[0001] Vorliegende Erfindung betrifft eine Verpackung, insbesondere für Nahrungsmittel,
enthaltend einen Verpackungsbehälter mit einem Behälterrand und einen auf den Behälterrand
siegel- oder klebbaren Deckel, insbesondere einen Aufreissdeckel, sowie ein Verfahren
zur Herstellung einer erfindungsgemässen Verpackung mit siegel- oder klebbarem Deckel.
[0002] Verpackungsbehälter zur Aufnahme von z.B. Nahrungsmitteln, werden oft mittels randseitig
aufgesiegelter Deckelfolie verschlossen. Solche Verpackungen sind in der Regel gas-
und feuchtigkeitsundurchlässig, so dass die darin enthaltenen Nahrungsmittel, unter
Umständen ohne gekühlt zu werden, über längere Zeit haltbar bleiben.
[0003] Insbesondere Behälter aus Aluminium mit einer aufgesiegelten Aluminium-Deckelfolie
sind aufgrund der ausgezeichneten Sperreigenschaften bezüglich Gase und Feuchtigkeit
besonders dicht.
[0004] Eine solche Verpackung ist jedoch nach Aufreissen der Deckelfolie nicht wieder verschliessbar.
Oftmals wird aber nicht die gesamte darin enthaltene Portion auf einmal verbraucht,
so dass das Bedürfnis besteht, die Verpackung mit dem übrig bleibenden Inhalt wenigstens
ein weiteres Mal wieder zu verschliessen.
[0005] So wird beispielsweise Tierfutter in mit Aluminium-Deckelfolien versiegelten Aluminiumbehältern
im Handel angeboten. Oftmals werden die in einer solchen Verpackung enthaltenen Portionen
nicht auf einmal, sondern innerhalb eines oder mehrerer Tage durch zweimalige oder
mehrmalige Entnahme verbraucht. Kann jedoch eine solche Verpackung nicht zweckmässig
wiederverschlossen werden, so trocknet der Inhalt aus und breiten sich unangenehme
Gerüche aus. Ferner besteht die Gefahr, dass der Verpackungsinhalt schnell verdirbt.
[0006] Der Erfindung liegt deshalb die Aufgabe zugrunde, einen Verpackungsbehälter, insbesondere
für Nahrungsmittel, und einen auf dessen Behälterrand gesiegelten oder geklebten Aufreissdeckel
vorzuschlagen, wobei der mit dem Aufreissdeckel verschlossene Verpackungsbehälter
bis zur Erstöffnung gas- und feuchtigkeitsdicht verschlossen und nach der Erstöffnung
ein- oder mehrfach wieder verschliessbar ist.
[0007] Erfindungsgemäss wird die Aufgabe dadurch gelöst, dass der Deckel ein Aufreissdeckel
mit einer Deckelfolie und einem randseitig endlos oder in Teilabschnitten an die Deckelfolie
angebrachten Randklemmelement ist, und der Behälterrand eine Randfläche mit einem
endseitigen Randabschluss enthält, und der Aufreissdeckel mit seiner Deckelfolie auf
die Randfläche gesiegelt oder geklebt und das Randklemmelement mit dem Randabschluss
eine Form- und/oder Kraftschlussverbindung eingeht, wobei die Verpackung durch Lösen
der Form- und/oder Kraftschlussverbindung zwischen Randklemmelement und Randabschluss
und Aufreissen der Siegel- oder Klebnaht zwischen der Deckelfolie und der Randfläche
erstmalig geöffnet wird und der Verpackungsbehälter durch erneutes Aufsetzen des Aufreissdeckels
auf die Behälteröffnung und Herstellung der Form- und/oder Kraftschlussverbindung
zwischen dem Randklemmelement und dem Randabschluss ein- oder mehrfach wieder verschlossen
werden kann.
[0008] Unter Klemmen ist insbesondere eine lösbare Form- und/oder Kraftschlussverbindung
zwischen dem Randklemmelement und dem Randabschluss gemeint, welche vorzugsweise ohne
zusätzlichen Befestigungsmittel auskommt.
[0009] Eine Formschlussverbindung erfolgt durch die Formgebung der Teile, wobei der Zusammenhalt
durch ein Ineinandergreifen von Teilekonturen mit oder ohne zusätzlichen Formelementen
erfolgt. Das Lösen einer Formschlussverbindung ist in der Regel nur mit Kraftaufwand
und üblicherweise nur in Vorzugsrichtungen möglich.
[0010] Der Zusammenhalt einer Kraftschlussverbindung erfolgt mit Hilfe von aussen einwirkenden
Kräften, wie Reibkräfte, oder anderen Feldkräfte an den Bauteilwirkflächen, die z.B.
durch elastische oder elastisch-plastische Bauteil- bzw. Verbindungselementverformungen
(Hooksche Kräfte) aufgebracht werden. Das Lösen einer Kraftschlussverbindung ist in
der Regel nur durch die Erzeugung entsprechende Gegenkräfte oder die Aufhebung der
wirksamen Kräfte möglich.
[0011] In bevorzugter Ausführung der Erfindung handelt es sich bei vorliegender Verbindung
zwischen Randklemmelement und Randabschluss um eine Kombination der beiden vorgenannten
Verbindungsarten, d.h. um eine sogenannte Kraftformschlussverbindung.
[0012] Die Formschluss- und/oder Kraftschlussverbindung werden z.B. durch einen Klammer-
oder Zangen-, Clip- oder Spanneffekt oder eine Kombination davon verursacht, wobei
diese Effekte sich unter anderem mit Materialien mit elastischem Verhalten erreichen
lassen.
[0013] Die Verpackung braucht dabei nach Wiederverschliessen nicht unbedingt absolut gas-
und feuchtigkeitsdicht zu sein. Vielmehr soll das Wiederverschliessen der Verpackung
unter anderem das vorzeitige Austrocknen des Inhaltes oder eine übermässige Geruchsverbreitung
durch den Verpackungsinhalt über eine bestimmte Zeit unterbinden oder reduzieren sowie
ein frühzeitiges Verderben des Verpackungsinhaltes verhindern.
[0014] Der Verpackungsbehälter ist zweckmässig ein Verpackungsmittel zur Aufnahme von festen
oder pastösen bis flüssigen Füllgütern, insbesondere von Nahrungsmitteln. Der Verpakkungsbehälter
enthält wenigstens eine Behältervertiefung, welche durch eine oder mehrere Seitenwände,
eine Bodenfläche, wobei die Bodenfläche fallweise eine hinterlegte Bodenfläche beinhalten
kann, und eine Behälteröffnung, wobei die Behälteröffnung einen abstehenden oder abkragenden
Behälterrand aufweist, begrenzt wird. Der Verpackungsbehälter kann z.B. tonnenförmig,
rechteckig oder polygonal ausgebildet sein.
