[0001] Die Erfindung betrifft eine Fördereinrichtung zum Überführen von Filterstäben der
Tabak verarbeitenden Industrie von einer Filterherstellmaschine zu Weiterverarbeitungseinrichtungen,
mit einer einen mehrlagigen Filterstabmassenstrom bildenden, ein atmendes Speichervolumen
umfassenden Transportstrecke.
[0002] Das Speichervolumen der eingangs bezeichneten Transportstrecke besteht bei herkömmlichen
Einrichtungen aus einer Pufferstrecke, um zeitliche begrenzte betriebsbedingte Leistungsunterschiede
zwischen der Filterherstellung und -verarbeitung oder Störungen der angeschlossenen
Maschinen aufzufangen, sowie aus einer Filteraushärtestrecke, um den bei der Filterstabherstellung
in Kleinsttröpfchen auf das Fasermaterial (Celluloseacetat) aufgesprühten Weichmacher
(Triacetin) auszuhärten, wobei dieser zunächst die Filterfasern anlöst, miteinander
verklebt und dann in das Celluloseacetat hinein diffundiert und dabei die Verklebungsstellen
verfestigt.
Dieser üblicherweise bei Raumtemperatur stattfindende Vorgang bestimmt die Aufenthaltszeit
der Filterstäbe in der Transportstrecke und damit auch deren Aufnahmekapazität, d.
h. bei definierter mehrlagiger Höhe deren Länge.
[0003] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, den baulichen Aufwand und Umfang für das
genannte Speichervolumen zu reduzieren.
[0004] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, dass in die Transportstrecke eine
den mehrlagigen Filterstabmassenstrom kontinuierlich durchschleusende Mikrowellenerwärmungsanlage
integriert ist.
Die durch die Mikrowelleneinwirkung hervorgerufene Erwärmung der Filterstäbe kann
am wirkungsvollsten zugunsten des Aushärtevorgangs gemäß einer Weiterbildung dadurch
genutzt werden, dass die Mikrowellenerwärmungsanlage dem atmenden Speichervolumen
- bezogen auf die Förderrichtung - stromauf vorgeordnet ist, so dass bei einer erzeugten
Filterstabtemperatur von 50° C eine Aushärtungszeit von zwei Minuten in dem ausschließlich
auf eine Pufferstrecke reduzierten Speichervolumen möglich ist.
Die Anordnung ist nach einem weiteren Vorschlag so getroffen, dass die Mikrowellenerwärmungsanlage
zwischen dem mehrlagigen atmenden Speichervolumen und der die Filterstäbe einlagig
queraxial abgebenden Filterherstellmaschine angeordnet ist, wodurch eine gute Zugänglichkeit
der Mikrowellenerwärmungsanlage in Front der Produktionslinie für die Bedienungsperson
erreicht ist.
Eine definierte Führung des mehrlagigen Filterstabmassenstroms und eine sichere Beherrschung
und Einhaltung des Erwärmungsvorganges bzw. des Temperaturniveaus wird nach einer
Weiterbildung dadurch erreicht, dass die Transportstrecke innerhalb der Mikrowellenerwärmungsanlage
durch den Filterstabmassenstrom ober- und unterseitig führende Transportbänder gebildet
wird.
Einer gleichmäßigen, durchdringenden Erwärmung des Filterstabmassenstromes dient eine
Weiterbildung dadurch, dass die Mikrowellenerwärmungsanlage mit den Filterstabmassenstrom
an durch die Umfangsflächen der Filterstäbe gebildeten entgegen gesetzten Längsseiten
bestrahlenden Mikrowellenmodulen ausgestattet ist.
[0005] Um die Intensität der Mikrowellenbestrahlung zwecks Einhaltung einer definierten
Erwärmung des Filterstabmassenstromes jeweils den aktuellen Betriebsbedingungen anzupassen,
wird weiterhin vorgeschlagen, dass die Mikrowellenmodule von einem auf die Maschinengeschwindigkeit
der Filterherstellmaschine ansprechenden Pulsgenerator steuerbar sind.
Gemäß einer Variante wird vorgeschlagen, dass die Mikrowellenmodule mit einem in Abhängigkeit
von der Maschinengeschwindigkeit der Filterherstellmaschine steuerbaren Selektionsgenerator
in Wirkverbindung stehen, so dass beispielsweise bei einem verringerten Massenstromdurchsatz
durch die Mikrowellenanlage ein oder mehrere Mikrowellenmodule abgeschaltet werden
können, um eine gleichmäßige Temperatur des Filterstabmassentromes einzuhalten.
