[0001] Die Erfindung betrifft eine Sicherheitseinrichtung für eine Druckmaschine gemäß dem
Oberbegriff von Anspruch 1.
[Stand der Technik]
[0002] Bei Bogenoffsetdruckmaschinen werden eine Vielzahl von Schalt- und Betriebszuständen
der Druckmaschine durch Leuchtmittel angezeigt. Bei den Leuchtmitteln handelt es sich
meist um Glühbirnen bzw. LED's. Die Leuchtanzeigen sind den Bedienelementen direkt
bzw. innerhalb von Bedienfeldern mit Bedienelementen angeordnet. Dadurch erfolgt eine
Anzeige von erlaubten/möglichen Betriebszuständen bzw. welche Funktion einem Bedienelement
(Taster) auf Grund des aktuellen Maschinenzustandes zugeordnet ist. So ist es möglich,
mit einem Bedienelement mehrere Maschinenlauffunktionen auszulösen.
[0003] Einer ein- oder mehrere Leuchtmittel in Form von Glühlampen bzw. LED's umfassenden
Anzeigeeinrichtung ist eine Anzeigesteuerung vorgeordnet. Die Anzeigesteuerung steht
mit der Maschinensteuerung in Signalverbindung, so dass der entsprechende Maschinenzustand
durch die Leuchtanzeige visualisiert werden kann. Die durch die Bedienelemente und
die Maschinensteuerung auslösbaren Funktionen der Maschine (z.B. Laufkommandos) werden
durch Signalverbindung der Bedienelemente mit der Maschinensteuerung bewirkt.
[0004] Die bei derzeitigen Druckmaschinen verwendeten Leuchtmittel weisen eine hohe Lebensdauer
sowie Erschütterungsunempfindlichkeit auf. Dadurch ist eine über einen großen Zeitraum
verfügbare Anzeige gewährleistet. Der plötzliche Ausfall eines Leuchtmittels einer
Anzeigevorrichtung bewirkt aber, dass ein bestimmter Maschinenzustand bzw. eine dem
vorliegenden Maschinenzustand entsprechende Bedienmöglichkeit nicht mehr visualisiert
werden kann. So ist dann nicht auszuschließen, dass, da eine Bedienperson den Ausfall
des entsprechenden Leuchtmittels nicht erkennt, eine beabsichtigte Bedienhandlung
mehrmals vornimmt, was zu Störungen des Maschinenlaufes oder gar zu Personengefährdungen
führen kann.
[0005] Aus der DE 43 27 848 C2 ist eine Steuereinrichtung für eine Druckmaschine bekannt,
bei der die Ansteuerung des Hauptantriebs der Druckmaschine redundant erfolgt. Aus
den Bedienelementen und Signalgebern der Maschine wird sowohl durch die Steuerung
als auch redundant dazu durch eine Überwachungseinrichtung aus dem jeweiligen Betriebszustand
eine höchstmögliche Laufdrehzahl des Motors ermittelt. Die Ist-Drehzahl des Hauptantriebes
wird seitens der Überwachungseinrichtung mit der jeweilig gebildeten höchstmöglich
erlaubten Drehzahl verglichen und bei Überschreitung dieser höchstmöglich erlaubten
Drehzahl erfolgt das Abschalten des Hauptantriebes.
[0006] Aus der EP 0 685 338 A1 ist ein Sicherungseinrichtung für eine Druckmaschine bekannt,
bei welcher der Betriebszustand von Tonerzeugern (akustischen Signalgebern) überwacht
wird. Dadurch ist gewährleistet, dass ein Anlaufen der Druckmaschine nur dann erfolgt,
wenn zuvor ordnungsgemäß ein akustisches Warnsignal abgegeben worden ist. Eine den
akustischen Signalgebern zugeordnete Überwachungsschaltung steht direkt mit dem Hauptantrieb
der Druckmaschine in Signalverbindung, so dass bei nicht abgegebenem Warnsignal ein
Anlaufen der Maschine unterbrechbar ist.
[Aufgabe der Erfindung]
[0007] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es daher, eine Überwachungseinrichtung für
eine Druckmaschine gemäß dem Oberbegriff von Anpruch 1 dahingehend zu erweitern, so
dass die Verfügbarkeit von optischen Anzeigeeinrichtungen jederzeit ermittelt werden
kann.
[0008] Gelöst wird diese Aufgabe durch die kennzeichnenden Merkmale von Anspruch 1. Weiterbildungen
der Erfindung ergeben sich aus den Unteransprüchen.
[Beispiele]
[0009] Gemäß der Erfindung ist vorgesehen, dass der wenigstens ein Leuchtmittel umfassenden
Anzeigeeinrichtung eine Überwachungsschaltung zugeordnet ist, durch welche der Betriebszustand
der Anzeigeeinrichtung bzw. der Leuchtmittel der Anzeigeeinrichtung ermittelbar ist.
