitzeschildsteins mit einem heißen Medium, z.B. einem Heißgas, auftreten, weitestgehend
unschädlich für den Hitzeschildstein sind. Vorteilhafterweise ist die Dämpfungseinlage
mit dem keramischen Grundmaterial des Hitzeschildsteins gut verbindbar. Die feste
Verbindung kann dabei auch als lösbare Verbindung ausgestattet sein. In diesem Fall
erfolgt das Anbringen der Dämpfungseinlage mit geeigneten Befestigungselementen, z.B.
durch eine Verklammerung oder eine Verschraubung. Durch die Wahl einer Dämpfungseinlage,
die zumindest teilweise aus einem keramischen Material besteht, ist auch eine gute
Anpassung an das keramische Grundmaterial des Hitzeschildsteins hinsichtlich der thermomechanischen
Eigenschaften erreicht. Durch die feste Verbindung der Dämpfungseinlage mit dem Grundmaterial
ist der Hitzeschildstein vorteilhafterweise in einem Verbundsystem hergestellt. Dadurch
ist eine kompakte Bauweise und Struktur des Hitzeschildsteins gegeben, die ausgezeichnete
Dämpfungseigenschaften sowie eine große Dauerhaltbarkeit aufweist. Selbst in einem
Stoßbruchfall bei einer außerordentlich großen Stoßbelastung, ist die passive Sicherheit
des Hitzeschildsteins gewährleistet. Das heißt, dass bei einem Riss oder einem Bruch
des Hitzeschildsteins sich aufgrund der festen Verbindung der Dämpfungseinlage mit
dem Grundmaterial keine Bruchstücke aus dem Verbund herauslösen können. Dies ist von
besonders großem Vorteil beim Einsatz des Hitzeschildsteins in einer Brennkammer,
weil selbst nach einem Bruch die Hitzeschildfunktion des Hitzeschildsteins weiterhin
gewährleistet ist, insbesondere keine Bruchstücke in den Brennraum gelangen können.
Wirtschaftlich ergibt sich hieraus der Vorteil, dass keine außerordentliche Wartung
und/oder Revision einer den Hitzeschildstein aufweisenden Brennkammer erforderlich
ist. Die Brennkammer kann zumindest mit den üblichen Wartungszyklen betrieben werden,
wobei aber zudem eine Verlängerung der Standzeiten aufgrund der erhöhten passiven
Sicherheit erzielbar ist.
[0023] Die Befestigung der Dämpfungsanlage mit dem Grundmaterial erfolgt vorzugsweise dadurch,
dass die Dämpfungsanlage in das Grundmaterial eingegossen, mit dem Grundmaterial verklebt
oder in das Grundmaterial eingelassen ist. Ein Eingießen der Dämpfungsanlage in das
Grundmaterial ist dabei besonders vorteilhaft, weil dieses bereits beim Herstellungsprozess
des Hitzeschildsteins erfolgen kann. Der Hitzeschildstein wird hierbei üblicherweise
aus einer Formmasse hergestellt und anschließend gebrannt. Die Dämpfungseinlage kann
bei dem Gießen der Formmasse in eine Form mit eingegossen werden. Beim Verkleben der
Dämpfungseinlage mit dem Grundmaterial ist ein hochtemperaturfester Kleber, beispielsweise
ein schnell härtbarer Zweikomponentenkleber, zu verwenden. Auch können Kleber auf
Silikatbasis zum Einsatz kommen, die hervorragende Klebeeigenschaften und eine große
Temperaturbeständigkeit aufweisen. Als besonders vorteilhaft erweist sich bei der
Verbindung die Verwendung einer keramischen oder metallischen Matte, insbesondere
einer keramischen Gewebematte, weil diese aufgrund ihrer Gewebestruktur eine gewisse
Luftdurchlässigkeit aufweist (Porösität) was ein gutes Verbinden der Dämpfungseinlage
mit dem Grundmaterial des Hitzeschildsteins befördert. Grundmaterial und Gewebematerial
durchdringen sich dadurch zumindest teilweise und gehen eine feste Verbindung ein.
[0024] Vorzugsweise weist der Hitzeschildstein eine Gesamtdicke auf, wobei die Dämpfungseinlage
eine Dicke aufweist, die deutlich kleiner als die Gesamtdicke ist. Insbesondere beträgt
die Dicke der Dämpfungseinlage zwischen etwa 1 % bis 20 % der Gesamtdicke. Durch diese
relativen Größenverhältnisse ist die Hitzeschildfunktion des Hitzeschildsteins einerseits
sowie die erforderlichen Dämpfungseigenschaften der Dämpfungseinlage andererseits
aufeinander abgestimmt. Im konkreten Anwendungsfall wird die relative Dicke der Dämpfungseinlage
bezogen auf die Gesamtdicke des Hitzeschildsteins entsprechend der auftretenden Stoßbelastungen
sowie der thermischen Belastung festzulegen sein.
[0025] Vorzugsweise weist die Dämpfungseinlage eine Dicke von etwa 0,1 mm bis 10,0 mm, insbesondere
von etwa 1,0 mm bis 5,0 mm, auf. Diese Dimensionen sind bei den typischen Dicken von
Hitzeschildsteinen, beispielsweise von Hitzeschildsteinen für Brennkammern, geeignet,
um eine effiziente Dämpfung bei einer gleichzeitig hohen passiven Sicherheit dauerhaft
zu gewährleisten.