[0015] Ein Verpackungsbehälter kann mehrere Behältervertiefungen mit Behälteröffnungen,
vorzugsweise jedoch eine Behältervertiefung mit einer Behälteröffnung, enthalten.
Bei mehreren Behältervertiefungen bilden die Verbindungsflächen zwischen den Behältervertiefungen
vorzugsweise siegelbare Schulterflächen oder Klebeflächen aus.
[0016] Der Verpackungsbehälter ist zweckmässig aus einer Monofolie aus Metall oder Kunststoff
oder einer Verbundfolie, wie einer mehrschichtigen Kunststoff-Folie und insbesondere
einer Metall-Kunststoff-Verbundfolie, hergestellt. Die Verbundfolie kann eine oder
mehrere Folien aus demselben oder unterschiedlichen thermoplastischen Kunststoffen
enthalten. Gegebenenfalls kann der Verpackungbehälter auch cellulosehaltige Materialien,
wie z.B. Zellglas, Pappe oder Papier, enthalten oder daraus bestehen.
[0017] Geeignete Kunststoffe zur Herstellung von Monofolien oder Folien in einer Verbundfolie
sind thermoplastische Kunststoffe aus der Reihe der Polyolefine, wie Polyethylene
(PE), z.B. PE niedriger Dichte (LDPE), PE mittlerer Dichte (MDPE), PE hoher Dichte
(HDPE) oder Polypropylene, wie amorphe, kristalline, hochkristalline, isotaktische
oder ataktische Polypropylene, oder cast-Polypropylen oder uni- oder biaxial verstreckte
Polypropylene sowie Copolymerisate und Polyblends des Polypropylens. Weitere geeignete
thermoplastische Kunststoffe sind aus der Reihe des Polyvinylchlorids, der Polyester,
wie lineare Polyester und Polyethylenterephthalate (PET). Weitere vorteilhafte Kunststoffe
sind Polystyrole (PS) sowie die Polyamide, wie PA 6, PA 66 oder PA 12 oder Co- und
Terpolymerisate der genannten Kunststoffe.
[0018] Geeignete Metallwerkstoffe zur Herstellung von Monofolien oder Folien in einer Verbundfolie
sind Eisenmetalle, wie Eisen, verzinktes Eisen oder Stahl, sowie Nicht-Eisenmetalle,
wie Aluminium und seine Legierungen. Bevorzugt sind insbesondere Folien aus Aluminium
und seinen Legierungen. Zweckmässig wird ein Aluminium mit einer Reinheit von wenigstens
98,0 %, zweckmässig 98,3 %, vorteilhaft 98,5 % und insbesondere 98,6 % verwendet,
wobei der Rest auf 100 % die begleitenden Verunreinigungen darstellen. Im weiteren
werden auch bevorzugt Aluminiumlegierungen des Typs AlFeSi, AlMnMg oder des Typs AlFeSiMn
verwendet.
[0019] Die Mono- oder Verbundfolien der Verpackungsbehälter können ferner auf Trägerfolien
aufgebrachte keramische oder metallische Schicht mit Barrierewirkung gegen Gase und
Dämpfe enthalten. Die Schichten können aussen liegende Deckschichten sein oder als
Zwischenschichten innerhalb einer Verbundfolie angeordnet sein. Die Schichten sind
insbesondere aus dem Vakuum auf eine Trägerfolie abgeschiedene dünne Schichten einer
Dicke von z.B. von 5 - 500 nm (Nanometer). Keramische Schichten können aus Silicium-
oder Aluminiumoxiden sein. Metallische Schichten können z.B. aus Eisen und insbesondere
aus Aluminium und seinen Legierungen sein. Trägerfolien sind insbesondere Kunststoff-Folien
einer Verbund- oder Monofolie.
[0020] Die Dicke der Behälterwand beträgt beispielsweise mehr als 20 µm, vorzugsweise mehr
als 60 µm, insbesondere mehr als 80 µm, und weniger als 500 µm, vorzugsweise weniger
als 200 µm, insbesondere weniger als 160 µm.
[0021] Der Verpackungsbehälter kann aus einer ein- oder zweiseitig Lack beschichteten Monooder
Verbundfolie und insbesondere aus einer ein- oder zweiseitig Lack beschichteten Metallfolie
bestehen.
[0022] Die Mono- oder Verbundfolie eines Verpackungsbehälters weist vorteilhaft auf wenigstens
einer ihrer Aussenseiten eine Siegelschicht in Form einer siegelbaren Folie oder eines
Siegellackes auf. Die Siegelschicht ist bestimmungsgemäss in äusserster Lage des Verbundaufbaus
angeordnet. Die Siegelschicht ist zweckmässig dem Verpackungsinhalt zugewandt, um
das Ansiegeln eines Deckels an den Behälterrand zu ermöglichen. Die siegelfähige Siegelschicht
ist z.B. aus oder enthält Polystyrol (PS), Polyethylen (PE), Polyamid (PA), wie PA
6, PA 66 oder PA 12 oder deren Copolymerisate und bevorzugt Polypropylen (PP) oder
deren Copolymerisate oder Polyblends des Polypropylens oder Polyethylen.
[0023] Die Oberflächen der Folien können mit Haftvermittlern beschichtet sein. Die Folien
können ferner zur Verbesserung der Haftung zudem einer Korona-, Flamm-, Plasma- oder
Ozonbehandlung ausgesetzt sein und ferner eine Bedruckung aufweisen.
[0024] Der Verpackungsbehälter ist bevorzugt eine Verbundfolie mit einer Aluminiumfolie
einer Dicke von 60 µm - 160 µm, insbesondere von 80 µm - 140 µm, und vorteilhaft von
90 µm-130 µm. Die Aluminiumfolie liegt zweckmässig zwischen einer, vorteilhaft siegelfähigen,
dem Verpackungsinhalt zugewandten, Kunststoffinnenschicht mit hohem Dehnvermögen,
beispielsweise einer Folie bestehend aus oder enthaltend Polypropylen, insbesondere
eines der vorgenannten Polypropylene, einer Dicke von 10 µm bis 90 µm, vorzugsweise
von 40 µm bis 60 µm und insbesondere um 50 µm, und einer, dem Verpackungsinhalt abgewandten,
Kunststoffaussenschicht aus einem Lack, beispielsweise einem Polyurethanlack oder
vorzugsweise aus einem Epoxy-Lack, z.B. einem modifizierten Epoxy-Lack, wobei der
Lack vorteilhaft eingebrannt ist. Die Lackschicht kann in einer Flächendichte von
z.B. 2 - 9 g/m
2, insbesondere von 3 - 5 g/m
2 auf die Aluminiumfolie aufgetragen sein.