Die Überwachungsschaltung steht mit der Anzeigesteuerung der Anzeigeeinrichtung in
Signalverbindung, so dass ein unmittelbarer Vergleich der Signale der Anzeigesteuerung
sowie der gemäß dem Betriebszustand der Leuchtmittel gebildeten Signale der Überwachungsschaltung
durchführbar ist. Erfolgt seitens der Anzeigesteuerung ein Ansteuern eines Leuchtmittels
in einer Anzeigevorrichtung, so wird ein entsprechendes Signal der Überwachungsschaltung
der Anzeigevorrichtung zugeleitet. Durch Abgreifen einer Spannung am Leuchtmittel
bzw. durch Auswerten eines durch den Betriebszustand des Leuchtmittel generierten
Signales ist seitens der Überwachungsschaltung feststellbar, ob das Leuchtmittel auch
den jeweiligen Zustand in der vorgesehenen Weise (Dauerlicht bzw. Blinken) anzeigt.
Fällt das Leuchtmittel aus bzw. wird der anzuzeigende Betriebszustand nicht in der
vorgesehenen Weise signalisiert, so wird durch die Überwachungsschaltung ein Fehlersignal
generiert und über die Maschinensteuerung am Leitstand der Druckmaschine eine Fehlermeldung
dargestellt. Dabei kann vorgesehen sein, dass bei Ausfall von sicherheitsrelevanten
Leuchtmitteln ein Anlaufen bzw. Weiterlaufen der Maschine nur dann möglich ist, wenn
die Fehlermeldung quittiert wurde und das Leuchtmittel der Anzeigeeinrichtung wieder
in einen betriebsfähigen Zustand versetzt worden ist.
[0010] Durch die erfindungsgemäße Überwachungsschaltung für die Leuchtmittel von Anzeigeeinrichtungen
können die Elemente über die gesamte Lebensdauer überwacht werden. Der Ausfall eines
Leuchtmittels kann sowohl über am Leitstand der Druckmaschine anzeigbare Fehlermeldungen
als auch über akustische Warnsignale direkt nach Feststellen eines Ausfalles signalisiert
werden. Eine beispielsweise an einem Druckwerk befindliche Bedienperson erhält durch
ein akustisches Warnsignal direkt Kenntnis davon, dass das einem Bedienelement zugeordnete
Leuchtmittel ausgefallen ist. So ist vermeidbar, dass die Bedienperson im Glauben,
die entsprechende Befehlseingabe nicht korrekt ausgeführt zu haben, die entsprechenden
Eingaben wiederholt und ggf. unerwünschte Aktionen auslöst.
[0011] Die Überwachung der Leuchtmittel seitens der Überwachungsschaltung ist in einer einfachen
Ausgestaltung der Erfindung dadurch möglich, dass der am Leuchtmittel ermittelbar
Spannungsabfall erfasst wird. Bei Ausbildung des Leuchtmittels als Glühbirne ist während
des ordnungsgemäßen Leuchtens einer bestimmten Spannung abgreifbar. Bei einer durchgebrannten
Glühbirne als Leuchtmittel ist dies nicht der Fall, so dass ein nicht ermittelbarer
Spannungsabfall ein eindeutiges Indiz für den Ausfall des entsprechenden Leuchtmittels
ist. Bei Ausbildung der Leuchtmittel als LED's ergeben sich analoge Möglichkeiten
zur Detektion des ordnungsgemäßen Betriebszustandes.
[0012] Anstelle des am Leuchtmittel direkt abgegriffenen Spannungsabfalles ist es auch möglich,
den Durchlassstrom in einer Zuleitung des Leuchtmittels zu erfassen. Auch hier ist
das Vorhandensein / Nichtvorhandensein bzw. die Größe des Durchlassstromes während
des Leuchtmittelbetriebes ein direktes Anzeichen dafür, ob das Leuchtmittel in vorgesehener
Weise arbeitet oder nicht. Wie bei Auswertung des Spannungsabfalles des Leuchtmittels
werden auch hier Toleranzwerte des Stromes vorgegeben, so dass eine Abgrenzung des
Zustandes Leuchtmittel arbeitet ordnungsgemäß - Leuchtmittel ausgefallen möglich ist.
[0013] Des Weiteren erfolgt die Erläuterung eines Ausführungsbeispiels der Erfindung anhand
der Zeichnung. Diese zeigt ein Leuchtmittel mit vorgeordneter Anzeigesteuerung sowie
der erfindungsgemäßen Überwachungsschaltung.