[0026] Die auf eine Einrichtung zur Auskleidung einer Brennkammerwand gerichtete Aufgabe
wird erfindungsgemäß gelöst durch die Angabe einer Einrichtung zur Auskleidung einer
Brennkammerwand, die mindestens einen Hitzeschildstein gemäß den obigen Ausführungen
und eine Tragstruktur aufweist, wobei der Hitzeschildstein mit seiner Oberfläche an
die Tragstruktur angrenzt und mit mindestens einem Befestigungselement an der Tragstruktur
befestigt ist. Mit Oberfläche ist hierbei die der Heißseite gegenüberliegende Wandseite
des Hitzeschildstein gemeint. Als ein Befestigungselement kommt beispielsweise eine
metallische Halteklammer in Frage, die vorteilhafterweise eine gewisse Elastizität
aufweist. Auf diese Weise ist eine federelastische Halterung des Hitzeschildsteins
an der Tragstruktur erzielbar. Eine weitere Ausgestaltung des Befestigungselements
könnte, wo dies sinnvoll erscheint, aus einem zentralen Befestigungsbolzen bestehen,
welcher durch eine geeignete Öffnung in dem Hitzeschildstein durchgeführt ist, wobei
der Hitzeschildstein von der Heißseite her gegen die Tragstruktur angedrückt wird.
Auch hier ist eine federelastische Befestigung sinnvoll, um über die Wirkung der Dämpfungseinlage
hinaus Vibrationen zusätzlich auszudämpfen. Der zentrale Befestigungsbolzen kann dabei
aus einem keramischen Material bestehen. Vorteilhafterweise kann bei der Einrichtung
die Oberfläche des Hitzeschildsteins an die Tragstruktur so angrenzen, dass ein Spalt
zwischen der Oberfläche und der Tragstruktur gebildet ist. Auf diese Weise ist die
Einrichtung auf einfache und sehr effiziente Weise kühlbar. Bei hohen Temperaturbelastungen
und thermomechanischen Beanspruchungen der Einrichtung ist eine Kühlbarkeit sehr wünschenswert.
Hierbei wird der Spalt zwischen der Oberfläche des Hitzeschildsteins und der Tragstruktur
mit einem Kühlmittel, z.B. Kühlluft, beaufschlagt. Das Kühlmittel kann dabei durch
geeignete Kühlmitteldurchführungen in der Tragstruktur dem Spalt zugeführt werden.
Durch das Kühlmittel im Spalt wird die Oberfläche des Hitzeschildsteins und die Tragstruktur
gleichermaßen effizient gekühlt. Zudem wird durch das Kühlmittel eine Sperrwirkung
gegenüber dem Eintritt eines heißen Mediums in den Spalt, beispielsweise eines Heißgases
aus einem Brennraum, sicher vermieden. Dadurch ist der Hitzeschildstein und die Tragstruktur
vor einer direkten Beaufschlagung mit dem heißen Medium im Bereich des Spalts sehr
wirkungsvoll geschützt.
[0027] In einer besonders vorteilhaften Ausgestaltung der Einrichtung greift das Befestigungselement
seitlich, insbesondere entlang der Wandseitenoberfläche, in den Hitzeschildstein ein.
Der Eingriff erfolgt dabei beispielsweise in eine geeignet ausgestaltete Nut, die
in eine an die Heißseite des Hitzeschildsteins angrenzende Wandseite eingearbeitet
ist. Durch den seitlichen Eingriff des Befestigungselements ist sichergestellt, dass
die Heißseite von dem Befestigungselement nicht oder nur unwesentlich tangiert wird.
Zugleich ist das Befestigungselement vorteilhafterweise nicht unmittelbar dem heißen
Medium, z.B. dem Heißgas, ausgesetzt. Durch den seitlichen Einriff des Befestigungselements
ist eine federelastische Befestigung des Hitzeschildsteins an der Tragstruktur möglich,
wobei gleichzeitig durch die Dämpfungseinlage eine sehr wirkungsvolle Stoßdämpfung
erzielt wird. Hohe Beschleunigungen der Hitzschildelemente, beispielsweise in Folge
von Schwingungen oder Resonanzen mit entsprechend großen Amplituden, bei denen bei
einer federnden Lagerung die Hitzeschildsteine von der Tragstruktur abheben und in
der Folge wieder auf die Tragstruktur aufschlagen könnten, werden mit der Einrichtung
zuverlässig gedämpft. Durch die Einrichtung kann somit ein deutlich längerer Betrieb
auch oberhalb der Grenzbeschleunigung ohne Schäden an den Hitzeschildelementen durchgeführt
werden.
[0028] Vorzugsweise sind mehrere Hitzeschildsteine an der Tragstruktur befestigt. Die Hitzeschildsteine
sind dabei unter Belassung von Kühlfluidspalten und/oder Trennfugen mit metallischen
Halteklammern nahezu flächendeckend an der Tragstruktur befestigt. Somit ist eine
vollständige Auskleidung einer Brennkammerwand mit Hitzeschildsteinen möglich. Die
Tragstruktur und insbesondere die gesamte Brennkammerwand kann bei sollständiger Auskleidung
vor den hohen Temperaturen und den damit einhergehende thermomechanischen Belastungen
sicher und dauerhaft geschützt werden.
[0029] Bevorzugt überlappen sich Dämpfungseinlagen zweier zueinander benachbart angeordneter
Hitzeschildsteine. Die Überlappung stellt eine Dämpfung auch in Bereichen, beispielsweise
in durch Trennfugen gebildeten Spaltbereichen, zwischen den benachbart zueinander
angeordneten Hitzeschildsteinen sicher. Darüber hinaus können Relativbewegungen von
benachbart zueinander angeordneten Hitzeschildsteinen, die auch zu erheblichen Stoßkräften
führen können, sicher aufgenommen und gedämpft werden. Die sich überlappenden Dämpfungseinlagen
ragen dabei vorteilhafterweise zumindest teilweise in den Spaltbereich zwischen benachbart
zueinander angeordneten Hitzeschildsteinen. Durch die Überlappung ist eine flächendeckende
Dämpfung über die gesamte Tragstruktur hinweg erzielbar. Die Tragstruktur wird überdies
im Bereich einer Trennfuge vor direkter Beaufschlagung mit einem heißen Medium geschützt.