Alternativ können sowohl der Pulsgenerator als auch der Selektionsgenerator zwecks
Steuerung der Wärmeeinwirkung und damit Einhaltung der Temperatur des Massenstromes
nach einem weiteren Vorschlag der Pulsgenerator und/oder der Selektionsgenerator eine
Signalverbindung mit einem auf den Filterstabmassenstrom ausgerichteten berührungslosen
Temperatursensor aufweisen. Zweckmäßigerweise ist ein derartiger Temperatursensor
auf eine durch die Stirnflächen der Filterstäbe gebildete Längsseite des Filterstabmassenstromes
ausgerichtet.
[0006] Der mit der Erfindung erzielte Vorteil besteht darin, dass die Aushärtung der mit
Triacetin besprühten Celluloseacetat-Filterstäbe stark beschleunigt wird, so dass
die für die Weiterverarbeitung der Filter benötigte Aushärtezeit auf ein Minimum verkürzt
wird. Dies ermöglichst eine bedeutende Platzeinsparung, weil die Aushärtestrecke entfallen
kann, so dass die Kapazität des Speichervolumens auf die Pufferstrecke reduziert wird.
[0007] Darüber hinaus kann die Produktionsgeschwindigkeit der Filterstäbe trägheitslos dem
Bedarf angepasst werden. Nach einer Betriebsunterbrechung der Filterherstellmaschine
stehen sofort wieder verarbeitbare Filterstäbe zur Verfügung, was sich besonders bei
einer weiteren Leistungssteigerung der Weiterverarbeitungseinrichtungen vorteilhaft
auswirkt.
[0008] Die Erfindung wird nachfolgend anhand eines in der Zeichnung dargestellten Ausführungsbeispiels
näher erläutert.
Die in der Zeichnung dargestellte Transportstrecke zum Überführen von Filterstäben
1 erstreckt sich von einer die Filterstäbe abgebenden Filterherstellmaschine 2 über
eine Mikrowellenerwärmungsanlage 3 bis zu einem atmenden Speichervolumen 4.
Die auf bekannte, nicht dargestellte Weise auf der Filterherstellmaschine 2 erzeugten,
Weichmacher (Triacetin) enthaltenden Filterstäbe 1 werden einzeln aufeinander folgend
in queraxialer Ausrichtung aus Mulden 5 einer Abgabetrommel 10 in die unmittelbar
angrenzende Mikrowellenerwärmungsanlage 3 überführt, wobei aus ihnen mittels eines
sich trichterförmig erweiternden Einlaufs 6 ein mehrlagiger Filterstabmassenstrom
7 gebildet wird.
Der Filterstabmassenstrom 7 wird innerhalb der Mikrowellenerwärmungsanlage 3 zwischen
oberen und unteren Transportbändern 8, 9 geführt.
Die Mikrowellenerwärmungsanlage 3 umfasst eine den Filterstabmassenstrom 7 umschließende
Erwärmungskammer 11, die über Hohlleiter 12 mit Mikrowellenmodulen 13 in Wirkverbindung
steht.
Die Energie erzeugenden Mikrowellenmodule 13 sind beidseitig bzw. ober- und unterseitig
des Filterstabmassenstroms 7 bzw. der strahlungsdurchlässigen Transportbänder 8, 9
angeordnet. Den Mikrowellenmodulen 13 ist ein Pulsgenerator 14 zugeordnet, der eine
eingangsseitige Signalverbindung 16 zu einem geschwindigkeitsabhängigen Drehzahlgeber
17 der Filterherstellmaschine 2 sowie auf alle
[0009] Mikrowellenmodule 13 einwirkende, deren Aktivierungsphasen bestimmende Steuerpulsleitungen
18 aufweist.
Alternativ kann der Drehzahlgeber 17 über eine strichliert angedeutete Signalverbindung
19 mit einem Selektionsgenerator 21 verknüpft sein, der wahlweise bzw. geschwindigkeitsabhängig
über Steuerleitungen 22 einzelne Mikrowellenmodule 13 zu- oder abschaltet.
Als weiteres alternatives oder zusätzliches Überwachungs- und Steuerorgan ist ein
gegen die Filterstab-Stirnflächen des Filterstabmassenstromes 7 gerichteter Temperatursensor
23 vorgesehen, welcher zwecks Einhaltung der erzeugten Temperatur des Filterstabmassenstromes
7 über Steuerleitungen 24 bzw. 26 auf die zuvor beschriebenen Puls- bzw. Selektionsgeneratoren
14 bzw. 21 einwirkt oder auf nicht dargestellte Weise im Falle einer kritischen Temperaturerhöhung
(Überhitzung, Brandgefahr) die Aggregate still setzt.