[0025] Die Kunststoffinnenschicht ist die in äusserster Lage dem Behälterinneren zugewandte
und die Kunststoffaussenschicht die in äusserster Lage vom Behälterinneren abgewandte
Schicht.
[0026] Die siegelbare Kunststoffinnenschicht ist beispielsweise mittels eines Kunststoffklebers,
wie Polyurethankleber, welcher mit einer Flächendichte von 2 - 9 g/m
2, insbesondere von 3 - 5 g/m
2, aufgetragen ist, mit der Aluminiumfolie verbunden.
[0027] Besonders bevorzugte Verbundfolien für erfindungsgemässe Verpackungsbehälter sind
nachfolgend aufgeführt und weisen folgenden Aufbau auf:
[1] Lackschicht / Al 110 / PP 50,
[2] Lackschicht / Al 90 / PP 50,
[3] Lackschicht / Al 90 / PP 30,
[4] Lackschicht / Al 130 / PP 30,
wobei Al für Aluminium und PP für Polypropylen steht und die Ziffern für die Schicht-
resp. Foliendicke in um stehen, wobei die letztgenannte Schicht oder Folie jeweils
die dem Verpackungsinhalt zugewandte, in äusserster Lage angeordnete Schicht oder
Folie ist.
[0028] Die Kunststoffinnenschicht ist im vorliegenden Beispiel eine siegelfähige PP-Schicht
und kann auf die Aluminiumfolie kaschiert oder extrudiert sein. Die PP-Schicht ist
vorzugsweise mit einem Polyurethan-Kleber einer Flächendichte von 3 bis 5 g/m
2 auf die Aluminiumfolie kaschiert. Die Lackschicht ist beispielsweise ein Epoxyharz.
[0029] Die Verbundwerkstoffe [1] und [2] sind auch unter der Markenbezeichnung Steralcon®
bekannt.
[0030] Der Verpackungsbehälter kann beispielsweise eine Höhe von z.B. 1 - 15 cm, insbesondere
von 1 - 10 cm, und einen Öffnungsdurchmesser von z.B. 1 - 30 cm, vorzugsweise von
4 - 20 cm und insbesondere von 5 - 15 cm, aufweisen.
[0031] Der Behälterrand des Verpackungsbehälters enthält eine Randfläche und einen von der
Randfläche vorstehenden Randabschluss. Die Randfläche des Behälterrandes ist zweckmässig
eine plane bzw. ebene siegel- oder klebbare Fläche. Der Randabschluss des Behälterrandes
ist vorteilhaft eine bezüglich der Wanddicke der Randfläche vorstehende oder vorspringende
an die Randfläche anschliessende Randverdickung oder Randverbreiterung. Der Randabschluss
ist vorzugsweise ein Randbördel, Bördelrand, Rollrand oder Mundrolle.
[0032] Der Randabschluss kann auch eine Randleiste, ein Randwulst, eine Einfalzung oder
eine Abwinkelung sein. Der Rand kann ferner als Stapelrand ausgebildet sein.
[0033] Das Randbördel, der Bördelrand, der Rollrand, die Mundrolle oder der Randwulst weist
beispielsweise einen ovalen oder ellipsenförmigen und vorzugsweise einen kreisrunden
Querschnitt auf. Der Randabschluss wird vorzugsweise in einem abschliessenden Bearbeitungsschritt
am Verpackungsbehälter durch Einrollen bzw. Bördeln des äusseren Randabschnittes der
Randfläche hergestellt. Der Randabschluss und insbesondere ein als Rollrand ausgebildeter
Randabschluss ist durch die mechanische Verformung und Formgebung sehr steif. Dadurch
können die durch den am Randabschluss befestigen Aufreissdeckel bzw. die durch das
am Randabschluss befestigte Randklemmelement gegebenenfalls auf den Randabschluss
ausgeübten Spannkräfte, bzw. Zug- und Druckkräfte, ohne Deformierung des Randabschlusses
auf diesen übertragen werden.
[0034] Die Deckelfolie ist vorzugsweise eine flexible Folie und vorteilhaft eine Monofolie
aus Metall oder Kunststoff oder eine Verbundfolie, wie eine mehrschichtige Kunststoff-Folie
und insbesondere eine Metall-Kunststoff-Verbundfolie. Die Verbundfolie kann eine oder
mehrere Folien aus denselben oder unterschiedlichen thermoplastischen Kunststoffen
enthalten. Gegebenenfalls kann die Deckelfolie auch cellulosehaltige Materialien,
wie Zellglas, Pappe oder Papier, enthalten oder daraus bestehen.
[0035] Die Mono- oder Verbundfolien der Verpackungsbehälter können ferner auf Trägerfolien
aufgebrachte keramische oder metallische Schichten mit Barrierewirkung gegen Gase
und Dämpfe enthalten. Die Schichten können aussen liegende Deckschichten sein oder
als Zwischenschichten innerhalb einer Verbundfolie angeordnet sein. Die Schichten
sind insbesondere aus dem Vakuum auf eine Trägerfolie abgeschiedene dünne Schichten
einer Dicke von z.B. von 5 - 500 nm (Nanometer). Keramische Schichten können aus Siliciumoder
Aluminiumoxiden sein. Metallische Schichten können z.B. aus Eisen und insbesondere
aus Aluminium und seinen Legierungen sein. Trägerfolien sind insbesondere Kunststoff-Folien
einer Verbund- oder Monofolie.
[0036] Die Deckelfolie kann Metallfolien aus einem oder mehreren der vorgenannten Metallen
und bevorzugt eine Metallfolie aus Aluminium oder einer Aluminiumlegierung enthalten
oder daraus bestehen. Die Deckelfolie kann Folien oder Schichten aus einem oder mehreren
der vorgenannten thermoplastischen Kunststoffe enthalten oder daraus bestehen.
[0037] Die Dicke der Deckelfolie beträgt beispielsweise mehr als 15 µm, vorzugsweise mehr
als 40 µm, insbesondere mehr als 60 µm und weniger als 160 µm, vorzugsweise weniger
als 130 µm, insbesondere weniger als 110 µm und vorteilhaft weniger als 70 µm. Deckelmaterialien
mit cellulosischen Materialien können eine Dicke von beispielsweise 100 - 500 µm aufweisen.
[0038] Die Deckelfolie kann beispielsweise eine ein- oder zweiseitig Lack beschichtete Mono-
oder Verbundfolie und insbesondere eine ein- oder zweiseitig Lack beschichtete Metallfolie
sein.