[0030] Weiterhin bevorzugt sind zwei zueinander benachbart angeordnete Hitzeschildsteine
über eine Dämpfungseinlage miteinander verbunden. In dieser Ausgestaltung, die alternativ
oder zusätzlich zu einer Überlappung von Dämpfungseinlagen vorsehbar ist, wird ein
gedämpftes System aus zwei Hitzeschildsteinen realisiert, wobei auch die Verbindung
mehrerer Hitzeschildsteine über eine Dämpfungseinlage möglich ist. Die Verbindung
ist-dabei über die bereits oben ausgeführten Möglichkeiten, d. h. Verklebung, Verklammerung
oder Eingießen der Dämpfungseinlage herstellbar. Durch die Verbindung von zweien oder
mehreren Hitzeschildsteinen kann vorteilhafterweise das Schwingungsverhalten des Systems
sehr günstig beeinflusst werden. Insbesondere können Resonanzen, die lokal an einem
einzelnen Hitzeschildstein auftreten, durch die Verbindung zu einem benachbarten Stein
über die Dämpfungseinlage effizient gedämpft sowie an den benachbarten Hitzeschildstein
oder an weitere über die Dämpfungseinlage verbundene verteilt werden. Ein lokaler
Stoßenergieeintrag kann dadurch sehr wirkungsvoll gedämpft und an das Gesamtsystem
aus Hitzeschildsteinen weiterverteilt werden. Die Gefahr des Stoßbruchs eines Hitzeschildsteins
wird somit erheblich reduziert.
[0031] In einer vorteilhaften Ausgestaltung sind der Hitzeschildstein und die Tragstruktur
in einer Brennkammer, insbesondere einer Gasturbinen-Brennkammer, vorgesehen.
[0032] Die auf eine Gasturbine gerichtete Aufgabe wird erfindungsgemäß gelöst durch eine
Gasturbine mit einer Brennkammer, die eine Einrichtung gemäß den obigen Ausführungen
aufweist.
[0033] Die Vorteile einer solchen Gasturbine ergeben sich entsprechend den Ausführungen
zum Hitzeschildstein und zu der Einrichtung.
[0034] Die Erfindung wird beispielhaft anhand der Zeichnung näher erläutert. Es zeigen hierbei
schematisch und teilweise vereinfacht:
- FIG 1 bis FIG 4
- jeweils eine perspektivische Ansicht eines Hitzeschildsteins mit Dämpfungseinlage,
- FIG 5 bis FIG 8
- jeweils eine Draufsicht auf die der Heißseite gegenüberliegenden Wandseite eines Hitzeschildsteins
mit Dämpfungseinlage,
- FIG 9
- eine perspektivische Ansicht eines Hitzeschildsteins mit alternativer Ausgestaltung
der Dämpfungseinlage,
- FIG 10
- eine Ansicht des Hitzeschildsteins aus FIG 9 entlang der Schnittlinie X-X,
- FIG 11
- eine perspektivische Ansicht eines Hitzeschildsteins mit einer gegenüber FIG 9 modifizierten
Ausgestaltung der Dämpfungsanlage,
- FIG 12
- eine Ansicht des Hitzeschildsteins der FIG 11 entlang der Schnittlinie XII-XII,
- FIG 13
- eine Einrichtung zur Auskleidung einer Brennkammerwand,
- FIG 14
- eine Ansicht der Einrichtung aus FIG 13 entlang der Schnittlinie XIV-XIV,
- FIG 15
- eine Draufsicht auf die der Heißseite gegenüberliegende Wandseite einer Gruppe mehrerer
Hitzeschildsteine mit Dämpfungseinlagen,
- FIG 16
- eine Ansicht der Einrichtung von FIG 13 entlang der Schnittlinie XVI-XVI, und
- FIG 17
- einen stark vereinfachten Längsschnitt durch eine Gasturbine.
[0035] Gleiche Bezugszeichen haben in den verschiedenen Figuren die gleiche Bedeutung.
[0036] FIG 1 zeigt in einer perspektivischen Ansicht einen Hitzeschildstein 1. Der Hitzeschildstein
weist eine Heißseite 5 auf und eine der Heißseite gegenüberliegende Wandseite 7 sowie
eine an die Heißseite 5 angrenzende Wandseite 7a. Der Hitzeschildstein 1 ist quaderförmig,
hier mit einer quadratischen Grundfläche ausgestaltet. Außerhalb der Heißseite 5 des
Hitzeschildsteins 1 ist eine Dämpfungseinlage 3 angebracht. Die Wandseiten 7, 7a des
Hitzeschildsteins 1 bilden eine Oberfläche 9. Dabei wird von der Wandseite 7 eine
Wandseitenoberfläche 9A gebildet. Die Wandseitenoberfläche 9A ist eine Teilfläche
der Oberfläche 9. Die Dämpfungseinlage 3 ist derart außerhalb der Heißseite 5 des
Hitzeschildsteins 1 angebracht, dass die Dämpfungseinlage 3 zumindest teilweise die
Oberfläche 9 der Wandseite 7, 7A bildet. Die Oberfläche 9A wird dabei vollständig
von der Dämpfungseinlage 3 gebildet. Somit ist die der Heißseite 5 gegenüberliegende
Wandseite 7 vollständig durch die Dämpfungseinlage 3 gebildet, wobei die Dämpfungseinlage
3 integraler Bestandteil des Hitzeschildsteins 1 ist. Der Hitzeschildstein 1 besteht
aus einem Grundmaterial 19, beispielsweise einer Feuerfestkeramik, mit dem die Dämpfungseinlage
3 fest verbunden ist. Die feste Verbindung der Dämpfungseinlage 3 mit dem Grundmaterial
19 erfolgt beispielsweise durch Eingießen der Dämpfungseinlage 3 in das Grundmaterial
19, durch Verkleben mit dem Grundmaterial oder durch Einlassen der Dämpfungseinlage
3 in das Grundmaterial 19. Mit der in den Hitzeschildstein 1 integrierten Dämpfungseinlage
3 ist der Hitzeschildstein 1 intrinsisch gedämpft gegenüber Vibrationen, Pulsationen
oder Stößen beim Einsatz des Hitzeschildsteins beispielsweise in einer Brennkammer,
einem Ofen oder einem sonstigen Brennraum. Das gezeigte Ausführungsbeispiel der FIG
1 stellt eine besonders vorteilhafte Ausgestaltung der Erfindung dar, da die Wandseite
7 mit der Wandoberfläche 9A vollständig durch die Dämpfungseinlage 3 gebildet ist.