Der mit einer Höhe von ca. 80mm durch die Mikrowellenerwärmungsanlage 3 geschleuste
und dabei auf ca. 50° C erwärmte Filterstabmassenstrom 7 benötigt nur ca. zwei Minuten
zum Aushärten der mit Triacetin besprühten Filterstäbe 1, um weiter verarbeitet werden
zu können. Für diese Zeitspanne reicht die Speicherkapazität des auf eine reine Pufferstrecke
reduzierten atmenden Speichervolumens 4 aus, in das der Filterstabmassenstrom anschließend
im Bereich einer Abzweigung 27 überführt wird.
Von der Abzweigung 27 gelangen die Filterstäbe 1 normalerweise nach unten in einen
Durchlaufspeicher 28, der in Form einer Schleife von zwei übereinander angeordneten
Förderbändern 29 und 31 gebildet wird. Ortsfeste Wände 32, 33, 34, 36 und 37 begrenzen
das Speichervolumen. Ein Schacht 38 am Auslass 39 des Durchlaufspeichers 28 führt
zu einer Weiterverarbeitungsmaschine 41. An der Abzweigung 27 überwacht ein Taster
42 den Filterstabstrom und steuert ein Bodenband 43 mit einer an ihm befestigten Endwand
44 eines Sackpuffers 46 derart, dass beim Anheben des Tasters 42 das Bodenband 43
von der Abzweigung 27 weg bewegt wird, wodurch der Sackpuffer 46 überschüssige Filterstäbe
1 aufnimmt, oder dass beim Absinken des Tasters 42 das Bodenband 43 auf die Abzweigung
27 zu bewegt wird, wodurch Filterstäbe 1 aus dem Sackpuffer 46 in den Durchlaufspeicher
28 abgegeben werden.
Der Durchlaufspeicher 28 kann zum Beispiel derart ausgelegt werden, dass bei einer
Förderleistung von 6000 Filterstäben pro Minute die Verweilzeit der auf etwa 50° C
erwärmten Filterstäbe im Speichervolumen immer wenigstens zwei Minuten beträgt, womit
die erforderliche Aushärtezeit in jedem Fall eingehalten wird.
1. Fördereinrichtung zum Überführen von Filterstäben der Tabak verarbeitenden Industrie
von einer Filterherstellmaschine zu Weiterverarbeitungseinrichtungen, mit einer einen
mehrlagigen Filterstabmassenstrom bildenden, ein atmendes Speichervolumen umfassenden
Transportstrecke, dadurch gekennzeichnet, dass in die Transportstrecke eine den mehrlagigen Filerstabmassenstrom (7) kontinuierlich
durchschleusende Mikrowellenerwärmungsanlage (3) integriert ist.
2. Fördereinrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Mikrowellenerwärmungsanlage (3) dem atmenden Speichervolumen (4) - bezogen
auf die Förderrichtung - stromauf vorgeordnet ist.
3. Fördereinrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Mikrowellenerwärmungsanlage (3) zwischen dem mehrlagigen atmenden Speichervolumen
(4) und der die Filterstäbe (1) einlagig queraxial abgebenden Filterherstellmaschine
(2) angeordnet ist.
4. Fördereinrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Transportstrecke innerhalb der Mikrowellenerwärmungsanlage (3) durch den
Filterstabmassenstrom (7) ober- und unterseitig führende Transportbänder (8, 9) gebildet
wird.
5. Fördereinrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Mikrowellenerwärmungsanlage (3) mit den Filterstabmassenstrom (7) an durch
die Umfangsflächen der Filterstäbe (1) gebildeten entgegengesetzten Längsseiten bestrahlenden
Mikrowellenmodulen (13) ausgestattet ist.
6. Fördereinrichtung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Mikrowellenmodule (13) von einem auf die Maschinengeschwindigkeit der Filterherstellmaschine
(2) ansprechenden Pulsgenerator (14) steuerbar sind.
7. Fördereinrichtung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Mikrowellenmodule (13) mit einem in Abhängigkeit von der Maschinengeschwindigkeit
der Filterherstellmaschine (2) steuerbaren Selektionsgenerator (21) in Wirkverbindung
stehen.
8. Fördereinrichtung nach Anspruch 6 oder 7, dadurch gekennzeichnet, dass der Pulsgenerator (14) und/oder Selektionsgenerator (21) eine Signalverbindung
(24 bzw. 26) mit einem auf den Filterstabmassenstrom (7) ausgerichteten berührungslosen
Temperatursensor (23) aufweisen.
9. Fördereinrichtung nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass der Temperatursensor (23) auf eine durch die Stirnflächen der Filterstäbe (1)
gebildete Längsseite des Filterstabmassenstroms (7) ausgerichtet ist.