[0039] Die Deckelfolien als Mono- oder Verbundfolien, insbesondere Metall-Kunststoff-Verbundfolien,
weisen vorteilhaft eine ein- oder beidseitig in äusserster Lage angeordnete Siegelschicht
in Form beispielsweise einer siegelbaren Folie oder eines Siegellackes auf. Die Siegelschicht
ist zweckmässig in äusserster Lage der Deckelfolie angeordnet und dem Verpackungsinhalt
zugewandt, um das Ansiegeln an den Behälterrand zu ermöglichen. Die Siegelschicht
besteht z.B. aus oder enthält Polystyrol (PS), Polyethylen (PE), Polyamid (PA), wie
PA 6, PA 66 oder PA 12 oder deren Copolymerisate und bevorzugt Polypropylen (PP),
insbesondere einem der vorgenannten Polypropylene.
[0040] Zur reissfesten Verbindung zwischen Deckelfolie und Randklemmelement z.B. mittels
Schweissen, Heisssiegeln oder Angiessen einer Formmasse, weist die in äusserster Lage
der Deckelfolie angeordnete und dem Verpackungsinhalt zugewandte Schicht oder Folie,
insbesondere Siegelschicht, vorzugsweise ein Schmelzverhalten auf, das auf das Schmelzverhalten
des Kunststoffes des Randklemmelementes abgestimmt ist.
[0041] Die Deckelfolie besteht vorzugsweise aus einem Aluminium-Kunststoff-Verbund mit einer
ein- oder zweiseitig mit Kunststoff beschichteten Aluminiumfolie. Besonders bevorzugt
sind Folienverbunde mit einer Aluminiumfolie und einer siegelfähigen Folie oder Schicht
bestehend aus oder enthaltend Polypropylen (PP), insbesondere eines der vorgenannten
Polypropylene, wobei die siegelfähige Folie oder Schicht vorzugsweise in äusserster
Lage des Folienverbundes angeordnet und dem Verpackungsinhalt zugewandt ist. Die andere,
vorzugsweise dem Verpackungsinhalt abgewandte, freie Aussenseite der Aluminiumfolie
kann mit einer weiteren Folie oder Schicht aus Kunststoff, insbesondere aus Polyethylenterephthalat
(PET), beschichtet sein.
[0042] Die Dicke der Aluminiumfolie beträgt beispielsweise 40 - 80 µm, vorzugsweise 50 -
70 µm. Die Dicke der Folie aus Polypropylen beträgt beispielsweise 10 - 50 µm, vorzugsweise
20-40 µm. Die Dicke der gegebenenfalls eingesetzten PET-Folie kann 10 - 30 µm betragen.
Die Folie aus oder enthaltend Polypropylen dient als Siegelschicht und liegt zweckmässig
in äusserster Lage auf der dem Behälterinneren zugewandten Seite des Folienverbundes.
Vorgenannte Verbundfolien sind auch unter der Markenbezeichnung Flexalpeel® bekannt.
[0043] Die Deckelfolie kann ferner eine Aluminiumfolie und eine auf dieser in äusserster
Lage angeordnete und dem Verpackungsinhalt abgewandte Kunststoffschicht, insbesondere
Lackschicht, enthalten. Der Lack kann z.B. ein Polyurethan- oder Epoxy-Lack sein.
Der Lack kann ferner eingebrannt sein. Der Lack kann beispielsweise in einer Flächendichte
von z.B. 2 - 9 g/m
2, insbesondere von 3 - 5 g/m
2, auf die Aluminiumfolie aufgetragen sein.
[0044] Die Oberflächen der Folien können mit Haftvermittlern beschichtet sein. Die Folien
können ferner zur Verbesserung der Haftung zudem einer Korona-, Flamm-, Plasma- oder
Ozonbehandlung ausgesetzt sein und ferner eine Bedruckung aufweisen.
[0045] Die Deckelfolie weist beispielsweise einen Durchmesser von 1 - 30 cm, vorzugsweise
4-20 cm, insbesondere 5 - 15 cm, auf.
[0046] Die Metallfolien und die thermoplastischen Kunststoffe der Deckelfolie und des Verpakkungsbehälters
können z.B. durch Kaschieren, Kalandrieren oder Extrusionskaschieren zu Verbundfolien
zusammengefügt werden. Zum Verbinden der Schichten können fallweise Kaschierkleber
angewendet werden. Als Kaschierkleber kommen beispielsweise Kleber aus Polyurethan
(PUR) zur Anwendung.
[0047] Das Randklemmelement ist zweckmässig aus Kunststoff, vorzugsweise aus einem thermoplastischen
Kunststoff, insbesondere aus einem zur Spritzgiessverarbeitung geeigneten thermoplastischen
Kunststoff. Der thermoplastische Kunststoff besteht aus oder enthält z.B. ein Kunststoff
aus der Reihe der Polyolefine, wie Polyethylene (PE), z.B. PE niedriger Dichte (LDPE),
PE mittlerer Dichte (MDPE), PE hoher Dichte (HDPE) oder der Polypropylene, wie amorphe,
kristalline, hochkristalline, isotaktische oder ataktische Polypropylene, oder cast-Polypropylen
sowie Copolymerisate und Polyblends des Polypropylens. Weitere geeignete thermoplastische
Kunststoffe sind aus der Reihe der Polyester, z.B. Polyethylenterephthalate (PET).
Weitere zweckmässige thermoplastische Kunststoffe sind Polystyrole (PS) sowie Polyamide,
wie PA 6, PA 66 oder PA 12 oder die Co- und Terpolymerisate der oben genannten Kunststoffe.
[0048] Das Randklemmelement besteht bevorzugt aus einem oder enthält ein Polypropylen, insbesondere
ein cast-(giess-)-Polypropylen (cPP). Das Randklemmelement ist vorzugsweise aus einem
Polypropylen der Zusammensetzung: 80 % Homopolymer und 20 % Copolymer.
[0049] Das Randklemmelement ist beispielsweise mittels eines Kunststoffspritzgiessverfahrens
hergestellt.
[0050] Das Randklemmelement ist vorteilhaft mittels Stoffschluss, wie Kleben oder Kunststoffschweissen
bzw. Heisssiegeln oder durch Angiessen einer das Randklemmelement ausbildenden Formmasse
flächig mit dem Randbereich der Deckelfolie verbunden. In bevorzugter Ausführung der
Erfindung ist das Randklemmelement mittels eines Kunststoffspritzgiessverfahrens (injecting
moulding) direkt randseitig an die Deckelfolie angegossen.