Somit ist jedwede Krafteinwirkung auf die Wandseite 7 sehr effizient dämpfbar, da
die gesamte Oberfläche 9A zur Lastaufnahme und Dämpfung zur Verfügung steht. Dies
bewirkt eine günstige, insbesondere eine sehr gleichmäßige, Verteilung einer Stoßlast
auf die Wandseite 7.
[0037] In den Figuren 2 bis 4 sind alternative Ausgestaltungen des Hitzeschildsteins 1 mit
der Dämpfungseinlage 3 gezeigt. Während in FIG 2 die Dämpfungseinlage 3 zwischen der
Heißseite 5 und der Wandseite 7 innerhalb des Hitzeschildsteins 1 angebracht ist,
sind im Vergleich hierzu in FIG 3 zusätzlich Dämpfungseinlagen 3A und 3B an der Wandseite
7 vorgesehen. In FIG 3 weist die Oberfläche 9A Teilflächen 11A und 11B auf, wobei
die Teilfläche 11A vollständig von der Dämpfungseinlage 3B und die Teilfläche 11A
vollständig von der Dämpfungseinlage 3A gebildet ist. Im Gegensatz zu dem in FIG 1
gezeigten Beispiel ist hier die Oberfläche 9A der Wandseite 7 nicht vollständig von
einer Dämpfungseinlage 3, 3A, 3B gebildet. Eine Dämpfungseinlage 3, 3A, 3B kann also
prinzipiell innerhalb des Hitzeschildsteins 1 (vgl. FIG 2) angeordnet oder an dessen
Oberfläche 9, 9A eingelassen sein. In FIG 4 ist ein Hitzeschildstein 1 mit einer Dämpfungseinlage
3 gezeigt, wobei die Dämpfungseinlage in den Hitzeschildstein 1 eingelassen ist und
wobei die Dämpfungseinlage 3 wellenförmig entlang der Wandseite 7 geführt ist. Dabei
sind die Wellenberge der Dämpfungseinlage 3 vollständig innerhalb des Hitzeschildsteins,
während die Wellentäler der Dämpfungseinlage 3 zumindest teilweise die Oberfläche
9A der Wandseite 7 bilden. Dadurch ist auf der Wandseite 7 durch die Dämpfungseinlage
3 eine Teilfläche 11A gebildet, die als Dämpfungsfläche 11A zur Aufnahme von Vibrationen
und/oder Stoßlast dient. Weitere Teilflächen 11B, 11C, 11D sind von der Dämpfungseinlage
3 gebildet, die entsprechend als Dämpfungsflächen 11B, 11C, 11D dienen. Die Dämpfungseinlage
3 ist hierbei fest mit dem Grundmaterial 19 des Hitzeschildsteins 1 verbunden, so
dass ein Verbundsystem hergestellt ist. Das durch den Hitzeschildstein 1 gebildete
Verbundsystem ist besonders gut für den Hochtemperatureinsatz bei temporärer oder
dauerhafter Stoßbelastung geeignet. Einer Bruchgefahr des Brennkammersteins 1 wird
somit sehr wirkungsvoll entgegengetreten, wobei erstmals die auch passive Sicherheit
des Hitzeschildsteins 1 mitberücksichtigt ist. Dies kommt vorteilhafterweise darin
zum Ausdruck, dass im Falle eines Bruchs des Hitzeschildsteins 1 mögliche Bruchstücke
nicht das Verbundsystem verlassen können, da die Bruchstücke auch nach einem Bruch
fest mit der Dämpfungseinlage 3 verbunden bleiben. Ein Herauslösen und/oder Herausfallen
moglicher Bruchstücke des Hitzeschildsteins 1 in den Brennraum, etwa nach einem Bruchfall
infolge Stoßbruchs, wird somit sicher verhindert. Eine hohe Betriebssicherheit bei
einer gleichzeitigen erheblichen Vergrößerung der Standzeiten sind die wirtschaftlichen
Vorteile, die sich bei einem Einsatz des Hitzeschildsteins 1 zusätzlich ergeben.
[0038] Die Figuren 5 bis 8 zeigen jeweils eine Ansicht eines Hitzeschildsteins 1 von der
der Heißseite 5 gegenüberliegenden Wandseite 7. Es sind verschiedene Möglichkeiten
aufgezeigt, die Dämpfungseinlage 3 auf der Wandseite 7 anzuordnen. Während in FIG
5 die Wandseite 7 vollständig von einer Dämpfungseinlage 3 gebildet ist, ist in FIG
6 eine erste Dämpfungseinlage 3A sowie eine zweite Dämpfungseinlage 3B vorgesehen.