[0014] Einer Druckmaschine 1 ist eine Steuerung 2 zugeordnet. Durch die Steuerung 2 werden
die über nicht dargestellte Bedienelemente ausgelösten Laufkommandos sowie sonstigen
Funktionen aktiviert. Die Steuerung 2 steht mit mehreren Anzeigeeinrichtungen 3 in
Signalverbindung, wobei in der Figur eine Anzeigeeinrichtung 3 dargestellt ist. Die
Anzeigeeinrichtungen 3 sind den einzelnen Druckwerken, dem Anleger, Ausleger sowie
weiteren Komponenten zugeordnet.
[0015] Die Anzeigeeinrichtung 3 umfasst ein oder mehrere Leuchtmittel 4, welche beispielsweise
als Glühlampe bzw. LED ausgebildet sind. Dem Leuchtmittel 4 ist eine Anzeigesteuerung
5 zugeordnet, welche ihrerseits mit der Steuerung 2 der Druckmaschine 1 in Signalverbindung
steht. Ein über die Anzeigeeinrichtung 3 zu visualisierender Zustand wird so durch
entsprechendes Bestromen des Leuchtmittels 4 durch die Anzeigesteuerung 5 bewirkt.
Dazu sendet die Steuerung 2 eine entsprechendes Signal an die Anzeigesteuerung 5.
[0016] Der Anzeigesteuerung 5 ist eine Überwachungsschaltung 6 zugeordnet, welche mit der
Anzeigesteuerung 5 in Signal bzw.
[0017] Datenverbindung steht. Im Ausführungsbeispiel gemäß der Figur erfolgt durch die Überwachungsschaltung
ein Abgriff der am Leuchtmittel 4 abfallenden Spannung. So ist innerhalb der Überwachungsschaltung
6 ein Signal generierbar, wenn das Leuchtmittel 4 ordnungsgemäß arbeitet bzw. wenn
trotz Ansteuerung seitens der Anzeigesteuerung 5 das Leuchtmittel 4 nicht leuchtet.
[0018] Da die Überwachungsschaltung 6 mit der Anzeigesteuerung 5 in Signalverbindung steht,
ist der Ausfall eines Leuchtmittels 4 detektierbar, so dass seitens der Überwachungsschaltung
6 ein entsprechendes Fehlersignal an die Steuerung 2 der Druckmaschine 1 weiterleitbar
ist. Eine entsprechende Fehlermeldung kann an einem nicht dargestellten Leitstand
der Druckmaschine 1 angezeigt werden. Ist das Leuchtmittel 4 einer sicherheitsrelevanten
Funktion der Druckmaschine 1 zugeordnet, kann über die Steuerung 2 auch ein Stillsetzen
der Druckmaschine 1 (Abschalten des Hauptantriebes) bzw. ein Freigeben nur eingeschränkter
Maschinenfunktionen bewirkt werden.
[Bezugszeichenliste]
[0019]
- 1
- Druckmaschine
- 2
- Steuerung
- 3
- Anzeigeeinrichtung / Anzeigeinheit
- 4
- Leuchtmittel (Glühbirne / LED)
- 5
- Anzeigesteuerung
- 6
- Überwachungsschaltung
1. Sicherheitseinrichtung für eine Druckmaschine, insbesondere Bogenoffsetdruckmaschine,
mit einem Leuchtmittel und einer dem Leuchtmittel vorgeordneten Anzeigesteuerung,
dadurch gekennzeichnet,
dass eine mit der Anzeigesteuerung (5) in Signalverbindung stehende Überwachungsschaltung
(6) vorgesehen ist, durch welche eine den Betriebszustand des Leuchtmittels (4) wiedergebende
Größe erfassbar ist.
2. Sicherheitseinrichtung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass durch die Überwachungsschaltung (6) eine am Leuchtmittel (4) anfallende Spannung
abgreifbar ist.
3. Sicherheitseinrichtung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass durch die Überwachungsschaltung (6) der Stromfluss durch das Leuchtmittel (4)
erfassbar ist.
4. Sicherheitseinrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass ein seitens der Überwachungsschaltung (6) detektierter Ausfall eines Leuchtmittels
(4) einer mit der Überwachungsschaltung (6) in Verbindung stehenden Steuerung (2)
der Druckmaschine (1) signalisierbar ist.
5. Sicherheitseinrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass ein seitens der Überwachungsschaltung (6) detektierter Ausfall eines Leuchtmittels
(4) am Leitstand der Druckmaschine (1) als Fehlermeldung signalisierbar ist.
6. Sicherheitseinrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass bei einem seitens der Überwachungsschaltung (6) detektiertem Ausfall eines Leuchtmittels
(4) das Aktivieren eines anderen optischen Signalgebers erfolgt.
7. Sicherheitseinrichtung nach Anspruch 7,
dadurch gekennzeichnet,
dass bei einem seitens der Überwachungsschaltung (6) detektiertem Ausfall eines Leuchtmittels
(4) das Aktivieren eines akustischen Signalgebers erfolgt.