[0051] Der Überlappungsbereich, d.h. die Breite der Verbindungsfläche zwischen Deckelfolie
und Randklemmelement beträgt beispielsweise 1 - 10 % und vorzugsweise 1,5 - 6 %, des
Dekkelfoliendurchmessers. Der Überlappungsbereich beträgt beispielsweise 1 - 10 mm,
vorzugsweise 1,5 - 5 mm, insbesondere um 2 mm für eine Deckelfolie mit einem Durchmesser
von 5 bis 15 cm. Das Randklemmelement weist beispielsweise eine Gesamtbreite von 1
- 10 mm, vorzugsweise von 2 - 6 mm auf.
[0052] Das Randklemmelement verläuft abschnittsweise oder vollumfänglich, d.h. endlos, entlang
des Deckelfolienrandes, so dass die Deckelfolie in ihrem Randbereich abschnittsweise
oder durchgehend mit einem Randklemmelement versehen ist. Bildet die Deckelfolie einen
kreisförmige Fläche aus, so kann das Randklemmelement als ringförmiges oder teilringförmiges
Element ausgebildet sein. Entspricht die Deckelfolie einer quadratischen bzw. rechteckigen
Fläche, so kann das Randklemmelement in Draufsicht als quadratischer bzw. rechteckiger
(Hohl-)Körper ausgebildet sein.
[0053] Das Randklemmelement bildet vorteilhaft eine nutförmige Rinne aus, welche sich dadurch
auszeichnet, dass sie den Randabschluss teilweise oder vollständig aufnimmt, umhüllt
oder umgreift.
[0054] Die nutförmige Rinnen wird zweckmässig, in Bezug auf eine horizontal ausgerichtete
Behälteröffnung, durch einen inneren, ersten, vorzugsweise dem Randabschluss aufliegenden,
und einen an den ersten anschliessenden und gegenüber diesem abgewinkelten äusseren,
zweiten, vorzugsweise dem Randabschluss anliegenden, Schenkel begrenzt. Die beiden
Schenkel sind vorzugsweise elastisch bzw. federnd gegeneinander beweglich. Der erste
Schenkel schliesst an die Deckelfolie an, wobei die Flanke des freien Schenkelendes
zur Deckelfolie hin orientiert ist. Der erste Schenkel bildet mit seiner der nutförmigen
Rinne abgewandten Oberfläche zweckmässig einen teil- oder vollflächigen Verbund mit
der Deckelfolie aus. Der zweite Schenkel ist an äusserster Randlage des Behälterrandes
angeordnet und ist vorzugsweise ein elastischer bzw. biegsamer Teil des Randklemmelementes.
Der zweite Schenkel kann gegen sein freies Ende hin eine gegen die nutförmige Rinne
gerichtete rippenartige Verdickung aufweisen.
[0055] Der zweite Schenkel kann an seinem freien Ende weitere Anformungen beispielsweise
in der Form einer Aufreisslasche aufweisen. Die Aufreisslasche dient zum Abreissen
des Dekkels vom Verpackungsbehälter entlang der Siegel- oder Klebnaht. Die Aufreisslasche
ist zweckmässig vom zweiten Schenkel abgewinkelt, beispielsweise um 45° bis 135° abgewinkelt,
und weist vom Verpackungsbehälter weg. Die Aufreisslasche erstreckt sich in der Regel
über einen Teilumfang des Aufreissdeckels, z.B. über einen Teilkreis von 10 - 30°,
bezogen auf einen durch den Gesamtumfang des Aufreissdeckels beschriebenen Vollkreis
von 360°.
[0056] Die nutförmige Rinne trägt zweckmässig eine querschnittlich dem Randabschluss angepasste
Geometrie. Die nutförmige Rinne und der Randabschluss bilden vorteilhaft eine querschnittlich
gegenseitig korrespondierende Gestalt aus. Die nutförmige Rinne kann den Randabschluss
beispielsweise teilweise oder vollständig formschlüssig aufnehmen.
[0057] Die nutförmige Rinne ist vorzugsweise wannen- oder trogförmig. Die nutförmige Rinne
kann insbesondere einen teilkreisförmigen Querschnitt aufweisen. Der durch die nutförmige
Rinne im Querschnitt ausgebildete Teilkreis schliesst zweckmässig einen Zentriwinkel
von mehr als 90°, vorzugsweise von mehr als 120°, insbesondere von mehr als 180° und
von weniger als 360°, vorzugsweise von weniger als 270°, insbesondere von weniger
als 240°, bezogen auf einen Vollkreis von 360°, ein. Die vorgenannte Ausbildung der
nutförmigen Rinne eignet sich insbesondere zum Umgreifen eines Randbördels, Bördelrandes,
Rollrandes oder Randwulstes.
[0058] Das Randklemmelement ist im geschlossenen Zustand der Verpackung zweckmässig über
den Randabschluss gestülpt und umgreift diesen teilweise oder vollständig. Die Ausbildung
des Randklemmelementes als nutförmige, von einem ersten und zweiten Schenkel umgebene
Rinne, bewirkt unter anderem einen Klammer-, bzw. Zangeneffekt beim Umgreifen des
Randabschlusses. Das Randklemmelement kann dadurch nur durch Wegdrücken oder - biegen
des äusseren Schenkels vom Behälterrand senkrecht zur Behälteröffnung angehoben und
vom Randabschluss gelöst werden.
[0059] Das Randklemmelement kann ferner mittels eines weiteren Effektes, nachfolgend Spanneffekt
genannt, über dem Randabschluss gehalten werden. Beim vollständigen Überstülpen des
Randklemmelementes entlang des Behälterrandes wird die Deckelfolie durch die rinförmige
Anordnung bzw. Ausgestaltung des Randklemmelementes gespannt, derart dass das Randklemmelement
zur Behälteröffnung hingezogen wird, so dass der zweite Schenkel des Randklemmelementes
den Randabschluss satt anliegend und unter Spannung umgreift.
[0060] In Ausführung der Erfindung kann der Klemmeffekt des Randklemmelementes alleine durch
den Spanneffekt ausgelöst werden, so dass das Randklemmelement z.B. keine Klammer-
oder Zangenwirkung auf den Randabschluss auszuüben braucht. Demgegenüber kann das
Randklemmelement derart ausgestaltet sein, dass dieses allein durch Klammer- oder
Zangenwirkung über dem Randabschluss gehalten wird, ohne dass ein Spanneffekt auftritt.
[0061] Ferner können in weiterer Ausgestaltung der Erfindung Spanneffekt und Klammer- bzw.
Zangeneffekt kombiniert werden.
[0062] Beim Wiederverschliessen der Verpackung wird durch das Überstülpen des Randklemmelementes
über den Randabschluss die Deckelfolie vorzugsweise gespannt, so dass die, gegebenenfalls
durch die Erstöffnung zerknitterte, gefaltete oder gerollte Deckelfolie, geglättet
wird und der Behälteröffnung und der Randfläche plan anliegt.