Die Dämpfungseinlagen 3, 3A, 3B bestehen dabei jeweils aus einem keramischen Material
15, insbesondere einem keramischen Fasermaterial 15, welches als Gewebematte 13 mit
dem Grundmaterial 19 des Hitzeschildsteins 1 fest verbunden ist. Die Ausgestaltung
in Form einer Gewebematte 13 ist dabei besonders günstig hinsichtlich der Einbringbarkeit
in das Grundmaterial 19 sowie hinsichtlich der Dämpfungseigenschaften. In FIG 7 sind
vier Dämpfungseinlagen 3A bis 3D vorgesehen, die jeweils eine entsprechende Teilfläche
11A, 11B, 11C, 11D der Wandseite 7 bilden. Jede durch die Dämpfungseinlage 3A bis
3D gebildete Teilfläche 11A, 11B, 11C, 11D ist dabei als gleichschenklig-rechtwinklige
Dreiecksfläche gebildet, die jeweils in einer Ecke des quadratischen Grundrisses der
Wandseite 7 angebracht ist. Durch diese symmetrische Anordnung der Dämpfungseinlagen
3A bis 3D ist eine besonders gleichmäßige Lastaufnahme gewährleistet. Lokal auftretende
Spitzenlasten infolge eines Stoßes oder Aufschlags können dadurch sehr wirkungsvoll
auf die Dämpfungs-Teilflächen 11A, 11B, 11C, 11D verteilt werden. In einer alternativen
Ausgestaltung zeigt FIG 8 einen Hitzeschildstein 1, wobei der Grundriss des Hitzeschildsteins
1 die Form eines Sechsecks aufweist. Damit soll zum Ausdruck gebracht werden, dass
neben einem quadratischen oder rechteckigen Grundriss auch andere geometrische Ausgestaltungen
des Hitzeschildsteins 1 realisierbar sind. Der Hitzeschildstein 1 der FIG 8 weist
gegenüber den anderen Varianten (vgl. FIG 5 bis FIG 7) eine Dämpfungseinlage 3C auf,
die etwa im Flächenschwerpunkt des Sechsecks angebracht ist. Die Dämpfungseinlage
3C besteht dabei aus einem metallischen Material 17, beispielsweise aus einem metallischen
Drahtmaterial 17. Das Drahtmaterial 17 ist als Gewebematte 13 ausgestaltet. Neben
der Ausgestaltung als Gewebematte 13 sind auch Ausgestaltungen als Geflecht, Gewirke
oder als ein Metallschwamm denkbar. Das metallische Drahtmaterial 17 besteht beispielsweise
aus einem hochtemperaturfesten Stahl, welcher eine hinreichend große Druck-, Zug-
und Biegeelastizität aufweist. Durch die Materialwahl für die Dämpfungseinlage 3A,
3B, 3C sowie die Ausgestaltung als Gewebematte 13 ist eine Hochtemperaturbeständigkeit
einerseits sowie eine besonders feste Verbindung mit dem Grundmaterial 19 des Hitzeschildsteins
1, z.B. durch Eingießen oder Verkleben, herstellbar.
[0039] In FIG 9 ist eine perspektivische Darstellung eines Hitzeschildsteins 1 und in FIG
10 eine entsprechende Schnittansicht entlang der Schnittlinie X-X des Hitzeschildsteins
1 der FIG 9 gezeigt. Der Hitzeschildstein weist eine Gesamtdicke D1 und die Dämpfungseinlage
3 eine Dicke D2 auf. Die Dicke D2 ist dabei deutlich kleiner als die Gesamtdicke D1.
Beispielsweise beträgt die Dicke D1 etwa 1 % bis 20 % der Gesamtdicke D2. In der FIG
9 ist die Dämpfungseinlage 3 derart angebracht, dass von ihr die Wandseite 7 vollständig
und die Wandseite 7A zumindest zu einem wesentlichen Teil gebildet ist. Die an die
Heißseite 5 angrenzende Wandseite 7A weist die Dämpfungseinlage 3 auf, die in Form
einer Armierung alle vier an die Heißseite 5 angrenzenden Seitenflächen 7A einfasst
und zumindest teilweise bildet. Der Übergang von dem Grundmaterial 19 zu dem Material
der Dämpfungseinlage 3 erfolgt durch eine glatte Anpassung 33 der aneinander grenzenden
Materialien an der Wandseite 7A.
[0040] In einer hierzu modifizierten Ausgestaltung hierzu zeigt FIG 11 eine perspektivische
Ansicht eines Hitzeschildsteins 1 und FIG 12 eine entsprechende Schnittansicht entlang
der Schnittlinie XII-XII des in FIG 11 gezeigten Hitzeschildsteins 1. Auch in diesem
Beispiel bildet die Dämpfungsanlage 3 vollständig die Wandseite 7 des Hitzeschildsteins
1. Ferner ist die Dämpfungseinlage 3 zumindest im wesentlichen wie eine Armierung
an der an die Heißseite 5 angrenzenden Wandseite 7A, im folgenden auch als Seitenfläche
7A bezeichnet, angebracht. Der Übergang von dem Grundmaterial 19 des Hitzeschildsteins
1 zu dem Material der Dämpfungseinlage 3 erfolgt an der Wandseite 7A durch einen Versatz
35. Durch diesen Versatz 35 ist die Dämpfungseinlage 3 nur teilweise in das Grundmaterial
des Hitzeschildsteins 1 eingelassen. Der Versatz 35 führt zu verbesserten Dämpfungseigenschaften
bei Vibrationen oder Stoßbelastung senkrecht zur Wandseite 7A. Wie weiter unten noch
diskutiert wird, ist dies besonders in den Fällen von großem Vorteil, wo entsprechende
Belastungen auf die Wandseite 7A auftreten, beispielsweise bei einer Anordnung mit
mehreren benachbarten Hitzeschildsteinen 1, wie sie bei der Auskleidung einer Brennkammerwand
relevant ist. Die in der FIG 12 gezeigte Dicke D2 der Dämpfungseinlage 3 beträgt beispielsweise
etwa 0,1 mm bis 10,0 mm, insbesondere etwa 1,0 mm bis 5,0 mm, wodurch hinreichend
gute Dämpfungseigenschaften einerseits und eine sichere Verbindung mit dem Grundmaterial
19 des Hitzeschildsteins 1 andererseits erreichbar sind.
[0041] In FIG 13 ist in einem Ausschnitt eine Einrichtung 21 zur Auskleidung einer Brennkammerwand
dargestellt. Die Einrichtung 21 weist einen Hitzeschildstein 1 gemäß den vorhergehenden
Ausführungen sowie eine Tragstruktur 23 auf. Die FIG 13 zeigt dabei eine Ansicht der
Einrichtung 21 auf die Heißseite 5 des Hitzeschildsteins 1. Der Hitzeschildstein 1
grenzt mit seiner Oberfläche (nicht erkennbar, vgl. FIG 14) an die Tragstruktur 23
an und ist mit einem Befestigungselement 25 an der Tragstruktur 23 befestigt. Zur
Befestigung weist die Tragstruktur 23 eine Befestigungsnut 37 auf, in die das Befestigungselement
25 eingreift. Zur Befestigung des Hitzeschildsteins 1 greift das Befestigungselement
25 zugleich in eine Hitzeschildsteinnut 39 ein. In der Einrichtung 21 sind mehrere
Hitzeschildsteine 1 zueinander benachbart angeordnet, so dass eine flächendeckende
Auskleidung, beispielsweise einer Brennkammerwand, erreichbar ist. Dabei ist jeder
Hitzeschildstein 1 mit jeweils vier Befestigungselementen 25 an der Tragstruktur 23
befestigt, wodurch ein besonders sicherer Halt der Hitzeschildsteine 1 an der Tragstruktur
23 gewährleistet ist. In der Einrichtung 21 können die Hitzeschildsteine 1 dabei auch
federelastisch befestigt sein. Von Vorteil ist die in FIG 13 gezeigte Befestigung
durch seitlich in den Hitzeschildstein 1 eingreifende Befestigungselemente 25, weil
hierdurch die Heißseite 5 nicht oder nur unwesentlich tangiert wird. Die Befestigungselemente
25 bestehen beispielsweise aus einem hochtemperaturfesten Metall und sind durch die
Art der seitlichen Befestigung und ihrer geometrischen Ausgestaltung nicht unmittelbar
einem heißen Medium M (vgl. FIG 14) im Betrieb ausgesetzt.
[0042] Figur 14 zeigt eine Schnittansicht der in Figur 13 gezeigten Einrichtung 21 zur Auskleidung
einer Brennkammerwand entlang der Schnittlinie XIV-XIV. Beim Einsatz der Einrichtung
21, beispielsweise als Auskleidung einer Brennkammer einer Gasturbine, ist die Heißseite
5 des Hitzeschildsteins 1A mit einem heißen Medium M, z.B. einem heißen Verbrennungsgas,
beaufschlagt. Dabei treten sehr hohe Temperaturen des heißen Mediums M von 1200 °C
bis 1400 °C auf. Darüber hinaus können Vibrationen oder transiente Stoßbelastungen
im Brennraum auftreten. Um diesen thermischen und mechanischen Belastungen dauerhaft
standzuhalten, weist die Einrichtung 21 eine Kühlmitteldurchführung 43 auf, die in
der Tragstruktur 23 vorgesehen ist. Die Kühlmitteldurchführung 43 steht in Strömungsverbindung
mit einem Spalt 41, durch den die Oberfläche 9 des Hitzeschildsteins 1A von der Tragstruktur
23 beabstandet ist. Somit kann ein Kühlmittel K, z.B. Kühlluft, über die Kühlmitteldurchführung
43 in den Spalt 41 gelangen. In dem Spalt 41 bewirkt das Kühlmittel K eine Kühlung
sowohl der Oberfläche 9 des Hitzeschildsteins 1A als auch der Tragstruktur 23, insbesondere
der Befestigungsnut 37 sowie dem Befestigungselement 25. Neben der direkten Kühlwirkung
des Kühlmittels K im Spalt 9 wird auch einen Sperrwirkung gegenüber einem Eintritt
von heißem Medium M in den Spalt 41 erzielt, wodurch ein besonders effizienter Schutz
gegenüber den hohen Temperaturen sowie einem möglichen oxidativen und/oder korrosiven
Angriff erreicht ist. Zur Dämpfung von Schwingungen und Stößen weist der Hitzeschildstein
1A eine Dämpfungseinlage 3 auf, die integraler Bestandteil des Hitzeschildsteins 1A
ist und vollständig die Oberfläche 9 der Wandseite 7 bildet. Einer Bruchgefahr, die
beispielsweise beim Aufschlagen des Hitzeschildsteins 1A auf die Tragstruktur 23 infolge
eines Stoßes auftreten kann, wird somit sehr wirkungsvoll entgegen getreten. Im Falle
eines Bruchs des Hitzeschildsteins 1A ist dieser darüber hinaus durch die Dämpfungseinlage
3 gegen ein Herauslösen von Bruchstücken durch die Dämpfungseinlage gesichert. Die
Dämpfungseigenschaften sowie die passive Sicherheit dieser Einrichtung 21 ist gegenüber
herkömmlichen Ausführungen damit deutlich erhöht. Zusätzlich kann die Einrichtung
21 wie bei herkömmlichen Ausführungen zu finden ist, mit einer Trennlage 45 ausgestaltet
sein, die an der Tragstruktur 23 angeordnet ist. Die Trennlage 45 kann dabei an der
Tragstruktur 23 geeignet befestigt sein, beispielsweise verschraubt oder verklebt
oder geklammert. Die Trennlage 45 hat dabei im wesentlichen thermische Isolationseigenschaften
gegenüber den hohen Temperaturen des heißen Mediums M und schützt die Tragstruktur
23 entsprechend.
[0043] In Figur 15 ist eine Anzahl von Hitzeschildsteinen 1A bis 1D gezeigt, wobei der Übersicht
halber auf die Darstellung einer Tragstruktur 23 und Befestigungselementen 25 (vergleiche
hierzu die Figuren 13 und 14) verzichtet wurde. Die vier Hitzeschildsteine 1A bis
1D weisen einen quadratischen Grundriss auf und sind regelmäßig in einem quadratischen
Gitter unter Bildung einer Fuge 47 angeordnet. Die Hitzeschildsteine 1A und 1B sind
über eine Dämpfungseinlage 3D fest miteinander verbunden. Die Hitzeschildsteine 1A
bis 1D sind über eine Dämpfungseinlage 3C, welche im Symmetriezentrum der Anordnung
über der Trennfuge 47 angebracht ist, fest miteinander verbunden. Es sind ferner Dämpfungseinlagen
3A und 3B vorgesehen, die zumindest teilweise in der Trennfuge 47 angeordnet sind.