[0063] Ferner kann das Randklemmelement, insbesondere ein den Deckelfolienrand endlos umgebendes
Randklemmelement, eine spannende und/oder versteifende Wirkung auf die Deckelfolie
ausüben und dabei beispielsweise einen im wesentlichen formstabilen Aufreissdeckel
ausbilden, der sich z.B. nach dem Öffnen, insbesondere dem erstmaligen Öffnen der
Verpackung, nicht einrollt oder faltet.
[0064] Bei jedem weiteren Öffnungsvorgang braucht der Benutzer lediglich das Randklemmelement
entweder direkt oder indirekt über eine z.B. am Randklemmelement angebrachte Aufreisslasche
mit den Fingern unter Ausübung einer Initialkraft anzuheben und das Randklemmelement
mit der Deckelfolie quer über die Behälteröffnung wegzuziehen. Zum Wiederverschliessen
des Verpackungsbehälters braucht der Benutzer die Deckelfolie lediglich auf die Behälteröffnung
zu legen und das Randklemmelement unter Aufwendung einer Initialkraft über den Randabschluss
zu stülpen, wobei sich das Randklemmelement zweckmässig bei Überschreiten eines kritischen
Pressdruckes ruckartig über den Randabschluss stülpt und klemmend fixiert wird.
[0065] Die vorbeschriebene Ausgestaltung von Randklemmelement und Randabschluss können sinngemäss
und in Bezug auf ihre funktionelle Wirkung ausgetauscht sein. So kann beispielsweise
der Randabschluss, z.B. mittels Klammer-, Clip-, Schnapp- oder Zangeneffekt, das Randklemmelement
der Deckelfolie klemmend festhalten, wobei das Lösen der Verbindung unter Einsatz
einer Initialkraft erfolgt.
[0066] Der Randabschluss kann dabei z.B. eine nutförmige Rinne, insbesondere eine nutförmige
Rinne mit Hinterschneidungen ausbilden, in welche ein in Bezug auf die Wanddicke der
Deckelfolie als randseitige Verdickung ausgebildetes Randklemmelement, insbesondere
ein wulstartig ausgebildetes Randklemmelement, eingreift.
[0067] Die erfindungsgemässe Verpackung mit wiederverschliessbarem Aufreissdeckel kann beispielsweise
Verpackungsbehälter in Form von Bechern, Containern, Schalen, Menuschalen, beispielsweise
mit einem oder mehreren Fächern oder Gobelets zur Aufnahme von Nahrungsmitteln, wie
Tierfutter, Milchprodukte, z.B. Joghurt, Schlagsahne, Sauermilch, Sauerrahm, Kaffeesahne,
Desserts, Marmelade, Fertigzubereitungen von Salaten, Halb- oder Vollkonserven, vorgekochten
oder anderweitig vorbereiteten Gerichten oder Getränken umfassen.
[0068] Die erfindungsgemässe Verpackung aus Verpackungsbehälter und Aufreissdeckel benötigt
keine weiteren Verpackungsmittel. Dank der wieder verschliessbaren Verpackung können
Packungen für grössere Einheiten angeboten werden. Die Qualität und Ausgestaltung
des Randklemmelementes, des Verbundes zwischen Randklemmelement und Deckelfolie, sowie
die Qualität der Deckelfolie selbst, können so gewählt werden, dass die Verpackung
einige Male oder wenige Male, beispielsweise maximal ein bis fünf Mal, wieder verschlossen
werden kann, wobei im letzteren Fall bewusst in Kauf genommen wird, dass der Aufreissdeckel
oder der Behälterrand bei zu häufigem Wiederverschliessen und Öffnen beschädigt oder
zerstört wird.
[0069] Die erfindungsgemässe Verpackung ist herstellbar dadurch, dass ein Verpackungsbehälter
mit einem Behälterrand, enthaltend eine Randfläche und einen Bördelrand, mit dem Verpackungsinhalt
beschickt und mittels Aufsiegeln oder Aufkleben eines Aufreissdeckels verschlossen
wird, wobei der Aufreissdeckel über die Behälteröffnung platziert und dessen Randklemmelement
mittels Form- und/oder Kraftschlussverbindung mit dem Randabschluss verbunden wird
und der Aufreissdeckel auf die Randfläche des Verpackungsbehälters gesiegelt oder
geklebt wird.
[0070] Der Verpackungsbehälter wird vorzugsweise mittels Streckzieh- oder Tiefziehverfahren
oder einer Kombination beider Verfahren hergestellt. Der Behälterrand wird in seinem
äussersten Randbereich vorzugsweise zu einem Bördelrand eingerollt.
[0071] In Ausgestaltung der Erfindung wird die Deckelfolie aus einer Bandfolie, insbesondere
von einer Folienrolle, zugeschnitten. Ein Randklemmelement aus Kunststoff wird zweckmässig
im Randbereich der Deckelfolie, vorzugsweise mittels Spritzgiessverfahrens, an die
zugeschnittene Deckelfolie geklebt bzw. gegossen, so dass die Deckelfolie mit dem
Randklemmelement, nach Aushärten des in flüssigem bis plastischem Zustand an die Deckelfolie
gegossenen Kunststoffes, eine stoffschlüssige Verbindung bildet.
[0072] Dazu wird die Deckelfolie vorteilhaft in eine Spritzgiessform eingeführt, wobei der
Randbereich der Deckelfolie im Wandbereich einer Formkavität angeordnet ist und thermoplastischer
Kunststoff in die Formkavität gespritzt wird und der eingespritze thermoplastische
Kunststoff mit der Oberfläche des Randbereiches verklebt und anschliessend zu einem
Randklemmelement ausgehärtet wird.
[0073] Das Randklemmelement wird vorzugsweise auf eine Kunststoff-Folie der Deckelfolie
angegossen, welche aus demselben Kunststoff wie das Randklemmelement oder deren Schmelzverhalten
auf das Schmelzverhalten des Kunststoffes des Randklemmelementes abgestimmt ist.
[0074] In bevorzugter Ausgestaltung des Verfahrens wird das Randklemmelement aus oder enthaltend
Polypropylen an eine als Siegelschicht ausgebildete Folie oder Schicht aus oder enthaltend
Polypropylen der Deckelfolie gegossen, so dass die Siegelschicht der Deckelfolie und
das Randklemmelement einen Stoffschluss aus demselben Kunststoff bilden.
[0075] Im folgenden wird die Erfindung beispielhaft und mit Bezug auf Figur. 1 und 2 näher
ausgeführt, wobei die Figur 1 einen schematischen Ausschnitt durch den Querschnitt
im Randbereich einer erfindungsgemässen Verpackung und Figur 2 einen schematischen
Ausschnitt durch den Querschnitt zweier gestapelten Aufreissdeckel zeigt.