Dadurch kann im Bereich der Trennfuge 47 eine Dämpfung bei einer Bewegung der Hitzeschildsteine
1A bis 1D relativ zueinander gewährleistet werden. Die Verbindung mehrerer Hitzeschildsteine
1A bis 1D untereinander über entsprechende Dämpfungseinlagen 3D, 3C wirkt sich besonders
günstig auf das Schwingungsverhalten des Gesamtsystems aus Hitzeschildsteinen 1A bis
1D aus. Durch die Verbindung können Relativbewegungen sicher aufgefangen werden sowie
ein lokaler Energieeintrag infolge eines Stoßes über die verbindenden Dämpfungseinlagen
3C, 3D zumindest partiell weitergeleitet und auf verschiedene Hitzeschildsteine 1A
bis 1D verteilt werden. Die Hitzeschildsteine 1A bis 1D wirken somit als gekoppeltes
und dissipatives Gesamtsystem, wobei der Energieeintrag infolge eines Stoßes entsprechend
verteilt und von den verschiedenen Hitzeschildsteinen 1A bis 1D aufgenommen wird.
Lokale Spitzenlasten mit Energieeintrag in einen einzelnen Hitzeschildstein 1A bis
1D werden vermieden.
[0044] Figur 16 zeigt eine vereinfachte Schnittansicht der in Figur 13 gezeigten Einrichtung
21 entlang der Schnittlinie XVI-XVI. Mit der Figur 16 soll die Wirkungsweise des Hitzeschildsteins
1A, 1B mit der Dämpfungseinlage 3A, 3B kurz illustriert werden. Die Dämpfungseinlagen
3A, 3B sind so ausgestaltet, dass Schwingungen und/oder Stöße entlang einer ersten
Achse 49 und entlang einer zweiten Achse 51 gedämpft werden. Die erste Achse 49 erstreckt
sich dabei senkrecht zur Tragstruktur 23, d.h. im wesentlichen auch senkrecht zur
Heißseite 5 sowie zur Wandseite 7 des Hitzeschildsteins 1A, 1B. Die zweite Achse 51
erstreckt sich entlang der Tragstruktur 23, d.h. im wesentlichen parallel zur Heißseite
5 und zur Wandseite 7 des Hitzeschildsteins 1A, 1B. Durch die Dämpfungseinlagen 3A,
3B können somit Schwingungen und/oder Stöße zwischen einem Hitzeschildstein 1A und
der Tragstruktur 23 entlang der ersten Achse 49 gedämpft werden, was insbesondere
bei einem Aufprall des Hitzeschildsteins 1A auf die Tragstruktur 23 unter Überbrückung
des Spalts 41 erfolgt. Weiterhin können Schwingungen und/oder Stöße zwischen einem
Hitzeschildstein 1A und einem weiteren Hitzeschildstein 1B entlang der zweiten Achse
51 gedämpft werden. Hierzu ist die Dämpfungseinlage 3A des Hitzeschildsteins 1A und
die Dämpfungseinlage 3B des Hitzeschildsteins 1B zumindest teilweise im Bereich der
Trennfuge 47 angeordnet. Zur Dämpfung von Stößen entlang der Achse 51 kann alternativ
oder zusätzlich zur Dämpfungseinlage 3A, 3B ein separates Dämpfungselement (nicht
dargestellt) im Bereich der Trennfuge 47 angeordnet sein, welches nicht notwendigerweise
mit einem Hitzeschildstein 1A, 1B verbunden ist.
[0045] Figur 17 zeigt stark schematisiert in einem Längsschnitt eine Gasturbine 53. Entlang
einer Turbinenachse 55 sind aufeinander folgend angeordnet: ein Verdichter 57, eine
Brennkammer 59 sowie ein Turbinenteil 61. Die Brennkammer 59 ist mit einer Brennkammerauskleidung
63 innen ausgekleidet. Durch die Brennkammerwand 65 ist eine Tragstruktur 23 gebildet.
Die Brennkammer 59 weist Hitzeschildsteine 1A, 1B gemäß den obigen Ausführungen auf.
Gerade bei einer Gasturbine 53 kann es zu erheblichen Vibrationen etwa durch Brennkammerbrummen
kommen. Im Resonanzfall können sogar stoßartige akustische Brennkammerschwingungen
mit großen Schwingungsamplituden auftreten. Diese Vibrationen führen zu einer erheblichen
Beanspruchung der Brennkammerauskleidung 63. Dabei sind sowohl die Tragstruktur 63
als auch die Hitzeschildsteine 1A, 1B betroffen. Durch Stöße sind vor allen Dingen
die Hitzeschildsteine 1A, 1B gefährdet, insbesondere wegen der bestehenden Bruchgefahr.
Durch die Ausgestaltung der Hitzeschildsteine 1A, 1B mit einer jeweiligen Dämpfungseinlage
3A, 3B ist eine gedämpfte, federnde Halterung der Hitzeschildsteine 1A, 1B in der
Tragstruktur 23 erreichbar. Dadurch ergibt sich eine besonders hohe Unempfindlichkeit
der Brennkammerauskleidung 65 gegenüber Stößen oder Vibrationen. Die eine Dämpfungseinlage
3A, 3B aufweisenden Hitzeschildsteine 1A, 1B sind dabei sowohl für eine Beaufschlagung
mit den hohen Temperaturen des heißen Mediums M, beispielsweise bis zu 1400 °C in
einer Gasturbine 53, als auch gegenüber einem hohen mechanischen Energieeintrag infolge
von Stößen und/oder Vibrationen beständig. Durch die Dämpfungseinlage 3A, 3B ist darüber
hinaus die passive Sicherheit der Gasturbine 53 erheblich gesteigert.
1. Hitzeschildstein (1, 1A, 1B), insbesondere zur Auskleidung einer Brennkammerwand (65),
mit einer einem heißen Medium (M) aussetzbaren Heißseite (5),
gekennzeichnet durch mindestens eine Dämpfungseinlage (3, 3A, 3B), die außerhalb der Heißseite (5) angebracht
ist.
2. Hitzeschildstein (1, 1A, 1B) nach Anspruch 1 mit einer der Heißseite (5) gegenüberliegenden
oder an diese angrenzenden Wandseite (7, 7A),
dadurch gekennzeichnet, dass die Dämpfungseinlage (3, 3A, 3B) zumindest teilweise die Oberfläche (9, 9A)
der Wandseite bildet.
3. Hitzeschildstein (1, 1A, 1B) nach Anspruch 2,
dadurch gekennzeichnet, dass die Oberfläche (9, 9A) mehrere Teilflächen (11, 11A, 11B) aufweist, die von
Dämpfungseinlagen (3, 3A, 3B) gebildet sind.
4. Hitzeschildstein (1, 1A, 1B) nach Anspruch 3,
dadurch gekennzeichnet, dass die Dämpfungseinlagen (3, 3A, 3B) regelmäßig, insbesondere symmetrisch, angeordnet
sind.
5. Hitzeschildstein (1, 1A, 1B) nach Anspruch 2,
dadurch gekennzeichnet, dass die Oberfläche (9, 9A) vollständig von einer einzigen Dämpfungseinlage (3,
3A, 3B) gebildet ist.
6. Hitzeschildstein (1, 1A, 1B) nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass die Dämpfungseinlage (3, 3A, 3B) als Gewebe (13), insbesondere als eine Gewebematte,
ausgestaltet ist.
7. Hitzeschildstein (1, 1A, 1B) nach einem der Ansprüche 1 bis 6,
dadurch gekennzeichnet, dass die Dämpfungseinlage (3, 3A, 3B) aus einem keramischen Material (15), insbesondere
aus einem keramischen Fasermaterial, besteht.
8. Hitzeschildstein (1, 1A, 1B) nach einem der Ansprüche 1 bis 6,
dadurch gekennzeichnet, dass die Dämpfungseinlage (3, 3A, 3B) aus einem metallischen Material (17), insbesondere
aus einem metallischen Drahtmaterial, besteht.
9. Hitzeschildstein (1, 1A, 1B) nach einem der Ansprüche 1 bis 8,
dadurch gekennzeichnet, dass er aus einem Grundmaterial (19), insbesondere einer Feuerfestkeramik, besteht,
und dass die Dämpfungseinlage (3, 3A, 3B) fest mit dem Grundmaterial (19) verbunden
ist.
10. Hitzeschildstein (1, 1A, 1B) nach Anspruch 9,
dadurch gekennzeichnet, dass die Dämpfungseinlage (3, 3A, 3B) in das Grundmaterial (19) eingegossen, mit
dem Grundmaterial (19) verklebt oder in das Grundmaterial (19) eingelassen ist.
11. Hitzeschildstein (1, 1A, 1B) nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass dieser eine Gesamtdicke (D1) aufweist, wobei die Dämpfungseinlage (3, 3A, 3B)
eine Dicke (D2) aufweist, die deutlich kleiner als die Gesamtdicke (D1), insbesondere
etwa 1% bis 20% der Gesamtdicke (D1), ist.
12. Hitzeschildstein (1, 1A, 1B) nach Anspruch 11,
dadurch gekennzeichnet, dass die Dämpfungseinlage (3, 3A, 3B) eine Dicke (D2) von etwa 0.1 mm bis 10.0 mm,
insbesondere von etwa 1.0 mm bis 5.0 mm, aufweist.
13. Einrichtung zur Auskleidung einer Brennkammerwand (65),
gekennzeichnet durch mindestens einen Hitzeschildstein (1, 1A, 1B) nach einem der vorhergehenden Ansprüche
und eine Tragstruktur (23), wobei der Hitzeschildstein (1, 1A, 1B) mit seiner Oberfläche
(9) an die Tragstruktur (23) angrenzt und mit mindestens einem Befestigungselement
(25) an der Tragstruktur (23) befestigt ist.
14. Einrichtung (21) nach Anspruch 13,
dadurch gekennzeichnet, dass das Befestigungselement (25) seitlich, insbesondere entlang der Wandseitenoberfläche
(9, 27), in den Hitzeschildstein (1, 1A, 1B) eingreift.
15. Einrichtung (21) nach Anspruch 13 oder 14,
dadurch gekennzeichnet, dass mehrere Hitzeschildsteine (1, 1A, 1B) an der Tragstuktur befestigt sind.
16. Einrichtung (21) nach Anspruch 15,
dadurch gekennzeichnet, dass sich Dämpfungseinlagen (3, 3A, 3B) zweier zueinander benachbart angeordneter
Hitzeschildsteine (1, 1A, 1B) überlappen.
17. Einrichtung (21) nach Anspruch 15 oder 16,
dadurch gekennzeichnet, dass zwei zueinander benachbart angeordnete Hitzeschildsteine (1, 1A, 1B) über eine
Dämpfungseinlage (3, 3A, 3B) miteinander verbunden sind.
18. Einrichtung (21) nach einem der Ansprüche 13 bis 17,
dadurch gekennzeichnet, dass der Hitzeschildstein (1, 1A, 1B) und die Tragstruktur (23) in einer Brennkammer
(59), insbesondere einer Gasturbinen-Brennkammer, vorgesehen sind.
19. Gasturbine (53) mit einer Brennkammer (59) und einer Einrichtung (21) nach einem der
Ansprüche 13 bis 18.