[0076] Die Verpackung 10 enthält einen Verpackungsbehälter 1 sowie einen Aufreissdeckel
2, bestehend aus einer Deckelfolie 3 und einem an diese über eine Spritzgiessverbindung
15 angegossenen Randklemmelement 4 (Fig. 1). Der Verpackungsbehälter 1 enthält einen
Behälterrand 11, bestehend aus einer planen Randfläche 12 als Siegelfläche und einem
an die Randfläche 12 anschliessenden und von dieser vorstehenden Randabschluss 13
in Form einer querschnittlich kreisförmigen Bördelrand 13. Die Deckelfolie 3 ist über
eine Siegelnaht 14 auf die Randfläche 12 aufgesiegelt.
[0077] Der Überlappungsbereich, d.h. die Breite der Spritzgiessverbindung 15 zwischen Deckelfolie
3 und Randklemmelement 4 beträgt beispielsweise 1 - 5 mm, insbesondere um 2 mm.
[0078] Der Behälterrand 11 weist eine Breite der Randfläche 12 von 2 - 10 mm, insbesondere
von 4 - 6 mm, auf und enthält einen Bördelrand 13 einer Breite von 2 - 7 mm, insbesondere
um 4 mm.
[0079] Das Randklemmelement 4 weist eine nutförmige Rinne 7 auf, welche die Bördelrand 13
zangenartig umgreift (siehe auch Fig. 2). Die nutförmige Rinne 7 wird durch einen
ersten, inneren, der Bördelrand 13 aufliegenden Schenkel 5 und einen zweiten, äusseren,
der Bördelrand 13 anliegenden Schenkel 6 gebildet. Der zweite Schenkel 6 weist in
seinem unteren Endabschnitt eine den Bördelrand 13 untergreifende Rippe 8 auf, welche
ein Entgleiten des Randklemmelementes 4 in Richtung x, d.h. in Behälteröffnungsrichtung,
verhindert.
[0080] Ferner ist eine Aufreisslasche 17 an den Endabschnitt des zweiten Schenkel 6 angeformt.
Die Aufreisslasche 17 ist derart an den zweiten Schenkel 6 angeformt, dass eine Abstufung
16 ausgebildet wird. Die Aufreisslasche 17 dient zum Abreissen der Deckelfolie 3 entlang
der Siegelnaht 14. Die Aufreisslasche 17 enthält ferner ein Rauhigkeitsmuster zwecks
besseren Griffs mit den Fingern. Die Aufreisslasche 17 erstreckt sich in der Regel
über einen Teilumfang des Aufreissdeckels 2, z.B. über einen Teilkreis von 10 - 30°,
bezogen auf einen durch den Gesamtumfang des Aufreissdeckels 2 beschriebenen Vollkreis
von 360°.
[0081] Das Randklemmelement 4 enthält ferner eine randseitige Einbuchtung 9, welche mit
der Form der Schenkel- bzw. Rippenunterseite 19 korrespondiert, so dass durch Auflegen
der Schenkel- bzw. Rippenunterseite 19a eines identischen, oberen Aufreissdeckels
2a auf die Einbuchtung 9 eines unteren Aufreissdeckels 2, die Aufreissdeckel 2, 2a
übereinander stapelbar sind, wobei sich die Aufreissdeckel 2, 2a problemlos wieder
vereinzeln lassen (Fig. 2).
[0082] Der Verpackungsbehälter 1 weist eine Höhe von rund 1 - 10 cm auf. Die Deckelfolie
3 weist einen Durchmesser von rund 5 - 15 cm auf.
1. Verpackung (10), insbesondere für Nahrungsmittel, enthaltend einen Verpackungsbehälter
(1) mit einem Behälterrand (11) und einen auf den Behälterrand (11) siegel- oder klebbaren
Deckel (2), insbesondere einen Aufreissdeckel (2),
dadurch gekennzeichnet, dass
der Deckel (2) ein Aufreissdeckel (2) mit einer Deckelfolie (3) und einem randseitig
endlos oder in Teilabschnitten an die Deckelfolie (3) angebrachten Randklemmelement
(4) ist, und der Behälterrand (11) eine Randfläche (12) mit einem endseitigen Randabschluss
(13) enthält, und der Aufreissdeckel (2) mit seiner Deckelfolie (3) auf die Randfläche
(12) gesiegelt oder geklebt und das Randklemmelement (4) mit dem Randabschluss (13)
eine Form- und/oder Kraftschlussverbindung eingeht, wobei die Verpackung (10) durch
Lösen der Form- und/oder Kraftschlussverbindung zwischen Randklemmelement (4) und
Randabschluss (13) und Aufreissen der Siegel- oder Klebnaht (14) zwischen der Deckelfolie
(3) und der Randfläche (12) erstmalig geöffnet wird und der Verpackungsbehälter (10)
durch erneutes Aufsetzen des Aufreissdeckels (2) auf die Behälteröffnung und Herstellung
der Form- und/oder Kraftschlussverbindung zwischen dem Randklemmelement (4) und dem
Randabschluss (13) ein- oder mehrfach wieder verschlossen werden kann.
2. Verpackung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Randklemmelement (4) über den Randabschluss (13) gestülpt oder auf den
Randabschluss (13) aufgesetzt ist und klemmend an diesem festliegt.
3. Verpackung nach einem der Ansprüche 1 bis 2, dadurch gekennzeichnet, dass das Randklemmelement (4) einen Kunststoff, insbesondere einen thermoplastischen
Kunststoff enthält oder daraus besteht, und das Randklemmelement (4) eine den Randabschluss
(13) wenigstens teilweise aufnehmende nutförmige Rinne (7) enthält, und die nutförmige
Rinne (7) eine dem Randabschluss (13) querschnittlich wenigstens teilweise korrespondierende
Geometrie aufweist und mit dem Randabschluss (13) vorzugsweise eine Formschluss- und/oder
eine Kraftschlussverbindung eingeht, und die Formschluss- und/oder Kraftschlussverbindung
insbesondere durch einen Klammer-, Zangen-, Spann-, Schnapp- oder Clip-Effekt oder
eine Kombination davon bewirkt wird.
4. Verpackung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass das Randklemmelement (4) eine durch einen inneren, ersten Schenkel (5) und
einen an den ersten Schenkel (5) anschliessenden und gegenüber diesem abgewinkelten
äusseren, zweiten Schenkel (6) begrenzte nutförmige Rinne (7) zur Aufnahme des Randabschlusses
(13) aufweist, und der Randabschluss (13) bezüglich der Wanddicke der Randfläche (12)
eine Randverbreiterung ist, und das Randklemmelement (4) klemmend über den Randabschluss
(13) gestülpt ist, wobei das Randklemmelement (4) den Randabschluss (13) teilweise
oder vollständig umhüllt und der Randabschluss (13) in die nutförmige Rinne (7) zu
liegen kommt.
5. Verpackung nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass der Randabschluss (13) ein Rollrand, Bördelrand oder eine Mundrolle ist und
die rinnenförmige Nut (7) wannen- oder trogförmig ist und den Rollrand, Bördelrand
oder die Mundrolle teilweise oder vollständig formschlüssig aufnimmt.
6. Verpackung nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass das Randklemmelement (4) den Randabschluss (13) untergreifend umgibt und nur
unter Wegbiegen des äusseren, zweiten Schenkels (6) vom Behälterrand (11) senkrecht
zur Behälteröffnung angehoben werden kann.
7. Verpackung nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass das Randklemmelement (4) eine endseitig am äusseren, zweiten Schenkel (6) angeformte
Rippe (8) enthält, welche den Randabschluss (13) untergreifend umschliesst.
8. Verpackung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Randabschluss mittels Klammer-, Clip-, Schnapp- oder Zangeneffekt oder
einer Kombination davon das Randklemmelement der Deckelfolie klemmend festhält und
der Randabschluss vorzugsweise eine nutförmige Rinne, insbesondere eine nutförmige
Rinne mit Hinterschneidungen ausbildet, in welche ein in Bezug auf die Wanddicke der
Deckelfolie als randseitige Verdickung ausgebildetes Randklemmelement, vorzugsweise
ein wulstartig ausgebildetes Randklemmelement, eingreift.
9. Verpackung nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Deckelfolie (3) eine ein- oder beidseitg mit einem thermoplastischen Kunststoff
beschichtete, siegelbare Aluminiumfolie, vorzugsweise eine mit einer Siegelschicht
aus oder enthaltend Polypropylen beschichtete Aluminiumfolie mit einer Gesamtdicke
von mehr als 15 µm, vorzugsweise mehr als 40 µm, insbesondere mehr als 60 µm, und
weniger als 500 µm, vorzugsweise weniger als 160 µm, insbesondere weniger als 130
µm, ist.
10. Verpackung nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass die Deckelfolie (3) eine in äusserster Lage angeordnete und dem Verpackungsinhalt
zugewandte Siegelschicht, vorzugsweise eine Siegelschicht aus oder enthaltend Polypropylen,
enthält und das Randklemmelement (4) einen thermoplastischen Kunststoff, vorzugsweise
Polypropylen, enthält oder daraus besteht und mittels Stoffschluss, vorzugsweise mittels
Schweiss- oder Siegelverbindung mit der Deckelfolie (3) verbunden ist.
11. Verpackung nach einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass die Deckelfolie (3) eine in äusserster Lage angeordnete und dem Verpackungsinhalt
zugewandte Siegelschicht oder -folie aus einem thermoplastischen Kunststoff enthält
und das Randklemmelement (4) aus einen thermoplastischen Kunststoff besteht, und die
Siegelschicht vorzugsweise ein Schmelzverhalten aufweist, das auf das Schmelzverhalten
des Randklemmelementes abgestimmt ist.
12. Verpackung nach einem der Ansprüche 1 bis 11, dadurch gekennzeichnet, dass das Randklemmelement (4) ein im Randbereich der Deckelfolie (3) vorzugsweise
auf eine in äusserster Lage angeordnete Siegelschicht, insbesondere auf eine Siegelschicht
aus oder enthaltend Polypropylen, mittels eines Giess-, vorzugsweise Spritzgiessverfahrens,
angegossenes Teil aus einem thermoplastischen Kunststoff, vorzugsweise aus oder enthaltend
Polypropylen, ist.
13. Verpackung nach einem der Ansprüche 1 bis 12, dadurch gekennzeichnet, dass der Verpackungsbehälter (1) aus einer Aluminium-Kunststoff-Verbundfolie, einer
Kunststoffverbundfolie oder einer ein- oder beidseitig Lack beschichteten Aluminiumfolie
einer Dicke von mehr als 20 µm, vorzugsweise mehr als 60 µm, insbesondere mehr als
80 µm und weniger als 500 µm, insbesondere weniger als 200 µm, insbesondere weniger
als 160 µm ist.
14. Verfahren zur Herstellung einer Verpackung gemäss Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass
ein Verpackungsbehälter (1) mit einem Behälterrand (11), enthaltend eine Randfläche
(12) und einen Randabschluss (13), mit dem Verpackungsinhalt beschickt und mittels
Aufsiegeln oder Aufkleben eines Aufreissdeckels (2) verschlossen wird, wobei der Aufreissdeckel
(2) über die Behälteröffnung platziert und dessen Randklemmelement (4) mittels Form-
und/oder Kraftschlussverbindung mit dem Randabschluss (13) verbunden wird und der
Aufreissdeckel (2) auf die Randfläche (12) des Verpackungsbehälters (1) gesiegelt
oder geklebt wird.
15. Verfahren nach Anspruch 14, dadurch gekennzeichnet, dass der Verpackungsbehälter (1) mittels Streckzieh- oder Tiefziehverfahren oder
einer Kombination beider Verfahren hergestellt wird und der Behälterrand (11) in seinem
äussersten Randbereich zu einem Bördelrand als Randabschluss (13) eingerollt wird.
16. Verfahren nach einem der Ansprüche 14 bis 15, dadurch gekennzeichnet, dass eine Deckelfolie (3) von einer Bandfolie, insbesondere von einer Folienrolle,
zugeschnitten wird und ein Randklemmelement (4) aus Kunststoff im Randbereich der
zugeschnittenen Deckelfolie (3) mittels Spritzgiessverfahren an die Deckelfolie (3)
gegossen wird, so dass die Deckelfolie (3) mit dem Randklemmelement (4), nach Aushärten
des in flüssigen bis plastischen Zustand an die Deckelfolie (3) gegossenen Kunststoffes,
eine stoffschlüssige Verbindung bildet.
17. Verfahren nach einem der Ansprüche 14 bis 16, dadurch gekennzeichnet, dass die Deckelfolie (3) in eine Spritzgiessform eingeführt wird, wobei der Randbereich
der Dekkelfolie (3) im Wandbereich einer Formkavität angeordnet ist und thermoplastischer
Kunststoff in die Formkavität gespritzt wird und der eingespritze thermoplastische
Kunststoff mit der Oberfläche des Randbereiches verklebt und zu einem Randklemmelement
(4) ausgehärtet wird.